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Tag Archive for Archäologie

Videos: Verborgener antiker Text — Rätsel um Cheops-Kartusche

Verborgener antiker Text in altem Buch entdeckt | Spieldauer 2 Minuten | Youtube | Stream & Info
Weitere Infos finden sich auch in diesem deutschsprachigen Artikel (danke für den Hinweis)
Das Rätsel um die Cheops-Kartusche – Echt oder Fälschung? | Spieldauer 87 Minuten | Youtube | Stream & Info
Wer mit ungewöhnlichen geschichtswissenschaftlichen Thesen eher wenig am Hut hat, bitte nicht anschauen 😊
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Keine Interaktion! Bild-Text-Bezüge von Beischriften. Eine Standortbestimmung in fünf Punkten

Francisca Feraudi-Gruénais (Alte Geschichte, Universität Heidelberg) zum a.r.t.e.s. forum 2016

Das a.r.t.e.s. forum ist die interdisziplinäre Jahrestagung der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland einlädt, aus ihrer jeweiligen disziplinären Perspektive zum Tagungsthema Bezug zu nehmen. Das a.r.t.e.s. forum 2016 versammelte Beiträge zum Thema „text – language – media“. Im Folgenden ist das Résumé von Dr. Francisca Feraudi-Gruénais zu ihrem Vortrag beim a.r.t.e.s. forum am 15. Juli 2016 zu finden.

Krimskrams: Der infantile Rechtschreibguru vom Campus Galli — Spannende Facebook-Vorschläge

Der infantile Rechtschreibguru vom Campus Galli 

Die in Baden-Württemberg beheimatete Mittelalterbaustelle Campus Galli ist ein beständiger Quell des unfreiwillig Komischen. Siehe etwa den folgenden Wortwechsel, der sich kürzlich unter einem Beitrag über den Bau einer eher sinnfreien Obstgartenmauer des Möchtegern-Klosters entspann (zum Vergrößern auf das Bild klicken).
Zum Vergrößern auf das Bild klicken | Quelle: Campus-Galli.de
Hinter dem Pseudonym „Campus Galli“ verbirgt sich Hannes Napierala, der Geschäftsführer des Projekts, wie ein kurzer Blick in den Quelltext der Seite zeigt (comment byuser comment-author-hannes). Diese überempfindliche Mimose erschnüffelt im obigen Kommentar also (Mikro-)Aggressionen …
Aber mehr noch: Wie ein Zwölfjähriger reibt er der Kommentatorin einen winzigen Tippfehler unter die Nase, um sie öffentlich bloßzustellen. Peinlich!
Den Vogel schießt Herr Napierala freilich ab, indem er selbst umgehend einen Fehler produziert – und zwar ausgerechnet in jenem letzten Satz, in dem er über die Rechtschreibung seines Gegenüber herzieht. Das Anredepronomen „Ihrer“ wird nämlich groß – und nicht etwa klein – geschrieben. 😊

Irgendetwas von „Versteinerung der Architektur veranschaulichen“ blubbert der selbsternannte Rechtschreibguru dann noch. Versteinert ist allerhöchstens sein Oberstübchen, wenn er ernsthaft glaubt, dieses hohle Sprachartistik würde nicht umgehend durchschaut werden. Aber Hannes Napierala kann es eben nicht lassen: Anstatt kurz und offen einzugestehen, dass beim Campus Galli das momentane Handwerkerangebot nicht mit den vorhandenen Fähigkeiten, Geldmitteln und Plänen konform geht, fühlt sich dieser notorische Dampfplauderer bemüßigt, zusätzlich eine pseudowissenschaftliche Rechtfertigung nachzuschieben.
Um die „Beschaffung der Rohmaterialien“ ginge es beim Bau der Obstgartenmauer, behauptet er – und erweckt gezielt den Eindruck, als handle es sich um ein ausgetüfteltes, vielgliedriges wissenschaftliches Experiment. Lachhaft, werden die verbauten Steine doch gar nicht von den Mitarbeitern des Projekts aus ihren Lagerstätten gebrochen, sondern einfach per LKW aus einem benachbarten Steinbruch angeliefert!
Im Übrigen konnte man beim Campus Galli bereits mit dem Fundament der Holzkirche und dem dazugehörenden Altar ausgiebig Erfahrungen im Steinbau sammeln. Auch das hat dieser auf Halbwahrheiten spezialisierte Schmähtandler wohlweislich verschwiegen.
Und überhaupt: Was wäre wohl aus dem – im Gegensatz zum Campus Galli – finanziell erfolgreichen Burgbau-Projekt Guédelon geworden, wenn sich die Verantwortlichen dort selbst nach rund fünf Jahren (so lange existiert der Campus Galli schon) noch immer nicht die nötigen Kenntnisse im Bauen mit Steinen erarbeitet hätten?

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Spannende Facebook-Vorschläge: „Personen, die du kennen könntest“

Schön wärs 😄

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Weitere interessante Themen auf diesem Blog: 

Antike Nomaden von Mangystau: Episode 5 – Heiliger Boden

Die Ausgrabung in Mangystau ist fast abgeschlossen, aber das Kernstück und der damit spannendste Bereich der Steinanlage ist noch zu erforschen: ihr Mittelpunkt. Die Archäologen vermuten, dass hier der Schlüssel zum Verständnis dieser besonderen Form menschlicher Besiedlung in der kasachischen Steppe im 5. Jahrhundert n. Chr. liegt. Der Block aus Kalk, der durch die Grabung zu Tage gefördert wird, deutet auf eine sakrale Kultstätte hin, auf einen religiösen Ort. Die Forscher ziehen daraus neue Schlüsse für Geschichte dieser einst offenbar kulturell fruchtbaren Region.

Zeitschrift "Bayerische Archäologie": Der Schatz von Bernstorf und ein interessantes römisches Kettenhemd

