Planet History

Tag Archive for Gegenwarts- und zukunftsbezogene Projekte

Piraterie – Von der Antike bis zur Gegenwart

Symposium „Über das Meer“ | Abschließende Podiumsdiskussion

Der Gedanke an Piraten ist mir viel Romantik und einer gewissen Abenteuersehnsucht verbunden. Die Namen, die einem dabei einfallen, sind schillernd: Blackbeard, Cäpt’n Kidd, Rackham, Drake, Morgan oder Störtebecker. Literatur und Film haben das Seeräuberwesen sogar zu einem eigenen Genre ausgebaut und damit zu seiner Popularisierung erheblich beigetragen. Diese Vorstellung von Piraten und Piraterie repräsentiert jedoch nur einen sehr kurzen Abschnitt ihrer langen Geschichte. Denn seitdem Menschen mit Schiffen übers Meer fahren, gibt es auch Piraten – bis heute. Diese historische und aktuelle Dimension ist Thema der vorliegenden Podiumsdiskussion. Es diskutieren Prof. Dr. Thomas Jäger, Prof. Dr. Michael North, Prof. Dr. Marian Paschke sowie Dr. Patricia Schneider.

16 Shots. Politische Gewalt gegen African Americans – eine Geschichte der Gegenwart

Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Martschukat (Erlangen) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

16 Schüsse hat der Polizist Jason D. van Dyke am 20. Oktober 2014 in Chicago auf den 17‐jährigen Afroamerikaner Laquan McDonald abgegeben. Der Polizeibericht besagt, McDonald habe die Polizisten mit einem Messer bedroht, so dass diese um ihr Leben gefürchtet hätten. Das Video einer Dashcam aus einem der Polizeiautos, das über ein Jahr später freigegeben wurde, zeigt ein anderes Bild. Der Vortrag wird von dem Fall McDonald ausgehen, um die jüngsten Fälle der Polizeigewalt gegen junge, afroamerikanische Männer aus der US‐amerikanischen Geschichte heraus zu verstehen. Dabei wird der Vortrag (erstens) das Politische dieser Gewalttaten ausloten und (zweitens) die Bedeutung ihrer Sichtbarmachung eruieren. In der jüngsten Zeitgeschichte sind es immer wieder Filme aus Handys, Überwachungskameras oder eben Dashcams gewesen, die dazu beigetragen haben, auf Polizeigewalt aufmerksam zu machen und diese – wie im Fall McDonald – auch vor Gericht zu bringen.

Science Sips zum Thema Fischereipolitik im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane

Schon einmal Naturschutz-Auster probiert oder beim Algencocktail über nachhaltigen Fischfang diskutiert?

Die letzte Science Sips Veranstaltung der Reihe „Ein Geschmack der Zukunft der Meere“ im Museum für Naturkunde findet am 19. Juli mit Kurzvorträgen und interaktiver Diskussion zum Thema Fischereipolitik statt.
Bei der Veranstaltungsreihe „Ein Geschmack der Zukunft der Meere“ gefördert vom BMBF im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2016*17 Meere und Ozeane gehen wir den Herausforderungen und Möglichkeiten der nachhaltigen Nutzung von Meeren und Ozeanen auf den Grund. Ziel des Projektes ist, durch dialogfördernde, sinnesorientierte und erlebnisreiche Veranstaltungen Fortschritte und Herausforderungen aus der nachhaltigen Meeresforschung einem breiten und interessierten Publikum zu vermitteln.
Fisch ist eins der bedeutendsten Nahrungsmittel weltweit und Berichte von Wissenschaftler_innen und NGOs warnen vor den gravierenden Folgen der Überfischung. Die deutsche und europäische Fischereipolitik soll den nachhaltigen Fischfang garantieren und die Ressourcen der Meere schützen – aber erreicht die aktuelle Fischereipolitik diese Ziele? Welche Auswirkung hat die Fischereipolitik darauf, was auf unseren Tellern landet? Wie kann man als Bürger_in und als Konsument_in einen Einfluss auf die Fischereipolitik und den Meeresschutz haben? Diese und noch mehr Fragen wollen wir bei diesem Science Sips im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Ein Geschmack der Zukunft der Meere“ des Wissenschaftsjahres 2016*17 Meere und Ozeane zusammen mit Expert_innen diskutieren.
Die Impulsvorträge werden unter anderem gehalten von:

Alexander Kempf — Arbeitsbereichsleiter Lebende Meeresressourcen am Thünen Institut für Seefischerei
Sebastian Wegner — Policy Coordinator der Fisheries Transparency Initiative der Humboldt-Viadrina Governance Platform
Vivien Kudelka — Fisheries and Stakeholder Engagement Manager am Marine Stewardship Council

 Moderation: Stephanie Wunder, Senior Fellow und Koordinatorin des Bereiches Food Systems beim Ecologic Institut
 Die kulinarischen Partner Küstlichkeiten und Bone.Berlin servieren dabei Streetfood-Leckerbissen aus nachhaltigen Meeresprodukten.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Ecologic Institut gefördert vom BMBF im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2016*17 – „Meere und Ozeane“.
Eintritt: 5,-€, der Eintritt beinhaltet ein Streetfood-Häppchen
19. Juli 2017, Einlass 19.00 Uhr, Beginn 19.30 Uhr
Anmeldung erbeten unter: besucherservice@mfn-berlin.de oder 030 2093 8550

Lieder der Hoffnung und des Widerstands gesungen von Hanna Schygulla

Salon Sophie Charlotte 2017

Hanna Schygullas Auftritt kommt einem Streifzug durch die Geschichte des revolutionären Liedguts gleich. Angefangen mit der Hymne der Pariser Kommune von 1871 – Le Temps des Cerises – geht es weiter zu den antifaschistischen Widerstandliedern Bella Ciao und ¡Ay Carmela!, bis zu Bertolt Brechts und Hanns Eislers Wiegenlied und Ein Pferd klagt an. Im zweiten Teil führt Hanna Schygulla das Publikum zurück in die Zeit der Achtundsechziger: I can’t get no satisfaction (The Rolling stones), Blowing in the wind (Bob Dylan), Imagine (John Lennon), Here comes the sun (The Beatles), Born to be wild (Steppenwolf) und Me and Bobby McGee (Janis Joplin). Begleitet am Flügel wird Hanna Schygulla von Stephan Kanyar.

Der Mönch und das Rhinozeros. 1517 – ein Jahr der Weltrevolution?

Salon Sophie Charlotte 2017

Das Jahr 1517 ist das Luther-Jahr schlechthin, so die Rezeption im westlichen Europa und vor allem in Deutschland nicht erst im Jubiläumsjahr. Luther habe mit seinem revolutionären Thesenanschlag zu Wittenberg die Welt verändert, lautet dabei die gängige Erzählung. Der Neuzeithistoriker Prof. Dr. Heinz Schilling bestreitet die Bedeutung Martin Luthers für die Weltgeschichte nicht, kritisiert aber diese Fokussierung auf den Reformator als euro- bzw. germanozentrische Nabelschau. Sein Ansatz ist ein globalgeschichtlicher. Das Jahr 1517 sei vielmehr in eine Epochenschwelle mit einer Reihe von weltbedeutenden Ereignissen eingebettet. Stellvertretend für das Neue und Exotische jener Zeit steht im Vortrag von Heinz Schilling das Rhinozeros von Lissabon, das 1515 von Indien nach Portugal verschifft worden war und von Albrecht Dürer in seinem berühmten Holzschnitt festgehalten wurde. Weitere weltgeschichtliche Entwicklungen folgen. Es begrüßen zu Beginn die Ethnologin Prof. Dr. Carola Lentz sowie die Zivilrechtlerin Prof. Dr. Christine Windbichler.

