Planet History

Schiller & Goethe

896. An Schiller

Weimar, am 13. Januar 1803 Gestern hörte ich, daß Sie die vorjährige Idee, eine Abendgesellschaft, Sonnabends nach der Komödie, einzuleiten wieder aufgenommen, und vergaß Sie darüber zu fragen. Sagen Sie mir doch, wie weit Sie damit gekommen sind. Ich vernehme daß Durchlaucht der Herzog etwas Ähnliches vorhaben, und wünschte daß beide Plane sich begegneten und […]

895. An Schiller

Weimar, den 6. Januar 1803 Lassen Sie mich wissen wie es Ihnen geht? Mein einziger Trost ist der numismatische Talisman, der mich, auf eine bequeme und reizende Weise, in entfernte Gegenden und Zeiten führt. Sagen Sie mir, ob Sie etwa heute Abend mich besuchen mögen. Wollen Sie aber sich noch in der Stille verschlossen halten, […]

887. An Schiller

Jena, am 17. August 1802 Ob ich gleich von meinem hiesigen Aufenthalt wenig Productives rühmen kann und sonst eigentlich nicht wüßte warum ich hier seyn sollte, so will ich doch wieder von mir hören lassen und Ihnen im Allgemeinen sagen, wie es mit mir aussieht. Heute bin ich 14 Tage da, und da ich auch […]

893. An Schiller

[Weimar, ]Den 19. December 1802 Bei uns geht es nicht gut, wie Sie mir vielleicht gestern in der Oper anmerkten. Der neue Gast wird wohl schwerlich lange verweilen und die Mutter, so gefaßt sie sonst ist, leidet an Körper und Gemüth. Sie empfiehlt sich Ihnen bestens und fühlt den Werth Ihres Antheils. Heute Abend hoffe […]

891. An Goethe

[Weimar, den 16. Dezember 1802] Ich erfahre soeben zufällig, daß man Ihnen zu einem angenehmen Ereignis im Hause Glück zu wünschen hat. Ich wünschte es vo ihnen bestätigt zu hören, denn ich hab mit herzlichem Anteil so wie auch meine Frau darauf gewartet, und es wird uns herzlich erfreuen, wenn alles glücklich gegangen und auch […]

890. An Schiller

Weimar, am 16. October 1802 Ich überschicke hier ein kleines Promemoria über meine neue Ausgabe des Cellini, zu gefälliger Durchsicht. Man könnte es an Cotta communiciren, zu Einleitung näherer Verhandlung, auch daraus, wenn man einig wäre, gleich eine Anzeige formiren. Vielleicht mögen Sie daß ich heute Abend nach der Komödie mit Ihnen nach Hause gehe, […]

888. An Goethe

Weimar, 18. August 1802 Sie können nie unthätig seyn, und was Sie eine unproductive Stimmung nennen, würden sich die meisten andern als eine vollkommen ausgefüllte Zeit anrechnen. Möchte nur irgend ein subalterner Genius, einer von denen die gerade auf Universitäten wohnen und walten, die letzte Hand an Ihre wissenschaftlichen Ideen thun, um sie zu sammeln, […]

886. An Goethe

Weimar, den 11. August 1802 Sie werden dem Cotta mit dem Verlag des kleinen Werkes eine große Freude machen. Ich bin aber auch dafür, daß es durch keine Kupferverzierung verteuert und aufgehalten werde. Ich dächte, man ließ es so drucken, daß es zwischen 5 und 6 Bogen betrüge und er es um 12 Groschen verkaufen […]

885. An Schiller

Jena, am 10. August 1802 Anfangs war ich, wie Sie wissen, nicht sehr geneigt, mein Vorspiel drucken zu lassen, gegenwärtig aber wollte ich Ihnen folgendes vortragen und Ihre Gedanken darüber hören. Gar viele Personen verlangen es zu lesen, besonders seit dem Aufsatz in der eleganten Zeitung. Nun bin ich auch bei der letzten Vorlesung wieder […]

