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Tag Archive for Archäologie

Videos: Neue Indizien zur Varusschlacht in Kalkriese — Wikingersiedlung Haithabu — Das 3000 Jahre alte Schlachtfeld Tollensetal

Neue Indizien zur Varusschlacht: Römische Wallanlage bei Kalkriese gefunden | Spieldauer 01:27 Minuten | NDR | Stream und Info
Hinweis: Diese Grabungen werden von Leuten finanziert und durchgeführt, die überwiegend kein Interesse daran haben, dass die Varusschlacht eventuell nicht in Kalkriese stattgefunden hat, wie es ja gar nicht einmal so wenige Wissenschaftler in Erwägung ziehen. Wehe, die Gegner der Kalkriese-These liegen richtig, dann wäre das vor sich hin rostende Museum vor Ort eine immense Fehlinvestition, denn schließlich lebt es vom Mythos, Arminius und Varus hätten sich in Kalkriese geprügelt – und keinesfalls irgendwo anders! 😊
Erfolgreiche archäologische Spurensuche in der Wikingersiedlung Haithabu | Spieldauer 3 Minuten | NDR | Stream und Info
3.000 Jahre Geschichte ausgraben – Doku über das bronzezeitliche Schlachtfeld im Tollensetal | Spieldauer 29 Minuten | NDR | Stream und Info
Sehr schön, wie das Thal heute ausschaut: Den Horizont bedeckt ein dichter Wald von Windgeneratoren. Die Menschen der Bronzezeit würde vermutlich der Schlag treffen.

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Wikingerschatz von Sylt kommt nach Schloss Gottorf

Überraschender Fund aus der Wikingerzeit: Im vielfach umgepflügten Boden eines Acker auf Sylt sind Archäologen auf den größten Silberschatz dieser Epoche gestoßen, der bislang in Schleswig-Holstein entdeckt worden ist. Am Montag wurde der Fund des insgesamt rund ein Kilogramm schweren Horts aus 180 Teilen öffentlich bekannt gegeben. Er wird auf die Zeit um 950 n.Chr. … Wikingerschatz von Sylt kommt nach Schloss Gottorf weiterlesen

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Wikingerschatz von Sylt kommt nach Schloss Gottorf

Überraschender Fund aus der Wikingerzeit: Im vielfach umgepflügten Boden eines Acker auf Sylt sind Archäologen auf den größten Silberschatz dieser Epoche gestoßen, der bislang in Schleswig-Holstein entdeckt worden ist. Am Montag wurde der Fund des insgesamt rund ein Kilogramm schweren Horts aus 180 Teilen öffentlich bekannt gegeben. Er wird auf die Zeit um 950 n.Chr. … Wikingerschatz von Sylt kommt nach Schloss Gottorf weiterlesen

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Fundstücke KW 38

Archäologen auf der Insel Guernsey erwarteten bei der Öffnung eines Grabes die sterblichen Überreste eines Mönchs zu finden. Stattdessen kam ein Schweinswal zum Vorschein … Der Standard weiß mehr. Die Reste eines mittelalterlichen Hauses wurden bei Bauarbeiten in Duisburg entdeckt, … Weiterlesen

Buch: Die Alpen in der Antike – Von Ötzi bis zur Völkerwanderung

Im Buch Die Alpen in der Antike – Von Ötzi bis zur Völkerwanderung (S. Fischer Velag, 2017) gibt der Historiker Ralf-Peter Märtin in sieben Kapitel Einblick in verschiedene geschichtliche Abschnitte der Alpen.
Thema des 1. Kapitels ist die bekannte kupfer-steinzeitliche Eismumie Ötzi. Wer war dieser Mann, wie sah die Kulturlandschaft der Alpen zu seiner Zeit aus, wie fand er den Tod und welche Besonderheiten weisen seine gut konservierten Überreste auf?
Hochinteressant ist beispielsweise, dass sich auf Ötzis Haut nicht nur Tätowierungen befinden, sondern diese auch noch exakt den Akupunktur-Linien des menschlichen Körpers folgten. Wer hätte weiters gedacht, dass unweit des von hinten mit einem Pfeil getöteten Ötzi eine 500 Jahre jüngerer Steintafel gefunden wurde auf der dargestellt ist, wie ein Mann von hinten mit Pfeil und Bogen erschossen wird? Handelte es sich womöglich um ein in dieser Gegend lange praktiziertes Ritual? War Ötzis vielleicht gar nicht einem schnöden Mord zum Opfer gefallen?
Im 2. Kapitel wirft der Autor einen Blick auf die Alpen in der Bronze- und Eisenzeit. Hierbei geht es vor allem um die immense Bedeutung des Bergbaus; Salz und Eisen machten manch Region in den Alpen reich und weithin bekannt: Stichwort „Norisches Eisen“, dessen hoher Mangan-Gehalt sich positiv auf die daraus geschmiedeten Endprodukte auswirkte.
Das 3. Kapitel handelt von Hannibal und dessen berühmten Marsch über die herbstlichen Alpen. Bereits Polybios kritisierte jedoch, dass die Gefährlichkeit eines solchen Unterfangens von einigen seiner Historiker-Kollegen aufgebauscht wurde. Und tatsächlich marschierten in der Antike auch andere Heere in der kalten Jahreszeit unbeschadet über die Alpen – wie etwa jenes der Kimbern rund 100 Jahre nach Hannibal.
Die Kimbern kamen nicht über den Brenner lautet die Überschrift zum 4. Kapitel. Hier geht es nun um den langen Marsch der Kimbern, Teutonen und Abronen, die sich möglicherweise wegen einer Klimaverschlechterung von Jütland und Norddeutschland in Richtung Süden aufmachten, um dort ein neues Zuhause zu finden. Dabei gelangten sie unter anderem in das keltische Königreich Noricum und somit in den unmittelbaren Wahrnehmungsbereich des gerade erst zur Großmacht aufgestiegenen Roms. Am Ende der von Hans-Peter Märtin übersichtlich geschilderten Ereignisse stand die völlige Vernichtung der wanderlustigen Germanenstämme. Mit Teddybären wurde damals eben noch nicht geworfen. 😊
Im 5. Kapitel geht es um das Ausgreifen des Römischen Reichs in den Alpenraum. Es ist wenig verwunderlich, dass dieser Vorgang auf mancherlei Widerstand stieß. Unter anderem zeigten sich die Räter höchst widerborstig. Diesem kulturell recht fortgeschrittenen Volk wurde bereits in der Antike eine Verwandtschaft mit den Etruskern nachgesagt. Auch interessant: Varus, der unglückselige Feldherr des Jahres 9. n. Chr., befehligte bereits bei den Alpenfeldzügen des Tiberius vorübergehend jene XIX. Legion, mit der zusammen er viele Jahre später in den Wäldern Germaniens untergehen sollte.
Das 6. Kapitel handelt von der spätantiken Völkerwanderung, die für die romanisierte Bevölkerung der Alpen eine immense Zäsur darstellte. Viele Menschen starben in den nun hereinbrechenden Wirren oder flohen in Richtung Italien. Einige Mutige blieben, mussten aber oft die Täler verlassen, um sich in den Schutz von Höhenfestungen zurückzuziehen. 
Im 7. und letzten Kapitel wird die Christianisierung der Alpen in der Spätantike beschrieben. ein Vorgang, der keineswegs glatt verlief. Beispielsweise wird davon berichtet, dass ein eifriger Bischof, der sich daran machte, ein heidnisches Götzenbild umzuwerfen, von den darüber erbosten Bauern mit ihren Holzschuhen beworfen wurde … 😃
Fazit: Ein abwechslungsreiches und kurzweiliges Buch. An einigen wenigen Stellen hätte es aber aus meiner Sicht ein bisschen mehr in die Tiefe gehen können. Der Kaufpreis beträgt 22 Euro.
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Weiterführende Informationen:

