Planet History

Tag Archive for Gegenwarts- und zukunftsbezogene Projekte

Die „Gewaltsituation“. Zur Partizipation in kollektiver Gewalt

Vortrag von Dr. Kristin Platt (Bochum) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

Der Vortrag wird in einem Resümee die in den einzelnen Beiträgen der Vorlesungsreihe aufgeworfenen Fragen, politischen Bruchlinien, wissenschaftlichen Herausforderungen und Entwicklungen zusammenzutragen. Dies wird eingebunden in eine Problematisierung aktueller Forschungsperspektiven. Was am Schluss bleibt, ist die schwierige Annäherung an das „Zwischen“, das „Wir“: Denn dort, wo Täter eines Massakers sich als moralisch empfinden, wo Gewalt nach wie vor legitimierbar ist, wo wir Kontinuierungen von Gewaltverhältnissen erkennen, müssen wir die Frage, was zu Partizipation in kollektiven Gewaltsituationen führt, vielleicht doch noch einmal nachhaltiger stellen. In jüngeren Studien sind aus unterschiedlich disziplinären Perspektiven Beiträge vor allem zu situationalen Dynamiken und Ermöglichungsräumen geleistet worden. Doch können diese Ansätze die Stabilität und Kohärenz erklären, die in Gewaltsituationen für die Tatbeteiligten besteht? Und warum fasziniert noch immer die Rede von der „Normalität“ der Täter, die nicht einmal mit der Rede von der Rückkehr des „Bösen“ in Widerspruch gerät?

Learning from Venice, Athens, Kassel, and Münster (and in between)

Report by Lilia Sokolova about a.r.t.e.s. alumna Francesca Valentini’s summer school “Contemporary Art in the Global Present”

From July 10 to 22, 2017, a.r.t.e.s. alumna Francesca Valentini led the interdisciplinary summer school “Contemporary Art in the Global Present.” Seventeen participants from Italy, Greece, Germany, Canada, and Austria set on a mutual journey across Europe to explore the decade’s major international exhibitions of contemporary art. Although the group of advanced M.A. students, doctoral candidates, and post-docs represented diverse academic disciplines (art history, cultural studies, anthropology, political science, sociology, linguistics, and Chinese studies), everyone shared an interest in the cultural, social, political and economic implications of the so-called “SuperKunstSommer.” The epithet refers to the decennial concurrence of the Venice Biennale, documenta, and Skulptur Projekte Münster. This year it also became the itinerary of the DAAD-funded summer school, which was held by the a.r.t.e.s. Graduate School in collaboration with the Department of Philosophy and Cultural Heritage of the Università Ca’ Foscari Venezi and the Department of Communication & Media Studies of the National and Kapodistrian University of Athens.

Kunst, Unternehmen, Öffentlichkeit

Gedanken von Tanja Bernsau und Ries Roowaan zu einem Dreieck, das keines ist

Betritt man die Eingangshallen größerer Unternehmen, hat man nicht selten das Gefühl, sich in eine Kunsthalle verirrt zu haben. Viele Firmen haben ihre öffentlichen Räume wie auch die Büros der leitenden Angestellten mit modernen und zeitgenössischen Kunstwerken von hoher Qualität dekoriert, die ohne Weiteres in einem renommierten Museum für Gegenwartskunst hängen oder stehen könnten. Manch international operierende Firma hat mittlerweile sogar eine qualitativ bessere Kunstsammlung als ein Durchschnittsmuseum in der Provinz. Zwar ist dies im kontinentalen Europa – dem die Vereinigten Staaten sowie das Vereinigte Königreich um einiges voraus waren – eine relativ neue Entwicklung, die sich erst in den letzten Jahrzehnten richtig durchgesetzt hat, aber es sieht danach aus, dass sie bleibend ist.

Kunst, Unternehmen, Öffentlichkeit – Gedanken zu einem Dreieck, das keines ist

Von Tanja Bernsau und Ries Roowaan

Betritt man die Eingangshallen größerer Unternehmen, hat man nicht selten das Gefühl, sich in eine Kunsthalle verirrt zu haben. Viele Firmen haben ihre öffentlichen Räume wie auch die Büros der leitenden Angestellten mit modernen und zeitgenössischen Kunstwerken von hoher Qualität dekoriert, die ohne Weiteres in einem renommierten Museum für Gegenwartskunst hängen oder stehen könnten. Manch international operierende Firma hat mittlerweile sogar eine qualitativ bessere Kunstsammlung als ein Durchschnittsmuseum in der Provinz. Zwar ist dies im kontinentalen Europa – dem die Vereinigten Staaten sowie das Vereinigte Königreich um einiges voraus waren – eine relativ neue Entwicklung, die sich erst in den letzten Jahrzehnten richtig durchgesetzt hat, aber es sieht danach aus, dass sie bleibend ist.

On the Relationship of “Media and Mobility”

Anthropological workshop invites international researchers to Cologne

From September 14 to 16, 2017, the international workshop “Anthropologies of Media and Mobility: Theorizing movement and circulations across entangled fields”, co-organized by the a.r.t.e.s. Research Lab, will take place at the University of Cologne. It seeks to theorize the relationship between media and mobility from an anthropological point of view and will further include findings of multidisciplinary and mixed-methodological approaches between social anthropology and other disciplines like gender studies and postcolonial theories.

Paradiese

Einladung zur kritischen Begutachtung (open peer review)

Kunsthistorikerinnen und Philosophen, Historikerinnen und Religionswissenschaftler, Literaturwissenschaftlerinnen und Soziologien vermessen unsere Sehnsucht.
www.avenue.jetzt
Gerne möchten wir die L.I.S.A community einladen, die Beiträge einer offenen peer review zu unterziehen: Bis zum 12. September nehmen wir Kommentare und Kritiken entgegen. Danach gelangen die Beiträge in den Druck – mitsamt ausgewählten Kommentaren. Wir freuen uns über eine rege Diskussion.

