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Tag Archive for Geisteswissenschaften

Andreas Körber zur Debatte um „Deutsche Kultur“

Ein Meinungsbeitrag

Der Leiter des Arbeitsbereichs Geschichtsdidaktik an der Universität Hamburg, Prof. Dr. Andreas Körber, hat bereits gestern den Debattenbeitrag von Prof. Dr. Jörn Rüsen über die Existenz oder Nicht-Exstenz einer deutschen Kultur im L.I.S.A.Kommentarbereich besprochen. Da sein Kommentar in der gegenwärtigen Debatte eine neue Dimension des Kulturbegriffs aufmacht, haben wir uns entschieden, seine Überlegungen hier als eigenständigen Beitrag erscheinen zu lassen. Darüber hinaus knüpft er an den Meinungsbeitrag von Prof. Dr. Dieter Brochmeyer an.

Mediterranean Politics and Connecitivity in the late 7th Century

Berlin | Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, 19:00 Uhr

Das achte Jahrhundert n.Chr. gilt als Wendepunkt in der Geschichte der Spätantike und des Frühmittelalters. Wirtschaft und Handel dieser Zeit stehen im Fokus der Konferenz „The 8th Century“, die an der BBAW, dem Bode-Museum und der FU abgehalten wird. Ihr Ziel ist es, die Vielstimmigkeit der mit dieser Periode befassten Fächer – Alte und Mittelaltergeschichte, Klassische und Mittelalterarchäologie, Archäometrie, Byzantinistik, Islamwissenschaft, Numismatik, Papyrologie – und ihrer verschiedenen Perspektiven, Methoden und Quellentypen zusammenklingen zu lassen.
Stefan Esders lehrt Geschichte der Spätantike und des Frühmittelalters an der Freien Universität. Er nähert sich dem Thema mit Überlegungen zur politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Vernetzung des Mittelmeerraums am Vorabend des achten Jahrhunderts. In mediterraner Perspektive wird der Zeitraum von ca. 675 bis 695 betrachtet, Jahre, in denen das byzantinische Reich u.a. die Provinz Africa an die arabischen Eroberer verliert. In Konstantinopel, das in den 670er Jahren erstmals Angriffe der Araber abwehren muss, wird das Sechste Ökumenische Konzil abgehalten und als ein Sinnbild mediterraner Verbundenheit inszeniert.
Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten.
Um Anmeldung wird gebeten bis zum 24.09. unter: www2.bbaw.de/anmeldung-7hcentury

Dieter Borchmeyer zur Debatte um „Deutsche Kultur“

Ein Meinungsbeitrag

Der Literaturwissenschaftler und frühere Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, Prof. Dr. Dieter Borchmeyer, ist in seinem jüngsten Buch Was ist deutsch? – Die Suche einer Nation nach sich selbst der Frage nachgegangen, was die deutsche Identität in ihrem Kern ausmacht und welchen historischen Wandlungen „das Deutsche“ unterworfen war und ist. Dabei ist der Kulturbegriff in seinem Werk von zentraler Bedeutung. Wir haben Dieter Borchmeyer auch vor diesem Hintergrund um einen Kommentar auf den gestrigen Meinungsbeitrag von Prof. Dr. Jörn Rüsen gebeten.

Dieter Borchmeyer zur Debatte um „Deutsche Kultur“

Ein Meinungsbeitrag

Der Literaturwissenschaftler und frühere Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, Prof. Dr. Dieter Borchmeyer, ist in seinem jüngsten Buch Was ist deutsch? – Die Suche einer Nation nach sich selbst der Frage nachgegangen, was die deutsche Identität in ihrem Kern ausmacht und welchen historischen Wandlungen „das Deutsche“ unterworfen war und ist. Dabei ist der Kulturbegriff in seinem Werk von zentraler Bedeutung. Wir haben Dieter Borchmeyer auch vor diesem Hintergrund um einen Kommentar auf den gestrigen Meinungsbeitrag von Prof. Dr. Jörn Rüsen gebeten.

Buchpräsentation der Dissertation von Dr. Judith Kemp »Ein winzig Bild vom großen Leben. Zur Kulturgeschichte von Münchens erstem Kabarett ‚Die Elf Scharfrichter‘ (1901–1904)«

Monacensia im Hildebrandhaus, Maria-Theresia-Str. 23, 81675 München

»Die beste Bühne, die wir zur Zeit in München haben, ist die der Elf Scharfrichter«, so urteilte die lokale Presse im Dezember 1901, ein halbes Jahr nach Eröffnung des ersten Münchner Kabaretts. Mit prominenten Mitgliedern wie Frank Wedekind, Otto Falckenberg und Heinrich Lautensack gelang es den Scharfrichtern, sich als wichtige Institution innerhalb der Münchner Kulturszene zu etablieren. Als sich die Künstlergruppe bereits im Mai 1904 wieder auflöste, waren Die Elf Scharfrichter zum berühmtesten Kabarett des wilhelminischen Deutschland geworden.
Judith Kemp präsentiert in ihrer von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Dissertation »Ein winzig Bild vom großen Leben. Zur Kulturgeschichte von Münchens erstem Kabarett Die Elf Scharfrichter (1901−1904)« erstmals eine detaillierte Beschreibung, Analyse und Einordnung dieses vielbeachteten Theaterensembles, das die deutsche Kabarettgeschichte begründete. Gemeinsam mit der Autorin führt Anatol Regnier, Enkel von Frank und Tilly Wedekind, mit Liedern und Texten durch die Geschichte des ersten Münchner Kabaretts.
Veranstalter: Monacensia im Hildebrandhaus und  Allitera Verlag München
Mit freundlicher Unterstützung des Vereins der Freunde der Musikwissenschaft München e. V. und des Instituts für Musikwissenschaft, Ludwig-Maximilians-Universität München.
Eintritt frei / Anmeldung unter monacensia.programm@muenchen.de
Einführung: Prof. Dr. Waldemar Fromm, Institut für deutsche Philologie an der LMU MünchenBuchvorstellung und Gespräch mit Dr. Judith Kemp und Prof. Dr. Wolfgang Rathert Lesung und Musik: Dr. Judith Kemp und Anatol RegnierJudith Kemp„Ein winzig Bild vom großen Leben“. Zur Kulturgeschichte von Münchens erstem Kabarett Die Elf Scharfrichter (1901−1904)Allitera Verlag, München 2017

Geteiltes Erbe? Koloniales Wissen in Geschichte und Gegenwart

Museum für Völkerkunde Hamburg, Rothenbaumchaussee 64, 20148 Hamburg

Das Zeitalter der Kolonialreiche ist Vergangenheit, die noch nicht vergangen ist. Auch in Deutschland nicht, wo in den letzten Jahren zahlreiche Debatten die Gegenwärtigkeit dieser Vergangenheit gezeigt haben: Die Berliner Charité gab nach knapp 110 Jahren die sterblichen Überreste von 21 Opfern des deutschen Genozids an den Herero und Nama zurück. Doch eine offizielle Entschuldigung Deutschlands für diesen Völkermord steht bis heute aus. Straßennamen in den „Kolonialvierteln“ Hamburgs, Münchens, aber auch in kleineren Städten werden geändert oder kommentiert – nach oft vehementen Debatten in der jeweiligen Stadtöffentlichkeit.
Im Streit um das Berliner Humboldt Forum wurde die problematische Tradition vorkolonialen und kolonialen Sammelns in Völkerkundemuseen in den Mittelpunkt gerückt. Unter manchmal zweifelhaften Bedingungen haben sich Abenteurer und Wissenschaftler, private Sammler und Museen die materielle Kultur anderer Weltreligionen angeeignet.
Doch der Zusammenhang von Wissenschaft und Kolonialismus im 19. und 20. Jahrhundert ist noch viel grundlegender. Denn „Altlasten“ lagern nicht nur in Museen, sondern auch in Denkweisen, Konzepten und Begriffen der modernen Wissenschaften. Der Siegeszug der Wissenschaften als Agenturen der Weltdeutung und als Instrumente der Weltbeherrschung begann zeitgleich mit dem zweiten Kolonialismus. Das gilt für Medizin und Anthropologie ebenso wie für die Ethnologie, Ökonomik und die Geschichtswissenschaften.
Diese materiellen und ideellen Hinterlassenschaften des europäischen kolonialen Projekts werden nun zum Problem für Politik und Wissenschaft. Sie werfen grundsätzliche Fragen nach der Entstehung der modernen Human- und Sozialwissenschaften auf.

Die „Gewaltsituation“. Zur Partizipation in kollektiver Gewalt

Vortrag von Dr. Kristin Platt (Bochum) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

Der Vortrag wird in einem Resümee die in den einzelnen Beiträgen der Vorlesungsreihe aufgeworfenen Fragen, politischen Bruchlinien, wissenschaftlichen Herausforderungen und Entwicklungen zusammenzutragen. Dies wird eingebunden in eine Problematisierung aktueller Forschungsperspektiven. Was am Schluss bleibt, ist die schwierige Annäherung an das „Zwischen“, das „Wir“: Denn dort, wo Täter eines Massakers sich als moralisch empfinden, wo Gewalt nach wie vor legitimierbar ist, wo wir Kontinuierungen von Gewaltverhältnissen erkennen, müssen wir die Frage, was zu Partizipation in kollektiven Gewaltsituationen führt, vielleicht doch noch einmal nachhaltiger stellen. In jüngeren Studien sind aus unterschiedlich disziplinären Perspektiven Beiträge vor allem zu situationalen Dynamiken und Ermöglichungsräumen geleistet worden. Doch können diese Ansätze die Stabilität und Kohärenz erklären, die in Gewaltsituationen für die Tatbeteiligten besteht? Und warum fasziniert noch immer die Rede von der „Normalität“ der Täter, die nicht einmal mit der Rede von der Rückkehr des „Bösen“ in Widerspruch gerät?