Zeitschrift "Bayerische Archäologie": Sondengänger führt private ‚Notgrabung‘ durch — Die Bajuwaren waren ‚Warriors‘ — Fragwürdiger Denkmalschutz

Viermal jährlich erscheint im Verlag Friedrich Pustet die Zeitschrift Bayerische Archäologie. Die einzelnen Ausgaben haben unterschiedliche Schwerpunkte, enthalten daneben aber auch Beiträge zu diversen weiteren Themen.

Die Bajuwaren waren ‚Warriors‘

Das aktuellen Heft (3/2017) trägt den Titel Zeitenwende II: Das Ende der Antike – und was kam dann? Dementsprechend handeln mehrere Texte von den im heraufziehenden Frühmittelalter zum ersten Mal ins Rampenlicht der Geschichte tretenden Bajuwaren (auch Baiuvaren, Baiovaren, Baioari, usw. geschrieben). Beispielsweise geht der Germanist Peter Wiesinger jener schon lange umstrittenen Frage nach, woher die Bezeichnung dieses Stammes überhaupt herrührt.  Gut möglich ist -wie erläutert wird – dass die ursprünglich von den keltischen Boiern (Bojern) besiedelte Landschaft Böhmen sowie das germanische Wort warjoz (=Wehrmänner; siehe auch das englische Wort warrior!) namensgebend waren. Bei den ersten Bajuwaren handelte es sich also möglicherweise um germanische Krieger, die aus dem von den keltischen Boiern schon lange verlassenen Böhmen kamen und sich als Söldner in den Dienst Ostroms stellten, das Ende des 5. Jahrhunderts – nach der Auflösung des Weströmischen Reichs – daran interessiert war, die an Böhmen grenzende Provinz Noricum militärisch abzusichern.

Sondengänger führt private ‚Notgrabung‘ durch 

Kurios ist der in einem anderen Beitrag beschriebene Fall von einem anonym abgegebenen, aus 89 Einzelobjekten bestehenden Bronzehort (siehe obiges Bild). Ein Sondengänger grub ihn in einem Wald bei Hemau in der Oberpfalz aus und schickte ihn daraufhin ans Landesamt für Denkmalpflege – inklusive eines Briefs, in dem er nicht nur den Fundort genau beschrieb, sondern auch seine Handlungsweise begründete: Die Objekte hätten sich neben einem stark frequentierten Wanderweg, jedoch auf keinem ausgewiesenen Bodendenkmal, befunden. Es bestand hier angeblich die dringende Gefahr, dass Wanderer den Hort zufällig entdecken und mopsen würden. Der Sondengänger initiierte deshalb eine Art private ‚Notgrabung‘ 😉. Außerdem verwehrte er sich in seinem Schreiben quasi vorsorglich dagegen, als „krimineller Raubgräber“ abgestempelt zu werden. Anonym wolle er bleiben, weil er den Behörden nicht vertraut. Deren genereller Umgang mit Sondengängern führe in eine Sackgasse, die für keine Seite einen Gewinn bringen würde. Seinen Finderanteil an dem Hort möge man einem gemeinnützigen Zweck zuführen, bittet er dann noch.
Das Denkmalamt führte an der beschriebene Stelle eine Nachgrabung durch und entdeckte noch drei weitere bronzezeitliche Metallobjekte. Allerdings ist man von der Eigenmächtigkeit des Sondengängers naturgemäß wenig begeistert. Wichtige Fundzusammenhänge seien durch die undokumentierte Bergung verlorengegangen. Dieses Argument halte ich bei einem Hortfund wie diesem jedoch für etwas überzogen, denn die Lage der Objekte zueinander wird hier – im Gegensatz zu einem Grab – kaum etwas von echter Bedeutung verraten. Trotzdem wäre es wahrscheinlich besser gewesen, der Sondengänger hätte sofort die Behörden verständigt. Nur wenn diese tatsächlich nicht zeitnah ihren Hintern hochbekommen hätten, wäre es moralisch vertretbar gewesen, in Eigenregie tätig zu werden. Und selbst in so einem Ausnahmefall ist es sicher sinnvoll, wenn man die Ausgrabung halbwegs vorsichtig durchführt, alles mit Fotos dokumentiert und nicht versucht, die zutage geförderten Objekte zu säubern, da hierbei die Gefahr besteht, dass z.B. eventuell vorhandene Textilanhaftungen am korrodierten Metall beseitigt werden.
Interessant wäre übrigens aus meiner Sicht noch gewesen, wenn man die für diesen Fall relevante bayerische Gesetzeslage in dem Artikel etwas näher erläutert hätte. Nicht jeder Leser wird diese kennen.
Fragwürdiger Denkmalschutz: Der Abbruch der Eselbastei 
Über den umstrittenen Abbruch der sogenannten Eselbastei in Ingolstadt schreibt Roland Gschlössl, der Herausgeber der Zeitschrift.  Konkret geht es hier darum, dass das erst 2012 unter Denkmalschutz gestellte renaissancezeitliche Mauerwerk in einer Nacht-und-Nebel-Aktion abgerissen wurde. Grund: Es war einem Hotel mit Tiefgarage im Weg. Eine Konservierung wurde nach Rücksprache mit dem Bauherren von einer Mehrheit des Stadtrates als zu kostspielig eingestuft.
Die Gegner des Abrisses argumentieren, dass hier ein sehr wichtiges Stück Stadtgeschichte leichtfertig zerstört wurde. So sei beispielsweise laut Überlieferung von der Eselsbastei aus dem schwedischen König Gustav Adolf bei einem Erkundungsritt das Pferd direkt unter dem Hintern weggeschossen worden, woraufhin dieser von einer Belagerung der stark befestigten Stadt absah. Übrigens, das damals getötete Pferd wurde als Trophäe nach Ingolstadt gebracht und ist dort heute im Stadtmuseum zu sehen; es gilt als ältestes Tierpräparat Europas – siehe das nachfolgende Bild.
Ich kann den Ärger der Kritiker verstehen, bin aber zwiegespalten. Die bisher schon nicht sichtbaren Mauern wären nach ihrer Dokumentation ohnehin wieder zugeschüttet worden, wenn es sich um eine normale archäologische Grabung gehandelt hätte und an der betreffenden Stelle keine Tiefgarage errichtet worden wäre. 
Abschließend noch eine kleine Randbemerkung zum Vorwort in diesem Heft. Darin schreibt der Herausgeber eingangs: „Liebe Leserin, lieber Leser, …“. Sehr brav, dafür gäbe es normalerweise die Note Eins im Fach Geschlechtergerechte Sprache. Doch leider, nur ein paar Zeilen weiter ist bereits unverzeihlicherweise vom „Zeitalter der Baiovaren“ die Rede; gerade so, als ob es damals keine Baiovarinnen gegeben hätte. Aber so ist das eben, diesen sprachlichen Schmarrn hält fast niemand konsequent durch. Daher verzichte zumindest ich komplett darauf 😊

