Planet History

Tag Archive for Blog

Badische Koalitionsverhandlungen am Vorabend des nationalsozialistischen Staatsstreichs vom 9. März 1933

Über die unmittelbare Vorgeschichte der Einsetzung der zunächst provisorischen nationalsozialistischen Landesregierung in Baden am 11. März 1933 ist recht wenig bekannt. So konnten die Ereignisse bislang im Wesentlichen nur anhand der zeitgenössischen Presseberichterstattung rekonstruiert werden, auf die sich auch die einschlägige Darstellung Horst Rehbergers in seinem 1966 erschienenen Buch „Die Gleichschaltung des Landes Baden 1932/33“

Eine Honigfalle im badischen Staatsministerium: Wie der Ministerialrat Karl Frech um Amt und Ruhegehalt gebracht wurde

Als Nebenpublikation des Forschungsprojekts erscheinen in wenigen Tagen in der Quellenreihe der Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg die Lebenserinnerungen des badischen Ministerialbeamten Friedrich Karl Müller-Trefzer, der in unserem Blog schon mehrfach präsent war, zuletzt als Besitzer einer nationalsozialistischen Beamtenuniform. Seine Lebenserinnerungen sind – auch darüber wurde im Blog schon berichtet – der Selbstrechtfertigungsversuch eines

Blog zur Visualisierung von kulturellen Sammlungen

Du willst was wissen? Dann stell die richtige Frage! Ich habe das Gefühl, dass dies das Credo vieler Archive ist. Wo man im analogen Bereich verständlicher Weise argumentieren kann, dass die NutzerInnen nicht einfach im Magazin stöbern können, so haben wir im Digitalen endlich die Möglichkeiten diese Barriere zu entfernen. Und dennoch verstecken wir den Reichtum unserer Archive hinter einem weißen Kasten, der wie ein Türsteher im angesagtesten Club nach dem Passwort fragt – oder eben nach einem Suchbegriff. Aber seit einigen Jahren gibt … Blog zur Visualisierung von kulturellen Sammlungen weiterlesen

„Ich hoffe, dass sie Ihnen noch nützlich sein kann“ – Wie der Justizminister Josef Beyerle nach 1945 für seine ehemaligen Kollegen eintrat

Ein besonders spannender Fall in der württembergischen Justizgeschichte ist die Person Josef Beyerle (1881-1963). Beyerle, Zentrumspolitiker, in der Weimarer Zeit enger Vertrauter von Eugen Bolz und nach 1945 Mitbegründer der württembergischen CDU, war zwischen 1923 und 1933 Justizminister Württembergs und wurde unmittelbar nach Kriegsende abermals von den Alliierten mit der Leitung des Justizressorts im neu

Zeit für die Familie – Elternzeit als Selbstständiger

Als ich Mitte 2015 mit Johannes beschlossen hatte ein Unternehmen zu gründen, war Mareike bereits schwanger. Ich bin immer noch etwas enttäuscht, dass in solchen Phasen die Dauerbefristungen der Wissenschaft und selbst der öffentliche Dienst uns als Familie keine Sicherheit bieten konnten, wie ich es erhofft hatte. Aber ich trauere der Entscheidung und der Zeit dort keine […]

Über diesen Blog

Soziale Netzwerke, partizipative Medien, das „Web 2.0“ im Allgemeinen, sind sichtbarer Ausdruck eines veränderten Informations-, Interaktions- und Kommunikationsverhaltens, das längst zu unserer alltäglichen Lebensrealität gehört. Bereits 2009 nutzten nach einer ARD/ZDF-Online-Studie über 90 %…

Die Allgemeine Beamtenuniform des Ministerialdirektors Friedrich Karl Müller-Trefzer. Oder: Was leitende Beamte ohne Parteiuniform trugen

Für die Repräsentation des nationalsozialistischen Staates gegenüber der eigenen Bevölkerung, den Menschen in den besetzten Gebieten und dem Ausland spielten Uniformen eine wichtige Rolle. Schon vor der Machtergreifung 1933 hatten insbesondere die Braunhemden der SA eine große Bedeutung für Auftreten und Selbstverständnis der Nationalsozialisten gehabt. Trotzdem bilden Uniformen in der geschichtswissenschaftlichen Forschung zum Nationalsozialismus ein

Ein ungeschriebener Persilschein: Warum der demokratische Politiker und Psychologieprofessor Willy Hellpach dem badischen NS-Kultusminister Paul Schmitthenner eine Absage erteilte

