Planet History

Tag Archive for Gegenwarts- und zukunftsbezogene Projekte

Philosophische Forschergruppe zur „Induktiven Metaphysik”

a.r.t.e.s.-Klassenmentor Andreas Hüttemann berichtet über die neue DFG-Forschergruppe

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat 2016 sieben neue Forschergruppen an verschiedenen Hochschulen eingerichtet, unter diesen ist auch die in der Philosophie angesiedelte Forschergruppe 2495 „Induktive Metaphysik“ um Prof. Dr. Andreas Hüttemann. Als Lehrstuhlinhaber für theoretische Philosophie der Neuzeit und Gegenwart am Philosophischen Seminar der Universität zu Köln forscht er schwerpunktmäßig in den Bereichen Wissenschaftstheorie, Metaphysik und Frühe Neuzeit. Zusammen mit Prof. Dr. Saskia Wendel ist Andreas Hüttemann außerdem Mentor der Graduiertenklasse 6 „Life-Science: Natur – Kultur – Agency“ der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne.
Durch die Einrichtung von Forschergruppen ermöglicht die DFG den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sich aktuellen und drängenden Fragen des Fachgebiets zu widmen und innovative Arbeitsrichtungen zu etablieren. Die maximale Förderdauer von Forschergruppen beträgt zweimal drei Jahre. In der ersten Förderperiode erhalten die sieben neuen Gruppen insgesamt rund 17 Millionen Euro. Was die Inhalte und Ziele der Forschergruppe „Induktive Metaphysik“ sind, berichtet uns Andreas Hüttemann im Interview.

Bildung als Schlüssel zu einer besseren Welt?

Interview mit Reiner Klingholz und Wolfgang Lutz zur Bedeutung von Bildung für die Zukunft

Klimawandel, Ressourcenknappheit, Radikalisierung: Die meisten hausgemachten Probleme der heutigen Gesellschaft lassen sich auf mangelnde Bildung zurückführen. Die Antwort auf Fragen der Bildung müssen internationale Anstrengungen für die Bildung breiter Bevölkerungsschichten sein, sagen die Demographieforscher Prof. Reiner Klingholz und Prof. Wolfgang Lutz. Denn auch die Folgen mangelnder Bildung seien weltweit zu spüren und machten vor Grenzen nicht Halt. Sie zeigen in ihrem Band „Wer überlebt? Bildung entscheidet über die Zukunft der Menschheit“ exemplarisch die Ursachen, Wirkungen und Risiken niedriger Bildung auf und entwickeln mögliche Szenarien, nach denen sich das Bildungsniveau der Weltbevölkerung und mit ihm die Krisen der Moderne entwickeln könnten.

Berliner Digital-Humanities-Preis 2017

Berlin | Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, 17:30 Uhr

Der Interdisziplinäre Forschungsverbund Digital Humanities in Berlin (if|DH|b) stellt ein Forum zur Bündelung und Stärkung der Berliner Forschungsinfrastruktur im Bereich Digital Humanities (DH) dar. ­Verschiedene öffentliche Einrichtungen wie Universitäten, Institute, Archive oder Bibliotheken suchen über den if|DH|b den gemeinsamen wissenschaftlichen Austausch mit dem Ziel, Leistungen und Kompetenzen auf dem Gebiet der Digital Humanities am Standort Berlin sichtbar zu machen sowie ein Konzept für die nachhaltige Verankerung der Digital Humanities in Forschung und Lehre als Teil der exzellenten geisteswissenschaftlichen Landschaft Berlins zu erarbeiten.
Der Berliner DH-Preis des if|DH|b wird seit 2015 einmal jährlich für herausragende Berliner Projekte auf dem Gebiet der Digital Humanities verliehen. Die Preisträgerinnen bzw. Preisträger werden von einer unabhängigen Jury aus Verbundpartnerinnen und -partnern des if|DH|b ausgewählt. Der Berliner DH-Preis 2017 wird im Rahmen einer öffentlichen Festveranstaltung am 13. Juni 2017 im Einstein-Saal der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) verliehen.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich bis zum 07. Juni.

Weltordnung im 21. Jahrhundert

Vortrag von Prof. Dr. Stefan A. Schirm (Bochum) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

Neue Herausforderungen prägen die Weltpolitik im 21. Jahrhundert. Der politische und wirtschaftliche Aufstieg der Schwellenländer stellt etablierte Ordnungsmuster in Frage, die globale Finanzkrise zeigt die Gefahren fehlender Regulierung der Finanzmärkte auf, Migrationsströme fordern westliche Gesellschaften wirtschaftlich und kulturell, neue Spannungen zwischen Russland und den USA erinnern an den Ost‐West‐Konflikt aus dem letzten Jahrhundert. Wie reagieren internationale Organisationen auf diese Herausforderungen? Welche Rolle kann Global Governance durch UNO, IWF und G20 spielen? Ist die Europäische Union durch Eurokrise, Migrationsströme und Brexit als Ordnungsmodell nachhaltig geschwächt? Führt der Aufstieg Chinas zu neuen Rivalitäten mit den USA? Können die neuen Kriege und islamistischer Terror bewältigt werden? Welche neuen weltpolitischen Ordnungsmodelle entsprechen den neuen Herausforderungen?

Die Intelligenz der Bienen. Wie sie denken, planen, fühlen und was wir daraus lernen können | 23. Mai 2017, 18 Uhr

Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal,
Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin

Bienen gehören zu den wichtigsten Nutztieren. Ohne ihre Bestäubung stünde es schlecht um die Welternährung. Und sie können noch mehr, nämlich planen, zählen und träumen – obwohl ihr Gehirn kaum größer ist als ein Sandkorn. Wie machen sie das nur? Dazu forscht der Neurobiologe Randolf Menzel seit Jahrzehnten. Zusammen mit Matthias Eckoldt hat er sein gesammeltes Bienenwissen aufgeschrieben. 

Die Intelligenz der Bienen. Wie sie denken, planen, fühlen und was wir daraus lernen können

Berlin | Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, 18:00 Uhr

Bienen gehören zu den wichtigsten Nutztieren. Ohne ihre Bestäubung stünde es schlecht um die Welternährung. Und sie können noch mehr, nämlich planen, zählen und träumen – obwohl ihr Gehirn kaum größer ist als ein Sandkorn. Wie machen sie das nur? Dazu forscht der Neurobiologe Randolf Menzel seit Jahrzehnten. Zusammen mit Matthias Eckoldt hat er sein gesammeltes Bienenwissen aufgeschrieben. 