Glaubensbekenntnisse: „Belief/Believe“

Ankündigung zum [sic!] Summer Institute Cologne 2017 von Christina Vollmert

Jedes Jahr im Sommer veranstaltet [sic!], das Summer Institute Cologne, eine Summer School auf Schloss Wahn in Köln-Porz. Die Seminare und Workshops verstehen sich als Plattform für interdisziplinäre Diskussionen zwischen internationalen Absolventinnen und Absolventen der Geschichts- und Kulturwissenschaften. [sic!] findet das nächste Mal vom 29. August bis 9. September 2017 zum Thema „[belief/believe]“ statt und wird gefördert mit Mitteln der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne.

Dantons Tod im Paternoster

Salon Sophie Charlotte 2017

Die Revoltution frisst ihre eigenen Kinder. So ereilte es bereits Danton, der anders als Robespierre gewaltlos eine Repulik schaffen wollte. Seine Gegnerschaft zu den ehemals Verbündeten bezahlte er mit dem Leben. Georg Büchner hat diese tragische Dialektik vieler Revolutionen in seinem Drama „Dantons Tod“ künstlerisch verarbeitet. Studierende der Universität der Künste haben Büchners Text als Steinbruch für eine besondere Performance unter der Regie von Simon Schlingplässer und Alfred Hartung verwendet. Im Paternoster der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften führen sie ihre Fassung auf.

Die Kunst als Utopie der Revolution

Salon Sophie Charlotte 2017

Richtige Revolutionen sind politisch – in Ursprung, Motiven, Durchführung und Zielen. Das Paradigma dafür ist bis heute die Französische Revolution von 1789. Das Bemühen in Deutschland um eine ähnliche revolutionäre Kraft und Ausstrahlung, war von wenig Erfolg getragen. Woran lag das? Waren die Deutschen für Revolutionen nicht gemacht? Das fragten sich bereits die zeitgenössischen Intellektuellen, wie Goethe, Schlegel oder Fichte. Revolutionärer Ruhm ließe sich dann aber vielleicht auf einem anderen Feld ernten, dort, wo die Deutschen etwas zu bieten hatten: in Philosophie, Dichtung und Kunst? Diesem Ansatz geht in seinem Vortrag der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Wilhelm Voßkamp nach: Können Philosophie, Dichtung und Kunst als ästhetische Revolution an die Stelle politischer treten und dabei ein gleichrangiges Paradigma bieten?

Der Geschichtstalk im Super7000

Worum geht es?

Der Geschichtstalk im Super7000 startet am 14. September 2017 als neues interaktives Gesprächsformat im Internet, wenn man so will: eine neuartige „Talkshow“. Namhafte Historiker_innen aus allen Epochen und das Internet diskutieren über drängende Themen der Public History. Wir greifen Themen aus aktuellen öffentlichen Debatten auf und klopfen sie auf ihre Bedeutung für das Geschichtsbild in der Gegenwart ab. Wer geht öffentlich mit Geschichte um und wie? Wer sind die tonangeben­den Meinungsmacher_innen des Geschichtsbewusst­seins? Wir senden live im Internet und laden alle Geschichtsin­teressierten zur Teilnahme an der Diskussion ein – live als Gesprächstpartner_in über Twitter, auf Facebook, aber auch langfristig auf unserem Weblog. Die Rück­kopplung mit unserem Publikum ist ein zentraler Bestandteil der Sendung. Wir wollen keine reinen Fachgespräche über wissenschaftliche Fragen in einer geschlossenen Expertenrunde führen. Wir diskutieren aus der Sicht professioneller Histori­ker_innen mit unterschiedlichen Schwerpunkten über Themen, die heute ein breites Publikum mit Geschichte in Berührung bringen.

Nepal – Zerbrechliches Erbe: Episode 4 – Gespräch mit Niels Gutschow über das Leben und die Arbeit eines Forschers Nepal

In unserem ausführlichen Interview erläutert Prof. Dr.-Ing. Niels Gutschow als der Leiter des wissenschaftlichen Projekts zum Wiederaufbau zerstörter Tempel in Nepal die Hintergründe seiner Arbeit. Welche Ziele verfolgt er dabei? Wie erklärt sich seine persönliche Verbundenheit mit dem Land Nepal, zu seinen Einwohner und der dazugehörigen Kultur? Auf welche Schwierigkeiten ist er bei der Umsetzung des Projekts gestoßen? Und vor allem haben wir von ihm wissen wollen, wie er Denkmalschutz und Kulturerhalt im Spannungsfeld von Restaurierung, Bewahrung und Neuschöpfung einschätzt? Wie verhalten sich westliche Vorstellungen von Denkmalpflege zu lokalen?

Die Frage nach der Umwelt im Anthropozän

a.r.t.e.s.-Promovierende organisieren interdisziplinäre Konferenz „environment | agency“

Das a.r.t.e.s. forum 2017 steht wieder vor der Tür: Die am 07. Juli stattfindende interdisziplinäre Konferenz beschäftigt sich in diesem Jahr mit „environment | agency“. Das a.r.t.e.s. forum ist die alljährliche Gelegenheit für Promovierende der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne und der Philosophischen Fakultät, in Eigenregie eine hochkarätig und international besetzte Konferenz zu planen und durchzuführen. Das Organisationsteam hat sich dabei mit „environment | agency“ für das spannende und hochaktuelle Thema des Zusammenspiels zwischen (menschlicher und nichtmenschlicher) Agentivität einerseits und der Umwelt andererseits entschieden. An zentraler Stelle steht dabei die Frage, was Umwelt in der häufig als Anthropozän, also einem maßgeblich durch menschliche Aktivität beeinflussten Erdzeitalter, bezeichneten Gegenwart überhaupt bedeutet. Dabei sollen nicht zuletzt die Bezüge zu sowohl unterschiedlichen theoretischen Kontexten, etwa Posthumanismus und objektorientierte Ontologie, als auch zu zeitgenössischen Ereignissen, beispielsweise der Finanzkrise und Umweltdesastern wie der Nuklearkatastrophe in Fukushima, beleuchtet werden.