„Vergessen ist einfacher als Erinnern!“

Workshop beleuchtet das schwierige Unterfangen, musikalisches Wissen zu speichern

Wie und wo wird musikalisches Wissen gespeichert? Wie kann es aktualisiert, wie abgerufen werden? Und gibt es einen methodischen Unterschied, je nachdem, ob man aus der Praxis oder aus der Wissenschaft auf dieses Wissen zugreift? Die Betrachtung dieser Fragen war Ziel des Workshops „Speicher musikalischen Wissens. Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis“, der am 8./9. Mai 2017 bei der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne stattgefunden hat. Organisiert von Marie Louise Herzfeld-Schild und Evelyn Buyken (beide Universität zu Köln) waren Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Praxis eingeladen, die Sicht ihrer jeweiligen Disziplinen und Tätigkeitsfelder dazulegen. Ausgehend von den Theorien Jan und Aleida Assmanns, nach denen Wissen und Erinnerung funktional bestimmt und gesellschaftlich bedingt sind, wurde Musik zu Beginn des Workshops als Kunstform definiert, die in einer Vielzahl von habituellen, sozialen und kulturellen Rahmen und Diskursen steht und sich daher besonders stark in spezifischen Praktiken manifestiert. Zusammen mit dem Konzept dreier Dimensionen von Gedächtnis nach Astrid Erll – 1. die materielle Dimension, 2. die soziale Dimension und 3. die mentale Dimension – begleiteten diese Definition und das Wissen um ihre Diskurse die Vorträge des Workshops während der gesamten zwei Tage. Das aus Sicht der Praxis ‚künstliche Auseinanderziehen‘ der Speicherformen des Wissens wurde vor allem deswegen als notwendig erachtet, um die verschiedenen Aspekte erkennbar und benennbar zu machen.

SCHERBEN_VON_PRORA – PROJEKTTRÄGER GESUCHT<br />

Europäisches Kulturerbejahr 2018
SHARING HERITAGE des Deutschen Nationalkomittees für Denkmalschutz/BKM

Für das Projekt „Scherben von Prora“ hatte ich 2016 ein Projektstipendium des Kulturministeriums Rheinland-Pfalz erhalten, das Projekt wurde jetzt für die Initiative SHARING HERITAGE des Deutschen Nationalkomittees für Denkmalschutz/BKM ausgewählt.
Um bei SHARING HERITAGE teilzunehmen wird ein Träger für das angemeldete Projekt „Scherben von Prora“ gesucht. Haben Sie einen Tipp? oder eine Idee z.B. welche Institution o.ä. diese Trägerschaft übernehmen würde? Arbeiten aus dem Projekt sind zurzeit im Arp Museum Bahnhof Rolandseck in der Ausstellung „ Was sich abzeichnet“ zu sehen. Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link: http://www.kuenstlerhaus-balmoral.de/stipendiaten/2016.html.
Gerne bin ich bereit, Ihnen das Projekt vorzustellen.
Markus Georg Reintgen Fritz-Kohl-Str. 15 55122 Mainz Fon: 01603873024 http://www.sharingheritage.de/

Tagung | Historische Gärten im Spannungsfeld zwischen Klimaanpassung und konservatorischem Auftrag

Berlin | Akademiegebäude am Gendarmenmarkt

Historische Gärten, Parks und Kulturlandschaften sind ein bedeutender Teil unseres kulturellen Erbes, den es zu bewahren gilt. Sie sind jedoch den sich verändernden Umweltbedingungen in besonderem Maße ausgesetzt. Die ­Interdisziplinäre Arbeitsgruppe (IAG)­„Historische Gärten im Klimawandel“ sucht nach Lösungsvorschlägen, um den Herausforderungen künftig ­begegnen zu können, die der klimatische Wandel für ­historische Gärten bedeutet. Aspekte wie Wetterbedingungen, Bodenverhältnisse, Wasserhaushalt, Biodiversität (Flora und Fauna) werden im Kontext von Kunstgeschichte, Denkmalpflege und soziologischen Fragestellungen (Nutzungsdruck) diskutiert. Nachdem sich die IAG bisher auf Gärten der Region Berlin-Brandenburg konzentriert hat, erweitern die Vorträge des Workshops den Blick auf Erfahrungen mit dem Erhalt historischer Parks und Gärten unter den Bedingungen des Klimawandels in England und Italien. Einbezogen wird auch die historische Perspektive, und zwar im Hinblick auf klimatische Extreme im 17. und 18. Jahrhundert.
Um Anmeldung wird bis zum 04. Juli gebeten unter https://www2.bbaw.de/anmeldung-gaerten

Auf dem Weg zu einer interdisziplinären Anthropologie

Die a.r.t.e.s.-Ringvorlesung „Was ist Anthropologie?“ im Sommersemester 2017

Die „II“ im Titel macht es deutlich: Die Frage der ersten a.r.t.e.s.-Ringvorlesung von 2014 „nach dem Menschen und seiner Praxis in den Wissenschaften“ hat sich nach intensiver Forschungsarbeit in den letzten Jahre zur Selbstreflexion der anthropologischen Disziplinen verschoben. a.r.t.e.s.-Juniorprofessor Thiemo Breyer hat gemeinsam mit David Sittler aus dem Research Lab der a.r.t.e.s. Graduate School für das Sommersemester 2017 die Ringvorlesung „Was ist Anthropologie? (II) Die Frage nach dem Menschen und seinem Selbstverständnis in den Wissenschaften“ entwickelt. In ihr kommen sowohl externe Expertinnen und Experten wie auch Angehörige der Universität zu Köln und Mitglieder des a.r.t.e.s. Research Labs zu Wort. Sie alle betreiben in ihren jeweiligen Disziplinen verschiedene Formen der Anthropologie: philosophische, kulturelle, soziale, pädagogische oder historische.

Der Umsturz von 1989/90: eine Revolution?

Salon Sophie Charlotte 2017

Der britische Historiker Timothy Garton Ash bezeichnete die Ereignisse in Deutschland der Jahre 1989/90 einige Zeit später nicht als Revolution sondern als Refolution. Das Kunstwort drückte in seinem Verständnis genau das aus, was sich in der Wendezeit ereignet hatte: eine eigenwillige Mischung aus Revolution, Evolution und Reform. Wie blickt man heute auf das damalige Geschehen, bei dem eine Weltordnung zusammenbrach, vieles aber erhalten blieb und sich einiges neu fügte? Wie erklärt man 1989/90 aus der gegenwärtigen Perspektive? Auf diese Fragen versuchen unter den Augen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die aus der ersten Reihe das Gespräch verfolgt, vier ehemalige DDR-Bürger sowie ein Bundesbürger Antworten zu finden: Marianne Birthler, Prof. Dr. Dagmar Schipanski, Prof. Dr. Joachim Sauer und Prof. Dr. Richard Schröder sowie Prof. Dr. Jürgen Kocka. Moderiert wird das Gespräch von Wlodzimierz Borodziej.

