Planet History

Author Archive for L.I.S.A. GERDA HENKEL PORTAL

Audio: Bücher dick und dünn

Carlos Spoerhase zu Gast im Thomasius-Club am 26. März 2017

Wie hängen Textlänge und Volumen des Buches zusammen? Der Mainzer Germanist Carlos Spoerhase ist schon länger mit Fragen über das Buch und dessen Körper beschäftigt. Er arbeitet am Gutenberg-Institut für Weltliteratur und schriftorientierte Medien. Sein Buch über „Das Format der Literatur“ erscheint demnächst. Über „Linie, Fläche, Raum“ als drei Dimensionen des Buches hat Spoerhase schon publiziert. Wir fragten ihn nach der Bedeutung materialer Aspekte von Literatur und deren Einfluss auf Schreiben und Lesen.

Antike Nomaden von Mangystau: Episode 5 – Heiliger Boden

Die Ausgrabung in Mangystau ist fast abgeschlossen, aber das Kernstück und der damit spannendste Bereich der Steinanlage ist noch zu erforschen: ihr Mittelpunkt. Die Archäologen vermuten, dass hier der Schlüssel zum Verständnis dieser besonderen Form menschlicher Besiedlung in der kasachischen Steppe im 5. Jahrhundert n. Chr. liegt. Der Block aus Kalk, der durch die Grabung zu Tage gefördert wird, deutet auf eine sakrale Kultstätte hin, auf einen religiösen Ort. Die Forscher ziehen daraus neue Schlüsse für Geschichte dieser einst offenbar kulturell fruchtbaren Region.

16 Shots. Politische Gewalt gegen African Americans – eine Geschichte der Gegenwart

Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Martschukat (Erlangen) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

16 Schüsse hat der Polizist Jason D. van Dyke am 20. Oktober 2014 in Chicago auf den 17‐jährigen Afroamerikaner Laquan McDonald abgegeben. Der Polizeibericht besagt, McDonald habe die Polizisten mit einem Messer bedroht, so dass diese um ihr Leben gefürchtet hätten. Das Video einer Dashcam aus einem der Polizeiautos, das über ein Jahr später freigegeben wurde, zeigt ein anderes Bild. Der Vortrag wird von dem Fall McDonald ausgehen, um die jüngsten Fälle der Polizeigewalt gegen junge, afroamerikanische Männer aus der US‐amerikanischen Geschichte heraus zu verstehen. Dabei wird der Vortrag (erstens) das Politische dieser Gewalttaten ausloten und (zweitens) die Bedeutung ihrer Sichtbarmachung eruieren. In der jüngsten Zeitgeschichte sind es immer wieder Filme aus Handys, Überwachungskameras oder eben Dashcams gewesen, die dazu beigetragen haben, auf Polizeigewalt aufmerksam zu machen und diese – wie im Fall McDonald – auch vor Gericht zu bringen.

Science Sips zum Thema Fischereipolitik im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane

Schon einmal Naturschutz-Auster probiert oder beim Algencocktail über nachhaltigen Fischfang diskutiert?

Die letzte Science Sips Veranstaltung der Reihe „Ein Geschmack der Zukunft der Meere“ im Museum für Naturkunde findet am 19. Juli mit Kurzvorträgen und interaktiver Diskussion zum Thema Fischereipolitik statt.
Bei der Veranstaltungsreihe „Ein Geschmack der Zukunft der Meere“ gefördert vom BMBF im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2016*17 Meere und Ozeane gehen wir den Herausforderungen und Möglichkeiten der nachhaltigen Nutzung von Meeren und Ozeanen auf den Grund. Ziel des Projektes ist, durch dialogfördernde, sinnesorientierte und erlebnisreiche Veranstaltungen Fortschritte und Herausforderungen aus der nachhaltigen Meeresforschung einem breiten und interessierten Publikum zu vermitteln.
Fisch ist eins der bedeutendsten Nahrungsmittel weltweit und Berichte von Wissenschaftler_innen und NGOs warnen vor den gravierenden Folgen der Überfischung. Die deutsche und europäische Fischereipolitik soll den nachhaltigen Fischfang garantieren und die Ressourcen der Meere schützen – aber erreicht die aktuelle Fischereipolitik diese Ziele? Welche Auswirkung hat die Fischereipolitik darauf, was auf unseren Tellern landet? Wie kann man als Bürger_in und als Konsument_in einen Einfluss auf die Fischereipolitik und den Meeresschutz haben? Diese und noch mehr Fragen wollen wir bei diesem Science Sips im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Ein Geschmack der Zukunft der Meere“ des Wissenschaftsjahres 2016*17 Meere und Ozeane zusammen mit Expert_innen diskutieren.
Die Impulsvorträge werden unter anderem gehalten von:

Alexander Kempf — Arbeitsbereichsleiter Lebende Meeresressourcen am Thünen Institut für Seefischerei
Sebastian Wegner — Policy Coordinator der Fisheries Transparency Initiative der Humboldt-Viadrina Governance Platform
Vivien Kudelka — Fisheries and Stakeholder Engagement Manager am Marine Stewardship Council

 Moderation: Stephanie Wunder, Senior Fellow und Koordinatorin des Bereiches Food Systems beim Ecologic Institut
 Die kulinarischen Partner Küstlichkeiten und Bone.Berlin servieren dabei Streetfood-Leckerbissen aus nachhaltigen Meeresprodukten.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Ecologic Institut gefördert vom BMBF im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2016*17 – „Meere und Ozeane“.
Eintritt: 5,-€, der Eintritt beinhaltet ein Streetfood-Häppchen
19. Juli 2017, Einlass 19.00 Uhr, Beginn 19.30 Uhr
Anmeldung erbeten unter: besucherservice@mfn-berlin.de oder 030 2093 8550

Antike Nomaden von Mangystau: Episode 4 – Und noch ein Schatz

Nach einem freien Tag an der Küste des Kaspischen Meeres nehmen die Archäologen ihre Grabungen wieder auf und konzentrieren sich nun auf das Kernstück: das Innere des Steinkomplexes. Nach Jahrhunderten werden die zusammengebrochenen Durchgänge im Mauerwerk wieder freigelegt. Neue Fragen schließen sich an: Wohin führten diese Zugänge? Welche Bedeutung und Funktion hatten sie? Und gibt es noch mehr Gold und andere wertvolle Gegenstände unter den Trümmern zu finden? Die besonderen Funde aus dem fünften Jahrhundert n.Chr. erlauben den Anthropologen, Rückschlüsse auf das soziale Leben der damaligen Zeit zu ziehen.

New Research Projects

Conference „The Long End of the First World War. Ruptures, Continuities and Memories“

This video shows the session which featured new PhD research projects which as part of the Herrenhausen Symposium on „The Long End of the First World War“ which took place in Hanover, Germany, from May 8-10, 2017. The six PhD researchers were chosen by the steering committee of the symposium out of 40 applications. In a special session closed to the public and chaired by John Horne (Dublin) and Heather Jones (London), they discussed their projects at length. The efforts to include the colonial experience in First World War historiography marked all six PhD-projects. Ceren Aygül (Ankara) examines the humanitarian aid of the Ottoman Red Crescent Society. Veronika Hager (Berlin) studies how republican Turkish historiography tried to come to terms with the War. Hanna Smyth (Oxford) focuses on the relationship between Commonwealth War Graves Commission sites and imperial-colonial identities. Chris Rominger (New York) examines the political visions of post-war Tunisian exile communities. Jaspal Singh (Delhi) focuses on the Dalit Sikh identity formation in Punjab. Alp Yenen (Basel) recently defended his PhD on the Young Turks exiles and transnational Muslim revolutionary societies.

Audio: Der Souveränitätseffekt

Joseph Vogl zu Gast im Thomasius-Club am 11. Januar 2017

Lässt sich moderne Machtausübung überhaupt noch begreifen, ohne auch auf die Ökonomisierung des Regierens zu verweisen? Joseph Vogl jedenfalls vertritt in seinem Buch „Der Souveränitätseffekt“ die These, dass sich im modernen Finanzwesen ein Machttypus entwickelt, der oft jenseits demokratischer Entscheidungsprozesse agiert. Vielmehr intensiviert sich die wechselseitige Abhängigkeit von Machtausübung und Kapitalakkumulation seit 300 Jahren derart, dass man inzwischen von einer vierten Gewalt reden muss. Wir fragten nach, warum souveräne Befugnisse der Politik überhaupt in die Finanzsphäre abwandern konnten und wie die unheilige Allianz von Politik und Kapital auf die Geschicke ganzer Staaten zurückschlägt.

