Planet History

Daily Archives: 5. September 2017

#scico3.0 Sustainable Futures. Studierende erstellen Open Educational Resources (OER) zum Thema Nachhaltigkeit

https://www.researchgate.net/publication/316739646 Die Fokussierung auf Studierende als Produzenten und Produzentinnen von OER hat bis dato noch keine routinierte Praxis an Hochschulen, obwohl dies mit viel Potenzial verbunden ist. Studierende sind Prosumentinnen und Prosumenten, da sie sowohl Lehrmaterialien konsumieren als auch Lehrmaterialien produzieren. Sie wissen, was für sie ansprechend und nützlich ist, und können entscheidende Multiplikatoren sein, die ihr eigenes OER-Material weiterverbreiten. Ganz […]

Bücher und Handschriften aus Altomünster befinden sich im Diözesanarchiv München

https://www.academia.edu/34471530/Update_September_2017_Library_of_the_Birgittine_Monastery_of_Altom%C3%BCnster_Books_Currently_at_the_Diocesan_Archives_in_Munich „We can confirm our previous assessment, that the library at Altomünster held the largest and most important collection of Birgittine texts worldwide.“ Zuvor: https://archivalia.hypotheses.org/?s=altom%C3%BCnster&submit=Suchen

Straße der Staufer

http://www.stauferstelen.net/texts/strasse-der-staufer.htm 1977 wurde die „Straße der Staufer“ mit einer Länge von hundertdreißig Kilometern eingerichtet. Seit wann spricht man eigentlich vom „Stauferland“? Gemeint ist das Gebiet um dem Hohenstaufen, das heute Teile der Landkreise Göppingen, Ostalbkreis (Altkreis Schwäbisch Gmünd) und Rems-Murr-Kreis … Weiterlesen

Im Zweiten Weltkrieg nichts Neues

Die Firma Activision ist in Gamer-Kreisen für viele Blockbuster-Spiele bekannt. Einer der größten Hits des Konzerns aber ist die First-Person-Shooter Serie „Call of Duty“. Von ihren Wurzeln als Zweiter-Weltkrieg-Shooter (Teile 1-5) entwickelte die Serie dann mit „Modern Warfare“ ein zweites Standbein, das sich durch äußerst kontroverse (sprich: geschmacklos effektheischende) Spielinhalte und Storyelemente in einer fiktiven nahen Zukunft auszeichnete. Nachdem die Serie russische und laeinamerikanische Invasoren sowie arabische Terrororganisationen als Gegner ausgeschlachtet hat, kehrt sie nun mit „Call of Duty: World War 2“ zu ihren Wurzeln zurück und lässt Spieler als aufrecher alliierter Soldat über den europäischen Kriegsschauplatz fechten. Das ist aus mehreren Gründen mehr als problematisch. 

Zum einen ist es die schiere Einfallslosigkeit der Entwickler, den x-ten Shooter vorzulegen, in dem der Spieler als amerikanischer Soldat beginnend mit dem D-Day 1944 den Krieg in Europa erlebt. Damit wurde eine massive Chance vertan, auch einmal andere Kriegsschauplätze zu zeigen, die nicht so bekannt sind – wobei, wenn man sich an das Storydesaster von Call of Duty 5 erinnert, wo Japan und Osteuropa im Zentrum standen, kann man seinen Optimismus darüber auch in Grenzen halten. 
Wesentlich problematischer aber ist die Art, wie der Krieg in all diesen Spielen nähergebracht wird. Es handelt sich schließlich nicht um Simulationen, sondern um Actionspiele, die es auf cineastische Szenen und einen hohen Adrenalinpegel anlegen. Das sorgt, verbunden mit der praktischen Unsterblichkeit des Spieler-Charakters, für die ständige Notwendigkeit, überlegene deutsche Truppen gegen den Underdog der US Army werfen zu müssen – ein dämliches Konstrukt, dem beispielsweise auch der Film „Fury“ zum Opfer fiel (den ich hier besprochen habe). 
Diese Konzentration auf die Action sorgt auf der einen Seite für eine Säuberung des Krieges: Gegner fallen im Normalfall tot um, Verwundete gibt es effektiv nicht (und wenn sind sie spielerisch weder interessant noch ansprechend umgesetzt), kein Feind ergibt sich jemals, und die Geschichte betont den Heroismus beider Seiten im angesicht der Zustände. Das ist auch notwendig, denn spätestens im Mehrspielermodus können die Spieler ja auch in die Jacken der Wehrmacht schlüpfen. Und hier wird es extrem problematisch. 
Um möglichst nirgenwo anzuecken, sparen die Spiele der Reihe nämlich nicht nur Aspekte wie Kriegsverbrechen oder den Holocaust aus (die ansonsten die Jugendfreigabe verhageln könnten), sondern müssen auch dafür sorgen, dass der Gegner nicht komplett dämonisiert wird. Das Ergebnis ist dann das: 
The developers of „Call of Duty: WWII“ have denied that the war-themed video game would allow gamers to play Nazis. But the game, which pits Axis powers against Allied forces during World War II, has raised concerns that it would attract neo-Nazis.

