Planet History

L.I.S.A.

Zum 2568. Geburtstag des Konfuzius

Eine Notiz aus Beijing

Malerisch gelegen in der Nähe das „Sees des Duftenden Reisfeldes“ (Daoxianghu) und des „Duftberges“ (Xiangshan) in den westlichen Ausläufern der chinesischen Hauptstadt Beijing findet sich der kleinstädtisch anmutende „Ort der Warmen Quelle“ (Wenquanzhen). Der kleine Vorort hat viel Grün, mutet fast wie ein Gartenstädtchen an. Man fühlt sich eher nach Südfrankreich versetzt, als an die Peripherie einer der wichtigsten Großstädte der Welt.

Likest Du nur oder lebst Du auch? Die digitale Revolution und ihre Folgen

Salon Sophie Charlotte 2017

Die digitale Revolution ist in aller Munde. Doch was genau ist das Revolutionäre am Digitalen bzw. was ist das Digitale an der Revolution? Möglicherweise aber handelt es sich bei dem Begriff der digitalen Revolution noch um einen Platzhalter für einen Wandel, der nach wie vor schwer zu fassen ist. Im Anschluss daran stellt sich die Frage, wer die Revolutionäre sind? Sind es die sogenannten digital natives oder gehören schon alle, die ein Smartphone nutzen bereits dazu? Und was genau unternehmen diese Revolutionäre? Ist Liken schon ein revolutionärer Akt? Oder ist es ganz anders: Ist das Digitale am Ende der Totengräber des Konzepts Revolution? Diesen und anschließenden Fragen stellt sich die Runde um den Mathematiker und Moderator Prof. Dr. Peter Deuflhard: der Soziologe und Journalist Dr. Christoph Kucklick, der Informatiker Alexander Markowetz, die Jura-Studierende Melodie Parva und die Psychologin Dr. Constanze Schreiner.

„Realer Lohnunterschied zu Lasten der Frauen“

Interview mit Thomas Hinz über Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau

Frauen verdienen nach wie vor und die meisten Fällen für dieselbe Arbeitsleistung weniger als Männer. Dass das so ist, hängt möglicherweise auch damit zusammen, dass diese Ungleichbehandlung gesellschaftlich nicht als solche wahrgenommen oder sogar als „normal“ empfunden wird. So die Ausgangshypothese einer Studie zur Lohnungleichheit der Universität Konstanz. Tatsächlich stellte sich heraus, dass eine Lohnlücke von bis zu neun Prozent als fair betrachtet wird. Wie sich dieses Ergebnis erklären lässt, das haben wir den Sozialforscher Prof. Dr. Thomas Hinz gefragt, der die Studie durchgeführt hat.

Geschichtstalk is coming

Neue Erzählungen am Abzug? – Serien gestreamt | Donnerstag 26.10., 20 Uhr, live bei L.I.S.A.

In einer Woche geht der Geschichtstalk Super7000 in die zweite Runde. Das Thema diesmal: Serien – oder besser gesagt, was haben Serien mit Geschichte zu tun. Exemplarisch wird dafür die Erfolgserie Game of Thrones besprochen, die jüngst mit der siebten Staffel alle Zuschauerrekorde gebrochen hat. Dabei stellen sich die Fragen: Welche Gegenwartsdiskurse werden in der Serie aufgegriffen und welche Geschichtsbilder und Narrative vermittelt? Wie prägt die Gegenwart unsere Vorstellungen von historischen Epochen? Und inwiefern sind Formate wie Game of Thrones Public History? 
Den Link finden Sie auf: https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/live

Die Namen der Künstler: Episode 1 – Der Corso

Für Alessandro della Latta ist nicht allein das Kunstwerk von Bedeutung. Denn der Kunsthistoriker beschäftigt sich mit den Signaturen der Künstler. Und diese sind ebenso vielfältig wie das Kunstwerk selbst: Auf der einen Seite sind sie Teil des Gemäldes, auf der anderen Seite ein eigener Mikrokosmos. Sie sind nicht selten gut versteckt oder gar in das Motiv des Werkes eingebunden: Objekte, die auch im Alltag Schriftzüge tragen, wie Warenkisten, Schiffe oder Messerklingen, geben Auskunft über die Urheberschaft des Werkes. Ab dem 16. Jahrhundert werden die Signaturen schließlich zu einem Authentizitätssiegel und daher ab dem 18. Jahrhundert immer öfter gefälscht, um mit Namen wie ‚Rembrandt‘ den Wert eines Bildes zu steigern. Zum Start der neuen Videoreihe gibt della Latta erste Einblicke in die Welt der Künstlersignaturen. 

Berliner Religionsgespräche: Religion und Politik. Untrennbar für immer?

Berlin | Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, 18:00 Uhr

Die Säkularisierung – die Verweltlichung als übergreifende Loslösung aus religiösen Bindungen und Befreiung von kirchlicher Vormundschaft – scheint längst abgeschlossen. Doch zugleich kehren Religionen in einzelnen Staaten wie auf der weltpolitischen Bühne zurück. Ist die Säkularisierung gescheitert? Ist der Rückgriff auf überlieferte religiöse und kulturelle Traditionen angesichts der scheiternden Sinn- und Identitätsangebote aus der westlichen Welt eine verständliche Reaktion? Wie gehen wir damit um, dass die Folgen sich weltweit bemerkbar machen und religiöse Überzeugungen oder deren Proklamation wieder politisches Handeln bestimmen?
Die Berliner Religionsgespräche sind eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Verlags der Weltreligionen, der BBAW, Deutschlandradio Kultur und der Udo Keller Stiftung Forum Humanum. Sie finden zweimal im Jahr statt.
Anmeldung unter: pr@schwindkommunikation.de
Begrüßung und Einführung: Prof. Dr. Christoph Markschies, Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften und Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin
Moderation:Dr. Ruth Kinet, Freie Autorin und Journalistin, 2008-2013 freie Korrespondentin in Tel Aviv
Es diskutieren:Prof. Dr. Micha Brumlik, em. Professor für Erziehungswissenschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt /M., PublizistProf. Dr. Alexander Flores, em. Professor für Wirtschaftsarabistik an der Hochschule BremenDr. Abdel-Hakim Ourghi, Leiter des Fachbereichs der Islamischen Theologie und Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule FreiburgDr. Ellen Ueberschär, Evangelische Theologin. Im Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung 
Schlusswort:Dr. Cai Werntgen, Vorstand der Udo Keller Stif tung Forum Humanum und Verlag der Weltreligionen

