Planet History

Daily Archives: 17. Mai 2017

Krimskrams: Kassian, der prügelnde Heilige — Mein Kaiser, mein Herr — Fernsehprogramm à la ZDF — usw.

Kassian, der prügelnde  Heilige

Kassian von Imola war nicht nur Schulmeister, sondern dürfte auch ein echter Sympathieträger gewesen sein. Der christliche Heilige wurde, nachdem er im Zuge spätantiker Christenverfolgung seiner Religion nicht abschwören wollte, zum Tode verurteilt. Die Vollstreckung der Strafe überließ man seinen eigenen Schülern, die ihn erbost mit ihren metallenen Schreibgriffeln marterten. Kassian soll sie als Lehrer körperlich oft gezüchtigt haben …
Nun war das Verprügeln von Schülern freilich fester Bestandteil antiker Pädagogik. Allerdings dürfte es der heilige Kassian damit ordentlich übertrieben haben, wenn ihn seine Schüler deshalb gleich mit Freude abstachen. Jedenfalls würde der gute Mann heutzutage wohl nicht mehr so ohne Weiteres die Kriterien zur Heiligsprechung erfüllen. ^^

Übrigens: Der beinahe zeitgleich mit Kassian lebende Augustinus berichtete mit Abscheu und Unbehagen von seiner eigenen Erfahrungen als Schüler. Prügel wurden von den Alten zwar gelobt, meinte er, aber durch diese Erziehungsmethoden „vervielfachte man nur die Mühe und Not der Kinder Adams.“ 


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Mein Kaiser, mein Herr (Zufälle gibt es …)

Ich lausche seit ca. einer Woche dem Hörbuch Mein Kaiser, mein Herr, das vollständig auf dem gleichnamigen Roman von Siegfried Obermeier beruht. Der Leser/Hörer begleitet darin Gerold – den fiktiven illegitimen Sohn des bayerischen Herzogs Tassilo – durch sein langes, abwechslungsreiches Leben, das er vor allem im Dienste Karls des Großen verbringt. Dabei übernimmt Gerold verschiedene Aufgabe, wie die des Soldaten, des Lehrers, des Dolmetschers oder des Gesandten.
Irgendwann im Verlauf der Geschichte büxt Gerold mit seiner Geliebten Hildtrud – einer Tochter Karls des Großen – aus. Um nicht erkannt zu werden, verkleiden sich die beiden. Gerold mimt dabei einen zur Pilgerfahrt verdonnerten Händler, während Hildtrud ihr Haare schert und sich als Diener ausgibt, der  – man glaubt es kaum – den Namen Hiltibold trägt 😊.
Ein wirklich lustiger Zufall, denn ich habe mir genau diesen Namen ja ursprünglich deshalb ausgesucht, weil er vor allem in dieser Schreibweise recht selten ist.

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Fernsehprogramm à la ZDF

Hmmm, handelt es sich bei der folgenden Zusammenstellung, die einen Ausschnitt aus lediglich sechs Tagen ZDF-Programm zeigt, um ein starkes Indiz für einen veritablen Dachschaden der Verantwortlichen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens? Klick mich
Im Angesicht dieser immensen Schlagseite ist es jedenfalls kein Wunder, dass große Teile der Menschheitsgeschichte im deutschen Fernsehen nur unter ferner liefen abgehandelt werden. Freilich, der ORF ist da noch viel schlimmer! Abseits von Natur-Dokus bekommen die Fernsehmacher auf dem Küniglberg so gut wie nichts auf die Reihe. Am besten man meldet den ORF ab und spendet die eingesparten Gebühren guten Alternativmedien der eigenen Wahl.

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Forscher entdecken in österreichischem Kloster ältestes Schriftstück auf Deutsch …

… schreibt die Berliner Zeitung: Klick mich

Übrigens, am 14. Mai hat auch die Kronenzeitung in ihrer Druckausgabe dazu einen Beitrag gebracht. Da heißt es in einem Interview unter anderem:
Frage: Warum ist dieser Fund so einzigartig?
Antwort: Es handelt sich um die erste Verschriftlichung der deutschen Sprache.
Nein, richtigerweise müsste es heißen, dass es sich um die bis dato älterste entdeckte Überlieferung handelt …

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Das fetzt

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Weitere interessante Themen auf diesem Blog:

    Bericht zum DARIAH-DE Expertenseminar „Biographische Daten und ihre Analyse in der historischen Forschung“

    Am 16 und 17. März 2017 fand im Leibniz-Institut für Europäische Geschichte (IEG) in Mainz ein DARIAH-Expertenseminar statt. Dieses spezielle Format bietet die Möglichkeit, Experten aus den Digital Humanities mit solchen aus den Geistes- und Kulturwissenschaften zusammenzubringen, um DH-Tools und Methoden zu diskutieren. Die vom IEG mit dem Lehrstuhl für Medieninformatik der Universität Bamberg organisierte […]

    „Heimwärts geht es für mich nur nach Deutschland“

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    Nicht zuletzt seit dem Referendum in der Türkei am 16. April 2017 wird viel über die deutsch-türkischen Beziehungen und ebenso über die Haltung der in Deutschland lebenden Türken gesprochen. Zu seiner Befindlichkeit zwischen deutscher und türkischer Kultur hielt der Schriftsteller Feridun Zaimoglu bei der Eröffnung der Ausstellung „Immer bunter. Einwanderungsland Deutschland“ am 20. Mai 2016 folgende Rede.