Viermal jährlich erscheint im Verlag Friedrich Pustet die Zeitschrift Bayerische Archäologie. Die einzelnen Ausgaben haben unterschiedliche Schwerpunkte, enthalten daneben aber auch noch Artikel zu weiteren Themen. 
Im aktuellen Heft mit dem Titel Von den Römern zu den Bajuwaren widmet man sich unter anderem dem „Bernstorf-Drama“; gemeint ist hier der immer wieder durch die Medien geisternde bronzezeitliche Goldschatz, über dessen Echtheit große Uneinigkeit herrscht. Jene Fachleute, welche den Schatz für authentisch befinden, veröffentlichten kürzlich ein Buch (ISBN 978-3-927806-43-6), in dem sie ihre Ansichten verteidigen. Der Artikelautor von Bayerische Archäologie neigt nach der Lektüre eben dieses Buches dazu, den Bernstorf-Verteidigern zuzustimmen und erläutert im Detail und allgemein verständlich seine Gründe dafür. Nun wäre allerdings abzuwarten, wie die Gegenseite auf die oben erwähnte Bernstorf-Publikation reagieren wird.
Abseits der Frage, ob der Schatz echt oder eine Fälschung ist, wird überdies auf Aspekte zum Fundort hingewiesen, die bei der mitunter recht aufgeregten Diskussion zumeist unter den Tisch fallen: Große Teile der bronzezeitlichen Anlage in Bernstorf wurden zwecks Erschließung eines Kiesvorkommens undokumentiert weggebaggert, wobei Bauarbeiter mehrfach nun verschollene Bronzeartefakte beobachteten. Das Bayerische Amt für Denkmalpflege habe die Bedeutung der Fundstätte lange Zeit völlig unterschätzt und soll überdies engagierten Laien vor Ort, die sich für Erhalt sowie Erforschung des Bodendenkmals stark machten, Steine in den Weg gelegt haben. Weiter heißt es:
Dass Laien, wenn sie bedeutende Funde machen, häufig von professionellen Archäologen misstrauisch beäugt werden, und dabei auch Neid gegen die nicht vom Fach Seienden eine Rolle spielt (besonders wenn es eine starke mediale Aufmerksamkeit gibt), ist ein wohl nicht abzustreitendes Phänomen.

Der Autor eines anderen Beitrages beschäftigt sich mit der Geschichte des Legionslagers der 3. Italischen Legion in Regensburg (Castra Regina). Ziemlich interessant fand ich in diesem Zusammenhang die Rekonstruktionszeichnung eines römischen Soldaten aus der 1. Hälfte des 3. Jahrhunderts nach Christus, der u.a. mit Funden aus Regensburg und Eining ausgerüstet ist. Zuerst dachte ich, der Mann trägt eine karierte Tunika; erst auf den zweiten Blick erkannte ich, dass es ein Kettenhemd ist, dessen rechteckige Grundmodule aus Eisen/Stahl mit Bronzeringen zusammengeheftet wurden. Diese außergewöhnliche Bauform habe ich bisher glaube ich noch nirgendwo sonst gesehen. 

Ins Grübeln brachte mich die Ankündigung zu einer Lehrgrabung im kommenden August in Altenerding. Mindestdauer eine Woche, Kosten 100 € (NICHT inkludiert sind hier Übernachtung und Essen). 
Bezahlen für einen mitunter körperlich anstrengenden Hiwi-Job? Sollten die Verantwortlichen nicht stattdessen jedem die Füße küssen, der seinen Sommerurlaub opfert und seine Arbeitskraft kostenlos in den Dienst der Wissenschaft stellt? 
Das Thema hatte übrigens auch schon ein Leser unter meinem Interview mit dem Archäologen Raimund Karl recht kritisch angesprochen.
Fazit: Überwiegend interessanter, abwechslungsreicher Lesestoff. Der Kaufpreis beträgt knapp 9 Euro.
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Weiterführende Informationen:
Weitere interessante Themen auf diesem Blog:

Videos: Archäologische Ausgrabungen in Nürnberg ärgern Anwohner — Papyri — Historischer Fechter — usw.

Archäologische Ausgrabungen ärgern Anwohner | Spieldauer 2 Minuten | BR | Stream & Info
Archäologen beklagen sich zwar gerne darüber, dass sie ihrer Arbeit z.T. unter nahezu prekären Verhältnissen nachkommen müssen, aber dass ihr Verdienst nicht einmal mehr für einen ordentlichen Hut reicht, kann ich mir nicht vorstellen 😆
Sehr gut ist auch der Auftritt der alten Frau bei 00:36 Min 😂

Campus TALKS: Wie Papyri zeigen können, was Griechen und Römer uns nicht wissen ließen | Spieldauer 14 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

Carsten Belz: Historischer Fechter | Spieldauer 4 Minuten | RB | Stream & Info
Man bewegt sich im 16. Jahrhundert, die legendäre Schamkapsel darf da natürlich nicht fehlen!
Martina Egler: Das alte Leben fürs Mittelalter aufgegeben | Spieldauer 4 Minuten | SWR | Stream & Info
So oder so ähnlich hat es im Mittelalter ausgesehen, meint die Stimme aus dem Off zu den gezeigten Bildern. Nein, weder so noch so ähnlich.
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Fundstücke KW 28

Tote Katzen, die bei der archäologischen Untersuchung von Abfallgruben in Spanien entdeckt wurden, dienten wohl als Felllieferanten, schreibt Jörg Römer im Spiegel. Ein toter Hund aus dem Frühmittelalter wurde bei Grabungen in Ascheberg (NRW) gefunden, meldet der Westfälische Anzeiger. Tipps … Weiterlesen

Hörbares: Der Streit um die Ethik im Denkmalschutz — Denkmalschutz in Hessen läuft Amok — Indiana Jones und Archäologen im Film — Elfenbeinschnitzereien der Vorgeschichte — Römische Töpferwerkstätten


Streit um Grabungsstopp im UNESCO-Welterbe Grube Messel | Spieldauer 5 Minuten | DF | Direkter Download
Der präpotente Beamtenapparat des hessischen Landesamts für Denkmalpflege läuft, besoffen von seinen Machtbefugnissen, gerade Amok und sperrt unzählige Fossiliensucher und Wissenschaftler quasi von einem Tag auf den anderen aus der stillgelegten Ölschiefergrube Messel aus; zum Schaden des Wissenschaftstandorts Deutschland. Blödheit hat viele Erscheinungsformen, das ist eine davon.

„Unverantwortlich, gar unmoralisch?“ – Der Streit um die Ethik im Denkmalschutz | Spieldauer 45 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download

Elfenbeinschnitzereien der Vorgeschichte von der Alb | Spieldauer 15 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download
Ausgrabungen in der Eifel: Römische Töpferwerkstätten | Spieldauer 5 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download
Indiana Jones wird 75: Archäologen im Film | Spieldauer 7 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download
Ein nicht uninteressantes Thema. Kürzlich bin ich nämlich zufällig über eine deutsche Seifenoper gestolpert (wie die heißt, habe ich vergessen) in der es am Rande irgendwie auch um Archäologie geht. Allerdings musste ich schon schmunzeln, wie da die Schauspieler hölzern ein bisschen Archäologenvokabular austauschten. Immerhin, man scheint jemanden vom Fach als Berater eingestellt zu haben.

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PDF: Germanische Kriegerinnen? Leider nein.