Globale Trends zu Flucht und Flüchtlingsschutz. Fragen zu Verantwortung, Lösungen und Lebensbedingungen von Flüchtlingen

Ein Beitrag in Ko-Autorinnennschaft von Ulrike Krause und Janna Wessels

Anlässlich des Weltflüchtlingstags, der seit 2001 jährlich am 20. Juni stattfindet, reflektieren wir in diesem Beitrag die internationalen Entwicklungen von Flucht und Flüchtlingsschutz und diskutieren drei zentrale Herausforderungen. Dabei gehen wir auf den kürzlich veröffentlichten Bericht über globale Trends 2016 des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) ein.

Livestream: “From Lucy to you: Reclaiming African History” | 20. Juni

Podiumsdiskussion der Deutschen Welle und der Gerda Henkel Stiftung zum Auftakt des Projekts „African Roots“

Als die Kolonialmächte Afrika eroberten, schrieben ihre Chronisten eine Geschichte Afrikas aus dem Blickwinkel der Europäer; die Folgen sind bis heute spürbar. Wie sollte die Geschichte Afrikas stattdessen erzählt werden? Welchen Beitrag können Historiker in Afrika leisten? Wie lässt sich dort Geschichtsvermittlung neu gestalten? Unter dem Titel “From Lucy to you: Reclaiming African History” sprechen Prof. Dr. Edward Kirumira (Makerere University, Uganda), Ndina Kioko (Filmemacherin und Autorin, Kenia) und Enoh Meyomesse (Autor, Historiker und politischer Aktivist, Kamerun) im Rahmen des Global Media Forum 2017 in Bonn über Geschichte und Identität. Die Konferenz, zu der insgesamt mehr als 2.000 Teilnehmer erwartet werden, folgt dem übergreifenden Thema „Identity and Diversity“. Die Podiumsdiskussion ist offizieller Auftakt des Projekts „African Roots“ der Afrika-Programme der Deutschen Welle, gefördert von der Gerda Henkel Stiftung. Es begrüßt Claus Stäcker, Leiter der Hauptabteilung Afrika der Deutschen Welle. Die Moderation hat Wanjiku Mwaura, ebenfalls Deutsche Welle.

Livestream: “From Lucy to you: Reclaiming African History” | 20. Juni, 9.30 Uhr

Podiumsdiskussion der Deutschen Welle und der Gerda Henkel Stiftung zum Auftakt des Projekts „African Roots“

Als die Kolonialmächte Afrika eroberten, schrieben ihre Chronisten eine Geschichte Afrikas aus dem Blickwinkel der Europäer; die Folgen sind bis heute spürbar. Wie sollte die Geschichte Afrikas stattdessen erzählt werden? Welchen Beitrag können Historiker in Afrika leisten? Wie lässt sich dort Geschichtsvermittlung neu gestalten? Unter dem Titel “From Lucy to you: Reclaiming African History” sprechen Prof. Dr. Edward Kirumira (Makerere University, Uganda), Ndina Kioko (Filmemacherin und Autorin, Kenia) und Enoh Meyomesse (Autor, Historiker und politischer Aktivist, Kamerun) im Rahmen des Global Media Forum 2017 in Bonn über Geschichte und Identität. Die Konferenz, zu der insgesamt mehr als 2.000 Teilnehmer erwartet werden, folgt dem übergreifenden Thema „Identity and Diversity“. Die Podiumsdiskussion ist offizieller Auftakt des Projekts „African Roots“ der Afrika-Programme der Deutschen Welle, gefördert von der Gerda Henkel Stiftung. Es begrüßt Claus Stäcker, Leiter der Hauptabteilung Afrika der Deutschen Welle. Die Moderation hat Wanjiku Mwaura, ebenfalls Deutsche Welle.

Nepal – Zerbrechliches Erbe

Das Projekt Zwei schwere Erdbeben trafen Nepal am 25. April und 12. Mai 2015. Tausende Menschen kamen ums Leben. Viele historisch bedeutende Tempel, Klöster und Palastanlagen wurden ganz oder teilweise zerstört. Unmittelbar danach schlossen sich das Auswärtige Amt und die Gerda Henkel Stiftung zu einer gemeinsamen Initiative zusammen, um den Erhalt bzw. Wiederaufbau des Kulturerbes in Nepal zu unterstützen. Ein Jahr nach den Erdbeben haben die Kooperationspartner und Gäste heute auf Einladung der Gerda Henkel Stiftung in Düsseldorf eine erste Bilanz gezogen: In einem Pressegespräch informierten sie über die Initiative, blickten auf die Situation in Nepal heute und boten einen Einblick in aktuelle Wiederaufbau-Projekte.
„Für die geförderten Projekte sind zwei Elemente wichtig“, erläuterte Prof. Dr. Ulrich Lehner, Mitglied des Kuratoriums der Gerda Henkel Stiftung und Mitglied des Gesellschafterausschusses der Henkel AG & Co. KGaA. „Sie werden gemeinsam mit Partnern in Nepal entwickelt und schließen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Fachkräfte und junge Wissenschaftler ein.“ Auf das Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen Amts ging Heidrun Tempel, Beauftragte für Außenwissenschafts-, Außenbildungs- und Außenforschungspolitik und Auswärtige Kulturpolitik des Auswärtigen Amts ein: „Einer der zentralen Schwerpunkte unserer Kulturarbeit im Ausland ist die Bewahrung des kulturellen Erbes in aller Welt sowie der Schutz und die Pflege der kulturellen Identität und ihrer Vielfalt. Auch bei Naturkatastrophen ist Kulturerhalt ein wichtiges Zeichen, dass Deutschland sich gemeinsam mit seinen Partnern der Zivilgesellschaft für den Erhalt kulturellen Erbes der Menschheit einsetzt. Wir danken der Gerda Henkel Stiftung für die Initiative und Unterstützung bei den Wiederaufbaumaßnahmen in Nepal.“
Darauf, dass die Situation in Nepal nach wie vor schwierig ist, verwies der Honorargeneralkonsul der Demokratischen Bundesrepublik Nepal für Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen, Ram Pratap Thapa. Doch seien Verbesserungen, auch durch ein weltweites Engagement vieler Institutionen, spürbar: „Internationale NGOs, staatliche Einrichtungen, Stiftungen und Einzelpersonen leisten hierzu einen großen Beitrag.“ Auf den Kenntnisreichtum der einheimischen Zimmerleute und Maurer vor Ort verwies in diesem Zusammenhang der Architekt, Denkmalpfleger und Bauhistoriker Prof. Dr. Niels Gutschow. „Die Handwerker bilden das eigentliche, nicht hoch genug einzuschätzende Potential jeglicher Wiederaufbauarbeit. Sie stellen das wieder her, was ihre Urahnen, ebenfalls Zimmerleute und Maurer, vor zwei- bis vierhundert Jahren geschaffen haben.
Die Gerda Henkel Stiftung hat für den Kulturerhalt in Nepal eine Million Euro bereitgestellt, das Auswärtige Amt 250.000 Euro. Die Dr. Martin Herrenknecht Verwaltungs GmbH unterstützt die Initiative mit zusätzlichen Mitteln in Höhe von 25.000 Euro.
Der Förderschwerpunkt Patrimonies der Gerda Henkel StiftungInnerhalb des Förderschwerpunktes Patrimonies finden Projekte Berücksichtigung, die sich auf die Bewahrung historischen Kulturerbes vorrangig in Krisenregionen konzentrieren und wissenschaftliches Arbeiten im Bereich von Geschichte, Archäologie und Kunstgeschichte in vielen Fällen überhaupt erst ermöglichen. Im Rahmen des Schwerpunkts werden Maßnahmen gefördert, die einen Beitrag zur Erhaltung von Kulturgütern, zur Verbesserung der wissenschaftlichen Infrastruktur, zur Ausbildung von Nachwuchskräften sowie zum Aufbau von Netzwerken in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft in den Zielländern leisten. Das Programm wird nicht ausgeschrieben, sondern in Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnern Schritt für Schritt entwickelt. Insbesondere durch die Aus- und Weiterbildung von Wissenschaftlern und Fachkräften möchte sich die Stiftung für eine Stärkung regionaler und wissenschaftlicher Strukturen einsetzen. Die zur Verfügung gestellten Mittel sollen vorwiegend in den Zielregionen wirksam werden.
Das Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen AmtsSeit 1981 unterstützt Deutschland im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik mit dem Kulturerhalt-Programm die Bewahrung des kulturellen Erbes in aller Welt, um das Bewusstsein für die eigene Identität im Partnerland zu stärken und einen partnerschaftlichen Kulturdialog zu fördern. Das Programm ist ein wirkungsvolles Instrument der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Gerade der Beitrag von Kulturerhalt-Vorhaben zur Stabilisierung in Krisenstaaten und als Krisenprävention hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Von 1981 bis 2015 wurden mehr als 2.700 Projekte in 144 Ländern mit rd. 65 Mio Euro gefördert. Die Bereiche, in denen das Auswärtige Amt mit dem Kulturerhalt-Programm aktiv ist, sind weit gefächert und reichen von der Restaurierung von Wandmalereien in Tempelanlagen, Sicherung und Sanierung von bedeutsamen Gebäuden über die Digitalisierung von Handschriften, Filmen, Klangarchiven und Publikationen zur Darstellung kulturellen Erbes. Wo möglich, werden Fachleute und die lokale Bevölkerung des Partnerlandes an der Durchführung beteiligt sowie die Projekte um eine Ausbildungskomponente vor Ort ergänzt.