Fazit: Alles in allem wieder ein interessantes Heft, mit thematisch gut durchmischten Beiträgen. Der Kaufpreis beträgt knapp 9 Euro.

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Weitere interessante Themen:

Fundstücke KW 37

Der Volksfreund berichtet über die archäologischen Untersuchungen frühmittelalterlicher Gräber im Kreis Mayen-Koblenz. Die Wikingerkriegerin aus Birka hat es nun auch zu SZ Online, derstandard.at und in Die Welt geschafft. Je nach Gemüt dürfte dieser Beitrag in der SHZ über ein … Weiterlesen

Videos: Archäologische Knochenjagd mit Spürhund — Wie viel Neandertaler steckt in uns? — Historisches Heerlager — Jan Hus — Luther

Archäologische Knochenjagd mit Spürhund | Spieldauer 3 Minuten | BR | Stream & Info
Urmensch – wie viel Neandertaler steckt in uns? | Spieldauer 59 Minuten | SWR | Stream & Info
Historisches Heerlager bei der Burg Münzenberg: Zu Tisch im Mittelalter | Spieldauer 30 Minuten | BR | Stream & Info
Das ist genau die Art von Veranstaltung, die ich auch als Besucher meide wie der Teufel das Weihwasser. Trotzdem ist es ganz unterhaltsam, sich so etwas in Form einer TV-Sendung mal anzuschauen. Bei vielem was hier zu sehen ist, läuft mir ein wohliger Schauer den Rücken hinunter. Ich brauche keinen Stephen King, solange es solche Veranstaltungen gibt 😊

Reichsstadt-Festtage für Mittelalter-Fans | Spieldauer 5 Minuten | BR | Stream & Info
Jan Hus – verbrannt in Konstanz | Spieldauer 15 Minuten | SWR | Stream & Info
Luther – verdächtigt in Erfurt | Spieldauer 15 Minuten | SWR | Stream & Info
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Krimskrams: Haben Archäologen den Schädel von Plinius dem Älteren entdeckt? — Heribert Illig nervt Prof. Sowieso und alle Studienräte

Haben Archäologen den Schädel von Plinius dem Älteren entdeckt?

Es wär schon eine kleine Sensation, wenn es zutreffend ist, dass sich unter den sterblichen Überresten der Opfer des im Jahr 79 n. Chr. ausgebrochenen Vesuvs auch der Schädel von Plinius dem Älteren befindet: Klick mich

Freilich, im Gegensatz dazu geht der Archäologe Alberto Angela in seinem hier von mir besprochenen Buch “Pompeji – Die größte Tragödie der Antike” davon aus, dass der Leichnam des älteren Plinius NICHT im vom Vulkan fast vollständig zerstörten Stabiae zurückgelassen wurde, sondern mit der von ihm ursprünglich kommandierten Rettungsflotte in den Stützpunkt Misenum zurückkehrte.

Was mir nicht unlogisch erscheint, denn die, die den Tod von Plinius als Augenzeugen miterlebten, kehrten ja ebenfalls zurück und konnten vom Erlebten sehr detailliert berichten. Entsprechend heißt es in einem Brief des jüngeren Plinius (hier von mir zitiert), der Leichnam seines Onkels (=der ältere Plinius) sei am Tag nach dem Vulkanausbruch ohne äußere Zeichen von Verletzungen am Strand gefunden worden. Warum hätte man damals den hochrangigen Verstorbenen dort einfach liegenlassen sollen?

Ich bin daher skeptisch, dass der entdeckte Schädel tatsächlich einst dem älteren Plinius gehörte.

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Heribert Illig nervt Prof. Sowieso und alle Studienräte

Im Kulturmagazin Unser Lübeck erschien kürzlich ein Beitrag über Heribert Illig, seine Fantomzeit-These und den ‚erfundenen‘ Scharlöömanje – der komplette Titel lautet: Für Historiker eine Unperson – Der Verschwörungstheoretiker und Karlsleugner Heribert Illig nervt Prof. Sowieso und alle Studienräte 

Liest sich irgendwie ganz lustig 😊

Auch die Tageszeitung Die Presse brachte kürzlich einen Artikel über Heribert Illig. Darin scheint es darum zu gehen, dass angeblich auch Teile der Antike frei erfunden sein sollen (^^). Allerdings verbirgt sich der Großteil des Textes hinter einer Bezahlmauer.

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Weitere Interessante Themen auf diesem Blog: 

Hörbares: Rätselhafter Schädel auf dem Palatinhügel entdeckt — Archäologenstreit in Israel — Wikinger-Stockfisch — Wer erfand die Metallverarbeitung? — Antike Mysterien — usw.

