Planet History

Tag Archive for Geisteswissenschaften

Keine Interaktion! Bild-Text-Bezüge von Beischriften. Eine Standortbestimmung in fünf Punkten

Francisca Feraudi-Gruénais (Alte Geschichte, Universität Heidelberg) zum a.r.t.e.s. forum 2016

Das a.r.t.e.s. forum ist die interdisziplinäre Jahrestagung der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland einlädt, aus ihrer jeweiligen disziplinären Perspektive zum Tagungsthema Bezug zu nehmen. Das a.r.t.e.s. forum 2016 versammelte Beiträge zum Thema „text – language – media“. Im Folgenden ist das Résumé von Dr. Francisca Feraudi-Gruénais zu ihrem Vortrag beim a.r.t.e.s. forum am 15. Juli 2016 zu finden.

Piraterie – Von der Antike bis zur Gegenwart

Symposium „Über das Meer“ | Abschließende Podiumsdiskussion

Der Gedanke an Piraten ist mir viel Romantik und einer gewissen Abenteuersehnsucht verbunden. Die Namen, die einem dabei einfallen, sind schillernd: Blackbeard, Cäpt’n Kidd, Rackham, Drake, Morgan oder Störtebecker. Literatur und Film haben das Seeräuberwesen sogar zu einem eigenen Genre ausgebaut und damit zu seiner Popularisierung erheblich beigetragen. Diese Vorstellung von Piraten und Piraterie repräsentiert jedoch nur einen sehr kurzen Abschnitt ihrer langen Geschichte. Denn seitdem Menschen mit Schiffen übers Meer fahren, gibt es auch Piraten – bis heute. Diese historische und aktuelle Dimension ist Thema der vorliegenden Podiumsdiskussion. Es diskutieren Prof. Dr. Thomas Jäger, Prof. Dr. Michael North, Prof. Dr. Marian Paschke sowie Dr. Patricia Schneider.

16 Shots. Politische Gewalt gegen African Americans – eine Geschichte der Gegenwart

Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Martschukat (Erlangen) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

16 Schüsse hat der Polizist Jason D. van Dyke am 20. Oktober 2014 in Chicago auf den 17‐jährigen Afroamerikaner Laquan McDonald abgegeben. Der Polizeibericht besagt, McDonald habe die Polizisten mit einem Messer bedroht, so dass diese um ihr Leben gefürchtet hätten. Das Video einer Dashcam aus einem der Polizeiautos, das über ein Jahr später freigegeben wurde, zeigt ein anderes Bild. Der Vortrag wird von dem Fall McDonald ausgehen, um die jüngsten Fälle der Polizeigewalt gegen junge, afroamerikanische Männer aus der US‐amerikanischen Geschichte heraus zu verstehen. Dabei wird der Vortrag (erstens) das Politische dieser Gewalttaten ausloten und (zweitens) die Bedeutung ihrer Sichtbarmachung eruieren. In der jüngsten Zeitgeschichte sind es immer wieder Filme aus Handys, Überwachungskameras oder eben Dashcams gewesen, die dazu beigetragen haben, auf Polizeigewalt aufmerksam zu machen und diese – wie im Fall McDonald – auch vor Gericht zu bringen.

Lieder der Hoffnung und des Widerstands gesungen von Hanna Schygulla

Salon Sophie Charlotte 2017

Hanna Schygullas Auftritt kommt einem Streifzug durch die Geschichte des revolutionären Liedguts gleich. Angefangen mit der Hymne der Pariser Kommune von 1871 – Le Temps des Cerises – geht es weiter zu den antifaschistischen Widerstandliedern Bella Ciao und ¡Ay Carmela!, bis zu Bertolt Brechts und Hanns Eislers Wiegenlied und Ein Pferd klagt an. Im zweiten Teil führt Hanna Schygulla das Publikum zurück in die Zeit der Achtundsechziger: I can’t get no satisfaction (The Rolling stones), Blowing in the wind (Bob Dylan), Imagine (John Lennon), Here comes the sun (The Beatles), Born to be wild (Steppenwolf) und Me and Bobby McGee (Janis Joplin). Begleitet am Flügel wird Hanna Schygulla von Stephan Kanyar.

„Es geht um die Entfaltung des Einzelnen“

Interview mit Philipp Lepenies über Armut in Geschichte und Gegenwart

Die Bekämpfung der Armut stand beim gerade absolvierten Treffen der Gruppe der Zwanzig (G20) in Hamburg nicht explizit auf der Tagesordnung. Vielmehr ging es neben den vorrangigen ökonomischen und handelspolitischen Fragen um Klimapolitik, Digitalisierung, Gesundheit, Migration, Terror und die Zusammenarbeit mit Afrika. Dabei leben nach einem aktuellen Bericht der Vereinten Nationen gegenwärtig weltweit bis zu 1,2 Milliarden Menschen in extremer Armut. Welche Formen der Armut gibt es? Gibt es auch in den sogenannten reichen Ländern des Nordens Armut? Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Philipp Lepenies von der Freien Universität Berlin hat sich in einer historischen Perspektive dieser Fragen angenommen und einen kleinen Band über Ursachen und Formen von Armut, aber auch Auswege aus der Armut geschrieben. Wir haben ihm dazu unsere Fragen gestellt.

Of mice and men: Alltägliche Briefe aus dem griechisch-römischen Ägypten

Charikleia Armoni (Klassische Philologie, Universität zu Köln) zum a.r.t.e.s. forum 2016

Das a.r.t.e.s. forum ist die interdisziplinäre Jahrestagung der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland einlädt, aus ihrer jeweiligen disziplinären Perspektive zum Tagungsthema Bezug zu nehmen. Das a.r.t.e.s. forum 2016 versammelte Beiträge zum Thema „text – language – media“. Im Folgenden ist der Bericht von PD Dr. Charikleia Armoni zu ihrem Vortrag beim a.r.t.e.s. forum am 15. Juli 2016 zu finden.

Der Mönch und das Rhinozeros. 1517 – ein Jahr der Weltrevolution?

Salon Sophie Charlotte 2017

Das Jahr 1517 ist das Luther-Jahr schlechthin, so die Rezeption im westlichen Europa und vor allem in Deutschland nicht erst im Jubiläumsjahr. Luther habe mit seinem revolutionären Thesenanschlag zu Wittenberg die Welt verändert, lautet dabei die gängige Erzählung. Der Neuzeithistoriker Prof. Dr. Heinz Schilling bestreitet die Bedeutung Martin Luthers für die Weltgeschichte nicht, kritisiert aber diese Fokussierung auf den Reformator als euro- bzw. germanozentrische Nabelschau. Sein Ansatz ist ein globalgeschichtlicher. Das Jahr 1517 sei vielmehr in eine Epochenschwelle mit einer Reihe von weltbedeutenden Ereignissen eingebettet. Stellvertretend für das Neue und Exotische jener Zeit steht im Vortrag von Heinz Schilling das Rhinozeros von Lissabon, das 1515 von Indien nach Portugal verschifft worden war und von Albrecht Dürer in seinem berühmten Holzschnitt festgehalten wurde. Weitere weltgeschichtliche Entwicklungen folgen. Es begrüßen zu Beginn die Ethnologin Prof. Dr. Carola Lentz sowie die Zivilrechtlerin Prof. Dr. Christine Windbichler.

„Die Zukunft der Psychoanalyse liegt in der Vergangenheit“

Interview mit Andreas Mayer über Sigmund Freud aus heutiger Perspektive

Jede Generation liest die Klassiker aus Literatur und Wissenschaft neu. Sigmund Freud gehört zum Genre „Klassiker“ – für die einen aus literarischer, für andere aus wissenschaftlicher Perspektive. Der Historiker und Soziologe Dr. Andreas Mayer vom Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) in Paris hat den berühmten Psychoanalytiker vor allem aus kulturhistorischer und wissenschaftsgeschichtlicher Sicht gelesen und daraus eine aktuelle Lesart von Freuds zentralen Werken verfasst. Wir haben ihm zu seinem Buch unsere Fragen gestellt.