Learning from Venice, Athens, Kassel, and Münster (and in between)

Report by Lilia Sokolova about a.r.t.e.s. alumna Francesca Valentini’s summer school “Contemporary Art in the Global Present”

From July 10 to 22, 2017, a.r.t.e.s. alumna Francesca Valentini led the interdisciplinary summer school “Contemporary Art in the Global Present.” Seventeen participants from Italy, Greece, Germany, Canada, and Austria set on a mutual journey across Europe to explore the decade’s major international exhibitions of contemporary art. Although the group of advanced M.A. students, doctoral candidates, and post-docs represented diverse academic disciplines (art history, cultural studies, anthropology, political science, sociology, linguistics, and Chinese studies), everyone shared an interest in the cultural, social, political and economic implications of the so-called “SuperKunstSommer.” The epithet refers to the decennial concurrence of the Venice Biennale, documenta, and Skulptur Projekte Münster. This year it also became the itinerary of the DAAD-funded summer school, which was held by the a.r.t.e.s. Graduate School in collaboration with the Department of Philosophy and Cultural Heritage of the Università Ca’ Foscari Venezi and the Department of Communication & Media Studies of the National and Kapodistrian University of Athens.

Wie man Revolutionen macht! Zur Theorie erfolgreicher Umstürze

Salon Sophie Charlotte 2017

Die Geschichte weiß von gelungenen und von verpatzten Revolutionen. Dabei hängt die Einschätzung ob des Erfolgs einer Revolution nicht zuletzt vom Standpunkt des Betrachters bzw. des Urteilenden ab. So wird unter anderem die Französische Revolution von 1789 gemeinhin als Vorbild für gelungene Umstürze herangezogen, die Märzevolution 1848 in Deutschland für weniger erfolgreiche und über die Russische Oktoberrevolution von 1917 scheiden sich die Geister. Der Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Knöbl, Direktor des Hamburger Instituts für Sozialforschung, glaubt nun ein Rezept zu haben, wie Revolutionen zu machen und erfolgreich durchzuführen sind. In seinem Vortrag erläutert er seine Theorie.

Heute 20 Uhr L.I.S.A.live: <br /> „Wahlkämpfe als Geschichtskämpfe? Politik historisch“

Der Geschichtstalk im Super7000 | 20.00 Uhr bei L.I.S.A.

Heute um 20 Uhr ist es soweit – Start von Der Geschichtstalkt im Super7000. Meine Gäste heißen dann Antje Flüchter, Professorin für Frühe Neuzeit von der Universität Bielefeld, Eva Schlotheuber, Professorin für Mittelalterliche Geschichte der Universität Düsseldorf und amtierende Vorsitzende des Verbands der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD), sowie Marko Demantowsky, Professor für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften an der Pädagogischen Hochschule FHNW in Basel. Wir werden darüber sprechen, welche Rolle Geschichte, Geschichtsbilder, Geschichtsvorstellung, Geschichtsnarrative im aktuellen Bundestagswahlkampf spielen. Sie sind eingeladen, sich in diese Live-Debatte einzuschalten und sich mit Kommentaren, Fragen und Anregungen via Facebook, Twitter, bei L.I.S.A. und in unserem Blog zu beteiligen.
Einen ersten kleinen Vorgeschmack auf unsere Sendung bietet das Intro zu unserer Sendung, das wir hier schon einmal verraten…

Text and Paratext on Roll and Codex

Berlin Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, 18.00 Uhr

The lecture begins with an exploration of some of the spatial and temporal complexities that are involved in a traditional form of impagination in the Western tradition in which a centrally situated text is accompanied by surrounding paratextual materials (for example, commentary, critical apparatus, translation, footnotes).
It then goes on to consider the development in modes of impagination from earlier ancient Greek and Roman layouts on papyrus and in rolls to late ancient ones on parchment and in codices, and asks to what extent the specific nature of the materiality of these bearers of the texts and paratexts might have played a decisive role in this development.
Please register until 19.09. at: www2.bbaw.de/anmeldung-paratext
Introduction
Dietmar Wyrwa
BBAW
 
Text and Paratext on Roll and Codex
Glenn W. MostSNS Pisa, University of Chicago und MPI Berlin 
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich.
 
Veranstaltungszeitraum: 26.09.2017    18:00 Uhr
Veranstaltungsort: Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, Einstein-Saal, Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
KontaktKirsten Schröder kschroeder@bbaw.de 

Forschungsdaten in den Geisteswissenschaften: Nutzung und Konzepte

dhmasterclass – Programm der Master Class

Ziel dieser ersten deutsch-französischen Master Class in Digital Humanities ist die Reflexion der Einbettung und Nutzung von Daten in der geisteswissenschaftlichen Forschung. Begleitend zur konkreten Arbeit an Forschungsdaten werden die verschiedenen institutionellen Strategien auf beiden Seiten des Rheins analysiert, um ein Nachdenken über mögliche Auswirkungen auf die deutsch-französische Forschung anzustoßen. Die Teilnehmenden werden über einen Call for Papers ausgewählt.

Einfache Antworten auf schwierige Fragen? Populismus heute und gestern

Geisteswissenschaften im Dialog am 20. Juni 2017 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaft

Rechtspopulistische Parteien und Bewegungen haben sich heute fast europaweit etabliert. Die Kampagne der eurokritischen Partei UKIP zum Brexit ist nur ein Beispiel dafür. In Deutschland sitzt mit der AfD eine rechtspopulistische Partei in elf Landtagen und in Polen ist die Partei „Recht und Gerechtigkeit“ an der Regierung. Anfang 2017 trafen sich Europas führende Rechtspopulisten, um vereint gegen Europas Vereinigung zu agieren. Populistische Bewegungen sind hingegen nichts Neues in Europa. Schon seit den 1970er Jahren hat sich in Frankreich mit dem Front National eine rechtspopulistische Partei entwickelt. Inwieweit sich auch auf der Linken populistische Bewegungen entwickelt haben, hängt weitgehend vom angewandten Kriterienkatalog ab. So unterscheiden sich z.B. die nationalen Einschätzungen erheblich, was die Zuordnung von Parteien wie Podemos oder Syriza angeht.Einfache Antworten auf schwierige Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens scheinen aktuell überall Konjunktur zu haben. Wann werden populistische Bewegungen besonders stark, wann schaffen populistische Politiker den Sprung in die Regierungsverantwortung? Gibt es eine populistische Versuchung auch für etablierte Parteien und ihre Politiker? Welche Mechanismen spielen eine Rolle bei der Bildung „öffentlicher Meinung“? Hat sich diese mit den Sozialen Medien verändert? Wie kann eine gesamtgesellschaftliche Debattenkultur ohne Populismus aussehen, die gleichzeitig die Kritik aus der Gesellschaft ernst nimmt und sich nicht durch die Beschwörung von Populismus als einem Menetekel dagegen abzuschotten versucht?

Kurswechsel – Karrierekonferenz für (Post)Doktorandinnen

Goethe-Universität Frankfurt/ Campus Westend – Casino, 9-18 Uhr

Sie sind hochqualifiziert und somit Anwärterin auf berufliche Spitzenpositionen Ihres Fachgebietes. Vielleicht kennen Sie aber nicht alle vorstellbaren Karriereoptionen. Sei es, weil die Wege dorthin nicht offensichtlich sind oder weil AnsprechpartnerInnen fehlen und Hemmschwellen zu hoch erscheinen. Ebenso geht es ArbeitgeberInnen außerhalb der Wissenschaft, die (noch) nicht um Ihr Potenzial wissen, auch wenn auf beiden Seiten bereits ein Umdenken stattfindet. Unternehmen öffnen sich einem vielfältigeren Kreis von Bewerberinnen und Wissenschaftlerinnen orientieren sich zunehmend jenseits der Universität.
Unser Angebot zum Kurswechsel besteht darin, Ihnen alternative Berufswege vorzustellen, Brücken zu bauen und ein gegenseitiges Kennenlernen zu ermöglichen. Während der Karrierekonferenz schaffen wir für Sie den Rahmen, Ihre Referenzwerte und Karriereziele zu definieren und neue Kontakte außerhalb der Hochschule zu knüpfen.

On the Relationship of “Media and Mobility”

Anthropological workshop invites international researchers to Cologne

From September 14 to 16, 2017, the international workshop “Anthropologies of Media and Mobility: Theorizing movement and circulations across entangled fields”, co-organized by the a.r.t.e.s. Research Lab, will take place at the University of Cologne. It seeks to theorize the relationship between media and mobility from an anthropological point of view and will further include findings of multidisciplinary and mixed-methodological approaches between social anthropology and other disciplines like gender studies and postcolonial theories.

Arabischer Frühling, arabischer Winter: Warum scheitern Revolutionen?

Salon Sophie Charlotte 2017

War der Arabische Frühling, als Ende 2010 in mehreren Ländern der Arabischen Welt eine Serie von Protesten und Aufständen ausgelöst wurde, eine Revolution? Was hat die Menschen dazu bewogen, sich gegen Regierungen und Regime aufzulehnen, die allgemein als sehr stabil galten? Welche Motive leiteten die Menschen, welche globalen Rahmenbedingungen haben dazu beigetragen? Und: Was ist vom Arabischen Frühling heute noch geblieben? Über diese Fragen mit dem Fokus auf Syrien, Tunesien und Algerien diskutieren die Politikwissenschaftler Prof. Dr. Rachid Ouaissa von der Universität Marburg und Prof. Dr. Volker Perthes von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Moderiert wird das Gespräch von der Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Gudrun Krämer von der FU Berlin.