Frankfurt-Sachsenhausen näher betrachtet: Das Sachsenhäuser Westend – Die Straßen westlich vom Schweizer Platz

Eine Auswertung der Frankfurter Adressbücher für den Zeitraum von 1868 bis 1975

Nach den Projektbeiträgen zur Holbeinstraße (2014), den Straßen rund um den Thorwaldsenplatz  (2015) und den Straßen rund um das Städel (2016) wird mit diesem Beitrag auf nahezu alle noch fehlenden Straßen, die ihren Namen Bildenden Künstlern verdanken, ausführlich eingegangen. Es handelt sich um die Straßen, die sich westlich vom Schweizer Platz und der Schweizerstraße befinden. Lediglich die Schwanthalerstraße  nimmt einen, die Schweizerstraße überquerenden Verlauf und liegt damit auf rund einem Drittel ihrer Länge südöstlich vom Schweizer Platz.  Hiermit führe ich die Präsentation fort, die ich als Stadtteil-historiker im Jahr 2012 mit Berichten über die Textorstraße begonnen hatte. Auch dieses Mal bin ich wieder auf eine ganze Reihe von Persönlichkeiten aufmerksam geworden, die im Einzelnen und in der gewohnten Form, mit Einschüben in den Adressbuch-Tabellen, vorge-stellt werden. Etwas überrascht wurde ich von einer verhältnismäßig großen Anzahl von Künstlern, die in diesen Straßen gewohnt und gearbeitet haben. Ich hatte diese eher in der Holbeinstraße und westlich davon erwartet. Einige Namen haben mich dagegen nicht über-rascht, weil mir diese bereits bei den vorangegangenen Projekten begegnet waren oder durch Rückmeldungen von L.I.S.A.-Lesern inzwischen näher gebracht wurden. Mitglieder der Familie Bardorff (Cranachstraße) waren mir zuvor in der Burnitz-, Hans-Thoma- und Passavantstraße ebenso begegnet wie der Kunsthistoriker und Direktor des Liebieghauses, Alfred Wolters, der von der Morgensternstraße 30 in die Holbeinstraße 60 umgezogen war. Wieder begegnet ist mir auch der Bildhauer Wilhelm Oskar Prack, dem ich 2014 in einer Ausstellung eine eigene Ausstellungstafel gewidmet hatte. Bevor er in sein 1913 fertiggestelltes Atelierhaus in der Holbeinstraße 41 zog, arbeitete er in der Schneckenhofstraße. Bei der Schnecken- und Schwanthalerstraße, aber insbesondere der Cranachstraße handelte es sich nicht um reine Wohnstraßen, obwohl diese von Gründerzeithäusern dominiert wurden. Neben einer Vielzahl an Einzelhandelsgeschäften waren dort beispielsweise größere Schlossereien ansässig. Die zunächst von Handwerksbetrieben genutzten Hinterhäuser beherbergen inzwischen seit vielen Jahren Atelier-, Büro- und Lagerräume sowie Wohnungen. Mit der Schweizerstraße, von der südmainischen Bevölkerung auch „Sachsenhäuser Zeil“ genannt, liegt die Haupteinkaufsstraße im Stadtteil nur wenige Schritte entfernt. Nicht zuletzt diese guten Einkaufsmöglichkeiten und die U-Bahn Station „Schweizer Platz“ macht dieses Quartier zu einem begehrten Wohn-gebiet. Die hier lebenden Menschen  leiden jedoch seit Jahren unter dem stark gestiegenen Fluglärm, der mit der Inbetriebnahme der Nordwest-Landebahn des Frankfurter Flughafens (2011), zu beklagen ist.
 
Danksagung:
Für eine sehr hilfreiche Unterstützung habe ich folgenden Personen sehr herzlich zu danken:
Dr. Christoph Andreas, Gisela und Günter Appel, Gertrud Bardorff, Georg Becker, Gerda Drescher †, Hans Emmert,  Uwe Engert, Anneliese Feuser, Stefan Gerl, Jens Giessen, Ulrike Heinisch, Miriam Heusel, Stefan Hofmann, Jan Kaltwsser, Mathias Kaluza, Irene Kremser, Richard Krug †, Angela Krüger-Alicke,  Lupold von Lehsten, Volker Rothenberger, Kurt Schäfer, Rolf Schmitz †, Dr. Heinz Schomann, Solvejh Wach, Manfred Wagner, Esther Walldorf, Marita Zabel, Alfred Zschietzschmann
 

Neuerscheinung in der Reihe „Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien“: Monarchische Herrschaft im Altertum

Ein Großteil der Staaten in der Antike waren Monarchien. Umso erstaunlicher ist es, dass bislang keine systematische epochen- und kulturverglei­chende Untersuchung dieses Phänomens existierte. Der neue Band aus der Reihe „Schriften des Histori­schen Kollegs. Kolloquien“ schließt diese Lücke. Stefan Rebenich und 26 weitere ausgewiesene Spe­zialistinnen und Spezialisten nehmen die Allein­herr­schaft von Ägypten und dem Alten Orient über die griechisch-römische Antike bis in die Spätantike, das Frühmittelalter und die frühislamische Zeit in den Blick. Vergleichend werden das alte China und die Rezeptionsgeschichte betrachtet.
Der Band geht auf das Fachkolloquium „Monarchische Herrschaft im Altertum“ zurück, das Professor Dr. Stefan Rebenich im Januar 2014 am Historischen Kolleg durchgeführt hat. Stefan Rebenich war im Kollegjahr 2013/2014 Senior Fellow des Historischen Kollegs München. Er ist Professor für Alte Geschichte und Rezeptionsgeschichte der Antike an der Universität Bern. Mittel für das Stipendium und das Kolloquium hat die Fritz Thyssen Stiftung zur Verfügung gestellt. Herausgegeben wurde der Kolloquiumsband 94 von Stefan Rebenich unter Mitarbeit von Dr. Johannes Wienand, der ab Oktober 2017 als Junior Fellow am Historischen Kolleg über „Die Politisierung des Todes: Die Epitaphios Logos im demokratischen Athen“ forschen wird.
„Monarchische Herrschaft im Altertum“ ist als Band 94 der Reihe „Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien“ im Verlag De Gruyter/Oldenbourg erschienen. Eine Übersicht über die gesamte Reihe sowie zahlreiche Bände als pdf-Datei zum kostenlosen Herunterladen und Durchsuchen finden sich auf der Homepage des Historischen Kollegs.
Stefan Rebenich (Hg.): Monarchische Herrschaft im Altertum. Berlin/Boston 2017, XIII, 678 S. ISBN 978-3-11-046385-9, 139,95 €

SESSION 1: Post-War Political Frameworks, Networks and Movements

Conference „The Long End of the First World War. Ruptures, Continuities and Memories“

This video shows the first session of the Herrenhausen Symposium on „The Long End of  he First World War“ which took place in Hanover, Germany, from May 8-10, 2017. The session ‘Post-war political frameworks, networks and movements’ was chaired by Jennifer Jenkins (Toronto) and featured two keynotes, one by Radhika Desai (Manitoba) and one by Cemil Aydin (North Carolina). Desai stressed the need for a structural and long-term analysis of the conflict to understand the War’s exact role in rethinking the twentieth-century world order. Aydin discussed how colonizers and the colonized made strategic use of the notions of race, nation and religion in service of geopolitical calculations.
Radhika Desai | The First World War as a Crisis of the Imperial Order

Thomasius-Club: Rebekka Habermas – Skandal in Togo

05. Juli 2017 um 20 Uhr, Bibliotheca Albertina in Leipzig

Unter dem Titel „Skandal in Togo“ thematisiert die in Göttingen lehrende Historikerin Rebekka Habermas in ihrem neuesten Buch ein Stück deutscher Kolonialgeschichte. Christliche Mission, Berliner Regierungspolitik und Vergewaltigungen der einheimischen Frauen spielen eine finstere Rolle. Briefe aus Togo nach Berlin transportieren Wissen und Klagen über gewalttätige Übergriffe, sexlüsterne Beamte und eine lahmende Ökonomie, gleichzeitig aber verschweigen sie die vielen kleinen und großen Widersprüche kolonialer Herrschaft. Rebekka Habermas schildert den alltäglichen kolonialen Rassismus und sein, häufig überraschendes, Echo im deutschen Kaiserreich. Wir fragen die Autorin nach den Methoden einer solchen Mikrogeschichte und nach deren Resonanz in aktuellen Diskussionen.