Rätselhafter Schädel – Der Unbekannte vom römischen Palatinhügel | Spieldauer 5 Minuten | DF| Stream & Info | Direkter Download
Wikinger brachten Stockfisch nach Kiel | Spieldauer 7 Minuten | DF| Stream & Info | Direkter Download
Archäologie-Streit in Israel – Wo wurde Petrus geboren? | Spieldauer 5 Minuten | DF| Stream & Info | Direkter Download

Archäotechnica: Die Slawen | Spieldauer 6 Minuten | ARD/RBB | Stream & Info | Direkter Download

Metallverarbeitung – Wer hat´s erfunden? | Spieldauer 7 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

Kulturgeschichte des Einkaufens: Tauschen – Feilschen – Kaufen | Spieldauer 21 Minuten | BR/ARD | Stream & Info | Direkter Download
Naga – Die Neuentdeckung der Antike im Sudan | Spieldauer 23 Minuten | BR/ARD | Stream & Info | Direkter Download
Antike Mysterien – Christentum und Mysterienkulte | Spieldauer 27 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download
Antike Mysterien – Der Isis- und Osiris-Kult | Spieldauer 27 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download


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Fundstücke KW 36

Es war die Meldung der Woche auf skandinavischen und englischsprachigen Seiten: Neue Untersuchungen an einem Wikingerkrieger, der im 8. Jahrhundert in Birka bestattet worden war, scheinen „zweifelsfrei“ ergeben zu haben, dass es sich bei „dem“ Bestatteten um eine Bestattete handelt. … Weiterlesen

Videos: Spannende Experimentalarchäologie auf dem Geiseltalsee — Pfusch am Fachwerkhaus — Primitive Sandalen im Eigenbau

Spannende Experimentalarchäologie auf dem Geiseltalsee | Spieldauer 10 Minuten | Youtube | Stream & Info

Ich verfolge die von Dominique Görlitz unternommenen experimentalarchäologischen Projekte zur prähistorischen Hochseefahrt schon seit Jahren mit Interesse. Sein als nächstes geplantes Abenteuer ist wieder besonders spannend und besitzt großes Potential, viele Menschen für diese Thematik zu begeistern.

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Primitive Sandalen im Eigenbau | Spieldauer 6 Minuten | Youtube/Primitive Technology | Stream & Info

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Totalschaden am Fachwerkhaus nach 20 Jahren Renovierung | Spieldauer 7 Minuten | Youtube | Stream & Info

Was für ein großer Schaden durch unsachgemäße Renovierung an einem alten Fachwerkhaus verursacht werden kann, wird in diesem Video gezeigt. Bemerkenswert daran ist auch, dass in einem Land, das für seine Regulierungswut berüchtigt ist, sich allem Anschein nach niemand für die ordnungsgemäße Instandhaltung historischer Bausubstanz wie der gezeigten zuständig fühlt. Da darf wohl gepfuscht werden, bis eines Tages der vielzitierte Arzt – in Form der Abrissbirne – kommt …

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Fundstücke KW 35

Diese Woche widmet sich auch die Süddeutsche Zeitung der arabischen Belagerung Konstantinopels vor 1300 Jahren. SRF Kontext hat einen Audiobeitrag zum Thema „Historische Kunstwerke als Quellen der Geschichtsforschung“. Der Standard meldet, dass London der gewalttätigste Ort im mittelalterlichen England gewesen … Weiterlesen

Fundstücke KW 34

Die Badischen Neuesten Nachrichten schreiben über die Zähringer und Erinnerungsorte des Mittelalters am Oberrhein. Wie bezeichnete man im Mittelalter die Wochentage? Das erklärt Daniel Ossenkop in seinem Blog. Für Die Presse widmet sich der Byzantinist Johann Preisser-Kepeller der Belagerung Konstantinopels … Weiterlesen

Fundstücke KW 34

Die Badischen Neuesten Nachrichten schreiben über die Zähringer und Erinnerungsorte des Mittelalters am Oberrhein. Wie bezeichnete man im Mittelalter die Wochentage? Das erklärt Daniel Ossenkop in seinem Blog. Für Die Presse widmet sich der Byzantinist Johann Preisser-Kepeller der Belagerung Konstantinopels … Weiterlesen

Nepal – Zerbrechliches Erbe: Episode 4 – Gespräch mit Niels Gutschow über das Leben und die Arbeit eines Forschers Nepal

In unserem ausführlichen Interview erläutert Prof. Dr.-Ing. Niels Gutschow als der Leiter des wissenschaftlichen Projekts zum Wiederaufbau zerstörter Tempel in Nepal die Hintergründe seiner Arbeit. Welche Ziele verfolgt er dabei? Wie erklärt sich seine persönliche Verbundenheit mit dem Land Nepal, zu seinen Einwohner und der dazugehörigen Kultur? Auf welche Schwierigkeiten ist er bei der Umsetzung des Projekts gestoßen? Und vor allem haben wir von ihm wissen wollen, wie er Denkmalschutz und Kulturerhalt im Spannungsfeld von Restaurierung, Bewahrung und Neuschöpfung einschätzt? Wie verhalten sich westliche Vorstellungen von Denkmalpflege zu lokalen?

Fundstücke KW 33

Was (zur Hölle!) sind æstel? Glücklicherweise das Thema des aktuellen Beitrags von Christoph Gwisdeck auf kurz!-Geschichte! Hakenkreuze everywhere! In den Fundstücken der vergangenen Woche hatte ich einen Artikel auf Spiegel Online verlinkt, in dem Museumsdirektor Karl Banghard vom AFM Oerlinghausen … Weiterlesen

Nepal – Zerbrechliches Erbe: Episode 3 – Der Wiederaufbau des Harishankara Tempels

Der 1706 gestiftete Tempel des Harishankara auf dem Durbar Square in Patan ist infolge des Erdbebens von 2015 bis auf den Sockel eingestürzt. Bei der Begutachtung der Schäden wird das Ausmaß des Schadens deutlich: sogar die Fundamentschäden weisen Brüche und Risse auf, zahlreiches schmückendes Beiwerk in Form von Figuren und Ornamenten ist zerstört. Was übrig geblieben ist, wird akribisch dokumentiert und gelagert. Für das aber, was unwiederbringlich verloren ist, stellt sich für die Forscher, Architekten, Restauratoren und Handwerker nun die entscheidende Frage: Wie viel an modernen Eingriffen in die historische Bauweise ist erlaubt? Was darf wie wiederhergestellt werden? Dürfen beispielsweise zerstörte und für immer verlorene Holzfiguren neu geschnitzt werden und den Platz der alten Figur einnehmen? Westliche Vorstellungen und Konzepte zur Denkmalpflege prallen hier auf Traditionen der Einheimischen. 

Nepal – Zerbrechliches Erbe: Episode 3 – Der Wiederaufbau des Harishankara Tempels

Der 1706 gestiftete Tempel des Harishankara auf dem Durbar Square in Patan ist infolge des Erdbebens von 2015 bis auf den Sockel eingestürzt. Bei der Begutachtung der Schäden wird das Ausmaß des Schadens deutlich: sogar die Fundamentschäden weisen Brüche und Risse auf, zahlreiches schmückendes Beiwerk in Form von Figuren und Ornamenten ist zerstört. Was übrig geblieben ist, wird akribisch dokumentiert und gelagert. Für das aber, was unwiederbringlich verloren ist, stellt sich für die Forscher, Architekten, Restauratoren und Handwerker nun die entscheidende Frage: Wie viel an modernen Eingriffen in die historische Bauweise ist erlaubt? Was darf wie wiederhergestellt werden? Dürfen beispielsweise zerstörte und für immer verlorene Holzfiguren neu geschnitzt werden und den Platz der alten Figur einnehmen? Westliche Vorstellungen und Konzepte zur Denkmalpflege prallen hier auf Traditionen der Einheimischen. 