Vielleicht erinnern sich einige Leser noch an den Versuch seitens neofeministisch angehauchter Archäologen und Innen, einige germanische/bajuwarische Bestattungen in Richtung eines weiblichen Kriegertums im merowingerzeitlichen Mittelalter zu interpretieren. Eine der Vertreterinnen dieser These hat mittlerweile eingeräumt, dass dem doch nicht so ist (ich habe darauf bereits in meinem Beitrag Feministische Archäologie: In Östrogen gegossenes Wunschdenken hingewiesen). 
Nun hat mich ein Leser freundlicherweise auf eine aktuelle Arbeit aufmerksam gemacht, in der das Thema von den angeblichen germanischen Kriegerinnen ebenfalls behandelt wird; auch hier bestätigt sich, dass ein regelrechtes weibliches Kriegertum im Frühmittelalter nicht belegt werden kann: Klick mich

Zitat:

Normalerweise wurden Individuen im frühen Mittelalter mit geschlechtsspezifischen Beigaben bestattet, so werden Männer und Jungen häufig mit Waffenbeigaben, Frauen und Mädchen meist mit Schmuckbeigaben bestattet (BRATHER, 2008, GÄRTNER, 2013). In der Regel können die Bestatteten dabei auch über ihre Beigaben relativ sicher geschlechtsbestimmt werden (Anm.: Eine Tatsache, mit der manch Neofeministin absolut keine Freude hat – siehe mein Beitrag zur feministischen Archäologie). In dieser Beigabensitte ist wohl auch die klassische Rollenverteilung der beiden Geschlechter im Frühmittelalter widergespiegelt. Während Männer physisch anstrengende Arbeiten verrichteten, Handel trieben, Krieg führten und politische sowie Rechtsgeschäfte tätigten, war es Frauen vorbehalten, zu heiraten, Kinder zu bekommen und sich um Haus, Hof und die Familie zu kümmern (BITEL, 2002). Dennoch gibt es immer wieder Fälle, in denen sich die archäologische und die anthropologische Geschlechtsbestimmung widersprechen (GÄRTNER, 2013, GÄRTNER ET AL., 2014, HAAS-GEBHARD, 2013). In vielen Fällen handelt es sich dabei um Frauen, die mit Waffenausrüstung bestattet wurden und damit Anlass zur Postulierung frühmittelalterlicher „Amazonen“ gegeben haben (z. B. GÄRTNER, 2012, SCHNEIDER, 2008). Ein Absatz der Lex Baiuvariorum, der das Strafmaß für den Angriff auf eine Frau verringert, wenn diese selbst zur Waffe greift, wird häufig auch dahingehend gewertet, dass (bajuwarische) Frauen durchaus als „Kriegerinnen“ fungiert haben könnten, wenngleich vermutlich nur in Familienfehden und nicht in kriegerischen Auseinandersetzungen mit anderen Stämmen (HAAS-GEBHARD, 2013). Befeuert wurde diese Diskussion zusätzlich durch eine mittlerweile widerlegte molekulare Geschlechtsbestimmung einer vermeintlichen Frau, die in Niederstotzingen zusammen mit 2 Männern in Rüstung begraben wurde (WAHL ET AL., 2014, ZELLER, 2000). 

[…] In der vorliegenden Arbeit wurden Bestattungsphänomene, die regelmäßig auf frühmittelalterlichen Reihengräberfeldern angetroffen werden können, aus einer molekularbiologischen Sicht untersucht und beurteilt. Zu diesen Phänomenen zählen neben den sogenannten „Amazonen“, also Frauen, die in Waffenausrüstung bestattet wurden, auch Mehrfachbestattungen in allen denkbaren Variationen. […]. Durch die erneute Untersuchung von Frauen in Waffen konnte gezeigt werden, dass es diese Art der Bestattung nicht gab, wie auch die übrigen Bestattungen, deren Geschlechtszuweisung von anthropologischer und archäologischer Seite widersprüchlich war (IMMLER, 2013, GÄRTNER ET AL., 2014). […]. Vor allem vermeintlich spektakuläre Ergebnisse bedürfen hier immer einer unabhängigen Reproduktion, Anwendung verschiedener Verfahren und kritischen Betrachtung, wie der ursprüngliche Fall einer vermeintlichen Amazone aus Niederstotzingen (WAHL ET AL., 2014, ZELLER, 2000) zeigt.  

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 Mehr PDFs

Fundstücke KW 27

Andreas Fasel beschreibt für Die Welt die Arbeit eines Luftbildarchäologen – hört sich nach einem Traumjob an! Sind „Mittelaltermärkte“ reenactment? Und was ist der Unterschied zur living history? Das Hobby Mittelalter hat heutzutage viele verschiedene Facetten mit unterschiedlichen Ansprüchen, Ansichten … Weiterlesen

Of mice and men: Alltägliche Briefe aus dem griechisch-römischen Ägypten

Charikleia Armoni (Klassische Philologie, Universität zu Köln) zum a.r.t.e.s. forum 2016

Das a.r.t.e.s. forum ist die interdisziplinäre Jahrestagung der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland einlädt, aus ihrer jeweiligen disziplinären Perspektive zum Tagungsthema Bezug zu nehmen. Das a.r.t.e.s. forum 2016 versammelte Beiträge zum Thema „text – language – media“. Im Folgenden ist der Bericht von PD Dr. Charikleia Armoni zu ihrem Vortrag beim a.r.t.e.s. forum am 15. Juli 2016 zu finden.

Reichlich Funde bei Ausgrabung auf Burg Falkenstein (Flintsbach)

Bei Ausgrabungen auf der Burg Falkenstein bei Flintsbach am Inn nahe Rosenheim öffnete sich ein Fenster in das Leben auf einer Burg im Mittelalter und der Frühen Neuzeit. Die Archäologen fanden Reste von Keramikgefäßen und Ofenkacheln aus dem 12. bis zum 18. Jahrhundert. Die Grabungen ergaben zudem, dass das Bodenniveau im Innenhof der Burg früher … Reichlich Funde bei Ausgrabung auf Burg Falkenstein (Flintsbach) weiterlesen

Der Beitrag Reichlich Funde bei Ausgrabung auf Burg Falkenstein (Flintsbach) erschien zuerst auf Burgerbe.de.

Fundstücke KW 26

Aus dem Badischen Landesmuseum Karlsruhe sind wertvolle Artefakte verschwunden, meldet die Stuttgarter Zeitung. Eine erfolgreiche Woche für die Archäologen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL): Wie Archäologie Online berichtet wurde bei Dorsten im Kreis Recklinghausen ein hölzerner Brunnen aus dem Mittelalter freigelegt. … Weiterlesen

Krimskrams: Hiltibolds Kampfstation — Wikipedia-Kritik — Sensation oder Super-Schwindel?

