Planet History

Daily Archives: 19. Juni 2017

19.6.1917 Papierkrieg

Ein Unglückstag. 3 blühende Menschenleben zerfetzt. Der Papierkrieg. Trotz “Ruhe” an der Front – Tag und Nacht auf den Beinen. Die Widerwärtigkeiten des Kapitels “Urlaub”. Ein Anschnauzer auf dem Gefechtsstande des Bataillons. Der heutige Tag ist ein Unglückstag für uns — und meine Ansicht, dass es vorn wie hinten dasselbe sei, muss ich revidieren. Wie […]

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Spiegel online: Empfehlungen durch Algorithmen. Ein Horizont, so weit die Daten reichen

Filme, Musik, Bücher: Seit Jahren verlagern wir unseren Kulturkonsum immer weiter ins Netz und folgen algorithmisch erstellten Empfehlungen. Schränken wir damit unsere Entscheidungsfreiheit und unseren Horizont ein? … Der Artikel unter http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/algorithmen-empfehlen-kunst-ein-horizont-soweit-die-daten-reichen-a-1152288.html

Bildarchiv Foto Marburg sucht Kulturinformatiker/in (Vollzeit, E13 TV-H)

via Regine Stein, Bildarchiv Foto Marburg Am Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg ist für das in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München im Rahmen des Akademienprogramms betriebene und von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften betreute „Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland“ (deckenmalerei.badw.de) zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle einer/eines Kulturinformatiker/in (Vollzeit, E13 TV-H, zunächst […]

Bremen 1987

Veröffentlicht am 19. Juni 2017

Bremen im Wahlkampf 1987. Winter. Kohl gegen Rau. Ein bisschen wie heute – keine große politische Show und wohl schon früh entschieden. Die CDU plakatierte „Der Kanzler kommt“. Kohl mit Brille und Blick in die Zukunft. Es muss wenige Wochen vor der Wahl gewesen sein als er seinen Auftritt unter den Betonstreben der Bremer Stadthalle absolvierte. Westdeutsche Moderne.

Art Déco in Lauf a.d. Pegnitz

Aus einem Auktionshaus in Münster konnten wir in den letzten Wochen diese Vase aus der Manufaktur von Fritz Krug in Lauf erwerben, die mit Ihrer wundervollen Art Deco-Aufglasubemalung von der noch wenig erschlossenen Produktion der Porzellan- und Terrakottenfabrik in Lauf erzählt. Gegründet hat Krug sein Unternehme 1870 in München, der Betrieb war in Ludwigsfeld bei Moosach beheimatet, wo der Schwerpunkt der Produktion auf dem Gebiet der Grabstein- und Heiligenplastik lag. 1901 eröffnete Fritz Krug sein werk in Lauf links der Pegnitz nahe der Waldstraße in wirtschaftlich günstiger Lage nahe des Bahnhofs. Hier wandte man sich einem vielseitigem Figuren- und Luxusartikelprogramm […]

Buchvorstellung: Ausgegrenzt! Warum? Zwangssterilisierte und Geschädigte der NS-›Euthanasie‹ in der Bundesrepublik Deutschland

Wann: 20.6.2017, 19.00

Wo: Dokumentationszentrum Topogaphie des Terrors, Berlin

 

Die Geschichte der Menschen, die im Nationalsozialismus zwangssterilisiert wurden oder deren Angehörige den Patientenmorden zum Opfer fielen, wurde nach 1945 relativ konsequent verdrängt: Anträgen auf Entschädigungen wurde nicht entsprochen, weil die Opfergruppe nicht in das Bundesentschädigungsgesetz aufgenommen wurde, Zwangssterilisation oft nicht als Verbrechen gewertet und generell hing über den Thema ein Tabu. Dass sich 1987 der Bund der „Euthanasie“-Geschädigten und Zwangssterilisierten e.V. gründete, bedeutete demzufolge auch, dass sich erstmals seit 1933 Betroffene und Angehörige austauschen konnten. Auch wenn sich der Verein 2009 auflöste, so existiert er als Arbeitsgemeinschaft weiter und kämpft immer noch um Entschädigungen und Anerkennung. Im Jahr 2003 produzierte der Verein die Wanderausstellung Lebensunwert – Zerstörte Leben und gab 2006 das Buch unter gleichem Titel heraus (Verlag).

