Planet History

Daily Archives: 8. Mai 2017

#irrsinn Rechtsanwalt Daniel Sebastian verschickt weiter Abmahnungen — trotz seiner Verwicklungen in den Redtube-Skandal

02.02.2014 — Rechtsanwahlt Daniel Sebastian stellte beim Landgericht Köln im Auftrag von ‘The Archive AG’ die Auskunftsersuchen gegen die Nutzer, denen illegales Streaming vorgeworfen worden war. Die Abwicklung der darauf folgenden Abmahnungen wurde dann an die Kanzlei Urmann & Collegen aus Regensburg abgegeben. Lesen Sie mehr … 13.01.2015 — Die Abmahnwelle im Redtube-Fall wegen Pornostreamings im […]

871. An Schiller

Jena, am 9. Mai 1802 Ich wünsche daß beikommender Band Sie nicht schon von einer andern Seite her heimgesucht habe, damit Sie diese gereimte Tollhausproduction zuerst als ein Curiosissimum, durch meine Hand, erhalten. So einen, auf der äußern Form des Nächstvergangenen sich herumdrehenden Wahnsinn habe ich doch noch nicht gesehen. Doch wer will ein Wort […]

Kleine Zeitung: UB Graz: Jetzt wurde aufgeräumt

  Die Abbruch- und Sanierungsmaßnahmen an der Universitätsbibliothek in Graz schreiten munter voran. Jetzt ist das Verwaltungsgebäude verschwunden. … Weitere Bilder unter http://www.kleinezeitung.at/steiermark/bildung/5204230/UniBibliothek-Graz_Jetzt-wurde-aufgeraeumt#image-webcam170426_149330133811086_v0_h

Burg Hohnstein: Pächter kündigt – Wie geht’s weiter?

Wie geht es weiter mit der sanierungsbedürftigen sächsischen Burg Hohnstein? Der Betreiber des Jugendgästehauses auf der Burg mit 160 Betten, der Naturfreunde e.V., ist seit Jahren insolvent. Der Verein hat den Pachtvertrag mit dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge nun zum 30. November 2017 gekündigt. Bis auf Haus 1, das „Filetstück“ der Burg, das die Naturfreunde mit … Burg Hohnstein: Pächter kündigt – Wie geht’s weiter? weiterlesen

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Burg Hohnstein: Pächter kündigt – Wie geht’s weiter?

Wie geht es weiter mit der sanierungsbedürftigen sächsischen Burg Hohnstein? Der Betreiber des Jugendgästehauses auf der Burg mit 160 Betten, der Naturfreunde e.V., ist seit Jahren insolvent. Der Verein hat den Pachtvertrag mit dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge nun zum 30. November 2017 gekündigt. Bis auf Haus 1, das „Filetstück“ der Burg, das die Naturfreunde mit … Burg Hohnstein: Pächter kündigt – Wie geht’s weiter? weiterlesen

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Ins Netz gegangen (8.5.)

Ins Netz gegangen am 8.5.: Das Bundesverfassungsgericht wird das Netzwerkdurchsetzungsgesetz kippen | beck-blog → marc liesching über das „meinungsfreiheitsbekämpfungsgesetzes“ aka „netzwerkdurchsetzungsgesetz“ und seine verstöße gegen verfassungstext und -prinzipien Der Professor als wütender Bürger | Tagesspiegel → Christoph David Piorkowski untersucht … Weiterlesen

Ins Netz gegangen (8.5.)

Ins Netz gegangen am 8.5.: Das Bundesverfassungsgericht wird das Netzwerkdurchsetzungsgesetz kippen | beck-blog → marc liesching über das „meinungsfreiheitsbekämpfungsgesetzes“ aka „netzwerkdurchsetzungsgesetz“ und seine verstöße gegen verfassungstext und -prinzipien Der Professor als wütender Bürger | Tagesspiegel → Christoph David Piorkowski untersucht … Weiterlesen

Ankündigung: #Bonn1648

Warum Friedenschließen so schwer ist: Der Westfälische Friedenskongress in interdisziplinärer Perspektive vom 31.08.bis 01.09.2017 in Bonn. Lesen Sie alles Wesentliche bei uns! Die Tagung greift die lange Tradition der historischen Friedensforschung im Rheinland, insbesondere in Bonn, auf. Als Kooperationspartner werden wir Sie exklusiv im Vorfeld und während der Tagung auf dem Laufenden halten. Folgende Themen Mehr »