John B. Judis: „The Populist Explosion“

Der US-amerikanische Publizist John B. Judis über die Hintergründe von Donald Trumps politischen Erfolg und populistische Bewegungen in den USA und in Europa

John B. Judis (Washington) ist ein US-amerikanischer Autor und Publizist, der sich in mit Geschichte und Gegenwart der US-amerikanischen Politik auseinandersetzt. In seinem viel beachteten, 2016 erschienenen Buch „The Populist Explosion. How the Great Recession Transformed American and European Politics“ beleuchtet er die Hintergründe des Wahlsiegs von Donald Trump und vergleicht das Phänomen des Populismus in den USA und in Europa. Wie sich populistische Bewegungen formiert haben und welche Bedeutung sie dies- und jenseits des Atlantiks künftig haben werden, war auch Gegenstand seines Vortrags zum Auftakt der vierten Jahrestagung der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien am 1. Juni 2017 in Regensburg, die dem Thema „The End of the Liberal Order? Central, East and Southeast European Populism in Comparative Perspective“ gewidmet war.

Nepal – Zerbrechliches Erbe: Episode 3 – Der Wiederaufbau des Harishankara Tempels

Der 1706 gestiftete Tempel des Harishankara auf dem Durbar Square in Patan ist infolge des Erdbebens von 2015 bis auf den Sockel eingestürzt. Bei der Begutachtung der Schäden wird das Ausmaß des Schadens deutlich: sogar die Fundamentschäden weisen Brüche und Risse auf, zahlreiches schmückendes Beiwerk in Form von Figuren und Ornamenten ist zerstört. Was übrig geblieben ist, wird akribisch dokumentiert und gelagert. Für das aber, was unwiederbringlich verloren ist, stellt sich für die Forscher, Architekten, Restauratoren und Handwerker nun die entscheidende Frage: Wie viel an modernen Eingriffen in die historische Bauweise ist erlaubt? Was darf wie wiederhergestellt werden? Dürfen beispielsweise zerstörte und für immer verlorene Holzfiguren neu geschnitzt werden und den Platz der alten Figur einnehmen? Westliche Vorstellungen und Konzepte zur Denkmalpflege prallen hier auf Traditionen der Einheimischen. 

Nepal – Zerbrechliches Erbe: Episode 3 – Der Wiederaufbau des Harishankara Tempels

Der 1706 gestiftete Tempel des Harishankara auf dem Durbar Square in Patan ist infolge des Erdbebens von 2015 bis auf den Sockel eingestürzt. Bei der Begutachtung der Schäden wird das Ausmaß des Schadens deutlich: sogar die Fundamentschäden weisen Brüche und Risse auf, zahlreiches schmückendes Beiwerk in Form von Figuren und Ornamenten ist zerstört. Was übrig geblieben ist, wird akribisch dokumentiert und gelagert. Für das aber, was unwiederbringlich verloren ist, stellt sich für die Forscher, Architekten, Restauratoren und Handwerker nun die entscheidende Frage: Wie viel an modernen Eingriffen in die historische Bauweise ist erlaubt? Was darf wie wiederhergestellt werden? Dürfen beispielsweise zerstörte und für immer verlorene Holzfiguren neu geschnitzt werden und den Platz der alten Figur einnehmen? Westliche Vorstellungen und Konzepte zur Denkmalpflege prallen hier auf Traditionen der Einheimischen. 

Monetary Games, Big Data and Mereological Magic Gambling, Speculation and Numerology in an Age of Uncertainty

Bericht zum Workshop von Christoph Lange & Dr. Mario Schmidt

Vor dem Hintergrund unserer Forschungsschwerpunkte und Einzelprojekte in der Nachwuchsforschungsgruppe „Transformations of Life“ im Research Lab der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne, die sich mit Praktiken des Umgangs und der ‚Bewältigung’ von Unsicherheit und Risiko beschäftigen, haben wir am 07. und 08. November 2016 führende internationale Wissenschaftlerinnen (1) zu einem Workshop an die Universität zu Köln eingeladen, um mit ihnen gemeinsam analytische und strukturelle Ähnlichkeiten zwischen divinatorischen Praktiken, Finanzspekulation und dem oftmals pathologisiertem Glücksspiel aufzudecken und zu diskutieren.

Über Revolution und Reformation in der Musik

Salon Sophie Charlotte 2017

Beim Thema Revolution und Reformation in der Musik schwingen zwei Deutungsebenen mit, auf denen sich jeweils aus unterschiedlicher Perspektive über das Thema diskutieren lässt: die Musik selbst, bei der Instrumente, Theorien und Arrangements revolutionäre und reformatorische Veränderungen haben, oder die Musik als Resonanzkörper für politische Revolutionen und gesellschaftliche Reformen. Der Sprach- und Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Ernst Osterkamp diskutiert beide Aspekte mit der Dramaturgin Nike Wagner und dem Musikritiker Gerhard R. Koch.

Nepal – Zerbrechliches Erbe: Episode 2 – Ritual bestimmt das Leben

Die nepalesische Gesellschaft ist vor allem eine Ritualgesellschaft. So beginnt für die Newars, die größte Ethnie im Kathmandutal, jeder Tag mit der Verehrung der Götter der Nachbarschaft und der Besänftigung von Geistern. Die Versorgung der Ahnen mit Nahrung und Wasser gehört dabei zu einem ihrer wichtigsten Rituale. Auch beim Wiederaufbaufbau der durch das Erdbeben im Kathmandutal zerstörten Tempel kommt Ritualen eine wesentliche Rolle zu. Unter anderem werden die Werkzeuge, die bei den Restaurierungsmaßnahmen zum Einsatz kommen sollen, mit dem Blut einer geopferten Ziege geweiht. Die Weihung der Werkzeuge und im Anschluss daran auch der Handwerker ist eingebunden in ein großes Volksfest.

