Planet History

Daily Archives: 6. September 2017

Stralsunder Hevelius-Druck im Handel

Vorhin erhielt ich eine Mail, aus der ich dankbar zitiere: „der Marquard-Hevelius aus Stralsund, seinerzeit von Reiss vertickt, https://kulturgut.hypotheses.org/253 ist im Handel aufgetaucht. https://www.davidbrassrarebooks.com/pages/books/02208/athanasius-kircher/selenographia-sive-lunae-descriptio-dissertatio-de-nativa-saturni-facie-bound-with-epistola-de/?soldItem=true Hat den Vermerk “Out of stock”. Hat Stralsund das Stück zurückgekauft?“

Adorno-T-Shirt in Bio-Ausfertigung!

In wenigen Tagen, am 11. September jährt sich der Geburtstag Theodor W. Adornos zum 114. mal; begehen Sie diesen Freudentag würdig, indem Sie sich dieses T-Shirt überstreifen!


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Frankfurt am Main, Kettenhofweg 123: Hier lebte der Verfasser der „Dialektik der Aufklärung“ und der „Minima Moralia“, lockerer Sieger im Wettbewerb um die Postponierung des Reflexivum „sich“. Bekennen Sie sich mit diesem T-Shirt zum Nichtidentischen, lassen Sie Aufklärung sich über sich selbst entsetzen, fordern Sie ein, ohne Angst verschieden sein zu können und betrachten Sie die Welt vom Standpunkt der Erlösung her.

Automatische Inhaltserschließung: CONTRA² …

Die Diskussion zu der von der DNB im Hochsommer kurzfristig angekündigten Automatisierung der Sacherschließung fand (prominente) Fortsetzung und landete vorigen Donnerstag auch in der Online-Ausgabe des Börsenblatts – Wochenmagazin für den Deutschen Buchhandel: „Automatisierte Inhaltserschließung in der Deutschen Nationalbibliothek. Was Maschinen können und … Weiterlesen

Mit der DARIAH-Datenföderations-Architektur in Kontakt kommen

Eine Forschungsinfrastruktur für die Geistes- und Kulturwissenschaften – das beinhaltet bei DARIAH-DE auf den ersten Blick wohl vor allem die technischen Angebote aus Diensten und Werkzeugen. Darüberhinaus bietet das Projekt aber auch eine soziale Infrastruktur mit vielen Veranstaltungen und anderen Kanälen als Plattform, um mit anderen Menschen aus dem eigenen oder ganz anderen Fachbereichen in […]

Vorschau auf die Jour fixes des Wintersemesters

Wir dürfen folgende IEFN-Vorträge für das Wintersemester 2017/18 ankündigen: 18. Oktober 2017: Eva Chodejovská (Brünn): Ichnographia et orthographia metropolis pragensis. Iconography of Prague during the Reign of Maria Theresa (Moderation: Anton Tantner) 15. November 2017: Scott Edwards (Wien): Im Spannungsfeld von Konfession, Nation und Tradition: Ludwig Senfl in den böhmischen Sammeldrucken (Moderation: Petr Mat’a) 13. Dezember 2017: Marion Romberg (Wien): Die Welt im Dienst des Glaubens. Erdteilallegorien in Dorfkirchen auf dem Gebiet des Fürstbistums Augsburg im 18. Jahrhundert (Moderation: Friedrich Polleroß) 18. Jänner 2018: […]

Hofkünstler und Hofhandwerker in Koblenz/Ehrenbreitstein 1629-1794

  Neuerscheinung: Jens Fachbach: Hofkünstler und Hofhandwerker am kurtrierischen Hof in Koblenz/Ehrenbreitstein 1629-1794. Studie, Handbuch, Quellen. 2 Bände. Petersberg: Imhof, 2017 (Artifex. Quellen und Studien zur Künstlersozialgeschichte; Sources and Studies in the Social History of the Artist). – Bd. 1: 750 S., Ill.; Bd. 2: 794 S. ISBN 978-3-7319-0389-5, zusammen 49,95 EUR. „Gleich welche Ausdifferenzierung […]

