Planet History

Stadtarchive Nürnberg

Die Einführung der Reformation in der Reichsstadt Schweinfurt 1542

Gastbeitrag von Melanie Rosen, Stadtarchiv Schweinfurt Neuerscheinung: Katalog zur Ausstellung „Anno 1542 alß das Wortt Gottes alhier auffkommen“ – Die Einführung der Reformation in der Reichsstadt Schweinfurt 1542 Aus Anlass des 475jährigen Jubiläums der Einführung der Reformation in Schweinfurt präsentieren das Stadtarchiv Schweinfurt und die Museen und Galerien der Stadt Schweinfurt als Beitrag zur landesweiten Lutherdekade im Gunner-Wester-Haus die Ausstellung: „Anno 1542 alß das Wortt Gottes alhier auffkommen“ – Die Einführung der Reformation in der Reichsstadt Schweinfurt 1542. Anhand von 40 zeitgenössischen Orginaldokumenten aus den Beständen des Stadtarchivs – darunter viele Lebenszeugnisse des Reformators Johannes Sutellius – wird der Prozess […]

Die Mumien vom Johannisfriedhof

Am 19. Juni 1811 machten Arbeiter auf dem Johannisfriedhof eine aufsehenerregende Entdeckung. Aus Anlass einer Reparatur in der Johanniskirche wurde das Starck’sche Begräbnis geöffnet, und zum Vorschein kamen zwei guterhaltene Mumien. Die Fundstücke wurden der Öffentlichkeit präsentiert, und gleich zwei gedruckte Nachrichtenblätter wurden hierüber veröffentlicht: eine Beschreibung mit Abbildung von Friedrich Campe (unten) und der links gezeigte, mit ausführlichen Erläuterungen versehene Kupferstich von Christoph Wilhelm Bock. Wer aber waren die beiden aufgefundenen Mumien? Leider widersprechen sich die beiden Berichte in dieser Frage. Einig sind sie sich in der Person der guterhaltenen männlichen Mumie: Es handelt sich um Johann Jakob Stark von und […]

Es geschah vor 175 Jahren: Mechanikus Konrad Georg Kuppler verstorben

Vor 175 Jahren, am 25. September 1842, ist in Nürnberg der Mechanikus Konrad Georg Kuppler verstorben. Der am 11. Juni 1790 in Nürnberg geborene Kuppler war Sohn des Orgel- und Instrumentenbauers Johann Georg Kuppler (1760–1840), der um 1785 aus Speyer nach Nürnberg zuwanderte. Seine Mutter Anna Maria, geborene Schwemmer, stammte aus Nürnberg. Sie verstarb 1825 im Haus L 1525 (ab etwa 1865: Unschlittplatz 8). Johann Georgs zweite Frau Elisabetha Wilhelmine verstarb 72-jährig 1868 im Heilig-Geist-Spital. Er selbst hatte zuletzt im Haus L 459 (ab etwa 1865: Breite Gasse 52) gelebt, wo er 1840 auch an Altersschwäche verstorben ist. Verheiratet war […]

Was wollt‘ uns Onkel Hans nur sagen?

Lesekurs für Handschriften des 19. und frühen 20. Jahrhunderts im Stadtarchiv Lauf Wer beruflich oder privat mit Dokumenten älteren Datums zu tun hat, geschichtliche Wissenschaften oder Familienforschung betreibt oder ganz einfach einmal wissen möchte, welche Geheimnisse Tante Erna ihrem Kochbuch und Onkel Hans in seinen Lehr- und Dienstzeugnissen stehen hat, braucht Kenntnisse im Entziffern älterer Handschriften. Da nicht jedes Dokument zusammen mit dem Archivar entziffert werden kann, bietet das Laufer Stadtarchiv bereits seit mehreren Jahren in regelmäßigen Abständen „Hilfe zur Selbsthilfe“ in Form von Lesekursen für Handschriften des 19. und frühen 20. Jahrhunderts an, die sich großer Beliebtheit erfreuen.  Dabei […]

Ein unbekannter Fotoschatz im Stadtarchiv Nürnberg: Die Bilder des Nürnberger Kaufmanns und Alpinisten Alfred Cohn