Schloss Altenstein: Brahms und der Theaterherzog

Am 7. Mai, dem Geburtstag von Johannes Brahms, hat im Obergeschoss von Schloss Altenstein eine Gedenkstätte für den Komponisten eröffnet. Das meldet die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten. Gezeigt werden Fotos, Briefe und Druckwerke, die die Beziehungen zwischen Johannes Brahms und dem Hof des Zwergstaats Sachsen-Meiningen illustrieren. Das Schloss im thüringischen Bad Liebenstenstein war Sommerresidenz … Schloss Altenstein: Brahms und der Theaterherzog weiterlesen

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Rathaus: Die Statuen der Außenfassade

Kaiser, Heilige, eine Göttin und zwei Unbekannte. Wir begeben uns auf eine Umrundung des Hamburger Rathauses und erlangen dabei – von Nord-Ost nach Süd-Ost – manch neue Erkenntnis bezüglich dessen Geschichte und Gestaltung. Um das Rathaus herum führt Helena Berchtold Hamburg Rathausmarkt. Stehen wir auf Höhe des großen Hauptportals und heben trotz des eisigen Windes den Blick nach oben, so sehen wir dort auf der Rathausfassade eine ganze Reihe unerschütterlicher Kerle stehen, sämtlich stattlich in Pose geworfen, Schwerter und Schilde zur Hand. Seit über 100 Jahren stehen sie dort oben, wo sie einst aufgestellt wurden, um Geist und Geschichte dieser […]

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DARIAH-EU Annual Event 2017

Nachhaltigkeit war das zentrale Thema der Vorträge und der rote Faden der Diskussionen, die während des DARIAH-EU Annual Events am 26. und 27. April 2017 stattfanden. In der die konzentrierte Arbeit so wunderbar fördernden Atmosphäre des Harnack-Hauses der Max Planck Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte in Berlin trafen sich nicht nur Vertreter aller DARIAH-EU Partnerländer sondern auch […]

Tagung: Modus supplicandi – Zwischen herrschaftlicher Gnade und importunitas petentium (Wien, 18. – 19. 5. 2017)

Das Institut für Österreichische Geschichtsforschung veranstaltet am 18. und 19. Mai 2017 die von Christian Lackner und Daniel Luger organisierte Tagung „Modus supplicandi – Zwischen herrschaftlicher Gnade und importunitas petentium“ zum spätmittelalterlichen Supplikenwesen. Die…

„Die Kunst auf den Barrikaden!“ Ikonische Dynamik von der Reformation bis zur Revolution

Salon Sophie Charlotte 2017

Mit entblößtem Busen und der Trikolore in der Hand führt die Freiheit in Gestalt einer Frau das sich erhebende Volk an. Eugène Delacroix‘ Gemälde, das kurz nach der Julirevolution von 1830 entstanden ist, zählt zu den berühmtesten Ikonen, die Revolution, Rebellion und Aufstand bildlich thematisieren. Bis heute rekurrieren Protestformen auf dieses Bild der Frau mit nackter Brust, beispielsweise in der sogenannten Femen-Bewegung, bei der Aktivistinnen oben ohne demonstrieren. Die Kunsthistoriker Prof. Dr. Andreas Beyer von der Universität Basel und Prof. Dr. Michael Diers von der Humboldt-Universität Berlin diskutieren in ihrem Gespräch dieses und andere Bilder aus der Kunstgeschichte seit der Reformation, die Revolutionen und andere politische Umbrüche begleitet und vielleicht sogar ausgelöst haben.

« Les tendances actuelles de la recherche médiéviste en France » Deutsch-französisches Kolloquium und Sommerschule

Programm    Sommerschule (6.-7. Juni 2017) Domplatz 20-22, F 234 Die Sommerschule dient der inhaltlichen und sprachlichen Vorbereitung auf die Vorträge und Diskussionen des Kolloquiums. Sie kann von Münsteraner Studenten als Lehrveranstaltung belegt werden….

Happy Birthday Thomas Pynchon!

