Planet History

Daily Archives: 5. Mai 2017

Erdoganhörige Richter lassen Wikipedia gesperrt

https://futurezone.at/netzpolitik/gericht-wikipedia-bleibt-in-der-tuerkei-gesperrt/262.190.576 „Die Blockade des Online-Lexikons Wikipedia in der Türkei bleibt bestehen. Ein Gericht in Ankara wies am Freitag eine Beschwerde der Wikimedia-Stiftung zurück, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Die Richter begründeten ihre Einscheidung mit zwei Wikipedia-Einträgen, in denen der … Weiterlesen

Clm 14594 ist online

http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb00109441-9 Die aus St. Emmeram stammende Handschrift (Schmid: 1388 oder etwas später) ist die wichtigste Überlieferung der „Fundationes monasteriorum Bavariae“, einer Zusammenstellung von Materialien zu bayerischen Klöstern und Stiften, die wohl von einem Regensburger Benediktiner herrührt. Aufsatz von Alois Schmid … Weiterlesen

Zum Stand von Google Books

https://www.golem.de/news/google-books-die-bibliotheken-leben-noch-1705-127647.html Aus Sicht der BSB München unterrichtet Golem über den Stand des abgeschlossenen Münchner Scan-Projekts. „Google habe knapp eine Million Bücher gescannt, erzählt Ceynowa, rund 60 Millionen Seiten. Das entspreche etwa einem Zehntel des Gesamtbestandes der Bibliothek. Die Werke stammen … Weiterlesen

ULB Bonn sucht wiss. Mitarbeiter/in für Digital Humanities und Digitalisierung

Die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn sucht für die Universitäts- und Landesbibliothek zum nächstmöglichen Zeitpunkt unbefristet eine/n Wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in zur Verstärkung des Dezernats Digitale Dienste. Sie haben: ein abgeschlossenes Hochschulstudium (mindestens M.A.), vorzugsweise der Digital Humanities oder eines geisteswissenschaftlichen Faches sehr gute Kenntnisse der zeitgemäßen Kommunikations-, Informations- und Publikationspraktiken in den Geistes- und Sozialwissenschaften sehr gute IT-Kenntnisse […]

TV-Vorschau 6. – 12. Mai 2017

Zeppeline, Napoleons Waterloo und schließlich auch der linke Widerstand gegen die Nationalsozialisten, der in der Nachkriegsgeschichte schnell verdrängte wurde, sind u. a. Themen in den Geschichtssendungen der kommenden Woche im deutschen Fernsehen. Samstag, 6. Mai Die Zeppeline sind zur Zeit gehäuft Thema von Geschichtsdokus. Grund am 6. Mai jährt sich …

VÖB-Umfrage: Nominalkatalogisierung in österreichischen Bibliotheken 2016 – Bericht veröffentlicht

Liebe KollegInnen, der Bericht der im 4. Quartal 2016 durchgeführten Umfrage zum Stand der Formalerschließung in österreichischen Bibliotheken 2016 wurde veröffentlicht und ist unter https://doi.org/10.5281/zenodo.571457 abrufbar. Dort finden Sie neben allerhand Daten und Fakten auch die Kommentare und Anregungen, die bezüglich der … Weiterlesen

CFP: Quellen und Methoden der Geschichtswissenschaft im digitalen Zeitalter: Neue Zugänge für eine etablierte Disziplin?

Georg-Eckert-Institut Braunschweig (Georg-Eckert-Institut); Deutsches Historisches Institut Washington (DHIW); Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD); CLARIN-D Fach-AG Geschichte AG „Digitale Geschichtswissenschaft“ im VHD Termin und Ort: 25.09.2017-26.09.2017, Berlin Deadline: 31.05.2017 In der Geschichtswissenschaft hat die Diskussion um große Datenmengen und … Weiterlesen

Audio: Luther als Rebell

Willi Winkler zu Gast im Thomasius-Club am 08. Februar 2017

Luther war (unbeabsichtigt) modern, weil er protestierte: ein konservativer Revolutionär. Das jedenfalls ist Willi Winklers Sicht auf Luther: ein politischer, selbstbewusster und religiöser Querkopf, der vor Kaiser und Papst keine Angst hat. Luther verkörpert daher das moderne Individuum einzigartig und prominent. Auch wenn der legendäre Ausspruch „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ nicht wörtlich belegt ist, beschreibt er das Widerständige Luthers sehr genau. Wir fragten darüber hinaus nach Luthers Aktualität jenseits des Kirchenkampfes und der protestantischen Theologie. Taugt der Reformator als Kritikerkollege?