3 Burgen in Flammen – Historie als inszenierte Explosion

In der Nacht vom 19. auf den 20. August fand zum 5. Mal der „Dreinschlag“ in Thüringen statt. Dieses imposante Ereignis, das einen Blitzeinschlag von 1231 imitiert, wird alle drei Jahre durch ein sprichwörtlich fulminantes Feuerwerk zelebriert. Das Spektakel spielt sich auf drei Burgen zwischen Erfurt und Eisenach, den Drei Gleichen, ab. In einer lauen… Weiter »

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3 Burgen in Flammen – Historie als inszenierte Explosion

In der Nacht vom 19. auf den 20. August fand zum 5. Mal der „Dreinschlag“ in Thüringen statt. Dieses imposante Ereignis, das einen Blitzeinschlag von 1231 imitiert, wird alle drei Jahre durch ein sprichwörtlich fulminantes Feuerwerk zelebriert. Das Spektakel spielt sich auf drei Burgen zwischen Erfurt und Eisenach, den Drei Gleichen, ab. In einer lauen… Weiter »

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Anmeldung zu „Kaufen – Lizenzieren – Freischalten – Präsentieren. Bestandsaufbau an juristischen Bibliotheken in Zeiten bedarfsgerechter Informationsversorgung“ noch offen

am Donnerstag, 14.09.2017, endet die Frist zur Anmeldung für die AjBD-Herbsttagung mit dem Thema „Kaufen – Lizenzieren – Freischalten – Präsentieren. Bestandsaufbau an juristischen Bibliotheken in Zeiten bedarfsgerechter Informationsversorgung“ in der Alten Universität in Würzburg. Trotz des bereits großen Interesses … Weiterlesen

Nationalismus auf der Bühne – Theater in Iran: Episode 2 – Auf Spuren in der Lalehzar-Straße

In den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts rang die führende poltische Klasse des Iran um die zukünftige Ausrichtung des Landes: absolute oder konstitutionelle Monarchie oder gar parlamentarische Republik? Mit der Übertragung der Macht von der erschöpften Kadscharen-Monarchie auf die Dynastie der Pahlavis 1926 schien der Weg offen für die Umgestaltung des Iran zu einem modernen Nationalstaat. Der neue Schah Reza Pahlavi legte dem Land ein umfassendes Modernisierungsprogramm auf, das auf einer neuen iranischen nationalen Identität basieren sollte. In diesem Prozess der Nationsbildung kam dem Theater eine besondere Funktion zu. In Teheran entstanden seit 1920er Jahren Schauspielstätten, auf denen nicht zuletzt das politische Programm des Schah den Menschen vermittelt werden sollte. Die Iranistin Anna Heller macht sich im früheren Vergnügungsviertel, der Lalehzar-Straße, auf die Suche nach Überresten der damaligen Schaubühnen einer Nation im Werden.

Abriss bedeutet Verlust von Geschichte

In Ludwigshafen haben sieben Geschichtsbegeisterte einen Bunkerverein gegründet, der ein Bunkermuseum eröffnen will. Archive sind magische Orte. Dicht an dicht stehen Papiere und Bücher in Regalen gedrängt und verdecken das Weiß der Wände. Es riecht nach alten Ereignissen und Druckerschwärze und inmitten befinden sich die Archivare, die Wege zu längst vergangenen Tage aufzeigen können. Unter…

Rätselhaftes Pompeji: Brach der Vesuv tatsächlich am 24. August 79 n. Chr. aus?

Spurensuche in den schriftlichen Überlieferungen

In den meisten Büchern über den spektakulären Untergang des römischen Pompeji steht geschrieben, der katastrophale Ausbruch des Vesuvs habe sich im Sommer, genauer gesagt am 24. August 79 n. Chr., zugetragen. Zwar kann das angegebene Jahr als relativ gesichert gelten, doch bezüglich des Tags und Monats verließ sich die Forschung lange Zeit fast ausschließlich auf den antike Autor Plinius den Jüngeren. Dieser schreibt in zwei Briefen an seinen Freund Tacitus:

[…]. Am 24. August, ungefähr zur siebten Stunde, machte meine Mutter ihn (Anm.: Plinius‘ Onkel) darauf aufmerksam, dass sich eine Wolke von ungewöhnlicher Größe und Gestalt zeige. […]
Er verlangte nach seinen Sandalen und stieg auf eine Stelle, von der aus man jene auffallende Erscheinung besonders gut betrachten konnte. Für Betrachter aus der Ferne war es nicht zu erkennen, aus welchem Berg die Wolke aufstieg.
Plinius der Jüngere, Epistulae, VI, 16
Darf man Plinius hier trauen, der immerhin den Ausbruch persönlich aus einiger Entfernung beobachten konnte? Oder besser gefragt: Wie verlässlich sind die im Mittelalter von Klerikern angefertigten Kopien des Plinius-Briefes? Denn nur sie sind heute noch erhalten, während das antike Original längst verloren ging.
Es könnte also durchaus ratsam sein, sich diese mittelalterlichen Kopien etwas genauer anzuschauen.

Tatsächlich wird das Datum im Folio 87 des Codex Laurentianus Mediceus mit dem 24. August bzw. „Non(um) Kal(endas) Septembres“ angegeben. Einen Exkurs in die etwas komplizierte Welt der römischen Monatstage erspare ich mir an dieser Stelle – nur so viel: die Angabe „neun Tage vor den Kalenden des September“ entspricht dem 24. August.
Das Problem hierbei: Lediglich in dieser einen Plinius-Überlieferung wird der 24. August genannt. Bei allen anderen kommen hingegen abweichende Varianten ins Spiel, in denen fast ausnahmslos der November oder späte Oktober – also ein Datum im Herbst – genannt wird. So etwa im Codex Oratorianus – dort steht: „Kl. Nove(m)bris“ – die „Kalenden des November“; das wäre der 1. November.
Warum nun also wurde und wird im Angesicht der obigen Fakten immer noch gerne dem 24. August der Vorzug gegeben? Ganz einfach: Die diesem Datum zugrundeliegende Handschrift – der bereits genannte Folio 87 des Codex Laurentianus Mediceus – ist älter als die anderen Überlieferungen – steht also zeitlich dem antiken Original am nächsten. Daher geht ein großer Teil der Forschung bis heute davon aus, bei dieser speziellen Ausgabe wäre die Wahrscheinlichkeit eines von mittelalterlichen Mönchen verursachten Kopierfehlers am geringsten.

Der italienische Archäologe Alberto Angela schreibt in seinem Buch Pompeji – Die größte Tragödie der Antike (siehe Link am Ende des Beitrages), dass jene These, der zufolge der Vesuv im Herbst und nicht im Sommer ausgebrochen sei, nicht nur von all den abweichenden Plinius-Überlieferungen gestützt werden würde, sondern auch vom antiken Historiker Cassius Dio. Dieser habe – laut dem im 18. Jahrhundert lebenden Altphilologen Carlo Maria Rossini – als Datum der Katastrophe den 23. November (79 n. Chr.) genannt („neun Tage vor den Kalenden des Dezember“). Allerdings konnte ich dergleichen weder in Reclams Quellensammlung zum Vesuvausbruch finden noch in der Dio-Übersetzung von Otto Veh.

Spurensuche in den archäologischen Befunden

Die Archäologie hat besonders in den letzten Jahrzehnten spannende Indizien zutage gefördert, welche scheinbar gegen einen Ausbruch des Vesuvs am 24. August sprechen und stattdessen ein Datum im Herbst nahelegen. Wie man jedoch sehen wird, besteht dabei mitunter ein gehöriger Interpretationsspielraum.

