Planet History

Daily Archives: 2. August 2017

3.8.1917 Unternehmen „Zähringen“

Unternehmen “Zähringen” – ein voller Erfolg. Erneuter Papierkrieg. Zwei Sonderkapitel: “Verpflegung” und “Reklamation”. Der Krieg sorgt auch für Humor. Doch, wer wirklich im Dreck saß, hält den Schnabel. Nach dem Kriege – Krieg dem Kriege. Das von uns am 29.7. veranstaltete Unternehmen “Zähringen” hat vollen Erfolg gebracht. Die feindlichen Stellungen wurden auf 2km Breite und […]

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Wem gehören Grabungsunterlagen? (II)

Update zu: https://archivalia.hypotheses.org/63967 In der Causa des Archäologen Sennhauser macht mich Josef Pauser freundlicherweise auf einen NZZ-Artikel aufmerksam: https://www.nzz.ch/schweiz/konflikt-um-mittelalter-dokumente-schwerwiegende-behinderungen-der-forschung-ld.1308859 „Die Eidgenössische Stiftungsaufsicht lässt die Stiftung gewähren: Sie hat weder einen Termin gesetzt noch die Einsetzung eines Sachwalters angedroht. Die Stiftung … Weiterlesen

orf: Nachlass von Karl Böhm nun (via UB Salzburg) zugänglich

Der Nachlass des Festspieldirigenten Karl Böhm wurde in Zusammenarbeit mit der Salzburger Universitätsbibliothek gesichtet und geordnet. Ab sofort ist die Sammlung dort für Forscher und alle Interessierten zugänglich. … Beitrag dazu mit Video (Salzburg heute, Mi, 02.08.2017 19.00 Uhr) http://tvthek.orf.at/profile/Salzburg-heute/70019/Salzburg-heute/13940429/Nachlass-von-Karl-Boehm/14104300

Aton-Museum in el-Minya befindet sich in der letzten Bauphase

In der Nähe von Echnatons Hauptstadt entsteht zur Zeit ein neues Museum, in dem hauptsächlich Objekte aus der Amarna-Zeit ausgestellt werden sollen. Das Projekt befindet sich nun in der dritten und letzten Phase, nachdem die Eröffnung schon viele Jahre hinter dem Zeitplan steht. Zur Zeit befindet sich der Aufbau der ersten Halle in den letzten […]

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Der Ministerialrat Herbert Kraft und das französische Auto. Verwaltungspraxis in Karlsruhe und Straßburg zwischen „totalem Krieg“ und profaner Klüngelei

Im Frühjahr 1933 ins Amt gekommen war Herbert Kraft (1886–1946) als Ministerialrat und Abteilungsleiter für Höhere Schulen im badischen Kultusministerium mit weitgehenden gestalterischen Befugnissen beim Umbau der Landesschulverwaltung nach nationalsozialistischen Vorstellungen ausgestattet. Kraft hatte vor der Machtübernahme für die NSDAP im Badischen Landtag gesessen und von dort den demokratischen Staat, von dem er als Gymnasiallehrer

Stellenausschreibung: Bibliothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte sucht wissenschaftliche_n Mitarbeiter_in!

Das Zentralinstitut für Kunstgeschichte (ZI) (www.zikg.eu) ist ein außeruniversitäres Forschungsinstitut im Ressort des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Seine Bibliothek mit ihren ca. 600.000 Bänden gehört zu den weltweit führenden kunsthistorischen Spezialbibliotheken. Sie ist Teil des … Weiterlesen

Stellenausschreibung: Bibliothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte sucht wissenschaftliche_n Mitarbeiter_in!

Das Zentralinstitut für Kunstgeschichte (ZI) (www.zikg.eu) ist ein außeruniversitäres Forschungsinstitut im Ressort des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Seine Bibliothek mit ihren ca. 600.000 Bänden gehört zu den weltweit führenden kunsthistorischen Spezialbibliotheken. Sie ist Teil des … Weiterlesen

Stellenausschreibung TU Darmstadt

In dem Projekt Humanist Computer Interaction auf dem Prüfstand (im Rahmen der BMBF-Fördermaßnahme VIP+: Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung) ist vorbehaltlich der Mittelzuweisung zum 1.10.2017 die Stelle für eine/einen Wiss. Mitarbeiterin/Mitarbeiter in einem zunächst auf 3 Jahre befristeten Arbeitsverhältnis zu besetzen. Ziel des Projekts ist die Validierung geisteswissenschaftlicher Nutzungsformen virtueller Forschungsumgebungen mit […]

„Reformation im Internet“ – 23 Geschichten zur St.Galler Reformation

Anhand von Originaldokumenten aus Stadtarchiv und Vadianischer Sammlung der Ortsbürgergemeinde werden Menschen aus der Zeit der Reformation vorgestellt und Ereignisse in deren Zusammenhang erklärt. Alle 23 Texte beginnen mit einem abgebildeten Auszug aus einer Originalquelle und einer buchstabengetreuen Umschrift. Darauf folgt eine Übersetzung in heutiges Deutsch, eine Erläuterung zum spezifischen Fall sowie eine Interpretation.