Globale Trends zu Flucht und Flüchtlingsschutz. Fragen zu Verantwortung, Lösungen und Lebensbedingungen von Flüchtlingen

Ein Beitrag in Ko-Autorinnennschaft von Ulrike Krause und Janna Wessels

Anlässlich des Weltflüchtlingstags, der seit 2001 jährlich am 20. Juni stattfindet, reflektieren wir in diesem Beitrag die internationalen Entwicklungen von Flucht und Flüchtlingsschutz und diskutieren drei zentrale Herausforderungen. Dabei gehen wir auf den kürzlich veröffentlichten Bericht über globale Trends 2016 des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) ein.

Publier à l’ère numérique | Publizieren im digitalen Zeitalter

Centre Marc Bloch Berlin: Table ronde | Podiumsdiskussion
Mareike König, Herbert Grütter, Denis Eckert, Laurent Romary

La notion de publication numérique est encore aujourd’hui pour beaucoup soit une contradiction dans les termes soit un repoussoir: publier en ligne revient encore souvent à publier au rabais. Pourtant, la publication numérique se développe depuis plusieurs décennies et est devenue, autant dans les pratiques de lecture que dans les pratiques de recherches en sciences humaines et sociales, un espace de communication à part entière. Celui-ci abrite des matériaux aussi divers et complexes que des éditions de sources primaires,  des  bases  de  données, des plateformes de publication d’ouvrages ou des journaux en lignes, qu’il est possible de mettre aisément en relation les uns avec les autres. Cette structure de circulation dans l’espace de publication numérique est porteuse d’un potentiel fascinant, qui se heurte cependant, même si ce n’est que symboliquement, à certaines pratiques juridiques, sociales ou scientifiques.
Der Begriff “digitale Publikation” klingt für viele noch widersprüchlich, oder er schreckt einfach ab. Online-Veröffentlichungen gelten noch oft als minderwertige Publikationen. Dennoch entwickelt sich das digitale Publizieren seit mehreren Jahrzehnten, ja es ist sowohl in den Lese- als auch in der Forschungspraxis in den Geistes- und Sozialwissenschaften ein ein entscheidender, eigenständiger Kommunikationsraum geworden. Dort sind so unterschiedliche Materialien zu finden wie Editionen von Primärquellen, Datenbanken, Bücherplattformen, Zeitschriften, die leicht mit einander in Verbindung gesetzt werden können.  Diese Zirkulationsstruktur im Publikationsraum birgt ein faszinierendes Potential, das dennoch – wenn auch nur symbolisch – an juristischen, sozialen oder wissenschaftlichen Grenzen stößt.

Nicht alle Wege führen nach Rom. <br /> Wissenschaftsmanagement als Karriereoption, auch in den Kulturwissenschaften?

Mainz | Atrium Maximum | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Unsere heutige Wissenschaftswelt ist von der Notwendigkeit geprägt, sich in Netzwerken zu organisieren, Forschung im Verbund zu betreiben, über aufwendige Förderanträge in einer sehr vielfältigen Förderlandschaft Drittmittel einzuwerben, und diese dann auch ordnungsgemäß zu verwalten und die Verbundaktivitäten zu koordinieren. Neben der wissenschaftlichen Exzellenz ist ein hohes Maß an Managementgeschick gefragt. Doch lässt sich Wissenschaft wirklich managen? Wieviel Management brauchen wir, wer sollte dies übernehmen? Und können die gestellten Herausforderungen auch neue Karrierewege eröffnen? Diesen und anderen Fragen wollen wir am Beispiel der Kulturwissenschaften in der Veranstaltung: Nicht alle Wege führen nach Rom. Wissenschaftsmanagement als Karriereoption, auch in den Kulturwissenschaften? nachgehen.

Dauer: 10:00-16:15
Ort: Atrium Maximum (Linke Aula, Alte Mensa), Johann-Joachim-Becher-Weg 5m Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Anmeldung unter: nachwuchs-kuwi@uni-mainz.de
Anmeldung bis: 23.06.2017
Zielgruppe:

fortgeschrittene Studierende der Kulturwissenschaften und benachbarter Disziplinen
Wissenschaftlicher Nachwuchs
Interessierte an alternativen Karriereoptionen

Science Sips zum Thema Biodiversität im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane

Berlin | Museum für Naturkunde Berlin

Schon einmal Beifanggerichte probiert oder beim Algencocktail über biologische Vielfalt diskutiert? Die dritte Science Sips Veranstaltung der Reihe „Ein Geschmack der Zukunft der Meere“ im Museum für Naturkunde findet am 21. Juni um 19:00 Uhr (Einlass 18:30 Uhr) mit Kurzvorträgen und interaktiver Diskussion zu den Themen Biodiversität statt. Bei dieser Science Sips Veranstaltung werden außerdem die Gewinner des Rezeptwettbewerbs „Klug gefischt“ ausgezeichnet. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane hat gemeinsam mit EDEKA und dem WWF deutschlandweit nach den besten Rezepten mit nachhaltig gefangenem Fisch gesucht. Wir würden uns freuen, Sie zur Preisverleihung mit Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und den anschließenden Vorträgen der Science Sips-Veranstaltungsreihe begrüßen zu können: Die kulinarischen Partner Küstlichkeiten und Bone.Berlin servieren dabei Streetfood-Leckerbissen aus nachhaltigen Meeresprodukten. Eintritt: 5,-€, der Eintritt beinhaltet Streetfood-Häppchen 21.Juni 2017, Einlass 18.30 Uhr, Beginn 19.00 Uhr Anmeldung erbeten unter: besucherservice@mfn-berlin.de oder 030 2093 8550 Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.naturkundemuseum.berlin/gz Ein Projekt des Ecologic Instituts und des Museums für Naturkunde Berlin.

Call for Exposés: Paradiese (19. Juni 2017)

4. Ausgabe der AVENUE – Das Magazin für Wissenskultur

Was haben der Garten Eden, unser Schrebergarten-Glück und die Insel Utopia gemeinsam? Nichts, ausser dem vagen Versprechen auf Wunscherfüllung. Doch der erste Blick trügt. Denn sie alle verweisen auf Orte, die sich von ihrer profanen Umgebung auf spezifische Weise abgrenzen: All diese Paradiese verfügen über eigene Zwecke, Räume und Zeiten.
Paradiese überraschen als subversive Gegenwelten oder bestätigen unsere Ambitionen in Reinform. Sie trösten über Hunger, Arbeit und Mühsal hinweg oder schaffen ausgleichende Gerechtigkeit. Doch Paradiese sind exklusiv. Sie sind, darauf macht bereits das altiranische Wort pairi-daēza aufmerksam, «umgrenzte Bereiche» – mit hohen Transitbedingungen: Wer hinein will, muss sterben, glauben, lieben oder sich durch einen Griessbreiberg hindurchfressen. Nur für Paradiese auf Zeit, fürs Einkaufsparadies oder Hotel Eden, reicht die Gold Card. Wer die Zugangskontrolle übersteht, begegnet Fülle und Überfluss und bleibt doch unter seinesgleichen. Schliesslich muss man es in so einem Paradies ja auch aushalten – gelegentlich eine ganze Ewigkeit.

Im Paradies gibt es mehr Verbote als in der Hölle.Jüdisches Sprichwort

Die vierte Ausgabe der Avenue will anhand von Paradiesen unsere Sehnsucht vermessen. Deshalb suchen wir für Forschungsstand Paradiese Geisteswissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler, die sich Schlaraffenländern, Utopien, Gärten und Hotelanlagen aus unterschiedlichen Perspektiven und Disziplinen nähern. Drei Aspekte möchten wir besonders in Blick nehmen: Den Raum, die Zeit und den Zweck von Paradiesen.

Raum: Wie können die Grenzen zu einem Paradies überwunden werden? Wie gestaltet sich die Binnenarchitektur eines Paradieses und was symbolisiert sie? Wie jenseitig oder diesseitig, wie himmlisch oder irdisch sind Paradiese?
Zeit: Ist das Paradies schon verloren oder erwartet es uns in der Zukunft? Liegt es wie eine utopische Insel unentdeckt in der Gegenwart? Und wie entgeht das ewige Leben der Langeweile – auch rhetorisch, wenn von ihm erzählt wird?
Zweck: Welche Sehnsüchte bedienen und nähren Paradiese? In welchem Verhältnis stehen sie zur Lebenswelt: wirken sie konservativ, karnevalesk oder subversiv? Gehorcht der ständige Aufschub einer Erlösung im Paradies gar einer Idee der Ausbeutung: machen Paradiese gefügig, brav und fleissig?