Paradiese

Einladung zur kritischen Begutachtung (open peer review)

Kunsthistorikerinnen und Philosophen, Historikerinnen und Religionswissenschaftler, Literaturwissenschaftlerinnen und Soziologien vermessen unsere Sehnsucht.
www.avenue.jetzt
Gerne möchten wir die L.I.S.A community einladen, die Beiträge einer offenen peer review zu unterziehen: Bis zum 12. September nehmen wir Kommentare und Kritiken entgegen. Danach gelangen die Beiträge in den Druck – mitsamt ausgewählten Kommentaren. Wir freuen uns über eine rege Diskussion.

Das Kanzler-Duell: Wie nach dem TV-Duell mit Umfragen Politik gemacht wurde

Wer sich für Politik und aus professionellen Gründen auch für Umfragen interessiert, reibt sich nach dem sogenannten TV-Duell vom vergangenen Sonntag verwundert die Augen. In den Medien werden Umfragewerte verbreitet, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. In der ARD wurden während (!) und unmittelbar nach der Sendung Ergebnisse von Infratest bekanntgegeben: Merkel liege insgesamt mit 55% vor Schulz (35%). Beim /ZDF (Forschungsgruppe Wahlen) sehen die Ergebnisse dramatisch anders aus: 32% für Merkel, 29% für Schulz. 39% der noch unentschiedenen Wähler sehen keinen nennenswerten Unterschied. Beide Befragungen beanspruchen Repräsentativität, wobei allerdings die Forschungsgruppe Wahlen einräumt, dass ihre Ergebnisse nur repräsentativ für Politbarometer-Zuschauer sind, die zuvor angegeben haben, sich das TV-Duell anzuschauen, also überdurchschnittlich politisch interessiert sind. Objektiv betrachtet haben wir es also mit zwei unterschiedlichen Erhebungen zu tun.

L.I.S.A.live: „Wahlkämpfe als Geschichtskämpfe? Politik historisch“

Der Geschichtstalk im Super7000 | Do, 14.09. | 20.00 Uhr

In einer Woche diskutiere ich bei der Premiere des neuen Formats „Der Geschichtstalk im Super7000“ hier bei L.I.S.A. mit Prof. Dr. Antje Flüchter (Bielefeld), Prof. Dr. Eva Schlotheuber (Düsseldorf) und Prof. Dr. Marko Demantowsky (Basel) das Thema: „Wahlkämpfe als Geschichtskämpfe? Politik historisch“. Dabei wird es weniger um die historische Einzelbetrachtung vergangener Wahlkämpfe gehen, sondern vielmehr um die Frage, welche Vorstellungen von Geschichte sich insbesondere im gegenwärtigen Wahlkampf erkennen lassen. Wie verorten die Parteien welche Vorstellung von Geschichte in ihren Kampagnen? Auf welche Geschichtsbilder wird dabei zurückgegriffen? Mit welchen Dimensionen von Zeit kokettieren die Wahlkämpfer?

Wie kann man Schreibberatung definieren und wie lässt sie sich in der Beratungspsychologie verorten?

Dieser Essay ist zur Vorbereitung des Moduls C „Schreibberatung und Schreibtraining gestalten“ im Rahmen meiner Weiterbildung zur zertifizierten Schreibberaterin und Schreibtrainerin (2016/2017) im SchreibCenter der TU Darmstadt entstanden. Die Lektüregrundlage bestand aus ausgewählten Auszügen aus Susanne Nußbecks Einführung in die … Weiterlesen

„Die CEU ist keine im luftleeren Raum stehende Institution“

Interview mit Hannes Hofbauer über die „Causa CEU“ in Ungarn

Im Zuge der Debatte um den Konflikt zwischen der gegenwärtigen ungarischen Regierung und der Central European University, kurz: CEU, in Budapest gab es im Westen viel Kritik an der Politik von Ministerpräsident Viktor Orbán. Dem allgemeinen Tenor in Politik, Wissenschaft und Medien zufolge ist das neue Gesetz ein direkter Angriff auf die Freiheit der Wissenschaft. Wir haben zuletzt in einer kleinen Reihe einige betroffene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in unserem Portal aus Ihrer Sicht den Konflikt und die Institution CEU schildern lassen. Was bisher noch fehlt, das zeigt auch die Auflistung von Presseartikeln zur Causa CEU im L.I.S.A.Beitrag vom Sonntag, ist eine gegenläufige Perspektive. Der Historiker und Publizist Hannes Hofbauer gehört zu den wenigen Stimmen im Westen, die einen anderen Blick auf die Debatte um die CEU haben. Wir haben ihm unsere Fragen gestellt.

Selected Major International Press Coverage of the Threat to the Central European University

Academic Freedom in Danger. Fact Files on the „CEU Affair“ (Südosteuropa 65 „Spotlight“)

AP/Reuters/Bloomberg
– Hungarians Protest Their Leader by the Tens of Thousands, The New York Times, 9 April 2017, https://www.nytimes.com/2017/04/09/world/europe/hungary-protest-viktor-orban.html
– Thousands March in Support of Soros-Founded University in Budapest, The New York Times, 2 April 2017, https://www.nytimes.com/2017/04/02/world/europe/hungary-george-soros-viktor-orban-protest.html
– Pablo Gorondi, Large Rally in Hungary for Imperiled Soros-Founded School, The Associated Press, 2 April 2017, https://www.usnews.com/news/business/articles/2017-04-02/large-rally-in-hungary-for-imperiled-soros-founded-school
– Zoltan Simon, Orbán Undaunted as Hungary Passes Law Targeting Soros’s CEU, Bloomberg, 4 April 2017, https://www.bloomberg.com/politics/articles/2017-04-04/hungary-s-orban-doubles-down-on-university-bill-after-protests
 
BBC
– Hungary University Backed by Soros ‘Is Facing Closure’, BBC News, 29 March 2017, http://www.bbc.com/news/world-europe-39429309
– Sean Coughlan, How a University Became a Battle for Europe’s Identity, BBC News, 3 May 2017, http://www.bbc.com/news/business-39780546
– Oleg Boldyrev / Erika Benke, Is Hungary Copying Russia by Targeting Soros-Backed University?, BBC News, 22 April 2017, http://www.bbc.com/news/world-europe-39640474?SThisFB
 
CNN
– Hungarian University Fights to Stay Open, CNN, 11 April 2017, http://edition.cnn.com/videos/world/2017/04/11/hungary-intv-amanpour-michael-ignatieff-holmes.cnn
 
Financial Times
– Paul McClean / Andrew Byrne, Brussels Poised to Tackle Hungary on Education Law, Financial Times, 26 April 2017, https://www.ft.com/content/06fe28f8-29d1-11e7-9ec8-168383da43b7
– Hungary’s Illiberal Leader Must Be Shown the Limits, Financial Times, 26 April 2017, https://www.ft.com/content/52e007d6-2a81-11e7-bc4b-5528796fe35c
 
The Guardian
– Andrew MacDowall, US-Linked Top University Fears New Rules Will Force It Out of Hungary, The Guardian, 29 March 2017, https://www.theguardian.com/world/2017/mar/29/us-linked-top-university-fears-new-rules-will-force-it-out-of-hungary
– Cas Mudde, The EU Has Tolerated Viktor Orbán for Too Long. It Has to Take a Stand Now, The Guardian, 3 April 2017, https://www.theguardian.com/commentisfree/2017/apr/03/eu-tolerated-viktor-orban-hungarian-central-european-university
– Jennifer Rankin, Hungary Investigated by EU Over Law Threatening Top University, The Guardian, 12 April 2017, https://www.theguardian.com/world/2017/apr/12/frans-timmermans-eu-commission-central-european-university-budapest-hungary
– Danuta Kean, Authors Protest Against Hungary’s Plans to Close Central European University, The Guardian, 14 April 2017, https://www.theguardian.com/world/2017/apr/14/authors-protest-against-hungarys-plans-to-close-central-european-university
– Tibor Fischer, I Don’t Recognise Viktor Orbán as a ‘Tyrant’, The Guardian, 20 April 2017, https://www.theguardian.com/commentisfree/2017/apr/20/viktor-orban-tyrant-western-media-hungarian-leader-democracy-antisemite
– Michael Ignatieff et al., Democracy and Academic Freedom in Viktor Orbán’s Hungary, The Guardian, 23 April 2017, https://www.theguardian.com/world/2017/apr/23/democracy-and-academic-freedom-in-viktor-orban-hungary
– Daniel Boffey, University Chief Appeals for EU Help to Fight Hungarian Clampdown, The Guardian, 25 April 2017, https://www.theguardian.com/world/2017/apr/25/university-chief-appeals-for-eu-help-to-fight-hungarian-clampdown?CMP=twt_gu
– Daniel Boffey, Orbán on Offensive after EU Takes Legal Action over Soros University, The Guardian, 26 April 2017, https://www.theguardian.com/world/2017/apr/26/eu-launches-legal-action-against-hungary-higher-education-law-university
 
National Public Radio
– Soraya Sarhaddi Nelson, Hungarian Legislation Threatens American University in Budapest, National Public Radio, 29 March 2017, http://www.npr.org/sections/thetwo-way/2017/03/29/521948051/hungarian-legislation-threatens-american-university-in-budapest
 