Thomas Pychon wird heute 80, und selbstredend handelt es sich bei ihm um einen Autor, der für venezianische Hausnummern (Gegen den Tag, Reinbek 2010, S.1083) genauso Aufmerksamkeit beweist wie für unverfälschtes ÖsterreicherInnentum:

‚Österreich hat hier unten in der Adria nichts verloren‘, erklärte Renata. ‚Die waren noch nie eine Seefahrernation und werden auch nie eine sein. Sie sollen in ihren Bergen bleiben und Ski fahren, Schokolade essen, Juden misshandeln oder was immer sie sonst tun. Wir haben Venedig zurückbekommen, und genauso wird auch Triest wieder uns gehören. Je mehr sie sich hier einmischen, desto sicherer und voll-ständiger wird ihre Vernichtung sein.‘ (Gegen den Tag, Reinbek 2010, S.382)

Fundstücke KW 17-18

Zwei Termintipps: Am Mittwoch, den 10. Mai widmet sich ein kostenloser Vortrag im Historischen Museum Frankfurt Krieg und Kampf der antiken eurasischen Nomaden. Und am 29.-30. Mai finden die 8. Mannheim-Heidelberger Werkstattgespräche zur Geschichte des Mittelalters statt. Russische Forscher vermuten, … Weiterlesen

Im Schatten der nationalsozialistischen „Euthanasie“? Die Karriere der elsässischen Regierungssekretärin Gertrud Erna Wolff

Ein Teil unseres Forschungsprojekts widmet sich der nationalsozialistischen Herrschaft im Elsass, die vornehmlich aus dem angrenzenden Baden durch die dortigen Landesministerien organisiert wurde. In einem Hauptseminar, das Prof. Sylvia Paleletschek und Dr. Marie Muschalek im Wintersemester 2016/17 anboten, beschäftigten sich Studierende der Universität Freiburg mit dieser Grenzgeschichte. Der folgende Beitrag ist Teil einer Reihe von

König Friedrich von Preußen bittet um Spende für die Brandopfer in Hamburg

In der Zeit vom 5. Bis 8. Mai gab es einen großen Stadtbrand in Hamburg. In den damals erschienenen Berichten ist zu lesen, dass die Nikolaikirche, die Petrikirche und die Gertrudenkapelle abgebrannt waren. Nach dem Brand wurden nur die Petrikirche und die Nikolaikirche wieder aufgebaut. Es wurden mehr als 4000 Wohnungen und Speicher zerstört und 20000 Menschen obdachlos. Weiterlesen

¡TARRACO VIVA!

Auch im Jahre 2017 findet das nun schon traditionsreiche Festival wieder statt: in seiner „XIX edició“! Dieses Jahr steht die Begegnung Roms mit einer der großen Zivilisationen des Mittelmeerraums im Mittelpunkt, und zwar unter dem Motto „Roma y Grecia. Adriano, un emperador para dos culturas”. 15. bis 28. Mai 2017 Das Ajuntament de Tarragona, Area de Cultura, … „¡TARRACO VIVA!“ weiterlesen

#archivestourism on International Archives Day 2017 (9. Juni)

Via AskArchivists International Archives Day 2017 #IAD17 is coming up! Like every year Follow An Archive and Ask Archivists organize a celebration event on Twitter on June 9. With the celebration event we join the June 9 theme ‘Archives, Citizenship and Interculturalism’ of the International Council on Archives (ICA). The theme of the annual Twitter event will be: #archivestourism. It’s about tourism in archives. Archives and tourism Tourism makes a great match with the ICA theme ‘Archives, Citizenship and Interculturalism’! Tourism also perfectly matches … #archivestourism on International Archives Day 2017 (9. Juni) weiterlesen

Soziologie als Beruf? Interview mit Lena Meyer über ihr Projekt „MehrAlsTaxifahren.de“

geführt von Andreas Schulz Eine Frage, die man als Soziologie Studierende_r oft hört: „Und was macht man später damit?“ Um mögliche Klischees aufzubrechen und Bewusstsein zu schaffen, wie Soziolog_innen sich am Arbeitsmarkt positionieren können, hast du die Blogreihe „MehrAlsTaxifahren.de“ gestartet. Eine Frage zum Einstieg, wie ist es…

International Archives Day (9. Juni 2017): “Archives, Citizenship and Interculturalism”