„Symbolische Entschädigungen für individuelle Ansprüche“

Interview mit Constantin Goschler zu den Reparationsforderungen Griechenlands

Im Zuge der Schuldenkrise in Griechenland und der daran anschließenden Debatte um die Rückzahlung der Kredite tauchte in den vergangenen Jahren immer wieder die Reparationsfrage auf. Die griechische Regierung versuchte beide Komplexe – aktuelle Schuldenlast und Reparationen aus dem Zweiten Weltkrieg – miteinander zu verknüpfen. Der staatliche griechische Rechnungshof hatte im Jahr 2015 die Höhe der deutschen Reparationsschuld für die Besetzung des Landes von 1941 bis 1944 und für die in der Zeit begangenen Kriegsverbrechen auf rund 280 Milliarden Euro taxiert. Die Bundesregierung erklärte daraufhin, dass die Reparationsfrage politisch und juristisch abgeschlossen sei. Ein Ende dieser Debatte scheint angesichts dieser verhärteten Positionen nicht in Sicht. Auf dem vergangenen Körber History Forum im Juni in Berlin hat der Historiker Prof. Dr. Constantin Goschler von der Ruhr-Universität Bochum diesen Konflikt zum Anlass für einen Kurzvortrag genommen, in dem er die Frage nach der historischen Schuld Deutschlands gegenüber Griechenland neu beleuchtet. Wir haben ihm dazu unsere Fragen gestellt. Im Anhang zu diesem Interview folgt das Manuskript des Vortrags, das wir mit der freundlichen Genehmigung Professor Goschlers an dieser Stelle veröffentlichen dürfen.

Aleida und Jan Assmann mit Balzan Preis geehrt

Jan Assmann, der Träger des Preises des Historischen Kollegs 1998, erhält gemeinsam mit seiner Frau Aleida Assmann den diesjährigen Balzan Preis. Die mit 750.000 Schweizer Franken (rund 660.000 Euro) dotierte Auszeichnung wird dem Ehepaar für die gemeinsame, interdisziplinäre Erarbeitung des Konzepts „kulturelles Gedächtnis“ verliehen. Professor Dr. Aleida Assmann war bis zu ihrer Emeritierung Professorin für Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Universität Konstanz. Ihr Mann, Professor Dr. Jan Assmann, ist Honorarprofessor der Universität Konstanz und Professor emeritus am Institut für Ägyptologie der Universität Heidelberg. Für seine Forschungen bekam er 1998 den Preis des Historischen Kollegs verliehen, der als deutscher Historikerpreis gilt. Mit dem renommierten Balzan Preis werden seit 1961 jedes Jahr Persönlichkeiten vorwiegend aus den Geistes- und Naturwissenschaften ausgezeichnet. Im Jahr 1993 erhielt der Neuzeithistoriker und langjährige Kuratoriumsvorsitzende des Historischen Kollegs, Professor Dr. Lothar Gall, den internationalen Preis, drei Jahre später wurde dem Mediävist und Historikerpreisträger von 1986, Professor Dr. Arno Borst, die Auszeichnung zuerkannt. Die diesjährige Preisverleihung findet am 17. November in Bern statt.

Verleihung des Preises der Akademie

Berlin | Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, 17:00 Uhr

Mit dem Preis der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, gestiftet von der Commerzbank-Stiftung, werden herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Grundlagen des Rechts und der Wirtschaft ausgezeichnet. Der Preis wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit 30.000 € dotiert.Die diesjährige Preisträgerin ist Marietta Auer, Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), den Festvortrag hält Akademiemitglied Katharina Pistor,Columbia Law School, New York (USA) „Recht zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Ansätze einer rechtlichen Theorie sozialer Systeme“. Akademiemitglied Wolfgang Schön, München, hält die Laudatio. 
 
Kontakt: Kirsten Schröder, kschroeder@bbaw.deWeitere Informationen und Anmeldung: http://www.bbaw.de/veranstaltungen/2017/Oktober/verleihung-des-preises-der-akademie-gestiftet-von-der-commerzbank-stiftung

Wie schafft es Migration ins Museum?

a.r.t.e.s.-Alumna Sandra Vacca promoviert über und arbeitet bei DOMiD

Wie schafft es Migration ins Museum? Was bedeutet Migration für die Geschichte eines Landes und wie wird sie gesammelt, aufbereitet, dargestellt? Diese Fragen versucht Sandra Vacca, Museologin und Alumna der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne, in ihrem geschichtswissenschaftlichen Promotionsprojekt „Remembering, Narrating and Representing Immigration: Immigration Museums and Exhibitions in Germany, France and the UK“ zu beantworten. Doch nicht nur im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Arbeit beschäftigt sich Sandra mit Migration in Deutschland: In Köln engagiert sie sich darüber hinaus seit vielen Jahren bei DOMiD, dem Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland.

Der ewige Exportweltmeister – zur historischen Dimension eines deutschen Sonderweges

Munich History Lecture | Vortrag von Werner Plumpe

Es ist aufschlussreich, die Grundlinien der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland seit dem späten Kaiserreich nachzuzeichnen und nach den sie langfristig bestimmenden Faktoren im europäischen Vergleich zu fragen. Dabei zeigt sich eine erstaunliche Kontinuität, nicht nur in der ökonomischen Konstellation, sondern auch in der europäischen Arbeitsteilung. Deutschlands ökonomischer Sonderweg war und ist stets auch ein europäisches, ja weltwirtschaftliches Ereignis, dessen zumeist politisch gesteuerte gegenwärtige Wahrnehmung seiner historischen Komplexität nicht gerecht wird. Im vorliegenden Vortrag erläutert Prof. Dr. Werner Plumpe von der Goethe-Universität Frankfurt/Main diesen wirtschaftlichen Sonderweg.