Fundstücke KW 32

Es ist eindeutig Ferien-/Sommerlochzeit … Wikinger handelten bereits vor 1.000 Jahren über weite Strecken mit Stockfisch, melden Der Standard und etwas ausführlicher Der Spiegel. Mit dem Thema „Die Wikinger und Alfred der Große“ meldete sich nach längerer Pause Daniel Ossenkop … Weiterlesen

Nepal – Zerbrechliches Erbe: Episode 2 – Ritual bestimmt das Leben

Die nepalesische Gesellschaft ist vor allem eine Ritualgesellschaft. So beginnt für die Newars, die größte Ethnie im Kathmandutal, jeder Tag mit der Verehrung der Götter der Nachbarschaft und der Besänftigung von Geistern. Die Versorgung der Ahnen mit Nahrung und Wasser gehört dabei zu einem ihrer wichtigsten Rituale. Auch beim Wiederaufbaufbau der durch das Erdbeben im Kathmandutal zerstörten Tempel kommt Ritualen eine wesentliche Rolle zu. Unter anderem werden die Werkzeuge, die bei den Restaurierungsmaßnahmen zum Einsatz kommen sollen, mit dem Blut einer geopferten Ziege geweiht. Die Weihung der Werkzeuge und im Anschluss daran auch der Handwerker ist eingebunden in ein großes Volksfest.

Fundstücke KW 31

Die SVZ berichtet über die Bergung mittelalterlicher Schiffswracks vor der Küste von Wismar. Das AFM Oerlinghausen und sein Leiter Karl Banghard positionieren sich seit Jahren erfreulich deutlich gegen Rechsextreme und deren Versuche, Geschichte für sich zu vereinnahmen. Dafür wurden und … Weiterlesen

Nicht alle Wege führen nach Rom. Wissenschaftsmanagement als Karriereoption, auch in den Kulturwissenschaften?

Ein Veranstaltungsbericht

Die steigende Relevanz von Drittmittelprojekten, die (auch in Folge der Bologna-Reform) stetig wachsende Bürokratisierung sowie der zunehmende Wettbewerbsdruck innerhalb und zwischen den Universitäten hat in den vergangenen Jahren das Thema Wissenschaftsmanagement an inner- wie an außeruniversitären Forschungseinrichtungen zunehmend an Bedeutung gewinnen lassen. Doch dessen ungeachtet kommuniziert das akademische Umfeld dem wissenschaftlichen Nachwuchs eine Karriereoption im Wissenschaftsmanagement oft immer noch als second best. Auch in der öffentlichen Wahrnehmung ist der third space zwischen Verwaltung und Wissenschaft chronisch unterrepräsentiert. Dies hat zur Folge, dass die vielseitigen, häufig nicht eindeutig dem einen oder anderen Bereich zuzuordnenden Tätigkeitsfelder und die notwendigen Zugangsvoraussetzungen für potentielle Interessent/ innen nur schwer zu überschauen sind.
Dieses Defizit an Information, Differenzierung und Anerkennung war Anlass für eine am 26. Juni 2017 an der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) durch-geführte Informations- und Diskussionsveranstaltung. Die Fokussierung auf Kulturwissenschaften trug dem Umstand Rechnung, dass das Studium der Kultur- und Geisteswissenschaften zwar ein breites, deutlich über die fachlichen Inhalte hinausreichendes Spektrum an Fähig- und Fertigkeiten vermittelt, den Absolvent/innen jedoch die Karrierewege außerhalb der Wissenschaft häufig nur in Ansätzen bewusst sind. Ziel der Veranstaltung war es somit, nicht nur ein differenzierteres Bild des Wissenschaftsmanagements und dessen Zugangsmöglichkeiten zu skizzieren, sondern auch, dem akademischen Nachwuchs eine Karriereoption mit Zukunftspotential vorzustellen. Dass es sich hierbei um ein echtes Desiderat handelt, bestätigten auch die zahlreichen Teilnehmer/innen (64 Anmeldungen, von Bachelorabsolvent/innen bis PostDocs), die aus unterschiedlichen Fächern, Einrichtungen und Städten nach Mainz kamen.

Nicht alle Wege führen nach Rom. Wissenschaftsmanagement als Karriereoption, auch in den Kulturwissenschaften?

Ein Veranstaltungsbericht

Die steigende Relevanz von Drittmittelprojekten, die (auch in Folge der Bologna-Reform) stetig wachsende Bürokratisierung sowie der zunehmende Wettbewerbsdruck innerhalb und zwischen den Universitäten hat in den vergangenen Jahren das Thema Wissenschaftsmanagement an inner- wie an außeruniversitären Forschungseinrichtungen zunehmend an Bedeutung gewinnen lassen. Doch dessen ungeachtet kommuniziert das akademische Umfeld dem wissenschaftlichen Nachwuchs eine Karriereoption im Wissenschaftsmanagement oft immer noch als second best. Auch in der öffentlichen Wahrnehmung ist der third space zwischen Verwaltung und Wissenschaft chronisch unterrepräsentiert. Dies hat zur Folge, dass die vielseitigen, häufig nicht eindeutig dem einen oder anderen Bereich zuzuordnenden Tätigkeitsfelder und die notwendigen Zugangsvoraussetzungen für potentielle Interessent/ innen nur schwer zu überschauen sind.
Dieses Defizit an Information, Differenzierung und Anerkennung war Anlass für eine am 26. Juni 2017 an der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) durch-geführte Informations- und Diskussionsveranstaltung. Die Fokussierung auf Kulturwissenschaften trug dem Umstand Rechnung, dass das Studium der Kultur- und Geisteswissenschaften zwar ein breites, deutlich über die fachlichen Inhalte hinausreichendes Spektrum an Fähig- und Fertigkeiten vermittelt, den Absolvent/innen jedoch die Karrierewege außerhalb der Wissenschaft häufig nur in Ansätzen bewusst sind. Ziel der Veranstaltung war es somit, nicht nur ein differenzierteres Bild des Wissenschaftsmanagements und dessen Zugangsmöglichkeiten zu skizzieren, sondern auch, dem akademischen Nachwuchs eine Karriereoption mit Zukunftspotential vorzustellen. Dass es sich hierbei um ein echtes Desiderat handelt, bestätigten auch die zahlreichen Teilnehmer/innen (64 Anmeldungen, von Bachelorabsolvent/innen bis PostDocs), die aus unterschiedlichen Fächern, Einrichtungen und Städten nach Mainz kamen.

Zwischen Geschichtlichkeit und Schöpfungsmacht: Die Cologne Summer School of Interdisciplinary Anthropology

The Phenomenality of Material Things: Praxis – Genesis – Cognition

Der zweite Teil der dreijährigen Cologne Summer School of Interdisciplinary Anthropology The Phenomenality of Material Things: Praxis – Genesis – Cognition fokussierte im September 2016 die genetische Perspektive auf die Materialität von Dingen und ihre Wechselwirkung auf Kultur, Geschichte und Denken. Organisiert wurde sie vom Research Lab der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne in Kooperation mit dem Internationalen Kolleg Morphomata und dem Collaborative Research Centre 806 „Our Way to Europe“.

Nepal – Zerbrechliches Erbe: Episode 1 – Das Erdbeben von 2015

Das Nepal-Erdbeben im April 2015 kam nicht überraschend. Entsprechend wurden Vorsorgungen getroffen, aber die Präventionsmaßnahmen reichten am Ende nicht aus. Was überraschte, war die verheerende Intensität der Erdstöße, so dass es zu einer Katastrophe mit vielen Opfern und gewaltigen Zerstörungen kam. Betroffen von den Zerstörungen waren nicht zuletzt die bedeutenen Tempel des Landes. Mit Unterstützung der Gerda Henkel Stiftung werden einige der historischen Heiligtümer nun wieder aufgebaut und restauriert, darunter beispielsweise der Harishankara-Tempel in Patan. Die Rekonstruktionsarbeiten finden in einem Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne statt. Was gilt es zu erhalten und was muss mit neuen Methoden dauerhaft gesichert werden? Die einheimischen Architekten sehen westliche Kulturerhaltskonzepte kritisch und berufen sich auf ihre Bautraditionen.

Fundstücke KW 30

Die Wetterauer Zeitung porträtiert den Archäologen Sascha Piffko, der Hessens größte Grabungsfirma gründete und entgegen dem Branchentrand mit Fest- statt mit Werkverträgen Erfolge und Gewinne erzielt. Am Neudegger Hausberg suchen Archäologen nach einem untergegangenen Adelssitz. Die ersten Funde – u.a … Weiterlesen

Fundstücke KW 29

Der in den Fundstücken der KW 27 erwähnte Bohlenweg von Schorndorf wurde inzwischen in das 17. Jahrhundert datiert, wie die Stuttgarter Zeitung meldet. Der Archäologe Klaus Haller, den ich vor Jahren noch als Studenten, Mittelalterdarsteller und Schmied im AFM Oerlinghausen … Weiterlesen

Videos: Verborgener antiker Text — Rätsel um Cheops-Kartusche

Verborgener antiker Text in altem Buch entdeckt | Spieldauer 2 Minuten | Youtube | Stream & Info
Weitere Infos finden sich auch in diesem deutschsprachigen Artikel (danke für den Hinweis)
Das Rätsel um die Cheops-Kartusche – Echt oder Fälschung? | Spieldauer 87 Minuten | Youtube | Stream & Info
Wer mit ungewöhnlichen geschichtswissenschaftlichen Thesen eher wenig am Hut hat, bitte nicht anschauen 😊
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Keine Interaktion! Bild-Text-Bezüge von Beischriften. Eine Standortbestimmung in fünf Punkten

Francisca Feraudi-Gruénais (Alte Geschichte, Universität Heidelberg) zum a.r.t.e.s. forum 2016

Das a.r.t.e.s. forum ist die interdisziplinäre Jahrestagung der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland einlädt, aus ihrer jeweiligen disziplinären Perspektive zum Tagungsthema Bezug zu nehmen. Das a.r.t.e.s. forum 2016 versammelte Beiträge zum Thema „text – language – media“. Im Folgenden ist das Résumé von Dr. Francisca Feraudi-Gruénais zu ihrem Vortrag beim a.r.t.e.s. forum am 15. Juli 2016 zu finden.

Krimskrams: Der infantile Rechtschreibguru vom Campus Galli — Spannende Facebook-Vorschläge

Der infantile Rechtschreibguru vom Campus Galli 

Die in Baden-Württemberg beheimatete Mittelalterbaustelle Campus Galli ist ein beständiger Quell des unfreiwillig Komischen. Siehe etwa den folgenden Wortwechsel, der sich kürzlich unter einem Beitrag über den Bau einer eher sinnfreien Obstgartenmauer des Möchtegern-Klosters entspann (zum Vergrößern auf das Bild klicken).
Zum Vergrößern auf das Bild klicken | Quelle: Campus-Galli.de
Hinter dem Pseudonym „Campus Galli“ verbirgt sich Hannes Napierala, der Geschäftsführer des Projekts, wie ein kurzer Blick in den Quelltext der Seite zeigt (comment byuser comment-author-hannes). Diese überempfindliche Mimose erschnüffelt im obigen Kommentar also (Mikro-)Aggressionen …
Aber mehr noch: Wie ein Zwölfjähriger reibt er der Kommentatorin einen winzigen Tippfehler unter die Nase, um sie öffentlich bloßzustellen. Peinlich!
Den Vogel schießt Herr Napierala freilich ab, indem er selbst umgehend einen Fehler produziert – und zwar ausgerechnet in jenem letzten Satz, in dem er über die Rechtschreibung seines Gegenüber herzieht. Das Anredepronomen „Ihrer“ wird nämlich groß – und nicht etwa klein – geschrieben. 😊

Irgendetwas von „Versteinerung der Architektur veranschaulichen“ blubbert der selbsternannte Rechtschreibguru dann noch. Versteinert ist allerhöchstens sein Oberstübchen, wenn er ernsthaft glaubt, dieses hohle Sprachartistik würde nicht umgehend durchschaut werden. Aber Hannes Napierala kann es eben nicht lassen: Anstatt kurz und offen einzugestehen, dass beim Campus Galli das momentane Handwerkerangebot nicht mit den vorhandenen Fähigkeiten, Geldmitteln und Plänen konform geht, fühlt sich dieser notorische Dampfplauderer bemüßigt, zusätzlich eine pseudowissenschaftliche Rechtfertigung nachzuschieben.
Um die „Beschaffung der Rohmaterialien“ ginge es beim Bau der Obstgartenmauer, behauptet er – und erweckt gezielt den Eindruck, als handle es sich um ein ausgetüfteltes, vielgliedriges wissenschaftliches Experiment. Lachhaft, werden die verbauten Steine doch gar nicht von den Mitarbeitern des Projekts aus ihren Lagerstätten gebrochen, sondern einfach per LKW aus einem benachbarten Steinbruch angeliefert!
Im Übrigen konnte man beim Campus Galli bereits mit dem Fundament der Holzkirche und dem dazugehörenden Altar ausgiebig Erfahrungen im Steinbau sammeln. Auch das hat dieser auf Halbwahrheiten spezialisierte Schmähtandler wohlweislich verschwiegen.
Und überhaupt: Was wäre wohl aus dem – im Gegensatz zum Campus Galli – finanziell erfolgreichen Burgbau-Projekt Guédelon geworden, wenn sich die Verantwortlichen dort selbst nach rund fünf Jahren (so lange existiert der Campus Galli schon) noch immer nicht die nötigen Kenntnisse im Bauen mit Steinen erarbeitet hätten?

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Spannende Facebook-Vorschläge: „Personen, die du kennen könntest“

Schön wärs 😄

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Weitere interessante Themen auf diesem Blog: 

Antike Nomaden von Mangystau: Episode 5 – Heiliger Boden

Die Ausgrabung in Mangystau ist fast abgeschlossen, aber das Kernstück und der damit spannendste Bereich der Steinanlage ist noch zu erforschen: ihr Mittelpunkt. Die Archäologen vermuten, dass hier der Schlüssel zum Verständnis dieser besonderen Form menschlicher Besiedlung in der kasachischen Steppe im 5. Jahrhundert n. Chr. liegt. Der Block aus Kalk, der durch die Grabung zu Tage gefördert wird, deutet auf eine sakrale Kultstätte hin, auf einen religiösen Ort. Die Forscher ziehen daraus neue Schlüsse für Geschichte dieser einst offenbar kulturell fruchtbaren Region.

Zeitschrift "Bayerische Archäologie": Der Schatz von Bernstorf und ein interessantes römisches Kettenhemd

Viermal jährlich erscheint im Verlag Friedrich Pustet die Zeitschrift Bayerische Archäologie. Die einzelnen Ausgaben haben unterschiedliche Schwerpunkte, enthalten daneben aber auch noch Artikel zu weiteren Themen. 
Im aktuellen Heft mit dem Titel Von den Römern zu den Bajuwaren widmet man sich unter anderem dem „Bernstorf-Drama“; gemeint ist hier der immer wieder durch die Medien geisternde bronzezeitliche Goldschatz, über dessen Echtheit große Uneinigkeit herrscht. Jene Fachleute, welche den Schatz für authentisch befinden, veröffentlichten kürzlich ein Buch (ISBN 978-3-927806-43-6), in dem sie ihre Ansichten verteidigen. Der Artikelautor von Bayerische Archäologie neigt nach der Lektüre eben dieses Buches dazu, den Bernstorf-Verteidigern zuzustimmen und erläutert im Detail und allgemein verständlich seine Gründe dafür. Nun wäre allerdings abzuwarten, wie die Gegenseite auf die oben erwähnte Bernstorf-Publikation reagieren wird.
Abseits der Frage, ob der Schatz echt oder eine Fälschung ist, wird überdies auf Aspekte zum Fundort hingewiesen, die bei der mitunter recht aufgeregten Diskussion zumeist unter den Tisch fallen: Große Teile der bronzezeitlichen Anlage in Bernstorf wurden zwecks Erschließung eines Kiesvorkommens undokumentiert weggebaggert, wobei Bauarbeiter mehrfach nun verschollene Bronzeartefakte beobachteten. Das Bayerische Amt für Denkmalpflege habe die Bedeutung der Fundstätte lange Zeit völlig unterschätzt und soll überdies engagierten Laien vor Ort, die sich für Erhalt sowie Erforschung des Bodendenkmals stark machten, Steine in den Weg gelegt haben. Weiter heißt es:
Dass Laien, wenn sie bedeutende Funde machen, häufig von professionellen Archäologen misstrauisch beäugt werden, und dabei auch Neid gegen die nicht vom Fach Seienden eine Rolle spielt (besonders wenn es eine starke mediale Aufmerksamkeit gibt), ist ein wohl nicht abzustreitendes Phänomen.

Der Autor eines anderen Beitrages beschäftigt sich mit der Geschichte des Legionslagers der 3. Italischen Legion in Regensburg (Castra Regina). Ziemlich interessant fand ich in diesem Zusammenhang die Rekonstruktionszeichnung eines römischen Soldaten aus der 1. Hälfte des 3. Jahrhunderts nach Christus, der u.a. mit Funden aus Regensburg und Eining ausgerüstet ist. Zuerst dachte ich, der Mann trägt eine karierte Tunika; erst auf den zweiten Blick erkannte ich, dass es ein Kettenhemd ist, dessen rechteckige Grundmodule aus Eisen/Stahl mit Bronzeringen zusammengeheftet wurden. Diese außergewöhnliche Bauform habe ich bisher glaube ich noch nirgendwo sonst gesehen. 

Ins Grübeln brachte mich die Ankündigung zu einer Lehrgrabung im kommenden August in Altenerding. Mindestdauer eine Woche, Kosten 100 € (NICHT inkludiert sind hier Übernachtung und Essen). 
Bezahlen für einen mitunter körperlich anstrengenden Hiwi-Job? Sollten die Verantwortlichen nicht stattdessen jedem die Füße küssen, der seinen Sommerurlaub opfert und seine Arbeitskraft kostenlos in den Dienst der Wissenschaft stellt? 
Das Thema hatte übrigens auch schon ein Leser unter meinem Interview mit dem Archäologen Raimund Karl recht kritisch angesprochen.
Fazit: Überwiegend interessanter, abwechslungsreicher Lesestoff. Der Kaufpreis beträgt knapp 9 Euro.
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Weiterführende Informationen:
Weitere interessante Themen auf diesem Blog:

Videos: Archäologische Ausgrabungen in Nürnberg ärgern Anwohner — Papyri — Historischer Fechter — usw.

Archäologische Ausgrabungen ärgern Anwohner | Spieldauer 2 Minuten | BR | Stream & Info
Archäologen beklagen sich zwar gerne darüber, dass sie ihrer Arbeit z.T. unter nahezu prekären Verhältnissen nachkommen müssen, aber dass ihr Verdienst nicht einmal mehr für einen ordentlichen Hut reicht, kann ich mir nicht vorstellen 😆
Sehr gut ist auch der Auftritt der alten Frau bei 00:36 Min 😂

Campus TALKS: Wie Papyri zeigen können, was Griechen und Römer uns nicht wissen ließen | Spieldauer 14 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

Carsten Belz: Historischer Fechter | Spieldauer 4 Minuten | RB | Stream & Info
Man bewegt sich im 16. Jahrhundert, die legendäre Schamkapsel darf da natürlich nicht fehlen!
Martina Egler: Das alte Leben fürs Mittelalter aufgegeben | Spieldauer 4 Minuten | SWR | Stream & Info
So oder so ähnlich hat es im Mittelalter ausgesehen, meint die Stimme aus dem Off zu den gezeigten Bildern. Nein, weder so noch so ähnlich.
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Fundstücke KW 28