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    Land der Superlative

    Was für ein Wetter! Der Frühsommer schaut bei uns vorbei. Man bekommt direkt Lust auf Urlaub. Doch warum in die Ferne schweifen? Als Urlaubsland hat zum Beispiel Mecklenburg-Vorpommern viel zu bieten. So finden Sie hier als Bestandteil der riesigen Mecklenburgischen Seenplatte die Müritz. Dies ist der größte innerdeutsche See. Rings um das 117 Quadratkilometer große […]

    2 wiss. Mitarb. (100% E13) Forschungsdatenmanagement Geisteswissenschaften & Psychologie

    Das Servicezentrum eSciences der Universität Trier und das Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt a) 1 wissenschaftl. Mitarbeiter/in (100%) im Bereich Geisteswissenschaften und b) 1 wissenschaftl. Mitarbeiter/in (100%) im Bereich Psychologie für das BMBF-geförderte Projekt „Prozessorientierte Entwicklung von Managementinstrumenten für Forschungsdaten im Lebenszyklus“ (PODMAN) Die Vergütung erfolgt nach Entgeltgruppe 13 […]

    Interview mit Thorben Albrecht über das soziale Europa im IPG-Journal

    „Die soziale Dimension zu stärken ist notwendig, um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in Europa wiederzugewinnen. Dazu muss man allerdings tatsächlich bald konkreter werden“: Im IPG-Journal ist ein lesenswertes Interview von Anja Papenfuß mit Thorben Albrecht, Staatssekretär im deutschen Bundesministerium für Arbeit und Soziales, über die jüngsten Vorschläge der Europäischen Kommission für ein soziales Europa erschienen. Hier ist es zu lesen.

    Die Sklaven von Lagos: Episode 2 – „Knochenarbeit“ Bioarchäologie

    Zurück in ihrer Heimatuniversität Coimbra untersucht die Anthropologin Dr. Maria Teresa Ferreira mit ihrem Team die vielen Knochen, die zufällig bei Bauarbeiten in Lagos gefunden wurden. Erster Schritt ist dabei die Säuberung der menschlichen Überreste von Schmutz und anderem Fremdmaterial. Anschließend müssen Tausende von Knochen vermessen und katalogisiert werden. Erst dann geht es an die eigentliche Puzzlearbeit: Welche Knochen gehören zusammen? Was sagen Sie aus über Geschlecht, Alter, aber auch über Herkunft und Lebensumstände der Menschen? Deuten Krankheitsspuren und Fehlbildungen auf harte Arbeit hin? Handelt es sich bei dem Fund um die Überreste von Sklaven? Das besondere Material liefert viele Daten und Indizien mehr, als auf dem ersten Blick zu vermuten ist.

    Vortrag zum Regensburger Archiv für Werbeforschung

    Von der Universitätsbibliothek Regensburg kamen Gabriele Gerber, Ursula Grundl und Matthias Hartmann zu uns, um vom Regensburger Archiv für Werbeforschung zu berichten. Darin findet man eine Fülle von Werbespots, unter anderem die weltweit größte öffentlich zugängliche Sammlung von Hörspots (also Werbesendungen, die im Radio gelaufen sind). Die Sammlung des Historischen Werbearchivs enthält rund 50.000 Radiospots aus den Jahren 1948 bis 1987…

    two 5-year Research Fellowships

    (any discipline represented at the University of Konstanz) and, in collaboration with the Hector Stiftung II, one 5-year Hector Pioneer Fellowship (in the STEM fields represented at the University of Konstanz) (Salary Scale TV-L 14)