Diese Aspekte versprechen interessante Rückschlüsse, wie Paradiese unsere Hoffnungen und Sehnsüchte organisieren.
Wir suchen Beiträge
Die Avenue – Das Magazin für Wissenskultur ist die einzige populärwissenschaftliche Zeitschrift für Geistes- und Sozialwissenschaften im deutschsprachigen Raum. Sie erscheint zunächst als offene Diskussionsplattform online, im sogenannten Avenue Salon. Nach der Diskussion im Netz gelangen die Inhalte samt ausgewählten Kommentaren in den Druck.
Für die vierte Ausgabe zum Thema Forschungsstand Paradiese suchen wir verständliche, kurze und präzise Beiträge aus den verschiedenen Disziplinen der Geistes- und Sozialwissenschaften. Zu den gesuchten Formaten gehören wissenschaftliche Artikel, Reportagen, Positionen genauso wie Interviews. Zur Inspiration mögen die Beiträge der ersten drei Ausgaben dienen. Für Orientierung bezüglich Umfang und Sprachduktus wiederum sorgt folgende Seite.
Fair content
Mit der Avenue setzen wir uns für fair content ein. Damit wollen wir wissenschaftliches und wissenschaftsjournalistisches Schreiben nicht nur angemessen honorieren, sondern auch ein Zeichen setzen: Geistes- und sozialwissenschaftliches Denken und Wissen sind wertvoll! Da für die Avenue noch keine langfristige Finanzierung gefunden ist, bitten wir die Autorinnen und Autoren, vorerst mit einer Entschädigung von 250 € pro Beitrag zu rechnen.
Wir freuen uns über Exposés von bis zu 500 Wörtern, die spätestens am 19. Juni 2017 bei uns eintreffen: corinna.virchow@avenue.jetzt und mario.kaiser@avenue.jetzt. Am 20. Juni entscheiden wir, welche Skizze wir für geeignet halten, um als Beitrag für die Avenue ausgearbeitet zu werden.
Wir danken herzlich für die Kenntnisnahme und Verbreitung dieses Call for Exposés und freuen uns jetzt schon über zahlreiche Einsichten und Reflexionen zum Thema Paradiese.
Corinna Virchow                                              Mario Kaiser

Weltbildner. Biographische Annäherungen an die (Medien-) Geschichte des Globalismus nach 1945

Vortrag von David Kuchenbuch am Historischen Kolleg München

In seinem aktuellen Forschungsprojekt befasst sich Dr. David Kuchenbuch mit der politischen Semantik der „Einen Welt“ in der Bundesrepublik Deutschland und den USA in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dabei erprobt er einen mediengeschichtlichen Zugang zur Geschichte des Globalismus. Es werden – exemplarisch und mittels einer entschieden kontextualisierenden Herangehensweise – zwei Spezialisten der Medialisierung globaler Interdependenzen untersucht: der deutsche Historiker und Kartograf Arno Peters (1916-2002) und der amerikanische Erfinder und public intellectual R. Buckminster Fuller (1895-1983). Peters und Fuller entwickelten vielverkaufte Weltkarten, weltgeschichtliche Tabellen und Rollenspiele, die das Eingebundensein der Bewohner des globalen „Westens“ in translokale, weltumspannende Zusammenhänge verdeutlichten. Auf Basis intensiver Archivrecherchen werden der wissensgeschichtliche Hintergrund dieser Repräsentationen des Weltganzen rekonstruiert und die große Resonanz ausgemessen, die sie in der politischen Kultur beider Länder entwickelten. Denn die Analyse von Hoffnungen, die sich auf die Wirkung von Medien bei der Herausbildung individueller Verantwortungsgefühle für die Erde und die Menschheit richteten, verspricht das historiografische Verständnis von Prozessen der „Subjektivierung“ im 20. Jahrhundert zu erweitern.

Weltbildner. Biographische Annäherungen an die (Medien-) Geschichte des Globalismus nach 1945

Vortrag von David Kuchenbuch am Historischen Kolleg München

In seinem aktuellen Forschungsprojekt befasst sich Dr. David Kuchenbuch mit der politischen Semantik der „Einen Welt“ in der Bundesrepublik Deutschland und den USA in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dabei erprobt er einen mediengeschichtlichen Zugang zur Geschichte des Globalismus. Es werden – exemplarisch und mittels einer entschieden kontextualisierenden Herangehensweise – zwei Spezialisten der Medialisierung globaler Interdependenzen untersucht: der deutsche Historiker und Kartograf Arno Peters (1916-2002) und der amerikanische Erfinder und public intellectual R. Buckminster Fuller (1895-1983). Peters und Fuller entwickelten vielverkaufte Weltkarten, weltgeschichtliche Tabellen und Rollenspiele, die das Eingebundensein der Bewohner des globalen „Westens“ in translokale, weltumspannende Zusammenhänge verdeutlichten. Auf Basis intensiver Archivrecherchen werden der wissensgeschichtliche Hintergrund dieser Repräsentationen des Weltganzen rekonstruiert und die große Resonanz ausgemessen, die sie in der politischen Kultur beider Länder entwickelten. Denn die Analyse von Hoffnungen, die sich auf die Wirkung von Medien bei der Herausbildung individueller Verantwortungsgefühle für die Erde und die Menschheit richteten, verspricht das historiografische Verständnis von Prozessen der „Subjektivierung“ im 20. Jahrhundert zu erweitern.

Conference Opening: The Long End of the First World War

Welcome Addresses Wilhelm Krull and Andreas Gestrich | Introduction Katrin Bromber

The symposium focuses on the relation between global history and social history, highlighting actors and regions, and it systematically engages with the issue of diverse periodizations. ln discussing linkages between experience, historiography, and commemoration, the symposium aims at unsettling the notion of a static and clearly defined „end“ of the War, a construct mainly based on European developments. How did the developments which marked the end of the War differ regionally, and how did prisoners of war, demobilized soldiers, women, or children from and in Asia, Africa, and the Middle East perceive and experience the „end“? How did this „end“ influence new networks, socialmovements, society, economic processes, or ecological developments? And how were these ques­ tions discussed by contemporary intellectuals? With the centennial of the outbreak of the War and the increasing temporal distance it conveys, the nature of remembrance, too, is changing. 2014 was marked by extensive com­ memoration activities in many parts ofthe  world, not only on various politicallevels but also in the media, in the fields of Iiterature and in the arts. The symposium asks whether and how they shaped contemporary dialogues on commemoration-not only in Asia, Africa, or Latin America but also in Europe. Canthelass of  „Zeitzeugen“ be compensated by the use of electronic and other media? And: does this make transnational commemoration easier (or more difficult)? We are particularly interested in issues and questions of what could be called „non-memory“, torgatten or submerged memories. What is written out of historical narratives and what is being rediscovered? ln this respect, the symposiumwill  also discuss questions of changing memories and contested commemorations.

Die Aufklärung in Brandenburg-Preußen – Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Steffen Martus (HU Berlin), Prof. Dr. Andreas Pečar (Uni Halle) und Prof. Dr. Iwan-Michelangelo D´Aprile (Uni Potsdam)

Potsdam | Eine Veranstaltung des Research Center Sanssouci (RECS)

Heute und im Grunde zu jeder Zeit gilt, frei nach Friedrich Nicolai: „Aufklärung ist überall, zumal in Deutschland nötig.“ Denn die Aufklärung spielt als eine Denkrichtung, auf die man sich in der Gegenwart immer wieder gern bezieht, eine große Rolle: sie stiftet einerseits Tradition, verbindet uns also mit unserer Vergangenheit, und sie weist uns andererseits, weil sie meist positiv gesehen wird, einen möglichen Weg in die Zukunft. Ist der Sachverhalt aber so einfach? Wie nah steht uns die große Zeit der Aufklärer und der Aufklärung, das 18. Jahrhundert, wie nah das aufklärerische Denken in Brandenburg-Preußen? Was kann – ganz aktuell – vorbildlich für die Gegenwart und gar für die Zukunft sein, was nicht? Darüber diskutieren der Leibniz-Preisträger Prof. Dr. Steffen Martus von der Humboldt-Universität zu Berlin und Prof. Dr. Andreas Pečar von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die beide jüngst ein Buch zur Aufklärungsforschung vorgelegt haben. Die Veranstaltung wird moderiert von Prof. Dr. Iwan-Michelangelo D´Aprile, Direktor des RECS und Inhaber der Professur Kulturen der Aufklärung der Universität Potsdam.
Mi., 28.06.17  I  19 Uhr  I  Der Eintritt ist frei Um Anmeldung unter t.vuminh@recs.academy wird gebeten.
Neue Kammern I  Ovidsaal Park Sanssouci  I  Eingang über Maulbeerallee 14469 Potsdam
www.recs.academy