Michael Condrey, the studio co-head at Sledgehammer Games admitted that in the online multiplayer version of  „Call of Duty: WWII,“ someone has to play the Germans. But he made a distinction between German forces in World War II that may surprise some.         

“You’ll never play as a Nazi,“ Condrey told Game Informer, as reported on the Player.One website. „You will play as a German or other members of the Allied or Axis forces… There’s an ensemble cast on the Axis side, but yes you will spend half your matches being the Axis side,“ Condrey said.

„A lot of the Nazi soldiers weren’t on the frontlines of the battle anyway. When you think about what really happened in the war, the SS and the Nazi forces were doing other things than sitting out there defending Normandy Beach. In fact, Normandy Beach was largely not even made up of Germans. It was made up of conscripted soldiers from other places that the Axis forces had captured.“


The co-head of Sledgehammer, Glen Schofield, backed up Condrey, Player.One reported, saying that „many veterans make the distinction that they were Germans, but not Nazis. As a result, the studio felt it was important to make that distinction in Call Of Duty: WW2’s multiplayer suite,“ the version in which players compete against one another.
 Das ist auf mehreren Ebenen problematisch. Auf der einen Seite leistet „Call of Duty“ der Idee von der „sauberen Wehrmacht“ Vorschub, die schon in den 1990er Jahren eigentlich widerlegt wurde und zieht eine Trennlinie zwischen den „bösen“ Nazis und den „guten“ Soldaten, die in der Realität nie bestanden hat. Auf diese Weise wird den Spielern zu verkaufen versucht, dass die Gegenseite ausschließlich aus Pflichtgefühl oder Zwang kämpfte und nicht in die Verbrechensnatur des NS-Regimes verwickelt ist. Das ist Unsinn. 
Auch die künstliche Trennung von „Deutscher“ und „Nazi“, die „die Veteranen“ angeblich so zögen, ist Unfug. Diese Trennung war eine Erfindung der Deutschen selbst, und die Scherben dürfen Geschichtslehrer bis heute aufkehren. Die Nazis waren keine braunen Aliens aus dem All, die sich der unschuldigen Deutschen bemächtigten. Sie waren Deutsche und ein deutsches Produkt. Das so sauber zu trennen, nur um ein Spiel daraus machen zu können dessen Ziel Macht- und Überlegenheitsgefühle des Spielers ist, ist in grobem Ausmaß fahrlässig. 
Auch der Rechtfertigungsversuch, viele europäische Nationen seien ja in den Dienst geknechtet worden und hätten etwa am D-Day gegen die Alliierten gekämpft hat zwar eine historische Basis, dient aber nicht dazu, diese Problematik zu verbessern. Es wird stattdessen eher schlimmer, weil die gesichtslosen Feinde, die im Dutzend billiger umgeschossen werden, auch noch durch den Missbrauch dieser tragischen Schicksale zur Rechtfertigung der obigen Probleme dienen. 
Diese Problem sind natürlich nicht nur in Videospielen zu finden; die meisten Kriegsfilme haben dieselben Schwächen. Durch die Interaktivität und die überragende Bedeutung des Mediums allerdings werden sie hervorgehoben, und es wird wahrlich Zeit, dass die Publisher endlich erwachsen werden und sich nicht hinter billigen Ausreden verstecken, besonders, weil immer mehr ihrer Konkurrenten aus dem Indy-Game-Bereich zeigen, dass es viel, viel besser geht.