Der Körper erinnert sich: Zum Leibgedächtnis bewaffneter Konflikte

Prof. Dr. Teresa Koloma Beck (München) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

Wie werden Kriege erinnert? Und welche politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen ergeben sich daraus? Im 20. Jahrhundert sind solche Fragen zum festen Repertoire der Politik in Nachkriegsgesellschaften geworden. Dabei werden Erinnern und Gedächtnis in der Regel als mentale oder kognitive Vorgänge verstanden, als Prozesse, die der Sphäre des Geistes angehören. Jedoch wirken Kriege nicht nur auf Bewusstsein. Sie wirken auch auf Körper. Denn das entscheidende Merkmal bewaffneter Konflikte ist die Präsenz physischer Gewalt, die auf Körper zielt und Körper trifft. So produzieren bewaffnete Konflikte nicht nur mentale Erinnerungen, sondern schreiben sich über wiederholte Gewalterfahrungen auch in das leibliche Gedächtnis ein. Der Vortrag diskutiert diese Dynamiken und deren politische und soziale Implikationen vor dem Hintergrund ethnographischer Studien in Angola, Mosambik und Afghanistan. Dabei greift er auf Theoriefiguren aus Phänomenologie und Pragmatismus zurück.

„Der Reformator Martin Luther 2017“

Band 92 der Schriftenreihe des Historischen Kollegs jetzt auch als Paperback

Pünktlich zum diesjährigen Reformationsjubiläum hat der Verlag De Gruyter/Oldenbourg den in der Reihe „Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien“ als Hardcover publizierten Band „Der Reformator Martin Luther 2017. Eine wissenschaftliche und gedenkpolitische Bestandsaufnahme“ in einer kostengünstigen Paperback-Ausgabe herausgebracht. 16 renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen darin ihre Forschungsergebnisse zum Reformator und zu dessen 500-jähriger Rezeptionsgeschichte vor. Das Werk geht auf eine Tagung zurück, die der bekannte Frühneuzeithistoriker und Luther-Biograf Heinz Schilling im Historischen Kolleg abgehalten hat.
Nach den Worten Schillings vollzieht der Band in doppelter Hinsicht eine radikale Historisierung: „Zum einen stellt er das Fremde des Reformationsjahrhunderts und die im Vergleich zu heute anderen Bedingungen des Denkens und Handelns Luthers und seiner Zeitgenossen heraus. Zum anderen versucht er, eine 500-jährige Rezeptionsgeschichte in archäologischen Schichten abzutragen, um zu Luther vorzustoßen, aber auch um die weltgeschichtlichen Auswirkungen zu verstehen.“ Damit, so der Herausgeber, trage das Buch dazu bei, die öffentliche Diskussion über die Reformation und deren Folgen auf eine geschichtswissenschaftliche Grundlage zu stellen.
„Der Reformator Martin Luther 2017. Eine wissenschaftliche und gedenkpolitische Bestandsaufnahme“ ist als Band 92 der Reihe „Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien“ im Verlag De Gruyter/Oldenbourg erschienen. Eine Übersicht über die gesamte Reihe sowie zahlreiche Bände als pdf-Datei zum kostenlosen Herunterladen und Durchsuchen finden sich auf der Homepage des Historischen Kollegs.
Heinz Schilling (Hg.): Der Reformator Martin Luther 2017. Eine wissenschaftliche und gedenkpolitische Bestandsaufnahme. Berlin/Boston 2017, XVII, 309 S., ISBN 978-3-11-055499-1, 19,95 €

„Der Reformator Martin Luther 2017“

Band 92 der Schriftenreihe des Historischen Kollegs jetzt auch als Paperback

Pünktlich zum diesjährigen Reformationsjubiläum hat der Verlag De Gruyter/Oldenbourg den in der Reihe „Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien“ als Hardcover publizierten Band „Der Reformator Martin Luther 2017. Eine wissenschaftliche und gedenkpolitische Bestandsaufnahme“ in einer kostengünstigen Paperback-Ausgabe herausgebracht. 16 renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen darin ihre Forschungsergebnisse zum Reformator und zu dessen 500-jähriger Rezeptionsgeschichte vor. Das Werk geht auf eine Tagung zurück, die der bekannte Frühneuzeithistoriker und Luther-Biograf Heinz Schilling im Historischen Kolleg abgehalten hat.
Nach den Worten Schillings vollzieht der Band in doppelter Hinsicht eine radikale Historisierung: „Zum einen stellt er das Fremde des Reformationsjahrhunderts und die im Vergleich zu heute anderen Bedingungen des Denkens und Handelns Luthers und seiner Zeitgenossen heraus. Zum anderen versucht er, eine 500-jährige Rezeptionsgeschichte in archäologischen Schichten abzutragen, um zu Luther vorzustoßen, aber auch um die weltgeschichtlichen Auswirkungen zu verstehen.“ Damit, so der Herausgeber, trage das Buch dazu bei, die öffentliche Diskussion über die Reformation und deren Folgen auf eine geschichtswissenschaftliche Grundlage zu stellen.
„Der Reformator Martin Luther 2017. Eine wissenschaftliche und gedenkpolitische Bestandsaufnahme“ ist als Band 92 der Reihe „Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien“ im Verlag De Gruyter/Oldenbourg erschienen. Eine Übersicht über die gesamte Reihe sowie zahlreiche Bände als pdf-Datei zum kostenlosen Herunterladen und Durchsuchen finden sich auf der Homepage des Historischen Kollegs.
Heinz Schilling (Hg.): Der Reformator Martin Luther 2017. Eine wissenschaftliche und gedenkpolitische Bestandsaufnahme. Berlin/Boston 2017, XVII, 309 S., ISBN 978-3-11-055499-1, 19,95 €

Zwischen Geschichtlichkeit und Schöpfungsmacht: Die Cologne Summer School of Interdisciplinary Anthropology

The Phenomenality of Material Things: Praxis – Genesis – Cognition

Der zweite Teil der dreijährigen Cologne Summer School of Interdisciplinary Anthropology The Phenomenality of Material Things: Praxis – Genesis – Cognition fokussierte im September 2016 die genetische Perspektive auf die Materialität von Dingen und ihre Wechselwirkung auf Kultur, Geschichte und Denken. Organisiert wurde sie vom Research Lab der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne in Kooperation mit dem Internationalen Kolleg Morphomata und dem Collaborative Research Centre 806 „Our Way to Europe“.