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Verhaltenskodex für Archiv-Verwaltungen

Der VdA fordert seine Mitglieder und andere interessierte LeserInnen auf, sich bis zum 14. August an der Diskussion zum geplanten EU-Verhaltenskodex für Archiv-Verwaltungen zu beteiligen. Auf europäischer Ebene soll gemäß Artikel 40 der Datenschutzgrundverordnung ein Verhaltenskodex für Archiv-Verwaltungen verabschiedet werden. Dabei stehen der freie Verkehr personenbezogener Daten und deren Schutz im Mittelpunkt. In allen Mitgliedsländern … Verhaltenskodex für Archiv-Verwaltungen weiterlesen

49. Ständige Ägyptologenkonferenz (SÄK) in Göttingen, 14.-16. Juli 2017

Ein Beitrag von Victoria Altmann-Wendling.

Vom 14. bis 16. Juli 2017 fand an der Georg-August-Universität zu Göttingen die diesjährige, 49. Ständige Ägyptologenkonferenz statt. Sie trug gemäß der Ausrichtung des dortigen Seminars für Ägyptologie und Koptologie, dessen Gründung dieses Jahr sein 150. Jubiläum feiert, den Titel „‚Steininschrift und Bibelwort‘ – Religiöse Texte aus Ägypten in ihrem kulturellen Umfeld“. Das Zitat, das aus dem Titel eines Werks Heinrich Brugschs, dem Begründer des Lehrstuhls, stammt, verweist auf das breite Spektrum der Vorträge, das neben klassisch ägyptischen Texten auch zahlreiche christliche sowie rezeptionsgeschichtliche Themen umfasste.
 
Den Anfang der im Zentralen Hörsaalgebäude stattfindenden Veranstaltung machten jedoch traditionsgemäß zahlreiche Begrüßungsredner, unter denen besonders seine Exzellenz Bischof Anba Damian, dem Diözesenbischof von Norddeutschland als Vertreter der Koptisch-Orthodoxen Kirche einen bleibenden Eindruck hinterließ. In seiner Rede plädierte er eindringlich für ein friedliches Miteinander von Christen und Muslimen, nicht nur, aber speziell in Ägypten, in dem dieses Jahr bereits mehrfach koptische Christen dem islamischen Terror zum Opfer gefallen sind. Zudem betonte er die große Bedeutung der ägyptologischen Forschung für das moderne ägyptische Volk, dessen Geschichte damit erforscht und auf eine zeitlich weit zurückreichende Basis gestellt werde, wofür er sich mit warmen Worten stellvertretend bei den anwesenden Ägyptologen bedankte.
 
Die Berichte aus den Institutionen wurden diesmal in fester Form mittels kleiner Kurzvorträge vorgestellt, was jedoch die Redezeit – bis auf einige Ausnahmen – nicht verkürzte und so ein paar Stunden in Anspruch nahm. Das tat dem anschließenden Empfang im selben Gebäude jedoch keinen Abbruch. Manche ließen den Tag später bei einem doch überraschend großen Schnitzel ausklingen (Abb. 1).
 
Abb. 1: Schnitzel in einer der gemütlichen Kneipen der Göttinger Altstadt (Foto: S. Gerhards).
 
Der Samstag begann am Vormittag mit einigen Key-Note-Sprechern, deren Themen von den Pyramidentexten (Antonio J. Morales) über hieratische religiöse Texte (Joachim F. Quack) bis hin zu christlichen und islamischen Texten reichten. Dabei standen insbesondere Fragen der Überlieferung und der Rezeption im Fokus. Morales betonte, dass der monumentalisierten Aufzeichnung der Pyramidentexte bereits eine lange Phase der oralen Überlieferung sowie der Kanonisierung auf anderen Schriftträgern (Stelen, Papyri) vorausgehe. Quack zeigte, dass nur wenige nicht-funeräre religiöse Texte aus Siedlungen bekannt sind, was jedoch auch auf Erhaltungszufällen beruhen kann und es daher schwer sei, Aussagen zur Entwicklung und Überlieferung dieser Texte und damit zu einer historischen Geistesgeschichte zu treffen.
 