Ausstellungseröffnung und Vortrag im baden-württembergischen Innenministerium

Das Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg lädt ein zur Eröffnung der Ausstellung „Geschichte der Landesministerien in Baden und Württemberg in der Zeit des Nationalsozialismus“ in Verbindung mit einem Vortrag zum Thema „Die Landesministerien in der Zeit des Nationalsozialismus – Bedeutung, Funktionsweise und Gestal­tungsspielräume zwischen Gleichschaltung und re­gionaler Zuständigkeit am Beispiel der Innenmini­sterien“ am

BVerfG: Informationsfreiheit ist im Grundgesetz Artikel 5 Absatz 1 Satz 1 verankert

http://www.bverfg.de/e/rs20170620_1bvr197813.html Das Virtuelle Datenschutzbüro dazu: Das Bundesverfassungsgericht stellt hierzu fest, dass allgemein zugängliche Informationsquellen im Sinne von Artikel 5 Absatz 1 Satz 1 GG alle amtlichen Informationen sind, die nach dem Informationsfreiheitsgesetz des Bundes oder eines Landes grundsätzlich Gegenstand eines … Weiterlesen

Historische Schulbibliotheken der Frühen Neuzeit – eine Annäherung

Workshop der Franckeschen Stiftungen, Halle,  am 26. und 27. Oktober 2017. […] Auf dem Workshop werden sowohl einzelne Bibliotheken unterschiedlicher Schultypen und Konfessionen vorgestellt als auch Schulbibliotheken und Unterrichtslektüren der Frühen Neuzeit in bildungs- sowie bibliothekshistorische Kontexte eingebunden und diskutiert.[…] PROGRAMM

„After Sunset: Perceptions and Histories of the Night in the Graeco-Roman World“: 64. „entretiens“ der Fondation Hardt in Genf

 
Vom 21.-25. August 2017 veranstaltete die Fondation Hardt in Genf-Vandœuvres ihre 64. entretiens („Gespräche“), die in diesem Jahr dem Thema der Nacht in der griechisch-römischen Antike gewidmet waren (Programm). Unter der Leitung des Organisators der Konferenz, Angelos Chaniotis, sowie des „directeur“ der Fondation Hardt, Pierre Ducrey, kamen acht geladene Forscher zusammen: Sie fungierten jeweils als Experten für einen Bereich aus den Disziplinen der Literaturwissenschaft, Archäologie und Alten Geschichte sowie aus den verschiedenen Epochen der Antike und führten so verschiedene Blickwinkel auf das Thema Nacht zusammen.

Abb. 1: Das Hauptgebäude der Fondation Hardt (alle Fotos: M.-C. v. Lehsten).

Abb. 2: Blick auf das Gewächshaus (links) und die Orangerie, in der die Vorträge und Diskussionen stattfanden.

Neben der ausgesuchten Zusammensetzung des Kreises der aktiven Teilnehmer, die eine hohe Qualität des wissenschaftlichen Austausches garantiert, besteht die Besonderheit der entretiens der Fondation Hardt auch im räumlichen und organisatorischen Umfeld: Die eingeladenen Forscher werden fast eine Woche lang gemeinsam in dem malerischen Anwesen der Fondation (s. Abb. 1 und 2) beherbergt und beköstigt und können zudem die stiftungseigene Bibliothek (s. Abb. 3) nutzen; das Format der Konferenz bietet mit je einer Stunde Vortragszeit sowie ebenfalls einer Stunde Diskussionszeit pro Beitrag die Gelegenheit zur intensiven und tiefgreifenden Auseinandersetzung mit der Materie. Großzügige Pausen zwischen den Vorträgen ermöglichen zudem einen ausführlichen persönlichen Austausch der Wissenschaftler und Gasthörer.