 

Die Herausgeberin der neuen Publikation Margret Hamm wird das Buch in der Topographie des Terrors vorstellen. Man darf in diesem Zusammenhang auch gespannt sein, ob das Thema der Namensnennung von Opfern aufgebracht werden wird. Die Arbeitsgemeinschaft positionierte sich in letzter Zeit immer wieder gegen die öffentliche Nennung mit der Begründung, dass die Opfer nicht gefragt werden könnten und dass dies nach den Jahrzehnten der Verdrängung eine Art überholter Aktionismus sei. Verweisen sei hier auf einen Brief der AG vom März des Jahres an die Ministerin für Justiz, Kultur und Europa in Schleswig-Holstein, der sich gegen die Nennung der Namen der aus der Anstalt Neustadt deportierten Patienten wandte.

 

 

Publier à l’ère numérique | Publizieren im digitalen Zeitalter

Centre Marc Bloch Berlin: Table ronde | Podiumsdiskussion
Mareike König, Herbert Grütter, Denis Eckert, Laurent Romary

La notion de publication numérique est encore aujourd’hui pour beaucoup soit une contradiction dans les termes soit un repoussoir: publier en ligne revient encore souvent à publier au rabais. Pourtant, la publication numérique se développe depuis plusieurs décennies et est devenue, autant dans les pratiques de lecture que dans les pratiques de recherches en sciences humaines et sociales, un espace de communication à part entière. Celui-ci abrite des matériaux aussi divers et complexes que des éditions de sources primaires,  des  bases  de  données, des plateformes de publication d’ouvrages ou des journaux en lignes, qu’il est possible de mettre aisément en relation les uns avec les autres. Cette structure de circulation dans l’espace de publication numérique est porteuse d’un potentiel fascinant, qui se heurte cependant, même si ce n’est que symboliquement, à certaines pratiques juridiques, sociales ou scientifiques.
Der Begriff “digitale Publikation” klingt für viele noch widersprüchlich, oder er schreckt einfach ab. Online-Veröffentlichungen gelten noch oft als minderwertige Publikationen. Dennoch entwickelt sich das digitale Publizieren seit mehreren Jahrzehnten, ja es ist sowohl in den Lese- als auch in der Forschungspraxis in den Geistes- und Sozialwissenschaften ein ein entscheidender, eigenständiger Kommunikationsraum geworden. Dort sind so unterschiedliche Materialien zu finden wie Editionen von Primärquellen, Datenbanken, Bücherplattformen, Zeitschriften, die leicht mit einander in Verbindung gesetzt werden können.  Diese Zirkulationsstruktur im Publikationsraum birgt ein faszinierendes Potential, das dennoch – wenn auch nur symbolisch – an juristischen, sozialen oder wissenschaftlichen Grenzen stößt.

Fundstücke KW 24

Das Blog der LWL-Archäologie berichtet über die siedlungshistorisch sehr interessanten Ergebnisse der Notgrabungen bei Scharmede. Gleich zwei ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger wurde an Christi Himmelfahrt in Mecklenburg-Vorpommern fündig und entdeckten wikingerzeitliche Schmuckstücke, wie das Blog Bodendenkmalpfleger meldet. Am Freitag, den 24. Juni … Weiterlesen

Städte des Weltkulturerbes. 15 Schätze Spaniens – Toledo

Im Rahmen der Vorlesungsreihe, die Toletum dieses Sommersemester gemeinsam mit dem Instituto Cervantes über „Städte des Weltkulturerbes. 15 Schätze Spaniens“ veranstaltet, spricht diese Woche Dr. Jorge Morín de Pablos (AUDEMA Madrid) über: Toledo – Un puente sobre el Tajo: „En la Antigüedad Tardía la urbe se dotó de un cinturón de murallas que se alzaban sobre los rodaderos y … „Städte des Weltkulturerbes. 15 Schätze Spaniens – Toledo“ weiterlesen