Nepal – Zerbrechliches Erbe

Das Projekt Zwei schwere Erdbeben trafen Nepal am 25. April und 12. Mai 2015. Tausende Menschen kamen ums Leben. Viele historisch bedeutende Tempel, Klöster und Palastanlagen wurden ganz oder teilweise zerstört. Unmittelbar danach schlossen sich das Auswärtige Amt und die Gerda Henkel Stiftung zu einer gemeinsamen Initiative zusammen, um den Erhalt bzw. Wiederaufbau des Kulturerbes in Nepal zu unterstützen. Ein Jahr nach den Erdbeben haben die Kooperationspartner und Gäste heute auf Einladung der Gerda Henkel Stiftung in Düsseldorf eine erste Bilanz gezogen: In einem Pressegespräch informierten sie über die Initiative, blickten auf die Situation in Nepal heute und boten einen Einblick in aktuelle Wiederaufbau-Projekte.
„Für die geförderten Projekte sind zwei Elemente wichtig“, erläuterte Prof. Dr. Ulrich Lehner, Mitglied des Kuratoriums der Gerda Henkel Stiftung und Mitglied des Gesellschafterausschusses der Henkel AG & Co. KGaA. „Sie werden gemeinsam mit Partnern in Nepal entwickelt und schließen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Fachkräfte und junge Wissenschaftler ein.“ Auf das Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen Amts ging Heidrun Tempel, Beauftragte für Außenwissenschafts-, Außenbildungs- und Außenforschungspolitik und Auswärtige Kulturpolitik des Auswärtigen Amts ein: „Einer der zentralen Schwerpunkte unserer Kulturarbeit im Ausland ist die Bewahrung des kulturellen Erbes in aller Welt sowie der Schutz und die Pflege der kulturellen Identität und ihrer Vielfalt. Auch bei Naturkatastrophen ist Kulturerhalt ein wichtiges Zeichen, dass Deutschland sich gemeinsam mit seinen Partnern der Zivilgesellschaft für den Erhalt kulturellen Erbes der Menschheit einsetzt. Wir danken der Gerda Henkel Stiftung für die Initiative und Unterstützung bei den Wiederaufbaumaßnahmen in Nepal.“
Darauf, dass die Situation in Nepal nach wie vor schwierig ist, verwies der Honorargeneralkonsul der Demokratischen Bundesrepublik Nepal für Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen, Ram Pratap Thapa. Doch seien Verbesserungen, auch durch ein weltweites Engagement vieler Institutionen, spürbar: „Internationale NGOs, staatliche Einrichtungen, Stiftungen und Einzelpersonen leisten hierzu einen großen Beitrag.“ Auf den Kenntnisreichtum der einheimischen Zimmerleute und Maurer vor Ort verwies in diesem Zusammenhang der Architekt, Denkmalpfleger und Bauhistoriker Prof. Dr. Niels Gutschow. „Die Handwerker bilden das eigentliche, nicht hoch genug einzuschätzende Potential jeglicher Wiederaufbauarbeit. Sie stellen das wieder her, was ihre Urahnen, ebenfalls Zimmerleute und Maurer, vor zwei- bis vierhundert Jahren geschaffen haben.
Die Gerda Henkel Stiftung hat für den Kulturerhalt in Nepal eine Million Euro bereitgestellt, das Auswärtige Amt 250.000 Euro. Die Dr. Martin Herrenknecht Verwaltungs GmbH unterstützt die Initiative mit zusätzlichen Mitteln in Höhe von 25.000 Euro.
Der Förderschwerpunkt Patrimonies der Gerda Henkel StiftungInnerhalb des Förderschwerpunktes Patrimonies finden Projekte Berücksichtigung, die sich auf die Bewahrung historischen Kulturerbes vorrangig in Krisenregionen konzentrieren und wissenschaftliches Arbeiten im Bereich von Geschichte, Archäologie und Kunstgeschichte in vielen Fällen überhaupt erst ermöglichen. Im Rahmen des Schwerpunkts werden Maßnahmen gefördert, die einen Beitrag zur Erhaltung von Kulturgütern, zur Verbesserung der wissenschaftlichen Infrastruktur, zur Ausbildung von Nachwuchskräften sowie zum Aufbau von Netzwerken in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft in den Zielländern leisten. Das Programm wird nicht ausgeschrieben, sondern in Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnern Schritt für Schritt entwickelt. Insbesondere durch die Aus- und Weiterbildung von Wissenschaftlern und Fachkräften möchte sich die Stiftung für eine Stärkung regionaler und wissenschaftlicher Strukturen einsetzen. Die zur Verfügung gestellten Mittel sollen vorwiegend in den Zielregionen wirksam werden.
Das Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen AmtsSeit 1981 unterstützt Deutschland im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik mit dem Kulturerhalt-Programm die Bewahrung des kulturellen Erbes in aller Welt, um das Bewusstsein für die eigene Identität im Partnerland zu stärken und einen partnerschaftlichen Kulturdialog zu fördern. Das Programm ist ein wirkungsvolles Instrument der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Gerade der Beitrag von Kulturerhalt-Vorhaben zur Stabilisierung in Krisenstaaten und als Krisenprävention hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Von 1981 bis 2015 wurden mehr als 2.700 Projekte in 144 Ländern mit rd. 65 Mio Euro gefördert. Die Bereiche, in denen das Auswärtige Amt mit dem Kulturerhalt-Programm aktiv ist, sind weit gefächert und reichen von der Restaurierung von Wandmalereien in Tempelanlagen, Sicherung und Sanierung von bedeutsamen Gebäuden über die Digitalisierung von Handschriften, Filmen, Klangarchiven und Publikationen zur Darstellung kulturellen Erbes. Wo möglich, werden Fachleute und die lokale Bevölkerung des Partnerlandes an der Durchführung beteiligt sowie die Projekte um eine Ausbildungskomponente vor Ort ergänzt.