16. Internationales Symposium der Stiftung Ettersberg »Verheißung und Bedrohung: Die Oktoberrevolution als globales Ereignis«. 27./28. Oktober 2017

Eine Veranstaltung der Stiftung Ettersberg und der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen

16. Internationales Symposium der Stiftung Ettersberg »Verheißung und Bedrohung: Die Oktoberrevolution als globales Ereignis«.
27./28. Oktober 2017 im Reithaus Weimar, Platz der Demokratie 5, 99423 Weimar
 

„Co-existence calls for the creation for a new body politic“

Interview with Costas Laoutides on the Rohingya conflict in Myanmar

Since the end of August about half a million people have fled from western Myánmar to its neighboring country Bangladesh. The refugees belong to a Muslim minority, the so called Rohingya in Rakhine. The background of the recent incidents is a new intensity in an old conflict between Muslims and the Buddhist majority of the country. It is interesting that in the Western world a lot of attention has been paid to this warlike situation in far Southern Asia. Why is this so? Is the media really well informed about this conflict? Dr Costas Laoutides from the Deakin University in Melbourne has done a lot of research on the Rohingya conflict, of which parts were funded by the Gerda Henkel Foundation. We asked him for an interview about the recent incidents in Myanmar.

„Ich verbitte mir alle ungezogenen Bemerkungen darüber, daß ich Handschriften des Auslands nicht benutzt habe…“. Der Zugang zu Manuskripten und Sammlungen und die Erforschung der koptischen Bibel

Berlin | Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, 18:00-20:00 Uhr

Koptische Manuskripte waren für die Grundlegung der ägyptischen Philologie im 19. Jh. unverzichtbar und sind für den Ausbau der ägyptischen Sprachwissenschaft seit der Berliner Schule Adolf Ermans immer noch wertvoll. Die Erman-Vorlesung 2017 wird von Heike Behlmer, Inhaberin des Göttinger Lehrstuhls für Ägyptologie und Koptologie und Leiterin eines Akademieprojekts zur Edition der koptischen Septuaginta, gehalten.
Mehr noch als andere Literaturen des christlichen Orients hat die der ägyptischen Christen unter Fragmentierung, Zerstreuung und Verlust gelitten. Manuskripte der koptischen Bibel etwa sind in über 100 Museen, Bibliotheken und Sammlungen weltweit zu finden.
Bemühungen, den Text der koptischen Bibel zu rekonstruieren und zu edieren, waren und sind mit dem Problem des Zugangs zu den physischen Handschriften bzw. Fragmenten konfrontiert. Wie erfahren Gelehrte, welche Handschriften existieren und wo sie aufbewahrt werden, wie bekommen sie Erlaubnis (und finanzielle Mittel), Bibliotheken und private Sammlungen zu besuchen, wie regeln Institutionen und Sammler den Leihverkehr? Welche Rolle spielen dabei staatliche Institutionen und wie verändert im 19.Jh., der Zeit enormer Material- und Wissenserweiterungen, die weltpolitische Situation den Zugang zur handschriftlichen Überlieferung „orientalischer“ Kulturen?
Der Vortrag soll anhand einiger Beispiele aus der Arbeit an der koptischen Bibel vom 19. Jh. bis heute diesen logistischen, finanziellen und (wissenschafts-)politischen Fragen nachspüren – Fragen, die selbst in Zeiten des Informationsüberflusses noch eine Rolle spielen.
Um Anmeldung wird gebeten Anmeldung bis zum 29.10. unter: 
www2.bbaw.de/anmeldung-erman-vorlesung17

Nationalismus auf der Bühne – Theater in Iran: Episode 7 – Das Generalinterview mit Anna Heller M.A.

Das Theater hat im Iran einen besonderen Stellenwert: Einerseits unterliegt es der staatlichen Zensur, andererseits dient es als Instrument zur Verbreitung der staatlichen Kulturpolitik. Interessanter als der literarische Wert des Stückes ist daher der sozialgeschichtliche Hintergrund: Wer sind die Feindbilder und Vorbilder – und was sagen diese über die Erschaffer und Zielgruppen des Stückes aus? Neben den propagandistischen Stücken finden auch historische Werke ihren Weg auf die Theaterbühne. Doch in den Dramen, die die vorislamische Vergangenheit des Irans thematisieren, findet sich nicht selten versteckte Kritik. Anna Heller M.A. geht in ihrer Promotion all diesen Fragen nach. Vorab schildert sie ihre Motivation und die ersten Eindrücke des Forschungsprojektes. 

Nachwuchstagung zur deutsch-amerikanischen Bildungsgeschichte, 24.-26. Mai 2018 in Münster

Call for Papers „Transatlantic Histories of Schooling and Education – Travelling Knowledge, Concepts, and Materials“

Die Nachwuchstagung ist eine Kooperation der Arbeitsstelle für Deutsch-Amerikanische Bildungsgeschichte der Universität Münster mit der Humboldt-Universität zu Berlin und der Sektion Historische Bildungsforschung der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE).

„Der Geschichtsunterricht ist besser als sein Ruf“

Interview mit Sven Tetzlaff über den Geschichtsunterricht an Schulen in Deutschland

Vor knapp zwei Wochen schlug Spiegel-Online in einem Artikel Alarm: „Vier von zehn Schülern wissen nicht, wofür Auschwitz steht“, so der Titel des Beitrags über die von der Hamburger Körber-Stiftung in Auftrag gegebene Umfrage zum Geschichtsunterricht in Deutschland. Der Schluss, dass Schülerinnen und Schüler kaum noch über Geschichtswissen verfügten, liegt demzufolge nah. Die daran anschließende Frage lautet daher: Wer ist schuld daran? Die Lehrerinnen und Lehrer? Ist der Geschichtsunterricht so schlecht? Wir haben Sven Tetzlaff, Leiter des Bereichs Bildung der Körber-Stiftung, diese und andere Fragen gestellt, der dabei zu überraschenden Ergebnissen kommt.