Tote Katzen, die bei der archäologischen Untersuchung von Abfallgruben in Spanien entdeckt wurden, dienten wohl als Felllieferanten, schreibt Jörg Römer im Spiegel. Ein toter Hund aus dem Frühmittelalter wurde bei Grabungen in Ascheberg (NRW) gefunden, meldet der Westfälische Anzeiger. Tipps … Weiterlesen

Hörbares: Der Streit um die Ethik im Denkmalschutz — Denkmalschutz in Hessen läuft Amok — Indiana Jones und Archäologen im Film — Elfenbeinschnitzereien der Vorgeschichte — Römische Töpferwerkstätten


Streit um Grabungsstopp im UNESCO-Welterbe Grube Messel | Spieldauer 5 Minuten | DF | Direkter Download
Der präpotente Beamtenapparat des hessischen Landesamts für Denkmalpflege läuft, besoffen von seinen Machtbefugnissen, gerade Amok und sperrt unzählige Fossiliensucher und Wissenschaftler quasi von einem Tag auf den anderen aus der stillgelegten Ölschiefergrube Messel aus; zum Schaden des Wissenschaftstandorts Deutschland. Blödheit hat viele Erscheinungsformen, das ist eine davon.

„Unverantwortlich, gar unmoralisch?“ – Der Streit um die Ethik im Denkmalschutz | Spieldauer 45 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download

Elfenbeinschnitzereien der Vorgeschichte von der Alb | Spieldauer 15 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download
Ausgrabungen in der Eifel: Römische Töpferwerkstätten | Spieldauer 5 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download
Indiana Jones wird 75: Archäologen im Film | Spieldauer 7 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download
Ein nicht uninteressantes Thema. Kürzlich bin ich nämlich zufällig über eine deutsche Seifenoper gestolpert (wie die heißt, habe ich vergessen) in der es am Rande irgendwie auch um Archäologie geht. Allerdings musste ich schon schmunzeln, wie da die Schauspieler hölzern ein bisschen Archäologenvokabular austauschten. Immerhin, man scheint jemanden vom Fach als Berater eingestellt zu haben.

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PDF: Germanische Kriegerinnen? Leider nein.

Vielleicht erinnern sich einige Leser noch an den Versuch seitens neofeministisch angehauchter Archäologen und Innen, einige germanische/bajuwarische Bestattungen in Richtung eines weiblichen Kriegertums im merowingerzeitlichen Mittelalter zu interpretieren. Eine der Vertreterinnen dieser These hat mittlerweile eingeräumt, dass dem doch nicht so ist (ich habe darauf bereits in meinem Beitrag Feministische Archäologie: In Östrogen gegossenes Wunschdenken hingewiesen). 
Nun hat mich ein Leser freundlicherweise auf eine aktuelle Arbeit aufmerksam gemacht, in der das Thema von den angeblichen germanischen Kriegerinnen ebenfalls behandelt wird; auch hier bestätigt sich, dass ein regelrechtes weibliches Kriegertum im Frühmittelalter nicht belegt werden kann: Klick mich

Zitat:

Normalerweise wurden Individuen im frühen Mittelalter mit geschlechtsspezifischen Beigaben bestattet, so werden Männer und Jungen häufig mit Waffenbeigaben, Frauen und Mädchen meist mit Schmuckbeigaben bestattet (BRATHER, 2008, GÄRTNER, 2013). In der Regel können die Bestatteten dabei auch über ihre Beigaben relativ sicher geschlechtsbestimmt werden (Anm.: Eine Tatsache, mit der manch Neofeministin absolut keine Freude hat – siehe mein Beitrag zur feministischen Archäologie). In dieser Beigabensitte ist wohl auch die klassische Rollenverteilung der beiden Geschlechter im Frühmittelalter widergespiegelt. Während Männer physisch anstrengende Arbeiten verrichteten, Handel trieben, Krieg führten und politische sowie Rechtsgeschäfte tätigten, war es Frauen vorbehalten, zu heiraten, Kinder zu bekommen und sich um Haus, Hof und die Familie zu kümmern (BITEL, 2002). Dennoch gibt es immer wieder Fälle, in denen sich die archäologische und die anthropologische Geschlechtsbestimmung widersprechen (GÄRTNER, 2013, GÄRTNER ET AL., 2014, HAAS-GEBHARD, 2013). In vielen Fällen handelt es sich dabei um Frauen, die mit Waffenausrüstung bestattet wurden und damit Anlass zur Postulierung frühmittelalterlicher „Amazonen“ gegeben haben (z. B. GÄRTNER, 2012, SCHNEIDER, 2008). Ein Absatz der Lex Baiuvariorum, der das Strafmaß für den Angriff auf eine Frau verringert, wenn diese selbst zur Waffe greift, wird häufig auch dahingehend gewertet, dass (bajuwarische) Frauen durchaus als „Kriegerinnen“ fungiert haben könnten, wenngleich vermutlich nur in Familienfehden und nicht in kriegerischen Auseinandersetzungen mit anderen Stämmen (HAAS-GEBHARD, 2013). Befeuert wurde diese Diskussion zusätzlich durch eine mittlerweile widerlegte molekulare Geschlechtsbestimmung einer vermeintlichen Frau, die in Niederstotzingen zusammen mit 2 Männern in Rüstung begraben wurde (WAHL ET AL., 2014, ZELLER, 2000). 

[…] In der vorliegenden Arbeit wurden Bestattungsphänomene, die regelmäßig auf frühmittelalterlichen Reihengräberfeldern angetroffen werden können, aus einer molekularbiologischen Sicht untersucht und beurteilt. Zu diesen Phänomenen zählen neben den sogenannten „Amazonen“, also Frauen, die in Waffenausrüstung bestattet wurden, auch Mehrfachbestattungen in allen denkbaren Variationen. […]. Durch die erneute Untersuchung von Frauen in Waffen konnte gezeigt werden, dass es diese Art der Bestattung nicht gab, wie auch die übrigen Bestattungen, deren Geschlechtszuweisung von anthropologischer und archäologischer Seite widersprüchlich war (IMMLER, 2013, GÄRTNER ET AL., 2014). […]. Vor allem vermeintlich spektakuläre Ergebnisse bedürfen hier immer einer unabhängigen Reproduktion, Anwendung verschiedener Verfahren und kritischen Betrachtung, wie der ursprüngliche Fall einer vermeintlichen Amazone aus Niederstotzingen (WAHL ET AL., 2014, ZELLER, 2000) zeigt.  

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Fundstücke KW 27

Andreas Fasel beschreibt für Die Welt die Arbeit eines Luftbildarchäologen – hört sich nach einem Traumjob an! Sind „Mittelaltermärkte“ reenactment? Und was ist der Unterschied zur living history? Das Hobby Mittelalter hat heutzutage viele verschiedene Facetten mit unterschiedlichen Ansprüchen, Ansichten … Weiterlesen