Basale Tatsachen. Ein Zwischenruf der „radikalen Kartographie“ zur Migrationsdebatte

a.r.t.e.s.-Juniorprofessor Dr. Martin Zillinger

Angesichts einer Politik, die nach der Grenzöffnung 2015 die Hürden für Migrierende und Flüchtende wieder kontinuierlich höher zieht und zunehmend auf Abschiebungen setzt, um Handlungsinitiative zu beweisen, ist es sinnvoll, sich einige basale Tatsachen über Krieg und Vertreibung an den europäischen Außengrenzen vor Augen zu führen. Dafür lohnt sich ein Blick auf die Arbeit von Philippe Rekacewicz, der als Kartograph für die monde diplomatique tätig ist und Anfang 2017 sein Projekt einer „cartographie radicale“ am Global South Studies Center der Universität zu Köln vorgestellt hat (vgl. www.monde-diplomatique.fr/cartes).

Science Sips zum Thema Biodiversität im Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane

Berlin | Museum für Naturkunde Berlin

Schon einmal Beifanggerichte probiert oder beim Algencocktail über biologische Vielfalt diskutiert? Die dritte Science Sips Veranstaltung der Reihe „Ein Geschmack der Zukunft der Meere“ im Museum für Naturkunde findet am 21. Juni um 19:00 Uhr (Einlass 18:30 Uhr) mit Kurzvorträgen und interaktiver Diskussion zu den Themen Biodiversität statt. Bei dieser Science Sips Veranstaltung werden außerdem die Gewinner des Rezeptwettbewerbs „Klug gefischt“ ausgezeichnet. Das Wissenschaftsjahr 2016*17 – Meere und Ozeane hat gemeinsam mit EDEKA und dem WWF deutschlandweit nach den besten Rezepten mit nachhaltig gefangenem Fisch gesucht. Wir würden uns freuen, Sie zur Preisverleihung mit Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und den anschließenden Vorträgen der Science Sips-Veranstaltungsreihe begrüßen zu können: Die kulinarischen Partner Küstlichkeiten und Bone.Berlin servieren dabei Streetfood-Leckerbissen aus nachhaltigen Meeresprodukten. Eintritt: 5,-€, der Eintritt beinhaltet Streetfood-Häppchen 21.Juni 2017, Einlass 18.30 Uhr, Beginn 19.00 Uhr Anmeldung erbeten unter: besucherservice@mfn-berlin.de oder 030 2093 8550 Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.naturkundemuseum.berlin/gz Ein Projekt des Ecologic Instituts und des Museums für Naturkunde Berlin.

Einfache Antworten auf schwierige Fragen? – Populismus gestern und heute

Berlin | Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Einfache Antworten auf schwierige Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens scheinen aktuell überall Konjunktur zu haben. Wann werden populistische Bewegungen besonders stark, wann schaffen populistische Politiker den Sprung in die Regierungsverantwortung? Gibt es eine populistische Versuchung auch für etablierte Parteien und ihre Politiker? Welche Mechanismen spielen eine Rolle bei der Bildung „öffentlicher Meinung“? Wie kann eine gesamtgesellschaftliche Debattenkultur ohne Populismus aussehen, die gleichzeitig die Kritik aus der Gesellschaft ernst nimmt und sich nicht durch die Beschwörung von Populismus als einem Menetekel dagegen abzuschotten versucht? Zu einer Diskussion dieser und weiterer Fragen laden wir Sie herzlich ein.

Que(e)r durch die Disziplinen. Judith Butlers Graduate Seminar für Promovierende der Philosophischen Fakultät

von Julia Maxelon

Judith Butler, Professorin für Rhetorik und Komparatistik an der University of California, Berkeley, ist in Deutschland besonders als Feministin und ‚Begründerin der Gender Studies‘ bekannt. In den Vorlesungen und Seminaren, die sie im Juni 2016 als Albertus-Magnus-Professorin an der Universität zu Köln hielt, präsentierte sie jedoch vor allem ihre neuere Forschung, die sich im Bereich der Politischen Philosophie und Ethik der Gewaltlosigkeit bewegt. So viele Studierende und Angehörige der Universität wollten ihre beiden Vorlesungen „Die Ethik und Politik der Gewaltlosigkeit“ und „Verletzlichkeit und Widerstand neu denken“ hören, dass die Aula schon eine Stunde vor Beginn geschlossen werden musste und ein Live Stream in zwei benachbarten Hörsälen eingerichtet wurde. Judith Butler polarisiert und inspiriert – und das seit mehr als 25 Jahren. Das Highlight der Veranstaltungen mit ihr war für viele Mitglieder von a.r.t.e.s. das Graduate Seminar, das am letzten Tag ihrer Woche in Köln stattfand.

Genderkonstruktionen und Gewalt gegen Frauen im Salafismus und Jihadismus

Vortrag von Prof. Dr. Susanne Schröter (Frankfurt) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

Salafismus und Jihadismus streben die Etablierung einer gesellschaftlichen Ordnung an, die sich in jeder Hinsicht an einem rekonstruierten Ideal der medinensischen Gesellschaft des 7. Jh. orientiert. Das betrifft auch die Genderbeziehungen, die auf den Prinzipien einer allumfassenden Geschlechtertrennung, der Verbannung von Frauen aus dem öffentlichen Raum und ihrer Unterwerfung unter männliche Dominanz basieren. Im Jihadismus wird zusätzlich zwischen Musliminnen und Nichtmusliminnen unterschieden. Während ersten, sofern sie sich den Regeln der Scharia unterwerfen und ihrem Ehemann gegenüber gehorsam sind, ein festumrissener Status zugesagt wird, der bei einigen Salafistinnen durchaus auf Zustimmung trifft, sind Nichtmusliminnen rechtlos und männlicher Gewalt ohne jeden Schutz ausgeliefert. Empirische Beispiele aus Syrien, dem Irak oder Nigeria zeigen, dass sie entführt, versklavt, vergewaltigt und verkauft werden. Der Vortrag illustriert die Rechtfertigung dieser Genderverhältnisse und der inhärenten Gewalt gegen Frauen auf der Grundlage von Schriften salafistischer und jihadistischer Autor/innen und Internetblogs.

a.r.t.e.s. forum 2016: „Text | Language | Media“

Interdisziplinäre Jahrestagung der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne

„Text | Language | Media“ – zu dieser thematischen Trias haben wir im Rahmen des a.r.t.e.s. forum auch 2016 wieder ausgewiesene Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland zum gemeinsamen Gespräch eingeladen. Als interdisziplinäre Jahrestagung der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne bot das a.r.t.e.s. forum 2016 die Gelegenheit, Phänomene der Schrift, der Sprache und des Bilds multiperspektivisch zu betrachten. Die Ausrichtung der Panels an den drei Aktionsvokabeln ‚Gestalten | Übersetzen | Kommunizieren‘ repräsentierte die Vielschichtigkeit der medialen Bezüge und disziplinären Überschneidungspunkte, die im Verlauf der Vorträge und Diskussionen sowie der Abendveranstaltung reflektiert wurden.