„Vergessen ist einfacher als Erinnern!“

Workshop beleuchtet das schwierige Unterfangen, musikalisches Wissen zu speichern

Wie und wo wird musikalisches Wissen gespeichert? Wie kann es aktualisiert, wie abgerufen werden? Und gibt es einen methodischen Unterschied, je nachdem, ob man aus der Praxis oder aus der Wissenschaft auf dieses Wissen zugreift? Die Betrachtung dieser Fragen war Ziel des Workshops „Speicher musikalischen Wissens. Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis“, der am 8./9. Mai 2017 bei der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne stattgefunden hat. Organisiert von Marie Louise Herzfeld-Schild und Evelyn Buyken (beide Universität zu Köln) waren Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Praxis eingeladen, die Sicht ihrer jeweiligen Disziplinen und Tätigkeitsfelder dazulegen. Ausgehend von den Theorien Jan und Aleida Assmanns, nach denen Wissen und Erinnerung funktional bestimmt und gesellschaftlich bedingt sind, wurde Musik zu Beginn des Workshops als Kunstform definiert, die in einer Vielzahl von habituellen, sozialen und kulturellen Rahmen und Diskursen steht und sich daher besonders stark in spezifischen Praktiken manifestiert. Zusammen mit dem Konzept dreier Dimensionen von Gedächtnis nach Astrid Erll – 1. die materielle Dimension, 2. die soziale Dimension und 3. die mentale Dimension – begleiteten diese Definition und das Wissen um ihre Diskurse die Vorträge des Workshops während der gesamten zwei Tage. Das aus Sicht der Praxis ‚künstliche Auseinanderziehen‘ der Speicherformen des Wissens wurde vor allem deswegen als notwendig erachtet, um die verschiedenen Aspekte erkennbar und benennbar zu machen.

Neuerscheinung in der Reihe „Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien“: Monarchische Herrschaft im Altertum

Ein Großteil der Staaten in der Antike waren Monarchien. Umso erstaunlicher ist es, dass bislang keine systematische epochen- und kulturverglei­chende Untersuchung dieses Phänomens existierte. Der neue Band aus der Reihe „Schriften des Histori­schen Kollegs. Kolloquien“ schließt diese Lücke. Stefan Rebenich und 26 weitere ausgewiesene Spe­zialistinnen und Spezialisten nehmen die Allein­herr­schaft von Ägypten und dem Alten Orient über die griechisch-römische Antike bis in die Spätantike, das Frühmittelalter und die frühislamische Zeit in den Blick. Vergleichend werden das alte China und die Rezeptionsgeschichte betrachtet.
Der Band geht auf das Fachkolloquium „Monarchische Herrschaft im Altertum“ zurück, das Professor Dr. Stefan Rebenich im Januar 2014 am Historischen Kolleg durchgeführt hat. Stefan Rebenich war im Kollegjahr 2013/2014 Senior Fellow des Historischen Kollegs München. Er ist Professor für Alte Geschichte und Rezeptionsgeschichte der Antike an der Universität Bern. Mittel für das Stipendium und das Kolloquium hat die Fritz Thyssen Stiftung zur Verfügung gestellt. Herausgegeben wurde der Kolloquiumsband 94 von Stefan Rebenich unter Mitarbeit von Dr. Johannes Wienand, der ab Oktober 2017 als Junior Fellow am Historischen Kolleg über „Die Politisierung des Todes: Die Epitaphios Logos im demokratischen Athen“ forschen wird.
„Monarchische Herrschaft im Altertum“ ist als Band 94 der Reihe „Schriften des Historischen Kollegs. Kolloquien“ im Verlag De Gruyter/Oldenbourg erschienen. Eine Übersicht über die gesamte Reihe sowie zahlreiche Bände als pdf-Datei zum kostenlosen Herunterladen und Durchsuchen finden sich auf der Homepage des Historischen Kollegs.
Stefan Rebenich (Hg.): Monarchische Herrschaft im Altertum. Berlin/Boston 2017, XIII, 678 S. ISBN 978-3-11-046385-9, 139,95 €

„Die Welt in kritischer Absicht erfassen“

Interview mit Jörg Später über Siegfried Kracauers Leben, Denken und Wirken

Siegfried Kracauers Leben war ein Leben voller Zweifel, Fragen, Brüche und schicksalhaften Wendungen. Seine soziale und geistige Umgebung prägten vor allem von drei Weggefährten, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ähnliche Lebenswirklichkeiten erfuhren: Ernst Bloch, Walter Benjamin und Theodor Adorno. Gemeinsam bildeten sie das Philosophische Quartett der 1920er und 1930er Jahre – eine Gruppe von freidenkenden Außenseitern jüdischer Herkunft, die sich zunehmend einem feindseligen Umfeld gegenübersahen. Der nationalsozialistische Terror sprengte diese Gruppe, die Schicksale der vier Intellektuellen nahmen unterschiedliche Verläufe und Ausgänge an. Der Historiker Dr. Jörg Später von der Universität Freiburg hat sich einen der vier Denker ausgesucht und über das Leben, Denken und Wirken Siegfried Kracauers ein außergewöhnliches Buch geschrieben. Wir haben ihm zu seiner Kracauer-Biographie unsere Fragen gestellt.

„Die Welt in kritischer Absicht erfassen“

Interview mit Jörg Später über Siegfried Kracauers Leben, Denken und Wirken

Siegfried Kracauers Leben war ein Leben voller Zweifel, Fragen, Brüche und schicksalhaften Wendungen. Seine soziale und geistige Umgebung prägten vor allem von drei Weggefährten, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ähnliche Lebenswirklichkeiten erfuhren: Ernst Bloch, Walter Benjamin und Theodor Adorno. Gemeinsam bildeten sie das Philosophische Quartett der 1920er und 1930er Jahre – eine Gruppe von freidenkenden Außenseitern jüdischer Herkunft, die sich zunehmend einem feindseligen Umfeld gegenübersahen. Der nationalsozialistische Terror sprengte diese Gruppe, die Schicksale der vier Intellektuellen nahmen unterschiedliche Verläufe und Ausgänge an. Der Historiker Dr. Jörg Später von der Universität Freiburg hat sich einen der vier Denker ausgesucht und über das Leben, Denken und Wirken Siegfried Kracauers ein außergewöhnliches Buch geschrieben. Wir haben ihm zu seiner Kracauer-Biographie unsere Fragen gestellt.

Auf dem Weg zu einer interdisziplinären Anthropologie

Die a.r.t.e.s.-Ringvorlesung „Was ist Anthropologie?“ im Sommersemester 2017

Die „II“ im Titel macht es deutlich: Die Frage der ersten a.r.t.e.s.-Ringvorlesung von 2014 „nach dem Menschen und seiner Praxis in den Wissenschaften“ hat sich nach intensiver Forschungsarbeit in den letzten Jahre zur Selbstreflexion der anthropologischen Disziplinen verschoben. a.r.t.e.s.-Juniorprofessor Thiemo Breyer hat gemeinsam mit David Sittler aus dem Research Lab der a.r.t.e.s. Graduate School für das Sommersemester 2017 die Ringvorlesung „Was ist Anthropologie? (II) Die Frage nach dem Menschen und seinem Selbstverständnis in den Wissenschaften“ entwickelt. In ihr kommen sowohl externe Expertinnen und Experten wie auch Angehörige der Universität zu Köln und Mitglieder des a.r.t.e.s. Research Labs zu Wort. Sie alle betreiben in ihren jeweiligen Disziplinen verschiedene Formen der Anthropologie: philosophische, kulturelle, soziale, pädagogische oder historische.

Der Umsturz von 1989/90: eine Revolution?