Hiltibolds Kampfstation


Jemand hat mich vor ein paar Tagen in einer E-Mail gelobt, dass ich von meiner „Kampfstation am Schreibtisch aus unermüdlich windige Experimentalarchäologie“ und „drittklassiges Reenactment“ kritisiere.
Ob „unermüdlich“ weiß ich nicht. Es könnte durchaus sein, dass mir beispielsweise die Sache mit dem Campus Galli irgendwann zu blöd wird. Nichtsdestotrotz – über den Zuspruch freue ich mich natürlich. Aber: Wie eine „Kampfstation“ sieht mein Schreibtisch eigentlich nicht aus (siehe Bild). Freilich, eine (leider nicht funktionsfähige) Strahlenpistole liegt immer griffbereit und an der Wand hängen zwei (stumpfe) Rapiere, aber davor braucht sich niemand bedroht fühlen 😊

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Relevanzkriterien und neue Autoren oder: steckt die Wikipedia in einer Sackgasse?

Unter obiger Überschrift erschien im Wiki-Watch-Blog ein Beitrag, in dem es darum geht, warum Wikipedia nicht in der Lage ist, den seit Jahren anhaltenden Autoren-Schwund aufzuhalten: Klick mich

Meine persönliche Erklärung zu diesem Umstand: Die wollen den Autorenschwund eigentlich gar nicht wirksam bekämpfen, sondern sind mit ihrer weltanschaulich ziemlich homogenen Blase, in der sie agieren können, ganz zufrieden. Damit ähneln sie sehr den typischen Mainstreamjournalisten, die, das passt eigentlich perfekt, sich dieser Tage besonders gerne bei Wikipedia informieren; währen umgekehrt die typischen Wikipediahanseln vorzugsweise solche Journalisten/Medien als Quellen heranziehen, deren Weltanschauung sie teilen. So schließt sich der Kreis bzw. kommt zusammen, was zusammenpasst.

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Sensation oder Super-Schwindel?

Die sogenannten Nazca-Linien in Peru wurden einer breiten Öffentlichkeit vor allem aufgrund der Bücher und TV-Dokumentation des Erich von Däniken bekannt. Er und einige seiner Prä-Astronautik Kollegen sehen darin Botschaften an außerirdische Besucher (vereinfacht ausgedrückt). Die arrivierte Wissenschaft teilt diese Meinung nicht.

Nun tut sich in unmittelbarer Nähe der Nazca-Linien wieder etwas in Bezug auf angeblich Außerirdische. Aber unweigerlich stellt sich hier die Frage: Sensation, archäologische Kuriosität oder äußerst aufwendig inszenierter Super-Schwindel? Jeder bilde sich sein eigenes vorläufiges Urteil. Hier ein differenzierter Artikel zu den Entdeckungen (inkl. Videos):  Klick mich

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Neuerscheinung in der Reihe „Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien“: Monarchische Herrschaft im Altertum

Ein Großteil der Staaten in der Antike waren Monarchien. Umso erstaunlicher ist es, dass bislang keine systematische epochen- und kulturverglei­chende Untersuchung dieses Phänomens existierte. Der neue Band aus der Reihe „Schriften des Histori­schen Kollegs. Kolloquien“ schließt diese Lücke. Stefan Rebenich und 26 weitere ausgewiesene Spe­zialistinnen und Spezialisten nehmen die Allein­herr­schaft von Ägypten und dem Alten Orient über die griechisch-römische Antike bis in die Spätantike, das Frühmittelalter und die frühislamische Zeit in den Blick. Vergleichend werden das alte China und die Rezeptionsgeschichte betrachtet.
Der Band geht auf das Fachkolloquium „Monarchische Herrschaft im Altertum“ zurück, das Professor Dr. Stefan Rebenich im Januar 2014 am Historischen Kolleg durchgeführt hat. Stefan Rebenich war im Kollegjahr 2013/2014 Senior Fellow des Historischen Kollegs München. Er ist Professor für Alte Geschichte und Rezeptionsgeschichte der Antike an der Universität Bern. Mittel für das Stipendium und das Kolloquium hat die Fritz Thyssen Stiftung zur Verfügung gestellt. Herausgegeben wurde der Kolloquiumsband 94 von Stefan Rebenich unter Mitarbeit von Dr. Johannes Wienand, der ab Oktober 2017 als Junior Fellow am Historischen Kolleg über „Die Politisierung des Todes: Die Epitaphios Logos im demokratischen Athen“ forschen wird.
„Monarchische Herrschaft im Altertum“ ist als Band 94 der Reihe „Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien“ im Verlag De Gruyter/Oldenbourg erschienen. Eine Übersicht über die gesamte Reihe sowie zahlreiche Bände als pdf-Datei zum kostenlosen Herunterladen und Durchsuchen finden sich auf der Homepage des Historischen Kollegs.
Stefan Rebenich (Hg.): Monarchische Herrschaft im Altertum. Berlin/Boston 2017, XIII, 678 S. ISBN 978-3-11-046385-9, 139,95 €

Fundstücke KW 25

Auf einen Artikel im Schwäbischen Tagblatt über die interessante Ergrabung einer im 14. Jh. aufgegebenen Siedlung („Wüstung“) wies mich freundlicherweise Herr Jablonksi hin. Der Schwarzwälder Bote berichtet über eine Grabungsbegehung bei Bad Teinach. Das Archäologie-Blog des Standards widmet sich der … Weiterlesen

Hörbares: Die Illuminaten — Fährtenleser helfen Archäologie — Steinzeit und Eiszeit — usw

Die Illuminaten – Eine bayerische Geheimgesellschaft | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download
Im Interview: Robert Darga vom Naturkundemuseum Siegsdorf über Steinzeit und Eiszeit | Spieldauer 82 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download
Fußspuren aus der Vergangenheit: Fährtenleser helfen Archäologen | Spieldauer 22 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download

Im Interview mit dem BR: Kreisheimatpflegerin für Archäologie Monika Weigl | Spieldauer 71 Minuten | BR | Stream & Info | Direkter Download
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"… so wird ein schöner Körper desto schöner sein, je weißer er ist." – Über den Mythos der marmorweißen Antike

Ich mach‘ mir die Welt widdewidde wie sie mir gefällt …

Nein, die in der Hauptüberschrift des Blogbeitrages zitierten Worte stammen nicht vom Ku-Klux-Klan 😉, sondern vom Begründer der wissenschaftlichen Archäologie: Dem Kunstschriftsteller Johann Joachim Winckelmann (Bild). Das vollständige Zitat lautet:

„Da nun die weiße Farbe diejenige ist, welche die mehresten Lichtstrahlen zurückschicket, … so wird ein schöner Körper desto schöner sein, je weißer er ist.“
Ganz in der Tradition von Renaissance-Künstlern wie Michelangelo erklärt der im 18. Jh. lebende Winckelmann Weiß bzw. den weißen Marmor zum bildhauerischen und architektonischen Schönheitsideal schlechthin. Damit beeinflusste er nicht nur den damals gerade aufkommenden Klassizismus, sondern auch die Altertumsforschung, welche aufgrund Winckelmanns fachlicher Autorität lange Zeit den Umstand ignorierte, dass Skulpturen und Reliefs in der Antike überwiegend bemalt waren. Dieses Ausblenden von Fakten – aufgrund subjektiven ästhetischen Empfindens – wirkt bis heute in den Köpfen vieler Menschen nach. Abzulesen etwa daran, dass in Sach- und Schulbücher zeichnerisch rekonstruierte Tempel der Antike zumeist unbemalt bleiben. Auch in Spielfilmen huldigt man dergestalt dem überholen und unwissenschaftlichen Ideal des Klassizismus.