Abb.3: Impression aus der Bibliothek der Fondation Hardt.
Einer der Ausgangspunkte der Betrachtungen zur Nacht war ihr Verständnis als sog. marked time – als eine Zeit, die mit einer bestimmten Bedeutung aufgeladen ist und deren Nennung daher immer zugleich ein bestimmtes Set an Vorstellungen evoziert. Als Schlüsselwort für eine grundlegende Funktion der Nacht, deren Auswirkungen sich in literarischen Darstellungen ebenso wie in der historischen Lebenswelt widerspiegeln, fiel dabei bspw. häufig der Begriff enhancer of emotions. Vor diesem Hintergrund loteten die Forscher ganz unterschiedliche Felder aus, in denen Nacht eine Rolle spielt.

Vornehmlich im Bereich der Literatur bewegten sich Renate Schlesier (FU Berlin), Koen de Temmerman (Ghent University) und Sergio Casali (Università degli Studi di Roma „Tor Vergata“), die sich der Bedeutung der Nacht bei Sappho und im antiken Roman sowie der Verarbeitung der Nachthandlung von Ilias 10 (der „Dolonie“) im römischen Epos widmeten; in der Domäne der bildlichen Darstellungen erörterte Ioannis Mylonopoulos (Columbia University) das weitgehende Fehlen von Abbildungen der Nacht und die auffällige Brutalität in der Darstellung von Nachtszenen auf griechischen Vasen.
Während die vorgenannten Beiträge sich mit künstlerischen Nachtdarstellungen und daher notwendigerweise mit Nachtkonzepten beschäftigten, versuchte Angelos Chaniotis (Institute for Advanced Study, Princeton) seine Analyse von ebendiesen möglichst freizumachen und zeichnete Veränderungen des realen Nachtlebens in der Zeit des Hellenismus nach. Untersuchungen zum Bereich der historischen Nachtgestaltung präsentierten auch Andrew Wilson (University of Oxford) und Leslie Dossey (Loyola University Chicago), die beide einen Schwerpunkt auf das Phänomen der Straßenbeleuchtung legten, jedoch in unterschiedlichen Zeiten und kulturellen Kontexten.
Vinciane Pirenne-Delforge (F.R.S.-FNRS – Université de Liège) und Filippo Carlà-Uhink (PH Heidelberg) bewegten sich mit ihren Vorträgen zu Kulten und Riten, die entweder mit der Nacht als Gottheit verbunden waren oder aber in der Nacht stattfanden, auf der Schnittstelle von literarischen und historischen Fragestellungen.

Im Ganzen bot die Fondation Hardt eine in allen Bereichen gelungene Konferenz in einer ausgesprochen familiären und produktiven Atmosphäre. Hervorzuheben ist auch, dass eine ausgiebige Erörterung der Thematik der Nacht in fast allen Bereichen der Antike schon lange ein Desiderat ist und die Konferenz sowie der entstehende Sammelband vermutlich (oder zumindest hoffentlich) eine größere forscherische Aktivität in diesem Bereich anstoßen werden, die auch mir mit meinem Projekt zur Nacht in der archaisch-klassischen griechischen Literatur sehr willkommen ist. Doch schon jetzt konnte ich eine Vielzahl von Anregungen mitnehmen und einen guten Überblick über die aktuellen Forschungstendenzen zum Thema erhalten. Ich danke daher der Fondation Hardt für die Organisation dieser beeindruckenden und bereichernden Konferenz, die Möglichkeit der Teilnahme als Gasthörerin und die freundliche Betreuung, sowie dem Graduiertenkolleg 1876 für die großzügige Finanzierung meines Aufenthaltes in Genf.

„After Sunset: Perceptions and Histories of the Night in the Graeco-Roman World“: 64. „entretiens“ der Fondation Hardt in Genf

 
Vom 21.-25. August 2017 veranstaltete die Fondation Hardt in Genf-Vandœuvres ihre 64. entretiens („Gespräche“), die in diesem Jahr dem Thema der Nacht in der griechisch-römischen Antike gewidmet waren (Programm). Unter der Leitung des Organisators der Konferenz, Angelos Chaniotis, sowie des „directeur“ der Fondation Hardt, Pierre Ducrey, kamen acht geladene Forscher zusammen: Sie fungierten jeweils als Experten für einen Bereich aus den Disziplinen der Literaturwissenschaft, Archäologie und Alten Geschichte sowie aus den verschiedenen Epochen der Antike und führten so verschiedene Blickwinkel auf das Thema Nacht zusammen.