Die Aufklärung in Brandenburg-Preußen – Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Steffen Martus (HU Berlin), Prof. Dr. Andreas Pečar (Uni Halle) und Prof. Dr. Iwan-Michelangelo D´Aprile (Uni Potsdam)

Potsdam | Eine Veranstaltung des Research Center Sanssouci (RECS)

Heute und im Grunde zu jeder Zeit gilt, frei nach Friedrich Nicolai: „Aufklärung ist überall, zumal in Deutschland nötig.“ Denn die Aufklärung spielt als eine Denkrichtung, auf die man sich in der Gegenwart immer wieder gern bezieht, eine große Rolle: sie stiftet einerseits Tradition, verbindet uns also mit unserer Vergangenheit, und sie weist uns andererseits, weil sie meist positiv gesehen wird, einen möglichen Weg in die Zukunft. Ist der Sachverhalt aber so einfach? Wie nah steht uns die große Zeit der Aufklärer und der Aufklärung, das 18. Jahrhundert, wie nah das aufklärerische Denken in Brandenburg-Preußen? Was kann – ganz aktuell – vorbildlich für die Gegenwart und gar für die Zukunft sein, was nicht? Darüber diskutieren der Leibniz-Preisträger Prof. Dr. Steffen Martus von der Humboldt-Universität zu Berlin und Prof. Dr. Andreas Pečar von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die beide jüngst ein Buch zur Aufklärungsforschung vorgelegt haben. Die Veranstaltung wird moderiert von Prof. Dr. Iwan-Michelangelo D´Aprile, Direktor des RECS und Inhaber der Professur Kulturen der Aufklärung der Universität Potsdam.
Mi., 28.06.17  I  19 Uhr  I  Der Eintritt ist frei Um Anmeldung unter t.vuminh@recs.academy wird gebeten.
Neue Kammern I  Ovidsaal Park Sanssouci  I  Eingang über Maulbeerallee 14469 Potsdam
www.recs.academy

„Die Kalte Kriegs-Logik auf den Kopf gestellt“

Interview mit Nikolas Dörr über die Geschichte des Eurokommunismus

Der Eurokommunismus galt in Zeiten des Kalten Krieges als dritter Weg zwischen dem Kommunismus sowjetischer Prägung und der Sozialdemokratie in der westlichen Welt. Tatsächlich konnte er als politische Strömung in mehreren westlichen Demokratien an Einfluss gewinnen – Parteien, die sich zum Eurokommunismus bekannten, erreichten in den Parlamenten Sitzanteile von strategischem Gewicht unter anderem für die jeweilige Regierungsbildung. So insbesondere in Italien, wo die Kommunistische Partei Italiens (PCI) zur zweitwichtigsten Partei nach den Christdemokraten aufsteigen konnte und es bis zur Regierungsbeteiligung schaffte. Mit dem Ende des Kalten Krieges und dem Wegfall des sowjetischen Kommunismus verlor der Eurokommunismus seine Mittlerposition und verschwand weitgehend aus der politischen Arena. Der Historiker und Politikwissenschaftler Dr. Nikolas Dörr von der Universität Bremen hat die Geschichte des Eurokommunismus in seinem Dissertationsprojekt detailliert erforscht und dabei insbesondere die italienische Entwicklung untersucht. Wir haben ihm unsere Fragen gestellt.

Genderkonstruktionen und Gewalt gegen Frauen im Salafismus und Jihadismus

Vortrag von Prof. Dr. Susanne Schröter (Frankfurt) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

Salafismus und Jihadismus streben die Etablierung einer gesellschaftlichen Ordnung an, die sich in jeder Hinsicht an einem rekonstruierten Ideal der medinensischen Gesellschaft des 7. Jh. orientiert. Das betrifft auch die Genderbeziehungen, die auf den Prinzipien einer allumfassenden Geschlechtertrennung, der Verbannung von Frauen aus dem öffentlichen Raum und ihrer Unterwerfung unter männliche Dominanz basieren. Im Jihadismus wird zusätzlich zwischen Musliminnen und Nichtmusliminnen unterschieden. Während ersten, sofern sie sich den Regeln der Scharia unterwerfen und ihrem Ehemann gegenüber gehorsam sind, ein festumrissener Status zugesagt wird, der bei einigen Salafistinnen durchaus auf Zustimmung trifft, sind Nichtmusliminnen rechtlos und männlicher Gewalt ohne jeden Schutz ausgeliefert. Empirische Beispiele aus Syrien, dem Irak oder Nigeria zeigen, dass sie entführt, versklavt, vergewaltigt und verkauft werden. Der Vortrag illustriert die Rechtfertigung dieser Genderverhältnisse und der inhärenten Gewalt gegen Frauen auf der Grundlage von Schriften salafistischer und jihadistischer Autor/innen und Internetblogs.

Cristiani e musulmani nella Capitanata: Episode 1 – Lo svevo ed i musulmani (prima puntata)

In seguito ad una rivolta, l’imperatore Federico II di Svevia aveva progressivamente deportato migliaia di saraceni dalla Sicilia nella città pugliese di Lucera. Nella storiografia nazionalista del IX secolo ed anche dai nazisti, per i quali Federico II è sempre stato un simbolo della rivendicazione del potere tedesco in Europa, è rimasta per tanto tempo la convinzione, che questi musulmani fossero stati arrestati come punizione per la loro ribellione ed imprigionati nel castello della città di Lucera. Il Prof. Lukas Clemens, storico e archeologo da Trier, analizza criticamente con la sua ricerca questa prospettiva che appare distorta e ricostruisce un’immagine molto diversa del rapporto tra l’Imperatore del Sacro Romano Impero ed i „suoi“ musulmani in Italia.

„Mao hatte anfangs keinen großen Masterplan“

Experten-Interview mit Prof. Dr. Felix Wemheuer zur Kulturrevolution vor 50 Jahren

Felix Wemheuer ist Professor für Moderne China-Studien an der Universität Köln. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Sozialgeschichte Chinas des 20. Jahrhunderts mit Hinblick auf das ländliche China, Klassen- und Geschlechterverhältnisse und ethnische Minderheiten, die Hungersnot infolge des „Großen Sprung nach vorne“ (1958–1961) sowie die Kulturrevolution vor allem in der Provinz Shandong. Zu seinen wichtigsten Publikationen gehören Famine Politics in Maoist China and the Soviet Union (New Haven: Yale University Press 2014), Mao Zedong (Reinbek: Rowohlt 2010) und der zusammen mit Barbara Mittler herausgegebene Sammelband Kulturrevolution als Vorbild? Maoismen im deutschsprachigen Raum (Wien etc.: Peter Lang 2008).
Clara Bußkamp studiert an der Ruhr-Universität Bochum Sinologie und Neuere Geschichte. Sie konzipierte, führte und transkribierte das Interview.