884. An Schiller und Meyer

Weimar, den 26. Juli 1802 Herr Doktor Meyer von Bremen hat eine Ohm sehr guten Portwein angeboten, welche ohnegefähr 160 Bouteillen beträgt. Die Bouteille soll etwa 10 gute Groschen kosten. Ich bin geneigt diesen Wein kommen zu lassen, wenn einige Freunde daran teilnehmen wollen. Ich bitte hierbei die Zahl der Bouteillen zu bemerken. Wobei ich […]

883. An Goethe

[Weimar,] Den 26. Juli 1802 Herzlich heiße ich sie willkommen und sehne mich Ihr Antlitz wieder zu sehen. Wenn es Ihnen recht ist, so komme ich zwischen drei und vier Uhr zu Ihnen. Ich muß Abends zeitig wieder zu Hause seyn, weil mein Husten noch sehr leicht erregt wird, und ich, nach einer Erfahrung von […]

882. An Goethe

Weimer, am 6. Juli 1802 Es war zu meinem Glück, daß ich Ihnen nicht nach Lauchstedt folgte, denn ich hätte nur den Samen eines Katarrhfiebers mitgenommen, das an dem nämlichen Sonnabend, wo Sie in L. zum erstenmal spielten, bei mir zum Ausbruch kam. Seit dieser Zeit bis gestern habe ich mit meiner ganzen Familie in […]

881. An Schiller

Lauchstädt, am 5ten Juli 1802 Es geht mit allen Geschäften wie mit der Ehe, man denkt wunder was man zustande gebracht habe, wenn man kopuliert ist, und nun geht der Teufel erst recht los. Das macht weil nichts in der Welt einzeln steht und irgend ein Wirksames nicht als ein Ende, sondern als ein Anfang […]

880. An Schiller

Lauchstedt, am 28. Juni 1802 Den Hofkammerrath, der morgen früh abreist, kann ich nicht ohne ein Wort an Sie gehen lassen. Erzählen mag er Ihnen umständlich wie die Eröffnung abgelaufen; das Wetter begünstigte uns und das Vorspiel hat Glück gemacht. Der Schluß, ob er gleich besser seyn könnte, ist mir doch verhältnißmäßig zu dem Drang […]

879. An Goethe

Weimar, den 24. Juni 1802 Da es sich nicht hat schicken wollen, daß ich mich selbst nach Lauchstedt aufmachte, so will ich Ihnen meine besten Wünsche zu dem vorhabenden Geschäft schriftlich übersenden, den Erfolg und verlauf hoffe ich blad möglichst von Ihnen zu erfahren. Möge mir während Ihrer Abwesenheit Apollo günstig seyn, daß ich zu […]

878. An Goethe

Weimar, den 12. Juni 1802 Ich erhalte einen Brief von Ihnen, indem ich Sie heute ganz zuversichtlich selbst erwartete, und mir diesen Abend das Vergnügen versprach, Ihre Arbeit vorlesen zu hören. Ich werde morgen um sechs Uhr Abends nicht fehlen und freue mich in gar vielen Rücksichten des glücklich vollbrachten Werks. Bald hätte Beckers Krankheit […]

877. An Schiller

[Jena], den 11. Juni 1802 Meine Arbeit hat gut gefördert, ob sie gleich viel weitläufiger geworden ist, als ich gedacht habe. Einige Motive gegen das Ende sind noch auszuführen, übrigens ist alle schon in’s Reine und in die Rollen geschrieben. Sonntag Abend hoffe ich Ihnen es vorzulesen, versagen Sie sich nicht; denn Montag muß ich […]

876. An Goethe

Weimar, den 9. Juni 1802. Ich gratulire zu der glücklichen Entbindung des Werks und freue mich auf die Mittheilung desselben. Sie sehen bei dieser Gelegenheit, wie viel die Nothwendigkeit bei Ihnen vermag, und sollten dieses Mittel auch bei andern Werken anwenden, es würde sich gewiß eben so gut bewähren. Bei mir ist in diesen Tagen […]