Via Archivliste (Bettina Joergens): Dear colleagues, please note – again – the ICA campaign for the next International Archives Day 9th June 2017. See the attached information. Please, send this message to all members of your associations via newsletters, e-mailing lists, websites, ListServ, Twitter, Facebook etc. Please, help to promote archival issues and the communication between the professional associations. You can also send us your ideas and information about your activities to the Steering Committee of SPA. Thank you for joining! Kind regards Bettina … International Archives Day (9. Juni 2017): “Archives, Citizenship and Interculturalism” weiterlesen

Klimawandel und Nahrungsmittelpreise – ein interdisziplinärer Blick zurück


J. Esper/ U. Büntgen/ S. Denzer/ P.J. Krusic/ R. Schäfer/ R. Schreg/ J. Werner: Environmental drivers of historical grain price variations in Europe.
Climate Research 72, 2017, 39–52

In der Diskussion um die Bedeutung des Klimas für die Geschichte werden sehr oft und pauschal Zusammenhänge postuliert, indem etwa „Klimaverschlechterung“ für wirtschaftliche Schwierigkeiten verantwortlich gemacht wird. Tatsächlich ist dies viel zu simpel. Die Zusammenhänge von Klima und Geschichte sind höchst komplex, da Gesellschaften unterschiedlich vulnerabel oder resilient gegen Krisen sein können. Was für die einen schlecht ist, kann für andere eher vorteilhaft sein. So sind beispielsweise die Anlage und Verteilung der Felder, aber auch Systeme der Vorratshaltung oder der Solidarität historisch-kulturell bedingte Rahmenbedingungen, die die Folgen des Klimawandels in einem gewissen Rahmen puffern können.  Problematsch sind das Zusammenwirken unterschiedlicher Faktoren sowie die Auswirkungen von Schwellenwerten aber auch die handlungsleitenden Weltbilder der Menschen. Reaktionen auf Klimawandel sind – wie heute die Trump-Administration demonstriert – nicht immer rational und möglicherweise sogar eher kontraproduktiv.
Um die Zusammenhänge zwischen Klima und Geschichte zu erfassen, bedarf es also einer Überprüfung, wie Klimawandel und historische Entwicklungen konkret zusammenhängen. Ein wichtiger Mittler dazu können Nahrungsmittelpreise sein, da sie prinzipiell Ernteschwankungen abbilden können. Solche Überlegungen waren der Anlass, für eine Studie auf Preisreihen zurück zu greifen, wie sie die Wirtschaftsgeschichte schon seit langem zusammen gestellt hat.

Roggen
(Foto: Alupus [CC BY SA 3.0] via WikimediaCommons)

Schwankungen der Getreidepreise waren ein Charakteristikum der europäischen Wirtschaftsgeschichte. Schon lange hat die Forschung daher Preisangaben für Gerste, Roggen und Weizen gesammelt. Trotzdem fehlt es an einem tieferen Verständnis der Zusammenhänge zwischen der Preisentwicklung und klimatischen oder umweltbedingten Faktoren. Immer wieder war von Historikern gewarnt worden, solche Preisserien als Ausdruck genereller Konjunkturen heranzuiziehen, da sie oft lokalen politischen Einflüssen unterworfen waren und so hochgradig regional beeinflusst sein können. Mit der Betrachtung der Preise erfassen wir dennoch einen Faktor, der sehr direkt von den Ernteerträgen und der jährlichen Witterung abhängt. Die Notwendigkeit, regionale politische Faktoren auszufiltern und langfristige Trends im Vergleich mit den klimatischen Entwicklungen zu erfassen, führt zu einer primär statistischen Analyse der Datenserie.

Korrelation historischer Getreidepreise und klimatischen Entwicklungen

Jahrringe spiegeln die klimatische Entwicklung
(Foto: R. Schreg)

Ausgangspunkt war also das Problem, die beobachtbaren Korrelationen von Umweltfaktoren und langfristigen sozialen Prozesse enger aufeinander zu beziehen. Getreidepreise erweisen sich hier als guter Proxy. Der neu erschienene Artikel nutzt historische Preisreihen aus 19 Städten aus Mittel- und Südeuropa aus dem Zeitraum vom 14. bis zum 18. Jahrhundert.  Wir haben dazu alte Sammlungen spätmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Getreidepreise digitalisiert und mit den dendrologisch gewonnenen Klimakurven abgeglichen. Mittels GIS lassen sich regionale, politisch bedingte „Anomalien“ ausfiltern.

