Planet History

Zeitgeschichte Online

Wenn unzufriedene Bürger Politik machen

Mit einem großen Vorsprung hat der umstrittene Milliardär Andrej Babiš die Parlamentswahl am 20. und 21. Oktober in Tschechien gewonnen. Der Populist kam mit seiner Protestbewegung ANO („Ja“) auf 29,7 Prozent der Stimmen. Martina Winkler, Beiratsmitglied bei Zeitgeschichte-online berichtet von den Wahlen bereits eine halbe Stunde nach Schließung der Wahllokale. (die Red.)

#MyEscape

Ein Dokumentarfilm zeigt Bilder der Flucht, die in den Medien nicht vorkommen * Von Hans-Ulrich Wagner * September 2017
Deutschland im Sommer 2015: Die Auseinandersetzung mit der sogenannten „Flüchtlingskrise“ findet auch und gerade in den Massenmedien mit ihren vielfältigen journalistischen Angeboten statt. Gegen die JournalistInnen werden bald heftige Vorwürfe erhoben. Sie würden zu unkritisch über die MigrantInnen berichten und über der „Willkommenskultur“ die gesellschaftspolitischen Probleme und Herausforderungen vernachlässigen. Ein weiterer Vorwurf lautet, zu häufig würden Printmedien über MigrantInnen berichten und zu selten würden sie ihnen selbst eine Stimme geben. In der digitalen Gesellschaft eröffnen die sozialen Medien den Betroffenen eine Möglichkeit, sich zu artikulieren.

Der Schäferhund: „Napfsoldat“ oder gequälte Kreatur?

Crowdfunding für einen Sammelband zur Aufarbeitung des „Schäferhund-Hoax“ * Von Enrico Heitzer und Sven Schultze * Juli 2017
Hatte der Deutsche Schäferhund eine Mitschuld an der Nazi- und SED-Diktatur? Waren Schäferhunde als „Napfsoldaten“ Täter oder doch die eigentlichen Opfer der deutschen Teilung? Überlegungen dieser Art, vorgetragen auf einer Konferenz und veröffentlicht in einer renommierten Fachzeitschrift, sind 2016 als „Schäferhund-Hoax“ bekannt geworden und haben der Geschichtswissenschaft eine unangenehme Diskussion beschert, die u.a. auf einem Workshop „Auf den Schäferhund gekommen?“ im Oktober 2016 an der TU Berlin geführt wurde. Nun soll ein Sammelband den Hoax und dessen Auswirkungen untersuchen.

Bremen 1987

Veröffentlicht am 19. Juni 2017

Bremen im Wahlkampf 1987. Winter. Kohl gegen Rau. Ein bisschen wie heute – keine große politische Show und wohl schon früh entschieden. Die CDU plakatierte „Der Kanzler kommt“. Kohl mit Brille und Blick in die Zukunft. Es muss wenige Wochen vor der Wahl gewesen sein als er seinen Auftritt unter den Betonstreben der Bremer Stadthalle absolvierte. Westdeutsche Moderne.

Breaking the Silence

Placing the debate on the left-wing NGO in the broader context of Israeli society * Von Aya Zarfati * Juni 2017
The Israeli left-wing NGO Breaking the Silence has made many headlines recently. Yet only few articles had put it in a larger context. Netanyahu’s refusal to meet with Germany’s Foreign Minister Gabriel was not just another step in the government’s struggle against “fringe radical groups that falsely accuse our soldiers of war crimes and undermine Israeli security”, but another landmark in an ongoing process of delegitimisation of the Israeli left.

„Technology is the answer, but what was the question?”*

3 Tage auf der re:publica * Von Gesine Rodewald * Mai 2015
Seit elf Jahren zieht die re:publica viele Blogger*innen, Programmierer*innen, Netzaktivist*innen, Journalist*innen, Youtuber*innen und all jene in ihren Bann, die sich für die Themen der digitalen Gesellschaft interessieren und genug Kleingeld für ein Ticket in der Tasche haben. Drei volle Tage lang existiert dieser Planet namens Nerdistan mitten in Berlin-Kreuzberg – großzügig gesponsert von IBM und Daimler.

Zur aktuellen Situation türkischer Wissenschaftler*innen

Ein Interview mit Nazan Maksudyan * Von Paulina Thoma und Gesine Rodewald * Mai 2017
Seit dem Putschversuch im Juli 2016 hat sich die Situation der Akademiker*innen in der Türkei zunehmend verschlechtert. Die türkische Historikerin Nazan Maksudyan hat kürzlich das Wahlergebnis des Verfassungsreferendums in einem Interview mit dem Deutschlandfunk als nicht rechtmäßig bezeichnet. Wir haben mit ihr über die problematische Lage türkischer Akademiker*innen, über die Auswirkungen politischer Einflussnahme auf ihre Forschungen und die Möglichkeiten zur Unterstützung einer freien Wissenschaft gesprochen.

„So ein Begräbnis müsste jedes Jahr sein“

Die Beerdigung Josep Broz Titos als Begegnungsort im Kalten Krieg * Von Hannah Sprute * April 2017
Für Jugoslawien war der Tod Josep Broz Titos am 4. Mai 1980 ein einschneidendes Ereignis. Der ethnisch und religiös sehr heterogene Staat überlebte Tito zwar noch um ein Jahrzehnt, ohne die integrative Kraft des charismatischen Führers konnte den Zentrifugalkräften jedoch nicht mehr lange Einhalt geboten werden…