New York Times
– Palko Karasz, Hungary Plan That Could Shutter Soros’s University Is Called ‘Political Vandalism’, The New York Times, 29 March 2017, https://www.nytimes.com/2017/03/29/world/europe/hungary-george-soros-university.html
– Michael Ignatieff, Academic Freedom, Under Threat in Europe, The New York Times, 2 April 2017, https://www.nytimes.com/2017/04/02/opinion/academic-freedom-under-threat-in-europe.html
– Palko Karasz, Pressure Grows as Hungary Adopts Law Targeting George Soros’s University, The New York Times, 11 April 2017, https://www.nytimes.com/2017/04/11/world/europe/hungary-george-soros-central-european-university.html
– Helene Bienvenu / Balint Bardi, Hungary Law That Could Close Soros-Backed University Faces Uncertainty, The New York Times, 12 April 2017, https://www.nytimes.com/2017/04/12/world/europe/hungary-central-european-university-soros-orban.html
– Palko Karasz, At Hungary’s Soros-Backed University, Scholars Feel a Chill, The New York Times, 24 April 2017, https://www.nytimes.com/2017/04/24/world/europe/hungary-george-soros-central-european-university.html
 
New York Review of Books
– Jan-Werner Müller, Hungary. The War on Education, The New York Review of Books, 20 May 2017, http://www.nybooks.com/daily/2017/05/20/hungary-the-war-on-education-ceu/
 
Science
– Albert-László Barabási, Academia Under Fire in Hungary, Science, 12 May 2017, http://science.sciencemag.org/content/356/6338/563.full
 
Wall Street Journal
– Valentina Pop, Hungary’s Orban Reverses Course and Agrees to Work with EU, The Wall Street Journal, 29 April 2017, https://www.wsj.com/articles/orban-reverses-course-and-agrees-to-work-with-eu-1493475496
– Hungary’s Illiberal Turn, The Wall Street Journal, 1 May 2017, https://www.wsj.com/articles/hungarys-illiberal-turn-1493680457
 
University World News
– Anne Corbett / Claire Gordon, Time for Bologna to Stand Up for Academic Freedom, University World News, 21 April 2017, http://www.universityworldnews.com/article.php?story=201704191359100
 
Washington Post
– Leon Botstein / Carol Christ / Jonathan Cole, Hungary’s Xenophobic Attack on Central European University Is a Threat to Freedom Everywhere, The Washington Post, 4 April 2017, https://www.washingtonpost.com/news/global-opinions/wp/2017/04/04/hungarys-xenophobic-attack-on-central-european-university-is-a-threat-to-freedom-everywhere/?utm_term=.2f128db3b63a
 
Inside Higher Ed
– Kris Olds, Central European University’s Complicated Legal Geographies, Inside Higher Ed, 6 April 2017, https://www.insidehighered.com/blogs/globalhighered/central-european-universitys-complicated-legal-geographies
– Kris Olds, Defending Central European University and Academic Freedom, Inside Higher Ed, 18 April 2017, https://www.insidehighered.com/blogs/globalhighered/defending-central-european-university-and-academic-freedom
 
Times Higher Education
– David Matthews, Central European University Fights for Survival in Hungary, Times Higher Education, 29 March 2017, https://www.timeshighereducation.com/news/central-european-university-fights-for-survival-in-hungary
 
Boston Globe
– John Shattuck, Hungary’s Attack on Academic Freedom, The Boston Globe, 3 April 2017, http://www.bostonglobe.com/opinion/2017/04/03/hungary-attack-academic-freedom/sSYNAizjeoevcfqxZV176K/story.html
 
Frankfurter Allgemeine Zeitung
– Martin Schulze Wessel, Orbáns Ethnisierung des Bildungswesens, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5 April 2017, http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/viktor-orban-will-universitaet-in-budapest-schliessen-14957285.html
– Eine Universität wird vertrieben, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20 April 2017, http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/wissenschaftler-appell-eine-universitaet-wird-vertrieben-14978547.html
– György Konrád, Gefährliche Heuchelei in Budapest, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13 April 2017,
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/themen/viktor-orban-bedient-sich-des-antisemitismus-14968042.html
 
Handelsblatt
– Hans-Peter Siebenhaar, Orbán holt zum Schlag gegen Soros aus, Handelsblatt, 30 March 2017, http://www.handelsblatt.com/politik/international/elite-uni-droht-schliessung-orban-holt-zum-schlag-gegen-soros-aus/19594914.html
– Hans-Peter Siebenhaar, Kein Platz in ‘Orbánistan’?, Handelsblatt, 12 April 2017, http://www.handelsblatt.com/my/politik/international/streit-um-soros-privatuni-in-budapest-kein-platz-in-orbnistan/19657584.html
– Ein freies Land, eine freie Universität, Handelsblatt, 10 April 2017, http://www.handelsblatt.com/politik/international/grossdemonstration-in-budapest-ein-freies-land-eine-freie-universitaet/19636810.html
– EU legt Samthandschuhe an ‘Puszta-Putin’ an, Handelsblatt, 12 April 2017, http://www.handelsblatt.com/politik/international/reaktionen-zu-ungarn-eu-legt-samthandschuhe-an-puszta-putin-an/19665948.html
– Hans-Peter Siebenhaar, Brüssel muss Ungarn die Grenzen aufzeigen, Handelsblatt, 27 April 2017, http://www.handelsblatt.com/politik/international/europaeische-union-bruessel-muss-ungarn-die-grenzen-aufzeigen/19728980.html
 
Neue Zürcher Zeitung
– Meret Baumann, Parlament beschliesst umstrittenes Hochschul-Gesetz, Neue Zürcher Zeitung, 4 April 2017, https://www.nzz.ch/international/existenz-der-central-european-university-bedroht-orban-nimmt-ungarns-elite-uni-ins-visier-ld.154293
– Shalini Randeria, Der autokratische Feldzug gegen die Zivilgesellschaft, Neue Zürcher Zeitung, 5 April 2017, https://www.nzz.ch/meinung/kommentare/viktor-orbans-schachzug-gegen-die-central-european-university-budapest-krieg-mittels-gesetzen-ld.155547
– Zehntausende demonstrieren in Ungarn für Universität, Neue Zürcher Zeitung, 10 April 2017, https://www.nzz.ch/international/central-european-university-in-ungarn-zehntausende-menschen-demonstrieren-in-ungarn-fuer-soros-universitaet-ld.1085323
– Meret Baumann, Irrationaler Illiberalismus, Neue Zürcher Zeitung, 10 April 2017, https://www.nzz.ch/meinung/viktor-orbans-ungarn-irrationaler-illiberalismus-ld.1085552
– Tausende Ungarn demonstrieren gegen drohende Schließung von US-Uni, Neue Zürcher Zeitung, 2 April 2017, https://www.nzz.ch/international/europa/orban-gegen-die-central-european-university-tausende-ungarn-demonstrieren-gegen-drohende-schliessung-von-us-uni-ld.154976?reduced=true
 
Die Presse
– Michael Laczynski / Wolfgang Böhm, Orbáns neue Front gegen Europa, Die Presse, 6 April 2017, http://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5197015/Orbans-neue-Front-gegen-Europa- Michael Laczynski / Wolfgang Böhm, Warum George Soros in Osteuropa so gehasst wird, Die Presse, 25 April 2017, http://diepresse.com/home/ausland/eu/5206913/Warum-George-Soros-in-Osteuropa-so-gehasst-wird?from=suche.intern.portal
 
Rheinische Post
– Tausende bilden Menschenkette für bedrohte Uni, Rheinische Post, 4 April 2017, http://www.rp-online.de/politik/ausland/protest-in-budapest-tausende-bilden-menschenkette-fuer-bedrohte-uni-aid-1.6736309
– Umstrittenes Hochschulgesetz unterzeichnet, Rheinische Post, 10 April 2017, http://www.rp-online.de/politik/ausland/umstrittenes-hochschulgesetz-unterzeichnet-aid-1.6749959
– EU-Kommission eröffnet Verfahren gegen Ungarn, Rheinische Post, 26 April 2017, http://www.rp-online.de/politik/ausland/hochschulgesetz-eu-kommission-eroeffnet-verfahren-gegen-ungarn-aid-1.6780209
 
Der Spiegel
– Keno Verseck, Orbán will US-Elite-Uni rausschmeißen, Der Spiegel, 30 March 2017, http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/ungarn-viktor-orban-will-central-european-university-ceu-vertreiben-a-1141124.html
– Keno Verseck, Orbán peitscht Gesetz gegen Soros-Uni durch, Der Spiegel, 4 April 2017, http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/ungarn-verabschiedet-gesetz-gegen-central-european-university-a-1141835.html
– Keno Verseck, Im Eilverfahren gegen die Soros-Uni, Der Spiegel, 4 April 2017, http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/ungarn-im-eilverfahren-gegen-die-soros-uni-a-1141769.html
– EU-Kommission prüft Ungarns Gesetz gegen US-Uni, Der Spiegel, 5 April 2017, http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/soros-uni-eu-kommission-prueft-ungarns-neues-hochschulgesetz-a-1142007.html
– Markus Becker, Der Spalter, Der Spiegel, 6 April 2017, http://www.spiegel.de/politik/ausland/viktor-orban-seine-fidesz-partei-bringt-cdu-und-csu-in-verlegenheit-a-1142184.html
– Keno Verseck, Warum Orbán Gegenwind aus dem eigenen Lager erhält, Der Spiegel, 10 April 2017, http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/ungarn-demonstration-fuer-universitaet-von-george-soros-und-gegen-viktor-orban-a-1142699.html
– Zehntausende demonstrieren für Erhalt von ‘Soros-Uni’, Der Spiegel, 10 April 2017, http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/ungarn-zehntausende-demonstrieren-fuer-ceu-central-european-university-a-1142623.html
– Staatspräsident Áder unterzeichnet umstrittenes Hochschulgesetz, Der Spiegel, 10 April 2017, http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/ungarn-janos-ader-unterzeichnet-umstrittenes-hochschulgesetz-a-1142774.html
– EU eröffnet Verfahren gegen Ungarn, Der Spiegel, 26 April 2017, http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/bruessel-eu-eroeffnet-verfahren-gegen-ungarn-wegen-des-hochschulgesetzes-a-1144940.html
– Markus Becker, EU-Parlamentarier attackieren Orbán. ‘Sie lügen, und Sie wissen, dass Sie lügen’, Der Spiegel, 26 April 2017, http://www.spiegel.de/politik/ausland/europaeische-union-viktor-orban-weist-vorwuerfe-im-eu-parlament-zurueck-a-1145016.html
– Peter Müller, Orbán beugt sich Druck der EU – ein bisschen, Der Spiegel, 29 April 2017, http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/viktor-orban-lenkt-ein-im-streit-um-die-central-european-university-a-1145465.html
– Orbán lenkt im Streit mit der EU-Kommission ein, Der Spiegel, 29 April 2017, http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/ungarns-hochschulgesetz-viktor-orban-will-auflagen-der-eu-kommission-erfuellen-a-1145448.html
 