Polizei zwischen Hilfsbereitschaft und Misstrauen. Empathische und rechtspopulistische Argumentationsstrukturen in Interviews mit österreichischen Polizeibeamten

verfasst von Jana Berg Immer wieder wird Rassismus in der österreichischen Polizei kritisiert (vgl. Amnesty International 2009) und die tendenzielle Zunahme von Rassismus und Antisemitismus in Europa (vgl. European Union Agency for Fundamental Rights 2013) und speziell Österreich (vgl. Kantor Center 2015: 6, 73) festgestellt, was sich…

Rezension | Hellmut Lorenz/Anna Mader-Kratky (Hg.): Die Wiener Hofburg 1705–1835

Hellmut Lorenz/Anna Mader-Kratky (Hg.): Die Wiener Hofburg 1705–1835. Die kaiserliche Residenz vom Barock bis zum Klassizismus (Veröffentlichungen zur Bau- und Funktionsgeschichte der Wiener Hofburg 3, Veröffentlichungen zur Kunstgeschichte 14, Denkschriften der philosophisch-historischen Klasse 445), Wien: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 2016, 628 S., zahlreiche Farbabb., ISBN: 978-3-7001-7843-9. Renate Schreiber (Wien) Der vorliegende Band ergänzt die kunstgeschichtliche Reihe zur Wiener Hofburg für die Jahre 1705–1835. Auch diesmal befassen sich die AutorInnen (neben den HerausgeberInnen noch Christian Benedik, Jörg Garms, Lieselotte Hanzl-Wachter, Petra Kalousek, Herbert Karner, Jochen Martz, […]

Hörbares: Burgen — Mittelalter-Darsteller im Interview — Der Golem — Wie die Götter auf die Welt kamen

Burgen – Schutz und Hut des Landes | Spieldauer 24 Minuten | BR/ARD | Stream & Info | Direkter Download
Mittelalter-Darsteller Andrea und Norbert Sturm erzählen von ihrem Hobby | Spieldauer 31 Minuten | BR/ARD | Stream & Info | Direkter Download
Archäologie des Glaubens: Wie die Götter auf die Welt kamen | Spieldauer 28 Minuten | ARD/SWR | Stream & Info | Direkter Download
Der Golem – Erschaffen aus Lehm und Sprache | Spieldauer 24 Minuten | BR/ARD | Stream & Info | Direkter Download
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Denkmalpflege in den neuen Landesregierungen NRW und S-H

verändert nach
Wikimedia Commons
Der Koalitionsvertrag zwischen CDU und FDP für Nordrhein-Westfalen 2017-2022 erklärt zum Denkmalschutz:

Denkmalpflege

Wir bekennen uns zu der in der Landesverfassung verankerten Verantwortung für den Erhalt der Denkmäler des Landes. Gemeinsam mit dem vorhandenen ehrenamtlichen Engagement in der Denkmalpflege wollen wir das archäologische und baukulturelle Erbe des Landes für künftige Generationen erhalten. Dazu werden wir unter anderem die Fördermittel für die Baudenkmalpflege wieder auf jährlich rund 12 Millionen Euro anheben.

 und

Erhalt und Pflege unseres kulturellen Erbes

Der Erhalt unseres kulturellen Erbes, seine Restaurierung, Bewahrung und kontinuierliche wissenschaftliche Bearbeitung sind ebenso zu fördern wie die Pflege immaterieller Überlieferungen, von Mundarten wie dem gefährdeten Niederdeutsch, von Brauchtümern und Traditionen. In diesem Sinne werden wir Kultur und Denkmalpflege gleichermaßen fördern und den Ausstieg des Landes aus der Denkmalpflege rückgängig machen. Wir werden die Mittel zum kulturellen Substanzerhalt erhöhen und den Erhalt und die Pflege immaterieller Kulturgüter durch unterschiedliche Institutionen und Verbände unterstützen.
Landesgeschichte und Landesidentität gehören untrennbar zusammen. Aus diesem Grund soll die Idee eines „Hauses der Geschichte Nordrhein-Westfalens“ in unmittelbarer Nähe zum Landtag aufgegriffen werden. Experten aus Universitäten, Instituten, Museen und Publizistik, Landtag und Landesregierung sollen dazu ein unabhängiges und überparteiliches Konzept entwickeln.