Wie anderen Projektmitarbeiterinnen und Projektmitarbeitern verursacht auch dem Verfasser dieser Zeilen die regelmäßige Lektüre von Spruchkammerakten inzwischen mitunter Verdruss. Einerseits sind sie unverzichtbare Quellen, um Daten und andere Informationen zu politischen Biographien zu erschließen; andererseits erweisen sich die vom Volksmund rasch zu „Persilscheinen“ deklarierten Leumundszeugnisse zugunsten Betroffener, die erhebliche Teile der Spruchkammerakten ausmachen, als nicht

Wie der Rechtsanwalt Hans Elsas 1933 um seine Zulassung kämpfte

Mit dem „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ (BBG) vom 7. April 1933 wurde zugleich das „Reichsgesetz über die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft“ erlassen. Beide Gesetze zielten vor allem darauf ab, einerseits „Nichtarier“, also Juden und in der perfiden Kategorisierung des NS-Staates zu Juden erklärte Personen, und andererseits politisch unliebsame Beamte aus dem Staatsdienst und der Justiz

Im Schatten der nationalsozialistischen „Euthanasie“? Die Karriere der elsässischen Regierungssekretärin Gertrud Erna Wolff

Ein Teil unseres Forschungsprojekts widmet sich der nationalsozialistischen Herrschaft im Elsass, die vornehmlich aus dem angrenzenden Baden durch die dortigen Landesministerien organisiert wurde. In einem Hauptseminar, das Prof. Sylvia Paleletschek und Dr. Marie Muschalek im Wintersemester 2016/17 anboten, beschäftigten sich Studierende der Universität Freiburg mit dieser Grenzgeschichte. Der folgende Beitrag ist Teil einer Reihe von

Ausgleichszahlungen an „verfolgte“ Nationalsozialisten durch die badische Ministerialbürokratie

Zu den wichtigen Versatzstücken nationalsozialistischer Propaganda zählten nach der Machtübernahme die Pflege der Erinnerung an die vermeintlich heroische Kampfzeit der NSDAP vor 1933 und die Würdigung des persönlichen Einsatzes „Alter Kämpfer“, ohne deren Standhaftigkeit und Prinzipientreue, so die Legende, die Eroberung der politischen Macht nicht hätte gelingen können. Ein besonderer Prestigegewinn wurde den echten „Märtyrern“

„Französische Schminke weicht altem deutschem Kulturgut“ – Die „Germanisierung“ Straßburgs am Beispiel der Umbenennung von Straßen und Plätzen

Ein Teil unseres Forschungsprojekts widmet sich der nationalsozialistischen Herrschaft im Elsass, die vornehmlich aus dem angrenzenden Baden durch die dortigen Landesministerien organisiert wurde. In einem Hauptseminar, das Prof. Sylvia Paleletschek und Dr. Marie Muschalek im Wintersemester 2016/17 anboten, beschäftigten sich Studierende der Universität Freiburg mit dieser Grenzgeschichte. Der folgende Beitrag ist Teil einer Reihe von

Personalpolitik und Karrierismus am Rockzipfel des nationalsozialistischen Besatzungsregimes. Die Verdrängung des Leiters einer elsässischen Heil- und Pflegeanstalt 1940

Ein Teil unseres Forschungsprojekts widmet sich der nationalsozialistischen Herrschaft im Elsass, die vornehmlich aus dem angrenzenden Baden durch die dortigen Landesministerien organisiert wurde. In einem Hauptseminar, das Prof. Sylvia Paleletschek und Dr. Marie Muschalek im Wintersemester 2016/17 anboten, beschäftigten sich Studierende der Universität Freiburg mit dieser Grenzgeschichte. Der folgende Beitrag ist Teil einer Reihe von

Vom Fundus zum Kubus II – Seit drei Jahren mit jungen Menschen Akten sichten und sichtbar machen

Einen ersten Bericht zum Projekt finden Sie hier. Als im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft „NS in Karlsruhe“ 2014 ein schulübergreifender Seminarkurs entstand, war den Beteiligten nicht wirklich bewusst, was für eine einmalige Verbindung und Möglichkeit damit geschaffen wurde, lokale NS-Geschichte gemeinsam mit SchülerInnen der Oberstufe des Bismarck-, Goethe- und Helmholtz-Gymnasiums, näher kennenzulernen, aufzuarbeiten und sie mithilfe