875. An Schiller

Jena, den 8. Juni 1802 Die Gelegenheit der abgehenden Boten kann ich nicht versäumen und melde mit wenig Worten daß meine Arbeit gut von statten geht. Ich habe das ganze Opus von vorn bis hinten durch dictirt, und bin nun daran ihm mehr Gleichheit in der Ausführung zu geben. Ich muß mich durchaus an die […]

874. An Schiller

Weimar, am 17. Mai 1802 Indem ich um den Alarkos bitte, sende ich zugleich einige Curiosa. Mögen Sie heute Abend zu einem fernern Colloquio zu mir kommen, so werden Sie mir viel Vergnügen machen indem ich noch einiges vorzutragen habe. Morgen zu Mittag wünschte ich auch Ihre Gegenwart; Sie werden noch das geheime Concilium finden. […]

873. An Goethe

Weimar, den 12. Mai 1802 Die Vorstellung der Iphigenie auf den Sonnabend wird keine Schwierigkeit haben, obgleich uns der Titus gestern und heut das Theater wegnahm. Morgen und übermorgen aber werden die Theaterproben mit Ernst vorgenommen werden, und ich hoffe, daß Sie über Ihr Werk nicht erschrecken sollen. Wohl glaube ich, daß die sinnliche Erscheinung […]

872. An Schiller

Jena, den 11. Mai 1802 Ob noch Sonnabend den fünfzehnten Iphigenie wird seyn können, hoffe ich durch Ihre Güte morgen zu erfahren, und werde alsdann eintreffen, um an Ihrer Seite einen der wunderbarsten Effecte zu erwarten, die ich in meinem Leben gehabt habe: die unmittelbare Gegenwart eines, für mich, mehr als vergangenen Zustandes. Mit meinem […]

871. An Schiller

Jena, am 9. Mai 1802 Ich wünsche daß beikommender Band Sie nicht schon von einer andern Seite her heimgesucht habe, damit Sie diese gereimte Tollhausproduction zuerst als ein Curiosissimum, durch meine Hand, erhalten. So einen, auf der äußern Form des Nächstvergangenen sich herumdrehenden Wahnsinn habe ich doch noch nicht gesehen. Doch wer will ein Wort […]

870. An Goethe

Weimar, am 8. Mai 1802. Für den Alarkos wollen wir unser Möglichstes thun, aber bei einer neuen Durchsicht des Stücks sind mir bedenkliche Sorgen aufgestiegen. Leider ist es ein so seltsames Amalgam des Antiken und Neuestmodernen, daß es weder die Gunst noch den Respect wird erlangen können. Ich will zufrieden seyn wenn wir nur nicht […]

869. An Schiller

Jena, den 7. Mai 1802. Madame Bürger hat uns bis jetzt noch verschont, wenn sie nicht etwa morgen noch kommt und auf eine Sonntagsdeclamation Anspruch macht. Auf alle Fälle werde ich mich in eine Ecke des Saals, nicht weit von der Thüre, setzen und nach Beschaffenheit der Umstände aushalten oder auf und davon gehen. Was […]

868. An Goethe

Weimar, den 5. Mai 1802 Ich komme in diesem Augenblick aus der Regierung, wo man mich länger warten lassen als ich dachte, und kann Ihnen also, da das Botenmädchen gleich fort will, bloß das Nöthigste schreiben. Iphigenia wäre auf keinen Fall auf den Sonnabend zu zwingen gewesen, weil die Hauptrolle sehr groß, und schwer einzulernen […]

868. An Goethe

Weimar, den 5. Mai 1802 Ich komme in diesem Augenblick aus der Regierung, wo man mich länger warten lassen als ich dachte, und kann Ihnen also, da das Botenmädchen gleich fort will, bloß das Nöthigste schreiben. Iphigenia wäre auf keinen Fall auf den Sonnabend zu zwingen gewesen, weil die Hauptrolle sehr groß, und schwer einzulernen […]