Der Standard
– CEU-Rektor an Ungarns Regierung: ‘Lasst uns zufrieden’, Der Standard, 24 April 2017, http://derstandard.at/2000056474910/CEU-Rektor-verbittet-sich-Einmischung-ungarischer-Regierung
– Gregor Mayer, Chancen für Erhalt der CEU in Budapest schwinden, Der Standard, 27 April 2017, http://derstandard.at/2000056680800/Chancen-fuer-Erhalt-der-CEU-in-Budapest-schwinden
– Orbán dementiert. Keine Vereinbarung im Streit um Hochschulgesetz, Der Standard, 29 April 2017, http://derstandard.at/2000056768802/Orban-dementiert-Keine-Vereinbarung-im-Streit-um-Hochschulgesetz
 
Süddeutsche Zeitung
– Cathrin Kahlweit, Orbáns nächstes Ziel, Süddeutsche Zeitung, 29 March 2017, http://www.sueddeutsche.de/politik/ungarn-orbns-naechstes-ziel-1.3441904
– Ungarns Präsident unterzeichnet umstrittenes Hochschulgesetz, Süddeutsche Zeitung, 11 April 2017, http://www.sueddeutsche.de/bildung/george-soros-ungarns-praesident-unterzeichnet-umstrittenes-hochschulgesetz-1.3460176
– Alexander Mühlauer, Ein Fall für Brüssel, Süddeutsche Zeitung, 12 April 2017, http://www.sueddeutsche.de/politik/ungarn-ein-fall-fuer-bruessel-1.3462167
– Timothy Garton Ash, Schluss mit der Appeasement-Politik!, Süddeutsche Zeitung, 23 April 2017, http://www.sueddeutsche.de/kultur/debatte-salamitaktik-1.3467893
– Alexander Mühlauer, Brüssel leitet Verfahren gegen Ungarn ein, Süddeutsche Zeitung, 26 April 2017, http://www.sueddeutsche.de/politik/eu-bruesselleitet-verfahren-gegen-ungarn-ein-1.3479495
 
Die Welt
– Wolf Lepenies, Für Viktor Orbán ist George Soros Staatsfeind Nr. 1, Die Welt, 1 April 2017, https://www.welt.de/debatte/kommentare/article163327311/Fuer-Viktor-Orban-ist-George-Soros-Staatsfeind-Nr-1.html
– Tausende verteidigen die Soros-Universität in Ungarn, Die Welt, 3 April 2017, https://www.welt.de/politik/ausland/article163348309/Tausende-verteidigen-die-Soros-Universitaet-in-Ungarn.html
– Boris Kálnoky, Orbán plant schon den nächsten Schlag gegen George Soros, Die Welt, 5 April 2017, https://www.welt.de/politik/ausland/article163438232/Orban-plant-schon-den-naechsten-Schlag-gegen-George-Soros.html
– Boris Kálnoky, Hat Viktor Orbán vor Donald Trump kapituliert?, Die Welt, 12 April 2017, https://www.welt.de/politik/ausland/article163668186/Hat-Viktor-Orban-vor-Donald-Trump-kapituliert.html
– EU-Kommission eröffnet Verfahren gegen Ungarn, Die Welt, 26 April 2017, https://www.welt.de/politik/ausland/article164032321/EU-Kommission-eroeffnet-Verfahren-gegen-Ungarn.html
 
Die Zeit
– Christian Heinrich, Ein Massiver Angriff. Interview mit Michael Ignatieff, Die Zeit, 5 April 2017, http://www.zeit.de/2017/15/central-european-university-michael-ignatieff-interview
– Präsident unterschreibt umstrittenes Hochschulgesetz, Die Zeit, 10 April 2017, http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-04/ungarn-hochschulgesetz-praesident-janos-ader-schliessung-ceu-george-soros-universitaet-massenprotest-viktor-orban
– Thomas Roser, George Soros, der willkommene Feind, Die Zeit, 11 April 2017, http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-04/ungarn-orban-soros-ceu-universitaet
– Jens Jessen, Hamburg oder Budapest? Über politische und unpolitische Formen des Protestes, Die Zeit, 11 April 2017, http://www.zeit.de/2017/16/protest-g20-hamburg-universitaet-ungarn
– Ulrich Ladurner, Die letzten Fenster werden geschlossen, Die Zeit, 13 April 2017, http://blog.zeit.de/ladurnerulrich/2017/04/13/ungarn-budapest-universitaet-orban/
– Anton Pelinka, Politischer Vandalismus, Die Zeit, 24 April 2017, http://www.zeit.de/2017/17/central-european-university-budapest-schliessung
– Ulrich Ladurner, Wo die blauen Flaggen wehen, Die Zeit, 26 April 2017, http://www.zeit.de/2017/18/osteuropa-proteste-eu-kommunismus-demokratie
– Matthias Krupa / Heinrich Wefing / Ulrich Ladurner, Wie gefährlich sind diese Männer für Europa, Herr Timmermans?, Die Zeit, 3 May 2017, http://www.zeit.de/2017/19/polen-ungarn-eu-kommission-frans-timmermans-viktor-orban-jaroslaw-kaczynski
 
Le Monde
– Jean-Baptiste Chastand, Le gouvernement hongrois doit laisser les universités tranquilles, Le Monde, 8 May 2017, http://www.lemonde.fr/europe/article/2017/05/08/le-gouvernement-hongrois-doit-laisser-les-universites-tranquilles_5124128_3214.html
– Hongrie: le président promulgue une loi menaçant ‘l’université Soros’, Le Monde, 10 April 2017, http://www.lemonde.fr/europe/article/2017/04/10/hongrie-le-president-promulgue-une-loi-menacant-l-universite-soros_5109111_3214.html?xtmc=l_universite_d_europe_centrale&xtcr=14
 
RTBF Belgique
– Sandro Calderon, Michael Ignatieff, un recteur déterminé face à Viktor Orbán, RTBF Belgique, 24 April 2017, https://www.rtbf.be/info/monde/detail_michael-ignatieff-un-recteur-determine-face-a-viktor-orban?id=9589000

Glaubensbekenntnisse: „Belief/Believe“

Ankündigung zum [sic!] Summer Institute Cologne 2017 von Christina Vollmert

Jedes Jahr im Sommer veranstaltet [sic!], das Summer Institute Cologne, eine Summer School auf Schloss Wahn in Köln-Porz. Die Seminare und Workshops verstehen sich als Plattform für interdisziplinäre Diskussionen zwischen internationalen Absolventinnen und Absolventen der Geschichts- und Kulturwissenschaften. [sic!] findet das nächste Mal vom 29. August bis 9. September 2017 zum Thema „[belief/believe]“ statt und wird gefördert mit Mitteln der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne.

Dantons Tod im Paternoster

Salon Sophie Charlotte 2017

Die Revoltution frisst ihre eigenen Kinder. So ereilte es bereits Danton, der anders als Robespierre gewaltlos eine Repulik schaffen wollte. Seine Gegnerschaft zu den ehemals Verbündeten bezahlte er mit dem Leben. Georg Büchner hat diese tragische Dialektik vieler Revolutionen in seinem Drama „Dantons Tod“ künstlerisch verarbeitet. Studierende der Universität der Künste haben Büchners Text als Steinbruch für eine besondere Performance unter der Regie von Simon Schlingplässer und Alfred Hartung verwendet. Im Paternoster der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften führen sie ihre Fassung auf.

Globale Ausrichtung von Forschung und Lehre

Vergleichskulturen am Historischen Institut der CEU

Gegründet wurde die CEU in der Euphorie des Wandels Anfang der 1990er Jahre, um die Transformationsprozesse in den sozialistischen Gesellschaften des ehemaligen Ostblocks durch unabhängige Forschung und Lehre sowie eine freie wissenschaftlich-intellektuelle Auseinandersetzung mit der Geschichte der Regionen und den bevorstehenden Herausforderungen zu begleiten. Wie lange dauert aus Sicht der Geschichtswissenschaft gesellschaftlicher Übergang an? In seiner historischen Zeitdimension ist sozialer Wandel nur schwer abzugrenzen. Die osteuropäischen Gesellschaften sind längst keine post-kommunistischen Übergangsgesellschaften mehr. Die Euphorie der Transformation in den einzelnen Ländern ist spätestens seit der EU-Osterweiterung den Mühen der europäischen Ebene gewichen, und so hat auch die CEU in ihrer jungen Geschichte mehrere Schübe institutioneller Selbstfindung erlebt. Ein Vierteljahrhundert nach ihrer Gründung präsentiert sich die CEU heute für jemanden, der erst jüngst an das Historische Institut berufen wurde, als eine fest im europäischen Wissenschaftsraum etablierte, unabhängige akademische Institution mit großer internationaler Anziehungs- und Ausstrahlungskraft.

