Wie könnt ihr eigentlich so arbeiten?

Es geschehen schlimme Dinge in den bröckelnden Betongebäuden der Historischen Seminare dieser Republik. Auch die vielleicht renovierten Altbauten enthalten schlimmste Arbeitsbedingungen: In viel zu kleinen Zimmern, vollgestopft mit Büchern, Ordnern voller Kopien und einer lange nicht mehr richtig gespülten Kaffeemaschine, stehen uralte Rechner. Windows XP. Weniger Arbeitsspeicher als das Smartphone in der Tasche. Davor steht ein ranziger 15 oder 17 Zoll TFT-Monitor. Auch der Arbeitsplatz zuhause ist spartanisch eingerichtet. Manch einer arbeitet mit einem Laptop. 15 Zoll. 17 Zoll. Oder kümmerliche 13,3 Zoll wie beim Macbook Air. Oder man findet auch hier wieder den alten Bekannten, den 17 Zoll-TFT.

Ernsthaft, wie könnt ihr so arbeiten?

Auf einen kleinen Bildschirm passt genau ein Dokument. Manchmal, bei kleinen Bildschirmen im 16:9-Format, passt dort auch nur eine halbe Wordseite drauf. Ein größerer Bildschirm ab 22 Zoll-Bildschirmdiagonale schafft immerhin 2 Dokumente nebeneinander. Dies ist ungemein hilfreich, wenn man etwa mit PDFs arbeitet. Auf der einen Seite ist Word, auf der anderen Seite das PDF. Das ständige Hin- und Herwechseln oder das Ausdrucken des Textes entfällt.

Mehr Platz auf dem Bildschirm ist also besser. An praktisch jeden handelsüblichen Desktop kann man aber mehrere Monitore anschließen und auch hier gilt: Je mehr, desto besser. Wer zwei Bildschirme einsetzt, hat logischerweise doppelt so viel Platz als nur mit einem Bildschirm. Man kann doppelt so viele Dokumente offen haben oder etwa zwei Seiten eines PDFs und einer Worddatei gleichzeitig anzeigen. Oder man hat PDF und Webbrowser offen, wenn man am recherchieren ist. Auch die Literaturverwaltung glänzt erst, wenn man sie direkt sehen kann und nicht immer zu ihr wechseln muss.

Ich habe hier mittlerweile sogar drei Bildschirme, von denen sich einer um 90° ins Hochformat drehen lässt. Das Hochformat ist genial und wird viel zu selten eingesetzt. Dabei sind die meisten Webseiten und jedes Dokument im Hochformat. Dreht man den Bildschirm um 90°, passt es einfach besser drauf.

Hier ist z.B. mein Desktop für die Arbeit an @digitalpast. Auf dem linken Monitor ist Excel mit unserer Tweettabelle, auf dem großen in der Mitte ist ein Tagebuch, aus dem Tweets geschrieben werden und auf dem rechten Hochkant-Monitor ist Tweetdeck mit allen Mentions, die auf den Accounts eingehen. Für andere Arbeiten kann man etwa Literaturverwaltung, Dokument und Word passend anordnen. Oder Webbrowser, Tweetdeck und Musikplayer für das entspannte Surfen.

desktopLuxus? Pure Dekadenz? Eigentlich nicht. Monitore sind billig. Einen 24”-Monitor gibt es ab 100€, 27”-Monitore ab 150€. Meinen 22”-Monitor habe ich für 20€ auf dem Flohmarkt gekauft. Das ist verglichen mit anderen “Betriebsausgaben”, die man als Historiker hat, nichts. Manche Bücher kosten mehr, ein Archivbesuch im Zweifelsfall auch.

Auch die Laptopfraktion kann einen größeren Monitor anschließen. Mehrere Monitore sind zwar meistens nicht möglich, aber mit Laptopbildschirm und externem Display kann man auch hier seine Arbeitsfläche enorm vergrößern. Gleichzeitig steht die nächste Monitorgeneration bereits vor der Tür: Der aktuelle Trend sind Monitore im 21:9-Format und 4K-Displays mit Auflösungen bis 4096×2304.

Lesen Sie in dieser Beitragsserie, die nie geschrieben wird, auch demnächst nicht in diesem Blog:

  • Warum 2 oder 4GB Arbeitsspeicher zu wenig sind
  • Mit Office XP kann man zwar Texte schreiben, Office 2013 ist aber viel besser
  • Deine Tastatur enthält mehr Keime als deine Klobrille und du solltest eine neue kaufen
  • Je mehr Knöpfe du auf der Maus hast, desto besser
  • SSD ist kein Nazi-Geheimdienst, sondern großartig
  • Warum ihr euren Kaffee nicht den ganzen Tag in der Kaffeemaschine einkochen lassen solltet
  • Täglich die Socken wechseln hilft gegen Fußgeruch
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12 Kommentare zu Wie könnt ihr eigentlich so arbeiten?

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  9. Christian Wobig sagt:

    Sehe ich ganz genauso, ich arbeite schon eine ganze Weile fast ausschließlich digital mit drei Monitoren, ein 24er und ein 21er hockant, ein 24er im Querformat.
    Bei der Lektüre habe ich den Text als pdf im Hochformat auf dem großen Monitor, Exzerpte verfasse ich auf dem Querformat-Monitor in Onenote, wahlweise habe ich ein zweites Onenote-Notizbuch im Splitscreenmodus auf dem gleichen Display, das dritte, kleine Display dient dann zum Nachschlagen, z.B. von Fremdwörtern oder einzelnen kleinen Themen.
    Im Schreibmodus habe ich dann Word auf dem großen Hochformat-Monitor, PDF-Dokumente oder Onenote auf dem Querformat-Display (wieder zwei Fenster nebeneinander) und auch auf dem kleinen Hochformat-Monitor.
    Ist wirklich eine schöne Arbeitsweise, wie ich finde, ich komme ganz gut damit zurecht.

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