Als Alfred Cohn in den 1920er Jahren seine Touren in den Alpen unternahm, waren Bergsteigen und Hochgebirgswandern zwar noch kein Massensport, hatten aber schon lange an Exklusivität eingebüßt. Die Zeit der Erstbesteigungen der legendären Viertausender lag bereits über ein halbes Jahrhundert zurück. Dies trifft auch auf die Alpinfotografie zu: Ihre Ausübung stellte keine Pionierleistung mehr dar. Mit der Entwicklung leichterer und einfach handhabbarer Kameras sowie der Erfindung der Negativtrockenplatte wurde sie zu einem von Amateuren mit großer Begeisterung ausgeübten Hobby. Was unterscheidet Cohn von all den anderen, die damals in ihrer Freizeit, beim Wandern und auf Reisen, mit dem Fotoapparat […]

Textilkaufhaus S. Guttmann? – Noch nie gehört!

Es gibt wohl in Nürnberg nur noch sehr, sehr wenige Menschen, die mit der Firma „S. Guttmann“ und ihrem Tätigkeitsfeld etwas anfangen können. Dabei handelte es sich bei diesem Unternehmen, das mit seinem Angebotsspektrum lange Jahre zweifellos das „erste Haus am Platz“ war, um eines der bedeutendsten und angesehensten Textilwarenfachgeschäfte Nürnbergs – jedoch nur bis zur so genannten NS-Machtergreifung 1933, die zu einem baldigen Ende dieses renommierten Einzelhandelsfachgeschäfts führen sollte.     Die von dem aus Beuthen stammenden und aus Berlin in die Noris gekommenen Kaufmann Samuel Guttmann 1877 in Nürnberg gegründete Manufakturwarenhandlung expandierte nicht nur in der ehemaligen Reichsstadt binnen […]

Der Geiss-Ebner

Wir verdanken dem Nürnberger Geistlichen Georg Wolfgang (Franz) Panzer (1729 – 1805. Siehe: Matthias Simon: Nürnbergisches Pfarrerbuch, Nürnberg 1965, Nr. 983; Stadtlexikon Nürnberg, 2. verb. Aufl. hrsg. von Michael Diefenbacher und Rudolf Endres, Nürnberg 2000) neben Arbeiten zur Druckgeschichte, insbesondere zur Geschichte der Bibeldrucke, die Veröffentlichung seiner Sammlung von Porträtstichen unter dem Titel: „Verzeichnis von Nürnbergischen Portraiten aus allen Staenden“, Nürnberg 1790; ein Werk, das noch zwei Fortsetzungen (1801 und – posthum – 1821) erfahren sollte. In der ersten Folge von 1790 erwähnt Panzer auf Seite 49 einen Stich mit dem merkwürdigen Titel: „Hr. C. A. E.“, von dem ein […]

Nürnbergs U-Bahn auf Abwegen

Vor einigen Jahren tauchten in Nürnbergs Untergrund weiß-blaue U-Bahnzüge auf, die die Münchner Verkehrsbetriebe der Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG) leihweise überlassen hatten, da in der Noris aufgrund von Wartungsarbeiten an den U-Bahnzügen Waggons fehlten. Schon vor 45 Jahren hatten die Nürnberger den Münchnern ausgeholfen, wie die Stadtchronik Nürnberg unter dem 15. August 1972 berichtete:   Auch in der Zeitgeschichtlichen Sammlung findet sich ein Bericht über den Einsatz der Nürnberger Waggons in München:  

Trümmerjahre, Wiederaufbau, Wirtschaftswunder

Mit diesen drei Begriffen lässt sich das Jahrzehnt zwischen 1950 und 1960 charakterisieren. Das Stadtarchiv Nürnberg widmet dieser Zeitspanne den druckfrisch erschienenen Fotokalender für das Jahr 2018. Die dreizehn, bislang unveröffentlichten Schwarz-Weiß- und Farbaufnahmen zeigen den weideraufbau der Stadt und vermitteln zugleich das mit dem wachsenden Wohlstand neu entstehende Lebensgefühl nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Kalender ist seit Anfang August im Buchhandel zum Preis von € 19,90 erhältlich. Bestellungen können auch direkt an den Verlag gerichtete werden: Verlag Ph. C. W. Schmidt, Nürnberger Str. 27-31, 91413 Neustadt/Aisch, Telefon: 09161/8860-0, Fax: 09161/8860-40 Weitere Informationen zum Kalender Zur Ausstellung „Auf dem Weg […]