„Der Geschichtsunterricht ist besser als sein Ruf“

Interview mit Sven Tetzlaff über den Geschichtsunterricht an Schulen in Deutschland

Vor knapp zwei Wochen schlug Spiegel-Online in einem Artikel Alarm: „Vier von zehn Schülern wissen nicht, wofür Auschwitz steht“, so der Titel des Beitrags über die von der Hamburger Körber-Stiftung in Auftrag gegebene Umfrage zum Geschichtsunterricht in Deutschland. Der Schluss, dass Schülerinnen und Schüler kaum noch über Geschichtswissen verfügten, liegt demzufolge nah. Die daran anschließende Frage lautet daher: Wer ist schuld daran? Die Lehrerinnen und Lehrer? Ist der Geschichtsunterricht so schlecht? Wir haben Sven Tetzlaff, Leiter des Bereichs Bildung der Körber-Stiftung, diese und andere Fragen gestellt, der dabei zu überraschenden Ergebnissen kommt.

Maria Theresia in Sanssouci – Lesung und Gespräch mit Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger am 19. Oktober 2017

Eine Veranstaltung des Research Center Sanssouci (RECS)

Am 13. Mai 2017 jährte sich der Geburtstag Königin Maria Theresias zum 300. Mal. Das Jubiläum war Anlass, das Leben der großen Habsburgerin in Ausstellungen und Biographien neu zu betrachten. Zu dem neu konturierten Bild, das wir von Maria Theresia jetzt besitzen, trägt maßgeblich Barbara Stollberg-Rilinger bei. Sie porträtiert die ehrgeizige Regentin umfassend und neu, mit dem Blick auf die Persönlichkeit aus einer anderen Perspektive, weit entfernt vom hergebrachten Standpunkt und fernab der tradierten Legenden und Mythen, die sich um diese österreichische „Lichtgestalt“ und Heldin ranken. Barbara Stollberg-Rilinger macht bewusst, dass die Herrscherin bereits zu Lebzeiten erfolgreich am eigenen Mythos arbeitete und dadurch der österreichischen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts gut und gründlich vorarbeitete. Ganz nebenbei ermöglicht sie noch einen erfreulich weiten Blick auf das 18. Jahrhundert aus Wiener Sicht. Was sollte man heute von Maria Theresia wissen, welche Dinge sollte man sich unbedingt merken und weitergeben? Barbara Stollberg-Rilinger, Trägerin des Leipziger Buchpreises 2017, wird dies in einer Lesung und anschließendem Gespräch mit Iwan-Michelangelo D´Aprile und Jürgen Luh erläutern.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „RECS Ovid Forums“ statt, in dem das Research Center Sanssouci (RECS) zu öffentlichen wissenschaftlichen Vorträgen und Lesungen einlädt.
Donnerstag, 19. Oktober 2017  I  18.30 Uhr Ovidgalerie I Neue Kammern  I Eingang über Maulbeerallee Park Sanssouci 14469 Potsdam
Der Eintritt ist nach Anmeldung unter info@recs.academy kostenfrei www.recs.academy
Bitte beachten Sie, dass das Schloss nicht beheizt und für Rollstuhlfahrer nur bedingt barrierefrei ist. Parkplätze befinden sich am Besucherzentrum bei der Historischen Mühle.

Wer lügt im Netz? – Von Bots, Trollen und anderen Akteuren

Podiumsdiskussion in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

Um sich im Kommunikationsraum Internet sicher bewegen zu können, ist heute auch die Kenntnis der technischen Manipulationsmöglichkeiten maßgeblich. Vor allem die geziehlte Beeinflussung von Diskursen und Meinungen ist zu einem großen Thema geworden. Begriffe wir „Fake News“, „Filterblasen“, „Social Bots“ und „Big Data“ prägen die Debatte um die digitale Kommunikation. 
Mit welchen Mitteln aber lassen sich digitale Diskurse manipulieren und die Meinungsbildung im Netz beeinflussen? Was verbirgt sich eigentlich hinter Social Bots? Wie lassen sich gefälschte Kommentare und Nachrichten entlarven? Insbesondere in Wahlkampfzeiten stellt sich zudem die Frage, wie real die Möglichkeit ist, im Netz auf Entscheidungen von gesellschaftlicher Tragweite einzuwirken.  

Verflechtungen – Widersprüche – Diskontinuitäten – Möglichkeitsräume. Von Rassismus- und Antisemitismuskritik in Bildung und Forschung