Abb. 1: Das Hauptgebäude der Fondation Hardt (alle Fotos: M.-C. v. Lehsten).

Abb. 2: Blick auf das Gewächshaus (links) und die Orangerie, in der die Vorträge und Diskussionen stattfanden.

Neben der ausgesuchten Zusammensetzung des Kreises der aktiven Teilnehmer, die eine hohe Qualität des wissenschaftlichen Austausches garantiert, besteht die Besonderheit der entretiens der Fondation Hardt auch im räumlichen und organisatorischen Umfeld: Die eingeladenen Forscher werden fast eine Woche lang gemeinsam in dem malerischen Anwesen der Fondation (s. Abb. 1 und 2) beherbergt und beköstigt und können zudem die stiftungseigene Bibliothek (s. Abb. 3) nutzen; das Format der Konferenz bietet mit je einer Stunde Vortragszeit sowie ebenfalls einer Stunde Diskussionszeit pro Beitrag die Gelegenheit zur intensiven und tiefgreifenden Auseinandersetzung mit der Materie. Großzügige Pausen zwischen den Vorträgen ermöglichen zudem einen ausführlichen persönlichen Austausch der Wissenschaftler und Gasthörer.

Abb.3: Impression aus der Bibliothek der Fondation Hardt.
Einer der Ausgangspunkte der Betrachtungen zur Nacht war ihr Verständnis als sog. marked time – als eine Zeit, die mit einer bestimmten Bedeutung aufgeladen ist und deren Nennung daher immer zugleich ein bestimmtes Set an Vorstellungen evoziert. Als Schlüsselwort für eine grundlegende Funktion der Nacht, deren Auswirkungen sich in literarischen Darstellungen ebenso wie in der historischen Lebenswelt widerspiegeln, fiel dabei bspw. häufig der Begriff enhancer of emotions. Vor diesem Hintergrund loteten die Forscher ganz unterschiedliche Felder aus, in denen Nacht eine Rolle spielt.

Vornehmlich im Bereich der Literatur bewegten sich Renate Schlesier (FU Berlin), Koen de Temmerman (Ghent University) und Sergio Casali (Università degli Studi di Roma „Tor Vergata“), die sich der Bedeutung der Nacht bei Sappho und im antiken Roman sowie der Verarbeitung der Nachthandlung von Ilias 10 (der „Dolonie“) im römischen Epos widmeten; in der Domäne der bildlichen Darstellungen erörterte Ioannis Mylonopoulos (Columbia University) das weitgehende Fehlen von Abbildungen der Nacht und die auffällige Brutalität in der Darstellung von Nachtszenen auf griechischen Vasen.
Während die vorgenannten Beiträge sich mit künstlerischen Nachtdarstellungen und daher notwendigerweise mit Nachtkonzepten beschäftigten, versuchte Angelos Chaniotis (Institute for Advanced Study, Princeton) seine Analyse von ebendiesen möglichst freizumachen und zeichnete Veränderungen des realen Nachtlebens in der Zeit des Hellenismus nach. Untersuchungen zum Bereich der historischen Nachtgestaltung präsentierten auch Andrew Wilson (University of Oxford) und Leslie Dossey (Loyola University Chicago), die beide einen Schwerpunkt auf das Phänomen der Straßenbeleuchtung legten, jedoch in unterschiedlichen Zeiten und kulturellen Kontexten.
Vinciane Pirenne-Delforge (F.R.S.-FNRS – Université de Liège) und Filippo Carlà-Uhink (PH Heidelberg) bewegten sich mit ihren Vorträgen zu Kulten und Riten, die entweder mit der Nacht als Gottheit verbunden waren oder aber in der Nacht stattfanden, auf der Schnittstelle von literarischen und historischen Fragestellungen.