Auf der Suche nach dem vergessenen Kaufmann und Fotografen Alfred Cohn

Alfred Cohn ist in seiner Heimatstadt Nürnberg aufgrund seines Lebenswegs, der mit den politischen Umbrüchen seiner Zeit eng verknüpft ist, vollkommen in Vergessenheit geraten. Glückliche Umstände führten dazu, dass Fotografien von Alfred Cohn, die er in Argentinien nach seinem Tod zurückgelassen hatte, wieder ihren Weg nach Nürnberg fanden. Durch intensives Suchen von Quellen zu seiner Person in den Nürnberger und Münchner Archiven und beim Landesentschädigungsamt München konnte sein Lebensweg in Deutschland in groben Zügen rekonstruiert werden.   Der 1902 in Nürnberg geborene Alfred Cohn, Sohn des jüdischen Kaufmanns Berthold Baruch Cohn und seiner Frau Paula, arbeitete nach seinem Studium der […]

Die Sommerausstellung des Stadtarchivs Nürnberg im Handwerkerhof ist eröffnet!

Vom 20. Juli bis 16.September ist im Handwerkerhof am Königstor (Nähe Hauptbahnhof Nürnberg) die Fotoausstellung „Auf dem Weg zum Wirtschaftswunder“ zu sehen. Über 40 Schwarz-Weiß- und Farbfotografien aus den Beständen des Stadtarchivs Nürnberg zeigen Leben und Alltag in der Stadt zwischen 1945 und 1960. Die Ausstellung ist geöffnet Montag bis Sontag 10 bis 18 Uhr. Eintritt frei. Begleitend finden zwei Führungen statt am Mittwoch den 9.8., um 16 Uhr und am Samstag, den 2.9., um 11 Uhr.

„Brezen, Bratwürst, Bier und Böller“-1677 erstes Gregorifest in Pegnitz

Urkundlich erwähnt wird das Gregorifest in Pegnitz erstmals im Jahre 1677.  Verantwortlich für den Namen des Festes ist Papst Gregor der Große. Damals fand es noch am 12. März, dem Namenstag des später heilig gesprochenen Gregor, statt. An diesem Tag zogen die Schulkinder mit ihrem Rektor von Haus zu Haus und sangen vor den Türen, wofür sie kleine Geschenke erhielten, die in der erwähnten Urkunde eigens als Einkünfte des Rektors aufgeführt sind. Eine Rechnung aus dem Jahre 1732 beziffert den Verbrauch auf 58 Maß Bier – bei etwa 100 Schulkindern entfiel also auf jeden Schüler eine Halbe, was offensichtlich ausreichte, […]

Diana-Tempel in Nürnberg?

„Abriß des uralten Dianen-, nachmals aber zu St. Margareth benannten Tempels, nächst an dem kaiserlichen Schloß auf der Reichs-Vesten zu Nürnberg“ – wer die Unterschrift dieses Kupferstichs liest, traut seinen Augen nicht. Hielt man den „Heidenturm“ der Kaiserburg tatsächlich, wie der Name es ja andeutet, für einen später christianisierten römischen Dianatempel? Aber war mit „Diana“ hier überhaupt die römische Göttin gemeint? Die Sagen über eine römische Gründung Nürnbergs sind eine Frucht des 15. Jahrhunderts, als Nürnberg die alten Römerstädte Augsburg und Regensburg endgültig eingeholt und überholt hatte und sich jetzt, verstärkt durch die Begeisterung des Humanismus für klassische Kultur, eine […]

Art Déco in Lauf a.d. Pegnitz

Aus einem Auktionshaus in Münster konnten wir in den letzten Wochen diese Vase aus der Manufaktur von Fritz Krug in Lauf erwerben, die mit Ihrer wundervollen Art Deco-Aufglasubemalung von der noch wenig erschlossenen Produktion der Porzellan- und Terrakottenfabrik in Lauf erzählt. Gegründet hat Krug sein Unternehme 1870 in München, der Betrieb war in Ludwigsfeld bei Moosach beheimatet, wo der Schwerpunkt der Produktion auf dem Gebiet der Grabstein- und Heiligenplastik lag. 1901 eröffnete Fritz Krug sein werk in Lauf links der Pegnitz nahe der Waldstraße in wirtschaftlich günstiger Lage nahe des Bahnhofs. Hier wandte man sich einem vielseitigem Figuren- und Luxusartikelprogramm […]

„Höher geht’s nimmer. Die Welt der Viertausender“ oder wie kommen die Alpen ins Stadtarchiv Nürnberg?