Salon Sophie Charlotte 2017

Der britische Historiker Timothy Garton Ash bezeichnete die Ereignisse in Deutschland der Jahre 1989/90 einige Zeit später nicht als Revolution sondern als Refolution. Das Kunstwort drückte in seinem Verständnis genau das aus, was sich in der Wendezeit ereignet hatte: eine eigenwillige Mischung aus Revolution, Evolution und Reform. Wie blickt man heute auf das damalige Geschehen, bei dem eine Weltordnung zusammenbrach, vieles aber erhalten blieb und sich einiges neu fügte? Wie erklärt man 1989/90 aus der gegenwärtigen Perspektive? Auf diese Fragen versuchen unter den Augen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die aus der ersten Reihe das Gespräch verfolgt, vier ehemalige DDR-Bürger sowie ein Bundesbürger Antworten zu finden: Marianne Birthler, Prof. Dr. Dagmar Schipanski, Prof. Dr. Joachim Sauer und Prof. Dr. Richard Schröder sowie Prof. Dr. Jürgen Kocka. Moderiert wird das Gespräch von Wlodzimierz Borodziej.

Public Lecture | PSA: People Seeking Answers

Berlin | Akademiegebäude am Gendarmenmarkt, 7 pm

Every year, more than a million men in the USA undergo painful needle biopsies for prostate cancer, and upward of 100,000 have radical prostatectomies, often resulting in crippling side effects. But the shocking fact is most of these men would never have died of this common form of cancer, which frequently grows so slow that it never even leaves the prostate. How did we get to a point where so many unnecessary tests and surgeries are being done resulting in a multibillion-dollar industry?
The unsavory extrapolation of the „science“ of the PSA test beyond its capabilities to serve as a harbinger for the recurrence of prostate cancer for: i) the purpose of screening asymptomatic men for prostate cancer and ii) a medical community too quick to biopsy and treat, were the initiating events. These events followed by clever marketing of PSA test manufacturers; the media, through high-profile political, entertainment and professional sports figures „get tested, get diagnosed, get treated“ and well-intended but ill-informed urologists, screening proliferated to a „fevor which would not disgrace a medieval inquisition“. The consequence systematically devastated the quality of life of millions of American men and their families, and depleted our healthcare system of precious resources at an annual cost of $3 billion for a test that cannot do what it is purporsed to do. Most assuredly the widely known principle in medicine: Primum non nocere (First do no harm) was lost in the tsunami of manipulating science for personal and financial gain. The answer of how we got to the present „the almighty bloody dollar“ becomes clear. Nonetheless, it is instructive, lest history repeats itself, we look at the facts – pro and con of PSA screening as they developed the past almost 50 years.
Please register until 28th of June here.

Einladung zum Berliner Doktorandenstammtisch der Gerda Henkel Stiftung am 30. Juni 2017<br />

Liebe Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie Alumni der Gerda Henkel Stiftung,wir laden Euch herzlich zum nächsten Berliner Doktorandenstammtisch am Freitag, den 30.6.2017 um 17 Uhr ein.Der Stammtisch findet wieder im Raum 209 des Instituts für Erziehungswissenschaften der Humboldt-Universität, Geschwister-Scholl-Straße 7, 10099 Berlin statt.Wir freuen uns auf einen spannenden Vortrag von Denis Grünemeier zu seinem Dissertationsprojekt zum Thema „Filmlicht und Lichtbild. Von der Repräsentation zur Reflexion“.Danach werden wir wieder Gelegenheit haben, uns in einer Kneipe oder einem Restaurant in der Nähe weiter auszutauschen.Es wäre schön, wenn Ihr uns per E-Mail eine Rückmeldung gebt, falls Ihr teilnehmen wollt (stammtischghs@gmail.com). Gerne könnt Ihr auch weitere Interessenten auf den Stammtisch aufmerksam machen.Wir freuen uns auf Euch!Viele GrüßeEuer Team

Einladung zum Berliner Doktorandenstammtisch der Gerda Henkel Stiftung am 30. Juni 2017<br />

Liebe Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie Alumni der Gerda Henkel Stiftung,wir laden Euch herzlich zum nächsten Berliner Doktorandenstammtisch am Freitag, den 30.6.2017 um 17 Uhr ein.Der Stammtisch findet wieder im Raum 209 des Instituts für Erziehungswissenschaften der Humboldt-Universität, Geschwister-Scholl-Straße 7, 10099 Berlin statt.Wir freuen uns auf einen spannenden Vortrag von Denis Grünemeier zu seinem Dissertationsprojekt zum Thema „Filmlicht und Lichtbild. Von der Repräsentation zur Reflexion“.Danach werden wir wieder Gelegenheit haben, uns in einer Kneipe oder einem Restaurant in der Nähe weiter auszutauschen.Es wäre schön, wenn Ihr uns per E-Mail eine Rückmeldung gebt, falls Ihr teilnehmen wollt (stammtischghs@gmail.com). Gerne könnt Ihr auch weitere Interessenten auf den Stammtisch aufmerksam machen.Wir freuen uns auf Euch!Viele GrüßeEuer Team

„In den USA wartet ziemlich genau niemand auf Ratschläge aus Deutschland“

Interview mit Christoph Bieber und Klaus Kamps über die Vereinigten Staaten nach Obama

Mit Donald Trump als dem gegenwärtigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika hat man sich vielerorts nach wie vor nicht abgefunden. Im Gegenteil: Medienberichte in Presse, Funk und Fernsehen sowie in den Sozialen Netzwerke sind nahezu täglich gespickt mit Kritik und teilweise auch offen geäußerter Empörung über den US-Präsidenten. Zuletzt kulminierte die Erregung über Donald Trumps politischem Handeln und seinen öffentlichen Auftritten in der vielfach ausgesprochenen Erwartung, ihn des Amtes zu entheben. So viel Ablehnung ist einem Präsidenten der USA bisher noch nicht entgegengeschlagen. Sein Vorgänger Barack Obama erscheint in dieser Konstellation beinahe wie das komplette Gegenbild, wie eine Sehnsucht – die Vereinigten Staaten in der Hand eines vertrauenswürdigen und verantwortungsvollen Politikers. Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Christoph Bieber von der Universität Duisburg-Essen und der Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Klaus Kamps von der Hochschule der Medien in Stuttgart haben in ihrem gemeinsamen Buch „Nach Obama. Amerika auf der Suche nach den Vereinigten Staaten“ diese Gegenüberstellung zum Anlass genommen, die noch kurze Präsidentschaft Donald Trumps einer Analyse zu unterziehen.

Publier à l’ère numérique | Publizieren im digitalen Zeitalter

Centre Marc Bloch Berlin: Table ronde | Podiumsdiskussion
Mareike König, Herbert Grütter, Denis Eckert, Laurent Romary

La notion de publication numérique est encore aujourd’hui pour beaucoup soit une contradiction dans les termes soit un repoussoir: publier en ligne revient encore souvent à publier au rabais. Pourtant, la publication numérique se développe depuis plusieurs décennies et est devenue, autant dans les pratiques de lecture que dans les pratiques de recherches en sciences humaines et sociales, un espace de communication à part entière. Celui-ci abrite des matériaux aussi divers et complexes que des éditions de sources primaires,  des  bases  de  données, des plateformes de publication d’ouvrages ou des journaux en lignes, qu’il est possible de mettre aisément en relation les uns avec les autres. Cette structure de circulation dans l’espace de publication numérique est porteuse d’un potentiel fascinant, qui se heurte cependant, même si ce n’est que symboliquement, à certaines pratiques juridiques, sociales ou scientifiques.
Der Begriff “digitale Publikation” klingt für viele noch widersprüchlich, oder er schreckt einfach ab. Online-Veröffentlichungen gelten noch oft als minderwertige Publikationen. Dennoch entwickelt sich das digitale Publizieren seit mehreren Jahrzehnten, ja es ist sowohl in den Lese- als auch in der Forschungspraxis in den Geistes- und Sozialwissenschaften ein ein entscheidender, eigenständiger Kommunikationsraum geworden. Dort sind so unterschiedliche Materialien zu finden wie Editionen von Primärquellen, Datenbanken, Bücherplattformen, Zeitschriften, die leicht mit einander in Verbindung gesetzt werden können.  Diese Zirkulationsstruktur im Publikationsraum birgt ein faszinierendes Potential, das dennoch – wenn auch nur symbolisch – an juristischen, sozialen oder wissenschaftlichen Grenzen stößt.

Livestream: “From Lucy to you: Reclaiming African History” | 20. Juni, 9.30 Uhr

Podiumsdiskussion der Deutschen Welle und der Gerda Henkel Stiftung zum Auftakt des Projekts „African Roots“

Als die Kolonialmächte Afrika eroberten, schrieben ihre Chronisten eine Geschichte Afrikas aus dem Blickwinkel der Europäer; die Folgen sind bis heute spürbar. Wie sollte die Geschichte Afrikas stattdessen erzählt werden? Welchen Beitrag können Historiker in Afrika leisten? Wie lässt sich dort Geschichtsvermittlung neu gestalten? Unter dem Titel “From Lucy to you: Reclaiming African History” sprechen Prof. Dr. Edward Kirumira (Makerere University, Uganda), Ndina Kioko (Filmemacherin und Autorin, Kenia) und Enoh Meyomesse (Autor, Historiker und politischer Aktivist, Kamerun) im Rahmen des Global Media Forum 2017 in Bonn über Geschichte und Identität. Die Konferenz, zu der insgesamt mehr als 2.000 Teilnehmer erwartet werden, folgt dem übergreifenden Thema „Identity and Diversity“. Die Podiumsdiskussion ist offizieller Auftakt des Projekts „African Roots“ der Afrika-Programme der Deutschen Welle, gefördert von der Gerda Henkel Stiftung. Es begrüßt Claus Stäcker, Leiter der Hauptabteilung Afrika der Deutschen Welle. Die Moderation hat Wanjiku Mwaura, ebenfalls Deutsche Welle.

Livestream: “From Lucy to you: Reclaiming African History” | 20. Juni

Podiumsdiskussion der Deutschen Welle und der Gerda Henkel Stiftung zum Auftakt des Projekts „African Roots“

Als die Kolonialmächte Afrika eroberten, schrieben ihre Chronisten eine Geschichte Afrikas aus dem Blickwinkel der Europäer; die Folgen sind bis heute spürbar. Wie sollte die Geschichte Afrikas stattdessen erzählt werden? Welchen Beitrag können Historiker in Afrika leisten? Wie lässt sich dort Geschichtsvermittlung neu gestalten? Unter dem Titel “From Lucy to you: Reclaiming African History” sprechen Prof. Dr. Edward Kirumira (Makerere University, Uganda), Ndina Kioko (Filmemacherin und Autorin, Kenia) und Enoh Meyomesse (Autor, Historiker und politischer Aktivist, Kamerun) im Rahmen des Global Media Forum 2017 in Bonn über Geschichte und Identität. Die Konferenz, zu der insgesamt mehr als 2.000 Teilnehmer erwartet werden, folgt dem übergreifenden Thema „Identity and Diversity“. Die Podiumsdiskussion ist offizieller Auftakt des Projekts „African Roots“ der Afrika-Programme der Deutschen Welle, gefördert von der Gerda Henkel Stiftung. Es begrüßt Claus Stäcker, Leiter der Hauptabteilung Afrika der Deutschen Welle. Die Moderation hat Wanjiku Mwaura, ebenfalls Deutsche Welle.

Nepal – Zerbrechliches Erbe

Das Projekt Zwei schwere Erdbeben trafen Nepal am 25. April und 12. Mai 2015. Tausende Menschen kamen ums Leben. Viele historisch bedeutende Tempel, Klöster und Palastanlagen wurden ganz oder teilweise zerstört. Unmittelbar danach schlossen sich das Auswärtige Amt und die Gerda Henkel Stiftung zu einer gemeinsamen Initiative zusammen, um den Erhalt bzw. Wiederaufbau des Kulturerbes in Nepal zu unterstützen. Ein Jahr nach den Erdbeben haben die Kooperationspartner und Gäste heute auf Einladung der Gerda Henkel Stiftung in Düsseldorf eine erste Bilanz gezogen: In einem Pressegespräch informierten sie über die Initiative, blickten auf die Situation in Nepal heute und boten einen Einblick in aktuelle Wiederaufbau-Projekte.
„Für die geförderten Projekte sind zwei Elemente wichtig“, erläuterte Prof. Dr. Ulrich Lehner, Mitglied des Kuratoriums der Gerda Henkel Stiftung und Mitglied des Gesellschafterausschusses der Henkel AG & Co. KGaA. „Sie werden gemeinsam mit Partnern in Nepal entwickelt und schließen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Fachkräfte und junge Wissenschaftler ein.“ Auf das Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen Amts ging Heidrun Tempel, Beauftragte für Außenwissenschafts-, Außenbildungs- und Außenforschungspolitik und Auswärtige Kulturpolitik des Auswärtigen Amts ein: „Einer der zentralen Schwerpunkte unserer Kulturarbeit im Ausland ist die Bewahrung des kulturellen Erbes in aller Welt sowie der Schutz und die Pflege der kulturellen Identität und ihrer Vielfalt. Auch bei Naturkatastrophen ist Kulturerhalt ein wichtiges Zeichen, dass Deutschland sich gemeinsam mit seinen Partnern der Zivilgesellschaft für den Erhalt kulturellen Erbes der Menschheit einsetzt. Wir danken der Gerda Henkel Stiftung für die Initiative und Unterstützung bei den Wiederaufbaumaßnahmen in Nepal.“
Darauf, dass die Situation in Nepal nach wie vor schwierig ist, verwies der Honorargeneralkonsul der Demokratischen Bundesrepublik Nepal für Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen, Ram Pratap Thapa. Doch seien Verbesserungen, auch durch ein weltweites Engagement vieler Institutionen, spürbar: „Internationale NGOs, staatliche Einrichtungen, Stiftungen und Einzelpersonen leisten hierzu einen großen Beitrag.“ Auf den Kenntnisreichtum der einheimischen Zimmerleute und Maurer vor Ort verwies in diesem Zusammenhang der Architekt, Denkmalpfleger und Bauhistoriker Prof. Dr. Niels Gutschow. „Die Handwerker bilden das eigentliche, nicht hoch genug einzuschätzende Potential jeglicher Wiederaufbauarbeit. Sie stellen das wieder her, was ihre Urahnen, ebenfalls Zimmerleute und Maurer, vor zwei- bis vierhundert Jahren geschaffen haben.
Die Gerda Henkel Stiftung hat für den Kulturerhalt in Nepal eine Million Euro bereitgestellt, das Auswärtige Amt 250.000 Euro. Die Dr. Martin Herrenknecht Verwaltungs GmbH unterstützt die Initiative mit zusätzlichen Mitteln in Höhe von 25.000 Euro.
Der Förderschwerpunkt Patrimonies der Gerda Henkel StiftungInnerhalb des Förderschwerpunktes Patrimonies finden Projekte Berücksichtigung, die sich auf die Bewahrung historischen Kulturerbes vorrangig in Krisenregionen konzentrieren und wissenschaftliches Arbeiten im Bereich von Geschichte, Archäologie und Kunstgeschichte in vielen Fällen überhaupt erst ermöglichen. Im Rahmen des Schwerpunkts werden Maßnahmen gefördert, die einen Beitrag zur Erhaltung von Kulturgütern, zur Verbesserung der wissenschaftlichen Infrastruktur, zur Ausbildung von Nachwuchskräften sowie zum Aufbau von Netzwerken in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft in den Zielländern leisten. Das Programm wird nicht ausgeschrieben, sondern in Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnern Schritt für Schritt entwickelt. Insbesondere durch die Aus- und Weiterbildung von Wissenschaftlern und Fachkräften möchte sich die Stiftung für eine Stärkung regionaler und wissenschaftlicher Strukturen einsetzen. Die zur Verfügung gestellten Mittel sollen vorwiegend in den Zielregionen wirksam werden.
Das Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen AmtsSeit 1981 unterstützt Deutschland im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik mit dem Kulturerhalt-Programm die Bewahrung des kulturellen Erbes in aller Welt, um das Bewusstsein für die eigene Identität im Partnerland zu stärken und einen partnerschaftlichen Kulturdialog zu fördern. Das Programm ist ein wirkungsvolles Instrument der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Gerade der Beitrag von Kulturerhalt-Vorhaben zur Stabilisierung in Krisenstaaten und als Krisenprävention hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Von 1981 bis 2015 wurden mehr als 2.700 Projekte in 144 Ländern mit rd. 65 Mio Euro gefördert. Die Bereiche, in denen das Auswärtige Amt mit dem Kulturerhalt-Programm aktiv ist, sind weit gefächert und reichen von der Restaurierung von Wandmalereien in Tempelanlagen, Sicherung und Sanierung von bedeutsamen Gebäuden über die Digitalisierung von Handschriften, Filmen, Klangarchiven und Publikationen zur Darstellung kulturellen Erbes. Wo möglich, werden Fachleute und die lokale Bevölkerung des Partnerlandes an der Durchführung beteiligt sowie die Projekte um eine Ausbildungskomponente vor Ort ergänzt.

Nepal – Zerbrechliches Erbe

Das Projekt Zwei schwere Erdbeben trafen Nepal am 25. April und 12. Mai 2015. Tausende Menschen kamen ums Leben. Viele historisch bedeutende Tempel, Klöster und Palastanlagen wurden ganz oder teilweise zerstört. Unmittelbar danach schlossen sich das Auswärtige Amt und die Gerda Henkel Stiftung zu einer gemeinsamen Initiative zusammen, um den Erhalt bzw. Wiederaufbau des Kulturerbes in Nepal zu unterstützen. Ein Jahr nach den Erdbeben haben die Kooperationspartner und Gäste heute auf Einladung der Gerda Henkel Stiftung in Düsseldorf eine erste Bilanz gezogen: In einem Pressegespräch informierten sie über die Initiative, blickten auf die Situation in Nepal heute und boten einen Einblick in aktuelle Wiederaufbau-Projekte.
„Für die geförderten Projekte sind zwei Elemente wichtig“, erläuterte Prof. Dr. Ulrich Lehner, Mitglied des Kuratoriums der Gerda Henkel Stiftung und Mitglied des Gesellschafterausschusses der Henkel AG & Co. KGaA. „Sie werden gemeinsam mit Partnern in Nepal entwickelt und schließen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Fachkräfte und junge Wissenschaftler ein.“ Auf das Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen Amts ging Heidrun Tempel, Beauftragte für Außenwissenschafts-, Außenbildungs- und Außenforschungspolitik und Auswärtige Kulturpolitik des Auswärtigen Amts ein: „Einer der zentralen Schwerpunkte unserer Kulturarbeit im Ausland ist die Bewahrung des kulturellen Erbes in aller Welt sowie der Schutz und die Pflege der kulturellen Identität und ihrer Vielfalt. Auch bei Naturkatastrophen ist Kulturerhalt ein wichtiges Zeichen, dass Deutschland sich gemeinsam mit seinen Partnern der Zivilgesellschaft für den Erhalt kulturellen Erbes der Menschheit einsetzt. Wir danken der Gerda Henkel Stiftung für die Initiative und Unterstützung bei den Wiederaufbaumaßnahmen in Nepal.“
Darauf, dass die Situation in Nepal nach wie vor schwierig ist, verwies der Honorargeneralkonsul der Demokratischen Bundesrepublik Nepal für Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen, Ram Pratap Thapa. Doch seien Verbesserungen, auch durch ein weltweites Engagement vieler Institutionen, spürbar: „Internationale NGOs, staatliche Einrichtungen, Stiftungen und Einzelpersonen leisten hierzu einen großen Beitrag.“ Auf den Kenntnisreichtum der einheimischen Zimmerleute und Maurer vor Ort verwies in diesem Zusammenhang der Architekt, Denkmalpfleger und Bauhistoriker Prof. Dr. Niels Gutschow. „Die Handwerker bilden das eigentliche, nicht hoch genug einzuschätzende Potential jeglicher Wiederaufbauarbeit. Sie stellen das wieder her, was ihre Urahnen, ebenfalls Zimmerleute und Maurer, vor zwei- bis vierhundert Jahren geschaffen haben.
Die Gerda Henkel Stiftung hat für den Kulturerhalt in Nepal eine Million Euro bereitgestellt, das Auswärtige Amt 250.000 Euro. Die Dr. Martin Herrenknecht Verwaltungs GmbH unterstützt die Initiative mit zusätzlichen Mitteln in Höhe von 25.000 Euro.
Der Förderschwerpunkt Patrimonies der Gerda Henkel StiftungInnerhalb des Förderschwerpunktes Patrimonies finden Projekte Berücksichtigung, die sich auf die Bewahrung historischen Kulturerbes vorrangig in Krisenregionen konzentrieren und wissenschaftliches Arbeiten im Bereich von Geschichte, Archäologie und Kunstgeschichte in vielen Fällen überhaupt erst ermöglichen. Im Rahmen des Schwerpunkts werden Maßnahmen gefördert, die einen Beitrag zur Erhaltung von Kulturgütern, zur Verbesserung der wissenschaftlichen Infrastruktur, zur Ausbildung von Nachwuchskräften sowie zum Aufbau von Netzwerken in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft in den Zielländern leisten. Das Programm wird nicht ausgeschrieben, sondern in Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnern Schritt für Schritt entwickelt. Insbesondere durch die Aus- und Weiterbildung von Wissenschaftlern und Fachkräften möchte sich die Stiftung für eine Stärkung regionaler und wissenschaftlicher Strukturen einsetzen. Die zur Verfügung gestellten Mittel sollen vorwiegend in den Zielregionen wirksam werden.
Das Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen AmtsSeit 1981 unterstützt Deutschland im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik mit dem Kulturerhalt-Programm die Bewahrung des kulturellen Erbes in aller Welt, um das Bewusstsein für die eigene Identität im Partnerland zu stärken und einen partnerschaftlichen Kulturdialog zu fördern. Das Programm ist ein wirkungsvolles Instrument der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Gerade der Beitrag von Kulturerhalt-Vorhaben zur Stabilisierung in Krisenstaaten und als Krisenprävention hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Von 1981 bis 2015 wurden mehr als 2.700 Projekte in 144 Ländern mit rd. 65 Mio Euro gefördert. Die Bereiche, in denen das Auswärtige Amt mit dem Kulturerhalt-Programm aktiv ist, sind weit gefächert und reichen von der Restaurierung von Wandmalereien in Tempelanlagen, Sicherung und Sanierung von bedeutsamen Gebäuden über die Digitalisierung von Handschriften, Filmen, Klangarchiven und Publikationen zur Darstellung kulturellen Erbes. Wo möglich, werden Fachleute und die lokale Bevölkerung des Partnerlandes an der Durchführung beteiligt sowie die Projekte um eine Ausbildungskomponente vor Ort ergänzt.

Basale Tatsachen. Ein Zwischenruf der „radikalen Kartographie“ zur Migrationsdebatte

a.r.t.e.s.-Juniorprofessor Dr. Martin Zillinger

Angesichts einer Politik, die nach der Grenzöffnung 2015 die Hürden für Migrierende und Flüchtende wieder kontinuierlich höher zieht und zunehmend auf Abschiebungen setzt, um Handlungsinitiative zu beweisen, ist es sinnvoll, sich einige basale Tatsachen über Krieg und Vertreibung an den europäischen Außengrenzen vor Augen zu führen. Dafür lohnt sich ein Blick auf die Arbeit von Philippe Rekacewicz, der als Kartograph für die monde diplomatique tätig ist und Anfang 2017 sein Projekt einer „cartographie radicale“ am Global South Studies Center der Universität zu Köln vorgestellt hat (vgl. www.monde-diplomatique.fr/cartes).

Nicht alle Wege führen nach Rom. <br /> Wissenschaftsmanagement als Karriereoption, auch in den Kulturwissenschaften?

Mainz | Atrium Maximum | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Unsere heutige Wissenschaftswelt ist von der Notwendigkeit geprägt, sich in Netzwerken zu organisieren, Forschung im Verbund zu betreiben, über aufwendige Förderanträge in einer sehr vielfältigen Förderlandschaft Drittmittel einzuwerben, und diese dann auch ordnungsgemäß zu verwalten und die Verbundaktivitäten zu koordinieren. Neben der wissenschaftlichen Exzellenz ist ein hohes Maß an Managementgeschick gefragt. Doch lässt sich Wissenschaft wirklich managen? Wieviel Management brauchen wir, wer sollte dies übernehmen? Und können die gestellten Herausforderungen auch neue Karrierewege eröffnen? Diesen und anderen Fragen wollen wir am Beispiel der Kulturwissenschaften in der Veranstaltung: Nicht alle Wege führen nach Rom. Wissenschaftsmanagement als Karriereoption, auch in den Kulturwissenschaften? nachgehen.

Dauer: 10:00-16:15
Ort: Atrium Maximum (Linke Aula, Alte Mensa), Johann-Joachim-Becher-Weg 5m Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Anmeldung unter: nachwuchs-kuwi@uni-mainz.de
Anmeldung bis: 23.06.2017
Zielgruppe:

fortgeschrittene Studierende der Kulturwissenschaften und benachbarter Disziplinen
Wissenschaftlicher Nachwuchs
Interessierte an alternativen Karriereoptionen

Call for Exposés: Paradiese (19. Juni 2017)

4. Ausgabe der AVENUE – Das Magazin für Wissenskultur

Was haben der Garten Eden, unser Schrebergarten-Glück und die Insel Utopia gemeinsam? Nichts, ausser dem vagen Versprechen auf Wunscherfüllung. Doch der erste Blick trügt. Denn sie alle verweisen auf Orte, die sich von ihrer profanen Umgebung auf spezifische Weise abgrenzen: All diese Paradiese verfügen über eigene Zwecke, Räume und Zeiten.
Paradiese überraschen als subversive Gegenwelten oder bestätigen unsere Ambitionen in Reinform. Sie trösten über Hunger, Arbeit und Mühsal hinweg oder schaffen ausgleichende Gerechtigkeit. Doch Paradiese sind exklusiv. Sie sind, darauf macht bereits das altiranische Wort pairi-daēza aufmerksam, «umgrenzte Bereiche» – mit hohen Transitbedingungen: Wer hinein will, muss sterben, glauben, lieben oder sich durch einen Griessbreiberg hindurchfressen. Nur für Paradiese auf Zeit, fürs Einkaufsparadies oder Hotel Eden, reicht die Gold Card. Wer die Zugangskontrolle übersteht, begegnet Fülle und Überfluss und bleibt doch unter seinesgleichen. Schliesslich muss man es in so einem Paradies ja auch aushalten – gelegentlich eine ganze Ewigkeit.

Im Paradies gibt es mehr Verbote als in der Hölle.Jüdisches Sprichwort

Die vierte Ausgabe der Avenue will anhand von Paradiesen unsere Sehnsucht vermessen. Deshalb suchen wir für Forschungsstand Paradiese Geisteswissenschaftlerinnen und Sozialwissenschaftler, die sich Schlaraffenländern, Utopien, Gärten und Hotelanlagen aus unterschiedlichen Perspektiven und Disziplinen nähern. Drei Aspekte möchten wir besonders in Blick nehmen: Den Raum, die Zeit und den Zweck von Paradiesen.

Raum: Wie können die Grenzen zu einem Paradies überwunden werden? Wie gestaltet sich die Binnenarchitektur eines Paradieses und was symbolisiert sie? Wie jenseitig oder diesseitig, wie himmlisch oder irdisch sind Paradiese?
Zeit: Ist das Paradies schon verloren oder erwartet es uns in der Zukunft? Liegt es wie eine utopische Insel unentdeckt in der Gegenwart? Und wie entgeht das ewige Leben der Langeweile – auch rhetorisch, wenn von ihm erzählt wird?
Zweck: Welche Sehnsüchte bedienen und nähren Paradiese? In welchem Verhältnis stehen sie zur Lebenswelt: wirken sie konservativ, karnevalesk oder subversiv? Gehorcht der ständige Aufschub einer Erlösung im Paradies gar einer Idee der Ausbeutung: machen Paradiese gefügig, brav und fleissig?

Diese Aspekte versprechen interessante Rückschlüsse, wie Paradiese unsere Hoffnungen und Sehnsüchte organisieren.
Wir suchen Beiträge
Die Avenue – Das Magazin für Wissenskultur ist die einzige populärwissenschaftliche Zeitschrift für Geistes- und Sozialwissenschaften im deutschsprachigen Raum. Sie erscheint zunächst als offene Diskussionsplattform online, im sogenannten Avenue Salon. Nach der Diskussion im Netz gelangen die Inhalte samt ausgewählten Kommentaren in den Druck.
Für die vierte Ausgabe zum Thema Forschungsstand Paradiese suchen wir verständliche, kurze und präzise Beiträge aus den verschiedenen Disziplinen der Geistes- und Sozialwissenschaften. Zu den gesuchten Formaten gehören wissenschaftliche Artikel, Reportagen, Positionen genauso wie Interviews. Zur Inspiration mögen die Beiträge der ersten drei Ausgaben dienen. Für Orientierung bezüglich Umfang und Sprachduktus wiederum sorgt folgende Seite.
Fair content
Mit der Avenue setzen wir uns für fair content ein. Damit wollen wir wissenschaftliches und wissenschaftsjournalistisches Schreiben nicht nur angemessen honorieren, sondern auch ein Zeichen setzen: Geistes- und sozialwissenschaftliches Denken und Wissen sind wertvoll! Da für die Avenue noch keine langfristige Finanzierung gefunden ist, bitten wir die Autorinnen und Autoren, vorerst mit einer Entschädigung von 250 € pro Beitrag zu rechnen.
Wir freuen uns über Exposés von bis zu 500 Wörtern, die spätestens am 19. Juni 2017 bei uns eintreffen: corinna.virchow@avenue.jetzt und mario.kaiser@avenue.jetzt. Am 20. Juni entscheiden wir, welche Skizze wir für geeignet halten, um als Beitrag für die Avenue ausgearbeitet zu werden.
Wir danken herzlich für die Kenntnisnahme und Verbreitung dieses Call for Exposés und freuen uns jetzt schon über zahlreiche Einsichten und Reflexionen zum Thema Paradiese.
Corinna Virchow                                              Mario Kaiser

„Eine wirklich globale Elite existiert nirgends“

Interview mit Michael Hartmann über Sein und Nichtsein einer globalen Wirtschaftselite

Kapitalflucht und die Abwanderung der besten Köpfe sind der Alptraum einer jeden nationalen Regierung. Um das zu verhindern, müssen Bedingungen geschaffen werden, um die Wirtschaftseliten, die sich längst aus nationalen Zusammenhängen gelöst haben und sich unter ihresgleichen am wohlsten fühlen, zum Verbleib zu motivieren, so das sich regelmäßig wiederholende Argument in der sogenannten Standortdebatte. Gibt man das Stichwort Standortdebatte in Suchmaschinen ein, erscheinen zig Medienbeiträge, in denen vor der Verlagerung von Kapital, Eliten und Produktion ins Ausland gewarnt wird. Wirtschaftseliten seien nämlich äußerst mobil und operierten am liebsten global. Der Soziologe und Eliteforscher Prof. Dr. Michael Hartmann von der Technischen Universität Darmstadt hält dagegen: Die Existenz einer globalen Elite ist eine Legende, so die These in seinem neuesten Buch. Wir haben ihm dazu unsere Fragen gestellt.

Einfache Antworten auf schwierige Fragen? – Populismus gestern und heute

Berlin | Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Einfache Antworten auf schwierige Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens scheinen aktuell überall Konjunktur zu haben. Wann werden populistische Bewegungen besonders stark, wann schaffen populistische Politiker den Sprung in die Regierungsverantwortung? Gibt es eine populistische Versuchung auch für etablierte Parteien und ihre Politiker? Welche Mechanismen spielen eine Rolle bei der Bildung „öffentlicher Meinung“? Wie kann eine gesamtgesellschaftliche Debattenkultur ohne Populismus aussehen, die gleichzeitig die Kritik aus der Gesellschaft ernst nimmt und sich nicht durch die Beschwörung von Populismus als einem Menetekel dagegen abzuschotten versucht? Zu einer Diskussion dieser und weiterer Fragen laden wir Sie herzlich ein.

Que(e)r durch die Disziplinen. Judith Butlers Graduate Seminar für Promovierende der Philosophischen Fakultät

von Julia Maxelon

Judith Butler, Professorin für Rhetorik und Komparatistik an der University of California, Berkeley, ist in Deutschland besonders als Feministin und ‚Begründerin der Gender Studies‘ bekannt. In den Vorlesungen und Seminaren, die sie im Juni 2016 als Albertus-Magnus-Professorin an der Universität zu Köln hielt, präsentierte sie jedoch vor allem ihre neuere Forschung, die sich im Bereich der Politischen Philosophie und Ethik der Gewaltlosigkeit bewegt. So viele Studierende und Angehörige der Universität wollten ihre beiden Vorlesungen „Die Ethik und Politik der Gewaltlosigkeit“ und „Verletzlichkeit und Widerstand neu denken“ hören, dass die Aula schon eine Stunde vor Beginn geschlossen werden musste und ein Live Stream in zwei benachbarten Hörsälen eingerichtet wurde. Judith Butler polarisiert und inspiriert – und das seit mehr als 25 Jahren. Das Highlight der Veranstaltungen mit ihr war für viele Mitglieder von a.r.t.e.s. das Graduate Seminar, das am letzten Tag ihrer Woche in Köln stattfand.

Die Aufklärung in Brandenburg-Preußen – Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Steffen Martus (HU Berlin), Prof. Dr. Andreas Pečar (Uni Halle) und Prof. Dr. Iwan-Michelangelo D´Aprile (Uni Potsdam)

Potsdam | Eine Veranstaltung des Research Center Sanssouci (RECS)

Heute und im Grunde zu jeder Zeit gilt, frei nach Friedrich Nicolai: „Aufklärung ist überall, zumal in Deutschland nötig.“ Denn die Aufklärung spielt als eine Denkrichtung, auf die man sich in der Gegenwart immer wieder gern bezieht, eine große Rolle: sie stiftet einerseits Tradition, verbindet uns also mit unserer Vergangenheit, und sie weist uns andererseits, weil sie meist positiv gesehen wird, einen möglichen Weg in die Zukunft. Ist der Sachverhalt aber so einfach? Wie nah steht uns die große Zeit der Aufklärer und der Aufklärung, das 18. Jahrhundert, wie nah das aufklärerische Denken in Brandenburg-Preußen? Was kann – ganz aktuell – vorbildlich für die Gegenwart und gar für die Zukunft sein, was nicht? Darüber diskutieren der Leibniz-Preisträger Prof. Dr. Steffen Martus von der Humboldt-Universität zu Berlin und Prof. Dr. Andreas Pečar von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die beide jüngst ein Buch zur Aufklärungsforschung vorgelegt haben. Die Veranstaltung wird moderiert von Prof. Dr. Iwan-Michelangelo D´Aprile, Direktor des RECS und Inhaber der Professur Kulturen der Aufklärung der Universität Potsdam.
Mi., 28.06.17  I  19 Uhr  I  Der Eintritt ist frei Um Anmeldung unter t.vuminh@recs.academy wird gebeten.
Neue Kammern I  Ovidsaal Park Sanssouci  I  Eingang über Maulbeerallee 14469 Potsdam
www.recs.academy

Die Aufklärung in Brandenburg-Preußen – Podiumsgespräch mit Prof. Dr. Steffen Martus (HU Berlin), Prof. Dr. Andreas Pečar (Uni Halle) und Prof. Dr. Iwan-Michelangelo D´Aprile (Uni Potsdam)

Potsdam | Eine Veranstaltung des Research Center Sanssouci (RECS)

Heute und im Grunde zu jeder Zeit gilt, frei nach Friedrich Nicolai: „Aufklärung ist überall, zumal in Deutschland nötig.“ Denn die Aufklärung spielt als eine Denkrichtung, auf die man sich in der Gegenwart immer wieder gern bezieht, eine große Rolle: sie stiftet einerseits Tradition, verbindet uns also mit unserer Vergangenheit, und sie weist uns andererseits, weil sie meist positiv gesehen wird, einen möglichen Weg in die Zukunft. Ist der Sachverhalt aber so einfach? Wie nah steht uns die große Zeit der Aufklärer und der Aufklärung, das 18. Jahrhundert, wie nah das aufklärerische Denken in Brandenburg-Preußen? Was kann – ganz aktuell – vorbildlich für die Gegenwart und gar für die Zukunft sein, was nicht? Darüber diskutieren der Leibniz-Preisträger Prof. Dr. Steffen Martus von der Humboldt-Universität zu Berlin und Prof. Dr. Andreas Pečar von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die beide jüngst ein Buch zur Aufklärungsforschung vorgelegt haben. Die Veranstaltung wird moderiert von Prof. Dr. Iwan-Michelangelo D´Aprile, Direktor des RECS und Inhaber der Professur Kulturen der Aufklärung der Universität Potsdam.
Mi., 28.06.17  I  19 Uhr  I  Der Eintritt ist frei Um Anmeldung unter t.vuminh@recs.academy wird gebeten.
Neue Kammern I  Ovidsaal Park Sanssouci  I  Eingang über Maulbeerallee 14469 Potsdam
www.recs.academy

Genderkonstruktionen und Gewalt gegen Frauen im Salafismus und Jihadismus

Vortrag von Prof. Dr. Susanne Schröter (Frankfurt) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

Salafismus und Jihadismus streben die Etablierung einer gesellschaftlichen Ordnung an, die sich in jeder Hinsicht an einem rekonstruierten Ideal der medinensischen Gesellschaft des 7. Jh. orientiert. Das betrifft auch die Genderbeziehungen, die auf den Prinzipien einer allumfassenden Geschlechtertrennung, der Verbannung von Frauen aus dem öffentlichen Raum und ihrer Unterwerfung unter männliche Dominanz basieren. Im Jihadismus wird zusätzlich zwischen Musliminnen und Nichtmusliminnen unterschieden. Während ersten, sofern sie sich den Regeln der Scharia unterwerfen und ihrem Ehemann gegenüber gehorsam sind, ein festumrissener Status zugesagt wird, der bei einigen Salafistinnen durchaus auf Zustimmung trifft, sind Nichtmusliminnen rechtlos und männlicher Gewalt ohne jeden Schutz ausgeliefert. Empirische Beispiele aus Syrien, dem Irak oder Nigeria zeigen, dass sie entführt, versklavt, vergewaltigt und verkauft werden. Der Vortrag illustriert die Rechtfertigung dieser Genderverhältnisse und der inhärenten Gewalt gegen Frauen auf der Grundlage von Schriften salafistischer und jihadistischer Autor/innen und Internetblogs.

Das Unbehagen an den Menschenrechten. Nikita Dhawan und José Brunner im Gespräch über postkoloniale Kritik und universale Rechte

29.06.2017, 18:30 Uhr I Fritz Thyssen Stiftung, Apostelnkloster 13-15, Köln

Postkoloniale Menschenrechtskritik hinterfragt westliche Menschenrechtspolitik und denkt über Freiheit und  Gleichheit jenseits der durch die europäische Aufklärung inspirierten Ideale nach. Doch ist diese Kritik überhaupt noch hilfreich oder relevant in einer Zeit, in der autoritäres Denken um sich greift?Nikita Dhawan und José Brunner diskutieren über Möglichkeiten und Grenzen postkolonialer Menschenrechtskritik in einem Moment, da die Gültigkeit universaler Rechte verstärkt von rechts infrage gestellt wird.

a.r.t.e.s. forum 2016: „Text | Language | Media“

Interdisziplinäre Jahrestagung der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne

„Text | Language | Media“ – zu dieser thematischen Trias haben wir im Rahmen des a.r.t.e.s. forum auch 2016 wieder ausgewiesene Expertinnen und Experten aus dem In- und Ausland zum gemeinsamen Gespräch eingeladen. Als interdisziplinäre Jahrestagung der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne bot das a.r.t.e.s. forum 2016 die Gelegenheit, Phänomene der Schrift, der Sprache und des Bilds multiperspektivisch zu betrachten. Die Ausrichtung der Panels an den drei Aktionsvokabeln ‚Gestalten | Übersetzen | Kommunizieren‘ repräsentierte die Vielschichtigkeit der medialen Bezüge und disziplinären Überschneidungspunkte, die im Verlauf der Vorträge und Diskussionen sowie der Abendveranstaltung reflektiert wurden.

L.I.S.A.video. Die Filmproduktionen der Gerda Henkel Stiftung

Wissen schaffen – ein Trailer

L.I.S.A.video gehört zu L.I.S.A. wie das A zum Alphabet. Seit dem Start des Portals vor mehr als sieben Jahren ist die Rubrik L.I.S.A.video fester Bestandteil unserer Wissenschaftsplattform. Hier dokumentieren wir in engster Abstimmung mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die von der Gerda Henkel Stiftung gefördert werden, deren Forschungsprojekte. Wichtig ist uns dabei auch die Zusammenarbeit mit den Filmproduzenten, die mit viel Sachverstand und einem sicheren Gefühl für die Bedürfnisse der Wissenschaft unsere L.I.S.A.videos erstellen. Peter Prestel und Gisela Graichen sowie deren Mitarbeitern haben sich hierbei über Jahre als vertrauenswürdige, zuverlässige und kompetente Partner des Portals erwiesen. Dieser Trailer, der von ihnen jüngst produziert wurde, ist in seinen Zahlen zwar jetzt schon wieder überholt – Woche für Woche veröffentlichen wir neue Episoden der Reihe L.I.S.A.video. Aber das Gesamtprojekt gibt dieses kurze Video aus unserer Sicht sehr treffend wieder.

„Mao hatte anfangs keinen großen Masterplan“

Experten-Interview mit Prof. Dr. Felix Wemheuer zur Kulturrevolution vor 50 Jahren

Felix Wemheuer ist Professor für Moderne China-Studien an der Universität Köln. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Sozialgeschichte Chinas des 20. Jahrhunderts mit Hinblick auf das ländliche China, Klassen- und Geschlechterverhältnisse und ethnische Minderheiten, die Hungersnot infolge des „Großen Sprung nach vorne“ (1958–1961) sowie die Kulturrevolution vor allem in der Provinz Shandong. Zu seinen wichtigsten Publikationen gehören Famine Politics in Maoist China and the Soviet Union (New Haven: Yale University Press 2014), Mao Zedong (Reinbek: Rowohlt 2010) und der zusammen mit Barbara Mittler herausgegebene Sammelband Kulturrevolution als Vorbild? Maoismen im deutschsprachigen Raum (Wien etc.: Peter Lang 2008).
Clara Bußkamp studiert an der Ruhr-Universität Bochum Sinologie und Neuere Geschichte. Sie konzipierte, führte und transkribierte das Interview.

Livestream: Publizieren im digitalen Zeitalter

Podiumsdiskussion am Centre Marc Bloch im Livestream: 1. Juni, 14-16 Uhr

Der Begriff “digitale Publikation” klingt für viele noch widersprüchlich, oder er schreckt einfach ab. Online-Veröffentlichungen gelten noch oft als minderwertige Publikationen. Dennoch entwickelt sich das digitale Publizieren seit mehreren Jahrzehnten, ja es ist sowohl in den Lese- als auch in der Forschungspraxis in den Geistes- und Sozialwissenschaften ein ein entscheidender, eigenständiger Kommunikationsraum geworden. Dort sind so unterschiedliche Materialien zu finden wie Editionen von Primärquellen, Datenbanken, Bücherplattformen, Zeitschriften, die leicht mit einander in Verbindung gesetzt werden können.  Diese Zirkulationsstruktur im Publikationsraum birgt ein faszinierendes Potential, das dennoch – wenn auch nur symbolisch – an juristischen, sozialen oder wissenschaftlichen Grenzen stößt.
Die Zurückhaltung bei der Aneignung des digitalen Publikationsraums hängt teilweise damit zusammen, wie dieser Lese- und Schreibpraktiken zu verschieben scheint. In dieser Podiumsdiskussion geht es darum, diese Verschiebungen zu artikulieren, aber auch die Kontinuitäten stark zu machen, und damit auch das Potential digitalen Publizierens auszuloten.
Die Veranstaltung wird vom Centre Marc Bloch, von DARIAH-EU und von der Französischen Botschaft in Berlin organisiert; gestreamt und aufgezeichnet vom Wissenschaftsportal L.I.S.A. der Gerda Henkel Stiftung.
Warming Up: One-Minute-Madness (15mn)
In den ersten 15 Minuten der Veranstaltung sind 10 bis 12 Beiträge geplant, die jeweils eine Minute dauern. Die eingeladenen KurzrednerInnen können sich an u.s. Themen orientieren. Ziel dieser dynamischen Einführung in das Thema ist, so viele Facetten zu beleuchten wie möglich, die dann im Anschluss in der Podiumsdiskussion wieder aufgegriffen werden können.
Mögliche Themen: Bloggen, Open Peer Review, Post-Publication peer review, einzelne Publikationsprojekte oder einer im Rahmen eines digitalen Publikationsprojekts entstandenen Frage.
Podiumsdiskussion “Digitale Publikationen heute, ein Vademecum”
Die einstündige Podiumsdiskussion wird moderiert von Laurent Romary (Inria/Centre Marc Bloch). Jeder Diskutant/Jede Diskutantin ist eingeladen, die Sprache seiner/ihrer Wahl zu verwenden (Deutsch bzw. Französisch).
DiskutantInnen:
– Mareike König (Deutsches Historisches Institut Paris)
– Herbert Grüttemeier (Institut de l’information scientifique et technique)
– Denis Eckert (Centre Marc Bloch)
 
Centre Marc Bloch (Berlin), Raum Germaine Tillion (7. Stock), 1. Juni,
14:00-16:00

„Das panoptische Schema breitet sich aus“

Interview mit Carolin Wiedemann über kritische Kollektivität in Zeiten von Facebook und Co.

Das Kapital von privatwirtschaftlich betriebenen Sozialen Netzwerken wie Facebook ist eine möglichst große Übereinstimmung der realen mit der virtuellen Identität ihrer Nutzerinnen und Nutzer. Klarnamen, Wohnort, Telefonnummer, Interessen, politische Gesinnung, Konfessionszugehörigkeit, Hobbies, favorisierte Filme und Musik und Likes für Konsumartikel und andere Produkte – das sind Daten, die für Unternehmen von großem Wert sind und zielgerichtetes Product Placement erlauben. Aber nicht nur Privatunternehmen interessieren sich für solche Informationen, auch staatliche Behören und Institutionen sammeln diese fleißig und streben nach Eindeutigkeit und Nachvollziehbarkeit von virtuellen Profilen, um beispielsweise subversives Verhalten frühzeitig nach seinem Gefahrenpotential abschätzen zu können. Kommodifizierung und Kontrolle gehen hierbei gemeinsame Wege. Ist das Nutzen des Netzes so gesehen vor allem eine große Datenerhebungsmaschine, der wir uns für frei- und gutwillig unterwerfen? Ist kritisches und nonkonformes Verhalten im Netz überhaupt noch möglich, wenn wir mit Klarnamen agieren? In welche Raster fällt man, falls man es doch tut? Welche Bedeutung kommt dabei Anonymität zu? Die Soziologin Dr. Carolin Wiedemann hat sich in Ihrer Dissertationsarbeit dieser Fragen angenommen. Wir haben ihr unsere Fragen gestellt.