Nationalismus auf der Bühne – Theater in Iran: Episode 1 – Die Bibliothek des Stadttheaters

Inwieweit spiegelt sich die Geschichte eines Landes auch in seiner Kultur, seiner Kunst, in seinen Theatern wider? Das ist eine der Ausgangsfragen im Froschungsprojekt der Iranistin Anna Heller von der Universität Marburg. Sie erforscht die moderne Theatergeschichte des Iran und fragt dabei nach der Rolle des Theaters für den iranischen Nationsbildungsprozess beziehungsweise für die Schaffung einer nationalen Identität. Für Anna Heller sind die Bibliothek und das Archiv des Stadttheaters in Teheran zentrale Orte ihrer Materialsammlung. Dort sucht sie nach Texten und biographischen Hinweisen auf die Autoren der für sie relevanten Dramen. Dabei rücken auch Dramatiker ins Licht, die nie die große literarische Bühne betreten haben, aber aus historischen Gesichtspunkten von besonderer Bedeutung sind.

„Heidegger und die Postmoderne“

Sidonie Kellerer ist Freigeist-Fellow bei der a.r.t.e.s. Graduate School

Die Philosophin Dr. Sidonie Kellerer hat eines der begehrten Freigeist-Fellowships der VolkswagenStiftung eingeworben. Seit Mai 2017 ist sie mit ihrem Forschungsprojekt „Heidegger und die Postmoderne“ an der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne (Graduiertenschule der Philosophischen Fakultät) und am Philosophischen Seminar der Universität zu Köln angesiedelt. Die VolkswagenStiftung stellt Sidonie zur Finanzierung ihres Projekts in den kommenden fünf Jahren 680.000 Euro zur Verfügung.

Die Kunst als Utopie der Revolution

Salon Sophie Charlotte 2017

Richtige Revolutionen sind politisch – in Ursprung, Motiven, Durchführung und Zielen. Das Paradigma dafür ist bis heute die Französische Revolution von 1789. Das Bemühen in Deutschland um eine ähnliche revolutionäre Kraft und Ausstrahlung, war von wenig Erfolg getragen. Woran lag das? Waren die Deutschen für Revolutionen nicht gemacht? Das fragten sich bereits die zeitgenössischen Intellektuellen, wie Goethe, Schlegel oder Fichte. Revolutionärer Ruhm ließe sich dann aber vielleicht auf einem anderen Feld ernten, dort, wo die Deutschen etwas zu bieten hatten: in Philosophie, Dichtung und Kunst? Diesem Ansatz geht in seinem Vortrag der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Wilhelm Voßkamp nach: Können Philosophie, Dichtung und Kunst als ästhetische Revolution an die Stelle politischer treten und dabei ein gleichrangiges Paradigma bieten?

What We Stand For. A Space for Self-Reflection – Adela Hîncu

Academic Freedom in Danger. Fact Files on the „CEU Affair“ (Südosteuropa 65 „Spotlight“)

In summer 2012, a small group of CEU history graduates, scattered across Central, Eastern, and Southeastern Europe for their holidays or fieldwork, photographed themselves holding the sign ‘Free Čačak’ in celebration of a joke they had shared repeatedly while pursuing their MA. The invented secession of the Serbian district of Čačak/Ceaceac/Csácsák/Tschatschak—a region overwhelmingly inhabited by Serbs—had become, for us, an absurd and versatile shorthand for nationalisms of all kinds in the region. In acknowledgment for holding up the sign in Revolution Square in Timişoara, Romania, I was thanked for proving the Romanians’ commitment to the secession cause and was ensured it would not be forgotten when the time came for the Transylvanians to break their bonds. The sign appeared in photographs taken in front of the Serbian embassies in Kiev and Bucharest, the portrait of our university’s founder at CEU, the Mathias Corvinus House, the amphitheatre in Pula, the streets of Lviv, the center of Belgrade, and Istanbul. ‘Čačaka un Brīvībai’ (‘Čačak and Freedom’), reads the inscription on the Freedom Monument in Riga in one of the photographs.
The story of Čačak’s fight for secession (it might as well have been Severodvinsk or Vaslui) resonated with the work of deconstruction we were all doing with respect to our nation-building foundational narratives: cultural, political, and historical. At the same time, it also spoke to a crucial sense of responsibility that we shared in understanding our region from each other’s perspectives, and also by learning each other’s languages. There must be countless stories such as this one in the history of our department, and of our university, which have provided over the years a space for such responsible irreverence. It also allowed us to rehearse the political thinking behind some of the most spectacular historical arrangements in the region, some of which were yet to happen.
This is partly made possible by the engagement with historiography in all its guises, postmodern penchant for irony and play included. It subsists on a constant exchange of information about our region, which requires an appreciation of strangeness, and estrangement, too, as well as empathy and historical imagination. As for the work of reconstruction, which we attempt in our theses as much as in everyday interactions, it rests on our ability and willingness to allow conversation—which also means seeking and giving space to voices that have not been heard in the past or that have been marginalized in the present.
For many, this is at the same time a work of self-emancipation from the economic, social, ethnic, and cultural hierarchies played out within regions, within Europe (variously defined), and as part of global regimes of inequality. For those who shared their experience with me, the formative challenge was not having to change one’s deepest convictions (the always unfulfilled threat—and promise—of propaganda) but acknowledging the social responsibility for self-reflection. One might have to face their own ethnocentric biases when part of an ethnic minority attuned to the ubiquitously reproduced majority bias. Translating one’s critical position, self-evident in its local context, might require first defending the object of criticism itself. Solidarities based on the shared social experiences of transition, austerity, or war, and class identification, might first develop in the process of social mobility; at the same time, the diversity of social backgrounds in a transnational setting might highlight unacknowledged local privilege. In a post-Yugoslav, postwar setting, the constant play of divergence and identification calls for shared methodologies. Conversely, for those investing in the aspired-to neutrality of methodology, it simultaneously makes overt enduring inequalities and the layered reproduction of cultural hierarchies within and outside Europe.
As an MA and PhD student in the Department of History for the past six years, I have found it to be a privileged place for such self-reflection, not just as a personal but also as a shared social practice across different generations. In his last lecture at the Department of History in 2014, the late Professor Jacek Kochanowicz reflected on his academic career as ‘an escape into history’—not a flight—the carving of space to understand the present within the various academic, social, and political arrangements that he had lived through. Many of the research topics pursued by my colleagues require the same boundary work, both within their respective academic traditions and also within the existing epistemic assumptions of their field. This need not be done in isolation, but with support and inspiration from others passionately immersed in seemingly remote research. To conclude this article, I would like to briefly discuss the example of one of the many fields of research pursued in our department—by necessity, the one I followed the closest—the history of state socialism in Central, Eastern, and Southeastern Europe.
My own research is on socialist Romania, a period I have only known because of the strange quality of historical time to pass at different speeds across the region, and exceptionally slow where people are otherwise busy surviving poverty. ‘There is just a small step from picking mushrooms to political activism’, once joked Prof. Kochanowicz about the belief, in 1950s Poland, in the permeability of seemingly mundane collective actions to political engagement. This insight was largely lost to most of the local historiography of the state socialist period at the time, invested as it was in a region-wide drive for retroactive justice. Research into women’s, workers’, artists’, and youth collectives in the region in the postwar period found a place, however, in our department. The conversation extends over several cohorts of students and across disciplines, and speaks to what are becoming, again, formative generational concerns. The rediscovered interest in purposeful political engagement and in democratic, collective self-organization against oppressive political and socio-economic arrangements, we found, had its own history, fraught with hope, disillusionment, and an ethics of care and solidarity.
Research on practices of collective action has been coupled with interest in the political languages of the state socialist period and their postsocialist afterlife. This requires a collective work of translation across the different temporalities in the so-called Eastern Bloc, the insight and tools for which came from an impressive body of work on the mid-nineteenth and mid-twentieth century intellectual discourses in Central, Eastern, and Southeastern Europe, and the ensuing five-volume collection of source texts and commentaries prefaced by Balázs Trencsényi and Michal Kopeček. Among the most spectacular works of rediscovery inspired by it are feminist and women’s rights discourses in the region, starting with the former Yugoslavia and extending through comparative, collaborative research to intellectual discourses across the Eastern Bloc.
Much of the work on state socialism is heavily based on painstaking archival research, which has proceeded in parallel to the opening (or, in some cases, closing) of repositories of documents from the recent past across the former Eastern Bloc. These have been in an asymmetrical but closely intertwined relationship. Almost every thesis I have read was simultaneously a reflection on the social practices of archiving and archival research, memory politics, the epistemology of the archive, and the historian’s craft today. An ongoing conversation with students of the Department of History on issues of evidence, the production, collection, and classification of knowledge, truth and objectivity, and the role of different media, as well as the social embeddedness of archives, has also been sustained by the Vera & Donald Blinken Open Society Archives, holders of the archives of the Radio Free Europe/Radio Liberty Research Institute. It can also happen, however, that a course with the title ‘Archives of Living and Dead Things’, already surrounded by mystery and promise, becomes mid-way a passionate discussion about the role of academic libraries, plans of the future CEU library in hand, where students meet the architects of a building several years from being built and make their own case for a self-reflexive institution, exhibiting its own conditions of knowledge production and democratizing knowledge through its practices.
Now sitting in the very building the future of which we imagined four years ago, surrounded by the many visible and invisible traces of the past, and pondering yet again about its future, it is difficult not to appreciate the freedom that we enjoyed and that we stand for—the freedom to explore, to reflect, and to create.