Indizien die gegen einen Ausbruch im August / Sommer sprechen: Aber:
Im Haus des Menander sowie im Haus der Keuschen Liebenden (beide in Pompeji) wurden Kohlebecken entdeckt, die zum Beheizen von Räumen dienten. Diese mobilen ‚Heizstrahler‘ der Antike wurden kaum im Sommer, sondern eher im Herbst benötigt.
Die Vulkan-Eruption erzeugte eine kilometerhohe Rauchsäule, welche die Sonne verdunkelte. Wie bei einer totalen Sonnenfinsternis sinkt die Temperatur daraufhin stark ab (Golfkriegsveteranen beobachteten einen ähnlichen Vorgang sogar mitten in der Wüste im Umfeld von brennenden Ölquellen). Dieser Effekt könnte die Verwendung von Kohlebecken im sommerlichen Pompeji erklären.
Möglich ist außerdem, dass die Becken für rituelle Zwecke verwendet wurden (freilich, dafür nutzten die Römer normalerweise spezielle Hausaltäre).
Einige der Opfer aus Pompeji, die in der feinen Vulkanasche Abdrücke hinterließen, waren in schwere Umhänge gehüllt, die kaum zu einem sommerlichen Wetter passen.
In einer Kinderwiege in der Stadt Herculaneum fand man die Reste einer Wolldecke. Auch das scheint nach Ansicht einiger Forscher der Sommer-These zu widersprechen.
Wie schon bei den oben genannten Kohlebecken, so könnte auch die Verwendung schwerer Umhänge und Wolldecken ihre Ursache im von der Aschewolke des Vulkans hervorgerufenen Temperatursturz haben.
Dicke, dicht gewebte Textilien dienten möglicherweise außerdem dazu, sich vor der aggressiven Vulkanasche zu schützen, die Atemnot hervorrufen kann.
Und schlussendlich ist es auch möglich, dass sich die Menschen in Pompeji mit schwerer Kleidung beim Verlassen ihrer Häuser vor dem Steinhagel schützen wollten, der über ihnen niederging (was freilich oft genug ein hoffnungsloses Unterfangen war, wie manch auf der Straße liegender Toter mit eingeschlagenem Schädel oder zerschmetterten Gliedmassen belegt; denn nicht nur der relativ leichte Bimsstein, sondern auch deutlich schwerere Brocken wurden vom Vulkan zeitweise ausgeworfen).
Ein Toter am Strand von Herculaneum trug eine Pelzmütze, was scheinbar nicht zu einem Vulkanausbruch im August passt; selbst der oben erwähnte Temperatursturz wird kaum dermaßen stark gewesen sein, um deshalb gleich den Kopf in Pelz zu hüllen.
Die Mütze dürfte auch nicht als Kopfschutz verwendet worden sein, denn obwohl Herculaneum sehr nahe am Vesuv lag, so wurde es doch aufgrund der vorherrschenden Winde von keinem einzigen (!) Bimsstein getroffen, während gleichzeitig im deutlich weiter entfernten Pompeji der vulkanische Fallout dermaßen groß war, dass die Dächer der Gebäude unter der Last zusammenbrachen (einige Bimssteine wurden über 72 km weit geschleudert!).
Aus Einzelfunden wie dieser Pelzmütze lassen sich nicht automatisch weitreichenden Schlüsse ableiten. Das gilt im Übrigen auch für die oben erwähnten schweren Textilien und Kohlebecken.
Grete Stefani, Grabungsleiterin in Pompeji, und der Botaniker Michele Borgongino haben in einer umfangreichen Studie zutage geförderte Pflanzenreste analysiert. Unter anderem fand man in den Vesuvstädten – z.T. in Form von Mahlzeitresten – Lobeerfrüchte, viele Nüsse und Kastanien, die größtenteils erst im Herbst reif werden. Das wird als Indiz gewertet, welches gegen einen Ausbruch im August/Sommer spricht.