Mit der diesjährigen Fotoausstellung in der Norishalle wird das Stadtarchiv Nürnberg seine Besucherinnen und Besucher verblüffen: Zu sehen sind auf über siebzig Bildern hohe Berge, schneebedeckte Gipfel, tiefe Schluchten und weiße Gletscherfelder. Der Titel „Höher geht’s nimmer.“ Die Welt der Viertausender – Fotografien des Nürnberger Alpinisten und Kaufmanns Alfred Cohn 1926–1929 präzisiert es: Die Ausstellung präsentiert erstmals Alpenfotografie im Stadtarchiv Nürnberg. In den 1920er Jahren unternahm Alfred Cohn (1902–1974) zahlreiche Touren, die ihn vor allem in die Westalpen führten. Im Länderdreieck zwischen Schweiz, Frankreich und Italien erklomm er 65 Viertausendergipfel. Auf seinen Wanderungen durch das Hochgebirge führte er stets eine […]

„Höher geht’s nimmer. Die Welt der Viertausender“ oder wie kommen die Alpen ins Stadtarchiv Nürnberg?

Mit der diesjährigen Fotoausstellung in der Norishalle wird das Stadtarchiv Nürnberg seine Besucherinnen und Besucher verblüffen: Zu sehen sind auf über siebzig Bildern hohe Berge, schneebedeckte Gipfel, tiefe Schluchten und weiße Gletscherfelder. Der Titel „Höher geht’s nimmer.“ Die Welt der Viertausender – Fotografien des Nürnberger Alpinisten und Kaufmanns Alfred Cohn 1926–1929 präzisiert es: Die Ausstellung präsentiert erstmals Alpenfotografie im Stadtarchiv Nürnberg. In den 1920er Jahren unternahm Alfred Cohn (1902–1974) zahlreiche Touren, die ihn vor allem in die Westalpen führten. Im Länderdreieck zwischen Schweiz, Frankreich und Italien erklomm er 65 Viertausendergipfel. Auf seinen Wanderungen durch das Hochgebirge führte er stets eine […]

Es geschah vor 500 Jahren

Vor 500 Jahren, am 12. Mai 1517, ist in Nürnberg der Kaufmann Kunz Horn verstorben. Sein Vater Hans Horn ist wohl identisch mit jenem „Hernlein an der Irhergassen“, zu dessen Tod laut Lorenzer Totengeläutbuch am „unschuldig kindlein tag“ (28. Dezember) 1478 in Nürnberg die Glocken geläutet wurden (im Sebalder Totengeläutbuch wird „Hans Horn in der Irrergaßen“ im Zeitraum zwischen Lucie 1478 = 16. Dezember und Reminiscere 1479 = 3. März als erster Beläuteter genannt). Dieser Hans Horn ist noch 1479 als Besitzer eines Hauses in der Irrergasse (ab etwa 1865 Weißgerbergasse 5) belegt. Er war ebenfalls Kaufmann und 1469 bzw. […]

Es geschah vor 300 Jahren

Vor 300 Jahren, am 30. April 1717, ist in Altdorf Gustav Georg König geboren. Sein Vater war Jobst Lazarus König (1675-1752), der nach Studien in Jena, Halle, Leipzig, Wittenberg und Berlin 1697 zunächst Universitätsnotar in Altdorf wurde und ab 1720 als Schreiber am Stadt- und Ehegericht wie auch am Land- und Bauerngericht der Reichsstadt Nürnberg Karriere machte. Im Jahre 1700 heiratete Jobst Lazarus Barbara Johanna (1671-1762), die Tochter des Altdorfer Professors der Medizin, Jacob Pancratius Bruno (1629-1709). Die Familie König – so der ursprüngliche Name vor der Adelserhebung – ist in Nürnberg seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar. Als gesicherter Urahn […]