Livestream: Publizieren im digitalen Zeitalter

Podiumsdiskussion am Centre Marc Bloch im Livestream: 1. Juni, 14-16 Uhr

Der Begriff “digitale Publikation” klingt für viele noch widersprüchlich, oder er schreckt einfach ab. Online-Veröffentlichungen gelten noch oft als minderwertige Publikationen. Dennoch entwickelt sich das digitale Publizieren seit mehreren Jahrzehnten, ja es ist sowohl in den Lese- als auch in der Forschungspraxis in den Geistes- und Sozialwissenschaften ein ein entscheidender, eigenständiger Kommunikationsraum geworden. Dort sind so unterschiedliche Materialien zu finden wie Editionen von Primärquellen, Datenbanken, Bücherplattformen, Zeitschriften, die leicht mit einander in Verbindung gesetzt werden können.  Diese Zirkulationsstruktur im Publikationsraum birgt ein faszinierendes Potential, das dennoch – wenn auch nur symbolisch – an juristischen, sozialen oder wissenschaftlichen Grenzen stößt.
Die Zurückhaltung bei der Aneignung des digitalen Publikationsraums hängt teilweise damit zusammen, wie dieser Lese- und Schreibpraktiken zu verschieben scheint. In dieser Podiumsdiskussion geht es darum, diese Verschiebungen zu artikulieren, aber auch die Kontinuitäten stark zu machen, und damit auch das Potential digitalen Publizierens auszuloten.
Die Veranstaltung wird vom Centre Marc Bloch, von DARIAH-EU und von der Französischen Botschaft in Berlin organisiert; gestreamt und aufgezeichnet vom Wissenschaftsportal L.I.S.A. der Gerda Henkel Stiftung.
Warming Up: One-Minute-Madness (15mn)
In den ersten 15 Minuten der Veranstaltung sind 10 bis 12 Beiträge geplant, die jeweils eine Minute dauern. Die eingeladenen KurzrednerInnen können sich an u.s. Themen orientieren. Ziel dieser dynamischen Einführung in das Thema ist, so viele Facetten zu beleuchten wie möglich, die dann im Anschluss in der Podiumsdiskussion wieder aufgegriffen werden können.
Mögliche Themen: Bloggen, Open Peer Review, Post-Publication peer review, einzelne Publikationsprojekte oder einer im Rahmen eines digitalen Publikationsprojekts entstandenen Frage.
Podiumsdiskussion “Digitale Publikationen heute, ein Vademecum”
Die einstündige Podiumsdiskussion wird moderiert von Laurent Romary (Inria/Centre Marc Bloch). Jeder Diskutant/Jede Diskutantin ist eingeladen, die Sprache seiner/ihrer Wahl zu verwenden (Deutsch bzw. Französisch).
DiskutantInnen:
– Mareike König (Deutsches Historisches Institut Paris)
– Herbert Grüttemeier (Institut de l’information scientifique et technique)
– Denis Eckert (Centre Marc Bloch)
 
Centre Marc Bloch (Berlin), Raum Germaine Tillion (7. Stock), 1. Juni,
14:00-16:00

Einladung zum 3. Doktorandenstammtisch (Dresden, Halle, Leipzig)

9.6.2017 um 18 Uhr im Institut für Kunstgeschichte der Universität Leipzig

Liebe Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie Alumni der Gerda Henkel Stiftung, wir laden Euch herzlich zum 3. Doktorandenstammtisch am Freitag, den 9.6.2017 um 18 Uhr ein. Der Stammtisch findet im kleinen Seminarraum des Institutes für Kunstgeschichte der Universität Leipzig, Wünschmanns Hof, (Zugang: Dittrichring 18-20) 5. Etage, 04109 Leipzig statt.Oscar Dube wird uns sein Dissertationsprojekt „Bauern und Herren – große und kleine Wirte: Innovation & Produktivität in der Landwirtschaft Sachsens von der Neuzeit bis zum Ersten Weltkrieg“ vorstellen.Da wir anschließend etwas essen gehen wollen, wäre es schön, wenn Ihr uns per E-Mail eine Rückmeldung bis zum 5.6.2017 gebt, falls Ihr teilnehmen wollt (anke_dietrich@gmx.de). Gerne könnt Ihr auch weitere Interessenten auf den Stammtisch aufmerksam machen.Wir freuen uns auf Euer Kommen!Viele GrüßeAnke Dietrich und Karen Kriedemann

Geld für Griechenland? Investitionen europäischer Bankiers im 19. Jahrhundert

Vortrag von Korinna Schönhärl am Historischen Kolleg München

Im Zuge seiner Nationalstaatsgründung Anfang der 1830er Jahre rückte der neue griechische Staat auch in den Blickpunkt europäischer Finanziers und Banken. Das Land braucht Geld, sein größtes Kapital waren nicht zuletzt die Euphorie in Europa während des griechischen Unabhängigkeitskampfes gegen das Osmanische Reich sowie ein kultureller Philhellenismus. In das kleine Königreich strömten bereits seit Beginn seines Unabhängigkeitskampfes im Jahr 1821 Spenden, Anleihen und Direktinvestitionen aus ganz Europa. Nach der Staatsgründung 1832 wurde es verstärkt als neuer Investitionsmarkt von europäischen Finanziers wahrgenommen. Am Beispiel Griechenlands stellt die Historikerin PD Dr. Korinna Schönhärl von der Universität Duisburg-Essen die vielschichtigen Motive für Kapitalinvestitionen britischer, französischer, schweizerischer und deutscher Bankiers untersucht werden: Aus welchen Gründen entschieden sich die Geldgeber zu ihren Kapitaltransfers in das neue Hellas? Welche finanziellen, ideologischen, konfessionellen, familiären und politischen Aspekte wirkten zusammen, um die Taschen der Bankiers und Anleger für Griechenland zu öffnen?

Thomasius-Club: Marc Rölli – Die Franzosen und die Kunst

07. Juni 2017 um 20 Uhr, Bibliotheca Albertina in Leipzig

Der seit 2015 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig lehrende Philosoph Marc Rölli ist Kenner der zeitgenössischen französischen Philosophie und Ästhetik. In welchen Denkwelten begegnen sich Kunst und Philosophie? Haben die Denker den Kreativen etwas zu sagen, oder sind diese eher jenen ein Anstoß? Wir fragen zudem nach seinen aktuellen Überlegungen zur „Kritik der anthropologischen Vernunft“: Kulminiert die ‚anthropologische Vernunft‘ in der Rassen-Ideologie des NS? Und gibt es Verbindungen zwischen anthropologischen und ästhetischen Diskursen?
Der Thomasius-Club ist eine offene Gesprächsrunde, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einlädt und zu aktuellen Themen ihrer Forschung befragt. Das Programm des Thomasius-Club wird von einer kleinen Gruppe Aktiver sorgfältig ausgewählt und beschlossen.

Bildung als Schlüssel zu einer besseren Welt?

Interview mit Reiner Klingholz und Wolfgang Lutz zur Bedeutung von Bildung für die Zukunft

Klimawandel, Ressourcenknappheit, Radikalisierung: Die meisten hausgemachten Probleme der heutigen Gesellschaft lassen sich auf mangelnde Bildung zurückführen. Die Antwort auf Fragen der Bildung müssen internationale Anstrengungen für die Bildung breiter Bevölkerungsschichten sein, sagen die Demographieforscher Prof. Reiner Klingholz und Prof. Wolfgang Lutz. Denn auch die Folgen mangelnder Bildung seien weltweit zu spüren und machten vor Grenzen nicht Halt. Sie zeigen in ihrem Band „Wer überlebt? Bildung entscheidet über die Zukunft der Menschheit“ exemplarisch die Ursachen, Wirkungen und Risiken niedriger Bildung auf und entwickeln mögliche Szenarien, nach denen sich das Bildungsniveau der Weltbevölkerung und mit ihm die Krisen der Moderne entwickeln könnten.

On magical manuscripts in Early Modern Europe

How to trade illegal book collections in eighteenth century Germany

Dear colleagues,
my new book „Magical Manuscripts in Early Modern Europe. The Clandestine Trade in Illegal Book Collections“ (Basingstoke 2017) presents the story of a unique collection of 140 manuscripts of ‘learned magic’ that was sold for a fantastic sum within the clandestine channels of the German book trade in the early eighteenth century. Written in collaboration with Bernd-Christian Otto (Erfurt, Germany) the book will interpret this collection from two angles – as an artefact of the early modern book market as well as the longue-durée tradition of Western learned magic –, thus taking a new stance towards scribal texts that are often regarded as eccentric, peripheral, or marginal. We structured the study by the apparent exceptionality, scarcity, and illegality of the collection, and provide chapters on clandestine activities in European book markets, questions of censorship regimes and efficiency, the use of manuscripts in an age of print, and the history of learned magic in early modern Europe. As the collection has survived till this day in Leipzig University Library, the book provides a critical edition of the 1710 selling catalogue, which includes a brief content analysis of all extant manuscripts. We hope that the study will be of interest to scholars and students from a variety of fields, such as early modern book history, the history of magic, cultural history, the sociology of religion, or the study of Western esotericism.
http://www.palgrave.com/de/book/9783319595245 

Weltordnung im 21. Jahrhundert

Vortrag von Prof. Dr. Stefan A. Schirm (Bochum) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

Neue Herausforderungen prägen die Weltpolitik im 21. Jahrhundert. Der politische und wirtschaftliche Aufstieg der Schwellenländer stellt etablierte Ordnungsmuster in Frage, die globale Finanzkrise zeigt die Gefahren fehlender Regulierung der Finanzmärkte auf, Migrationsströme fordern westliche Gesellschaften wirtschaftlich und kulturell, neue Spannungen zwischen Russland und den USA erinnern an den Ost‐West‐Konflikt aus dem letzten Jahrhundert. Wie reagieren internationale Organisationen auf diese Herausforderungen? Welche Rolle kann Global Governance durch UNO, IWF und G20 spielen? Ist die Europäische Union durch Eurokrise, Migrationsströme und Brexit als Ordnungsmodell nachhaltig geschwächt? Führt der Aufstieg Chinas zu neuen Rivalitäten mit den USA? Können die neuen Kriege und islamistischer Terror bewältigt werden? Welche neuen weltpolitischen Ordnungsmodelle entsprechen den neuen Herausforderungen?