Vor etwa 4 Jahren war es in NRW unter der rot-grünen Regierung zu massiven Kürzungen in der Denkmalpflege gekommen, die durch öffentlichen Druck und eine Petition zumindest abgemildert werden konnten (vergl. Archaeologik unter dem Label Nordrhein-Westfalen – Finanzkürzungen).  Der Koalitionsvertrag bezieht sich ausdrücklich darauf und versucht die Schäden auszugleichen.
(via WikimediaCommons)
In Schleswig-Holstein hat die Denkmalpflege im Koalitionsvertrag einen deutlich anderen Stellenwert. Hier werden vor allem Einzelprojekte angesprochen, während ein klares Bekenntnis zum Denkmalschutz fehlt. Die Ankündigung einer Novellierung des Denkmalschutzgesetzes thematisiert lediglich eine Stärkung der Eigentümerrechte.

Umsetzung kulturpolitischer Projekte

Die Koalition bekennt sich zur Weiterentwicklung der wichtigen Projekte der Kulturinfrastruktur: (…) die Umsetzung der Modernisierung der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf (einschließlich der Errichtung eines Ausstellungs- und Eingangsgebäudes im Freilichtmuseum in Molfsee und der Umsetzung des Masterplans auf der Museumsinsel Gottorf), die Schaffung von Rahmenbedingungen, um das Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie in die Leibniz Gemeinschaft zu überführen, (…).

 sowie

Weltkulturerbe Danewerk und Haithabu
Unser Ziel ist die Anerkennung des Danewerks und Haithabu als Weltkulturerbe. Für die dafür notwendige Sicherung der Waldemarsmauer wird das Land Mittel bereitstellen.

Im Kontext des Küstenschutzes wird noch konkret die Stadt Lauenburg angesprochen:

Wir gewährleisten die langfristige und nachhaltige Sicherheit vor Sturmfluten und Küstenabbrüchen an den Küsten von Nord- und Ostsee sowie vor Hochwasser und Starkniederschlägen in den Einzugsgebieten Schleswig-Holsteins. Wir werden das Risikobewusstsein für Gefahren durch Sturmfluten und Binnenhochwasser in den betroffenen Regionen stärken. Dabei werden wir die Wasser- und Bodenverbände in die bevorstehenden Herausforderungen der Zukunft einbinden.

Angesichts erhöhter Hochwasserrisiken werden wir die Kostenübernahme des Landes für die Hochwassergebiete der Stadt Lauenburg aufgrund ihres hohen Denkmalschutzwertes zu 90 Prozent umsetzen.

Generell findet sich zur Denkmalpflege eine Ankündigung der Novellierung des Denkmalschutzgesetzes, zu der lediglich vermerkt wird:

Denkmalschutz
Wir werden das Denkmalschutzgesetz und dessen Anwendung evaluieren und gegebenenfalls novellieren. Wir werden sorgfältig darauf achten, dass Eigentümerinnen und Eigentümer von Denkmalen bei deren Erhalt unterstützt werden.
Insbesondere werden wir sicherstellen, dass sie schnell über die Eintragung in die Denkmalliste informiert werden und vor Investitionsentscheidungen eine verbindliche Auskunft der Denkmalschutzbehörde verlangen können sowie klare und verlässliche Rahmenbedingungen seitens der Denkmalschutzbehörden erhalten.

2012 hatten CDU und FDP versucht, das Denkmalschutzgesetz in Schleswig-Holstein zugunsten wirtschaftlicher Interessen auszuhöhlen – woraufhin der Koalitionsvertrag der vorigen Regierung aus SPD, Grünen und SSW eine Novellierung angekündigt hatte (Schleswig-Holstein: Koalitionsvertrag sieht Novellierung des Denkmalschutzgesetzes vor) und Ende 2014 auch eine Novellierung umgesetzt wurde. Das Bekenntnis zum Denkmalschutz im neuen Koalitionsvertrag ist bestenfalls lauwarm.