Die Oktobernummer des LaG-Magazins wurde in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland und dem Projekt Roma Respekt der Heinrich Böll Stiftung Sachsen erstellt.
Thematisch steht dieses Mal die Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Rassismus und insbesondere mit Antiziganismus und Fragestellungen rund um ein Empowerment der betroffenen Minderheiten im Mittelpunkt.
Die Ergebnisse der Bundestagswahl zeigen die Notwendigkeit und Dringlichkeit auf, sich mit diesen Ideologien zu befassen. Der Einzug von Personen in den Bundestag, die für ein völkisch-nationalistisches Denken eintreten, rassistische und antisemitische Weltbilder verbreiten sowie geschichtsrevisionistische Positionen vertreten, stellt eine Zäsur dar. Eine breite gesellschaftliche Antwort auf diese bereits länger absehbare Entwicklung steht noch aus. Bildungsarbeit kann hierzu nur einen Teilbeitrag leisten. Dieser ist weder zu unterschätzen, noch überzubewerten, stammen doch die Ressentimentstrukturen aus der häufig angeführten Mitte der Gesellschaft. Anders gesagt werden Rassismus und Antisemitismus gesamtgesellschaftlich produziert und reproduziert. Durch Empowermentkonzepte können die Ressourcen und Potenziale der von durch Antisemitismus und/oder Rassismus betroffenen Menschen gestärkt werden und so zu erweiterten Handlungsspielräumen der Minderheiten gegenüber der Dominanzgesellschaft führen. Empowerment bedeutet aber auch, nicht allein aus einer gesellschaftlichen Mehrheitsposition heraus über die Situation von Minderheiten zu arbeiten, denn gerade Selbstermächtigung ist ein wichtiger Bestandteil des Konzepts.
Die hier versammelten Aufsätze zeigen auch die Notwendigkeit einer antisemitismusmuskritischen Analyse auf Grundlage einer psychoanalytischen Sozialpsychologie auf, die einen Ansatz repräsentiert, der auch eine Grundlage zur Reflexion der gesellschaftlichen Gebundenheit von (historisch-)politischer Bildung ermöglicht.
Marina Chernivsky weits auf unterschiedliche Mechanismen hin mit denen Antisemitismus gesellschaftlich de-thematisiert wird, weil er fälschlicherweise als überwunden gilt. Dies findet seinen Niederschlag auch in der Pädagogik und in der scheinbar selbstverständlichen Ausblendung jüdischer Präsenz. Aus diesen Befunden leitet die Autorin die Notwendigkeit von Empowermenträumen ab.
Astrid Messerschmidt setzt sich mit dem Antisemitismus als „Gerücht über die Juden“ (Adorno) vor dem Hintergrund der Migrationsgesellschaft auseinander. Sie zeigt die Abwehrmechanismen auf, die eine Thematisierung des pathischen Judenhasses mit sich bringt; auch und gerade dort, wo es um den Nahostkonflikt geht. Die Autorin verweist auf den kontraproduktiven Effekt, dass dominanzgesellschaftliche Perspektiven in Bildungskontexten reproduziert werden, solange sie nicht benannt und problematisiert werden.
In seinem wissenssoziologisch fundierten Beitrag untersucht Max Czollek die Entstehung des frühen christlichen Antijudaismus/Antisemitismus. Czollek geht davon aus, dass die Produktion eines Wissens über ‚die Juden’ bereits im ersten Jahrhundert einsetzte und mit der Festigung des Christentums ein Bestandteil einer umfassenden und universellen Weltanschauung wurde. Dieses ‚Wissen’ blieb über die Jahrhunderte strukturell verfüg- und abrufbar und wurde beständig aktualisiert.
Das Thema von Meron Mendel und Tom David Uhlig ist Antisemitismus in der postkolonialen Theorie und den dazugehörigen Zusammenhängen. Der Aufsatz macht deutlich, dass Selbstermächtigung, wenn sie alleine partikular gedacht wird, deutlich antiemanzipatorische Effekte zeitigen kann. Die Autoren markieren die Grenze der postkolonialen Kritik, die in erster Linie kolonialrassistische Konstruktionen thematisiert und an der Besonderheit des modernen Antisemitismus als umfassender Welterklärung vorbeizielt. Vonnöten wäre nicht nur ein stärkerer Austausch zwischen Kolonialismus- und Antisemitismusforschung, sondern auch eine Pädagogik, die auf beiden Feldern arbeitet, ohne die jeweiligen Besonderheiten von Antisemitismus und Rassismus einzuebnen.
Die Arbeitsdefinition zu Antiziganismus, die von der Allianz gegen Antiziganismusaufgestellt wurde, stellt selbst ein Dokument von Empowerment dar. Die Arbeitsdefinition geht auf den sozialen Konstruktcharakter der Bilder ein, die von denjenigen existieren, die mit dem Stigma „Zigeuner“ belegt werden und verweist auf die strukturellen Diskriminierungen wie auf die gewaltförmigen Praxen, die aus dem antiziganistischen Weltbild der Mehrheit resultieren.

Thomasius-Club: Kristina Musholt – Sich selbst denken

18. Oktober 2017 um 20 Uhr, Bibliotheca Albertina in Leipzig

„Sich selbst denken“ ist der Titel des letzten, auf Englisch erschienenen Buchs der Leipziger Professorin für Kognitive Anthropologie. Musholt beschäftigt sich mit der Entwicklung von Erklärungsmodellen zum menschlichen Selbstbewusstsein sowie zu menschlichen Fähigkeiten der sozialen Kognition. Wie entwickelt sich unser Bewusstsein unserer selbst? Wie können wir uns in andere hineinversetzen? Und: Worin liegen Unterschiede und Gemeinsamkeiten von menschlichen und tierischen kognitiven Fähigkeiten? Wir versuchen, die Autorin zur Beantwortung solcher Fragen zu bewegen.

Ins Feld, ins Museum oder an die Uni?

a.r.t.e.s.-Alumnus Marcel Danner forscht in der Klassischen Archäologie

Seit 2015 ist Dr. Marcel Danner am Lehrstuhl für Klassische Archäologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg beschäftigt. Als einer der ersten a.r.t.e.s.-Doktorandinnen und Doktoranden promovierte er von 2009 bis 2012 im Integrated Track der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne. Seine Dissertation im Fach Klassische Archäologie schrieb er über die Wohnkultur im spätantiken Ostia. Darüber hinaus forscht er zur materiellen Kultur der Spätantike und zu Landschafts- und Architekturdarstellungen in der antiken Kunst.

Rebellische Klangwelten – Musikperformance der Tarkiba-Band

Salon Sophie Charlotte 2017

Tarkiba – so heißt die 2016 in Berlin gegründete Band, deren Musiker alle aus Ägypten stammen. Tarkiba bedeutet, dass viele einzelne Teile – ähnlich einem Mosaik – zu einem lebendigen und vielfältigen Ganzen zusammengefügt wurden. So bildet die Band eine Brücke zwischen der arabischen Klangwelt und Weltmusik. In ihren Texten erzählen die Musiker von kleinen zwischenmenschlichen Begegnungen in ihrer Heimat, von den Träumen und Fantasien der Menschen. Mit Texten, die Geschichten aus dem Alltag der Menschen erzählen, möchten sie aufrütteln und zum Nachdenken anregen. Sie singen gegen Vorurteile, Stillstand und Tabus.