Große Mengen getrockneter Feigen wurden entdeckt. Zwar ist es möglich, dass die Feigenernte bereits im Sommer begonnen hatte, die zum Trocknen vorgesehen Früchte erntete man jedoch erst im September.
Dass diese Feigen noch Reste aus dem Vorjahr sind, schließt man aus, da sie in Pompeji sehr oft gefunden wurden. Vielmehr soll es sich um Vorräte für den kommenden Winter gehandelt haben.
Könnte bei diesem Beispiel, wie auch bei dem vorhergehenden, nicht ein ein von der Gegenwart abweichendes Mikroklima zu anderen (früheren) Erntezeiten geführt haben?
Oder war vielleicht einfach nur das Wetter dieses speziellen Sommers für ein Vorziehen der Ernte verantwortlich?
Hinzu kommt, dass die archäologischen Untersuchungen von Feldern Bewässerungsversuche zum Zeitpunkt des Vesuvausbruchs nahelegen. Das würde eher zum Sommer, und weniger zum Herbst passen, in dem man eher bestrebt war, das Regenwasser abzuleiten.
Auch getrocknete Pflaumen fanden sich in Pompeji. Es heißt, diese wurden nur im Herbst in getrocknetem Zustand verzehrt, im Sommer jedoch frisch. Warum sollte es sich bei diesen getrockneten Pflaumen nicht – so wie schon bei den Feigen – um Vorräte für den kommenden Winter gehandelt haben?
In einer Villa in Oplontis fand man rund 1000 kg Granatäpfel, die zum Trocknen zwischen Strohmatten gelegt worden sind. Die Ernte erfolgte normalerweise Anfang Oktober, bevor die Regenfälle zunahmen.
Die Granatäpfel wurden eventuell unreif geerntet, zwecks Hinauszögerns des Reifeprozesses, sodass sie zwischen den Strohmatten leichter trockneten. In dieser speziellen Form wurden nämlich Granatäpfel in der Antike als Arznei verwendet.
Man entdeckte einige wenige Datteln, die in der Regel frühestens im Oktober aus Nordafrika importiert wurden, da sie dort erst kurz zuvor reiften.
Auch dieser Annahme legt man vor allem die üblichen Erntezeiten der Gegenwart zugrunde.
Rund um den Vesuv lagen in römischer Zeit etliche Landgüter. In einigen fanden Archäologen große Mengen Trester (Rückstände vom Weinpressen), die darauf hindeuten, dass die (heute) üblicherweise im September, spätestens aber im Oktober stattfindende Weinernte bereits vorüber war. Die Weinernte könnte schon in den Sommermonaten durchgeführt worden sein, so wie das in der betreffenden Gegend vereinzelt auch heute noch vorkommt.
In der Villa Regina bei Boscoreale fand man viele dolia (große Weinfässer aus Terrakotta), die bereits gefüllt, versiegelt und zur weiteren Reifung bis zum Hals in der Erde vergraben waren. Das spricht dafür, dass die im September/Oktober durchgeführte Weinernte zum Zeitpunkt des Vesuvausbruchs bereits rund einen Monat zurücklag. Denn nachdem der Traubensaft gekeltert und abgefüllt worden war, kontrollierte man ihn insgesamt rund 30 Tage lang, bevor die Fässer versiegelt wurden.
Der Wein könnte, siehe das vorhergehende Beispiel, schon im Sommer gekeltert worden sein.
Auch ist es möglich, dass er aus dem Vorjahr stammt und man ihn länger reifen ließ.
Im Bereich des Marktes von Pompeji gibt es eine heiligen Bezirk, in dem sich Bildnisse der kaiserlichen Familie befanden: Darunter Vespasian sowie seine Söhne Titus und Domitian. In der Nähe dazu entdeckte man einen Pferch mit Schafskeletten und stellte die Überlegung an, ob diese Schafe nicht eventuell für ein Opfer zu Ehren der kaiserlichen Familie vorgesehen waren. Als möglichen Anlass machte man den 24. Oktober aus, an dem Domitian Geburtstag hatte. Dieses Datum liegt volle zwei Monate hinter dem 24. August. Eine legitime Hypothese, die aber  auf sehr dünnen Beinen steht.