„Das Ende der liberalen Ordnung? Zentral-, Ost- und Südosteuropäischer Populismus im Vergleich“

Podiumsdiskussion am 2. Juni 2017 anlässlich der vierten Jahrestagung der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien „The End of the Liberal Order. Central, East and Southeast European Populism in Comparative Perspective“

Marie-Janine Calic, Professorin für Ost- und Südosteuropäische Geschichte, diskutiert mit Andreas Ernst (Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung ), Gregor Mayer (Korrespondent von Profil, Standard und dpa) und Boris Schumatsky (Schriftsteller und Publizist) über Populismen unter anderem in Ungarn, Serbien und Russland.

Nepal – Zerbrechliches Erbe: Episode 1 – Das Erdbeben von 2015

Das Nepal-Erdbeben im April 2015 kam nicht überraschend. Entsprechend wurden Vorsorgungen getroffen, aber die Präventionsmaßnahmen reichten am Ende nicht aus. Was überraschte, war die verheerende Intensität der Erdstöße, so dass es zu einer Katastrophe mit vielen Opfern und gewaltigen Zerstörungen kam. Betroffen von den Zerstörungen waren nicht zuletzt die bedeutenen Tempel des Landes. Mit Unterstützung der Gerda Henkel Stiftung werden einige der historischen Heiligtümer nun wieder aufgebaut und restauriert, darunter beispielsweise der Harishankara-Tempel in Patan. Die Rekonstruktionsarbeiten finden in einem Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne statt. Was gilt es zu erhalten und was muss mit neuen Methoden dauerhaft gesichert werden? Die einheimischen Architekten sehen westliche Kulturerhaltskonzepte kritisch und berufen sich auf ihre Bautraditionen.

Jahresbericht 2015/2016 des Historischen Kollegs erschienen

Der Bericht über das 36. Kollegjahr ist erschienen. Auf 24 Seiten lässt das Historische Kolleg die Ereignisse des Jahres 2015/2016 Revue passieren. Neben Informationen zu den Fellows und zu dem im November 2016 an Karl Schlögel verliehenen Preis des Historischen Kollegs gibt die Publikation Auskunft über Tätigkeiten, Veranstaltungen, Berufungen, Auszeichnungen, Publikationen, Finanzierung, personelle Veränderungen und Kooperationen der Einrichtung. Zudem gewährt Dr. Korinna Schönhärl, Förderstipendiatin im Kollegjahr 2016/2017, in einem Interview Einblicke in ihr Forschungsprojekt („Finanziers in Sehnsuchtsräumen. Europäische Banken und Griechenland im 19. Jahrhundert“), berichtet von ihren persönlichen Erlebnissen am Historischen Kolleg und erläutert, was sich in der Wissenschaft in Zukunft tun muss, damit mehr junge Eltern eine akademische Karriere anstreben. Der reich bebilderte Jahresbericht ist – wie alle Berichte seit 2002 – auf der Homepage des Historischen Kollegs zum kostenlosen Download abrufbar.

Visual Iconicity in the Light of Media Modalities

Lars Elleström (Komparatistik, Linnaeus University) zum a.r.t.e.s. forum 2016

Das a.r.t.e.s. forum ist die interdisziplinäre Jahrestagung der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland einlädt, aus ihrer jeweiligen disziplinären Perspektive zum Tagungsthema Bezug zu nehmen. Das a.r.t.e.s. forum 2016 versammelte Beiträge zum Thema „text – language – media“. Im Folgenden ist der Bericht von Prof. Dr. Lars Elleström zu seinem Vortrag beim a.r.t.e.s. forum am 15. Juli 2016 zu finden.

Wankende Weltbilder? Revolutionen in den Wissenschaften

Salon Sophie Charlotte 2017

Unblutig und unpolitisch, aber genauso umwälzend – so könnte man Revolutionen in den Wissenschaften kurz und knapp beschreiben, insbesondere in den Naturwissenschaften. Die Kopernikanische Wende gehört ebenso dazu wie die Entdeckung der Quantenphysik oder die gegenwärtig alles umfassende Digitalisierung. Welche naturwissenschaftlchen Neuerungen lassen sich noch als wissenschaftliche Revolutionen bezeichnen? Woran erkennt man sie und welche Bedingungen müssen vorherrschen, damit sie möglich werden? Über diese und weitere Fragen diskutieren der Mathematiker Prof. Dr. Jochen Brüning, die Medizinerin Prof. Dr. Annette Grüters-Kieslich, der Chemiker Prof. Dr. Helmut Schwarz und der Astrophysiker Prof. Dr. Matthias Steinmetz. Moderiert wird das Gespräch vom Journalisten Manuel J.Hartung.

Piraterie – Von der Antike bis zur Gegenwart

Symposium „Über das Meer“ | Abschließende Podiumsdiskussion

Der Gedanke an Piraten ist mir viel Romantik und einer gewissen Abenteuersehnsucht verbunden. Die Namen, die einem dabei einfallen, sind schillernd: Blackbeard, Cäpt’n Kidd, Rackham, Drake, Morgan oder Störtebecker. Literatur und Film haben das Seeräuberwesen sogar zu einem eigenen Genre ausgebaut und damit zu seiner Popularisierung erheblich beigetragen. Diese Vorstellung von Piraten und Piraterie repräsentiert jedoch nur einen sehr kurzen Abschnitt ihrer langen Geschichte. Denn seitdem Menschen mit Schiffen übers Meer fahren, gibt es auch Piraten – bis heute. Diese historische und aktuelle Dimension ist Thema der vorliegenden Podiumsdiskussion. Es diskutieren Prof. Dr. Thomas Jäger, Prof. Dr. Michael North, Prof. Dr. Marian Paschke sowie Dr. Patricia Schneider.