Die darin auf einer zeitlichen Auflösung von einem Jahr bis zu mehreren Jahrzehnten erkennbare räumliche Variabilität wurde mit der Rekonstruktion der Sommertemperatur und hydroklimatischen Bedingungen verglichen, wie sie sich anhand dendrologischer Untersuchungen in Finnland ergeben. Diese Serie spiegelt sehr gut die Großwetterlagen in West-, Mittel- und Südeuropa wieder.
 

Kriege überlagern Umweltfaktoren

Direkte Korrelationen zwischen historischen Getreidepreisen und rekonstruierten Trockenheitsindices sind zwar gering; konzentriert man sich aber auf Extremereignisse ergeben sich deutliche Hinweise auf eine klimatische Beeinflussung großer Preisschwankungen. Unter Normalbedingungen sind also in der Tat politische Entwicklungen wichtiger als klimatische Einflüsse. Während ausgeprägter Trockenperioden erweisen sich Getreidepreise aber als extrem hoch und während Feuchtphasen extrem niedrig.  Die Getreidepreise in Europa sind eng mit Hungersnöten und Ernährungsengpässen verbunden, die zudem mit regionalen Sommerdürren zusammen.  Der normale Witterungsverlauf zeigt hingegen kaum eine Korrelation mit Preisen, nur größere Witterungsevents wirken sich auf Ernten und Getreidepreise aus. Zudem zeigt sich aber, dass Schwankungen der Getreidepreise durch mittelfristige Temperaturtrends beeinflusst werden.

Ein Ergebnis, das in dem Artikel besonders hervorgehoben wird: In Kriegszeiten schaft sich der Mensch so viel eigene Probleme, dass diese dann den klimabedingten Stress überlagern. Der Einfluß der Sommertemperaturen ist nach dem 30jährigen Krieg im Zeitraum von 1650 bis 1750 besonders stark. Während Kriegsperioden sind die Korrelationen zwischen den verschiedenen Regionen relativ gering, während sie danach immer wieder zunimmt. Während der Unruheperioden werden klimatische Faktoren von soziokulturellen zurück gedrängt und zeigen größere regionale Variabilität.
So zeigt sich gesellschaftlich/politische Faktoren und Umweltfaktoren komplex ineinandergreifen. In Friedenszeiten kommen Umweltfaktoren stärker zum Tragen als während Kriegen.
 

Archäologie als Mittler zwischen Historikern und Geowissenschaftlern

Auf den ersten (und wohl auch auf den zweiten) Blick hat das wenig mit Archäologie zu tun. Und dennoch war hier die Archäologie hier als Mittler zwischen Klimaforschern und Historikern ganz grundlegend. Letztlich war es nicht möglich, wie ursprünglich beabsichtigt, einen archäologischen Datensatz zur Siedlungsentwicklung mit der nötigen chronologischen Auflösung in die Überlegungen mit einzubeziehen, aber die traditionell engen Beziehungen der Archäologie sowohl zu den Natur- wie zu den Geschichtswissenschaften waren für die interdisziplinäre Verständigung außerordentlich hilfreich.
Der verfolgte methodische Ansatz hat weitere vertiefende Forschungspotentiale. Man wird nicht nur den Datensatz durch die Aufnahme weiterre Preisreihen noch ausbauen und regional differenzieren können, sondern auch versuchen können, weitere Faktoren ins Spiel zu bringen. Sind die Preisschwankungen in primär auf Getreidebau orientierten Landschaften anders als in Regionen mit stärkerer Viehwirtschaft? Lässt sich vielleicht eine Resilienz bestimmter Anbaupraktiken und Siedlungssysteme nachweisen? 
Hier kommen die historische Geographie sowie die Archäologie wieder stärker ins Spiel. Aufgrund der relativ schlechten chronologischen Auflösung, die man beispielsweise für die Datierung für Wüstungen erreichen kann, dürfte hier den räumlichen Korrelationen eine größere Bedeutung zukommen als den chronologischen.
Kurz: Schon allein das Nachdenken über Zeitreihen und langfristige Prozesse, wie es sich aus der Landschafts- und Umweltarchäologie ergibt, hat insofern einen Mehrwert, als es auch über das Fach hinaus Forschung anregen kann.

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