Es geschah vor 50 Jahren: Ein neues Wappen für die Gemeinde Wolkersdorf

Gemeindewappen sind Hoheitszeichen, die in Bayern nur mit Genehmigung der Gemeinden benutzt werden dürfen. Viele Gemeinden, insbesondere die Städte besitzen zum Teil sehr alte Wappen. Es ist jedoch nach Gemeindeordnung auch möglich, ein neues Wappen anzunehmen. 1966 kam in der Gemeinde Wolkersdorf der Wunsch auf, ein eigenes Wappen zu führen, das dann z. B. auch anstatt des sog. „kleinen“ bayerischen Staatswappens im Siegel zu führen wäre. Ein eigenes Wappen ist also auch für Kommunen ein Stück lokaler Identität, das ein anderes Gewicht besitzt als die heutzutage verbreiteten und immer wieder Änderungen unterliegenden Logos der Kommunalverwaltungen.   Für die Wolkersdorfer war […]

Als Mariner im Krieg

„Als Mariner im Krieg“ ist nicht nur der Titel einer bekannten autobiographischen Schrift von Joachim Ringelnatz, sondern auch der Titel einer Ausstellung, die vom 1. März bis 21. Mai 2017 im Stadtmuseum Neumarkt gezeigt wird. Alles begann mit der Schenkung zweier originaler Fahnen des deutschen Unterseebootkreuzers U 155 an die Städtischen Sammlungen, einer deutschen und einer englischen. Ein Besatzungsmitglied hatte sie 1918 vor der Übergabe des Kriegsschiffes an die Alliierten „sichergestellt“, um sie der Nachwelt zu erhalten. Er vertraute sie dann einem U-Boot-Fahrer des Zweiten Weltkriegs an, und dieser reichte sie nun an die Stadt weiter. Das hohe Alter ist den […]

Es geschah vor 550 Jahren

Vor 550 Jahren, am 21. März 1467 ist in Eichstätt Barbara Pirckheimer, die spätere Caritas Pirckheimer, geboren. Ihre Eltern waren Dr. Johannes Pirckheimer (gest. 1501), Jurist, Diplomat und bischöflicher Sekretär in Eichstätt, und Barbara Pirckheimer, geborene Löffelholz (gest. 1488). Über Caritas‘ Kindheit in Eichstätt und wohl auch in München – Johannes Pirckheimer war 1474 in den Dienst Herzog Albrechts IV. von Bayern (1447-1508, Herzog seit 1465) getreten – ist wenig bekannt. Im Alter von zwölf Jahren trat Caritas 1479 in das Nürnberger Klarakloster ein. Aus ihrer frühen Klosterzeit ist der Briefwechsel überliefert, den sie zwischen 1498 und 1506 mit dem […]

Ein Praktikum im Laufer Stadtarchiv- Einblicke in vielfältige Aufgaben

Einige Tage  war ich nun als Praktikantin im Laufer Stadtarchiv tätig gewesen und habe dadurch vieles über die Arbeit in einem Archiv gelernt. Vor allem für Geschichts,- und Heimatliebhaber wie mich, war es eine große Erfahrung mehr über die Bestände des Stadtarchivs zu erfahren und auch mit diesen zu arbeiten. Zum Stadtarchiv Lauf gehören ebenfalls die Gemeindearchive der Ortsteile. Dort sind unter anderem Bauanträge der ehemals selbstständigen Orte verwahrt, die mit der Zeit eingemeindet wurden. Dabei war die Aufgabe, diese heute immer noch für das Bauamt wichtigen Anträge separat zu erfassen. Auch ein paar Familienarchive werden im Stadtarchiv verwahrt, darunter […]

Der Notfallverbund der Archive im Großraum Nürnberg gewinnt neue Mitglieder

Der am 6. Juni 2016 gegründete Notfallverbund der Archive im Großraum Nürnberg hat zahlreiche neue Mitglieder gewonnen. Neben den Gründungspartnern − dem Staatsarchiv Nürnberg, dem Landeskirchlichen Archiv der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und dem Stadtarchiv Nürnberg − verstärken nun die Stadtarchive in Fürth, Erlangen, Lauf a. d. Pegnitz und Schwabach sowie das Archiv der Friedrich-Alexander-Universität, das Historische Archiv des Germanischen Nationalmuseums und die Stadtbibliothek Nürnberg den Notfallverbund. Die erste Tagung des erweiterten Notfallverbundes fand am 23.02.2017 im Staatsarchiv Nürnberg statt. Angeregt diskutiert wurden bei diesem Treffen mögliche Notfall- oder Katastrophenszenarien, für die es gewappnet zu sein gilt. Anschließend wurden die […]