„… ein Tür- und Augenöffner!“

Forschungsorientiert studieren im a.r.t.e.s. Research Master

Mit dem a.r.t.e.s. Research Master hält die a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne ein besonderes Zusatzangebot für forschungsinteressierte Masterstudierende der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln bereit. Das reguläre Lehrangebot wird dabei ergänzt durch das a.r.t.e.s.-Modul, das sich aus Veranstaltungen der Juniorprofessoren und Postdocs des a.r.t.e.s. Research Lab und einem intensiven Beratungsangebot zusammensetzt. Dies ermöglicht den Studierenden schon während ihrer Masterphase einen unmittelbaren Forschungsbezug und einen Einblick in innovative und interdisziplinäre Forschungsdesigns in den Geisteswissenschaften. Das Research Master-Programm fördert die Entwicklung eigener Forschungsprojekte in einem multidisziplinären Kontext und stärkt potentiell anschließende Promotionsvorhaben. Dafür stellt a.r.t.e.s. auch Mittel für Forschungs- und Archivreisen sowie erste Konferenzteilnahmen zur Verfügung.
Seit dem Wintersemester 2016/17 studiert bereits der dritte Jahrgang im a.r.t.e.s. Research Master. Thorsten Leyens (Musikwissenschaften) und Alina Wehrmeister (Germanistik/Skandinavistik) haben ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen im vergangenen Jahr als offizielle Sprecherin und Sprecher des Programms vertreten. Ein Gespräch über Horizonte, Grenzen und den Wert der Interdisziplinarität.

Wissenschaft erleben! Von der Antike bis heute // 11 -18 Uhr

Bayerische Akademie der Wissenschaften, München

Am Samstag, den 20. Mai öffnet die Bayerische Akademie der Wissenschaften ihre Türen. Nutzen Sie diese Gelegenheit zu einem Besuch. Es erwarten Sie unter anderem ein umfangreiches Vortragsprogramm, in dem die größte der deutschen Länderakademien Einblicke in ihre Forschungsschwerpunkte gibt, sowie Podiumsdiskussionen, in denen prominente Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Rolle der Wissenschaft in unserer heutigen Gesellschaft debattieren.
Darüber hinaus stellen wir in der Projektstraße das breite Spektrum unserer Vorhaben vor, wobei die Bandbreite von der Archäologie bis zur experimentellen Hochdruckforschung reicht. Sie können aber auch den Digitalen Salon besuchen oder beim Speed-Dating mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unseres Hauses ins Gespräch kommen. Schließlich bietet sich die Gelegenheit, bei Führungen Teile der Münchner Residenz zu erkunden, die sonst nicht öffentlich zugänglich sind. Auch für Kinder und Jugendliche gibt es ein abwechslungsreiches Programm – vom Basteln antiker Theatermasken bis zum Bau kleiner Vulkane.
Zum Programm: Wissenschaft-erleben.de

„Die Kunst auf den Barrikaden!“ Ikonische Dynamik von der Reformation bis zur Revolution

Salon Sophie Charlotte 2017

Mit entblößtem Busen und der Trikolore in der Hand führt die Freiheit in Gestalt einer Frau das sich erhebende Volk an. Eugène Delacroix‘ Gemälde, das kurz nach der Julirevolution von 1830 entstanden ist, zählt zu den berühmtesten Ikonen, die Revolution, Rebellion und Aufstand bildlich thematisieren. Bis heute rekurrieren Protestformen auf dieses Bild der Frau mit nackter Brust, beispielsweise in der sogenannten Femen-Bewegung, bei der Aktivistinnen oben ohne demonstrieren. Die Kunsthistoriker Prof. Dr. Andreas Beyer von der Universität Basel und Prof. Dr. Michael Diers von der Humboldt-Universität Berlin diskutieren in ihrem Gespräch dieses und andere Bilder aus der Kunstgeschichte seit der Reformation, die Revolutionen und andere politische Umbrüche begleitet und vielleicht sogar ausgelöst haben.

„Phänomenologie als spezifische Einstellung zur Welt“

Interview mit a.r.t.e.s.-Juniorprofessor Thiemo Breyer zur Relevanz des Forschungsansatzes

Die beiden Postdoc-Nachwuchsforschungsgruppen des Research Labs der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne beschäftigen sich mit den thematischen Schwerpunkten „Transformation of Knowledge“ und „Transformation of Life“. Entsprechend dem interdisziplinären Ansatz der Graduiertenschule werden diese Transformationsprozesse mit einer Reihe von unterschiedlichen theoretischen Ansätzen und Zugängen untersucht, zu denen auch die Phänomenologie zählt. Im Gespräch mit a.r.t.e.s.-Juniorprofessor Thiemo Breyer stellen wir euch diesen Forschungsansatz sowie seine Relevanz für die Arbeit im Research Lab vor.

The End Of the Liberal Order? Central, East, and Southeast European Populism in Comparative Perspective

Vierte Jahreskonferenz der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropa wird vom 1. bis 3. Juni 2017 in Regensburg

Die vierte Jahreskonferenz der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien wird sich mit dem Phänomen des Populismus in Mittel-, Ost- und Südosteuropa beschäftigen. Vom 1. bis 3. Juni 2017 stellen renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachdisziplinen aus dem In- und Ausland ihre Forschungen zu Fragen des Populismus vor und diskutieren in vergleichender Perspektive Hintergünde, Formen und (Gegen-)Strategien populistischer Strömungen in Gegenwart und Vergangenheit. Die Tagung mit dem Titel „The End Of the Liberal Order? Central, East, and Southeast European Populism in Comparative Perspective“ findet in Kooperation mit der School of Slavonic and East European Studies des University College London in Regensburg statt.
In ingsesamt vier englischsprachigen Vortragspanels sowie in einer stadtöffentlichen Diskussionsrunde mit Journalisten in deutscher Sprache sollen unterschiedliche Aspekte des Populismus in Mittel-, Ost- und Südosteuropa eingehender betrachtet werden: populistische Sprachen und Sprechweisen; Typologien populistischer Politik; historische Entwicklungslinien des Populismus in der Region; populistische Subjektivitäten.
Als Keynote-Speaker haben zugesagt: der Autor und Journalist John B. Judis (Washington), der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Michał Krzyżanowski (Örebro), der Slavist und Direktor der UCL School of Slavonic and East European Studies Prof. Jan Kubik (London) sowie die Politikwissenschaftlerin und Direktorin des Zentrums für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) Prof. Dr. Gwendolyn Sasse (Berlin).
Die stadtöffentliche Diskussionsrunde „Das Ende der liberalen Ordnung? Zentral-, Ost- und Südosteuropäischer Populismus im Vergleich“ am Freitagabend bestreiten die Journalisten Andreas Ernst (Belgrad/Zürich), Boris Schumatsky (Berlin) und Reinhold Vetter (Warschau/Berlin); es moderiert Marie-Janine Calic (München).
Interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden bis zum 22. Mai um Anmeldung per E-Mail gebeten.

Port Security and Militarized NGOs in Indonesia

This research seeks to explain the involvement of militarized non-governmental organizations to secure Indonesian ports in three provinces: Jakarta, North Sulawesi (Manado and Bitung) and the Riau Islands (Batam and Tanjung Pinang). These civilian groups work in conjunction with the Indonesian government authorities in securing Indonesia’s maritime interests.

ISIS und dschihadistische Bedrohung in Europa

Vortrag von Prof. Dr. Peter Neumann (London) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

Seit dem Tod Bin Ladens und dem Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs ist die dschihadistische Bewegung nicht nur jünger und stärker geworden, sondern sie hat sich „demokratisiert“. Zu den schätzungsweise 5.000 europäischen Auslandskämpfern, die sich in Syrien dschihadistischen Gruppen angeschlossen haben, gehören nicht mehr nur verschrobene Intellektuelle, sondern junge Europäer aus allen Schichten und Bevölkerungsgruppen. Fast 20 Prozent sind Konvertiten, die vom Christentum zum Islam – und häufig: direkt in den Salafismus – übergetreten sind. Fünfzehn Prozent sind Mädchen und Frauen. Statt Universitätsstudenten wie zu Attas Zeiten rekrutieren die Dschihadisten heutzutage viele Kleinkriminelle und Perspektivlose. Mehr denn je ist der Dschihadismus in Europa eine Jugend‐ und Gegenkultur. Und der Islamische Staat, mit all seiner Grausamkeit und Brutalität, ist ihr alles überragendes Symbol. Sowohl Ursache als auch Folge dieser Demokratisierung ist, dass die Anforderungen an potentielle Rekruten geringer geworden sind. Der Dschihadismus ist nach wie vor islamisch und folgt der salafistischen Glaubensdoktrin, doch die komplizierte Theologie, mit der noch al‐Qaida ihre Anschläge zu rechtfertigen suchte, wurde vom Islamischen Staat durch eine diffuse Protestideologie ersetzt, die extreme Gewalt verherrlicht und vor allem aus Slogans und theologischen Versatzstücken besteht. Wichtiger als theologische Begründungen sind dem Islamischen Staat und seinen Rekruten die Möglichkeit zur Selbstinszenierung und das Image der Stärke und Überlegenheit, das die Gruppe in ihren Videos pausenlos projiziert. Als Protestideologie und Gegenkultur richtet sich der Dschihadismus des Islamischen Staates deshalb nicht mehr nur an junge Männer (und Frauen), die sich für Religion interessieren, sondern an alle, die nach Struktur, Ordnung, klaren Regeln und einem radikalen Gegenentwurf zur westlichen oder europäischen Gesellschaft suchen. Die Konsequenzen dieses Wandels werden und noch mindestens eine Generation lang beschäftigen.

Leibniztag 2017 – Festsitzung

Berlin | Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Leibniz-Saal

Innerhalb der Geschichte der Humboldt-Forschung lassen sich drei Phasen unterscheiden. In einer ersten hatten der Universitätsgründer und der Weltreisende kaum etwas gemein. In einer zweiten wurden sie zu Antipoden, insofern sie als Geistes-/Naturwissenschaftler innerfamiliär die These von den Two Cultures (Snow) zu repräsentieren schienen.Doch dies ist heute Schnee von gestern. Blicken wir auf das Jahresthema unserer Akademie, so standen Leben und Wirken der beiden Brüder im Zeichen der unterschiedlichsten Sprachen. Sie kommunizierten und analysierten nicht nur in verschiedensten Idiomen und Wissenschaftssprachen, entwarfen nicht allein deren Geschichte und Geschichten, sondern waren beide davon überzeugt, dass man die Welt nicht vom Standpunkt einer einzigen Sprache aus verstehen kann. Für Alexander wurde der Begriff der Humboldt‘schen Wissenschaft geprägt. Wäre es nicht möglich – wenn auch riskant –, die Brüder im Zeichen einer einzigen Humboldt‘schen Wissenschaft zu begreifen? Eines einzigen Entwurfs der Humboldt‘schen Universität, des Humboldt‘schen Museums, ja gar eines Humboldt‘schen Forums? Für beide galt: Eine Wissenschaft, die ihr Wissen nicht in die Gesellschaft schafft, verkennt ihre gesellschaftliche Bringschuld und ist am Ende selbst schuld, wenn die Gesellschaft sie um ihre Mittel bringt. Professor Dr. Ottmar Ette, Akademiemitglied, ist ein international renommierter Romanist und Komparatist. Er hat seit 1995 den Lehrstuhl für Romanische Literaturwissenschaft an der Universität Potsdam inne und weilte mehrfach zu Gastprofessuren in Ländern Lateinamerikas, in den USA oder in China. Umfassende Monographien zu Alexander von Humboldt und Neueditionen Humboldt‘scher Werke weisen ihn als führenden A. v. Humboldt-Forscher aus. Seine mehrfach mit Preisen ausgezeichneten Forschungen beschäftigen sich mit Literaturwissenschaft als Lebenswissenschaft, TransArea Studies, den Literaturen ohne festen Wohnsitz sowie Fragen globaler Literatur- und Kulturtheorie. Er ist Honorary Member der Modern Language Association (USA) und Projektleiter des Akademienvorhabens „Alexander von Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung“ der BBAW.

Fellowship am Zentrum für interdisziplinäre Forschung

a.r.t.e.s.-Postdoc Marie Louise Herzfeld-Schild zu ihren ersten Monaten am „Jungen ZiF“

Dr. Marie Louise Herzfeld-Schild, Postdoktorandin im Research Lab der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne, wurde 2016 ins Nachwuchsprogramm „Das Junge ZiF“ des Zentrums für interdisziplinäre Forschung (ZiF) an der Universität Bielefeld aufgenommen. Herzlichen Glückwunsch! Wir haben sie getroffen und nach ihren ersten Eindrücken gefragt.

Revolutionen im 20. Jahrhundert – und was kommt dann?

Salon Sophie Charlotte 2017

Hat sich das Programm der Revolution heute erschöpft? Liegt es an Vorstellungen über Gewaltakte, die mit Revolutionen untrennbar verbunden zu sein scheinen, dass diese inzwischen eher negativ konnotiert sind? Wie blutig aber waren Revolutionen des 20. Jahrhunderts tatsächlich? Sind es eher zwischenstaatliche Kriege und Bürgerkriege, die infolge revolutionärer Umstürze zu großem Blutvergießen geführt haben? Darüber diskutieren der Osteuropa-Historiker Prof. Dr. Manfred Hildermeier von der Universität Göttingen, der Lateinamerika-Historiker Prof. Dr. Stefan Rinke von der Freien Universität Berlin sowie der Sinologe Prof. Dr. Rudolf G. Wagner von der Universität Heidelberg. Sie vergleichen dabei vor allem Revolutionen in Europa mit denen in Lateinamerika und Asien. Moderiert wird das Gespräch von der Historikerin und Direktorin des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung Prof. Dr. Ute Frevert.