Im Ganzen bot die Fondation Hardt eine in allen Bereichen gelungene Konferenz in einer ausgesprochen familiären und produktiven Atmosphäre. Hervorzuheben ist auch, dass eine ausgiebige Erörterung der Thematik der Nacht in fast allen Bereichen der Antike schon lange ein Desiderat ist und die Konferenz sowie der entstehende Sammelband vermutlich (oder zumindest hoffentlich) eine größere forscherische Aktivität in diesem Bereich anstoßen werden, die auch mir mit meinem Projekt zur Nacht in der archaisch-klassischen griechischen Literatur sehr willkommen ist. Doch schon jetzt konnte ich eine Vielzahl von Anregungen mitnehmen und einen guten Überblick über die aktuellen Forschungstendenzen zum Thema erhalten. Ich danke daher der Fondation Hardt für die Organisation dieser beeindruckenden und bereichernden Konferenz, die Möglichkeit der Teilnahme als Gasthörerin und die freundliche Betreuung, sowie dem Graduiertenkolleg 1876 für die großzügige Finanzierung meines Aufenthaltes in Genf.

Informationskompetenz auf dem Österreichischen Bibliothekartag 2017 in Linz

Liebe Kolleginnen und Kollegen, im Namen der Kommission Informationskompetenz der VÖB möchte ich Sie auf folgende Veranstaltungen zum Thema Informationskompetenz aufmerksam machen und zu unserer öffentlichen Kommissionsitzung einladen: – 3. Forum Informationskompetenz: „Informationskompetenz im Alltag – Aufgabe für Bibliotheken?“. Impulsreferate und … Weiterlesen

August Wilhelm Schlegel


Am 8. September 1767 wurde A.W. Schlegel geboren. Hier ein Anekdötchen des Studenten Theodor Althaus an der Bonner Universität: 


„Im Wintersemester 1842/43 war Theodor wieder in Bonn. Er belegte Veranstaltungen verschiedener Fakultäten, hörte Metaphysik und Philosophie bei Brandis, einem Schulfreund seines Vaters aus Holzminden, über den römischen Theaterdichter Plautus bei dem Philologen Ritschl, neuere Geschichte bei Löbell und griechische Kunst bei August Wilhelm Schlegel, dessen bizarre Auftritte gewollt oder ungewollt für große Erheiterung sorgten. Wer wollte es Theodor Althaus verdenken, wenn er das Bild des älteren Herrn im Abendanzug neben dem Katheder mit vom Diener im Livrée sorgfältig geputztem silbernen Leuchter vor einem nach Parfum duftenden Auditorium den Seinen zu Hause nicht vorenthielt?“

aus: Theodor Althaus. Revolutionär in Deutschland

Bildquelle: Kalenderblatt im Arche Literaturkalender 2017

Wie kann man Schreibberatung definieren und wie lässt sie sich in der Beratungspsychologie verorten?

Dieser Essay ist zur Vorbereitung des Moduls C „Schreibberatung und Schreibtraining gestalten“ im Rahmen meiner Weiterbildung zur zertifizierten Schreibberaterin und Schreibtrainerin (2016/2017) im SchreibCenter der TU Darmstadt entstanden. Die Lektüregrundlage bestand aus ausgewählten Auszügen aus Susanne Nußbecks Einführung in die … Weiterlesen

Textilkaufhaus S. Guttmann? – Noch nie gehört!

Es gibt wohl in Nürnberg nur noch sehr, sehr wenige Menschen, die mit der Firma „S. Guttmann“ und ihrem Tätigkeitsfeld etwas anfangen können. Dabei handelte es sich bei diesem Unternehmen, das mit seinem Angebotsspektrum lange Jahre zweifellos das „erste Haus am Platz“ war, um eines der bedeutendsten und angesehensten Textilwarenfachgeschäfte Nürnbergs – jedoch nur bis zur so genannten NS-Machtergreifung 1933, die zu einem baldigen Ende dieses renommierten Einzelhandelsfachgeschäfts führen sollte.     Die von dem aus Beuthen stammenden und aus Berlin in die Noris gekommenen Kaufmann Samuel Guttmann 1877 in Nürnberg gegründete Manufakturwarenhandlung expandierte nicht nur in der ehemaligen Reichsstadt binnen […]

E-Voting zum TAG DER ARCHIVE 2018 Motto

Ab sofort können die Mitglieder des VdA über das Motto für den kommenden TAG DER ARCHIVE 2018 abstimmen. Dieser wird thematisch an das Europäische Kulturerbejahr 2018 anknüpfen. Auf der Homepage des VdA können die Mitglieder nun im internen Bereich ihre Stimme abgeben. Das Motto sollte möglichst allen Archiven die Möglichkeit bieten, interessante Veranstaltungen oder andere … E-Voting zum TAG DER ARCHIVE 2018 Motto weiterlesen

Hausnummern-Shirts mit Haltung ab sofort zu erwerben

„Sich selber promoten / das gehört verboten“
(Christiane Rösinger, Lob der stumpfen Arbeit)

Abgelehnte Projekte, unterbezahlte Lehraufträge, an Professuren und längerfristige Stellen sowieso nicht zu denken … was bleibt da dem in Prekarität gehaltenen Wissenschafter-Subjekt schon übrig, als zum Kleinunternehmer seiner selbst zu werden, seine Kreativät von der digitalen Ökonomie ausbeuten zu lassen und eine ironische Firma ins Leben zu rufen?

Lange reifte der Plan, nun ist es so weit: Der Adresscomptoir-T-Shirt-Shop ist online gegangen, ab sofort können unter folgender Adresse T-Shirts und sonstige Goodies mit nicht weniger als 15 handverlesenen und wohlbedacht ausgewählten Hausnummer-Motiven erworben werden:

https://shop.spreadshirt.de/adresscomptoir/

Die Auswahl reicht von A wie Theodor W. Adorno über B wie Simone de Beauvoir, F wie Michel Foucault bis hin zu H wie Hannah Höch, L wie Mira Lobe und V wie Lucie Varga. LeserInnen Benjamins, Freuds, Lenins, Marxens, Luxemburgs oder Wanda Sacher-Masochs kommen genauso auf Ihre Kosten wie diejenigen, die Karl Kraus oder Bertha Pappenheim zu ihren FavoritInnen zählen; Wer das dringende Bedürfnis habt, die Nummer 1 zu sein, dem/der sei das Cabaret Voltaire empfohlen!

Als kleine Anleitung sei nur darauf hingewiesen, dass in der Einzelansicht des T-Shirts die Farbe geändert werden kann, genauso wie es unten auf der Seite detaillierte Erläuterungen gibt, was die Auswahl der korrekten Größe anbelangt. Und, falls wer eine ganz andere als zur Auswahl stehende Farbe bevorzugt oder ein Langarmshirt, einen Hoodie oder eine Kaffeetasse mit seiner/ihrer Lieblingshausnummer kreieren möchte: Unter „Willst Du das Design anpassen“ können weitere T-Shirt-Modelle, Kleidungsstücke und sonstige Rohstoffe ausgewählt werden.

Forschungsprojekt zu Kardinal Jaeger

In Paderborn wurde ein Forschungsprojekt zu Lorenz Kardinal Jaeger (1892-1975) gestartet, der als prägende Gestalt der Ökumene gilt. In den letzten Jahren aber war vor allem sein Verhältnis zum Hitler-Regime kontrovers diskutiert worden, einem Themenkomplex, dem sich auch das Forschungsprojekt widmen wird. Geleitet wird das Projekt von der Paderborner Theologieprofessorin Nicole Priesching.    