Exlibris aus der Sammlung Paul Ultsch

Gastbeitrag von Melanie Rosen, Stadtarchiv Schweinfurt Paul Ultsch (1916 – 2007), Schweinfurter, Heimatforscher, Kunstsammler, Ehrenmitglied des Historischen Vereins Schweinfurt und Verfasser heimatkundlicher Werke, stiftete 1995 seine umfangreiche Bibliothek an das Stadtarchiv- und Stadtbibliothek Schweinfurt. Diese Bücher wurden von ihm mit einer Auswahl aus seiner großen Exlibris-Sammlung versehen. Bei der Erschließung seiner Bibliothek wurden nun die Exlibris gesichtet und sollen hier vorgestellt werden.

Laufer Faschingszeitungen der Jahrhundertwende zeigen den „Fastnachtszug der haute volée“

  Zwei ganz besondere Schätze erhielt das Archiv vergangene Woche von einer Nachfahrin der Familie des Kunstmühlbesitzer-Ehepaars Ernst und Elisabeth Arnold, die im frühen 20. Jahrhunderts bedeutend zum gesellschaftlichen Leben in Lauf beitrugen. Dabei handelt es sich um zwei Laufer Faschingszeitungen der Zeit um 1900. Eines der beiden „Laufer Narrenblätter“ zeigt eine verkürzte Darstellung der Laufer Innenstadt zwischen den beiden Stadttoren mit dem Gebäude der Stadtapotheke in de Mitte. Gezeigt wird ein Spottbild auf die „feine Gesellschaft“ der Stadt. Vor der Stadtapotheke, auf dem heute verschwundenen Kriegerdenkmal ist in Anklang an den Nürnberger „Gänsemännchen-Brunnen“ ein Laufer „Gänsemännchen“ zu erkennen. Den […]

Winteraktion im Laufer Stadtarchiv: Urkunden-Umlagerung

Teile des Urkundenbestands des Stadtarchivs Lauf sind bereits restauriert, andere lagern noch immer zusammengefaltet in feuerfesten Boxen. Die 300 Urkunden das Stadtarchivs Laufs werden nun endgültig in neue säurefreie Kartons umgelagert und damit sachgerecht konserviert, die erhaltenen Siegel fixiert. Eine Arbeit, die äußerste Sorgfalt und Geduld erfordert und wohl noch einige Zeit dauern wird.

66.000 Archivalien umgezogen – Neue Regalanlagen für das Stadtarchiv Fürth

Schon seit Jahren sind die Magazinräume des Stadtarchivs Fürth annähernd voll. Aktenübernahmen waren kaum mehr möglich. Provisorische Abhilfe schaffte ein Außendepot in der Fürther Südstadt, das allerdings nur über einen 80m langen, nicht barrierefreien Zugangsweg und dann eine schmale Kellertreppe zu erreichen ist. Deshalb bemühte sich das Stadtarchiv seit 2011 um den Einbau neuer Regale. Durch Einsparungen und Spenden standen ab 2014 Mittel zur Verfügung. Nach intensiven Vorarbeiten und Planungen begannen im November 2016 die Maßnahmen. Zu den unvorhergesehen Problemen gehörte beispielsweise ein 1,20m breiter Versorgungsschacht, auf dem eine der Schienen für die Regale hätte laufen sollen. Aus statischen Gründen […]

Mit Hü und Hott in’s Puppenland

In der Stadtchronik Nürnberg geblättert: Im Dezember 1924 berichtete die Stadtchronik Nürnberg von der am 18. des Monats über die Bühne gegangenen Weihnachtsaufführung für die Kinder von Unterstützungs- und Zusatzrentenempfängern im Neuen Stadttheater am Ring. Vorab hatten die jungen Besucherinnen und Besucher einen Lebkuchen bekommen, nun warteten sie gespannt auf das Theaterstück: Wie glänzten die Augen, als in Knecht Rupprechts Reich die Nürnberger Zinnsoldaten aus der Schachtel herauskamen und ihren Parademarsch vorführten, wie schön war der Elfentanz im Märchenreich, welche Heiterkeit erweckte der quakende Froschkönig, der schließlich von den Störchen bearbeitet wurde, und welches Jauchzen erzeugten erst all die tanzenden […]