„Das panoptische Schema breitet sich aus“

Interview mit Carolin Wiedemann über kritische Kollektivität in Zeiten von Facebook und Co.

Das Kapital von privatwirtschaftlich betriebenen Sozialen Netzwerken wie Facebook ist eine möglichst große Übereinstimmung der realen mit der virtuellen Identität ihrer Nutzerinnen und Nutzer. Klarnamen, Wohnort, Telefonnummer, Interessen, politische Gesinnung, Konfessionszugehörigkeit, Hobbies, favorisierte Filme und Musik und Likes für Konsumartikel und andere Produkte – das sind Daten, die für Unternehmen von großem Wert sind und zielgerichtetes Product Placement erlauben. Aber nicht nur Privatunternehmen interessieren sich für solche Informationen, auch staatliche Behören und Institutionen sammeln diese fleißig und streben nach Eindeutigkeit und Nachvollziehbarkeit von virtuellen Profilen, um beispielsweise subversives Verhalten frühzeitig nach seinem Gefahrenpotential abschätzen zu können. Kommodifizierung und Kontrolle gehen hierbei gemeinsame Wege. Ist das Nutzen des Netzes so gesehen vor allem eine große Datenerhebungsmaschine, der wir uns für frei- und gutwillig unterwerfen? Ist kritisches und nonkonformes Verhalten im Netz überhaupt noch möglich, wenn wir mit Klarnamen agieren? In welche Raster fällt man, falls man es doch tut? Welche Bedeutung kommt dabei Anonymität zu? Die Soziologin Dr. Carolin Wiedemann hat sich in Ihrer Dissertationsarbeit dieser Fragen angenommen. Wir haben ihr unsere Fragen gestellt.

Philosophische Forschergruppe zur „Induktiven Metaphysik”

a.r.t.e.s.-Klassenmentor Andreas Hüttemann berichtet über die neue DFG-Forschergruppe

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat 2016 sieben neue Forschergruppen an verschiedenen Hochschulen eingerichtet, unter diesen ist auch die in der Philosophie angesiedelte Forschergruppe 2495 „Induktive Metaphysik“ um Prof. Dr. Andreas Hüttemann. Als Lehrstuhlinhaber für theoretische Philosophie der Neuzeit und Gegenwart am Philosophischen Seminar der Universität zu Köln forscht er schwerpunktmäßig in den Bereichen Wissenschaftstheorie, Metaphysik und Frühe Neuzeit. Zusammen mit Prof. Dr. Saskia Wendel ist Andreas Hüttemann außerdem Mentor der Graduiertenklasse 6 „Life-Science: Natur – Kultur – Agency“ der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne.
Durch die Einrichtung von Forschergruppen ermöglicht die DFG den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sich aktuellen und drängenden Fragen des Fachgebiets zu widmen und innovative Arbeitsrichtungen zu etablieren. Die maximale Förderdauer von Forschergruppen beträgt zweimal drei Jahre. In der ersten Förderperiode erhalten die sieben neuen Gruppen insgesamt rund 17 Millionen Euro. Was die Inhalte und Ziele der Forschergruppe „Induktive Metaphysik“ sind, berichtet uns Andreas Hüttemann im Interview.

Bildung als Schlüssel zu einer besseren Welt?

Interview mit Reiner Klingholz und Wolfgang Lutz zur Bedeutung von Bildung für die Zukunft

Klimawandel, Ressourcenknappheit, Radikalisierung: Die meisten hausgemachten Probleme der heutigen Gesellschaft lassen sich auf mangelnde Bildung zurückführen. Die Antwort auf Fragen der Bildung müssen internationale Anstrengungen für die Bildung breiter Bevölkerungsschichten sein, sagen die Demographieforscher Prof. Reiner Klingholz und Prof. Wolfgang Lutz. Denn auch die Folgen mangelnder Bildung seien weltweit zu spüren und machten vor Grenzen nicht Halt. Sie zeigen in ihrem Band „Wer überlebt? Bildung entscheidet über die Zukunft der Menschheit“ exemplarisch die Ursachen, Wirkungen und Risiken niedriger Bildung auf und entwickeln mögliche Szenarien, nach denen sich das Bildungsniveau der Weltbevölkerung und mit ihm die Krisen der Moderne entwickeln könnten.

Berliner Digital-Humanities-Preis 2017

Berlin | Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, 17:30 Uhr

Der Interdisziplinäre Forschungsverbund Digital Humanities in Berlin (if|DH|b) stellt ein Forum zur Bündelung und Stärkung der Berliner Forschungsinfrastruktur im Bereich Digital Humanities (DH) dar. ­Verschiedene öffentliche Einrichtungen wie Universitäten, Institute, Archive oder Bibliotheken suchen über den if|DH|b den gemeinsamen wissenschaftlichen Austausch mit dem Ziel, Leistungen und Kompetenzen auf dem Gebiet der Digital Humanities am Standort Berlin sichtbar zu machen sowie ein Konzept für die nachhaltige Verankerung der Digital Humanities in Forschung und Lehre als Teil der exzellenten geisteswissenschaftlichen Landschaft Berlins zu erarbeiten.
Der Berliner DH-Preis des if|DH|b wird seit 2015 einmal jährlich für herausragende Berliner Projekte auf dem Gebiet der Digital Humanities verliehen. Die Preisträgerinnen bzw. Preisträger werden von einer unabhängigen Jury aus Verbundpartnerinnen und -partnern des if|DH|b ausgewählt. Der Berliner DH-Preis 2017 wird im Rahmen einer öffentlichen Festveranstaltung am 13. Juni 2017 im Einstein-Saal der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) verliehen.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich bis zum 07. Juni.

Weltordnung im 21. Jahrhundert

Vortrag von Prof. Dr. Stefan A. Schirm (Bochum) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

Neue Herausforderungen prägen die Weltpolitik im 21. Jahrhundert. Der politische und wirtschaftliche Aufstieg der Schwellenländer stellt etablierte Ordnungsmuster in Frage, die globale Finanzkrise zeigt die Gefahren fehlender Regulierung der Finanzmärkte auf, Migrationsströme fordern westliche Gesellschaften wirtschaftlich und kulturell, neue Spannungen zwischen Russland und den USA erinnern an den Ost‐West‐Konflikt aus dem letzten Jahrhundert. Wie reagieren internationale Organisationen auf diese Herausforderungen? Welche Rolle kann Global Governance durch UNO, IWF und G20 spielen? Ist die Europäische Union durch Eurokrise, Migrationsströme und Brexit als Ordnungsmodell nachhaltig geschwächt? Führt der Aufstieg Chinas zu neuen Rivalitäten mit den USA? Können die neuen Kriege und islamistischer Terror bewältigt werden? Welche neuen weltpolitischen Ordnungsmodelle entsprechen den neuen Herausforderungen?

Die Intelligenz der Bienen. Wie sie denken, planen, fühlen und was wir daraus lernen können | 23. Mai 2017, 18 Uhr

Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal,
Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin

Bienen gehören zu den wichtigsten Nutztieren. Ohne ihre Bestäubung stünde es schlecht um die Welternährung. Und sie können noch mehr, nämlich planen, zählen und träumen – obwohl ihr Gehirn kaum größer ist als ein Sandkorn. Wie machen sie das nur? Dazu forscht der Neurobiologe Randolf Menzel seit Jahrzehnten. Zusammen mit Matthias Eckoldt hat er sein gesammeltes Bienenwissen aufgeschrieben. 

Die Intelligenz der Bienen. Wie sie denken, planen, fühlen und was wir daraus lernen können

Berlin | Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, 18:00 Uhr

Bienen gehören zu den wichtigsten Nutztieren. Ohne ihre Bestäubung stünde es schlecht um die Welternährung. Und sie können noch mehr, nämlich planen, zählen und träumen – obwohl ihr Gehirn kaum größer ist als ein Sandkorn. Wie machen sie das nur? Dazu forscht der Neurobiologe Randolf Menzel seit Jahrzehnten. Zusammen mit Matthias Eckoldt hat er sein gesammeltes Bienenwissen aufgeschrieben. 

„… ein Tür- und Augenöffner!“

Forschungsorientiert studieren im a.r.t.e.s. Research Master

Mit dem a.r.t.e.s. Research Master hält die a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne ein besonderes Zusatzangebot für forschungsinteressierte Masterstudierende der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln bereit. Das reguläre Lehrangebot wird dabei ergänzt durch das a.r.t.e.s.-Modul, das sich aus Veranstaltungen der Juniorprofessoren und Postdocs des a.r.t.e.s. Research Lab und einem intensiven Beratungsangebot zusammensetzt. Dies ermöglicht den Studierenden schon während ihrer Masterphase einen unmittelbaren Forschungsbezug und einen Einblick in innovative und interdisziplinäre Forschungsdesigns in den Geisteswissenschaften. Das Research Master-Programm fördert die Entwicklung eigener Forschungsprojekte in einem multidisziplinären Kontext und stärkt potentiell anschließende Promotionsvorhaben. Dafür stellt a.r.t.e.s. auch Mittel für Forschungs- und Archivreisen sowie erste Konferenzteilnahmen zur Verfügung.
Seit dem Wintersemester 2016/17 studiert bereits der dritte Jahrgang im a.r.t.e.s. Research Master. Thorsten Leyens (Musikwissenschaften) und Alina Wehrmeister (Germanistik/Skandinavistik) haben ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen im vergangenen Jahr als offizielle Sprecherin und Sprecher des Programms vertreten. Ein Gespräch über Horizonte, Grenzen und den Wert der Interdisziplinarität.

Wissenschaft erleben! Von der Antike bis heute // 11 -18 Uhr

Bayerische Akademie der Wissenschaften, München

Am Samstag, den 20. Mai öffnet die Bayerische Akademie der Wissenschaften ihre Türen. Nutzen Sie diese Gelegenheit zu einem Besuch. Es erwarten Sie unter anderem ein umfangreiches Vortragsprogramm, in dem die größte der deutschen Länderakademien Einblicke in ihre Forschungsschwerpunkte gibt, sowie Podiumsdiskussionen, in denen prominente Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Rolle der Wissenschaft in unserer heutigen Gesellschaft debattieren.
Darüber hinaus stellen wir in der Projektstraße das breite Spektrum unserer Vorhaben vor, wobei die Bandbreite von der Archäologie bis zur experimentellen Hochdruckforschung reicht. Sie können aber auch den Digitalen Salon besuchen oder beim Speed-Dating mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unseres Hauses ins Gespräch kommen. Schließlich bietet sich die Gelegenheit, bei Führungen Teile der Münchner Residenz zu erkunden, die sonst nicht öffentlich zugänglich sind. Auch für Kinder und Jugendliche gibt es ein abwechslungsreiches Programm – vom Basteln antiker Theatermasken bis zum Bau kleiner Vulkane.
Zum Programm: Wissenschaft-erleben.de

„Die Kunst auf den Barrikaden!“ Ikonische Dynamik von der Reformation bis zur Revolution

Salon Sophie Charlotte 2017

Mit entblößtem Busen und der Trikolore in der Hand führt die Freiheit in Gestalt einer Frau das sich erhebende Volk an. Eugène Delacroix‘ Gemälde, das kurz nach der Julirevolution von 1830 entstanden ist, zählt zu den berühmtesten Ikonen, die Revolution, Rebellion und Aufstand bildlich thematisieren. Bis heute rekurrieren Protestformen auf dieses Bild der Frau mit nackter Brust, beispielsweise in der sogenannten Femen-Bewegung, bei der Aktivistinnen oben ohne demonstrieren. Die Kunsthistoriker Prof. Dr. Andreas Beyer von der Universität Basel und Prof. Dr. Michael Diers von der Humboldt-Universität Berlin diskutieren in ihrem Gespräch dieses und andere Bilder aus der Kunstgeschichte seit der Reformation, die Revolutionen und andere politische Umbrüche begleitet und vielleicht sogar ausgelöst haben.

„Phänomenologie als spezifische Einstellung zur Welt“

Interview mit a.r.t.e.s.-Juniorprofessor Thiemo Breyer zur Relevanz des Forschungsansatzes

Die beiden Postdoc-Nachwuchsforschungsgruppen des Research Labs der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne beschäftigen sich mit den thematischen Schwerpunkten „Transformation of Knowledge“ und „Transformation of Life“. Entsprechend dem interdisziplinären Ansatz der Graduiertenschule werden diese Transformationsprozesse mit einer Reihe von unterschiedlichen theoretischen Ansätzen und Zugängen untersucht, zu denen auch die Phänomenologie zählt. Im Gespräch mit a.r.t.e.s.-Juniorprofessor Thiemo Breyer stellen wir euch diesen Forschungsansatz sowie seine Relevanz für die Arbeit im Research Lab vor.

The End Of the Liberal Order? Central, East, and Southeast European Populism in Comparative Perspective

Vierte Jahreskonferenz der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropa wird vom 1. bis 3. Juni 2017 in Regensburg

Die vierte Jahreskonferenz der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien wird sich mit dem Phänomen des Populismus in Mittel-, Ost- und Südosteuropa beschäftigen. Vom 1. bis 3. Juni 2017 stellen renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Fachdisziplinen aus dem In- und Ausland ihre Forschungen zu Fragen des Populismus vor und diskutieren in vergleichender Perspektive Hintergünde, Formen und (Gegen-)Strategien populistischer Strömungen in Gegenwart und Vergangenheit. Die Tagung mit dem Titel „The End Of the Liberal Order? Central, East, and Southeast European Populism in Comparative Perspective“ findet in Kooperation mit der School of Slavonic and East European Studies des University College London in Regensburg statt.
In ingsesamt vier englischsprachigen Vortragspanels sowie in einer stadtöffentlichen Diskussionsrunde mit Journalisten in deutscher Sprache sollen unterschiedliche Aspekte des Populismus in Mittel-, Ost- und Südosteuropa eingehender betrachtet werden: populistische Sprachen und Sprechweisen; Typologien populistischer Politik; historische Entwicklungslinien des Populismus in der Region; populistische Subjektivitäten.
Als Keynote-Speaker haben zugesagt: der Autor und Journalist John B. Judis (Washington), der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Michał Krzyżanowski (Örebro), der Slavist und Direktor der UCL School of Slavonic and East European Studies Prof. Jan Kubik (London) sowie die Politikwissenschaftlerin und Direktorin des Zentrums für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) Prof. Dr. Gwendolyn Sasse (Berlin).
Die stadtöffentliche Diskussionsrunde „Das Ende der liberalen Ordnung? Zentral-, Ost- und Südosteuropäischer Populismus im Vergleich“ am Freitagabend bestreiten die Journalisten Andreas Ernst (Belgrad/Zürich), Boris Schumatsky (Berlin) und Reinhold Vetter (Warschau/Berlin); es moderiert Marie-Janine Calic (München).
Interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden bis zum 22. Mai um Anmeldung per E-Mail gebeten.

Port Security and Militarized NGOs in Indonesia

This research seeks to explain the involvement of militarized non-governmental organizations to secure Indonesian ports in three provinces: Jakarta, North Sulawesi (Manado and Bitung) and the Riau Islands (Batam and Tanjung Pinang). These civilian groups work in conjunction with the Indonesian government authorities in securing Indonesia’s maritime interests.

ISIS und dschihadistische Bedrohung in Europa

Vortrag von Prof. Dr. Peter Neumann (London) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

Seit dem Tod Bin Ladens und dem Ausbruch des syrischen Bürgerkriegs ist die dschihadistische Bewegung nicht nur jünger und stärker geworden, sondern sie hat sich „demokratisiert“. Zu den schätzungsweise 5.000 europäischen Auslandskämpfern, die sich in Syrien dschihadistischen Gruppen angeschlossen haben, gehören nicht mehr nur verschrobene Intellektuelle, sondern junge Europäer aus allen Schichten und Bevölkerungsgruppen. Fast 20 Prozent sind Konvertiten, die vom Christentum zum Islam – und häufig: direkt in den Salafismus – übergetreten sind. Fünfzehn Prozent sind Mädchen und Frauen. Statt Universitätsstudenten wie zu Attas Zeiten rekrutieren die Dschihadisten heutzutage viele Kleinkriminelle und Perspektivlose. Mehr denn je ist der Dschihadismus in Europa eine Jugend‐ und Gegenkultur. Und der Islamische Staat, mit all seiner Grausamkeit und Brutalität, ist ihr alles überragendes Symbol. Sowohl Ursache als auch Folge dieser Demokratisierung ist, dass die Anforderungen an potentielle Rekruten geringer geworden sind. Der Dschihadismus ist nach wie vor islamisch und folgt der salafistischen Glaubensdoktrin, doch die komplizierte Theologie, mit der noch al‐Qaida ihre Anschläge zu rechtfertigen suchte, wurde vom Islamischen Staat durch eine diffuse Protestideologie ersetzt, die extreme Gewalt verherrlicht und vor allem aus Slogans und theologischen Versatzstücken besteht. Wichtiger als theologische Begründungen sind dem Islamischen Staat und seinen Rekruten die Möglichkeit zur Selbstinszenierung und das Image der Stärke und Überlegenheit, das die Gruppe in ihren Videos pausenlos projiziert. Als Protestideologie und Gegenkultur richtet sich der Dschihadismus des Islamischen Staates deshalb nicht mehr nur an junge Männer (und Frauen), die sich für Religion interessieren, sondern an alle, die nach Struktur, Ordnung, klaren Regeln und einem radikalen Gegenentwurf zur westlichen oder europäischen Gesellschaft suchen. Die Konsequenzen dieses Wandels werden und noch mindestens eine Generation lang beschäftigen.

Leibniztag 2017 – Festsitzung

Berlin | Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Leibniz-Saal

Innerhalb der Geschichte der Humboldt-Forschung lassen sich drei Phasen unterscheiden. In einer ersten hatten der Universitätsgründer und der Weltreisende kaum etwas gemein. In einer zweiten wurden sie zu Antipoden, insofern sie als Geistes-/Naturwissenschaftler innerfamiliär die These von den Two Cultures (Snow) zu repräsentieren schienen.Doch dies ist heute Schnee von gestern. Blicken wir auf das Jahresthema unserer Akademie, so standen Leben und Wirken der beiden Brüder im Zeichen der unterschiedlichsten Sprachen. Sie kommunizierten und analysierten nicht nur in verschiedensten Idiomen und Wissenschaftssprachen, entwarfen nicht allein deren Geschichte und Geschichten, sondern waren beide davon überzeugt, dass man die Welt nicht vom Standpunkt einer einzigen Sprache aus verstehen kann. Für Alexander wurde der Begriff der Humboldt‘schen Wissenschaft geprägt. Wäre es nicht möglich – wenn auch riskant –, die Brüder im Zeichen einer einzigen Humboldt‘schen Wissenschaft zu begreifen? Eines einzigen Entwurfs der Humboldt‘schen Universität, des Humboldt‘schen Museums, ja gar eines Humboldt‘schen Forums? Für beide galt: Eine Wissenschaft, die ihr Wissen nicht in die Gesellschaft schafft, verkennt ihre gesellschaftliche Bringschuld und ist am Ende selbst schuld, wenn die Gesellschaft sie um ihre Mittel bringt. Professor Dr. Ottmar Ette, Akademiemitglied, ist ein international renommierter Romanist und Komparatist. Er hat seit 1995 den Lehrstuhl für Romanische Literaturwissenschaft an der Universität Potsdam inne und weilte mehrfach zu Gastprofessuren in Ländern Lateinamerikas, in den USA oder in China. Umfassende Monographien zu Alexander von Humboldt und Neueditionen Humboldt‘scher Werke weisen ihn als führenden A. v. Humboldt-Forscher aus. Seine mehrfach mit Preisen ausgezeichneten Forschungen beschäftigen sich mit Literaturwissenschaft als Lebenswissenschaft, TransArea Studies, den Literaturen ohne festen Wohnsitz sowie Fragen globaler Literatur- und Kulturtheorie. Er ist Honorary Member der Modern Language Association (USA) und Projektleiter des Akademienvorhabens „Alexander von Humboldt auf Reisen – Wissenschaft aus der Bewegung“ der BBAW.

Fellowship am Zentrum für interdisziplinäre Forschung

a.r.t.e.s.-Postdoc Marie Louise Herzfeld-Schild zu ihren ersten Monaten am „Jungen ZiF“

Dr. Marie Louise Herzfeld-Schild, Postdoktorandin im Research Lab der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne, wurde 2016 ins Nachwuchsprogramm „Das Junge ZiF“ des Zentrums für interdisziplinäre Forschung (ZiF) an der Universität Bielefeld aufgenommen. Herzlichen Glückwunsch! Wir haben sie getroffen und nach ihren ersten Eindrücken gefragt.