Gegenbeweise in antiken Schriftquellen

Archäologische Belege für die Vielfarbigkeit (Polychromie) antiker Bildhauerwerke gibt es etliche. Einiges davon war natürlich auch Winckelmann bekannt und wurde von ihm sogar genau beschrieben, wie etwa eine 1760 in Pompeji entdeckte Statue der Göttin Artemis. Trotzdem redete er sich – zumindest öffentlich – gerne darauf hinaus, dass solche Funde lediglich „barbarisch“ anmutende Ausnahmen seien, die beispielsweise aus der Frühzeit stammen oder den Etruskern zugerechnet werden könnten. Dieser Realitätsverweigerung widersprachen freilich antike Schriftquellen: Z.B. ist von Plinius d. Ä. eine Anekdote über den berühmten griechischen Bildhauer Praxiteles überliefert, der einst auf die Frage, welche seiner marmornen Statuen ihm am besten gefallen, geantwortet haben soll:

„Diejenigen, an die Nikias (ein berühmter Maler) Hand angelegt hat.“ 

Auch der Philosoph Platon spricht in seiner Politeia klar von bemalten Statuen:

„Wie, wenn nun jemand, indem wir [eine Statue] bemalten, herzutreten würde und uns tadelte, dass wir den schönsten Teilen des Körpers nicht auch die schönsten Farben auflegten, weil die Augen, als das Schönste, doch nicht mit Purpur bestrichen wären, sondern mit Schwärze, [wie] wir glauben würden, uns ganz angemessen gegen diesen zu verteidigen, wenn wir sagten: Du Wunderlicher, verlange nur nicht, dass wir so schöne Augen bemalen sollen, dass sie gar nicht mehr als Augen erscheinen, und so auch die anderen Glieder; sondern sieh nur darauf, ob wir bei jedem das Gehörige anbringen und so das Ganze schön machen.“

Und in der Tragödie „Helena“ des Dramatiker Euripides heißt es:

„Mein Leben und mein Schicksal sind ein Grauen. Daran trägt […] meine Schönheit Schuld. Könnt ich die nur vertauschen gegen hässliche Gestalt; so hässlich wie ein Marmorbild mit abgewischten Farben.“



Die Lebenslüge des Klassizismus beginnt zu bröckeln

Spätestens im frühen 19. Jahrhundert ließ sich Winckelmanns wackelige Argumentation von den angeblichen „Ausnahmefällen“ nicht mehr rechtfertigen (auch er selbst dürfte davon in seinen späten Jahren schon nicht mehr restlos überzeugt gewesen sein, wie u.a. private Notizen belegen). Damals kaufte der Kunstagent Johann Martin von Wagner für den bayerischen König Ludwig I. diverse Giebelfiguren des Aphaia-Tempels von Ägina an und entdeckte darauf etliche Farbanhaftungen. Er schrieb darüber:

„Wir wundern uns über diesen scheinbar bizarren Geschmack und beurteilen ihn als eine barbarische Sitte […]. Hätten wir vorerst unsere Augen rein und Vorurteilsfrey, und das Glück zugleich, einen dieser griechischen Tempel in seiner ursprünglichen Vollkommenheit zu sehen, ich wette, wir würden unsere Vorurteile gerne wieder zurücknehmen.“

Damit war sozusagen aus klassizistischer Sicht die Büchse der Pandora geöffnet worden. Von nun an war es kein ‚Tabu‘ mehr, die Polychromie antiker Plastiken gezielt zu erforschen und ausgiebig darüber zu diskutieren. Im Jahr 1830 erschien das erste Werk, das sich explizit mit dieser Thematik beschäftigte – sein Titel: „De l’architecture polychrome chez les grecs“, vom deutsch-französischen Architekten Jacob Ignaz Hittorff. Auch der berühmte Architekt Gottfried Semper verfasste, nachdem er für längere Zeit Griechenland bereist hatte, zwei einschlägige Publikationen: „Vorläufige Bemerkungen über die bemalte Architektur und Plastik bei den Alten“ (1834; Onlineausgabe) und „Über die Anwendung der Farben in der Architektur und Plastik“  (1836).
Doch es dauerte geraume Zeit, bis sich zumindest in Gelehrten- und Künstler-Kreisen die Ansicht endgültig durchsetzte, dass antike Architektur und Bildhauerei nicht monochrom sondern polychrom war. Selbst noch 1868, als in Prima Porta die berühmte gleichnamige Statue des Augustus ausgegraben wurde, reagierte der anwesende Maler Arnold Böcklin regelrecht geschockt, nachdem er feststellte, dass das Kaiserbildnis Spuren von Farbe aufwies. Er soll damals gesagt haben: 

„Der Klassizismus, wie ich ihn kennengelernt habe, ist falsch und unzutreffend.“

Und trotzdem änderte sich in der Praxis wenig. Auch weiterhin wurde in der klassizistischen Architektur zumeist auf Farbe verzichtet. Das Bild von der vermeintlich marmorweißen Ästhetik der Antike hatte sich bereits viel zu sehr in den Köpfen der Intelligenzia festgesetzt.
Freilich, es gab Ausnahmen. So thematisierte beispielsweise der britisch-niederländische Maler Sir Lawrence Alma-Tadema in einigen seiner Gemälde sehr zutreffend die Buntheit der Antike – siehe etwa das nachfolgende Bild.

Wie viel Farbe vertrug die Antike? 