What We Stand For. A Space for Self-Reflection – Adela Hîncu

Academic Freedom in Danger. Fact Files on the „CEU Affair“ (Südosteuropa 65 „Spotlight“)

In summer 2012, a small group of CEU history graduates, scattered across Central, Eastern, and Southeastern Europe for their holidays or fieldwork, photographed themselves holding the sign ‘Free Čačak’ in celebration of a joke they had shared repeatedly while pursuing their MA. The invented secession of the Serbian district of Čačak/Ceaceac/Csácsák/Tschatschak—a region overwhelmingly inhabited by Serbs—had become, for us, an absurd and versatile shorthand for nationalisms of all kinds in the region. In acknowledgment for holding up the sign in Revolution Square in Timişoara, Romania, I was thanked for proving the Romanians’ commitment to the secession cause and was ensured it would not be forgotten when the time came for the Transylvanians to break their bonds. The sign appeared in photographs taken in front of the Serbian embassies in Kiev and Bucharest, the portrait of our university’s founder at CEU, the Mathias Corvinus House, the amphitheatre in Pula, the streets of Lviv, the center of Belgrade, and Istanbul. ‘Čačaka un Brīvībai’ (‘Čačak and Freedom’), reads the inscription on the Freedom Monument in Riga in one of the photographs.
The story of Čačak’s fight for secession (it might as well have been Severodvinsk or Vaslui) resonated with the work of deconstruction we were all doing with respect to our nation-building foundational narratives: cultural, political, and historical. At the same time, it also spoke to a crucial sense of responsibility that we shared in understanding our region from each other’s perspectives, and also by learning each other’s languages. There must be countless stories such as this one in the history of our department, and of our university, which have provided over the years a space for such responsible irreverence. It also allowed us to rehearse the political thinking behind some of the most spectacular historical arrangements in the region, some of which were yet to happen.
This is partly made possible by the engagement with historiography in all its guises, postmodern penchant for irony and play included. It subsists on a constant exchange of information about our region, which requires an appreciation of strangeness, and estrangement, too, as well as empathy and historical imagination. As for the work of reconstruction, which we attempt in our theses as much as in everyday interactions, it rests on our ability and willingness to allow conversation—which also means seeking and giving space to voices that have not been heard in the past or that have been marginalized in the present.
For many, this is at the same time a work of self-emancipation from the economic, social, ethnic, and cultural hierarchies played out within regions, within Europe (variously defined), and as part of global regimes of inequality. For those who shared their experience with me, the formative challenge was not having to change one’s deepest convictions (the always unfulfilled threat—and promise—of propaganda) but acknowledging the social responsibility for self-reflection. One might have to face their own ethnocentric biases when part of an ethnic minority attuned to the ubiquitously reproduced majority bias. Translating one’s critical position, self-evident in its local context, might require first defending the object of criticism itself. Solidarities based on the shared social experiences of transition, austerity, or war, and class identification, might first develop in the process of social mobility; at the same time, the diversity of social backgrounds in a transnational setting might highlight unacknowledged local privilege. In a post-Yugoslav, postwar setting, the constant play of divergence and identification calls for shared methodologies. Conversely, for those investing in the aspired-to neutrality of methodology, it simultaneously makes overt enduring inequalities and the layered reproduction of cultural hierarchies within and outside Europe.
As an MA and PhD student in the Department of History for the past six years, I have found it to be a privileged place for such self-reflection, not just as a personal but also as a shared social practice across different generations. In his last lecture at the Department of History in 2014, the late Professor Jacek Kochanowicz reflected on his academic career as ‘an escape into history’—not a flight—the carving of space to understand the present within the various academic, social, and political arrangements that he had lived through. Many of the research topics pursued by my colleagues require the same boundary work, both within their respective academic traditions and also within the existing epistemic assumptions of their field. This need not be done in isolation, but with support and inspiration from others passionately immersed in seemingly remote research. To conclude this article, I would like to briefly discuss the example of one of the many fields of research pursued in our department—by necessity, the one I followed the closest—the history of state socialism in Central, Eastern, and Southeastern Europe.
My own research is on socialist Romania, a period I have only known because of the strange quality of historical time to pass at different speeds across the region, and exceptionally slow where people are otherwise busy surviving poverty. ‘There is just a small step from picking mushrooms to political activism’, once joked Prof. Kochanowicz about the belief, in 1950s Poland, in the permeability of seemingly mundane collective actions to political engagement. This insight was largely lost to most of the local historiography of the state socialist period at the time, invested as it was in a region-wide drive for retroactive justice. Research into women’s, workers’, artists’, and youth collectives in the region in the postwar period found a place, however, in our department. The conversation extends over several cohorts of students and across disciplines, and speaks to what are becoming, again, formative generational concerns. The rediscovered interest in purposeful political engagement and in democratic, collective self-organization against oppressive political and socio-economic arrangements, we found, had its own history, fraught with hope, disillusionment, and an ethics of care and solidarity.
Research on practices of collective action has been coupled with interest in the political languages of the state socialist period and their postsocialist afterlife. This requires a collective work of translation across the different temporalities in the so-called Eastern Bloc, the insight and tools for which came from an impressive body of work on the mid-nineteenth and mid-twentieth century intellectual discourses in Central, Eastern, and Southeastern Europe, and the ensuing five-volume collection of source texts and commentaries prefaced by Balázs Trencsényi and Michal Kopeček. Among the most spectacular works of rediscovery inspired by it are feminist and women’s rights discourses in the region, starting with the former Yugoslavia and extending through comparative, collaborative research to intellectual discourses across the Eastern Bloc.
Much of the work on state socialism is heavily based on painstaking archival research, which has proceeded in parallel to the opening (or, in some cases, closing) of repositories of documents from the recent past across the former Eastern Bloc. These have been in an asymmetrical but closely intertwined relationship. Almost every thesis I have read was simultaneously a reflection on the social practices of archiving and archival research, memory politics, the epistemology of the archive, and the historian’s craft today. An ongoing conversation with students of the Department of History on issues of evidence, the production, collection, and classification of knowledge, truth and objectivity, and the role of different media, as well as the social embeddedness of archives, has also been sustained by the Vera & Donald Blinken Open Society Archives, holders of the archives of the Radio Free Europe/Radio Liberty Research Institute. It can also happen, however, that a course with the title ‘Archives of Living and Dead Things’, already surrounded by mystery and promise, becomes mid-way a passionate discussion about the role of academic libraries, plans of the future CEU library in hand, where students meet the architects of a building several years from being built and make their own case for a self-reflexive institution, exhibiting its own conditions of knowledge production and democratizing knowledge through its practices.
Now sitting in the very building the future of which we imagined four years ago, surrounded by the many visible and invisible traces of the past, and pondering yet again about its future, it is difficult not to appreciate the freedom that we enjoyed and that we stand for—the freedom to explore, to reflect, and to create.

Der Geschichtstalk im Super7000

Worum geht es?

Der Geschichtstalk im Super7000 startet am 14. September 2017 als neues interaktives Gesprächsformat im Internet, wenn man so will: eine neuartige „Talkshow“. Namhafte Historiker_innen aus allen Epochen und das Internet diskutieren über drängende Themen der Public History. Wir greifen Themen aus aktuellen öffentlichen Debatten auf und klopfen sie auf ihre Bedeutung für das Geschichtsbild in der Gegenwart ab. Wer geht öffentlich mit Geschichte um und wie? Wer sind die tonangeben­den Meinungsmacher_innen des Geschichtsbewusst­seins? Wir senden live im Internet und laden alle Geschichtsin­teressierten zur Teilnahme an der Diskussion ein – live als Gesprächstpartner_in über Twitter, auf Facebook, aber auch langfristig auf unserem Weblog. Die Rück­kopplung mit unserem Publikum ist ein zentraler Bestandteil der Sendung. Wir wollen keine reinen Fachgespräche über wissenschaftliche Fragen in einer geschlossenen Expertenrunde führen. Wir diskutieren aus der Sicht professioneller Histori­ker_innen mit unterschiedlichen Schwerpunkten über Themen, die heute ein breites Publikum mit Geschichte in Berührung bringen.

Nepal – Zerbrechliches Erbe: Episode 4 – Gespräch mit Niels Gutschow über das Leben und die Arbeit eines Forschers Nepal

In unserem ausführlichen Interview erläutert Prof. Dr.-Ing. Niels Gutschow als der Leiter des wissenschaftlichen Projekts zum Wiederaufbau zerstörter Tempel in Nepal die Hintergründe seiner Arbeit. Welche Ziele verfolgt er dabei? Wie erklärt sich seine persönliche Verbundenheit mit dem Land Nepal, zu seinen Einwohner und der dazugehörigen Kultur? Auf welche Schwierigkeiten ist er bei der Umsetzung des Projekts gestoßen? Und vor allem haben wir von ihm wissen wollen, wie er Denkmalschutz und Kulturerhalt im Spannungsfeld von Restaurierung, Bewahrung und Neuschöpfung einschätzt? Wie verhalten sich westliche Vorstellungen von Denkmalpflege zu lokalen?