    The University of Konstanz, with its “Institutional Strategy to promote Top-Level Research,” has been receiving continuous funding since 2007 within the framework of the Excellence Initiative by the German Federal and State Governments. The Zukunftskolleg is a central scientific institution of the University of Konstanz for the promotion of young researchers in the natural sciences, humanities and social sciences, and is an integral component of the institutional strategy “Model Konstanz — Towards a Culture of Creativity.” The Zukunftskolleg forms a platform for interdisciplinary discourse between distinguished researchers in Germany and abroad, and provides them with resources for obtaining extramural funding. The Zukunftskolleg of the University of Konstanz offers
    two 5-year Research Fellowships (any discipline represented at the University of Konstanz) and, in collaboration with the Hector Stiftung II, one 5-year Hector Pioneer Fellowship (in the STEM fields represented at the University of Konstanz) (Salary Scale TV-L 14)
    to develop and implement individual research projects. The Fellowships will begin on February 1, 2018, and end on January 31, 2023. The Hector Pioneer Fellowship is offered by the Zukunftskolleg in collaboration with the Hector Stiftung II and is dedicated to extraordinary post-doctoral researchers in STEM (Science, Technology, Engineering, Mathematics) fields. The candidates research ideally links up to the universitys focus areas: „Chemical Biology and Ecology“, „Molecular Nanotechnology and Materials Science“, and „Decision Sciences“ amongst others. Interdisciplinary and innovative projects are expressly welcome. The Zukunftskolleg provides a professional infrastructure and an appropriate workplace for conducting research. Fellows have the opportunity to benefit from a variety of career development measures, including the University of Konstanz’s Academic Staff Development and Research Support offices. Fellows may nominate recognized experts in their field of research as senior Fellows, who will be invited to Konstanz for a research stay of one to nine months. Each 5-year Fellow receives Start-up Funding and a Research Allowance. Furthermore, a pool is available for funding cooperative projects, research assistants, travel, and equipment purchases. Each Fellow is a member of both a university department and the Zukunftskolleg. These Fellowships are available to researchers characterized by a strong and creative mind, an ability to think and communicate beyond their own disciplines, regardless of their nationality. Applicant Requirements for this Fellowship include:

    Candidates must be in possession of a doctoral degree (PhD thesis submitted and defended) and have acquired five years of postdoctoral research experience at most.
    Candidates must not hold an academic permanent position, a professorship, or have a habilitation or equivalent (Venia legendi).
    Candidates must have applied for a research group grant of at least 50,000 € or an equivalent amount of funding. This external grant should be used for their research while at the Zukunftskolleg, and should be obtained in a competitive process. A Fellowship offer is conditional on the approval of the external grant application. Candidates with their own position funded by another program, which can be transferred to Konstanz, are also eligible.
    Applicants must propose a research project that ties in with a discipline represented at the University of Konstanz. Applicants should contact potential mentors (Local Hosts) among the researchers at the University of Konstanz in order to ensure appropriate affiliation. Support from the department strengthens the application. For the Hector Pioneer Fellowship: Applicants must propose a research project that ties in with one of the STEM disciplines and ideally with one of the academic focus areas of the University of Konstanz.

    All these requirements have to be fulfilled at the application deadline (June 13, 2017). Fellows have an opportunity to teach. They are expected to participate actively in the regular weekly meetings of the Zukunftskolleg and to have their place of residence in Konstanz and the surroundings. Fellows are selected on the basis of their academic excellence, the quality and topicality of their research project outline, personal aptitude with regard to leadership and team skills. International experience in teaching or research, and a strong interest in interdisciplinary topics are desirable. Applications are evaluated in a three-stage process: 1. Eligibility check and pre-selection based on the written application; 2. Further selection based on independent peer reviews; 3. Personal assessment of the remaining candidates by the Recruitment Committee in the interdisciplinary Workshop on Future Research Directions, to be held at the University of Konstanz in November 2017. Candidates will be informed of the final decision one week after the workshop. More information on the Zukunftskolleg and current Fellows, as well as a special section devoted to the application and selection process (online application process, required documents, guidelines on eligibility, evaluation criteria, the timeline and the stages of the selection process) are available on our website at: https://www.uni-konstanz.de/zukunftskolleg/ . The University of Konstanz encourages applications from people with a disability. They will be given preference if appropriately qualified (contact +497531/88–4016). The University of Konstanz is an equal opportunity employer that tries to increase the number of women in research and teaching. The University of Konstanz is committed to further the compatibility of work and family life. The University of Konstanz offers a „Dual Career Couples Program“. Information can be obtained from: http://www.uni-konstanz.de/dcc . All applications and supporting materials must be submitted in English via the Online Application Platform including reference number 2017/052 at: www.zukunftskolleg.uni-konstanz.de/online-application . The required documents include a completed application form, a letter of motivation, research proposal, curriculum vitae, a writing sample, and two letters of reference. The deadline for applications is June 13, 2017, 11:00 am (Konstanz time). Contact: Anda Lohan, e-mail: a.lohan@uni-konstanz.de , Management Team, e-mail: zukunftskolleg-application@uni-konstanz.de

    Ein Stolperstein für die Forschung

    Am Wochenend gab es auch eine Führung zu den Stolpersteinen in der Neckarstadt West. Schulabbruch, Arbeitslosigkeit und Landstreichertum, danach Eintritt in die französische Fremdenlegion und Anwerbung durch den französischen Geheimdienst für Spionagetätigkeiten gegen die Nationalsozialisten. Was hier wie die schlagpunktartige Geschichte einer der unzähligen Agentenfilme über den Zweiten Weltkrieg klingt, spielte sich tatsächlich und nahe…

    Bauzäune auf!

    Im Rahmen des Tages der Städtebauförderung öffnete das Marchivum letzte Woche schon einmal seine Tore – auch wenn diese noch mit grauer Folie abgeklebt sind – um die Baustelle der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bei fast durchgehend strahlendem Sonnenschein wurde das Angebot sehr gut angenommen – 250 Besucher fanden den Weg zum Marchivum. Es war…