16 Shots. Politische Gewalt gegen African Americans – eine Geschichte der Gegenwart

Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Martschukat (Erlangen) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

16 Schüsse hat der Polizist Jason D. van Dyke am 20. Oktober 2014 in Chicago auf den 17‐jährigen Afroamerikaner Laquan McDonald abgegeben. Der Polizeibericht besagt, McDonald habe die Polizisten mit einem Messer bedroht, so dass diese um ihr Leben gefürchtet hätten. Das Video einer Dashcam aus einem der Polizeiautos, das über ein Jahr später freigegeben wurde, zeigt ein anderes Bild. Der Vortrag wird von dem Fall McDonald ausgehen, um die jüngsten Fälle der Polizeigewalt gegen junge, afroamerikanische Männer aus der US‐amerikanischen Geschichte heraus zu verstehen. Dabei wird der Vortrag (erstens) das Politische dieser Gewalttaten ausloten und (zweitens) die Bedeutung ihrer Sichtbarmachung eruieren. In der jüngsten Zeitgeschichte sind es immer wieder Filme aus Handys, Überwachungskameras oder eben Dashcams gewesen, die dazu beigetragen haben, auf Polizeigewalt aufmerksam zu machen und diese – wie im Fall McDonald – auch vor Gericht zu bringen.

Science Sips zum Thema Fischereipolitik im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane

Schon einmal Naturschutz-Auster probiert oder beim Algencocktail über nachhaltigen Fischfang diskutiert?

Die letzte Science Sips Veranstaltung der Reihe „Ein Geschmack der Zukunft der Meere“ im Museum für Naturkunde findet am 19. Juli mit Kurzvorträgen und interaktiver Diskussion zum Thema Fischereipolitik statt.
Bei der Veranstaltungsreihe „Ein Geschmack der Zukunft der Meere“ gefördert vom BMBF im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2016*17 Meere und Ozeane gehen wir den Herausforderungen und Möglichkeiten der nachhaltigen Nutzung von Meeren und Ozeanen auf den Grund. Ziel des Projektes ist, durch dialogfördernde, sinnesorientierte und erlebnisreiche Veranstaltungen Fortschritte und Herausforderungen aus der nachhaltigen Meeresforschung einem breiten und interessierten Publikum zu vermitteln.
Fisch ist eins der bedeutendsten Nahrungsmittel weltweit und Berichte von Wissenschaftler_innen und NGOs warnen vor den gravierenden Folgen der Überfischung. Die deutsche und europäische Fischereipolitik soll den nachhaltigen Fischfang garantieren und die Ressourcen der Meere schützen – aber erreicht die aktuelle Fischereipolitik diese Ziele? Welche Auswirkung hat die Fischereipolitik darauf, was auf unseren Tellern landet? Wie kann man als Bürger_in und als Konsument_in einen Einfluss auf die Fischereipolitik und den Meeresschutz haben? Diese und noch mehr Fragen wollen wir bei diesem Science Sips im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Ein Geschmack der Zukunft der Meere“ des Wissenschaftsjahres 2016*17 Meere und Ozeane zusammen mit Expert_innen diskutieren.
Die Impulsvorträge werden unter anderem gehalten von:

Alexander Kempf — Arbeitsbereichsleiter Lebende Meeresressourcen am Thünen Institut für Seefischerei
Sebastian Wegner — Policy Coordinator der Fisheries Transparency Initiative der Humboldt-Viadrina Governance Platform
Vivien Kudelka — Fisheries and Stakeholder Engagement Manager am Marine Stewardship Council

 Moderation: Stephanie Wunder, Senior Fellow und Koordinatorin des Bereiches Food Systems beim Ecologic Institut
 Die kulinarischen Partner Küstlichkeiten und Bone.Berlin servieren dabei Streetfood-Leckerbissen aus nachhaltigen Meeresprodukten.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Ecologic Institut gefördert vom BMBF im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2016*17 – „Meere und Ozeane“.
Eintritt: 5,-€, der Eintritt beinhaltet ein Streetfood-Häppchen
19. Juli 2017, Einlass 19.00 Uhr, Beginn 19.30 Uhr
Anmeldung erbeten unter: besucherservice@mfn-berlin.de oder 030 2093 8550

Lieder der Hoffnung und des Widerstands gesungen von Hanna Schygulla

Salon Sophie Charlotte 2017

Hanna Schygullas Auftritt kommt einem Streifzug durch die Geschichte des revolutionären Liedguts gleich. Angefangen mit der Hymne der Pariser Kommune von 1871 – Le Temps des Cerises – geht es weiter zu den antifaschistischen Widerstandliedern Bella Ciao und ¡Ay Carmela!, bis zu Bertolt Brechts und Hanns Eislers Wiegenlied und Ein Pferd klagt an. Im zweiten Teil führt Hanna Schygulla das Publikum zurück in die Zeit der Achtundsechziger: I can’t get no satisfaction (The Rolling stones), Blowing in the wind (Bob Dylan), Imagine (John Lennon), Here comes the sun (The Beatles), Born to be wild (Steppenwolf) und Me and Bobby McGee (Janis Joplin). Begleitet am Flügel wird Hanna Schygulla von Stephan Kanyar.

Der Mönch und das Rhinozeros. 1517 – ein Jahr der Weltrevolution?

Salon Sophie Charlotte 2017

Das Jahr 1517 ist das Luther-Jahr schlechthin, so die Rezeption im westlichen Europa und vor allem in Deutschland nicht erst im Jubiläumsjahr. Luther habe mit seinem revolutionären Thesenanschlag zu Wittenberg die Welt verändert, lautet dabei die gängige Erzählung. Der Neuzeithistoriker Prof. Dr. Heinz Schilling bestreitet die Bedeutung Martin Luthers für die Weltgeschichte nicht, kritisiert aber diese Fokussierung auf den Reformator als euro- bzw. germanozentrische Nabelschau. Sein Ansatz ist ein globalgeschichtlicher. Das Jahr 1517 sei vielmehr in eine Epochenschwelle mit einer Reihe von weltbedeutenden Ereignissen eingebettet. Stellvertretend für das Neue und Exotische jener Zeit steht im Vortrag von Heinz Schilling das Rhinozeros von Lissabon, das 1515 von Indien nach Portugal verschifft worden war und von Albrecht Dürer in seinem berühmten Holzschnitt festgehalten wurde. Weitere weltgeschichtliche Entwicklungen folgen. Es begrüßen zu Beginn die Ethnologin Prof. Dr. Carola Lentz sowie die Zivilrechtlerin Prof. Dr. Christine Windbichler.

„Vergessen ist einfacher als Erinnern!“

Workshop beleuchtet das schwierige Unterfangen, musikalisches Wissen zu speichern

Wie und wo wird musikalisches Wissen gespeichert? Wie kann es aktualisiert, wie abgerufen werden? Und gibt es einen methodischen Unterschied, je nachdem, ob man aus der Praxis oder aus der Wissenschaft auf dieses Wissen zugreift? Die Betrachtung dieser Fragen war Ziel des Workshops „Speicher musikalischen Wissens. Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis“, der am 8./9. Mai 2017 bei der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne stattgefunden hat. Organisiert von Marie Louise Herzfeld-Schild und Evelyn Buyken (beide Universität zu Köln) waren Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Praxis eingeladen, die Sicht ihrer jeweiligen Disziplinen und Tätigkeitsfelder dazulegen. Ausgehend von den Theorien Jan und Aleida Assmanns, nach denen Wissen und Erinnerung funktional bestimmt und gesellschaftlich bedingt sind, wurde Musik zu Beginn des Workshops als Kunstform definiert, die in einer Vielzahl von habituellen, sozialen und kulturellen Rahmen und Diskursen steht und sich daher besonders stark in spezifischen Praktiken manifestiert. Zusammen mit dem Konzept dreier Dimensionen von Gedächtnis nach Astrid Erll – 1. die materielle Dimension, 2. die soziale Dimension und 3. die mentale Dimension – begleiteten diese Definition und das Wissen um ihre Diskurse die Vorträge des Workshops während der gesamten zwei Tage. Das aus Sicht der Praxis ‚künstliche Auseinanderziehen‘ der Speicherformen des Wissens wurde vor allem deswegen als notwendig erachtet, um die verschiedenen Aspekte erkennbar und benennbar zu machen.

SCHERBEN_VON_PRORA – PROJEKTTRÄGER GESUCHT<br />

Europäisches Kulturerbejahr 2018
SHARING HERITAGE des Deutschen Nationalkomittees für Denkmalschutz/BKM

Für das Projekt „Scherben von Prora“ hatte ich 2016 ein Projektstipendium des Kulturministeriums Rheinland-Pfalz erhalten, das Projekt wurde jetzt für die Initiative SHARING HERITAGE des Deutschen Nationalkomittees für Denkmalschutz/BKM ausgewählt.
Um bei SHARING HERITAGE teilzunehmen wird ein Träger für das angemeldete Projekt „Scherben von Prora“ gesucht. Haben Sie einen Tipp? oder eine Idee z.B. welche Institution o.ä. diese Trägerschaft übernehmen würde? Arbeiten aus dem Projekt sind zurzeit im Arp Museum Bahnhof Rolandseck in der Ausstellung „ Was sich abzeichnet“ zu sehen. Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link: http://www.kuenstlerhaus-balmoral.de/stipendiaten/2016.html.
Gerne bin ich bereit, Ihnen das Projekt vorzustellen.
Markus Georg Reintgen Fritz-Kohl-Str. 15 55122 Mainz Fon: 01603873024 http://www.sharingheritage.de/

Tagung | Historische Gärten im Spannungsfeld zwischen Klimaanpassung und konservatorischem Auftrag

Berlin | Akademiegebäude am Gendarmenmarkt

Historische Gärten, Parks und Kulturlandschaften sind ein bedeutender Teil unseres kulturellen Erbes, den es zu bewahren gilt. Sie sind jedoch den sich verändernden Umweltbedingungen in besonderem Maße ausgesetzt. Die ­Interdisziplinäre Arbeitsgruppe (IAG)­„Historische Gärten im Klimawandel“ sucht nach Lösungsvorschlägen, um den Herausforderungen künftig ­begegnen zu können, die der klimatische Wandel für ­historische Gärten bedeutet. Aspekte wie Wetterbedingungen, Bodenverhältnisse, Wasserhaushalt, Biodiversität (Flora und Fauna) werden im Kontext von Kunstgeschichte, Denkmalpflege und soziologischen Fragestellungen (Nutzungsdruck) diskutiert. Nachdem sich die IAG bisher auf Gärten der Region Berlin-Brandenburg konzentriert hat, erweitern die Vorträge des Workshops den Blick auf Erfahrungen mit dem Erhalt historischer Parks und Gärten unter den Bedingungen des Klimawandels in England und Italien. Einbezogen wird auch die historische Perspektive, und zwar im Hinblick auf klimatische Extreme im 17. und 18. Jahrhundert.
Um Anmeldung wird bis zum 04. Juli gebeten unter https://www2.bbaw.de/anmeldung-gaerten

Auf dem Weg zu einer interdisziplinären Anthropologie

Die a.r.t.e.s.-Ringvorlesung „Was ist Anthropologie?“ im Sommersemester 2017

Die „II“ im Titel macht es deutlich: Die Frage der ersten a.r.t.e.s.-Ringvorlesung von 2014 „nach dem Menschen und seiner Praxis in den Wissenschaften“ hat sich nach intensiver Forschungsarbeit in den letzten Jahre zur Selbstreflexion der anthropologischen Disziplinen verschoben. a.r.t.e.s.-Juniorprofessor Thiemo Breyer hat gemeinsam mit David Sittler aus dem Research Lab der a.r.t.e.s. Graduate School für das Sommersemester 2017 die Ringvorlesung „Was ist Anthropologie? (II) Die Frage nach dem Menschen und seinem Selbstverständnis in den Wissenschaften“ entwickelt. In ihr kommen sowohl externe Expertinnen und Experten wie auch Angehörige der Universität zu Köln und Mitglieder des a.r.t.e.s. Research Labs zu Wort. Sie alle betreiben in ihren jeweiligen Disziplinen verschiedene Formen der Anthropologie: philosophische, kulturelle, soziale, pädagogische oder historische.

Der Umsturz von 1989/90: eine Revolution?

Salon Sophie Charlotte 2017

Der britische Historiker Timothy Garton Ash bezeichnete die Ereignisse in Deutschland der Jahre 1989/90 einige Zeit später nicht als Revolution sondern als Refolution. Das Kunstwort drückte in seinem Verständnis genau das aus, was sich in der Wendezeit ereignet hatte: eine eigenwillige Mischung aus Revolution, Evolution und Reform. Wie blickt man heute auf das damalige Geschehen, bei dem eine Weltordnung zusammenbrach, vieles aber erhalten blieb und sich einiges neu fügte? Wie erklärt man 1989/90 aus der gegenwärtigen Perspektive? Auf diese Fragen versuchen unter den Augen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die aus der ersten Reihe das Gespräch verfolgt, vier ehemalige DDR-Bürger sowie ein Bundesbürger Antworten zu finden: Marianne Birthler, Prof. Dr. Dagmar Schipanski, Prof. Dr. Joachim Sauer und Prof. Dr. Richard Schröder sowie Prof. Dr. Jürgen Kocka. Moderiert wird das Gespräch von Wlodzimierz Borodziej.

Globale Trends zu Flucht und Flüchtlingsschutz. Fragen zu Verantwortung, Lösungen und Lebensbedingungen von Flüchtlingen

Ein Beitrag in Ko-Autorinnennschaft von Ulrike Krause und Janna Wessels

Anlässlich des Weltflüchtlingstags, der seit 2001 jährlich am 20. Juni stattfindet, reflektieren wir in diesem Beitrag die internationalen Entwicklungen von Flucht und Flüchtlingsschutz und diskutieren drei zentrale Herausforderungen. Dabei gehen wir auf den kürzlich veröffentlichten Bericht über globale Trends 2016 des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) ein.

Livestream: “From Lucy to you: Reclaiming African History” | 20. Juni

Podiumsdiskussion der Deutschen Welle und der Gerda Henkel Stiftung zum Auftakt des Projekts „African Roots“

Als die Kolonialmächte Afrika eroberten, schrieben ihre Chronisten eine Geschichte Afrikas aus dem Blickwinkel der Europäer; die Folgen sind bis heute spürbar. Wie sollte die Geschichte Afrikas stattdessen erzählt werden? Welchen Beitrag können Historiker in Afrika leisten? Wie lässt sich dort Geschichtsvermittlung neu gestalten? Unter dem Titel “From Lucy to you: Reclaiming African History” sprechen Prof. Dr. Edward Kirumira (Makerere University, Uganda), Ndina Kioko (Filmemacherin und Autorin, Kenia) und Enoh Meyomesse (Autor, Historiker und politischer Aktivist, Kamerun) im Rahmen des Global Media Forum 2017 in Bonn über Geschichte und Identität. Die Konferenz, zu der insgesamt mehr als 2.000 Teilnehmer erwartet werden, folgt dem übergreifenden Thema „Identity and Diversity“. Die Podiumsdiskussion ist offizieller Auftakt des Projekts „African Roots“ der Afrika-Programme der Deutschen Welle, gefördert von der Gerda Henkel Stiftung. Es begrüßt Claus Stäcker, Leiter der Hauptabteilung Afrika der Deutschen Welle. Die Moderation hat Wanjiku Mwaura, ebenfalls Deutsche Welle.

Livestream: “From Lucy to you: Reclaiming African History” | 20. Juni, 9.30 Uhr

Podiumsdiskussion der Deutschen Welle und der Gerda Henkel Stiftung zum Auftakt des Projekts „African Roots“

Als die Kolonialmächte Afrika eroberten, schrieben ihre Chronisten eine Geschichte Afrikas aus dem Blickwinkel der Europäer; die Folgen sind bis heute spürbar. Wie sollte die Geschichte Afrikas stattdessen erzählt werden? Welchen Beitrag können Historiker in Afrika leisten? Wie lässt sich dort Geschichtsvermittlung neu gestalten? Unter dem Titel “From Lucy to you: Reclaiming African History” sprechen Prof. Dr. Edward Kirumira (Makerere University, Uganda), Ndina Kioko (Filmemacherin und Autorin, Kenia) und Enoh Meyomesse (Autor, Historiker und politischer Aktivist, Kamerun) im Rahmen des Global Media Forum 2017 in Bonn über Geschichte und Identität. Die Konferenz, zu der insgesamt mehr als 2.000 Teilnehmer erwartet werden, folgt dem übergreifenden Thema „Identity and Diversity“. Die Podiumsdiskussion ist offizieller Auftakt des Projekts „African Roots“ der Afrika-Programme der Deutschen Welle, gefördert von der Gerda Henkel Stiftung. Es begrüßt Claus Stäcker, Leiter der Hauptabteilung Afrika der Deutschen Welle. Die Moderation hat Wanjiku Mwaura, ebenfalls Deutsche Welle.