867. An Hofrath Kirms

Weimar, den 4. Mai 1802 Madame B. hat freilich gestern so allgemein mißfallen, daß man sich durch eine zweite Rolle die man ihr gestattet, bei dem Publicum schlecht empfehlen wird. Ariadne ist zwar keine Rolle gewesen, um das Verdienst einer Schauspielerin ins Licht setzen zu können, aber ihr Unverdienst hat sie leider dadurch vollkommen an […]

866. An Schiller

Jena, den 4. Mai 1802 Zuerst meinen herzlichen Wunsch daß die Veränderung des Quartiers möge glücklich abgelaufen seyn! Es soll mich sehr freuen Sie in einer neuen, freundlichen, gegen die Sonne und das Grüne gerichteten Wohnung gesund thätig anzutreffen. Nun wünscht’ ich aber auch von Ihnen über unsere theatralischen Angelegenheiten etwas zu vernehmen. Was auguriren […]

865. An Schiller

Weimar, den 25. April 1802 Hiebei übersende die verlangte Summe und die beiden ersten Hogarthischen Lieferungen, die ich eben vorfinde. Dabei frage ich an wie Sie es heute halten wollen. Wenn Sie Abends nicht gern ausgehen, so könnten Sie ja früher kommen und vor Sonnenuntergang wieder zu Hause seyn. Wollen Sie mir hierüber Ihren Entschluß […]

863. An Goethe

[Weimar, den 16. April 1802] Ich sage Ihnen einen freundlichen Gruß zum Abschied und wünsche viel Vergnügen und schönes Wetter. Von den Rätseln sende ich das eine, welches ich gestern niedergeschrieben. An die zwei andern will ich heute morgen denken; man kann dergleichen nur ruckweise expedieren. Lassen Sie mir doch mündlich durch Überbringer wissen, wenn […]

862. An Goethe

Weimar, den 20. März 1802 Ich freue mich daß Sie bald wieder hier seyn und daß wir den Eintritt des Frühjahrs zusammen zubringen werden, der mich immer traurig zu machen pflegt, weil er ein unruhiges und gegenstandloses Sehnen hervorbringt. Gern will ich das Mögliche thun, um die Iphigenia zur theatralischen Erscheinung zu bringen; es ist […]

861. An Schiller

Jena, den 19. März 1802 Ich werde mich wohl bald entschließen meinen hiesigen Aufenthalt abzubrechen und wieder zu Ihnen zu kommen. Da freue ich mich denn auf unsere Abende, um so mehr als wir manches Neue einander werden zu communiciren haben. Wenn die dabei interessirte Gesellschaft das Abenteuer vom fünften dieses einigermaßen verschmerzt hat, so […]

860. An Goethe

Weimar, den 17. März 1802 Ich freue mich zu hören, daß es Ihnen in Jena wohl geht und daß mitunter auch etwas Poetisches aufblüht. Sie haben unterdessen hier nichts versäumt, denn die Societät scheint nach den heftigen Zuckungen, die sie ausgestanden, noch ganz entkräftet und in kaltem Schweiß zu liegen. Der Herzog, den man auch […]

859. An Schiller

Jena, 16. März 1802 Die Nachricht, daß Sie mit entschiedenem Interesse, einen neuen Gegenstand bei sich herumtragen, macht mir viel Freude, sowohl für Sie als für uns. Ich wünsche guten Sukzeß. Seitdem ich mich aus den weimarischen Stürmen gerettet, lebe ich recht zufrieden und froh und auch nicht ganz untätig, indem sich einige lyrische Kleinigkeiten […]

858. An Goethe

Weimar, den 10. März 1802 Indem Sie in Jena sich unter den Freunden wohl befinden und gar nicht Unrecht daran thun, zu leben und zu genießen, habe ich mich hier ganz zu Hause gehalten und bin nicht unthätig gewesen, wiewohl ich von meinem Thun noch lange keine Rechenschaft geben kann. Ein mächtiger Interesse als der […]