Am Nachmittag begann das in zwei Sektionen aufgeteilte Programm, wobei sich ein Teil klassisch ägyptischen Texten widmete, während die zweite Sektion entweder biblische Texte oder Rezeptionsgeschichte wie etwa im Rahmen der Freimaurerei (Florian Ebeling) behandelte; ein weiterer interessanter Beitrag war der Vortrag des Ägyptologen und Wissenschaftshistorikers Thomas Gertzen, der über „Judentum und Konfession in der Geschichte der deutschsprachigen Ägyptologie“ referierte.
 
Abb. 2: Vortrag von Victoria Altmann-Wendling (Foto: S. Gerhards).
 
Für das Graduiertenkolleg ist mein eigener Vortrag zu nennen, der die „Metaphorik und Symbolik des Mondes in den religiösen Texten des griechisch-römischen Ägyptens“ behandelte (Abb. 2). Darin stellte ich einerseits die als theoretischer Hintergrund dienende Metapherntheorie vor und präsentierte andererseits ausgewählte Beispiele für die in meiner Dissertation herausgearbeiteten Konzepte vom Mond. Wie erwartet erhielt ich u.a. Rückmeldung von der Jun.-Prof. des Göttinger Instituts, Camilla Di Biase-Dyson, die sich selbst in zahlreichen Arbeiten mit dem Metaphernbegriff auseinandergesetzt hat (Fn. 1). Sie wies mich darauf hin, nicht nur die unterschiedlichen Personifikationen und Epitheta des Mondes als Metaphern aufzufassen, sondern auch in den übrigen Verbformen nach metaphorischen Ausdrücken zu suchen.
 
Bevor der Festvortrag begann, war noch ein wenig Zeit, sich die schöne kleine Stadt Göttingen anzusehen, neben Fachwerk-, aber auch Jugendstilhäusern durfte natürlich der berühmte Gänseliesel-Brunnen nicht fehlen (Abb. 3-4)!
 

Abb. 3: Jugendstiltür in Göttingen (Foto: A. Rickert).

Abb. 4: Victoria Altmann-Wendling vor dem Gänseliesel-Brunnen (Foto: A. Rickert).

 
Der Festvortrag der Historikerin Suzanne L. Marchand von der Louisiana State University, der in der Aula am Wilhelmsplatz stattfand (Abb. 5) trug den Titel „Herodot und die ägyptischen Priester: Eine Rezeptionsgeschichte“. Dabei begab sich Marchand auf eine wissenschaftshistorische Spurensuche zur Wahrnehmung und Einordnung Herodots Ägyptenbeschreibungen in der frühen Neuzeit und Moderne. Sie kam zu den Schluss, dass seine „Beobachtungen“ in Bezug auf die ägyptischen Priester als falsch abgelehnt, aber auch als richtig gefeiert wurden, je nach politischer Ausrichtung oder Aussage, die von einem Forschenden in einem bestimmten Kontext betont werden sollte. Eine generelle Ablehnung Herodots Beschreibungen konnte nicht nachgewiesen werden.
 
Abb. 5: Suzanne Marchand in der Aula der Universität Göttingen (Foto: S. Gerhards).
 
Bei Klavierklängen des Pianisten Stanislav Boianov und dem französischen Buffet konnte im Festsaal der Alten Mensa auch dieser Tag seinen gebührenden Abschluss finden.
 
Am Sonntag fanden wie üblich die Berichte aus archäologischen und anderen Forschungseinrichtungen ihren Platz. Neu war jedoch ein Vortrag der DFG, den Christoph Kümmel und Dietrich Raue bestritten, in dem sie über Ziele, Abläufe und Möglichkeiten des DFG-Fachkollegiums „Alte Kulturen“ informierten. Dabei ermunterten sie insbesondere die Wissenschaftler unter 40, einen eigenen Antrag zu wagen.
 
Abschließend wurde der Ort der nächsten SÄK bekannt gegeben: Sie findet vom 13.-15. Juli 2018 in Münster zum Thema „Kulturen in Kontakt. Altägypten und seine Nachbarn“ statt.


Fußnote:
[1] Z.B. C. Di Biase-Dyson, Metaphor, in: J. Stauder-Porchet/A. Stauder/W. Wendrich (Hrsg.), UCLA Encyclopedia of Egyptology, Los Angeles 2017 (https://escholarship.org/uc/item/4z62d3nn); C. Di Biase-Dyson, Wege und Abwege: zu den Metaphern in der ramessidischen Weisheitsliteratur, in: ZÄS 143, 2016, 22-33. 