In mehreren Wohnhäusern wurde Fisch entdeckt – genauer gesagt größere Mengen der Gelbstriemenbrasse, die wohl für die Produktion von Garum (Fischsauce) verwendet wurden (dafür war Pompeji berühmt). Diese spezielle Fischart beißt zwar das ganze Jahr über, am liebsten jedoch im Juli und Anfang August. Das spricht eventuell gegen einen Ausbruch im Herbst bzw. für den Sommer.
Im sogenannten Haus des goldenen Armreifs (Pompeji) fand man bei einer Toten vierzig Gold- und hundertacht Silbermünzen. Eine dieser Münzen, die im Archäologischen Nationalmuseum Neapel unter der Inventarnummer P 14312/176 geführt wird, kann Kaiser Titus zugeordnet werden.
Auf der Rückseite findet sich die Angabe Imp(erator) XV; dies besagte, dass Titus zum Zeitpunkt der Münzprägung bereits fünfzehn Mal für einen wichtigen militärischen Erfolg zum Imperator ausgerufen worden war (dazu zählten auch Siege, die von anderen Feldherren errungen wurden, denen er als Kaiser im fernen Rom vorstand).
Die 15. Akklamation zum Imperator weist auf eine Datierung der Münze nach dem 24. August hin. Denn aus einem Brief an die Stadtverwaltung von Munigua und aus der Entlassungsurkunde eines Centurio in Fayum (Ägypten) ist bekannt, dass Titus am 7. September 79 n. Chr. zum 14. Mal Imperator wurde. Da bereits dieses Datum nach dem 24. August angesiedelt ist, so muss das erst recht für die Münze aus Pompeji gelten.
Da die betreffende Silbermünze stark korrodiert ist, lässt die nur schwer entzifferbare Inschrift auch andere Lesarten zu.
Ist nicht einmal auf die überlieferte Uhrzeit Verlass?
Selbst an der vom Augenzeugen Plinius überlieferten Uhrzeit gibt es mittlerweile Zweifel. Auslöser dafür sind unter anderem verkohlten Brote, die im Ofen einer pompejanischen Bäckerei entdeckt wurden. Dieser Umstand scheint nicht recht zur „siebten Stunde“ im oben zitierten Brief zu passen. Denn um 13:00 Uhr wurde dazumal eher kein Brot mehr gebacken, heißt es. Einige Vulkanologen und Archäologen sind nun der Ansicht, die ersten kleineren Eruptionen hätten sich bereits am Vormittag ereignet und dazu geführt, dass der Bäcker und seine Angestellten/Sklaven die Bäckerei fluchtartig verließen.
Da Plinius den Vulkanausbruch vom rund 20 km entfernten Misenum aus beobachtete, und überdies die Erde in der betroffenen Gegend schon Wochen vor dem Ausbruch verstärkt bebte, ist es denkbar, dass er die ersten kleineren Eruptionen noch gar nicht als solche erkannt hatte. Wie aus seinem Brief hervorgeht, wusste man in Misenum anfangs noch nicht einmal, von welchem Berg der Rauch aufstieg. Der damals noch ziemlich flache, dicht mit Buchen und Weißtannen bewaldete Vesuv, war von den Menschen schlicht und ergreifend nicht als tickende Zeitbombe wahrgenommen worden.
In dem Zusammenhang gibt es auch berechtigte Zweifel daran, dass es sich beim obigen Fresko aus Pompeji, welches man gerne als Darstellung des Vesuvs interpretiert, tatsächlich um diesen Vulkan handelt.

Wer sich für die Katastrophe des Jahres 79 n. Chr. im Detail interessiert, dem kann ich nur das unten verlinkte Buch Pompeji – Die größte Tragödie der Antike ans Herz legen.

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Weiterführende Literatur:
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