„Festivals sind noch wichtiger geworden“

Interview mit Gregor Greve zum Film-Medien-Festival Archäomediale & Cinarchea

Das Internationale Archäologie-Film-Festival Cinarchea hat seit zwei Jahren einen Nachfolger: das Film-Medien-Festival Archäomediale & Cinarchea. Kontinuität und Neues sind der Anspruch der Veranstaltung, die seit 2015 in Brandenburg an der Havel stattfindet. Das Hauptaugenmerk der kritischen Betrachtung liegt dabei nach wie vor auf der filmischen Umsetzung wissenschaftlicher Arbeit und der Präsentation dieser Filme im Museum, im Fernsehen, im Internet oder über DVD. Neu hinzu kommen nun vor allem die Neuen Medien. Was es noch im Vorfeld des 12. Internationalen Archäologie-Film-Medien-Festivals zu wissen gilt, das haben wir Festivalleiter Gregor Greve gefragt.

„Festivals sind noch wichtiger geworden“

Interview mit Gregor Greve zum Film-Medien-Festival Archäomediale & Cinarchea

Das Internationale Archäologie-Film-Festival Cinarchea hat seit zwei Jahren einen Nachfolger: das Film-Medien-Festival Archäomediale & Cinarchea. Kontinuität und Neues sind der Anspruch der Veranstaltung, die seit 2015 in Brandenburg an der Havel stattfindet. Das Hauptaugenmerk der kritischen Betrachtung liegt dabei nach wie vor auf der filmischen Umsetzung wissenschaftlicher Arbeit und der Präsentation dieser Filme im Museum, im Fernsehen, im Internet oder über DVD. Neu hinzu kommen nun vor allem die Neuen Medien. Was es noch im Vorfeld des 12. Internationalen Archäologie-Film-Medien-Festivals zu wissen gilt, das haben wir Festivalleiter Gregor Greve gefragt.

Audio: Steuermann Mao

Helwig Schmidt-Glintzer zu Gast im Thomasius-Club am 19. April 2017

Der Sinologe Helwig Schmidt-Glintzer war über 20 Jahre lang Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Er veröffentlichte etliche Bücher über das alte und das neue China. Nun legt er eine Biographie über Mao Zedong vor, der als „Steuermann“ verehrt und als Diktator verachtet wird. Dabei nutzt er neue Quellen und Forschungen, um den historischen Hintergrund auszuleuchten, vor dem Mao bei der Erneuerung Chinas antrat. Denn Mao war mehr als das, was später Maoismus hieß. Wir fragten den Autor auch nach dem gegenwärtigen China und seiner Sicht auf den Reformer.

Archäomediale/Cinarchea

12. Internationales Archäologie-Film-Medien-Festival

Vom 11. bis 14. Oktober 2017 findet im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg zum dritten Mal das Archäologie-Film-Medien-Festival Archäomediale/Cinarchea statt. Schirmherr des diesjährigen Festivals ist Prof. Dr. Hermann Parzinger (Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz). In jeweils zwei Programmblöcken werden internationale dokumentarische Formate gezeigt. Das Themenspektrum ist vielfältig und reicht von der Steinzeit, über verschiedene Epochen des europäischen Mittelalters, bis hin zu Grabungen auf Schlachtfeldern des Zeiten Weltkrieges und in Syrien. Eine hochkarätige Jury aus Vertretern von TV (Gisela Graichen, Georg Graffe, Kay Siering) und Wissenschaftlern (Prof. Dr. Franz Schopper, Prof. Dr. Kerstin Stutterheim, Prof. Dr. Hans-Joachim Gehrke, Dr. Angela Kühnen) prämiert am Samstagabend die besten Produktionen. Neben den gezeigten Filmen haben alle Besucher über ihr Smartphone die Möglichkeit, archäologische Podcasts in unserer Hör- Lounge zu genießen und dafür einen Zuschauerpreis zu vergeben.
Highlight des Festivals ist ein „Werkstattgespräch“ mit dem Althistoriker Prof. Dr. Werner Dahlheim. Dieser berichtet anhand zahlreicher Beispiele aus seiner Tätigkeit als Berater für Dokumentarfilme und gibt Einblick in diese teils komplizierte und schwierige Arbeit. Abgerundet wird das Festival durch die Sonderausstellung des international renommierten Berliner Fotografen Manfred Hamm „Die antiken Stätten von morgen. Ruinen des Industriezeitalters“.

Archäomediale & Cinarchea

12. Internationales Archäologie-Film-Medien-Festival

Vom 11. bis 14. Oktober 2017 findet im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg zum dritten Mal das Archäologie-Film-Medien-Festival Archäomediale/Cinarchea statt. Schirmherr des diesjährigen Festivals ist Prof. Dr. Hermann Parzinger (Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz). In jeweils zwei Programmblöcken werden internationale dokumentarische Formate gezeigt. Das Themenspektrum ist vielfältig und reicht von der Steinzeit, über verschiedene Epochen des europäischen Mittelalters, bis hin zu Grabungen auf Schlachtfeldern des Zeiten Weltkrieges und in Syrien. Eine hochkarätige Jury aus Vertretern von TV (Gisela Graichen, Georg Graffe, Kay Siering) und Wissenschaftlern (Prof. Dr. Franz Schopper, Prof. Dr. Kerstin Stutterheim, Prof. Dr. Hans-Joachim Gehrke, Dr. Angela Kühnen) prämiert am Samstagabend die besten Produktionen. Neben den gezeigten Filmen haben alle Besucher über ihr Smartphone die Möglichkeit, archäologische Podcasts in unserer Hör- Lounge zu genießen und dafür einen Zuschauerpreis zu vergeben.
Highlight des Festivals ist ein „Werkstattgespräch“ mit dem Althistoriker Prof. Dr. Werner Dahlheim. Dieser berichtet anhand zahlreicher Beispiele aus seiner Tätigkeit als Berater für Dokumentarfilme und gibt Einblick in diese teils komplizierte und schwierige Arbeit. Abgerundet wird das Festival durch die Sonderausstellung des international renommierten Berliner Fotografen Manfred Hamm „Die antiken Stätten von morgen. Ruinen des Industriezeitalters“.