Deutsches Zentrum Kulturgutverluste fördert 22 weitere Projekte der Provenienzforschung

https://www.kulturgutverluste.de/Content/02_Aktuelles/DE/Pressemitteilungen/2017/17-08-01_Projektfoerderung-erste-Jahreshaelfte.html Liste der insgesamt 256 geförderten Projekte: https://www.kulturgutverluste.de/Webs/DE/Forschungsfoerderung/Projektfinder/Projektfinder_Formular.html?show_map=0&sortOrder=title_text_sort+asc#103278 Fakten über das Zentrum: https://www.kulturgutverluste.de/Content/08_Downloads/DE/Faktenblatt.pdf?__blob=publicationFile&v=14

Zu Pfingsten trägt Leipzig Schwarz – die Vorläufer standen im Visier der Stasi

Goths, Punks oder Metaller – sie alle zieht es seit 1992 zu Pfingsten zum Wave-Gotik-Treffen nach Leipzig. Das alternative Musik- und Kulturfestival ist längst über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannt. Weniger bekannt ist vielleicht, dass die Anfänge der Szene in die DDR-Zeit zurückreichen und die Anhänger damals unweigerlich ins Visier der DDR-Geheimpolizei Stasi gerieten. In diesem Jahr besuchten rund 21.000 Teilnehmer das Treffen. Diejenigen unter ihnen, die sich für die Geschichte der Szene in der DDR interessierten, kamen am zweiten Festivaltag in die … Zu Pfingsten trägt Leipzig Schwarz – die Vorläufer standen im Visier der Stasi weiterlesen

Zu Pfingsten trägt Leipzig Schwarz – die Vorläufer standen im Visier der Stasi

Goths, Punks oder Metaller – sie alle zieht es seit 1992 zu Pfingsten zum Wave-Gotik-Treffen nach Leipzig. Das alternative Musik- und Kulturfestival ist längst über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannt. Weniger bekannt ist vielleicht, dass die Anfänge der Szene in die DDR-Zeit zurückreichen und die Anhänger damals unweigerlich ins Visier der DDR-Geheimpolizei Stasi gerieten. In diesem Jahr besuchten rund 21.000 Teilnehmer das Treffen. Diejenigen unter ihnen, die sich für die Geschichte der Szene in der DDR interessierten, kamen am zweiten Festivaltag in die … Zu Pfingsten trägt Leipzig Schwarz – die Vorläufer standen im Visier der Stasi weiterlesen

Nepal – Zerbrechliches Erbe: Episode 1 – Das Erdbeben von 2015

Das Nepal-Erdbeben im April 2015 kam nicht überraschend. Entsprechend wurden Vorsorgungen getroffen, aber die Präventionsmaßnahmen reichten am Ende nicht aus. Was überraschte, war die verheerende Intensität der Erdstöße, so dass es zu einer Katastrophe mit vielen Opfern und gewaltigen Zerstörungen kam. Betroffen von den Zerstörungen waren nicht zuletzt die bedeutenen Tempel des Landes. Mit Unterstützung der Gerda Henkel Stiftung werden einige der historischen Heiligtümer nun wieder aufgebaut und restauriert, darunter beispielsweise der Harishankara-Tempel in Patan. Die Rekonstruktionsarbeiten finden in einem Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne statt. Was gilt es zu erhalten und was muss mit neuen Methoden dauerhaft gesichert werden? Die einheimischen Architekten sehen westliche Kulturerhaltskonzepte kritisch und berufen sich auf ihre Bautraditionen.

Bunkerordnung – Theorie und Praxis

Wer durfte bei einem Luftangriff eigentlich in einen Luftschutzbunker und wer nicht? Und welche Regeln gab es dort  für einen Aufenthalt? Das ist heute nicht mehr einfach zusammenzutragen. Sven Kaulbarsch hat recherchiert. Die Theorie Gemäß den Vorstellungen der Nationalsozialisten konnten die Luftschutzbunker prinzipiell von jedem deutschen Volksgenossen aufgesucht werden. Dies bedeutete jedoch im Umkehrschluss, dass…

Praktiken der Diplomatie – Praktiken der Stadt

Was haben der Weltjugendtag in Köln 2005, die 23. Internationalen Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Bonn 2017 und der Westfälische Friedenskongress (WFK) gemeinsam? Alle drei Veranstaltungen stellen die Organisator/innen und gastgebenden Städte vor die Herausforderung, Infrastruktur für mehrere Tausende Besucher bereitzustellen und für einen begrenzten Zeitraum Fremde und Einheimische zu einer Stadtgemeinschaft zu integrieren. In Mehr »