Pegnitz leuchtet zur Weihnacht – 1976 sogar mit dem Nürnberger Christkind

Im Oktober diesen Jahres war die Stadt Pegnitz Teil des Projektes „Oberfranken leuchtet – Lichtinszenierung im öffentlichen Raum“. Dank vieler Studenten der Fakultät Design an der Hochschule Coburg hieß es vom 14. – 23. Oktober 2016 deshalb auch „Pegnitz leuchtet“. Die Pegnitzer Innenstadt – der Marktplatz, das alte und neue Rathaus, die Bürgerhäuser und die Pegnitzer Bartholomäuskirche erstrahlten in wunderbarem Glanz. Und dabei handelte es sich nicht um irgendein künstliches, sondern um ein natürliches, fast vorweihnachtliches Licht, das die Gebäude in ihrer ganzen Schönheit zur Geltung brachte.                     Einen Vorläufer hatte […]

Der Lichterzug erhellt die Burg

In der Stadtchronik Nürnberg  geblättert: Der Lichterzug der Nürnberger Volksschulen findet seit dem Jahr 1948 statt. Mit ihren aufwändigen, in wochenlanger Arbeit gefertigten Laternen ziehen die Schülerinnen und Schüler von der Fleischbrücke zur Burg hinauf, wo ein Krippenspiel stattfindet. Der Nürnberger Stadtchronist verfasste auch für die Fränkische Tagespost einen Artikel zum Lichterzug. Die Freude der Kinder ließ ihn offenbar wehmütig werden, er schrieb: Langsam, beim Näherkommen, schälen sich die einzelnen Laternen aus dem Strom der endlosen Schlange, die unablässig hin und her wogt und sich zuweilen in einen quirlenden Wust von Goldfäden zerspleißt. Und unter jeder einzelnen Lampe glüht rotwangig […]

Zur Genesung in die Heimat – Das Reservelazarett in Neumarkt 1914 bis 1919

400 Bettstellen im Reservelazarett hatte der Frauenzweigverein vom Roten Kreuz mit Kopfpolstern, Bezügen und Leintüchern bis Mitte August vorbereitet. Dann traf am 1. September 1914 gegen 20.28 Uhr der erste Verwundetenzug im Neumarkter Bahnhof ein. Und … es stiegen acht Patienten aus, obwohl die Ankunft von 100 gemeldet war. Wie sollte man da an der Heimatfront Ruhm und Ehre erlangen, beispielsweise das begehrte König-Ludwig-Kreuz, in einem Krieg, der ja Weihnachten bereits siegreich beendet sein sollte. Auch die Schaulustigen gingen wohl missgestimmt wieder nach Hause, denn für den Empfang „hatte man große Vorbereitungen getroffen“, wie der Schreiber des Neumarkter Tagblatts bemerkte. Immerhin konnte […]

Der Blutvergifter: Fritz Fink, Stadtschulrat in Nürnberg 1935 – 1945

Als die Nazis mit ihrer Machtübernahme auch das städtische Schulwesen in Nürnberg unter ihre Kontrolle bekamen, war der Mann schnell gefunden, der es nachhaltig in eine Propagandamaschinerie umfunktionierte, die schon den Kindern Hass auf alles „Fremdvölkische“ einhämmern sollte: Fritz Fink (1897 – 1988), seit 1929 Volksschullehrer in Nürnberg, ein bereits 1930 in die NSDAP eingetretener „Alter Kämpfer“ und Intimus des Gauleiters Julius Streicher, für dessen Hetzblatt „Der Stürmer“ er fleißig Artikel mit so vielsagenden Titeln wie „Der Judenknecht. Woran man ihn kennt“ oder „Der Rassenmord“ schrieb. Am 5.11.1935 wurde der fanatische Rassist berufsmäßiger Stadtrat für Schule und Bildung, im selben […]