Fundstücke KW 33

Was (zur Hölle!) sind æstel? Glücklicherweise das Thema des aktuellen Beitrags von Christoph Gwisdeck auf kurz!-Geschichte! Hakenkreuze everywhere! In den Fundstücken der vergangenen Woche hatte ich einen Artikel auf Spiegel Online verlinkt, in dem Museumsdirektor Karl Banghard vom AFM Oerlinghausen … Weiterlesen

Der Thomasius-Club der Universitätsbibliothek Leipzig

Monatliche Gespräche über Wissenschaft

Seinen Namen trägt der Thomasius-Club in Erinnerung an den Leipziger Philosophen und Rechtsgelehrten Christian Thomasius, der im Jahr 1688 seine Monatsgespräche zu veröffentlichen begann. An die Idee dieser Zeitschrift, in deutscher Sprache wissenschaftliche Inhalte zu vermitteln, schließt auch der Thomasius-Club an. Die ca. einstündigen Gesprächsrunden werden als Podcast für Interessierte bereitgestellt.
Der Thomasius-Club ist eine offene Gesprächsrunde, die Wissenschaftler_innen einlädt und zu aktuellen Themen ihrer Forschung befragt. Das Programm des Thomasius-Club wird von einer kleinen Gruppe Aktiver (siehe Veranstalter) sorgfältig ausgewählt und beschlossen.
Der Thomasius-Club startete im Jahr 2006, veranstaltet von cultiv e. V., mit Unterstützung von Klaus Finke von der Universitätsbuchhandlung und „Horns Erben“, in deren Räumlichkeiten über 60 Gespräche geführt wurden. Auch die Connewitzer Verlagsbuchhandlung und die Stadt Leipzig unterstützten zeitweilig das Programm. Ab Oktober 2015 wird der Thomasius-Club in Medienpartnerschaft mit der Gerda Henkel-Stiftung als Veranstaltungsreihe der Universitätsbibliothek Leipzig durchgeführt.

Der Thomasius-Club der Universitätsbibliothek Leipzig

Monatliche Gespräche über Wissenschaft

Seinen Namen trägt der Thomasius-Club in Erinnerung an den Leipziger Philosophen und Rechtsgelehrten Christian Thomasius, der im Jahr 1688 seine Monatsgespräche zu veröffentlichen begann. An die Idee dieser Zeitschrift, in deutscher Sprache wissenschaftliche Inhalte zu vermitteln, schließt auch der Thomasius-Club an. Die ca. einstündigen Gesprächsrunden werden als Podcast für Interessierte bereitgestellt.
Der Thomasius-Club ist eine offene Gesprächsrunde, die Wissenschaftler_innen einlädt und zu aktuellen Themen ihrer Forschung befragt. Das Programm des Thomasius-Club wird von einer kleinen Gruppe Aktiver (siehe Veranstalter) sorgfältig ausgewählt und beschlossen.
Der Thomasius-Club startete im Jahr 2006, veranstaltet von cultiv e. V., mit Unterstützung von Klaus Finke von der Universitätsbuchhandlung und „Horns Erben“, in deren Räumlichkeiten über 60 Gespräche geführt wurden. Auch die Connewitzer Verlagsbuchhandlung und die Stadt Leipzig unterstützten zeitweilig das Programm. Ab Oktober 2015 wird der Thomasius-Club in Medienpartnerschaft mit der Gerda Henkel-Stiftung als Veranstaltungsreihe der Universitätsbibliothek Leipzig durchgeführt.

Der Thomasius-Club der Universitätsbibliothek Leipzig

Monatliche Gespräche über Wissenschaft

Seinen Namen trägt der Thomasius-Club in Erinnerung an den Leipziger Philosophen und Rechtsgelehrten Christian Thomasius, der im Jahr 1688 seine Monatsgespräche zu veröffentlichen begann. An die Idee dieser Zeitschrift, in deutscher Sprache wissenschaftliche Inhalte zu vermitteln, schließt auch der Thomasius-Club an. Die ca. einstündigen Gesprächsrunden werden als Podcast für Interessierte bereitgestellt.
Der Thomasius-Club ist eine offene Gesprächsrunde, die Wissenschaftler_innen einlädt und zu aktuellen Themen ihrer Forschung befragt. Das Programm des Thomasius-Club wird von einer kleinen Gruppe Aktiver (siehe Veranstalter) sorgfältig ausgewählt und beschlossen.
Der Thomasius-Club startete im Jahr 2006, veranstaltet von cultiv e. V., mit Unterstützung von Klaus Finke von der Universitätsbuchhandlung und „Horns Erben“, in deren Räumlichkeiten über 60 Gespräche geführt wurden. Auch die Connewitzer Verlagsbuchhandlung und die Stadt Leipzig unterstützten zeitweilig das Programm. Ab Oktober 2015 wird der Thomasius-Club in Medienpartnerschaft mit der Gerda Henkel-Stiftung als Veranstaltungsreihe der Universitätsbibliothek Leipzig durchgeführt.

Die Frage nach der Umwelt im Anthropozän

a.r.t.e.s.-Promovierende organisieren interdisziplinäre Konferenz „environment | agency“

Das a.r.t.e.s. forum 2017 steht wieder vor der Tür: Die am 07. Juli stattfindende interdisziplinäre Konferenz beschäftigt sich in diesem Jahr mit „environment | agency“. Das a.r.t.e.s. forum ist die alljährliche Gelegenheit für Promovierende der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne und der Philosophischen Fakultät, in Eigenregie eine hochkarätig und international besetzte Konferenz zu planen und durchzuführen. Das Organisationsteam hat sich dabei mit „environment | agency“ für das spannende und hochaktuelle Thema des Zusammenspiels zwischen (menschlicher und nichtmenschlicher) Agentivität einerseits und der Umwelt andererseits entschieden. An zentraler Stelle steht dabei die Frage, was Umwelt in der häufig als Anthropozän, also einem maßgeblich durch menschliche Aktivität beeinflussten Erdzeitalter, bezeichneten Gegenwart überhaupt bedeutet. Dabei sollen nicht zuletzt die Bezüge zu sowohl unterschiedlichen theoretischen Kontexten, etwa Posthumanismus und objektorientierte Ontologie, als auch zu zeitgenössischen Ereignissen, beispielsweise der Finanzkrise und Umweltdesastern wie der Nuklearkatastrophe in Fukushima, beleuchtet werden.

Nepal – Zerbrechliches Erbe: Episode 3 – Der Wiederaufbau des Harishankara Tempels

Der 1706 gestiftete Tempel des Harishankara auf dem Durbar Square in Patan ist infolge des Erdbebens von 2015 bis auf den Sockel eingestürzt. Bei der Begutachtung der Schäden wird das Ausmaß des Schadens deutlich: sogar die Fundamentschäden weisen Brüche und Risse auf, zahlreiches schmückendes Beiwerk in Form von Figuren und Ornamenten ist zerstört. Was übrig geblieben ist, wird akribisch dokumentiert und gelagert. Für das aber, was unwiederbringlich verloren ist, stellt sich für die Forscher, Architekten, Restauratoren und Handwerker nun die entscheidende Frage: Wie viel an modernen Eingriffen in die historische Bauweise ist erlaubt? Was darf wie wiederhergestellt werden? Dürfen beispielsweise zerstörte und für immer verlorene Holzfiguren neu geschnitzt werden und den Platz der alten Figur einnehmen? Westliche Vorstellungen und Konzepte zur Denkmalpflege prallen hier auf Traditionen der Einheimischen. 

Nepal – Zerbrechliches Erbe: Episode 3 – Der Wiederaufbau des Harishankara Tempels

Der 1706 gestiftete Tempel des Harishankara auf dem Durbar Square in Patan ist infolge des Erdbebens von 2015 bis auf den Sockel eingestürzt. Bei der Begutachtung der Schäden wird das Ausmaß des Schadens deutlich: sogar die Fundamentschäden weisen Brüche und Risse auf, zahlreiches schmückendes Beiwerk in Form von Figuren und Ornamenten ist zerstört. Was übrig geblieben ist, wird akribisch dokumentiert und gelagert. Für das aber, was unwiederbringlich verloren ist, stellt sich für die Forscher, Architekten, Restauratoren und Handwerker nun die entscheidende Frage: Wie viel an modernen Eingriffen in die historische Bauweise ist erlaubt? Was darf wie wiederhergestellt werden? Dürfen beispielsweise zerstörte und für immer verlorene Holzfiguren neu geschnitzt werden und den Platz der alten Figur einnehmen? Westliche Vorstellungen und Konzepte zur Denkmalpflege prallen hier auf Traditionen der Einheimischen. 

„Anpassung an kranke gesellschaftliche Verhältnisse“

Interview mit Hans-Joachim Maaz über das Phänomen der Normopathie

Von Menschen, die nicht gerade als Eremiten leben, sondern Teil einer Gruppe sein möchten, wird erwartet, dass sie sich an die Gruppe anpassen und gewisse Regeln des Zusammenlebens befolgen. Wer das tut, erntet die Anerkennung der Gruppe und erfährt ihren Schutz und ihre Solidarität. Das wiederum kann zu dem Gedanken verführen, dass besonders viel Anpassung und ein besonders folgsames Verhalten zu besonders viel Lob, Belohnung und persönlichem Glück führen könnte. Diese Rechnung geht aber nicht auf, behauptet der Psychiater und Psychoanalytiker Dr. Hans-Jürgen Maaz. Im Gegenteil, wer nach diesen Prinzipien lebe, sich übermäßig anpasse und überkonform verhalte, lebe ein falsches Leben und ist ein Normopath. Schuld daran ist aber nicht nur der derart narzisstisch veranlagte Einzelne, sondern die Gesellschaft insgesamt, die einen hohen Anpassungsdruck auf ihre Mitglieder ausübe. Wie das genau zu verstehen ist, dazu haben wir dem Autor des Buches „Das falsche Leben“ unsere Fragen gestellt.