Selbstverteidigung

Es sind zwei Nachrichten, die aufhorchen lassen:

  • Tausende Webseiten nutzen sogenannte „Session replay-Scripte„, welche jede Eingabe, jede Mausbewegung und jeden Klick aufzeichnen und im Nachhinein wieder „abspielbar“ machen. Dabei werden auch Daten aufgezeichnet, die der Nutzer zwar eingegeben, aber nicht abgesendet hat. Die Interaktionen mit der Webseite sind lückenlos nachvollziehbar.
  • Tracking-Skripte klauen E-Mailadressen aus Webbrowsern. Zwei Werbefirmen haben Skripte entwickelt, die Mailadressen aus den Passwortmanagern der üblichen Browsern klauen und diese zum Tracking missbrauchen.

Das ist nur die Spitze des Eisbergs – die Werbeindustrie hat bereits einige weitere „nette“ Tools im Angebot. Wie wäre es etwa mit Handyspielen, die ständig das Mikro laufen lassen, um herauszufinden, welche Sendungen und welche Werbung im Fernsehen ihr gerade schaut? Nebeneffekt ist natürlich, dass der Werbeanbieter einfach mal ständig eine Wanze in eurer Hosentasche laufen hat.

Was technisch machbar ist, wird auch gemacht. Egal, ob es moralisch verwerflich ist, ob es für böse Dinge missbraucht werden kann und auch völlig egal, ob es sinnvoll ist. Werbetreibende gieren nach Daten über die von ihnen beglückten Kunden und die Werbeindustrie stellt diese bereit.

Für den einzelnen Nutzer bleibt neben einer wagen Hoffnung auf eine gesetzliche Regulierung aktuell nur die digitale Selbstverteidigung: Man sollte sich nicht von den freundlich formulierten Bitten diverser Webseiten erweichen lassen und den Adblocker ausschalten. Denn das wird dann gnadenlos ausgenutzt.

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2 Kommentare zu Selbstverteidigung

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