Tatort Archiv: Einem Gotteslästerer auf der Spur

Ein Film über die Arbeit mit Quellen im Archiv

Wer Vergangenes erforschen will, ist auf historische Dokumente, Bilder und Artefakte angewiesen. Ein Grossteil dieser Quellen wird heute in Archiven aufbewahrt. In der historischen Forschung gleicht die Recherche im Archiv einer Spurensuche am Tatort – mit allen Überraschungen, Entdeckungen und Unwägbarkeiten, wie sie auch die Aufklärung eines Kriminalfalls mit sich bringt.
TATORT ARCHIV begibt sich auf die Spuren des Zürcher Generals Johann Rudolf Werdmüller, der im 17. Jahrhundert angeklagt wurde, gotteslästerliche Reden geschwungen und Landesverrat begangen zu haben. Was lässt sich im Archiv über Gotteslästerung in der Frühen Neuzeit in Erfahrung bringen? Wie entsteht eine historische Fragestellung? Warum ist Geschichtswissenschaft eine Gegenwartswissenschaft?
Anschaulich und praxisnah führt der Film in Techniken der Recherche und des historischen Forschens ein. Anhand von Gerichtsakten, Suppliken, Bildern und Briefen wird der Umgang mit handschriftlichem Material thematisiert. Der Film richtet sich an angehende Historikerinnen und Historiker sowie an alle, die sich zu detektivischer Spurensuche ins Archiv begeben wollen.

„Mystifizierung der Kulturrevolution“

Experten-Interview mit Dr. habil. Nora Sausmikat über Erinnerungspolitik in China

Nora Sausmikat ist Programmleiterin China der Stiftung Asienhaus in Köln. Sie forscht und publiziert zur chinesischen Frauenforschung, zur Geschichte der Intellektuellen, zur politischen Reform und zur Zivilgesellschaft in China. In ihrer Dissertation Kulturrevolution, Diskurs und Erinnerung: Eine Analyse lebensgeschichtlicher Erzählungen von chinesischen Frauen (Frankfurt: Lang, 2002) analysierte sie den Zusammenhang zwischen biografischer und kollektiver sowie staatlich gelenkter Sinnbildung. Hierfür führte sie umfangreiche Feldforschungsstudien durch, in deren Mittelpunkt junge städtische Frauen (zhiqing 知青 bzw. zhishi qingnian 知识青年, gebildete Jugendliche) standen, die im Rahmen der kulturrevolutionären Massenbewegung ab 1968 im ländlichen China sesshaft gemacht werden sollten.
Nana Sippel studiert Sinologie und Religionswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Sie konzipierte, führte und transkribierte das Interview.

50 Jahre Kulturrevolution: Die Rezeption in China und im Ausland

Workshop 2016 an der Ruhr-Universität Bochum | Fakultät für Ostasienwissenschaften

2016 jährte sich zum fünfzigsten Mal der Beginn der „Großen Proletarischen Kulturrevolution“, eines der einschneidendsten Ereignisse in der modernen chinesischen Geschichte. Die Kulturrevolution hat aber nicht nur die Entwicklung der Volkrepublik China nachhaltig beeinflusst. Sie hat internationale Auswirkungen gezeitigt, die erst in letzter Zeit in größerem Maßstab erforscht werden, nicht anders als die zum Teil noch immer tabuisierten Geschehnisse in China selbst. Auch die westdeutsche Protestbewegung der späten 60er Jahre hat unter dem Einfluss der Kulturrevolution gestanden.
Gegenstand der Tagung waren insbesondere die internationalen Wirkungen der Kulturrevolution, sowohl im ostasiatischen als auch im westlichen und namentlich im deutschen Raum. Bei der Veranstaltung wurde der Versuch unternommen, die nachträgliche theoretische Aufarbeitung der Kulturrevolution mit persönlichen Eindrücken und Erinnerungen zu verbinden.
Anschließend an den Workshop wurden von Studierenden drei Experteninterviews mit Nora Sausmikat, Felix Wemheuer und Daniel Leese geführt, die in Kürze hier bei L.I.S.A. in einer kleinen Reihe erscheinen werden. Der Beitrag von Heiner Roetz, „Erinnerung: 50 Jahre Kulturrevolution“ erscheint im Bochumer Jahrbuch zur Ostasienforschung, 39 (2016).

two 5-year Research Fellowships

(any discipline represented at the University of Konstanz) and, in collaboration with the Hector Stiftung II, one 5-year Hector Pioneer Fellowship (in the STEM fields represented at the University of Konstanz) (Salary Scale TV-L 14)

The University of Konstanz, with its “Institutional Strategy to promote Top-Level Research,” has been receiving continuous funding since 2007 within the framework of the Excellence Initiative by the German Federal and State Governments. The Zukunftskolleg is a central scientific institution of the University of Konstanz for the promotion of young researchers in the natural sciences, humanities and social sciences, and is an integral component of the institutional strategy “Model Konstanz — Towards a Culture of Creativity.” The Zukunftskolleg forms a platform for interdisciplinary discourse between distinguished researchers in Germany and abroad, and provides them with resources for obtaining extramural funding. The Zukunftskolleg of the University of Konstanz offers
two 5-year Research Fellowships (any discipline represented at the University of Konstanz) and, in collaboration with the Hector Stiftung II, one 5-year Hector Pioneer Fellowship (in the STEM fields represented at the University of Konstanz) (Salary Scale TV-L 14)
to develop and implement individual research projects. The Fellowships will begin on February 1, 2018, and end on January 31, 2023. The Hector Pioneer Fellowship is offered by the Zukunftskolleg in collaboration with the Hector Stiftung II and is dedicated to extraordinary post-doctoral researchers in STEM (Science, Technology, Engineering, Mathematics) fields. The candidates research ideally links up to the universitys focus areas: „Chemical Biology and Ecology“, „Molecular Nanotechnology and Materials Science“, and „Decision Sciences“ amongst others. Interdisciplinary and innovative projects are expressly welcome. The Zukunftskolleg provides a professional infrastructure and an appropriate workplace for conducting research. Fellows have the opportunity to benefit from a variety of career development measures, including the University of Konstanz’s Academic Staff Development and Research Support offices. Fellows may nominate recognized experts in their field of research as senior Fellows, who will be invited to Konstanz for a research stay of one to nine months. Each 5-year Fellow receives Start-up Funding and a Research Allowance. Furthermore, a pool is available for funding cooperative projects, research assistants, travel, and equipment purchases. Each Fellow is a member of both a university department and the Zukunftskolleg. These Fellowships are available to researchers characterized by a strong and creative mind, an ability to think and communicate beyond their own disciplines, regardless of their nationality. Applicant Requirements for this Fellowship include:

Candidates must be in possession of a doctoral degree (PhD thesis submitted and defended) and have acquired five years of postdoctoral research experience at most.
Candidates must not hold an academic permanent position, a professorship, or have a habilitation or equivalent (Venia legendi).
Candidates must have applied for a research group grant of at least 50,000 € or an equivalent amount of funding. This external grant should be used for their research while at the Zukunftskolleg, and should be obtained in a competitive process. A Fellowship offer is conditional on the approval of the external grant application. Candidates with their own position funded by another program, which can be transferred to Konstanz, are also eligible.
Applicants must propose a research project that ties in with a discipline represented at the University of Konstanz. Applicants should contact potential mentors (Local Hosts) among the researchers at the University of Konstanz in order to ensure appropriate affiliation. Support from the department strengthens the application. For the Hector Pioneer Fellowship: Applicants must propose a research project that ties in with one of the STEM disciplines and ideally with one of the academic focus areas of the University of Konstanz.