Es geschah vor 325 Jahren

Vor 325 Jahren, am 23. September 1691 wurde in Nürnberg der Zeichner, Kupferstecher und Illustrator Gottlieb Daniel Heumann geboren und noch am selben Tag getauft. Sein Vater Wolff Heumann war Messerschmied. Georg Daniel war zweimal verheiratet, in erster Ehe seit dem 20. September 1720 mit Regina Barbara, einer Tochter des Christoph Dill, in zweiter Ehe seit dem 22. Juli 1738 mit Maria Magdalena Rathgeber. Heumann lernte zunächst das Kupferstechen in einer Werkstatt, anschließend besuchte er die Malerakademie unter Johann Daniel Preißler. In den Nürnberger Ämterbüchern wird er zwischen 1726 und 1740 sowie von 1757 bis 1759 als Kupferstecher geführt. Von […]

Buchrestaurierung live – Stadtarchiv Amberg ermöglicht Einblicke in die Welt der Buchkonservierung

Der Tag des offenen Denkmals am 11. September 2016 steht unter dem Motto „Gemeinsam Denkmale erhalten“ und damit ganz im Zeichen des gemeinschaftlichen Handelns. Veranstalter in Amberg sind wie jedes Jahr Kulturamt und Stadtarchiv unter Beteiligung der Stadtheimatpflegerin Beate Wolters M. A., des Stadtmuseums und der unteren Denkmalpflege. Wir hoffen wieder ein Programm zusammengestellt zu haben, das auf Interesse stößt. Eine ganze Reihe von Führungen ist den Bemühungen um den Erhalt mittelalterlicher Bausubstanz verpflichtet, unter denen heuer die Stadtmauer, aber auch die Tore zu nennen sind. Es gibt aber nicht nur steinerne Denkmäler der Vergangenheit. Denkmäler im besten Wortsinn sind […]

Der Traum von der „Schwabacher Hütte“ in den Bergen

Als auf dem Winterfest des Alpenvereins in Schwabach am 18. Februar 1911 eine Komödie zum Bau einer „Schwabacher Hütte“ in den Alpen aufgeführt wurde, mag diese Idee nicht ganz ernst gemeint gewesen sein. Es offenbart sich darin vielleicht aber doch der Traum zumindest einiger Schwabacher Alpinisten, von einer eigenen Unterkunft in den Bergen, wie ihn die Nürnberger Sektion im hinteren Stubaital schon 1886 realisiert hatte oder die Erlanger Sektion 1929/1931 im Ötztal noch verwirklichen sollte.     Die Vereinsausflüge des 1891 gegründeten Schwabacher Alpenvereins beschränkten sich allerdings vor dem ersten Weltkrieg eher auf die Fränkische Schweiz, wenn sich auch offenbar […]

Es geschah vor 50 Jahren

Vor 50 Jahren, am 31. August 1966, verstarb der am 25. Juni 1890 geborene Politiker und Pädagoge Ludwig Ritter von Rudolph. Bereits Vater und Großvater Rudolph waren im Gemeindekollegium von Nürnberg politisch als „Freisinnige“ aktiv. Rudolph folgte durch den Besuch der Lehrerausbildungsanstalt in Schwabach in beruflicher Hinsicht zunächst dem Vater, der ebenfalls Lehrer und später Bezirksschulrat in Nürnberg war. Nach Beendigung der pädagogischen Ausbildung trat er 1909 als Einjährig-Freiwilliger dem 14. Bayerischen Infanterieregiment bei und wurde durch Übungslehrgänge 1911-1914 in Amberg und Mainberg bei Schweinfurt zum Reserveoffizier ausgebildet Zeitgleich arbeitete er als Hilfslehrer, und nach der Anstellungsprüfung 1913 als Hauptlehrer […]

Ludwig Sillner – Ein Freund Cousteaus

Im Jahr 1964 führte der früher sehr bekannte Nürnberger Unterwasserfotograf und Meeresforscher Ludwig Sillner im Club Nautique in Djibouti, zu dieser Zeit noch Hauptstadt von Französisch-Somalialand, Farbbilder einer Unterwasserexpedition ins Rote Meer vor. Anwesend war dabei auch der Direktor der Postverwaltung dieser Kolonie. Er war offenbar so beeindruckt von diesen Bildern, dass er der zuständigen Postverwaltung in Paris vorschlug, eine Briefmarkenserie mit diesen Bildern in der Kolonie herauszubringen. Am 13. Mai 1966 wurden die ersten vier Marken und am 14. Oktober 1966 noch weitere drei Marken an die Schalter gebracht – also vor 50 Jahren. Beide Serien sind sehr schöne […]