„Die CEU ist keine im luftleeren Raum stehende Institution“

Interview mit Hannes Hofbauer über die „Causa CEU“ in Ungarn

Im Zuge der Debatte um den Konflikt zwischen der gegenwärtigen ungarischen Regierung und der Central European University, kurz: CEU, in Budapest gab es im Westen viel Kritik an der Politik von Ministerpräsident Viktor Orbán. Dem allgemeinen Tenor in Politik, Wissenschaft und Medien zufolge ist das neue Gesetz ein direkter Angriff auf die Freiheit der Wissenschaft. Wir haben zuletzt in einer kleinen Reihe einige betroffene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in unserem Portal aus Ihrer Sicht den Konflikt und die Institution CEU schildern lassen. Was bisher noch fehlt, das zeigt auch die Auflistung von Presseartikeln zur Causa CEU im L.I.S.A.Beitrag vom Sonntag, ist eine gegenläufige Perspektive. Der Historiker und Publizist Hannes Hofbauer gehört zu den wenigen Stimmen im Westen, die einen anderen Blick auf die Debatte um die CEU haben. Wir haben ihm unsere Fragen gestellt.

orf.at zu Comics

Als Verpöntes populär wurde Vor 50 Jahren sind für die Comic-Kultur des deutschsprachigen Raums wichtige Weichen gestellt worden. Das erste „Lustige Taschenbuch“ erschien, und gleichzeitig nahmen die Erfolge von „Tim und Struppi“ ihren Lauf – und jene von Asterix und … Weiterlesen

Das Fundament der Kryptologie

„Das Fundament der Ewigkeit“, der neue Roman des Erfolgsautors Ken Follett, erscheint am 12. September. Er führt den Leser in das Zeitalter von Königin Elisabeth I. Ihr Staatssekretär Sir Francis Walsingham begründete den englischen Geheimdienst. Der Buchumschlag zeigt deshalb eine Chiffrierscheibe aus der Krypto-Abteilung des HNF. Sie basiert auf einem Entwurf aus dem 16. Jahrhundert….

Hörbares: Renaissance-Gärten — Die Heilige Schar von Theben — Die Ritter — Philipp Melanchthon — Johannes Calvin — Heraklit


Renaissance-Gärten – Kunstwerk aus Himmel, Erde und Wasser | Spieldauer 23 Minuten | BR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

Make Love AND War – Die Heilige Schar von Theben | Spieldauer 18 Minuten | Das Geheime Kabinett | Stream & Info | Direkter Download
Die Ritter – Gezähmte Gewalt | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Downlaod

Philipp Melanchthon – Reformator, Politiker und Pädagoge | Spieldauer 22 Minuten | BR/ARD | Stream & Info | Direkter Downlaod
Johannes Calvin – Der Genfer Reformator | Spieldauer 23 Minuten | BR/ARD | Stream & Info | Direkter Downlaod
Alles fließt – Das Weltbild des antiken Denkers Heraklit | Spieldauer 22 Minuten | BR/ARD | Stream & Info | Direkter Downlaod
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Welterbe digital in 3D

Zum neuen UNESCO-Welterbe im Lone- und Aachtal mit genauen Plänen der Schutzzonen, die die zugehörigen Höhlen zeigen:

  • S. M. Heidenreich/C. Meister/C.-J. Kind, Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb. Das erste altsteinzeitliche UNESCO Weltkulturerbe in Deutschland. Denkmalpfl. Bad.-Württ. 47, 3, 2017, 162–169. – DOI: http://dx.doi.org/10.11588/nbdpfbw.2017.3.40621

Bemerkenswert ist der Abschnitt zum Monitoring, das regelmäßige 3D-Scans der Höhlen vorsieht, wodurch Veränderungen genau dokumentiert werden können. 

Aufgrund der umfassenden dreidimensionalen Dokumentation von sowohl Höhlen als auch Kunstobjekten entsteht schließlich ein umfangreiches 3-D-Archiv der Welterbestätte. Zählt man noch die bereits vorliegenden LiDAR-Daten der landesweiten Landschaftserfassung mittels luftgestütztem Laserscanning hinzu (LiDAR = Light Detection And Ranging), liegt eine digitale, drei-dimensionale Dokumentation eines gesamten archäologischen Welterbes vor. Diese beinhaltet sowohl die Stätte, bestehend aus Höhlen und umliegender Landschaft, als auch die darin gefundenen weltweit einzigartigen mobilen Kunstobjekte.

Die 3D-Modelle auf der Homepage der Denkmalpflege Baden-Württemberg auch zum Download: