Planet History

Daily Archives: 1. Oktober 2017

Mini-Projekt: Einstieg Analyse von Geschichte in Spielen

Spiele – analoge wie digitale – als Zeugnisse einer vergangenen oder gegenwärtigen  Geschichtskultur können zum Gegenstand des Geschichtsunterrichts werden. Auch wenn digitale Spiele ein Vielfaches an Reichweite und damit an gesellschaftlicher Relevanz besitzen, kann es für den Unterricht von Vorteil sein, in die Analyse von Geschichte in Spielen mit analogen Spielen, also Karten- oder Brettspielen, […]

#fes Social History Portal der International Association of Labour History Institutions

http://www.socialhistoryportal.org/ This is a website of the International Association of Labour History Institutions. Digital collections on social history and the history of the labour movement from the late 18th to the beginning of the 21st century. More than 900,000 digitised objects (archives, books, brochures, leaflets, photographs, posters, prints, cartoons, sound, films and videos) from 15 […]

Neu im Archiv des Deutschen Museums: Akten zur TELI

Die TELI, die „Technisch-Literarische Gesellschaft e.V.“, ist weltweit die älteste Journalistenvereinigung. Sie wurde 1929 als Zusammenschluss von Journalisten, Publizisten und Schriftstellern in Berlin gegründet. Zu den bekanntesten Vertretern gehörten der Schriftsteller Hans Dominik (1872-1945) und Benno Laskow (1879-1940), der Schriftleiter der „Münchner Neuesten Nachrichten“ und 1925 Mitherausgeber des „Amtlichen Führers durch die Sammlungen“ des Deutschen Museums war. Im Jahr 2016 war zwischen dem Deutschen Museum und der TELI der formelle Übergabevertrag unterzeichnet worden, nachdem ein Teil der Akten des Vereins schon seit einigen Jahren … Neu im Archiv des Deutschen Museums: Akten zur TELI weiterlesen

Die Deutsche Kultur oder eine deutsche Kultur?

Beiträge zur Debatte um deutsche Identität

Die Frage nach deutscher Identität, deutscher Kultur oder deutscher Leitkultur ist alles andere als neu. Aber sie stellt sich immer wieder und dafür gibt es Gründe. Neu angestoßen wurde die Debatte zuletzt durch die SPD-Politikerin Aydan Özoğuz, sie sich im Mai 2017 zum Thema „deutsche Leitkultur“ äußerte und dieses Konzept kritisierte. In unserem Wissenschaftsportal hat der Historiker Prof. Dr. Jörn Rüsen diese Position zum Anlass für einen kritischen Meinungsbeitrag genommen. Daraufhin haben sich im Portal weitere Stimmen gemeldet, die aus unterschiedlichen Perspektiven auf Jörn Rüsens Kritik antworten. Wir haben diese und ähnliche Beiträge zu einem Dossier zusammengefasst.

VÖBBLOG im September 2017

12.225 total views im September 2017.  Im September 2017  gab es 76 Beiträge: SPK: „Es genügt nicht, das Kulturerbe nur zu digitalisieren“ orf: Größter Domschatz Europas von Motten befallen Zeitschriftendatenbank (ZDB): Neue Gestaltung, erweiterte Suchmöglichkeiten Literaturarchiv wurde entstaubt … NR-Präsidentin Bures … Weiterlesen

Wappenbuch BSB Cgm 8030 online

Unter den Neuzugängen der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB) findet man das Wappenbuch Cgm 8030. Es ist eines der größten mittelalterlichen Wappenbücher (359 Blätter, ca. 2811 erhaltene Wappen, mindestens 38 nicht mehr erhalten, über 100 leere Schilde) und war bisher weder den Forschern bekannt noch in der Fachliteratur zitiert. Es besteht aus vielen Segmenten, aber außer der Lage, die 4 Blätter zählt, wurde es nach den vorab bestimmten Kriterien in einer…

Veranstaltungen des Historischen Kollegs im Wintersemester 2017/2018

Im Wintersemester 2017/2018 finden folgende Veranstaltungen am Historischen Kolleg statt:
Montag, 16. Oktober 2017, 19.00 UhrVORSTELLUNG DER FELLOWS DES 38. KOLLEGJAHRES UND IHRER FORSCHUNGSPROJEKTEProf. Dr. Marian Füssel, Dr. Christian Jaser, Prof. Dr. Monica Rüthers, Dr. Anette Schlimm, Dr. Johannes Wienand
Montag, 23. Oktober 2017, 19.00 UhrVORTRAG: Schuld und Sühne? Reaktionen der katholischen Kirchenführung zu Nürnberger Prozessen und Entnazifizierung 1945–1955Prof. Dr. Gerald Steinacher (University of Nebraska-Lincoln, Honorary Fellow des Historischen Kollegs)
Donnerstag, 9. November 2017, 19.00 UhrBUCHPRÄSENTATION: Die Hüter der Begriffe. Politische Sprachen des Konservativen in Großbritannien und der BundesrepublikUnter anderem mit der Autorin PD Dr. Martina Steber sowie Prof. Dr. Andreas Wirsching (Institut für Zeitgeschichte München–Berlin)Kooperationsveranstaltung mit dem IfZ, dem DHI London und dem Verlag De Gruyter
Montag, 15. Januar 2018, 19.00 UhrVORTRAG: Die „Kinder des Oktober“. Kinder als Zukunftsträger in sowjetischen BilddarstellungenProf. Dr. Monica Rüthers (Universität Hamburg, Senior Fellow des Instituts für Zeitgeschichte beim Historischen Kolleg)
Montag, 29. Januar 2018, 19.00 UhrVORTRAG: Wer hat Angst vor Deutschland? Ein Spiegelkabinett europäischer Wahrnehmungen seit 1870Prof. Dr. Andreas Rödder (Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Honorary Fellow des Historischen Kollegs)
Donnerstag bis Samstag, 1. bis 3. März 2018KOLLOQUIUM: Der Siebenjährige Krieg 1756–1763: Mikro- und Makroperspektiven/The Seven Years War 1756–1763: Micro- and Macroperspectives*Prof. Dr. Marian Füssel (Georg-August-Universität Göttingen, Fritz Thyssen Senior Fellow des Historischen Kollegs)
Mittwoch bis Freitag, 14. bis 16. März 2018KOLLOQUIUM: Internationale Beziehungen und „emotional regimes“. Neue Fragen an die Geschichte des Kalten Krieges*Prof. Dr. Hélène Miard-Delacroix (Universität Paris-Sorbonne/Paris IV) und Prof. Dr. Andreas Wirsching (LMU München)Kooperationsveranstaltung mit der Max Weber Stiftung
Montag, 19. März 2018, 19.00 UhrVORTRAG: Agonale Renaissance. Städtische Pferderennen des 15. Jahrhunderts zwischen München und RomDr. Christian Jaser (Humboldt-Universität zu Berlin, Junior Fellow des Historischen Seminars der LMU und des Freundeskreises des Historischen Kollegs)
 
Alle Veranstaltungen finden im Historischen Kolleg (Kaulbachstr. 15, 80539 München) statt. Einlass ist von 18.30 Uhr bis maximal zum Veranstaltungsbeginn. Bitte beachten Sie, dass die Anzahl der Sitzplätze begrenzt ist. Der Zugang zum Haus ist nicht barrierefrei. Die Veranstaltungen werden fotografisch und audiovisuell dokumentiert. Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich mit der Aufzeichnung und deren Nutzung einverstanden.
* Eine Teilnahme an den wissenschaftlichen Kolloquien ist nur nach vorheriger bestätigter Anmeldung beim Historischen Kolleg möglich.

Call for Abstracts: 8. DINI/nestor-Workshop „Forschungsdatenrepositorien“, 27./28.11., Stuttgart

via Jens Ludwig, Staatsbibliothek zu Berlin Für die Veröffentlichung von Forschungsdaten gewinnen neben zentralen Fachrepositorien auch institutionelle Repositorien immer mehr an Bedeutung. Zentrale Fachrepositorien bieten eine höhere disziplinspezifische Kompetenz und bessere Vernetzung in der Fach-Community, während institutionelle Repositorien der jeweiligen Institution eine größere Sichtbarkeit geben und auch im Wortsinne „nah an den Forschenden“ sind. Für […]

Buch: Caesarenwahn – Herrscher, die sich für Götter hielten

Hatten einige römische Kaiser – wie etwa Caligula, Claudius, Nero, Domitian, Commodus, Caracalla und Elagabal – einen gröberen Sprung in der Schüssel? Zumindest vertrat die Geschichtswissenschaft diese Meinung lange Zeit relativ undifferenziert. Mittlerweile ist ein Gegentrend zu beobachten, zu dem auch das von Alexander Rudow verfasste Buch Caesarenwahn – Herrscher, die sich für Götter hielten (Regionalia Verlag) zählt.

Im Großen und Ganzen führt der Autor den schlechten Ruf bestimmter römischer Kaiser auf den Umstand zurück, dass diese mit dem ungeschriebenen Gesetz des Augustus brachen, den römischen Senat bzw. seine aus der Oberschicht stammenden Mitglieder zumindest pro forma zu respektieren. Unterblieb diese ‚Reminiszenz‘ an die Gepflogenheiten der untergegangenen Republik, wurden die aus der Reihe tanzenden Kaiser – auch wenn sie beim einfachen Volk noch so beliebt waren – von der senatorisch geprägten Geschichtsschreibung in die Pfanne gehauen und verteufelt.
An sich ist dieser Schluss nicht völlig von der Hand zu weisen. Aber die Argumentation wirkt im Detail gelegentlich dann doch ein wenig ‚bemüht‘. Etwa wenn Neros extreme Verschwendung von staatlichen Steuereinnahmen folgendermaßen relativiert wird:

So viel Zerstreuung und Aufmerksamkeit wie unter ihm (Anm: Nero) sind der plebs urbana schon lange nicht mehr zuteil geworden. Zusätzliche Getreidelieferungen sorgten für einen relativen Wohlstand und die Veteranen der Legionen und die Prätorianer sind exzellent versorgt.
‚Brot und Spiele‘ also. Was aber soll – objektiv betrachtet – positiv daran sein, wenn die Ausgaben für den Müßiggang ständig hochgeschraubt werden? Wer bezahlt das denn? Richtig, früher oder später die Leistungsträger des Staates – also die, die einer steuerpflichtigen Erwerbstätigkeit nachgehen. Neros Nachfolger Vespasian sah sich sogar genötigt, Urin zu besteuern, um die Staatsfinanzen wieder in Ordnung zu bringen („Geld stinkt nicht“).

Die unzähligen überlieferten Grausamkeiten von Typen wie Caligula waren – wie der Autor schreibt – zumeist kühl kalkuliert, um die Gegner – vor allem jene im Senat – einzuschüchtern und auf Linie zu bringen. Die verantwortlichen Kaiser wären demzufolge zwar mindestens Verbrecher im großen Stil, nicht aber zwingend rein emotionsgesteuerte Wahnsinnige.
Das mag durchaus so sein. Allerdings ist es schon auch ein wenig Definitionssache, wo Geistesgestörtheit bzw. Wahn beginnt. Diese Frage ist umso wichtiger, da wir nicht nur in einer Zeit leben, in der das vorschnelle Pathologisieren von Andersmeinenden schwer in Mode ist, sondern selbst hochbezahlte Gerichtsgutachter reihenweise psychiatrische Fehldiagnosen produzieren.
Auch ein paar andere Aussagen in diesem Buch erscheinen mir diskussionsbedürftig: Nachdem 64 n. Chr. durch Feuer große Teile Roms zerstört oder stark beschädigt worden sind, wurden von Nero Baugesetze erlassen, die ähnlichen Brandkatastrophen vorbeugen sollten. Der Autor urteilt darüber folgendermaßen:

Tatsächlich kommen solche Großbrände nach Neros Umgestaltung auch nicht mehr vor.
In Wirklichkeit brannte Rom nur wenige Jahre später – 80 n. Chr. – unter Titus bereits wieder einmal lichterloh. Auch zur Zeit von Commodus – 192 n. Chr. – gingen Teile Roms im Feuer unter. Diese Brände mögen nicht so umfangreich wie jener unter Nero gewesen sein, katastrophale Großbrände, die ganze Stadtteile zerstörten, waren es aber allemal. Dermaßen nachhaltig, wie suggeriert wird, dürfte Neros einschlägige Gesetzgebung demnach auch wieder nicht gewesen sein …
Fakten wie diese sollte man keinesfalls unter den Tisch fallen lassen. Es sei denn, man legt es darauf an, Nero unbedingt zu rehabilitieren (was ich dem Autor nicht unterstellen möchte, aber darauf läuft es schlussendlich hinaus).

Hinterfragenswert ist auch die im Buch geäußerte These, wonach vor allem jene Kaiser ungerechtfertigterweise eine schlechte ‚Presse‘ hatten, die als letzte ihrer Dynastie über keinen Verwandten als direkten Nachfolger verfügten, der ihr Andenken trotz eines beleidigten Senats – etwa mittels offizieller Vergöttlichung – auf schön bürsten konnte. Siehe etwa Nero (Claudier), Domitian (Flavier) und Commodus (Antoninen).
Hier wurde der Fehler begangen, eine Korrelation mit einer Kausalität gleichzusetzen. Genauso gut wäre es nämlich denkbar, dass die betroffenen Kaiser nicht einfach zufällig die letzten ihrer Dynastie waren, sondern weil sie gerade wegen ihres üblen Betragens zu einem verfrühten Zeitpunkt (einen gewaltsamen Tod) starben, als ihre Nachfolge – etwa durch Adoption – noch nicht geregelt worden war.

Am Ende des Buchs wird auch noch einem verhaltensauffälligen Staatschef aus der jüngeren Vergangenheit ein eigenes, recht umfangreiches Kapitel spendiert. Nein, es handelt sich nicht um Stalin, Pol Pot oder Mao, sondern natürlich wieder einmal um ‚ihn‘.
Und obwohl mich der gescheiterte Landschaftsmaler aufgrund seiner medialen Dauerpräsenz nur noch anödet, muss ich einräumen, dass der Autor hier dann doch einige interessante Details über dessen möglichen Geisteszustand zusammengetragen hat. Von daher handelt es sich für mich bei diesem Kapitel unerwartet um einen Gewinn.

Fazit: Caesarenwahn ist im Großen und Ganzen kein übles Buch, wobei aber die Beurteilung römischer Kaiser offenbar enorm viel Interpretationsspielraum zulässt und immer auch dem Zeitgeist unterworfen ist. Dieser Umstand wirkt sich meiner Ansicht nach spürbar auf einige der vom Autor wiedergegebenen Überlegungen aus, die zwar interessant, bei näherer Betrachtung jedoch nur mäßig überzeugend sind.
Der Preis des 162seitigen Hardcover-Buchs ist mit seinen knapp 4 € (!) auf jeden Fall unschlagbar.

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Weiterführende Informationen: 

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