Mediävistik: interdisziplinär und grenzüberschreitend | Das Cologne-Toronto Graduate Student Colloquium 2016

Nachbericht über das Kolloquium von Kathrin Borgers, Promovierende an der Universität zu Köln

Das Cologne-Toronto Graduate Student Colloquium wird von der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne und dem Zentrum für Mittelalterstudien (ZEMAK) der Universität zu Köln gemeinsam mit dem Centre for Medieval Studies der University of Toronto veranstaltet. Vom 29. September bis 1. Oktober 2016 fand das inzwischen schon vierte Kolloquium in Toronto statt.

Juristische Aufarbeitung kollektiver Gewalt im Kontext von bewaffneten Konflikten und Unrechtsregimen

Vortrag von Prof. Dr. Sabine Swoboda (Bochum) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

Wie klären Strafgerichte kollektiv begangene Gewalttaten auf? Kollektive können sich nicht strafbar machen. Das können nur Einzelpersonen – und strafbar sind sie auch nur für das, was sie selbst nachweisbar zum Verbrechen beigetragen haben. Was aber, wenn nicht mehr nachweisbar ist, was der Einzelne im Rahmen des Kollektivverbrechens getan hat? Wie verfährt die Strafjustiz mit den Führungseliten von Unrechtsregimen, also mit den Personen, die Massenverbrechen geplant, organisiert und systematisch in Gang gebracht haben, ohne jemals an den Tatorten selbst aufzutauchen? Wie geht man mit den Schreibtischtätern um, die systematisch Verbrechen „verwaltet“ haben? Der Vortrag stellt die Instrumentarien des Völkerstrafrechts vor, die für diese Fallkonstellationen entwickelt wurden und er zeigt am Beispiel der Strafgerichte in Bosnien Herzegowina und Serbien, wie schwierig die Aufklärung im Einzelfall sein kann.

Die neue „schliff“ ist da!

Ausgabe No. 5: Literarisches Schreiben und theoretische Reflexion über „Lebensformen“

Christopher Quadt, Promotionsstipendiat bei der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne, und Kathrin Schuchmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Deutsche Sprache und Literatur I, geben die Literaturzeitschrift schliff heraus. Was ist das Konzept der Zeitschrift und worum geht es in der aktuellen Ausgabe „Lebensformen“? Wir haben die beiden gefragt.

Science Sips zu den Themen Citizen Science und Meeresplastik im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane

Schon einmal Naturschutz-Auster probiert oder beim Algencocktail über Lösungen gegen Meeresplastik diskutiert?

Die zweite Science Sips Veranstaltung der Reihe „Ein Geschmack der Zukunft der Meere“ im Museum für Naturkunde findet am 28. April mit Kurzvorträgen und interaktiver Diskussion zu den Themen Plastik und Citizen Science statt.
 
Bei der Veranstaltungsreihe „Ein Geschmack der Zukunft der Meere“ gefördert vom BMBF im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2016*17 Meere und Ozeane gehen wir den Herausforderungen und Möglichkeiten der nachhaltigen Nutzung von Meeren und Ozeanen auf den Grund. Ziel des Projektes ist, durch dialogfördernde, sinnesorientierte und erlebnisreiche Veranstaltungen Fortschritte und Herausforderungen aus der nachhaltigen Meeresforschung einem breiten und interessierten Publikum zu vermitteln.
Ohne Plastik wäre das moderne Leben undenkbar. Aber Plastikmüll stellt für die Umwelt und insbesondere für Meere und Ozeane eine große Herausforderung dar. Im Ozean gibt es Plastikmüllstrudel, die fast so groß wie Kontinente sind, und immer mehr Meerestiere verenden, weil sie Plastikteilchen mit Nahrung verwechseln oder sich in alten Netzen oder Verpackungen verfangen. Es gibt für Bürger_innen jedoch viele Möglichkeiten, sich in den Schutz und die Erforschung der Meere zu einzubringen. An diesem Science Sips gehen Wissenschaftler_innen in kurzen Impulsvorträgen mit anschließender interaktiver Diskussionsrunde folgenden Fragen auf den Grund: Wie beeinflusst der Plastikmüll im Meer die Meeresumwelt? Welche Lösungsansätze gibt es für den Umgang mit Plastikmüll in den Meeren? Wie kann man sich am Meeresschutz und an der Meeresforschung beteiligen, auch wenn man nicht an der Küste wohnt?
Die Impulsvorträge werden unter anderem gehalten von:

R. Andreas Kraemer — Gründer und Direktor Emeritus des Ecologic Instituts und Vorstand der Fundação Oceano Azul
Prof. Dr. Thorsten Reusch — Leiter des Forschungsbereichs Marine Ökologie am GEOMAR Helmoltz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

 
Moderation: Stephanie Wunder, Senior Fellow und Koordinatorin des Bereiches Food Systems beim Ecologic Institut
 
Die kulinarischen Partner Küstlichkeiten servieren dabei Streetfood-Leckerbissen aus nachhaltigen Meeresprodukten.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Ecologic Institut gefördert vom BMBF im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2016*17 – „Meere und Ozeane“.
Eintritt: 5,-€, der Eintritt beinhaltet ein Streetfood-Häppchen

April 2017, Einlass 19.00 Uhr, Beginn 19.30 Uhr

Anmeldung erbeten unter: besucherservice@mfn-berlin.de oder 030 2093 8550

Wie revolutionär ist die Reformation?

Salon Sophie Charlotte 2017

Die Frage, ob es sich bei der Reformation vor 500 Jahren um eine Revolution gehandelt hat, ist nicht neu. Schon im Umfeld der Französischen Revolution wurde darüber debattiert, ob die Reformation revolutionär gewesen sei? Wollte Luther tatsächlich eine Revolution? Ging es ihm um den politisch-sozialen Umbruch einer Ordnung oder eher um spirtuelle Erneuerung? Kann man im Mittelalter überhaupt revolutionär sein oder ist der Begriff der Revolution untrennbar mit der Moderne verbunden? Über diese und anschließende Fragen diskutieren die Historikerin Prof. Dr. Barbara Stollberg-Rilinger von der Universität Münster, der Theologe Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Graf von der Universität München sowie der Journalist und Luther-Biograph Willi Winkler. Moderiert wird das Gespräch vom Theologen und Kirchenhistoriker Prof. Dr. Christoph Markschies.

“Practice, Effervescence and Rhythm: Technologies of Categorization and the Legacy of the Durkheim School”

Internationale Konferenz des a.r.t.e.s. Research Lab über die Durkheim-Schule

Vom 11. bis 13. Mai 2017 veranstaltet das Research Lab der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne die internationale, von der Fritz Thyssen Stiftung geförderte Konferenz “Practice, Effervescence and Rhythm: Technologies of Categorization and the Legacy of the Durkheim School“. Zu der dreitägigen Konferenz haben die Organisatoren Dr. Johannes Schick, Dr. Mario Schmidt und Jun.-Prof. Dr. Martin Zillinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Frankreich, den USA, Großbritannien und der Schweiz eingeladen, um über das Kategorienprojekt der Durkheim-Schule zu sprechen.

