Es ist zu hell im Dunkeln

Michael Schonhardt bloggte über das mittelalterliche High-Tech-Werkzeug Astrolab. Michael gibt auch einen Link zu einer Seite, die erklärt, wie man sich ein eigenes Astrolab bastelt und fordert, dass jeder Gelehrte von Welt eins besitzen sollte. Ich habe mir das angeschaut, kurz überlegt und mich dann entschieden, dass ich mir kein Astrolab basteln werde. Weil man hier am Nachthimmel eh nichts erkennt.

Lichtverschmutzung in Europa

Lichtverschmutzung in Europa

Ich finde es immer wieder schade, dass durch die Lichtverschmutzung eine wirklich vernünftige Himmelsbeobachtung in den meisten Gebieten Deutschlands praktisch unmöglich geworden ist. In einigen abgelegenen Mittelgebirgen und auf dem platten Land v.a. in Mecklenburg gibt es noch ein paar Gebiete, in denen man ungestört den Himmel betrachten kann, aber in dichter besiedelten Gebieten sieht man den Himmel nur sehr eingeschränkt –unsere Zivilisation strahlt einfach zu viel Licht aus.

Damit sinkt dann auch das Interesse an der Himmelsbeobachtung und gerade das enorme vormoderne Interesse an Astronomie und Astrologie ist nur schwer nachvollziehbar. Wer in einer Stadt lebt, kann etwa den majestätischen Anblick der Milchstraße nur im Urlaub erfahren oder muss die Begeisterung mitbringen, Nachts einige Kilometer in ein halbwegs dunkles Gebiet zu fahren. Noch vor wenigen Jahrzehnten war es nachts überall einfach dunkel und entsprechend bedeutend waren die Sterne für das Leben der Menschen. Mir war diese Faszination der Vormoderne für Astronomie lange Zeit nicht wirklich verständlich, aber wenn man sich einfach mal vor Augen führt, dass die Menschen damals bei klarem Himmel jede Nacht die Milchstraße über sich hatten. Das prägt und führt natürlich zu dem Wunsch, diesen Himmel genauer zu erforschen. Wir hingegen sehen nichts mehr.

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5 Kommentare zu Es ist zu hell im Dunkeln

  1. RT @MschFr: Frisch gebloggt: Es ist zu hell im Dunkeln http://t.co/DOkVa62mkA

  2. @sheltiekay sagt:

    RT @MschFr: Frisch gebloggt: Es ist zu hell im Dunkeln http://t.co/DOkVa62mkA

  3. Umso wichtiger ist der Besitz eines Astrolabs! Damit lässt sich der aktuelle Sternenhimmel sogar dann simulieren, wenn er gar nicht zu sehen ist. Aber zugegeben, dunkler wär schon schöner. Faszinierend finde ich, dass es in Frankreich offenbar dunkler zugeht als in den Alpen. Liegt das vielleicht an der Zeitverschiebung?

  4. Tom sagt:

    Hehe, da hab ich das ja gut, ich lebe auf dem blauen Pünktchen in der verlinkten Karte: Fehmarn 🙂 Die Milchstrasse guck ich mir regelmäßig an und stehe doch jedesmal wieder mit offenem Mund unter dieser Pracht.

  5. Spontane Vermutung: Die Alpen sind deutlich dichter besiedelt als Zentralfrankreich. Dort gibt es gerade im Massif Central Gegenden, in denen praktisch keiner wohnt und in denen es auch kaum Industrie gibt. Ebenso könnte das politische/städtebauliche Ursachen haben – Straßenbeleuchtung ist ein nicht zu unterschätzender Teil der Lichtverschmutzung und da könnte es sein, dass es in der Schweiz andere Vorgaben gibt als in Frankreich.

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