Nachdem für die meisten Gelehrten zweifelsfrei feststand, dass in der gesamten antiken Kunst und Architektur die Vielfarbigkeit einen festen Platz hatte – also auch abseits der ohnehin schon lange bekannten Wandmalereien – begann sich die Debatte zunehmend um die Frage zu drehen, in welchem Ausmaß koloriert wurde (dazu trugen wohl auch Textstellen wie jene von Platon bei, die bereits oben zitiert wurde). Aufgrund des sehr beschränkten naturwissenschaftlichen Methodenapparats des 19. und frühen 20. Jahrhunderts war das keinesfalls leicht zu beantworten. Ja selbst in heutiger Zeit fällt es mitunter schwer. Ein gutes Beispiel dafür ist der (in ein riesiges Zelt verpackte) griechische Apollontempel bei Bassae (Bassai). Einige Forscher vertreten die Meinung, die Platten des Frieses wären ursprünglich komplett in leuchtenden Farben bemalt gewesen. Andere glauben, Farbe sei vor allem zur Hervorhebung wichtiger Details verwendet worden. Und eine dritte Gruppe spricht gar davon, dass nur der Hintergrund mit einer zarten Tünche überzogen war, um die Figuren des Reliefs deutlicher hervortreten zu lassen. Die bisherigen Untersuchungen lassen jedenfalls – wie es heißt – noch keinen eindeutigen Schluss zu. Und das trotz all der modernen technischen Möglichkeiten, mit deren Hilfe Farbanhaftungen auf antiken Objekten bereits in vielen anderen Fällen entdeckt und analysiert wurden.

Wissenschaftliche Methoden der Farbanalyse

➤ Von einiger Bedeutung für die Ermittlung der einstigen Bemalung sind Verwitterungsreliefs. Farben die weniger haltbar sind – wie Ocker – geben relativ frühzeitig den blanken Stein frei, während z.B. Blau und Zinnoberrot besonders lange schützend anhaften. Mittels Streiflicht kann die darauf zurückzuführende unterschiedlich starke Verwitterung der Oberfläche sichtbar gemacht werde. Aus den daraus erlangten Ergebnissen lassen sich wiederum Rückschlüsse auf die ursprünglich verwendeten Farben/Pigmente ziehen (mineralische Farbstoffe sind zumeist beständiger als pflanzliche).
➤ Der Einsatz eines Auflicht-Stereo-Mikroskops dient dem Aufspüren von winzigen Überresten der einstigen Bemalung
➤ Die Zusammensetzung von Farbreste kann unter bestimmten Voraussetzungen mithilfe der Infrarotspektroskopie oder Röntgendiffraktometrie bestimmt werden
➤ Bei Verwendung der sogenannten UV/VIS-Reflexionsspektralphotometrie ist eine Bestimmung der Pigmente und Farbwerte ohne die Entnahme von Proben möglich. Wegweisend auf diesem Gebiet waren entsprechende Untersuchungen, die in den 1960er-Jahren bei Objekten der Münchner Glyptothek durchgeführt wurden

Restbestände klassizistischer Ignoranz

Im Angesicht der aktuellen technischen Möglichkeiten, den eindeutigen Hinweisen in antiken Schriftquellen und der langen Forschungsgeschichte ist es ärgerlich, dass bei der ikonographischen Deutung antiker Werke ihre einstige Bemalung immer noch kaum Berücksichtigung findet.
Auch werden Museumsbesucher nur in Ausnahmefällen darauf hingewiesen, dass manch ausgestelltes Objekte aufgrund des Fehlens jedweder Farbe uns heute einen völlig anderen optischen Eindruck vermittelt als den Menschen der Antike.

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Weiterführende Literatur / Quellen: 

  • Ritchie Pogorzelski | Der Triumph. Siegesfeiern im antiken Rum und ihre Dokumentation auf Ehrenbögen in Farbe | Nünnerich-Asmus | 2016 | Infos bei Amazon
  • Mary Beard | Kleine Einführung in die Altertumswissenschaft |  J.B. Metzler | 2015 | Infos bei Amazon


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Cristiani e musulmani nella Capitanata: Episode 4 – La cripta del vescovo e la tomba del musulmano (quarta puntata)

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Fundstücke KW 24

Das Blog der LWL-Archäologie berichtet über die siedlungshistorisch sehr interessanten Ergebnisse der Notgrabungen bei Scharmede. Gleich zwei ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger wurde an Christi Himmelfahrt in Mecklenburg-Vorpommern fündig und entdeckten wikingerzeitliche Schmuckstücke, wie das Blog Bodendenkmalpfleger meldet. Am Freitag, den 24. Juni … Weiterlesen

Hörbares: Burgen — Mittelalter-Darsteller im Interview — Der Golem — Wie die Götter auf die Welt kamen

Burgen – Schutz und Hut des Landes | Spieldauer 24 Minuten | BR/ARD | Stream & Info | Direkter Download
Mittelalter-Darsteller Andrea und Norbert Sturm erzählen von ihrem Hobby | Spieldauer 31 Minuten | BR/ARD | Stream & Info | Direkter Download
Archäologie des Glaubens: Wie die Götter auf die Welt kamen | Spieldauer 28 Minuten | ARD/SWR | Stream & Info | Direkter Download
Der Golem – Erschaffen aus Lehm und Sprache | Spieldauer 24 Minuten | BR/ARD | Stream & Info | Direkter Download
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Die Sklaven von Lagos: Episode 6 – Das Generalinterview mit Maria Teresa Ferreira

Aus schriftlichen Quellen ist in Portugal die Geschichte der Sklaverei bereits relativ gut erschlossen. Durch den Zufallsfund von 158 menschlichen Skeletten, die sich nach aufwändigen bioarchäologischen Untersuchungen als Überreste früher Sklaven erwiesen haben, konnte Dr. Maria Teresa Ferreira in einem europaweit einzigartigen Projekt wichtige noch offene Fragen beantworten. In unserem Generalinterview erläutert sie ausführlich vor welchen Herausforderungen ihre Arbeit stand, welche erweiternden Erkenntnisse über die Geschichte der Sklaverei gewonnen werden konnten und welche Fragen sich nun neu stellen.

Krimskrams: Campus Galli entdeckt Stein der Weisen und erzeugt Eisen aus Bohnen! — usw.

Campus Galli entdeckt Stein der Weisen und erzeugt Eisen aus Bohnen!
Schon wieder die Mittelalterbaustelle Campus Galli: Laut Schwäbischer Zeitung – von Einheimischen auch liebevoll Schäbige Zeitung genannt – scheinen die Klosterbaumeister in Meßkirch eine geradezu sensationelle Entdeckung gemacht zu haben. Folgendes wird nämlich im Zusammenhang mit dem Besuch einer Schülergruppe berichtet:

Eisen aus Bohnen gewinnen? Echt jetzt? Oder handelt es sich hier lediglich um eine peinliche Verwechslung mit dem lokal im Boden vorkommenden Bohnerz? Höchstewahrscheinlich! 😄
Es wird aber noch besser: Nachdem ein Leser der Schwäbischen Zeitung die Frage aufwarf, wie man denn bitteschön aus Brechbohnen Eisen herstellt, wurde seine Kommentar gelöscht sowie die betreffende Stelle im Artikel leicht geändert; wobei man den einen Unsinn durch einen anderen ersetzt hat:

Es stellt sich die Frage: Ist die hier zutage tretende Dummheit wirklich nur beim Campus Galli zu verorten oder spielt eventuell auch der ‚Pressepartner‘ des Projekts – die Schwäbische Zeitung – eine unrühmliche Rolle?

Ein Leser dieses Blogs (derselbe, dessen kritische Frage von der Schwäbischen Zeitung gelöscht wurde) bekam auf Nachfrage von der Redaktion die Antwort, dass den Schülern gegenüber „bewusst von ‚Brechbohnen‚ als Synonym für kleine Steine gesprochen wurde“. 
Also dürfte hier doch der Campus Galli selbst die Quelle dieses haarsträubenden Blödsinns sein. Was wiederum äußerst peinlich ist, schließlich wird dieses mit Steuergeld subventionierte Projekt der Öffentlichkeit als pädagogisch wertvolle  ‚Bildungseinrichtung‘ verkauft.

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Doof wie ein Sack Zement …
…. aber – wir mir scheinen will – für dieses Milieu nicht ganz untypisch 😄
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„Citizen Science“ oder …. ?

Zu 03:33 springen und die Ohren spitzen!  Klick mich
Handelt es sich hierbei wieder einmal um eine deutsche Dialekt-Besonderheit – so wie der „Arschäologe“? 😂
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Fundstücke KW 22-23

Die Welt widmet sich in einem Artikel der (unrühmlichen) Rolle der Kirche im Stedinger Bauernaufstand von 1234. Der „Geschichtserlebnisraum Lübeck“ ist ein gemeinnütziges Projekt, das Kindern und Jugendlichen die Geschichte (des Mittelalters) durch persönliches Erleben und Mitwirken näher bringt. Für … Weiterlesen

Hörbares: Was Mumien über Diäten verraten — Sabbatruhe seit Antike umstritten — Archäologie in Jordanien — Karl Baedeker


Udo Pollmer: Abnehmen mit Kleopatra – was die Mumien über Diäten verraten | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download


Sabbatruhe seit Antike umstritten: Gespräch mit Bibelforscher Reinhard Achenbach | Spieldauer 10 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

Jordanien: Endlichkeiten von Kulturen trotzen einem endlosen Konflikt | Spieldauer 18 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

Steinmetz-Training in Jordanien – Schlagkräftige Kulturhilfe | Spieldauer 5 Minuten | ARD/DF | Stream & Info | Direkter Download
(Off-Topic) Karl Baedeker – Welche Lust gewährt das Reisen | Spieldauer 23 Minuten | ARD/DF | Stream & Info | Direkter Download
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Hörbares: Was Mumien über Diäten verraten — Sabbatruhe seit Antike umstritten — Archäologie in Jordanien — Karl Baedeker


Udo Pollmer: Abnehmen mit Kleopatra – was die Mumien über Diäten verraten | Spieldauer 5 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download


Sabbatruhe seit Antike umstritten: Gespräch mit Bibelforscher Reinhard Achenbach | Spieldauer 10 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

Jordanien: Endlichkeiten von Kulturen trotzen einem endlosen Konflikt | Spieldauer 18 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

Steinmetz-Training in Jordanien – Schlagkräftige Kulturhilfe | Spieldauer 5 Minuten | ARD/DF | Stream & Info | Direkter Download
(Off-Topic) Karl Baedeker – Welche Lust gewährt das Reisen | Spieldauer 23 Minuten | ARD/DF | Stream & Info | Direkter Download
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Cristiani e musulmani nella Capitanata: Episode 2 – I vescovi della Capitanata (secunda puntata)

L’interesse di ricerca primario del Prof. Lukas Clemens è incentrato sul contesto storico generale: Anche dopo la morte di Federico II nel XIII secolo una consistente comunita‘ di musulmani viveva ancora nelle città della Puglia. Tracce d’influenze saracene si trovano in vari edifici e persino nell’ex vescovado di Tertiveri. La domanda alla quale il Prof. Clemens si impegna a dare una risposta, principalmente nella fase introduttiva degli scavi programmati, e‘ quanto effettivamente la cultura musulmana si sia intrecciata e quindi abbia influenzato la cultura cristiana e viceversa in questa specifica area della penisola italiana.

Krimskrams: Die faszinierende Prioritätensetzung à la Campus Galli — Archäologe als Sozialversicherungsbetrüger — usw.

Prioritätensetzung à la Campus Galli: Die Mauer für den Obstgarten geht vor!
Beim quasi im Frühmittelalter angesiedelten Klosterbauprojekt Campus Galli wird gerne der Eindruck erweckt, man würde sich sehr an den historischen Fakten orientieren. Geradezu gebetsmühlenartig weisen deshalb die Verantwortlichen darauf hin, dass Mönche, die im 9. Jahrhundert ein neues Kloster gründeten, zuerst rasch eine kleine provisorische Kirche errichteten, bevor sie für sich selbst feste Wohnquartiere bauten. Und genau aufgrund dieses Sachverhaltes (für den freilich die Quellenlage eher dünn ist) handhabe man es auch beim Campus Galli so. 
Nach mehreren Jahren (von wegen ‚rasch‘) ist nun besagte Holzkirche zumindest äußerlich fertig. Es scheint daher naheliegend, dass jetzt endlich der Zeitpunkt gekommen ist, Schlafsaal, Toiletten und andere essentielle Einrichtungen eines mittelalterlichen Klosters zu bauen – nicht wahr? 
Falsch gedacht! Beim Campus Galli lässt man sozusagen die Mönche weiterhin in zugigen Zelten hausen und errichtet stattdessen eine Mauer für den Obstgarten   😂 
Eine solche Prioritätensetzung ist besonders in Hinblick auf die ständig insinuierte historisch korrekte Baureihenfolge reichlich absurd. Dementsprechend setzte es kürzlich auf der Facebook-Seite des Campus Galli wieder einmal Kritik an diesem projekt-inhärenten Bullshit Nonsen. Und wie so oft reagieren die Betreiber (bzw. der hier anonym agierende Geschäftsführer Hannes Napierala) wenig glaubwürdig bzw. souverän. Wer kritisch nachfragt, wird sofort als Meckerer abgestempelt – selbst wenn es sich um jemanden vom Fach – wie etwa eine Archäologin – handelt.