Conférence: La correspondance du Conseil d’Erfurt à la fin du Moyen Âge: construction et représentation d’un espace urbain autonome

La prochaine séance du séminaire d’histoire médiévale organisé par l’École pratique des hautes études (Laurent Morelle) et l’Institut historique allemand (Rolf Große) se tiendra le mercredi 24 mai 2017 de 10h00 à 12h00 à l’IHA, 8 rue du Parc-Royal, 75003 Paris. Au programme: Morwenna Coquelin (EHESS/univ. Paris-Sorbonne): »La correspondance du Conseil d’Erfurt à la fin du Moyen Âge: construction et représentation d’un espace…

Bild und Text in Heinrich von Redens „Preußischer Chronik“ 1553 – Bewusstsein und Identität in königlich Preußen zur Mitte des 16. Jahrhunderts

1000 Worte Forschung: Laufende Dissertation im Fach Mittelalterliche Geschichte, Freie Universität Berlin Die Überlieferung der preußischen Geschichte in der Danziger Historiographie des 16. Jahrhundert erlaubt sowohl einen detaillierten Einblick in das geschichtliche Verständnis als auch in das politische Selbstverständnis des…

Das ehemalige Landmaschinenunternehmen Philipp Mayfarth & Co. in Frankfurt, Berlin und Wien

Eine Spurensuche

Frankfurt am Main, die Dienstleistungsmetropole mit ihren aus Stein, Stahl und Glas errichteten Palästen der Verwaltung und Finanzen. Ein durch moderne Hochhäuser geprägtes Stadtbild. Aber am zentralen Platz der Stadt, dem Römer, lassen zumindest die Fassaden auch eine ältere Geschichte der Stadt erkennen. Alte und moderne Baukunst liegen in der Innenstadt dicht bei einander. Nur ein Bindeglied zwischen dem mittelalterlichen und dem modernen Frankfurt fehlt. Wie wurde die alte Messe- und Handelsstadt am Main zu der Finanzmetropole die sie heute ist?
Was die Innenstadt nicht mehr bietet, lässt sich vereinzelt noch in den Stadtteile und Vororten von Frankfurt finden. Industriearchitektur und alte Produktionsgebäude, die nicht so richtig in das Straßenbild zu passen scheinen. So auch ein Fabrikgebäude des ehemalige Landmaschinenunternehmens Philipp Mayfarth & Co. zwischen der Wächtersbacher und Orber Straße im Gewerbegebiet Mainkur in Frankfurt-Fechenheim. Hier wurden großindustriell Landmaschinen, wie Pflüge, Dreschmaschinen, Sä- und Erntemaschine, Obst- und Weinpressen sowie weitere landwirtschaftliche Geräte und Maschinen gefertigt. Gegründet 1872 in Bornheim bei Frankfurt, verdankte die Firma Ph. Mayfarth & Co. seinem Aufstieg, dem Gründer und Direktor Samuel Moser. Mit Werken in Frankfurt, Wien und Berlin sowie Niederlassungen in London, Paris, Moskau und Mailand, wurde das Unternehmen zu einem europaweit agierenden Großbetrieb, mit über 1400 Beschäftigten vor dem Ersten Weltkrieg. Als jüdischer Alleinunternehmer und Direktor, musste der Erbe und Nachfolger Leo Moser den Niedergang im Dritten Reich miterleben.
Die industrielle Produktion, als Bindeglied zwischen früher Neuzeit und Moderne, am Beispiel der Firma Mayfarth, erhält mit den Erfahrungen seiner jüdischen Direktoren noch einen weiteren sehr interessanten Aspekt der Geschichte.
Wie wurde das Landmaschinenunternehmen Ph. Mayfarth & Co. zu einem Frankfurter Großbetrieb?
Wie waren die Voraussetzungen für die Expansion z.B. nach Wien und Berlin?
Wie waren die Produktionsbedingungen für die Mitarbeiter?
Wie kam es zu der Vielzahl an Produkten, die Firma Mayfarth angeboten hat?
Was gehörte neben Handelskontoren und Fabriken in Frankfurt, Wien und Berlin alles zum Unternehmen dazu?
Wer waren die Direktoren und ihre Familien, wie erging es ihnen im Dritten Reich?
Was wurde in den beiden Weltkriegen in den jeweiligen Werken produziert?
Was wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gefertigt und wofür wurden die Gebäude genutzt?
Gibt es altes Bildmaterial über die Gebäude und deren Nutzung?
Finden sich noch Zeitzeugen, die bei der Firma Mayfarth oder später auf dem Werksgelände in Fechenheim beschäftigt waren?
Für Antworten zu diesen und weiteren Fragen rund um die Firma Mayfarth, ihren Standorten, Mitarbeitern und Produkten sowie für Hinweise, die die Historie des Unternehmens vervollständigen könnten, wäre ich sehr dankbar!