Nationalismus auf der Bühne – Theater in Iran: Episode 6 – Das Generalinterview mit Prof. Dr. Christoph U. Werner

Die Erforschung des iranischen Theaters und der kulturellen Produktionen, wie Musik und Tanz, ist ein neues Feld, das Wissenschaftler erst in den letzten zehn bis zwanzig Jahren für sich entdeckt haben. Oft wurden diese Entwicklungen von Lokalhistorikern angestoßen, die sich für die heimische Bühne oder die Geschichte einer bestimmten Theatergruppe interessierten. Heute begegnen den Wissenschaftlern die verschiedensten Herausforderungen: Einerseits die eingeschränkten Zugänge zu Quellentexten, andererseits jedoch auch die Erwartungshaltungen, mit denen sich die Theaterwissenschaftler konfrontiert sehen. Dass das iranische Theater der 20er und 30er Jahre aufgrund der Zensur uninteressant sei, ist ein Vorwurf, der bis heute in den Köpfen verankert scheint. Die Aufgaben des Forschungsprojektes sieht Prof. Dr. Christoph Werner daher darin, einen neuen Blickpunkt auf die Entwicklungen zu werfen: Wie steht das Theater mit anderen kulturellen Formen im Zusammenhang? Lassen sich Theater, Musik, Kino und Tanz des frühen 20. Jahrhunderts überhaupt unterscheiden? Wie stehen die Entwicklungen mit dem iranischen Nationalismus in Verbindung – und wie arbeitet der sich neu formierende, iranische Staat mit dem Theater? Auf diese Fragen gibt Prof. Dr. Christoph Werner in unserem Generalinterview Antworten. 

Honorary Fellow des Historischen Kollegs Todd Weir erhält renommierten Buchpreis

Todd Weir, Honorary Fellow am Historischen Kolleg im Jahr 2012, erhält für sein unter anderem in der Kaulbach-Villa entstandenes Werk „Secularism and Religion in Nineteenth-Century Germany. The Rise of the Fourth Confession“ (Cambridge University Press, New York, 2014, XV, 304 S.) den Jacques-Barzun-Preis für das beste kulturgeschichtliche Buch. Die renommierte Auszeichnung wird jedes Jahr von der American Philosophical Society, der 1743 von Benjamin Franklin gegründeten und damit ältesten Gelehrtenvereinigung der USA, vergeben. Die Preisverleihung findet im April 2018 statt. Todd Weir ist Professor für die Geschichte des Christentums und der modernen Kultur an der Universität Groningen (Niederlande).

„Hier wird frei geforscht und diskutiert“

Interview mit David Bartosch über das universitäre Leben in China

Dr. David Bartosch war vor einigen Jahren noch Promotionsstipendiat der Gerda Henkel Stitung. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit der Philosophiegeschichte Deutschlands und Chinas. Nach seiner Promotion zog es ihn nach Peking, wo er heute lebt und arbeitet. Bereits in einem früheren Beitrag hat uns David Bartosch seine Eindrücke aus China mitgeteilt. Dieses Mal haben wir ihn vor allem zu seiner aktuellen Tätigkeit und dem Wesen der chinesischen Universitätslandschaft befragt.

Die Deutsche Kultur oder eine deutsche Kultur?

Beiträge zur Debatte um deutsche Identität

Die Frage nach deutscher Identität, deutscher Kultur oder deutscher Leitkultur ist alles andere als neu. Aber sie stellt sich immer wieder und dafür gibt es Gründe. Neu angestoßen wurde die Debatte zuletzt durch die SPD-Politikerin Aydan Özoğuz, sie sich im Mai 2017 zum Thema „deutsche Leitkultur“ äußerte und dieses Konzept kritisierte. In unserem Wissenschaftsportal hat der Historiker Prof. Dr. Jörn Rüsen diese Position zum Anlass für einen kritischen Meinungsbeitrag genommen. Daraufhin haben sich im Portal weitere Stimmen gemeldet, die aus unterschiedlichen Perspektiven auf Jörn Rüsens Kritik antworten. Wir haben diese und ähnliche Beiträge zu einem Dossier zusammengefasst.