Quelle: Facebook-Seite des Campus Galli

Ich dokumentiere derlei Facebook-Diskussionen übrigens deshalb immer wieder hier im Blog, weil sie von den Verantwortlichen des Campus Galli schon mal gerne im Nachhinein gelöscht werden, um nicht allzu blöd in der Öffentlichkeit dazustehen. In dem Zusammenhang darf man auch die absurde Aufforderung sehen, kritische Fragen höchstens in E-Mail-Form an den Campus Galli zu richten.

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Archäologe als Sozialversicherungsbetrüger
Der Donaukurier berichtet vom Prozess rund um eine archäologische Grabungsfirma, deren beide Geschäftsführer, einer davon ein Archäologe, die Öffentliche Hand laut erstinstanzlichem Urteil um Sozialversicherungsabgaben in der Höhe von 500.000 Euro betrogen. Eine Mitarbeiterin, die wohl von den Vorgängen wussten, wurden gegen eine vergleichsweise geringe Zahlung von 2500 Euro vom Haken gelassen, während die Hauptangeklagten jeweils eine über zweijährige Haftstrafe ausfassten: Klick mich
Was lernen wir daraus? Auch in der Archäologie gehts schon mal um persönliche Bereicherung – und nicht immer nur im Milieu der bösen „Raubgräber „…

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Woah …

… sind hier aber aufmerksame Leser und Kunstexperten unterwegs! Da hat doch tatsächlich jemand bemerkt, dass ich der betenden Ägypterin auf dem Header-Bild eine Nasen-OP spendiert habe. 😊

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Weitere interessante Themen auf diesem Blog: 

Die Sklaven von Lagos: Episode 5 – Ein Stück Geschichte für die Namenlosen

Der nächste Schritt bei der wissenschaftlichen Erforschung der Skelettfunde aus der portugiesischen Hafenstadt Lagos ist die digitale Erfassung. Jeder Knochen wird digitalisiert und in eine entsprechend große Datenbank aufgenommen. Moderne 3D-Technik erlaubt dabei die Untersuchung der menschlichen Überreste noch genauer vorzunehmen. Der zweite Effekt: Digitalisiert stehen die Knochen über das Internet auch Forscherinnen und Forschern aus anderen Teilen der Welt zur Verfügung. So spannt sich ein Netz aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die jeweils ihre speziellen Kompetenzen einbringen können. Die Geschichte der bislang namenlosen Skelette bekommt so allmählich Konturen, aus denen sich ein neues Gesamtbild fügt.

Video: Der Experimentalarchäologe Dominique Görlitz im Gespräch

Ein Leser hat mich auf nachfolgendes Gespräch mit dem bekannten Experimentalarchäologen Dominique Görlitz aufmerksam gemacht, der, wie sein Vorbild Thor Heyerdahl, von einer weit in die Prähistorie zurückreichenden Hochseefahrt überzeugt ist. Zurzeit bereitet er sich auf seine vierte Expedition mit einem großen Schilfboot vor. Ziel ist die nicht ungefährliche Überquerung des Nordatlantiks, um dadurch die Möglichkeit eines frühen vorgeschichtlichen Kulturaustauschs zwischen Europa/Afrika und Amerika zu belegen.
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Hörbares: 30 Mumien entdeckt — Pharaonen-Forscher — Latein für Angeber — Archäologie im Kloster Lorsch — Das Lehensgesetz — usw.

Der Pharaonen-Forscher Dietrich Raue | Spieldauer 29 Minuten | WDR | Stream & Info | Direkter Download
Schatzkammer Ägypten – wieder 30 Mumien entdeckt | Spieldauer 6 Minuten | WDR | Stream & Info | Direkter Download

Latein für Angeber | Spieldauer 58 Minuten | Freies Radio Freistadt | Stream & Info
Archäologie im Kloster Lorsch | Spieldauer 5 Minuten | SWR | Stream & Info | Direkter Download

28. Mai1037 – Das Lehensgesetz wird unterzeichnet | Spieldauer 15 Minuten | WDR | Stream & Info | Direkter Download
Deutscher Archäologe unterrichtet syrische Kinder | Spieldauer 4 Minuten | WDR | Stream & Info | Direkter Download
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Cristiani e musulmani nella Capitanata: Episode 1 – Lo svevo ed i musulmani (prima puntata)

In seguito ad una rivolta, l’imperatore Federico II di Svevia aveva progressivamente deportato migliaia di saraceni dalla Sicilia nella città pugliese di Lucera. Nella storiografia nazionalista del IX secolo ed anche dai nazisti, per i quali Federico II è sempre stato un simbolo della rivendicazione del potere tedesco in Europa, è rimasta per tanto tempo la convinzione, che questi musulmani fossero stati arrestati come punizione per la loro ribellione ed imprigionati nel castello della città di Lucera. Il Prof. Lukas Clemens, storico e archeologo da Trier, analizza criticamente con la sua ricerca questa prospettiva che appare distorta e ricostruisce un’immagine molto diversa del rapporto tra l’Imperatore del Sacro Romano Impero ed i „suoi“ musulmani in Italia.

Die Sklaven von Lagos: Episode 4 – Sprechende Zähne

Die Zähne eines jeden Menschen sind ebenso einzigartig wie seine Fingerabdrücke. Darüber hinaus lassen sich aus der Untersuchung von Zähnen, Rückschlüsse auf das Leben der Menschen ziehen. Die Bioarchäologinnen des Forensischen Instituts der Universität Coimbra entnehmen ihnen und den dazugehörigen Kieferknochen Informationen über Krankheiten und deren Ursache. Karies und Parodontose deuten möglichweise daraufhin, dass die Ernährung mangelhaft und einseitig war. Die Zähne der menschlichen Überreste von Lagos weisen aber noch ein weiteres auffälliges Merkmal auf. Viele sind geschliffen bzw. abgefeilt. Wie lässt sich das erklären? Welche Informationen verbergen sich hinter dieser Entdeckung?

Hörbares: Banausen — Ist die Archäologie eine seriöse Wissenschaft? — Inschriftenkunde — Feudalismus im Mittelalter — Römische Thermen


Banausen – die Helden der athenischen Demokratie | Spieldauer 22 Minuten | BR/ARD | Stream & Info | Direkter Download 
Ist die Archäologie eine seriöse Wissenschaft? | Spieldauer 40 Minuten | Youtube | Stream & Info
Feudalismus im Mittelalter | Spieldauer 22 Minuten | ARD/NDR | Stream & Info | Stream & Info | Direkter Download
Römische „Thermae“ – Badezimmer einer ganzen Stadt? | Spieldauer 60 Minuten | Freies Radio Freistadt | Stream & Info
Inschriftenkunde – Epigraphik (Teil 1) | Spieldauer 60 Minuten | Freies Radio Freistadt | Stream & Info
Inschriftenkunde – Epigraphik (Teil 2) | Spieldauer 60 Minuten | Freies Radio Freistadt | Stream & Info
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