Cfp: Écrits et dépendances monastiques II: transferts d’archives, IXe–XVe siècles

Das Deutsche Historische Institut Paris, die université Paris-Sorbonne sowie die université de Lorraine (CRULH) organisieren am 1. und 2. Februar 2018 eine Tagung zum Thema »Écrits et dépendances monastiques II: transferts d’archives, IXe–XVe s.«. Vorschläge für Vorträge werden bis zum 31. Mai 2017 erbeten. Sie können in deutscher, französischer, englischer oder italienischer Sprache verfasst sein, sollten 400–500 Wörter umfassen und von einem…

Schicksale hinter Schreibmaschinen (II)

Bereits 2015 brachten wir einen Beitrag zu Schreibmaschinen. Damals ging es um solche, die berühmten Autoren gehörten. Heute widmen wir uns denen im Kino. 1916 waren Schreibmaschinen in einem ungarischen Spielfilm zu sehen. Danach erschienen sie in Büro-Romanzen. Sie sind noch immer wichtige Requisiten, doch finden wir sie heute in historischen, literarischen und biographischen Filmen….

Der Amphoriskos als antiker Vakuum-Korkenzieher?

Große Transport-Amphore mit 
aufgesetztem Amphoriskos
Keine Rechte vorbehalten, doch um die Nennung der
Quelle wird gebeten: HILTIBOLD.Blogspot.com

.

Was ist ein sogenannter Amphoriskos? An sich handelt es sich dabei lediglich um die Bezeichnung für eine kleine Amphore. Ähnlich wie im Falle des Alabastrons, so bewahrten die Menschen der Antike auch in einem Amphoriskos  gerne Salböle oder ähnlich kostspielige Flüssigkeiten auf. So weit, so gut.

Nun las ich kürzlich allerdings das äußerst interessante Buch Pompeji – Die Größte Tragödie der Antike; dort wird der Begriff Amphoriskos in einen anderen, mir bisher unbekannten Zusammenhang gebraucht. Der Autor Alberto Angela verweist nämlich auf den spanischen Archäologen Emilio Rodríguez Almeida, der bestimmten Amphoriskoi (mit relativ großen Öffnungen) einen recht erstaunlichen Verwendungszweck zuschreibt: Sie könnten als Vakuum-Korkenzieher für große Amphoren benutzt worden sein. Es heißt dazu:

„Auf den mit Korken oder Terrakotta verschlossenen Deckel wurde eine Schicht kochenden Pechs aufgebracht. Dann stülpte man die Öffnung der kleineren Amphore auf. Das Pech wurde hart, der Amphoriskos war untrennbar mit dem Amphorendeckel verbunden. Die Luft im Amphoriskos erkaltete und zog sich dadurch zusammen. Dies führte zu einem Saugeffekt, mit  dessen Hilfe man ohne große Mühe den mit Gips oder Mörtel versiegelten Amphorendeckel abheben konnte. Die Amphore wurde dabei kein bisschen beschädigt.
Bestätigt wird diese These durch den Fund von Amphoriskoi in Castrum Novum (Santa Severa), die noch Spuren von Pech tragen.“    

Eine interessante Überlegung, der man noch hinzufügen sollte, dass die Deckel von Amphoren und anderen Tongefäßen z.T. Griffe aufwiesen. Man benötigte in diesem Fall keinen ‚Korkenzieher‘.
Auch gab es Verschlüsse, die weniger als Deckel, sondern richtigerweise als Pfropfen bezeichnet werden sollten – siehe etwa hier und hier.

In der Praxis darf man sich den Vorgang des ‚Entkorkens‘ vielleicht so ähnlich vorstellen, wie meine Skizze zeigt: Der festgesaugte Amphoriskos (hier eine Variante ohne Henkel) wird ein klein wenig hin und her gedreht, um den Pfropfen zu lockern, während man gleichzeitig kräftig daran zieht. Es bleibt eigentlich nur noch die Frage: Was würde wohl Otto von Guericke dazu sagen? 😉
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Weiterführende Literatur / Quelle: