Planet History

Tag Archive for Geschichte

Über das Meer. Von Seefahrern, Abenteurern und Entdeckung

Symposium | Begrüßung und Perfomance zum Bordbuch des Kolumbus

Das Meer und die Seefahrt stehen in der Geschichte für den Aufbruch in ferne und unbekannte Länder und damit für die Abenteuer der großen Entdecker und Eroberer. Deren Geschichten ziehen bis heute ein Millionenpublikum in ihren Bann.
Über das Meer wurden nicht nur Waren, sondern auch Ideen und Kulturen, Werte und Vorstellungen von Recht und Moral transportiert. Hafenstädte fungierten als „Tore zur Welt“ und sind bis heute Knotenpunkte des internationalen Handels. Als „Schrecken der Meere“ galten von der Antike bis zur Frühen Neuzeit die Piraten. Auch heute wird die internationale Seefahrt durch die moderne Piraterie vor große Herausforderungen gestellt. Diese und weitere Themen, die den Mythos Meer sowie die Bedeutung des Meeres für Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur im Laufe der Geschichte behandeln, werden bei dem Symposium von ausgewiesenen Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachdisziplinen beleuchtet und diskutiert.
Prof. Dr. Dr. Hanns Hatt, Präsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, eröffnet das Symposium. Schauspielstudierende der Universität der Künste Berlin schließen mit einer Performance zum Bordbuch von Christoph Kolumbus an.

Über das Meer. Von Seefahrern, Abenteurern und Entdeckung

Symposium | Begrüßung und Perfomance zum Bordbuch des Kolumbus

Das Meer und die Seefahrt stehen in der Geschichte für den Aufbruch in ferne und unbekannte Länder und damit für die Abenteuer der großen Entdecker und Eroberer. Deren Geschichten ziehen bis heute ein Millionenpublikum in ihren Bann.
Über das Meer wurden nicht nur Waren, sondern auch Ideen und Kulturen, Werte und Vorstellungen von Recht und Moral transportiert. Hafenstädte fungierten als „Tore zur Welt“ und sind bis heute Knotenpunkte des internationalen Handels. Als „Schrecken der Meere“ galten von der Antike bis zur Frühen Neuzeit die Piraten. Auch heute wird die internationale Seefahrt durch die moderne Piraterie vor große Herausforderungen gestellt. Diese und weitere Themen, die den Mythos Meer sowie die Bedeutung des Meeres für Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur im Laufe der Geschichte behandeln, werden bei dem Symposium von ausgewiesenen Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachdisziplinen beleuchtet und diskutiert.
Prof. Dr. Dr. Hanns Hatt, Präsident der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften, eröffnet das Symposium. Schauspielstudierende der Universität der Künste Berlin schließen mit einer Performance zum Bordbuch von Christoph Kolumbus an.

On magical manuscripts in Early Modern Europe

How to trade illegal book collections in eighteenth century Germany

Dear colleagues,
my new book „Magical Manuscripts in Early Modern Europe. The Clandestine Trade in Illegal Book Collections“ (Basingstoke 2017) presents the story of a unique collection of 140 manuscripts of ‘learned magic’ that was sold for a fantastic sum within the clandestine channels of the German book trade in the early eighteenth century. Written in collaboration with Bernd-Christian Otto (Erfurt, Germany) the book will interpret this collection from two angles – as an artefact of the early modern book market as well as the longue-durée tradition of Western learned magic –, thus taking a new stance towards scribal texts that are often regarded as eccentric, peripheral, or marginal. We structured the study by the apparent exceptionality, scarcity, and illegality of the collection, and provide chapters on clandestine activities in European book markets, questions of censorship regimes and efficiency, the use of manuscripts in an age of print, and the history of learned magic in early modern Europe. As the collection has survived till this day in Leipzig University Library, the book provides a critical edition of the 1710 selling catalogue, which includes a brief content analysis of all extant manuscripts. We hope that the study will be of interest to scholars and students from a variety of fields, such as early modern book history, the history of magic, cultural history, the sociology of religion, or the study of Western esotericism.
http://www.palgrave.com/de/book/9783319595245 

Die Sklaven von Lagos: Episode 3 – Historische CSI-Arbeit

Die Knochenarbeit im Labor für Forensische Anthropologie der Universität Coimbra geht weiter. Nach der Bestimmung von Geschlecht und Alter der Menschen, zu denen die Knochen einst gehörten, untersucht das Team um die Anthropologin Dr. Maria Teresa Ferreira das Material nach Spuren von Krankheiten, Abnutzungs- und Mangelerscheinungen sowie nach Hinweisen auf Verletzungen ab. Die ersten Befunde deuten auf ein hartes und entbehrungsreiches Leben hin – das Leben von Sklaven. Eine C14-Untersuchung der Knochen soll letzte Gewissheit geben. Stammen die menschlichen Überreste aus der Zeit, in der das Königreich Portugal unter Heinrich dem Seefahrer zur überseeischen Handelsmacht aufstieg?

Maschinen und Manuskripte: Themenraum zur Digitalen Kodikologie im Virtuellen Museum Digital Humanities – Hannah Busch im Interview

2015 war im Bischöflichen Priesterseminar in Trier die Ausstellung Maschinen und Manuskripte – Digitale Erschließung der Handschriften von St. Matthias zu sehen, die aus dem Kooperationsprojekt eCodicology hervorgegangen war. Diese Ausstellung kann mittlerweile dauerhaft und kostenlos im Internet besucht werden. Das Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften/Trier Center for Digital Humanites (TCDH) […]

„Herstellung von rassisch anders konnotierten Körpern“

Interview mit Björn A. Schmidt über die Darstellung chinesischer Migranten im US-Spielfilm

Im vergangenen Jahr brandete im Zusammenhang mit der Darstellung eines afrikanischen Menschen in einer Fernsehunterhaltungssendung eine Debatte rund um das sogenannte Blackface auf. In einem L.I.S.A.Interview haben wir die Diskussion damals aufgenommen. Auch die stereotype und orientalistische Darstellung von asiatischen Menschen hat in der Fernseh- und Filmbranche lange Tradition, vor allem das Yellowface – auch hier werden Menschen anderer Herkunft nicht von ihnen selbst dargestellt, sondern von „Weißen“, die sich als vermeintlich typische Chinesen schminken und verkleiden. Der Historiker Dr. Björn A. Schmidt hat sich in seinem Dissertationsprojekt dem Yellowface und der Darstellung von chinesischen Migrantinnen und Migranten angenommen und US-Spielfilme nicht nur nach dem Umgang mit dieser Praxis untersucht, sondern darüber hinaus die daraus entstehenden gesamtgesellschaftlichen Diskurse über Identität und die Konstruktion von Andersheit herausgearbeitet. Wir haben ihm zu seinem Buch „Visualizing Orientalness. Chinese Immigration and Race in U.S. Motion Pictures, 1910s-1930s“ unsere Fragen gestellt.

Weltordnung im 21. Jahrhundert

Vortrag von Prof. Dr. Stefan A. Schirm (Bochum) im Rahmen der Ringvorlesung „Politische Gewalt im 21. Jahrhundert“

Neue Herausforderungen prägen die Weltpolitik im 21. Jahrhundert. Der politische und wirtschaftliche Aufstieg der Schwellenländer stellt etablierte Ordnungsmuster in Frage, die globale Finanzkrise zeigt die Gefahren fehlender Regulierung der Finanzmärkte auf, Migrationsströme fordern westliche Gesellschaften wirtschaftlich und kulturell, neue Spannungen zwischen Russland und den USA erinnern an den Ost‐West‐Konflikt aus dem letzten Jahrhundert. Wie reagieren internationale Organisationen auf diese Herausforderungen? Welche Rolle kann Global Governance durch UNO, IWF und G20 spielen? Ist die Europäische Union durch Eurokrise, Migrationsströme und Brexit als Ordnungsmodell nachhaltig geschwächt? Führt der Aufstieg Chinas zu neuen Rivalitäten mit den USA? Können die neuen Kriege und islamistischer Terror bewältigt werden? Welche neuen weltpolitischen Ordnungsmodelle entsprechen den neuen Herausforderungen?