Fotografische Handbücher 1839 bis 1882 online

http://fotohandbuecher.khi.phil-fak.uni-koeln.de/portal/home.html?l=de Gegenstand des DFG-Projektes „Fotografie als angewandte Wissenschaft. Über die epistemische Rolle von fotografischen Handbüchern“ (WO 1768/1-1) waren zwischen 1839 und 1883 vorrangig auf Deutsch publizierte fotografische Handbücher. Wurden diese in der Foto-, Kunst- und Mediengeschichte bislang einzig als Quellen … Weiterlesen

Kulturgut in Syrien und Irak im Juli 2017

Mit der Vertreibung des Daesh aus Mosul, dem Anfang Juli ausgerufenen Waffenstillstand im südwestlichen Syrien, scheint der Konflikt in Syrien und Irak nicht vorbei, aber doch in eine neue Phase zu gehen, die Anlaß zu vielerlei Bilanzen und Überlegungen zur Restaurierung gibt:

    Schadensberichte

    Da einige Stätten nun wieder leichter erreichbar werden, können nun zahlreiche größere und kleinere Schäden dokumentiert werden. Die üblichen Schadensberichte sind daher umfangreicher als zuvor:
    Im folgenden ist keine Vollständigkeit der aktuellen Berichte beabsichtigt, vielmehr sollen mit den Links exemplarisch einige Schäden und erste Initiativen dargestellt werden:

    eine erste Bestandsaufnahme in Mosul

    für eine genauere Bestimmung der Schäden werden Bilder von Monumenten aus Mosul gesucht:

    Nimrud:

    in Raqqa:

    Tote Städte:

    Schäden in Palmyra

    Restaurierungen in Aleppo

    3D-Rekonstruktionen in Palmyra

        Antikenhehlerei

        Der Fall „Hobby Lobby“  (Raubgrabungsfunde für ein biblisches Disneyland – Der Fall „Hobby Lobby“) in den USA geht im Kern schon in die Zeit vor dem aktuellen Krieg zurück. Für ein Bibelmuseum hat ein US-Millionär offenbar gezielt Keilschrifttexte aus dem Irak geschmuggelt. Der Fall ist schon länger bekannt, doch wurde nun eine Straße von 3 Mio $ verhängt, vermutlich in Relation zu den umgesetzten Summen eine Kleinigkeit.
        Statement der UNESCO

        Die in der Hobby Lobby-Affäre (Raubgrabungsfunde für ein biblisches Disneyland – Der Fall „Hobby Lobby“) sichergestellten Funde sollen online gestellt werden, um den Eigentümer zu ermitteln.

        Hobby Lobby gibt erneut Anlaß für einige Statements gegen den Handel mit archäologischen Funden:

        Ein Video von UNODC im Rahmen einer Kampagne „Cultural Property“ zur Problematik des illegalen Handels mit Kulturgut aus Krisenregionen  und seiner Rolle bei der Finanzierung von Bürgerkriegsparteien und Terrorismus:

        Die politische Bedeutung des Kampfes gegen Antikenhehlerei

              Daesh

              Sky News bringt ein Interview mit der Witwe eines britischen Daesh-Kämpfers in Raqqa, die als Aisha vorgestellt wird.  Darin heißt es: „Aisha revealed that her Moroccan husband had travelled to IS before the caliphate was even declared by Abu Bakr al Baghdadi in June 2014. She said that he had been a dealer in ruins and antiquities in Europe and had been told by a friend that he could buy them cheaply in the caliphate.“ – ein kleines Schlaglicht auf die Verbindungen zwischen Antikenhandel in Europa und Daesh?

              Funde aus dem Musuem Mosul wurden, wie schon im Juni durch kurdische Medien berichtet wurde, bei Daesh-Mitgliedern sicher gestellt:

                  Europäische Kommission im Anti-Terrorkampf

                  Als Teil der Antiterrormaßnahmen zielt die Europäische Kommission auf einheitliche Regelungen gegen den illegalen Aniktenhandel.

                  Links

                  frühere Posts zum Bürgerkrieg in Syrien auf Archaeologik (u.a. monatliche Reports, insbesondere Medienbeobachtung seit Mai 2012), inzwischen auch jeweils zur Situation im Irak

                  Dank an diverse Kollegen für Hinweise und Übersetzungen.