“Practice, Effervescence and Rhythm: Technologies of Categorization and the Legacy of the Durkheim School”

Internationale Konferenz des a.r.t.e.s. Research Lab über die Durkheim-Schule

Vom 11. bis 13. Mai 2017 veranstaltet das Research Lab der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne die internationale, von der Fritz Thyssen Stiftung geförderte Konferenz “Practice, Effervescence and Rhythm: Technologies of Categorization and the Legacy of the Durkheim School“. Zu der dreitägigen Konferenz haben die Organisatoren Dr. Johannes Schick, Dr. Mario Schmidt und Jun.-Prof. Dr. Martin Zillinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Frankreich, den USA, Großbritannien und der Schweiz eingeladen, um über das Kategorienprojekt der Durkheim-Schule zu sprechen.

Überforderte Museen?

Merkur-Gespräch vom 27.03.2017 im Bucerius Kunst Forum, Hamburg

Museen verwandeln sich durch die ständige Erweiterung ihrer bestehenden Sammlungen zunehmend in Archive. Infolge des Generalauftrags zur ständigen Erweiterung wachsen ihre Bestände stetig, der Ausstellungsraum aber bleibt nahezu gleich. Auch wenn die Museen in der Außenwirkung an der Qualität ihrer Ausstellungen gemessen werden, müssen sie doch einen immer größeren Teil ihrer Ressourcen auf die Verwaltung der Depotbestände verwenden. Aus dieser Problematik ergeben sich einige Fragen: Wie zukunftsfähig ist die Logik ständigen Wachstums? Ist dieses Prinzip noch wirtschaftlich tragbar, und wenn ja, für welche Museen? Wie soll man mit den neuen logistischen Herausforderungen umgehen?
 
Darüber diskutieren im achten Merkur-Gespräch die Professorin für Kulturerbe und Museumswissenschaften und ehemalige Museumsdirektorin Lisa Kosok (HCU Hamburg), Museumsberater und ehemaliger Direktor und Professor des Instituts für Kunst im Kontext der Universität der Künste Berlin Michael Fehr, Martin Koerber, der Leiter des Filmarchivs der Deutschen Kinemathek, die Leiterin der Sammlung für Fotografie und neue Medien des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg Esther Ruelfs und Kunsthistoriker und Museumsdirektor Christoph Martin Vogtherr (Kunsthalle Hamburg). 
Das 8. Merkur-Gespräch wird gefördert von der Gerda Henkel Stiftung und der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.

Überforderte Museen?

Merkur-Gespräch vom 27.03.2017 im Bucerius Kunst Forum, Hamburg

Museen verwandeln sich durch die ständige Erweiterung ihrer bestehenden Sammlungen zunehmend in Archive. Infolge des Generalauftrags zur ständigen Erweiterung wachsen ihre Bestände stetig, der Ausstellungsraum aber bleibt nahezu gleich. Auch wenn die Museen in der Außenwirkung an der Qualität ihrer Ausstellungen gemessen werden, müssen sie doch einen immer größeren Teil ihrer Ressourcen auf die Verwaltung der Depotbestände verwenden. Aus dieser Problematik ergeben sich einige Fragen: Wie zukunftsfähig ist die Logik ständigen Wachstums? Ist dieses Prinzip noch wirtschaftlich tragbar, und wenn ja, für welche Museen? Wie soll man mit den neuen logistischen Herausforderungen umgehen?
 
Darüber diskutieren im achten Merkur-Gespräch die Professorin für Kulturerbe und Museumswissenschaften und ehemalige Museumsdirektorin Lisa Kosok (HCU Hamburg), Museumsberater und ehemaliger Direktor und Professor des Instituts für Kunst im Kontext der Universität der Künste Berlin Michael Fehr, Martin Koerber, der Leiter des Filmarchivs der Deutschen Kinemathek, die Leiterin der Sammlung für Fotografie und neue Medien des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg Esther Ruelfs und Kunsthistoriker und Museumsdirektor Christoph Martin Vogtherr (Kunsthalle Hamburg). 
Das 8. Merkur-Gespräch wird gefördert von der Gerda Henkel Stiftung und der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.

Was passiert im Krieg? Gesellschaften in der Gewalt

Vortrag von Prof. Dr. Klaus Schlichte (Bremen) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

Die Ausübung, das Erleiden und schon die Erwartung physischer Gewalt verändern grundlegend, wie Gesellschaft und Politik, aber auch wie Wirtschaft und Kultur im Krieg operieren. Das ist die Ausgangsthese des Vortrags von Prof. Dr. Klaus Schlichte von der Universität Bremen. Aber wie lassen sich diese Prozesse beschreiben und verstehen? Die Sozialwissenschaften haben zu diesen Fragen bisher nur fallbezogene Antworten gegeben oder aus einer Generalstabsperspektive geantwortet – dies in Begriffen wie Sicherheit, Risiko und Strategie. Aus einer herrschaftssoziologischen Perspektive sollen in diesem Vortrag die Zeitlichkeit kriegerischer Gewalt, die moralische Produktion des Krieges sowie seine Globalisierung thematisiert werden. Als Grundlage dieser Thematisierungen dienen phänomenologische Forschungen zu Kriegen in Uganda, Serbien und Deutschland.

Was passiert im Krieg? Gesellschaften in der Gewalt

Vortrag von Prof. Dr. Klaus Schlichte (Bremen) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

Die Ausübung, das Erleiden und schon die Erwartung physischer Gewalt verändern grundlegend, wie Gesellschaft und Politik, aber auch wie Wirtschaft und Kultur im Krieg operieren. Das ist die Ausgangsthese des Vortrags von Prof. Dr. Klaus Schlichte von der Universität Bremen. Aber wie lassen sich diese Prozesse beschreiben und verstehen? Die Sozialwissenschaften haben zu diesen Fragen bisher nur fallbezogene Antworten gegeben oder aus einer Generalstabsperspektive geantwortet – dies in Begriffen wie Sicherheit, Risiko und Strategie. Aus einer herrschaftssoziologischen Perspektive sollen in diesem Vortrag die Zeitlichkeit kriegerischer Gewalt, die moralische Produktion des Krieges sowie seine Globalisierung thematisiert werden. Als Grundlage dieser Thematisierungen dienen phänomenologische Forschungen zu Kriegen in Uganda, Serbien und Deutschland.

Akademievorlesungen Sommer 2017<br /> Gravitationswellen – ein neues Fenster ins Universum

an unterschiedlichen Orten in Hamburg

Die Entdeckung von Gravitationswellen am 14. September 2015 stellt einen Durchbruch in den Wissenschaften dar: 100 Jahre nach Einsteins Vorhersage wurde nachgewiesen, dass die beschleunigte Bewegung von Massen zu kleinen Veränderungen der Raumzeit führt, die sich wellenartig mit Lichtgeschwindigkeit ausbreiten. Dies zeigt, dass Raum und Zeit dynamisch durch Massen bestimmt werden, entsprechend den Gesetzen der Allgemeinen Relativitätstheorie. Ebenso bemerkenswert ist der Ursprung des beobachteten Gravitationswellensignals – die Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher vor 1,3 Milliarden Jahren, was einem Zehntel des Alters unseres Universums entspricht.
 
Die Entdeckung von Gravitationswellen ist ein Erfolg vieler Jahre theoretischer und experimenteller Forschung. Zunächst musste zweifelsfrei geklärt werden, ob Gravitationswellen tatsächlich eine Vorhersage von Einsteins Relativitätstheorie sind. Von großer Bedeutung war ebenfalls der Fortschritt im Verständnis Schwarzer Löcher, die als kompakte, massereiche Objekte ideale Quellen für Gravitationswellen sind. Entscheidend waren dann jedoch die Initiative und der Erfindungsreichtum der Experimentalphysiker, die zur Entwicklung des Laserinterferometers LIGO führten, mit dem nach 30 Jahren Forschungsarbeit der Nachweis der Gravitationswellen gelang.
 
Die Entdeckung von Gravitationswellen öffnet ein neues Fenster, durch das im Prinzip auch die Anfangsphase des Universums beobachtbar wird. Ein Relikt dieser Frühphase ist ein Gravitationswellenhintergrund, der den Raum erfüllt, ähnlich der elektromagnetischen kosmischen Hintergrundstrahlung. Die Gravitationswellen des frühen Universums müssen allerdings noch sichtbar gemacht werden, was eine große wissenschaftliche Herausforderung für die Zukunft darstellt.
 
Veranstaltungsorte:
Baseler Hof Säle, Esplanade 15, 20354 Hamburg.
(Rollstuhlgeeigneter Zugang über Esplanade 16.)
Handwerkskammer Hamburg, Holstenwall 12, 20355 Hamburg
(Rollstuhlgeeigneter Zugang über die Tiefgarage, Bei Schuldts Stift 3)
 
Der Eintritt ist frei.
Um Anmeldung wird gebeten unter www.awhamburg.de/veranstaltungen
 
Termine, Themen, Referenten
 
Donnerstag, 20. April 2017, 19:00 Uhr – Baseler Hof Säle
Prof. Dr. Jürgen Renn, Berlin
Einsteins Gravitationswellen und die wechselvolle Geschichte der Relativitätstheorie
Der Vortrag behandelt die Geschichte der Gravitationswellen von der Aufstellung der allgemeinen Relativitätstheorie durch Albert Einstein im Jahre 1915 bis zu ihrem direkten Nachweis 100 Jahre später. Im Zentrum stehen nicht zu sehr die Experimentaltechniken als vielmehr die theoretischen Entwicklungen, die diesen Nachweis erst möglich gemacht haben. Die ursprüngliche Form der Relativitätstheorie ließ viele grundsätzliche Fragen offen. Auch der langanhaltende Streit über die Existenz von Gravitationswellen war nicht allein ein Problem des experimentellen Nachweises, sondern eine Frage der physikalischen Interpretation der Theorie. Der Vortrag zeigt, wie sich diese Interpretation im Laufe der Jahre geändert hat, und wie die allgemeine Relativitätstheorie von einem Flickwerk von Einzelresultaten schließlich zu einem umfassenden begrifflichen Rahmen ausreifte, in dem Konzepte wie Gravitationswellen und Schwarze Löcher eine allgemein akzeptierte physikalische Bedeutung erhielten.
 
Donnerstag, 18. Mai 2017, 19:00 Uhr – Handwerkskammer Hamburg
Prof. Dr. Dr. h. c. Bernard Schutz, Potsdam
Schwarze Löcher im Universum
Am 14. September 2015 haben die Gravitationswellendetektoren des
Laser-Interferometer-Gravitationswellen-Observatoriums (LIGO) zum ersten Mal direkte Signale von einem Paar Schwarzer Löcher erhalten. Zwar war die Existenz tausender “Löcher” seit langem bekannt, aber diese waren schwarz – und stumm. Das 2015 entdeckte Paar hat geflüstert, “wir verschmelzen”. Seitdem wurden weitere Paare Schwarzer Löcher entdeckt, viel mehr als erwartet, und viel massiver als erwartet. Diese revolutionäre Entdeckung wirft neue Fragen auf, und wir können gespannt darauf sein, was wir von neuen Daten und zukünftigen Detektoren noch lernen werden.
 
Donnerstag, 15. Juni 2017, 19:00 Uhr – Handwerkskammer Hamburg
Prof. Dr. Karsten Danzmann, Hannover
Gravitationswellenastronomie: Wir können das dunkle Universum hören!
Seit Tausenden von Jahren schauen wir das Universum mit unseren Augen an. Aber über 99% des Universums sind dunkel und werden niemals mit elektromagnetischen Wellen beobachtet werden. Seit dem 14. September 2015 ist alles anders: Gravitationswellen wurden entdeckt! Wir haben ein neues Sinnesorgan bekommen und können endlich die dunkle Seite des Universums hören. Die ersten Töne, die wir hörten, stammten von völlig unerwartet schweren Schwarzen Löchern. Und niemand weiß, welche anderen dunklen Geheimnisse dort draußen noch auf uns warten.
 
Donnerstag, 29. Juni 2017, 19:00 Uhr – Baseler Hof Säle
Prof. Dr. Arthur Hebecker, Heidelberg
Gravitationswellen und der Ursprung des Universums
Die beobachtete Expansion des Universums legt nahe, dass es mit einem Urknall oder „Big Bang“ begann. Diese einfache Theorie macht aber einige falsche Vorhersagen. Um das zu korrigieren, nimmt man eine frühe Phase extrem schneller Ausdehnung, die kosmologische Inflation, an. Die Messung von Gravitationswellen kann solche Modelle überprüfen. Diese Zusammenhänge sollen im Vortrag erklärt werden.

„Asylpraxis widerspricht dem Gebot der Gleichbehandlung“

Interview mit Prof. Dr. Gerald Schneider über seine aktuelle Studie zum Asylverfahren

Bei der Anerkennung von Asylanträgen gibt es zwischen den Bundesländern in Deutschland ein signifikantes Ungleichgewicht. So das Ergebnis einer heute vorgestellen Studie, die der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Gerald Schneider von der Universität Konstanz gemeinsam mit der Studentin Lisa Riedel durchgeführt hat. Tatsächlich sei dieses Ungleichgewicht vom Gesetzgeber und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nicht gewollt – im Gegenteil. Die Asylvergabe ist in der Bundesrepublik über das BAMF zentral geregelt, was eigentlich dazu führen sollte, dass zwischen den Bundesländern eine ungefähre Balance in den Anerkennungsquoten entsteht. Die Praxis sieht aber anders aus. Wir haben Professor Schneider dazu unsere Fragen gestellt.

„Asylpraxis widerspricht dem Gebot der Gleichbehandlung“

Interview mit Prof. Dr. Gerald Schneider über seine aktuelle Studie zum Asylverfahren

Bei der Anerkennung von Asylanträgen gibt es zwischen den Bundesländern in Deutschland ein signifikantes Ungleichgewicht. So das Ergebnis einer heute vorgestellen Studie, die der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Gerald Schneider von der Universität Konstanz gemeinsam mit der Studentin Lisa Riedel durchgeführt hat. Tatsächlich sei dieses Ungleichgewicht vom Gesetzgeber und vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nicht gewollt – im Gegenteil. Die Asylvergabe ist in der Bundesrepublik über das BAMF zentral geregelt, was eigentlich dazu führen sollte, dass zwischen den Bundesländern eine ungefähre Balance in den Anerkennungsquoten entsteht. Die Praxis sieht aber anders aus. Wir haben Professor Schneider dazu unsere Fragen gestellt.

Sind Revolutionen noch möglich?

Salon Sophie Charlotte 2017

Revolutionen scheinen heute einer vergangenen historischen Epoche anzugehören. Die letzten, an die man sich im Westen noch gerne erinnert, sind die Umstürze in der DDR und in den anderen Staaten des ehemaligen Ostblocks. Aber auch in diesen Fällen ist man sich nicht immer sicher, inwiefern der Begriff der Revolution das Geschehen damals tatsächlich trifft. Zu sehr ist der Gedanke an eine Revolution mit exessiver Gewalt, viel Blut und langem Schrecken verbunden. Verglichen mit den großen Revolutionen von 1766, 1789, 1848 oder 1917 ist der Systemwechsel von 1989/90 vergleichsweise friedlich verlaufen. Heute spricht man auch deshalb lieber von Reformen, wenn es darum geht, Gesellschaften umzubauen. Ist das Konzept von Revolution sogesehen berechtigterweise keine Option mehr für politisches Handeln? Sind die (westlichen) Gesellschaften inzwischen so gut austariert, dass Revolutionen heute nicht mehr nötig sind? Fehlen die fundamentalen Gegensätze, aus denen eine revolutionäre Situation entstehen könnte? Kurz: Sind Revolutionen überhaupt noch möglich? Über diese Fragen diskutieren unter der Leitung des Historikers Prof. Dr. Francois Etienne der frühere Bundesaußenminster Joseph Fischer, der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Herfried Münkler und die Journalistin und Mitbegründerin von Attac Deutschland Jutta Sundermann.

Sind Revolutionen noch möglich?

Salon Sophie Charlotte 2017

Revolutionen scheinen heute einer vergangenen historischen Epoche anzugehören. Die letzten, an die man sich im Westen noch gerne erinnert, sind die Umstürze in der DDR und in den anderen Staaten des ehemaligen Ostblocks. Aber auch in diesen Fällen ist man sich nicht immer sicher, inwiefern der Begriff der Revolution das Geschehen damals tatsächlich trifft. Zu sehr ist der Gedanke an eine Revolution mit exessiver Gewalt, viel Blut und langem Schrecken verbunden. Verglichen mit den großen Revolutionen von 1766, 1789, 1848 oder 1917 ist der Systemwechsel von 1989/90 vergleichsweise friedlich verlaufen. Heute spricht man auch deshalb lieber von Reformen, wenn es darum geht, Gesellschaften umzubauen. Ist das Konzept von Revolution sogesehen berechtigterweise keine Option mehr für politisches Handeln? Sind die (westlichen) Gesellschaften inzwischen so gut austariert, dass Revolutionen heute nicht mehr nötig sind? Fehlen die fundamentalen Gegensätze, aus denen eine revolutionäre Situation entstehen könnte? Kurz: Sind Revolutionen überhaupt noch möglich? Über diese Fragen diskutieren unter der Leitung des Historikers Prof. Dr. Francois Etienne der frühere Bundesaußenminster Josef Fischer, der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Herfried Münkler und die Journalistin und Mitbegründerin von Attac Deutschland Jutta Sundermann.

Martin Grötschel | Eröffnung des Salons Sophie Charlotte

Salon Sophie Charlotte 2017

Der „Salon Sophie Charlotte 2017“ stand in diesem Jahr ganz im Zeichen von „Rebellionen, Revolutionen oder Reformen“. Was sind Ursachen, Chancen und Risiken dieser drei geschichtsmächtigen Kräfte? Mehr als 100 Mitwirkende, darunter Historiker, Sozial- und Islamwissenschaftler, Musik- und Literaturwissenschaftler, politische Aktivisten, Politiker a.D. und Politiktheoretiker, aber auch Natur- und Technikwissenschaftler stellten sich an diesem Abend diesen Fragen in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Der Päsident der Akademie, Prof. Dr. Martin Grötschel, hat den Abend eröffnet.

Martin Grötschel | Eröffnung des Salons Sophie Charlotte

Salon Sophie Charlotte 2017

Der „Salon Sophie Charlotte 2017“ stand in diesem Jahr ganz im Zeichen von „Rebellionen, Revolutionen oder Reformen“. Was sind Ursachen, Chancen und Risiken dieser drei geschichtsmächtigen Kräfte? Mehr als 100 Mitwirkende, darunter Historiker, Sozial- und Islamwissenschaftler, Musik- und Literaturwissenschaftler, politische Aktivisten, Politiker a.D. und Politiktheoretiker, aber auch Natur- und Technikwissenschaftler stellten sich an diesem Abend diesen Fragen in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Der Päsident der Akademie, Prof. Dr. Martin Grötschel, hat den Abend eröffnet.

Science Sips zum Thema Nachhaltigkeit im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane

Museum für Naturkunde Berlin

Schon einmal Beifangcurry probiert oder beim Algen-Cocktail über Nachhaltigkeit der Meere diskutiert? Die erste Science Sips Veranstaltung der Reihe „Geschmack der zukunft der Meere“ im Museum für Naturkunde findet am 30. März mit Kurzvorträgen und interaktiver Diskussion zum Thema nachhaltige Meere statt.
 
Meere und Ozeane sind als Nahrungsquelle für weltweit etwa eine Milliarde Menschen von zentraler Bedeutung. Die nachhaltige Nutzung der Ressource Meer/Ozean stellt jedoch eine große Herausforderung dar. In diesem Science Sips erklären Wissenschaftler_innen die Zusammenhänge im Ökosystem Meer/Ozean – bei der nicht nur Fische sondern auch Seekühe eine wichtige Rolle spielen können. Dabei versuchen wir Antworten auf folgende Fragen zu finden: Welche Auswirkung hat die Fischerei auf den Meeresschutz wirklich? Können Meeresprodukte überhaupt nachhaltig sein? Und wie erkennt man, ob Meeresprodukte nachhaltig sind?
 
Die Impulsvorträge werden gehalten von:

Ina Krüger – Expertin für Meeresschutz und Meerespolitik, Ecologic Institut
Dr. Christopher Zimmermann  – Leiter des Thünen-Institut für Ostseefischerei
Dr. Manja Voß – Expertin für Meeressäugetiere, Museum für Naturkunde Berlin

Moderation: Dr. Camilla Bausch, Geschäftsführerin des Ecologic Instituts
 
Die kulinarischen Partner Küstlichkeiten und Bone.Berlin servieren dabei Streetfood-Leckerbissen aus nachhaltigen Meeresprodukten.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Ecologic Institut gefördert vom BMBF im Rahmen des Wissenschaftsjahres „Meere und Ozeane“.
 
Veranstaltungstermin: 30.03.2017 19.30 bis 21.30 Uhr
Einlass 19.00 Uhr, Veranstaltungsbeginn 19.30 Uhr
Eintritt: 5,-€
Anmeldung erbeten unter: 030 2093 8550 oder besucherservice@mfn-berlin.de

Science Sips zum Thema Nachhaltigkeit im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane

Museum für Naturkunde Berlin

Schon einmal Beifangcurry probiert oder beim Algen-Cocktail über Nachhaltigkeit der Meere diskutiert? Die erste Science Sips Veranstaltung der Reihe „Geschmack der zukunft der Meere“ im Museum für Naturkunde findet am 30. März mit Kurzvorträgen und interaktiver Diskussion zum Thema nachhaltige Meere statt.
 
Meere und Ozeane sind als Nahrungsquelle für weltweit etwa eine Milliarde Menschen von zentraler Bedeutung. Die nachhaltige Nutzung der Ressource Meer/Ozean stellt jedoch eine große Herausforderung dar. In diesem Science Sips erklären Wissenschaftler_innen die Zusammenhänge im Ökosystem Meer/Ozean – bei der nicht nur Fische sondern auch Seekühe eine wichtige Rolle spielen können. Dabei versuchen wir Antworten auf folgende Fragen zu finden: Welche Auswirkung hat die Fischerei auf den Meeresschutz wirklich? Können Meeresprodukte überhaupt nachhaltig sein? Und wie erkennt man, ob Meeresprodukte nachhaltig sind?
 
Die Impulsvorträge werden gehalten von:

Ina Krüger – Expertin für Meeresschutz und Meerespolitik, Ecologic Institut
Dr. Christopher Zimmermann  – Leiter des Thünen-Institut für Ostseefischerei
Dr. Manja Voß – Expertin für Meeressäugetiere, Museum für Naturkunde Berlin

Moderation: Dr. Camilla Bausch, Geschäftsführerin des Ecologic Instituts
 
Die kulinarischen Partner Küstlichkeiten und Bone.Berlin servieren dabei Streetfood-Leckerbissen aus nachhaltigen Meeresprodukten.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Ecologic Institut gefördert vom BMBF im Rahmen des Wissenschaftsjahres „Meere und Ozeane“.
 
Veranstaltungstermin: 30.03.2017 19.30 bis 21.30 Uhr
Einlass 19.00 Uhr, Veranstaltungsbeginn 19.30 Uhr
Eintritt: 5,-€
Anmeldung erbeten unter: 030 2093 8550 oder besucherservice@mfn-berlin.de

Versteht die Friedens- und Konfliktforschung extreme Gewalt?

Vortrag von Prof. Dr. Thomas Bonacker (Marburg) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

Friedens‐ und Konfliktforschung beschäftigt sich mit der Analyse innengesellschaftlicher oder internationaler Konflikte und Möglichkeiten ihrer möglichst gewaltfreien Bearbeitung. Dabei rücken insbesondere auch solche Konflikte in den Vordergrund, die ein hohes Eskalationspotenzial besitzen oder mit Gewalt ausgetragen werden. Gewalt dient der Friedens‐ und Konfliktforschung somit in doppelter Hinsicht als eine Art Aufmerksamkeitsverstärker: Sie zeigt die Dringlichkeit des Problems an und sie fordert zur Suche nach Alternativen heraus. Das macht die Friedens‐ und Konfliktforschung zwar analytisch und normativ sensibel für jede Form kollektiver Gewalt. Zugleich aber bringen extreme Formen von Gewalt, wie wir sie zur Zeit auch, aber nicht ausschließlich im Nahen und Mittleren Osten erleben, die Friedens‐ und Konfliktforschung an ihre Grenze.
Im Vortrag wird diese Grenze und damit die Frage diskutiert, welchen Beitrag die Friedens‐ und Konfliktforschung – in Abgrenzung etwa zur Gewaltund zur Sicherheitsforschung – zum Verständnis und zur Erklärung von Fällen extremer Gewalt liefern kann und inwieweit die Suche nach Alternativen der Konfliktaustragung in diesem speziellen Kontext noch als sinnvoll erscheint.

Versteht die Friedens- und Konfliktforschung extreme Gewalt?

Vortrag von Prof. Dr. Thorsten Bonacker (Marburg) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

Friedens- und Konfliktforschung beschäftigt sich mit der Analyse innengesellschaftlicher oder internationaler Konflikte und Möglichkeiten ihrer möglichst gewaltfreien Bearbeitung. Dabei rücken insbesondere auch solche Konflikte in den Vordergrund, die ein hohes Eskalationspotenzial besitzen oder mit Gewalt ausgetragen werden. Gewalt dient der Friedens- und Konfliktforschung somit in doppelter Hinsicht als eine Art Aufmerksamkeitsverstärker: Sie zeigt die Dringlichkeit des Problems an und sie fordert zur Suche nach Alternativen heraus. Das macht die Friedens‐ und Konfliktforschung zwar analytisch und normativ sensibel für jede Form kollektiver Gewalt. Zugleich aber bringen extreme Formen von Gewalt, wie wir sie zur Zeit auch, aber nicht ausschließlich im Nahen und Mittleren Osten erleben, die Friedens- und Konfliktforschung an ihre Grenze.
Im Vortrag wird diese Grenze und damit die Frage diskutiert, welchen Beitrag die Friedens- und Konfliktforschung – in Abgrenzung etwa zur Gewalt und zur Sicherheitsforschung – zum Verständnis und zur Erklärung von Fällen extremer Gewalt liefern kann und inwieweit die Suche nach Alternativen der Konfliktaustragung in diesem speziellen Kontext noch als sinnvoll erscheint.