Veranstaltungen des Historischen Kollegs im Wintersemester 2017/2018

Im Wintersemester 2017/2018 finden folgende Veranstaltungen am Historischen Kolleg statt:
Montag, 16. Oktober 2017, 19.00 UhrVORSTELLUNG DER FELLOWS DES 38. KOLLEGJAHRES UND IHRER FORSCHUNGSPROJEKTEProf. Dr. Marian Füssel, Dr. Christian Jaser, Prof. Dr. Monica Rüthers, Dr. Anette Schlimm, Dr. Johannes Wienand
Montag, 23. Oktober 2017, 19.00 UhrVORTRAG: Schuld und Sühne? Reaktionen der katholischen Kirchenführung zu Nürnberger Prozessen und Entnazifizierung 1945–1955Prof. Dr. Gerald Steinacher (University of Nebraska-Lincoln, Honorary Fellow des Historischen Kollegs)
Donnerstag, 9. November 2017, 19.00 UhrBUCHPRÄSENTATION: Die Hüter der Begriffe. Politische Sprachen des Konservativen in Großbritannien und der BundesrepublikUnter anderem mit der Autorin PD Dr. Martina Steber sowie Prof. Dr. Andreas Wirsching (Institut für Zeitgeschichte München–Berlin)Kooperationsveranstaltung mit dem IfZ, dem DHI London und dem Verlag De Gruyter
Montag, 15. Januar 2018, 19.00 UhrVORTRAG: Die „Kinder des Oktober“. Kinder als Zukunftsträger in sowjetischen BilddarstellungenProf. Dr. Monica Rüthers (Universität Hamburg, Senior Fellow des Instituts für Zeitgeschichte beim Historischen Kolleg)
Montag, 29. Januar 2018, 19.00 UhrVORTRAG: Wer hat Angst vor Deutschland? Ein Spiegelkabinett europäischer Wahrnehmungen seit 1870Prof. Dr. Andreas Rödder (Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Honorary Fellow des Historischen Kollegs)
Donnerstag bis Samstag, 1. bis 3. März 2018KOLLOQUIUM: Der Siebenjährige Krieg 1756–1763: Mikro- und Makroperspektiven/The Seven Years War 1756–1763: Micro- and Macroperspectives*Prof. Dr. Marian Füssel (Georg-August-Universität Göttingen, Fritz Thyssen Senior Fellow des Historischen Kollegs)
Mittwoch bis Freitag, 14. bis 16. März 2018KOLLOQUIUM: Internationale Beziehungen und „emotional regimes“. Neue Fragen an die Geschichte des Kalten Krieges*Prof. Dr. Hélène Miard-Delacroix (Universität Paris-Sorbonne/Paris IV) und Prof. Dr. Andreas Wirsching (LMU München)Kooperationsveranstaltung mit der Max Weber Stiftung
Montag, 19. März 2018, 19.00 UhrVORTRAG: Agonale Renaissance. Städtische Pferderennen des 15. Jahrhunderts zwischen München und RomDr. Christian Jaser (Humboldt-Universität zu Berlin, Junior Fellow des Historischen Seminars der LMU und des Freundeskreises des Historischen Kollegs)
 
Alle Veranstaltungen finden im Historischen Kolleg (Kaulbachstr. 15, 80539 München) statt. Einlass ist von 18.30 Uhr bis maximal zum Veranstaltungsbeginn. Bitte beachten Sie, dass die Anzahl der Sitzplätze begrenzt ist. Der Zugang zum Haus ist nicht barrierefrei. Die Veranstaltungen werden fotografisch und audiovisuell dokumentiert. Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich mit der Aufzeichnung und deren Nutzung einverstanden.
* Eine Teilnahme an den wissenschaftlichen Kolloquien ist nur nach vorheriger bestätigter Anmeldung beim Historischen Kolleg möglich.

World Biographical Information System Online: Digitale Quellensammlung im neuen Interface

Nach Relaunch: Größte Sammlung biographischer Artikel bis zum 31.10. im Free Access testen

Das World Biographical Information System Online (WBIS) basiert auf den digitalisierten Mikrofiche-Editionen der Biographischen Archive des K.G. Saur Verlags und ist die größte digitale Sammlung weltweiter biographischer Quellen. 
WBIS enthält 8,4 Millionen biographische Originalartikel und erscheint dank eines Relaunchs ab sofort im optimierten und runderneuerten User-Interface. Bis 2021 wird die Sammlung um ca. 250.000 Biographien aus 300 neuen Quellen erweitert.
WBIS bietet biographische Artikel zu Männer und Frauen, Familien und Gruppen aus allen gesellschaftlichen Bereichen und Berufen, aus Wissenschaft, Politik, Kultur und Wirtschaft.
Die behandelten Personen und die Quellen stammen aus allen Ländern und Regionen der Erde, die biographischen Informationen reichen vom 4. Jahrtausend v. Chr. bis zur Gegenwart. Die Texte stammen aus Nachschlagewerken, die vom 16. Jahrhundert bis heute veröffentlicht wurden.
WBIS ist ein nützliches digitales Werkzeug für alle Forscherinnen und Forscher, die zu biographischen Fragen arbeiten und eignet sich für Historiker, Soziologen, Kultur- und Literaturwissenschaftler, Theologen und viele weitere.  
Das neue WBIS kann bis zum 31.10. im Free Access getestet werden. Zugang zur Datenbank ist danach in Deutschland über eine DFG-geförderte Nationallizenz in allen wissenschaftlichen Bibliotheken möglich.

Buchankündigung: Museum Storage and Meaning. Tales from the Crypt

Edited by Mirjam Brusius, Kavita Singh

Museen bestehen zum Großteil aus Sammlungen, die sich im Depot befinden. Was hat es mit diesen Objekten auf sich? Weshalb fühlen sich Museen verpflichtet, sie zu bewahren, selbst wenn viele der Objekte vielleicht niemals ins Licht der Öffentlichkeit geraten werden? In ‘Museum Storage and Meaning: Tales from the Crypt’ (hrsg. von Mirjam Brusius und Kavita Singh, Routledge 2017) bieten Kuratoren, Wissenschaftler und Kritiker Einblick in die verborgenen Bereiche von Museen und ergründen damit auch moralische und politische Aspekte des Bewahrens.

Verstörend normal? Jugendrevolten damals und heute

Salon Sophie Charlotte 2017

Die Jugendrevolte der Bundesrepublik schlechthin war die Studentenrevolte von 1968. Geprägt war sie von besonderen Formen des Protests: Demonstrationen, Sit- und Teach-Ins und anderen spontane Aktionen. Was ist von dieser Protestkultur heute noch geblieben? Spielt die 68er Zeit mit ihrem Ausdruck von Auflehnung und Widerstand für die heutige Jugend noch eine Rolle? Wogegen lehnt sich junge Menschen heute auf, falls sie sich überhaupt noch gegen etwas auflehnen? Über diese Fragen diskutieren die Historikerin Dr. Silja Behre von der Hebrew University in Jerusalem und der Historiker Prof. Dr. Norbert Frei von der Universität Jena. Moderiert wird das Gespräch von Prof. Dr. Ulrich Raulff vom Deutschen Literaturarchiv Marbach.