Blog zum Sächsischen Archivtag gestartet

Der VdA-Landesverband Sachsen organisiert alle zwei Jahre den Sächsischen Archivtag. 2015 konnten aufgrund der sehr guten räumlichen und technischen Rahmenbedingungen in der Universität Chemnitz Livestream und Chat angeboten werden. 2017 sind die Möglichkeiten – in der Gedenkstätte Bautzner Straße in Dresden – beschränkter. Das war nun Anlass, ein Tagungsblog ins Leben zu rufen: Es ist ab sofort als Unterseite des VdA-Blog hier zu erreichen. Der diesjährige Sächsische Archivtag stellt grundsätzliche archivpolitische Fragen und beleuchtet die aktuelle Situation von „Archiven im Umbruch“. Mit dem Blog … Blog zum Sächsischen Archivtag gestartet weiterlesen

„Wenn ich durchs Dorf lief, hörte ich ‚Lueg do, d‘r Ditsche!’“ – Kindheitserinnerungen von Heiko Heitmann an zwei Jahre im besetzten Elsass

Ein Teil unseres Forschungsprojekts widmet sich der nationalsozialistischen Herrschaft im Elsass, die vornehmlich aus dem angrenzenden Baden durch die dortigen Landesministerien organisiert wurde. In einem Hauptseminar, das Prof. Sylvia Paleletschek und Dr. Marie Muschalek im Wintersemester 2016/17 anboten, beschäftigten sich Studierende der Universität Freiburg mit dieser Grenzgeschichte. Der folgende Beitrag ist Teil einer Reihe von

Wie sieht ein arischer Ochse aus? Politischer Witz im badischen Finanz- und Wirtschaftsministerium

Über das alltägliche Arbeitsklima in der südwestdeutschen Ministerialbürokratie im „Dritten Reich“ würden der Verfasser dieser Zeilen und auch die anderen Projektbeteiligten gerne verallgemeinernde Aussagen treffen. Inwieweit wurden traditionelle hierarchische Beziehungen durch neue politische Machtstrukturen überlagert? Wie gestaltete sich die Bürogemeinschaft von Partei- und Nichtparteigenossen? Über welche nicht-dienstlichen Themen sprachen die Beamten und Angestellten während ihrer

„Jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat“? – Die Gleichschaltung des Vorstands der Saline Friedrichshall

Der aus dem rheinischen Kreis Düren stammende Oberbergrat Peter Thuir sah 1934 seinem verdienten Ruhestand entgegen. Seit 1928 hatte der gebürtige Katholik die Saline Friedrichshall mit Kochendorf und die dazugehörigen Salinen Clemenshall und Wilhelmshall geleitet. Zu seinem Aufgabengebiet gehörten auch Aufsichtsfunktionen über die Reederei Schwaben, die er gemeinsam mit Finanzminister Alfred Dehlinger wahrnahm. Aus Thuirs

Das erste MünsterCamp: Macht Münster digital!

Am 24. Februar fand das erste MünsterCamp statt. Es fand nicht nur in Münster statt sondern auch das Thema war: Münster. Jetzt könnte man sich fragen: Was macht der Bonner in Münster? Aber die beiden Städte haben viel gemeinsam. Und der Austausch beim Barcamp war einfach toll! Bonn möchte Fahrradhauptstadt 2020 werden – Münster wächst immer weiter und erstickt […]

Repression mit Samthandschuhen? Die Anwendung des Gesetzes zur „Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ am Beispiel des Sozialdemokraten und Regierungsrats Anton Weißmann

Am 25. April 1933 fand in Berlin eine Besprechung statt, zu der Reichsinnenminister Wilhelm Frick die Ministerpräsidenten und Innenminister sämtlicher Länder sowie Vertreter aller Reichsressorts eingeladen hatte. Haupttagesordnungspunkt war der Vollzug des Gesetzes zur „Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“, das die Reichsregierung zweieinhalb Wochen zuvor in Kraft gesetzt hatte und das die rechtliche Handhabe für eine umfassende

Wie ein Justizinspektor einen Landgerichtspräsidenten aus dem Amt brachte: Der Fall Karl Götz aus dem Jahr 1937

In den retrospektiven Aussagen von Beamten über ihr politisches Verhalten im „Dritten Reich“ findet sich häufig das Argument, dass ein äußerer Konformismus zur Erhaltung der eigenen beruflichen Stellung alternativlos gewesen sei, da es allerorts nationalsozialistische Scharfmacher gegeben habe, die vermeintliches politisches Fehlverhalten sofort den Parteistellen gemeldet hätten. In allen Behörden habe es, so die zum

Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Das baden-württembergische Justizministerium veröffentlichte im Jahre 1965 eine Dokumentation über das „Schicksal der jüdischen Juristen in Württemberg und Hohenzollern“. Anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus stellen wir diese Gedenkschrift und drei ausgewählte Biografien vor. Als Sonderbeilage des Amtsblatts des Justizministeriums Baden-Württemberg richtete sich diese Dokumentation an die in der Landesverwaltung Beschäftigten. Die Landesministerialbürokratie