All these requirements have to be fulfilled at the application deadline (June 13, 2017). Fellows have an opportunity to teach. They are expected to participate actively in the regular weekly meetings of the Zukunftskolleg and to have their place of residence in Konstanz and the surroundings. Fellows are selected on the basis of their academic excellence, the quality and topicality of their research project outline, personal aptitude with regard to leadership and team skills. International experience in teaching or research, and a strong interest in interdisciplinary topics are desirable. Applications are evaluated in a three-stage process: 1. Eligibility check and pre-selection based on the written application; 2. Further selection based on independent peer reviews; 3. Personal assessment of the remaining candidates by the Recruitment Committee in the interdisciplinary Workshop on Future Research Directions, to be held at the University of Konstanz in November 2017. Candidates will be informed of the final decision one week after the workshop. More information on the Zukunftskolleg and current Fellows, as well as a special section devoted to the application and selection process (online application process, required documents, guidelines on eligibility, evaluation criteria, the timeline and the stages of the selection process) are available on our website at: https://www.uni-konstanz.de/zukunftskolleg/ . The University of Konstanz encourages applications from people with a disability. They will be given preference if appropriately qualified (contact +497531/88–4016). The University of Konstanz is an equal opportunity employer that tries to increase the number of women in research and teaching. The University of Konstanz is committed to further the compatibility of work and family life. The University of Konstanz offers a „Dual Career Couples Program“. Information can be obtained from: http://www.uni-konstanz.de/dcc . All applications and supporting materials must be submitted in English via the Online Application Platform including reference number 2017/052 at: www.zukunftskolleg.uni-konstanz.de/online-application . The required documents include a completed application form, a letter of motivation, research proposal, curriculum vitae, a writing sample, and two letters of reference. The deadline for applications is June 13, 2017, 11:00 am (Konstanz time). Contact: Anda Lohan, e-mail: a.lohan@uni-konstanz.de , Management Team, e-mail: zukunftskolleg-application@uni-konstanz.de

Vortrag und Workshop mit Prof. Dr. Anthony Grafton in Halle (Saale) | 20.-21. Juni 2017

20. Juni 2017 | 18 Uhr c.t. | IZEA, Bibliothekssaal
»The Polyhistor in the Atlantic World: How Humanistic reading practices came to the American Colonies« | Abendvortrag von Prof. Dr. Anthony Grafton (Princeton)

Anthony Grafton, Henry Putnam University Professor in Princeton, gehört zu den ganz großen klassischen Philologen und Historikern weltweit. Sein Spezialgebiet reicht vom Humanismus bis zur Aufklärung, jene Zeit, als Bibel und Antike Leitmodelle waren, die Welt zu erschließen und zu verstehen, als der klassische Philologe der Meister dieser Kunst war. „Bring Out Your Dead“ (so der Titel einer Aufsatzsammlung aus dem Jahr 2001) lautet die Devise seiner historischen Rekonstruktionen. Graftons Meisterstück ist die unübertroffen präzise Studie über Leben und Werk Joseph Scaligers (Joseph Scaliger: A Study in the History of Classical Scholarhip, 2 Bde., Oxford 1983, 1993), zu seiner Zeit der unbestrittene Fürst klassischer Philologie, zugleich Begründer der modernen historischen Chronologie. Grafton schaut nicht nur auf die Ideen und Methoden seiner Protagonisten. Sein besonderes Interesse gilt den Strukturen und Praktiken, die Ideen hervorbrachten, ihnen den Weg bereiteten. In seinen unnachahmlich kunstvollen Essays werden zum Beispiel „Humanists with Inky Fingers“ (2011) lebendig, können wir zuschauen, wie sie gelebt und gearbeitet haben.

Filmvorführung und Podiumsgespräch zu „Wołyń“

Donnerstag, 18. Mai 2017, 17.00 Uhr im Monopol-Kino, München

Der polnische Film »Wołyń« (Trailer) des bekannten Regisseurs Wojciech Smarzowski löste sowohl in Polen als auch in der Ukraine im Herbst 2016 hitzige Diskussionen aus. Der in Polen mehrfach ausgezeichnete Film hatte seine Premiere im Oktober 2016 und handelt von den Ereignissen in Wolhynien im Jahr 1943, als die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) einen Massenmord an der polnischen Bevölkerung verübte.
Im Juli 2016 ist dieses historische Geschehen auf politischer Ebene in Form eines Beschlusses des polnischen Parlaments aufgegriffen worden, wonach die damals ermordeten Polen als »Opfer eines Genozids« zu bezeichnen seien. Dies führte zu einer Emotionalisierung der Debatte. So wurde der Film kaum noch als künstlerisches Werk betrachtet, sondern seine Darstellung des historischen Geschehens unter dem Eindruck der aktuellen politischen Ereignisse und Beziehungen diskutiert und oftmals heftig kritisiert. Der Spielfilm entfaltete damit eine ungewöhnlich starke Wirkung auf beiden Seiten der polnisch-ukrainischen Grenze.
Im Rahmen der Veranstaltung wird der Film (OmeU, 150 Minuten) zum ersten Mal in Deutschland gezeigt und anschließend ein Podiumsgespräch mit dem Regisseur Wojciech Smarzowski, dem polnischen Historiker Grzegorz Motyka und dem ukrainischen Historiker Jurij Shapoval darüber geführt. So besteht außerhalb Polens erstmals die Gelegenheit, sich selbst einen Eindruck von dem Film zu verschaffen. In dem polnisch / ukrainischen Gespräch (mit konsekutiver Übersetzung) werden Fragen zum Film, zu seiner Wirkung und den Kontroversen näher beleuchtet.
Termin: 18. Mai 2017, 17:00 Uhr – ca. 21:00 Uhr
Ort: Monopol-Kino, Saal 1 (München, Schleißheimerstr. 127)
Bitte beachten Sie: Die Karten für die Veranstaltung sind leider ausverkauft. Eine Aufzeichnung der Podiumsdiskussion wird nach der Veranstaltung verfügbar sein. Wenn Sie darüber informiert werden möchten, wann und wo das Video online zu sehen sein wird, bitten wir Sie um eine Nachricht mit dem Betreff „Bitte um Information“ an wolyn@lrz.uni-muenchen.de.
Besuchen Sie auch gerne den Blog „Erinnerungskulturen“ der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien (https://erinnerung.hypotheses.org/), auf dem es einen Veranstaltungsbericht geben wird.
Podiumsteilnehmer

Prof. Grzegorz Motyka, polnischer Historiker und Experte für polnisch-ukrainische Beziehungen; in den Entstehungsprozess des Filmes eingebunden; Mitglied des polnisch-ukrainischen Historikerforums; Mitarbeiter der Polnischen Akademie der Wissenschaften
Prof. Jurij Shapoval, ukrainischer Historiker und Experte für ukrainisch-polnische Beziehungen; Mitglied des ukrainisch-polnischen Historikerforums; Mitarbeiter der Akademie der Wissenschaften der Ukraine; Mitglied der Deutsch-Ukrainischen Historikerkommission
Wojciech Smarzowski, Regisseur des Films und weiterer preisgekrönter Filme wie „Róża“, „Drogówka“ und „Dom Zły“

Moderation: Dr. Martin Sander (Deutschlandradio Kultur)

Veranstalter

Deutsch-Ukrainische Historikerkommission (DUHK)
Promotionskolleg Polen und Deutschland im modernen Europa (PDME)
Abteilung für Geschichte Ost- und Südosteuropas der Ludwig-Maximilians-Universität München
in Kooperation mit der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien

Weiterführende Links

Wolyn_Trailer
Wolyn_Ankündigungsplakat(374 KByte)

„History should teach humility“

Interview with James Grossman on historical sciences in the United States of America

In its annual meeting 2017, the American Historical Association discussed a wide spread of subjects, regarding many topics from different angles and times. We asked the Association’s President, Prof. James Grossman, about the impression the annual meeting left on him. He also told us about the situation of the humanities in general and the role of historians in particular under the current political circumstances in the United States of America.

GESIS Sommer Seminare 2017

Köln | 37. Methodenseminar | 6th GESIS Summer School in Survey Methodology

Das Methodenseminar vermittelt seit 1980 Grundlagenwissen und -fertigkeiten im Umgang mit quantitativen Forschungsdaten. Die in deutscher und englischer Sprache angebotenen Kurse sind modular strukturiert und interdisziplinär ausgerichtet.
Infos hier.
6th GESIS Summer School — August 3-25 2017 in Cologne
Every August since 2012, the GESIS Summer School in Survey Methodology takes place at GESIS, Cologne. Lecturers and participants from all over the world and from many different fields come to Cologne to take part in Europe’s leading summer school on survey methodology, research design, and data collection – recommended by the European Survey Research Association (ESRA).
More information.