NASA bekommt zwei Weltraumteleskope geschenkt

Eines der bekanntesten und beeindruckensten Bilder, welche jemals geschossen wurden, ist das Hubble Deep Field. 1995 richtete die NASA ihr Weltraumteleskop auf eine Himmelsregion, die relativ frei von störenden Sichteinflüssen und umgebenden hellen Sternen ist. Auf normalen Aufnahmen erscheint die Gegend als leer und dunkel:

599px-Hubble_Deep_Field_location

Das Ergebnis spricht für sich: Das scheinbar leere Gebiet ist von unzähligen Galaxien bevölkert. Ich empfehle das Großklicken und Staunen, denn so anschaulich hat man die Größe des Universums selten gesehen.

600px-Hubble_ultra_deep_field

Mittlerweile gibt es auch noch weitere entsprechende Bilder, zum Beispiel das Hubble Deep Field South und das Hubble Ultra Deep Field, welches noch tiefer in den Weltraum blickt.

Um diese beeindruckenden Bilder zu machen, musste die NASA einige Widerstände überwinden. Zuerst die Anfangsfinanzierung, dann eine Servicemission wegen eines Herstellungsfehlers des Hauptspiegels und dann begannen weitere Kämpfe um die Erhaltung des Teleskops. Eigentlich sollte es bereits 2005 gezielt in abstürzen und in der Atmosphäre verglühen, im Jahr 2009 hat aber das Space Shuttle Atlantis die wohl letzte Servicemission durchgeführt. Damit ist es bis mindestens 2014 noch betriebsbereit,  danach ist aber irgendwann Schluss. Spätestens 2020 wird uns Hubble verlassen. Die Planungen für den Nachfolger, das James Webb Weltraumteleskop, sind aufgrund der gestiegenen Kosten momentan auf der Kippe.

Warum ich das blogge? Zum einen, weil diese Deep Field-Aufnahmen unglaublich cool und leider doch recht unbekannt sind. Und zum anderen, weil mich heute morgen eine Nachricht etwas überrascht hat: Die NASA hat von der NRO zwei Teleskope geschenkt gekriegt, die deutlich leistungsfähiger sind als Hubble. Von der was? Die NRO ist das National Reconnaissance Office, welches ich ebenfalls nicht kannte. Die betreiben die gesamten US-Spionagesatelliten, besitzen ein Budget, welches nur 1-2 Milliarden Dollar unter dem der NASA liegt und hat anscheinend gleich zwei Weltraumteleskope rumliegen, die nicht mehr gebraucht werden. Die NASA steht jetzt vor dem Problem, dass sie zwei dieser 250 Millionen Dollar-Teleskope rumliegen hat, aber kein Geld, um sie ins Weltall zu befördern. Und man fragt sich, welche Technik die Geheimdienste besitzen, wenn diese Teleskope keinen “nachrichtendienstlichen Wert” mehr besitzen. Noch bessere Teleskope? Drohnen? Wir wissen es nicht – aber es schon sehr ernüchternd, die Prioritäten zwischen Wissenschaft und Krieg so deutlich vor Augen geführt zu bekommen. Wenn Wissenschaft quasi nur die Abfälle der Kriegsforschung nutzen kann, dann läuft einiges falsch.

Übrigens besitzen nicht nur die USA Spionagesatelliten. Wir haben auch welche! Das Bundesverteidigungsministerium betreibt fünf Satelliten unter dem Namen SAR-Lupe.

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