„Auf ein Mindestmaass herabgedrückt“: Die Protokolle der Sitzungen des badischen Staatsministeriums von 1933 bis 1936

Zu den wiederkehrenden Erfahrungen der Archivarbeit gehört, dass sich die Inaugenscheinnahme von Akten, die nach ihrer Beschreibung in den Findmitteln höchst attraktiv erscheinen, mitunter als ernüchternd erweist. Als ein Musterbeispiel solcher enttäuschter Erwartungen können die im Generallandesarchiv Karlsruhe verwahrten „Niederschriften über die Sitzungen des Staatsministeriums“ gelten, die keineswegs, wie in projektseitigem Entdeckereifer zunächst erhofft, eine

„Auf ein Mindestmaass herabgedrückt“: Die Protokolle der Sitzungen des badischen Staatsministeriums von 1933 bis 1936

Zu den wiederkehrenden Erfahrungen der Archivarbeit gehört, dass sich die Inaugenscheinnahme von Akten, die nach ihrer Beschreibung in den Findmitteln höchst attraktiv erscheinen, mitunter als ernüchternd erweist. Als ein Musterbeispiel solcher enttäuschter Erwartungen können die im Generallandesarchiv Karlsruhe verwahrten „Niederschriften über die Sitzungen des Staatsministeriums“ gelten, die keineswegs, wie in projektseitigem Entdeckereifer zunächst erhofft, eine

Dem Berufsbeamtengesetz keine ausdehnende Auslegung geben: Die Entlassung der Heidelberger Lehrerin Dr. Dora Busch im Juli 1933

Über die Beteiligung der Landesministerien an den personellen „Säuberungen“ des öffentlichen Dienstes nach rassistischen und politischen Kriterien ist in unserem Blog schon mehrfach berichtet worden. Im Folgenden soll dieses Thema aus zwei Gründen erneut aufgegriffen werden: zum einen, um zu verdeutlichen, dass es beim Vollzug des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums im Jahr 1933 auf

Regula Zürcher, Zeitfenster 1916: Ein History Blog des Staatsarchivs St. Gallen (arbido 4/2016)

[Via arbido 4/2016, Abstract] Das Staatsarchiv St. Gallen betreibt seit Anfang 2016 einen täglichen History Blog. «Zeitfenster 1916» wird gespeist mit Quellen aus den eigenen Beständen. Ziel ist, das Kriegsjahr 1916 aus einer regionalen und alltagsgeschichtlichen Perspektive darzustellen und dadurch auf den reichen Quellenfundus im Archiv aufmerksam zu machen. Der Artikel stellt das Projekt vor und zieht eine Zwischenbilanz.

Gemeinschaftsblog der rheinland-pfälzischen und saarländischen Archive

E-Mail des Landeshauptarchivs Koblenz an die Archive aller Sparten in Rheinland-Pfalz und im Saarland vom 29. November 2016: Neues Gemeinschaftsblog der rheinland-pfälzischen und saarländischen Archive Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, mit diesem Schreiben möchte ich Sie auf das neue Gemeinschaftsblog der rheinland-pfälzischen und saarländischen Archive hinweisen, das aus dem 2014 ursprünglich […]

Jetzt bloggt zusammen, was zusammen gehört…

Seit dem 24. November 2016 gibt es einen Gemeinschaftsblog für die rheinland-pfälzischen und saarländischen Archive. Dafür wurde die bisherige Seite des Tagungsblog des Archivtags Rheinland-Pfalz/Saarland erweitert. Gemeinschaftsblogs haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung für Archive gewonnen: Sie leisten wertvolle Dienste für die fachliche Kommunikation, denn besonders kleinere Archive haben häufig wenig Möglichkeiten, sich mit Mehr »

„Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus war auf regionaler und lokaler Ebene längst überfällig“ – Interview mit Dr. Ernst Otto Bräunche und Dr. Roland Müller über die Anfänge der NS-Forschung im deutschen Südwesten

Mit Arbeiten zum Nationalsozialismus und Antisemitismus in Freiburg, Karlsruhe und Stuttgart sind Dr. Ernst Otto Bräunche (Stadtarchiv Karlsruhe) und Dr. Roland Müller (Stadtarchiv Stuttgart) Pioniere auf dem Gebiete der regionalen NS-Forschung im deutschen Südwesten. Philipp Haase befragte die beiden Archivare zu Ihrer Arbeit in den 1970er und -80er Jahren. Philipp Haase: Sie haben mit ihren