Planet History

Tag Archive for Gegenwarts- und zukunftsbezogene Projekte

Akademievorlesung „Willkommen in Utopia. Zukunftsszenarien der Gentechnologien“

Berlin | Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, 18:00-20:00 Uhr

Mit der Akademievorlesung zieht die Interdisziplinare Arbeitsgruppe „Gentechnologiebericht“ 16 Jahre nach ihrer Gründung Bilanz anlässlich eines heute wie damals höchst umstrittenen und viel diskutierten Forschungsbereichs. In Expertenbeiträgen und Podiumsdiskussionen werden die Gentechnologien dabei sowohl in ihrer historischen und zukünftigen Entwicklung als auch in ihrer aktuellen gesellschafts- und forschungspolitischen Relevanz eingeordnet.
Die Referent/-innen stellen ein kurzes Szenario vor, in dem es um aktuelle sowie denkbare Weiterentwicklungen der Gentechnologien, wie etwa die Anwendung von CRIPSR/Cas („Genschere“) geht. In welcher Welt könnten wir in 20 Jahren leben? Martin Zenke hat dabei medizinische Anwendungen und ihre Auswirkungen auf den Menschen im Blick, während Bernd Müller-Röber die Gentechnik in der Landwirtschaft mit ihren Folgen für Mensch und Umwelt beleuchtet. Jürgen Schweden (FuE-Chef KWS) wird als Vertreter der Saatgutindustrie über Visionen der Industrie sprechen. Solveig Hansen wird bioethische Überlegungen in Bezug auf mögliche Zukunftsszenarien der Gentechnologie in das Zentrum ihres Kurzvortrags stellen.
Anmeldung bis zum 10.11. unter: https://www2.bbaw.de/anmeldung-AVL3
Einführung: Ferdinand Hucho, Stellvertretender Sprecher der IAG Gentechnologiebericht , Akademiemitglied, Institut für Biochemie und Biologie, FU Berlin
Kurzvorträge: Martin Zenke, Mitglied der IAG Gentechnologiebericht, Universitätsklinikum, RWTH AachenBernd Müller-Röber, Mitglied der IAG Gentechnologiebericht, Akademiemitglied, Institut für Biochemie und Biologie, Universität PotsdamJürgen Schweden, Forschung & Entwicklung, KWS SAAT SESolveig Hansen, Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Universitätsmedizin Göttingen
Moderation: Arnold Sauter, Büro für Technikfolgenabschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB), Berlin

Akademievorlesung „Gentechnologien damals, heute und morgen“

Berlin | Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, 18:00-21:00 Uhr

Heiner Fangerau wird zunächst einleitend die Entwicklung der Gentechnologie in Deutschland aus historischer Perspektive nachzeichnen. Anschließend greift Ortwin Renn die Frage nach der Wahrnehmung von Nutzen und Risiken der Gentechnologie innerhalb der Bevölkerung Gesellschaft auf. Ingrid Schneider wird die Perspektive der Technikfolgenabschätzung in die Diskussion einbringen: Wie verhalten sich derzeitiger Stand der Entwicklung und früher geäußerte Visionen zueinander?
Einführung: Ferdinand Hucho, stellvertretender Sprecher der IAG Gentechnologiebericht, Akademiemitglied, Institut für Biochemie und Biologie, FU Berlin
Kurzvorträge:Jochen Taupitz, Mitglied der IAG Gentechnologiebericht, Fachbereich Rechtswissenschaft, Universität MannheimMatthias Kettner, Lehrstuhl für praktische Philosophie, Universität Witten/HerdeckeBoris Fehse, Mitglied der IAG Gentechnologiebericht, Klinik für Stammzelltransplantation, Uniklinik Hamburg-Eppendorf
Moderation: Christina Berndt, Wissenschaftsjournalistin, Süddeutsche Zeitung (SZ)
Anmeldung bis zum 25.10. unter: https://www2.bbaw.de/anmeldung-AVL1

‚Environment‘ & ‚Agency‘ als interdisziplinäre Leitbegriffe

a.r.t.e.s. forum 2017 betrachtet die Beziehungen zwischen Mensch und Umwelt

Die jährliche Thementagung der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne, das a.r.t.e.s. forum, ermöglicht den Doktorandinnen und Doktoranden, eine umfangreiche, wissenschaftliche Tagung in Eigenregie zu planen und durchzuführen. Auf diese Weise können Erfahrungen im Projektmanagement und in der Veranstaltungsorganisation gesammelt werden.

Akademievorlesung „Wie werden Gentechnologien kontrolliert? Rechtliche, ethische und interdisziplinäre Einbettung der Forschung“

Berlin | Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, 18:00-21:00 Uhr

Mit der Akademievorlesung zieht die Interdisziplinäre Arbeitsgruppe „Gentechnologiebericht“ 16 Jahre nach ihrer Gründung Bilanz anlässlich eines heute wie damals höchst umstrittenen und viel diskutierten Forschungsbereichs. In Expertenbeiträgen und Podiumsdiskussionen werden die Gentechnologien dabei sowohl in ihrer historischen und zukünftigen Entwicklung als auch in ihrer aktuellen gesellschafts- und forschungspolitischen Relevanz eingeordnet.
In drei Kurzvorträgen werden Fragen des gesellschafts- und forschungspolitischen Umgangs mit Gentechnologien aufgeworfen und diskutiert. Jochen Taupitz stellt den rechtlichen Rahmen für die Forschung und Anwendung von Gentechnologien in Deutschland vor. Matthias Kettner gibt Einblick in die Relevanz und den Einfluss von Ethikräten und -kommissionen auf die Gentechnologie. Schließlich bietet Boris Fehse die Sicht eines Naturwissenschaftlers und langjährigen Mitglieds der IAG auf die interdisziplinäre Forschung und Zusammenarbeit im Bereich der Gentechnologie.
Anmeldung bis zum 03.11. unter: https://www2.bbaw.de/anmeldung-AVL2
Einführung: Ferdinand Hucho, stellvertretender Sprecher der IAG Gentechnologiebericht, Akademiemitglied, Institut für Biochemie und Biologie, FU Berlin
Kurzvorträge:Jochen Taupitz, Mitglied der IAG Gentechnologiebericht, Fachbereich Rechtswissenschaft, Universität MannheimMatthias Kettner, Lehrstuhl für praktische Philosophie, Universität Witten/HerdeckeBoris Fehse, Mitglied der IAG Gentechnologiebericht, Klinik für Stammzelltransplantation, Uniklinik Hamburg-Eppendorf
Moderation: Christina Berndt, Wissenschaftsjournalistin, Süddeutsche Zeitung (SZ)

Martin Schulze Wessel ist neuer Vorsitzender des Kuratoriums des Historischen Kollegs

Das Kuratorium des Historischen Kollegs hat am 16. Oktober 2017 Professor Dr. Martin Schulze Wessel zu seinem neuen Vorsitzenden gewählt. Der 1962 in Münster geborene Osteuropahistoriker, der dem Kuratorium seit 2010 angehört, ist seit 2003 Inhaber des Lehrstuhls für die Geschichte Ost- und Südosteuropas an der LMU München. Er ist zudem Leiter des Collegium Carolinum, einer der beiden Sprecher der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien, die 2012 im Rahmen der Exzellenzinitiative an der LMU München und der Universität Regensburg entstanden ist, und der deutschen Sektion der Deutsch-Ukrainischen Historikerkommission. Von 2014 bis 2016 war er auch Vorsitzender des Historikerverbandes. Er tritt die Nachfolge von Professor Dr. Andreas Wirsching an, der dem Kuratorium des Historischen Kollegs seit 2011 vorstand und der nach zehn Jahren satzungsgemäß als persönliches Mitglied aus dem Gremium ausgeschieden ist.

Likest Du nur oder lebst Du auch? Die digitale Revolution und ihre Folgen

Salon Sophie Charlotte 2017

Die digitale Revolution ist in aller Munde. Doch was genau ist das Revolutionäre am Digitalen bzw. was ist das Digitale an der Revolution? Möglicherweise aber handelt es sich bei dem Begriff der digitalen Revolution noch um einen Platzhalter für einen Wandel, der nach wie vor schwer zu fassen ist. Im Anschluss daran stellt sich die Frage, wer die Revolutionäre sind? Sind es die sogenannten digital natives oder gehören schon alle, die ein Smartphone nutzen bereits dazu? Und was genau unternehmen diese Revolutionäre? Ist Liken schon ein revolutionärer Akt? Oder ist es ganz anders: Ist das Digitale am Ende der Totengräber des Konzepts Revolution? Diesen und anschließenden Fragen stellt sich die Runde um den Mathematiker und Moderator Prof. Dr. Peter Deuflhard: der Soziologe und Journalist Dr. Christoph Kucklick, der Informatiker Alexander Markowetz, die Jura-Studierende Melodie Parva und die Psychologin Dr. Constanze Schreiner.

Wie schafft es Migration ins Museum?

a.r.t.e.s.-Alumna Sandra Vacca promoviert über und arbeitet bei DOMiD

Wie schafft es Migration ins Museum? Was bedeutet Migration für die Geschichte eines Landes und wie wird sie gesammelt, aufbereitet, dargestellt? Diese Fragen versucht Sandra Vacca, Museologin und Alumna der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne, in ihrem geschichtswissenschaftlichen Promotionsprojekt „Remembering, Narrating and Representing Immigration: Immigration Museums and Exhibitions in Germany, France and the UK“ zu beantworten. Doch nicht nur im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Arbeit beschäftigt sich Sandra mit Migration in Deutschland: In Köln engagiert sie sich darüber hinaus seit vielen Jahren bei DOMiD, dem Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland.

„Co-existence calls for the creation for a new body politic“

Interview with Costas Laoutides on the Rohingya conflict in Myanmar

Since the end of August about half a million people have fled from western Myánmar to its neighboring country Bangladesh. The refugees belong to a Muslim minority, the so called Rohingya in Rakhine. The background of the recent incidents is a new intensity in an old conflict between Muslims and the Buddhist majority of the country. It is interesting that in the Western world a lot of attention has been paid to this warlike situation in far Southern Asia. Why is this so? Is the media really well informed about this conflict? Dr Costas Laoutides from the Deakin University in Melbourne has done a lot of research on the Rohingya conflict, of which parts were funded by the Gerda Henkel Foundation. We asked him for an interview about the recent incidents in Myanmar.

Ins Feld, ins Museum oder an die Uni?

a.r.t.e.s.-Alumnus Marcel Danner forscht in der Klassischen Archäologie

Seit 2015 ist Dr. Marcel Danner am Lehrstuhl für Klassische Archäologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg beschäftigt. Als einer der ersten a.r.t.e.s.-Doktorandinnen und Doktoranden promovierte er von 2009 bis 2012 im Integrated Track der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne. Seine Dissertation im Fach Klassische Archäologie schrieb er über die Wohnkultur im spätantiken Ostia. Darüber hinaus forscht er zur materiellen Kultur der Spätantike und zu Landschafts- und Architekturdarstellungen in der antiken Kunst.

Rebellische Klangwelten – Musikperformance der Tarkiba-Band

Salon Sophie Charlotte 2017

Tarkiba – so heißt die 2016 in Berlin gegründete Band, deren Musiker alle aus Ägypten stammen. Tarkiba bedeutet, dass viele einzelne Teile – ähnlich einem Mosaik – zu einem lebendigen und vielfältigen Ganzen zusammengefügt wurden. So bildet die Band eine Brücke zwischen der arabischen Klangwelt und Weltmusik. In ihren Texten erzählen die Musiker von kleinen zwischenmenschlichen Begegnungen in ihrer Heimat, von den Träumen und Fantasien der Menschen. Mit Texten, die Geschichten aus dem Alltag der Menschen erzählen, möchten sie aufrütteln und zum Nachdenken anregen. Sie singen gegen Vorurteile, Stillstand und Tabus.

Honorary Fellow des Historischen Kollegs Todd Weir erhält renommierten Buchpreis

Todd Weir, Honorary Fellow am Historischen Kolleg im Jahr 2012, erhält für sein unter anderem in der Kaulbach-Villa entstandenes Werk „Secularism and Religion in Nineteenth-Century Germany. The Rise of the Fourth Confession“ (Cambridge University Press, New York, 2014, XV, 304 S.) den Jacques-Barzun-Preis für das beste kulturgeschichtliche Buch. Die renommierte Auszeichnung wird jedes Jahr von der American Philosophical Society, der 1743 von Benjamin Franklin gegründeten und damit ältesten Gelehrtenvereinigung der USA, vergeben. Die Preisverleihung findet im April 2018 statt. Todd Weir ist Professor für die Geschichte des Christentums und der modernen Kultur an der Universität Groningen (Niederlande).

„Hier wird frei geforscht und diskutiert“

Interview mit David Bartosch über das universitäre Leben in China

Dr. David Bartosch war vor einigen Jahren noch Promotionsstipendiat der Gerda Henkel Stitung. In seiner Dissertation beschäftigte er sich mit der Philosophiegeschichte Deutschlands und Chinas. Nach seiner Promotion zog es ihn nach Peking, wo er heute lebt und arbeitet. Bereits in einem früheren Beitrag hat uns David Bartosch seine Eindrücke aus China mitgeteilt. Dieses Mal haben wir ihn vor allem zu seiner aktuellen Tätigkeit und dem Wesen der chinesischen Universitätslandschaft befragt.

Veranstaltungen des Historischen Kollegs im Wintersemester 2017/2018

Im Wintersemester 2017/2018 finden folgende Veranstaltungen am Historischen Kolleg statt:
Montag, 16. Oktober 2017, 19.00 UhrVORSTELLUNG DER FELLOWS DES 38. KOLLEGJAHRES UND IHRER FORSCHUNGSPROJEKTEProf. Dr. Marian Füssel, Dr. Christian Jaser, Prof. Dr. Monica Rüthers, Dr. Anette Schlimm, Dr. Johannes Wienand
Montag, 23. Oktober 2017, 19.00 UhrVORTRAG: Schuld und Sühne? Reaktionen der katholischen Kirchenführung zu Nürnberger Prozessen und Entnazifizierung 1945–1955Prof. Dr. Gerald Steinacher (University of Nebraska-Lincoln, Honorary Fellow des Historischen Kollegs)
Donnerstag, 9. November 2017, 19.00 UhrBUCHPRÄSENTATION: Die Hüter der Begriffe. Politische Sprachen des Konservativen in Großbritannien und der BundesrepublikUnter anderem mit der Autorin PD Dr. Martina Steber sowie Prof. Dr. Andreas Wirsching (Institut für Zeitgeschichte München–Berlin)Kooperationsveranstaltung mit dem IfZ, dem DHI London und dem Verlag De Gruyter
Montag, 15. Januar 2018, 19.00 UhrVORTRAG: Die „Kinder des Oktober“. Kinder als Zukunftsträger in sowjetischen BilddarstellungenProf. Dr. Monica Rüthers (Universität Hamburg, Senior Fellow des Instituts für Zeitgeschichte beim Historischen Kolleg)
Montag, 29. Januar 2018, 19.00 UhrVORTRAG: Wer hat Angst vor Deutschland? Ein Spiegelkabinett europäischer Wahrnehmungen seit 1870Prof. Dr. Andreas Rödder (Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Honorary Fellow des Historischen Kollegs)
Donnerstag bis Samstag, 1. bis 3. März 2018KOLLOQUIUM: Der Siebenjährige Krieg 1756–1763: Mikro- und Makroperspektiven/The Seven Years War 1756–1763: Micro- and Macroperspectives*Prof. Dr. Marian Füssel (Georg-August-Universität Göttingen, Fritz Thyssen Senior Fellow des Historischen Kollegs)
Mittwoch bis Freitag, 14. bis 16. März 2018KOLLOQUIUM: Internationale Beziehungen und „emotional regimes“. Neue Fragen an die Geschichte des Kalten Krieges*Prof. Dr. Hélène Miard-Delacroix (Universität Paris-Sorbonne/Paris IV) und Prof. Dr. Andreas Wirsching (LMU München)Kooperationsveranstaltung mit der Max Weber Stiftung
Montag, 19. März 2018, 19.00 UhrVORTRAG: Agonale Renaissance. Städtische Pferderennen des 15. Jahrhunderts zwischen München und RomDr. Christian Jaser (Humboldt-Universität zu Berlin, Junior Fellow des Historischen Seminars der LMU und des Freundeskreises des Historischen Kollegs)
 
Alle Veranstaltungen finden im Historischen Kolleg (Kaulbachstr. 15, 80539 München) statt. Einlass ist von 18.30 Uhr bis maximal zum Veranstaltungsbeginn. Bitte beachten Sie, dass die Anzahl der Sitzplätze begrenzt ist. Der Zugang zum Haus ist nicht barrierefrei. Die Veranstaltungen werden fotografisch und audiovisuell dokumentiert. Mit Ihrer Teilnahme erklären Sie sich mit der Aufzeichnung und deren Nutzung einverstanden.
* Eine Teilnahme an den wissenschaftlichen Kolloquien ist nur nach vorheriger bestätigter Anmeldung beim Historischen Kolleg möglich.

Nahrungsquelle Meer – Entwicklungen, Gefährdungen, Prognosen

Baseler Hof Säle, Esplanade 15, 20354 Hamburg

Das Meer ist noch immer die größte Nahrungsquelle der Welt und mehr als eine Milliarde Menschen sind direkt von ihr abhängig. Auch in Deutschland ist die Fischereiwirtschaft ein hochmoderner Wirtschaftssektor und ein wichtiger Arbeitgeber vor allem im norddeutschen Raum. Doch die Fischerei befindet sich weltweit in einer schweren Krise und muss Lösungen zu deren Bewältigung finden.
So schätzt die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, dass rund 30 Prozent aller erfassten Bestände überfischt sind und 60 Prozent extensiv genutzt werden. Klimawandel, Überkapazitäten und Überkapitalisierung der industriellen Fangflotten, illegale Fischerei sowie unzureichende nationale und internationale politische und rechtliche Rahmenbedingungen – diese vielfältigen Problemlagen bedrohen das Meer als Nahrungsquelle auch für die Zukunft.
Wie kann das Meer als Nahrungsquelle nachhaltig bewirtschaftet werden? Und wie kann eine nachhaltige Fischereipolitik auf politischer und rechtlicher Ebene auch global umgesetzt werden? Welche Lösungsansätze gibt es im Angesicht aktueller Entwicklungen?
Diese und weitere Fragen diskutieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler interdisziplinär bei der Veranstaltung. Die Diskussion findet im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2016*17 – Meere und Ozeane statt.

„Massenhysterische Verfassung des Zeitgeistes“

Interview mit Christian Kohlross über neurotische Kollektive

Die Diagnose des Kulturwissenschaftlers und Psychotherapeuten Dr. Christian Kohlross lautet kurz und knapp: Die westlichen Gesellschaften sind therapiebedürftig. Symptome der diagnostizierten kollektiven Neurose seien vor allem Hysterie, Depression und Narzissmus. Zuletzt haben wir in einem Interview mit dem Psychiater und Psychoanalytiker Dr. Hans-Jürgen Maaz über ganz ähnliche Phänomene gesprochen, der die Ursachen für das Führen eines falschen Lebens in Überanpassung und Überkonformität ausmachte. Christian Kohlross setzt einen anderen Akzent zur Erklärung von der von ihm festgestellten kollektiven Neurose, in der Affektisolierung, Externalisierung und kognitive Dissonanz eine entscheidende Rolle spielen. Wir haben ihm unsere Fragen gestellt.

Die „Gewaltsituation“. Zur Partizipation in kollektiver Gewalt

Vortrag von Dr. Kristin Platt (Bochum) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

Der Vortrag wird in einem Resümee die in den einzelnen Beiträgen der Vorlesungsreihe aufgeworfenen Fragen, politischen Bruchlinien, wissenschaftlichen Herausforderungen und Entwicklungen zusammenzutragen. Dies wird eingebunden in eine Problematisierung aktueller Forschungsperspektiven. Was am Schluss bleibt, ist die schwierige Annäherung an das „Zwischen“, das „Wir“: Denn dort, wo Täter eines Massakers sich als moralisch empfinden, wo Gewalt nach wie vor legitimierbar ist, wo wir Kontinuierungen von Gewaltverhältnissen erkennen, müssen wir die Frage, was zu Partizipation in kollektiven Gewaltsituationen führt, vielleicht doch noch einmal nachhaltiger stellen. In jüngeren Studien sind aus unterschiedlich disziplinären Perspektiven Beiträge vor allem zu situationalen Dynamiken und Ermöglichungsräumen geleistet worden. Doch können diese Ansätze die Stabilität und Kohärenz erklären, die in Gewaltsituationen für die Tatbeteiligten besteht? Und warum fasziniert noch immer die Rede von der „Normalität“ der Täter, die nicht einmal mit der Rede von der Rückkehr des „Bösen“ in Widerspruch gerät?

Learning from Venice, Athens, Kassel, and Münster (and in between)

Report by Lilia Sokolova about a.r.t.e.s. alumna Francesca Valentini’s summer school “Contemporary Art in the Global Present”

From July 10 to 22, 2017, a.r.t.e.s. alumna Francesca Valentini led the interdisciplinary summer school “Contemporary Art in the Global Present.” Seventeen participants from Italy, Greece, Germany, Canada, and Austria set on a mutual journey across Europe to explore the decade’s major international exhibitions of contemporary art. Although the group of advanced M.A. students, doctoral candidates, and post-docs represented diverse academic disciplines (art history, cultural studies, anthropology, political science, sociology, linguistics, and Chinese studies), everyone shared an interest in the cultural, social, political and economic implications of the so-called “SuperKunstSommer.” The epithet refers to the decennial concurrence of the Venice Biennale, documenta, and Skulptur Projekte Münster. This year it also became the itinerary of the DAAD-funded summer school, which was held by the a.r.t.e.s. Graduate School in collaboration with the Department of Philosophy and Cultural Heritage of the Università Ca’ Foscari Venezi and the Department of Communication & Media Studies of the National and Kapodistrian University of Athens.

Kunst, Unternehmen, Öffentlichkeit

Gedanken von Tanja Bernsau und Ries Roowaan zu einem Dreieck, das keines ist

Betritt man die Eingangshallen größerer Unternehmen, hat man nicht selten das Gefühl, sich in eine Kunsthalle verirrt zu haben. Viele Firmen haben ihre öffentlichen Räume wie auch die Büros der leitenden Angestellten mit modernen und zeitgenössischen Kunstwerken von hoher Qualität dekoriert, die ohne Weiteres in einem renommierten Museum für Gegenwartskunst hängen oder stehen könnten. Manch international operierende Firma hat mittlerweile sogar eine qualitativ bessere Kunstsammlung als ein Durchschnittsmuseum in der Provinz. Zwar ist dies im kontinentalen Europa – dem die Vereinigten Staaten sowie das Vereinigte Königreich um einiges voraus waren – eine relativ neue Entwicklung, die sich erst in den letzten Jahrzehnten richtig durchgesetzt hat, aber es sieht danach aus, dass sie bleibend ist.

Kunst, Unternehmen, Öffentlichkeit – Gedanken zu einem Dreieck, das keines ist

Von Tanja Bernsau und Ries Roowaan

Betritt man die Eingangshallen größerer Unternehmen, hat man nicht selten das Gefühl, sich in eine Kunsthalle verirrt zu haben. Viele Firmen haben ihre öffentlichen Räume wie auch die Büros der leitenden Angestellten mit modernen und zeitgenössischen Kunstwerken von hoher Qualität dekoriert, die ohne Weiteres in einem renommierten Museum für Gegenwartskunst hängen oder stehen könnten. Manch international operierende Firma hat mittlerweile sogar eine qualitativ bessere Kunstsammlung als ein Durchschnittsmuseum in der Provinz. Zwar ist dies im kontinentalen Europa – dem die Vereinigten Staaten sowie das Vereinigte Königreich um einiges voraus waren – eine relativ neue Entwicklung, die sich erst in den letzten Jahrzehnten richtig durchgesetzt hat, aber es sieht danach aus, dass sie bleibend ist.

On the Relationship of “Media and Mobility”

Anthropological workshop invites international researchers to Cologne

From September 14 to 16, 2017, the international workshop “Anthropologies of Media and Mobility: Theorizing movement and circulations across entangled fields”, co-organized by the a.r.t.e.s. Research Lab, will take place at the University of Cologne. It seeks to theorize the relationship between media and mobility from an anthropological point of view and will further include findings of multidisciplinary and mixed-methodological approaches between social anthropology and other disciplines like gender studies and postcolonial theories.

Paradiese

Einladung zur kritischen Begutachtung (open peer review)

Kunsthistorikerinnen und Philosophen, Historikerinnen und Religionswissenschaftler, Literaturwissenschaftlerinnen und Soziologien vermessen unsere Sehnsucht.
www.avenue.jetzt
Gerne möchten wir die L.I.S.A community einladen, die Beiträge einer offenen peer review zu unterziehen: Bis zum 12. September nehmen wir Kommentare und Kritiken entgegen. Danach gelangen die Beiträge in den Druck – mitsamt ausgewählten Kommentaren. Wir freuen uns über eine rege Diskussion.

Glaubensbekenntnisse: „Belief/Believe“

Ankündigung zum [sic!] Summer Institute Cologne 2017 von Christina Vollmert

Jedes Jahr im Sommer veranstaltet [sic!], das Summer Institute Cologne, eine Summer School auf Schloss Wahn in Köln-Porz. Die Seminare und Workshops verstehen sich als Plattform für interdisziplinäre Diskussionen zwischen internationalen Absolventinnen und Absolventen der Geschichts- und Kulturwissenschaften. [sic!] findet das nächste Mal vom 29. August bis 9. September 2017 zum Thema „[belief/believe]“ statt und wird gefördert mit Mitteln der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne.

Dantons Tod im Paternoster

Salon Sophie Charlotte 2017

Die Revoltution frisst ihre eigenen Kinder. So ereilte es bereits Danton, der anders als Robespierre gewaltlos eine Repulik schaffen wollte. Seine Gegnerschaft zu den ehemals Verbündeten bezahlte er mit dem Leben. Georg Büchner hat diese tragische Dialektik vieler Revolutionen in seinem Drama „Dantons Tod“ künstlerisch verarbeitet. Studierende der Universität der Künste haben Büchners Text als Steinbruch für eine besondere Performance unter der Regie von Simon Schlingplässer und Alfred Hartung verwendet. Im Paternoster der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften führen sie ihre Fassung auf.

Die Kunst als Utopie der Revolution

Salon Sophie Charlotte 2017

Richtige Revolutionen sind politisch – in Ursprung, Motiven, Durchführung und Zielen. Das Paradigma dafür ist bis heute die Französische Revolution von 1789. Das Bemühen in Deutschland um eine ähnliche revolutionäre Kraft und Ausstrahlung, war von wenig Erfolg getragen. Woran lag das? Waren die Deutschen für Revolutionen nicht gemacht? Das fragten sich bereits die zeitgenössischen Intellektuellen, wie Goethe, Schlegel oder Fichte. Revolutionärer Ruhm ließe sich dann aber vielleicht auf einem anderen Feld ernten, dort, wo die Deutschen etwas zu bieten hatten: in Philosophie, Dichtung und Kunst? Diesem Ansatz geht in seinem Vortrag der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Wilhelm Voßkamp nach: Können Philosophie, Dichtung und Kunst als ästhetische Revolution an die Stelle politischer treten und dabei ein gleichrangiges Paradigma bieten?

Der Geschichtstalk im Super7000

Worum geht es?

Der Geschichtstalk im Super7000 startet am 14. September 2017 als neues interaktives Gesprächsformat im Internet, wenn man so will: eine neuartige „Talkshow“. Namhafte Historiker_innen aus allen Epochen und das Internet diskutieren über drängende Themen der Public History. Wir greifen Themen aus aktuellen öffentlichen Debatten auf und klopfen sie auf ihre Bedeutung für das Geschichtsbild in der Gegenwart ab. Wer geht öffentlich mit Geschichte um und wie? Wer sind die tonangeben­den Meinungsmacher_innen des Geschichtsbewusst­seins? Wir senden live im Internet und laden alle Geschichtsin­teressierten zur Teilnahme an der Diskussion ein – live als Gesprächstpartner_in über Twitter, auf Facebook, aber auch langfristig auf unserem Weblog. Die Rück­kopplung mit unserem Publikum ist ein zentraler Bestandteil der Sendung. Wir wollen keine reinen Fachgespräche über wissenschaftliche Fragen in einer geschlossenen Expertenrunde führen. Wir diskutieren aus der Sicht professioneller Histori­ker_innen mit unterschiedlichen Schwerpunkten über Themen, die heute ein breites Publikum mit Geschichte in Berührung bringen.

Nepal – Zerbrechliches Erbe: Episode 4 – Gespräch mit Niels Gutschow über das Leben und die Arbeit eines Forschers Nepal

In unserem ausführlichen Interview erläutert Prof. Dr.-Ing. Niels Gutschow als der Leiter des wissenschaftlichen Projekts zum Wiederaufbau zerstörter Tempel in Nepal die Hintergründe seiner Arbeit. Welche Ziele verfolgt er dabei? Wie erklärt sich seine persönliche Verbundenheit mit dem Land Nepal, zu seinen Einwohner und der dazugehörigen Kultur? Auf welche Schwierigkeiten ist er bei der Umsetzung des Projekts gestoßen? Und vor allem haben wir von ihm wissen wollen, wie er Denkmalschutz und Kulturerhalt im Spannungsfeld von Restaurierung, Bewahrung und Neuschöpfung einschätzt? Wie verhalten sich westliche Vorstellungen von Denkmalpflege zu lokalen?

Die Frage nach der Umwelt im Anthropozän

a.r.t.e.s.-Promovierende organisieren interdisziplinäre Konferenz „environment | agency“

Das a.r.t.e.s. forum 2017 steht wieder vor der Tür: Die am 07. Juli stattfindende interdisziplinäre Konferenz beschäftigt sich in diesem Jahr mit „environment | agency“. Das a.r.t.e.s. forum ist die alljährliche Gelegenheit für Promovierende der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne und der Philosophischen Fakultät, in Eigenregie eine hochkarätig und international besetzte Konferenz zu planen und durchzuführen. Das Organisationsteam hat sich dabei mit „environment | agency“ für das spannende und hochaktuelle Thema des Zusammenspiels zwischen (menschlicher und nichtmenschlicher) Agentivität einerseits und der Umwelt andererseits entschieden. An zentraler Stelle steht dabei die Frage, was Umwelt in der häufig als Anthropozän, also einem maßgeblich durch menschliche Aktivität beeinflussten Erdzeitalter, bezeichneten Gegenwart überhaupt bedeutet. Dabei sollen nicht zuletzt die Bezüge zu sowohl unterschiedlichen theoretischen Kontexten, etwa Posthumanismus und objektorientierte Ontologie, als auch zu zeitgenössischen Ereignissen, beispielsweise der Finanzkrise und Umweltdesastern wie der Nuklearkatastrophe in Fukushima, beleuchtet werden.

John B. Judis: „The Populist Explosion“

Der US-amerikanische Publizist John B. Judis über die Hintergründe von Donald Trumps politischen Erfolg und populistische Bewegungen in den USA und in Europa

John B. Judis (Washington) ist ein US-amerikanischer Autor und Publizist, der sich in mit Geschichte und Gegenwart der US-amerikanischen Politik auseinandersetzt. In seinem viel beachteten, 2016 erschienenen Buch „The Populist Explosion. How the Great Recession Transformed American and European Politics“ beleuchtet er die Hintergründe des Wahlsiegs von Donald Trump und vergleicht das Phänomen des Populismus in den USA und in Europa. Wie sich populistische Bewegungen formiert haben und welche Bedeutung sie dies- und jenseits des Atlantiks künftig haben werden, war auch Gegenstand seines Vortrags zum Auftakt der vierten Jahrestagung der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien am 1. Juni 2017 in Regensburg, die dem Thema „The End of the Liberal Order? Central, East and Southeast European Populism in Comparative Perspective“ gewidmet war.

Nepal – Zerbrechliches Erbe: Episode 3 – Der Wiederaufbau des Harishankara Tempels

Der 1706 gestiftete Tempel des Harishankara auf dem Durbar Square in Patan ist infolge des Erdbebens von 2015 bis auf den Sockel eingestürzt. Bei der Begutachtung der Schäden wird das Ausmaß des Schadens deutlich: sogar die Fundamentschäden weisen Brüche und Risse auf, zahlreiches schmückendes Beiwerk in Form von Figuren und Ornamenten ist zerstört. Was übrig geblieben ist, wird akribisch dokumentiert und gelagert. Für das aber, was unwiederbringlich verloren ist, stellt sich für die Forscher, Architekten, Restauratoren und Handwerker nun die entscheidende Frage: Wie viel an modernen Eingriffen in die historische Bauweise ist erlaubt? Was darf wie wiederhergestellt werden? Dürfen beispielsweise zerstörte und für immer verlorene Holzfiguren neu geschnitzt werden und den Platz der alten Figur einnehmen? Westliche Vorstellungen und Konzepte zur Denkmalpflege prallen hier auf Traditionen der Einheimischen. 

Nepal – Zerbrechliches Erbe: Episode 3 – Der Wiederaufbau des Harishankara Tempels

Der 1706 gestiftete Tempel des Harishankara auf dem Durbar Square in Patan ist infolge des Erdbebens von 2015 bis auf den Sockel eingestürzt. Bei der Begutachtung der Schäden wird das Ausmaß des Schadens deutlich: sogar die Fundamentschäden weisen Brüche und Risse auf, zahlreiches schmückendes Beiwerk in Form von Figuren und Ornamenten ist zerstört. Was übrig geblieben ist, wird akribisch dokumentiert und gelagert. Für das aber, was unwiederbringlich verloren ist, stellt sich für die Forscher, Architekten, Restauratoren und Handwerker nun die entscheidende Frage: Wie viel an modernen Eingriffen in die historische Bauweise ist erlaubt? Was darf wie wiederhergestellt werden? Dürfen beispielsweise zerstörte und für immer verlorene Holzfiguren neu geschnitzt werden und den Platz der alten Figur einnehmen? Westliche Vorstellungen und Konzepte zur Denkmalpflege prallen hier auf Traditionen der Einheimischen. 

Monetary Games, Big Data and Mereological Magic Gambling, Speculation and Numerology in an Age of Uncertainty

Bericht zum Workshop von Christoph Lange & Dr. Mario Schmidt

Vor dem Hintergrund unserer Forschungsschwerpunkte und Einzelprojekte in der Nachwuchsforschungsgruppe „Transformations of Life“ im Research Lab der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne, die sich mit Praktiken des Umgangs und der ‚Bewältigung’ von Unsicherheit und Risiko beschäftigen, haben wir am 07. und 08. November 2016 führende internationale Wissenschaftlerinnen (1) zu einem Workshop an die Universität zu Köln eingeladen, um mit ihnen gemeinsam analytische und strukturelle Ähnlichkeiten zwischen divinatorischen Praktiken, Finanzspekulation und dem oftmals pathologisiertem Glücksspiel aufzudecken und zu diskutieren.

Über Revolution und Reformation in der Musik

Salon Sophie Charlotte 2017

Beim Thema Revolution und Reformation in der Musik schwingen zwei Deutungsebenen mit, auf denen sich jeweils aus unterschiedlicher Perspektive über das Thema diskutieren lässt: die Musik selbst, bei der Instrumente, Theorien und Arrangements revolutionäre und reformatorische Veränderungen haben, oder die Musik als Resonanzkörper für politische Revolutionen und gesellschaftliche Reformen. Der Sprach- und Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Ernst Osterkamp diskutiert beide Aspekte mit der Dramaturgin Nike Wagner und dem Musikritiker Gerhard R. Koch.

Nepal – Zerbrechliches Erbe: Episode 2 – Ritual bestimmt das Leben

Die nepalesische Gesellschaft ist vor allem eine Ritualgesellschaft. So beginnt für die Newars, die größte Ethnie im Kathmandutal, jeder Tag mit der Verehrung der Götter der Nachbarschaft und der Besänftigung von Geistern. Die Versorgung der Ahnen mit Nahrung und Wasser gehört dabei zu einem ihrer wichtigsten Rituale. Auch beim Wiederaufbaufbau der durch das Erdbeben im Kathmandutal zerstörten Tempel kommt Ritualen eine wesentliche Rolle zu. Unter anderem werden die Werkzeuge, die bei den Restaurierungsmaßnahmen zum Einsatz kommen sollen, mit dem Blut einer geopferten Ziege geweiht. Die Weihung der Werkzeuge und im Anschluss daran auch der Handwerker ist eingebunden in ein großes Volksfest.

Der Körper erinnert sich: Zum Leibgedächtnis bewaffneter Konflikte

Prof. Dr. Teresa Koloma Beck (München) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

Wie werden Kriege erinnert? Und welche politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen ergeben sich daraus? Im 20. Jahrhundert sind solche Fragen zum festen Repertoire der Politik in Nachkriegsgesellschaften geworden. Dabei werden Erinnern und Gedächtnis in der Regel als mentale oder kognitive Vorgänge verstanden, als Prozesse, die der Sphäre des Geistes angehören. Jedoch wirken Kriege nicht nur auf Bewusstsein. Sie wirken auch auf Körper. Denn das entscheidende Merkmal bewaffneter Konflikte ist die Präsenz physischer Gewalt, die auf Körper zielt und Körper trifft. So produzieren bewaffnete Konflikte nicht nur mentale Erinnerungen, sondern schreiben sich über wiederholte Gewalterfahrungen auch in das leibliche Gedächtnis ein. Der Vortrag diskutiert diese Dynamiken und deren politische und soziale Implikationen vor dem Hintergrund ethnographischer Studien in Angola, Mosambik und Afghanistan. Dabei greift er auf Theoriefiguren aus Phänomenologie und Pragmatismus zurück.

„Der Reformator Martin Luther 2017“

Band 92 der Schriftenreihe des Historischen Kollegs jetzt auch als Paperback

Pünktlich zum diesjährigen Reformationsjubiläum hat der Verlag De Gruyter/Oldenbourg den in der Reihe „Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien“ als Hardcover publizierten Band „Der Reformator Martin Luther 2017. Eine wissenschaftliche und gedenkpolitische Bestandsaufnahme“ in einer kostengünstigen Paperback-Ausgabe herausgebracht. 16 renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen darin ihre Forschungsergebnisse zum Reformator und zu dessen 500-jähriger Rezeptionsgeschichte vor. Das Werk geht auf eine Tagung zurück, die der bekannte Frühneuzeithistoriker und Luther-Biograf Heinz Schilling im Historischen Kolleg abgehalten hat.
Nach den Worten Schillings vollzieht der Band in doppelter Hinsicht eine radikale Historisierung: „Zum einen stellt er das Fremde des Reformationsjahrhunderts und die im Vergleich zu heute anderen Bedingungen des Denkens und Handelns Luthers und seiner Zeitgenossen heraus. Zum anderen versucht er, eine 500-jährige Rezeptionsgeschichte in archäologischen Schichten abzutragen, um zu Luther vorzustoßen, aber auch um die weltgeschichtlichen Auswirkungen zu verstehen.“ Damit, so der Herausgeber, trage das Buch dazu bei, die öffentliche Diskussion über die Reformation und deren Folgen auf eine geschichtswissenschaftliche Grundlage zu stellen.
„Der Reformator Martin Luther 2017. Eine wissenschaftliche und gedenkpolitische Bestandsaufnahme“ ist als Band 92 der Reihe „Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien“ im Verlag De Gruyter/Oldenbourg erschienen. Eine Übersicht über die gesamte Reihe sowie zahlreiche Bände als pdf-Datei zum kostenlosen Herunterladen und Durchsuchen finden sich auf der Homepage des Historischen Kollegs.
Heinz Schilling (Hg.): Der Reformator Martin Luther 2017. Eine wissenschaftliche und gedenkpolitische Bestandsaufnahme. Berlin/Boston 2017, XVII, 309 S., ISBN 978-3-11-055499-1, 19,95 €

„Der Reformator Martin Luther 2017“

Band 92 der Schriftenreihe des Historischen Kollegs jetzt auch als Paperback

Pünktlich zum diesjährigen Reformationsjubiläum hat der Verlag De Gruyter/Oldenbourg den in der Reihe „Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien“ als Hardcover publizierten Band „Der Reformator Martin Luther 2017. Eine wissenschaftliche und gedenkpolitische Bestandsaufnahme“ in einer kostengünstigen Paperback-Ausgabe herausgebracht. 16 renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen darin ihre Forschungsergebnisse zum Reformator und zu dessen 500-jähriger Rezeptionsgeschichte vor. Das Werk geht auf eine Tagung zurück, die der bekannte Frühneuzeithistoriker und Luther-Biograf Heinz Schilling im Historischen Kolleg abgehalten hat.
Nach den Worten Schillings vollzieht der Band in doppelter Hinsicht eine radikale Historisierung: „Zum einen stellt er das Fremde des Reformationsjahrhunderts und die im Vergleich zu heute anderen Bedingungen des Denkens und Handelns Luthers und seiner Zeitgenossen heraus. Zum anderen versucht er, eine 500-jährige Rezeptionsgeschichte in archäologischen Schichten abzutragen, um zu Luther vorzustoßen, aber auch um die weltgeschichtlichen Auswirkungen zu verstehen.“ Damit, so der Herausgeber, trage das Buch dazu bei, die öffentliche Diskussion über die Reformation und deren Folgen auf eine geschichtswissenschaftliche Grundlage zu stellen.
„Der Reformator Martin Luther 2017. Eine wissenschaftliche und gedenkpolitische Bestandsaufnahme“ ist als Band 92 der Reihe „Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien“ im Verlag De Gruyter/Oldenbourg erschienen. Eine Übersicht über die gesamte Reihe sowie zahlreiche Bände als pdf-Datei zum kostenlosen Herunterladen und Durchsuchen finden sich auf der Homepage des Historischen Kollegs.
Heinz Schilling (Hg.): Der Reformator Martin Luther 2017. Eine wissenschaftliche und gedenkpolitische Bestandsaufnahme. Berlin/Boston 2017, XVII, 309 S., ISBN 978-3-11-055499-1, 19,95 €

Zwischen Geschichtlichkeit und Schöpfungsmacht: Die Cologne Summer School of Interdisciplinary Anthropology

The Phenomenality of Material Things: Praxis – Genesis – Cognition

Der zweite Teil der dreijährigen Cologne Summer School of Interdisciplinary Anthropology The Phenomenality of Material Things: Praxis – Genesis – Cognition fokussierte im September 2016 die genetische Perspektive auf die Materialität von Dingen und ihre Wechselwirkung auf Kultur, Geschichte und Denken. Organisiert wurde sie vom Research Lab der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne in Kooperation mit dem Internationalen Kolleg Morphomata und dem Collaborative Research Centre 806 „Our Way to Europe“.