Fundstücke KW 20

Die in KW 19 erwähnten Fragmente einer altdeutschen Handschrift aus dem 8.-9. Jh. sind wohl erst im 20. Jahrhundert in die Bibliothek des Benediktinerstifts Admont gelangt, wie Der Standard meldet. Der Standard weiß auch, dass der Finder des 2014 entdeckten … Weiterlesen

Tatort Archiv: Einem Gotteslästerer auf der Spur

Ein Film über die Arbeit mit Quellen im Archiv

Wer Vergangenes erforschen will, ist auf historische Dokumente, Bilder und Artefakte angewiesen. Ein Grossteil dieser Quellen wird heute in Archiven aufbewahrt. In der historischen Forschung gleicht die Recherche im Archiv einer Spurensuche am Tatort – mit allen Überraschungen, Entdeckungen und Unwägbarkeiten, wie sie auch die Aufklärung eines Kriminalfalls mit sich bringt.
TATORT ARCHIV begibt sich auf die Spuren des Zürcher Generals Johann Rudolf Werdmüller, der im 17. Jahrhundert angeklagt wurde, gotteslästerliche Reden geschwungen und Landesverrat begangen zu haben. Was lässt sich im Archiv über Gotteslästerung in der Frühen Neuzeit in Erfahrung bringen? Wie entsteht eine historische Fragestellung? Warum ist Geschichtswissenschaft eine Gegenwartswissenschaft?
Anschaulich und praxisnah führt der Film in Techniken der Recherche und des historischen Forschens ein. Anhand von Gerichtsakten, Suppliken, Bildern und Briefen wird der Umgang mit handschriftlichem Material thematisiert. Der Film richtet sich an angehende Historikerinnen und Historiker sowie an alle, die sich zu detektivischer Spurensuche ins Archiv begeben wollen.

Radikale Überzeugungstäter? Studentische Protest- und Gewaltformen zwischen den Befreiungskriegen und dem Bologna-Prozess

Greifswald | Alfried Krupp Wissenschaftskolleg | 6. bis 7. Juli 2017

Die deutschen Universitäten des 19. und 20. Jahrhunderts stellten nicht nur Orte der Gelehrsamkeit dar, sondern wurden von der größten akademischen Gruppe, den Studierenden, auch als Räume perpetuierter Gewalt und suspendierter Normen wahrgenommen. Der radikale Teil der Studierenden bildete zwar stets nur eine Minderheit, trug seine Ideen und Ideologien aber wirkungsvoll aus der Gesellschaft an die Universitäten und von dort wieder zurück. Infolge dieser Entwicklungen blieben die Hochschulen weder von den Wertemustern des Vormärz, noch vom Radauantisemitismus der Nationalsozialisten oder von den Studentenunruhen der 68er verschont.Die Tagung, bei der nationale wie internationale Experten über studentische Protest- und Gewaltformen zwischen den Befreiungskriegen und dem Bologna-Prozess diskutieren, nimmt deutschlandweite Entwicklungen ebenso in den Blick wie repräsentative Fallbeispiele. Im Mittelpunkt stehen der Eigensinn jugendkultureller Lebenswelten und die politischen Aktionsformen potentieller Eliten. Immerhin rückten die radikalen Studierenden nach Abschluss ihrer Studien oftmals in führende gesellschaftliche oder staatliche Positionen auf und beeinflussten mit dem ihnen eigenen Politikverständnis die Entwicklung Deutschlands auf vielfältige Weise.Die internationale Fachtagung des Alfried Krupp Wissenschaftskollegs wird gefördert von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach–Stiftung, Essen, und der Friedrich-Ebert-Stiftung, Landesbüro Mecklenburg-Vorpommern. Die Tagung und der öffentliche Abendvortrag mit anschließender Podiumsdiskussion stehen allen Interessierten offen.
 
Programm: 
Donnerstag, 6. Juli 20179.00 Uhr:Begrüßung und Einführung in das TagungsthemaProf. Dr. Oliver Auge & Martin Göllnitz (M.Ed.) (beide Kiel)9.15 Uhr:“zum fechten wider alle Welt gebildet“ – Deutsche Studenten in den Befreiungskriegen 1813-1815PD Dr. Dr. Harald Lönnecker (Koblenz)10.00 Uhr:“…und sie kamen wieder mit Schwertern in der Hand“: Studentische Gewalt im Vormärz und der 1848er Revolution zwischen Anspruch und WirklichkeitDr. Jan Schlürmann (Kiel)10.45 Uhr:Kaffeepause11.15 Uhr:Die Gesellschaft der Volksfreunde – ein Blick auf das Ende der Greifswalder Burschenschaft 1833-1838Dr. Dirk Alvermann (Greifswald)12.00 Uhr:Auf Kneipe und Fechtboden: Anerkennungskämpfe jüdischer Studentenverbindungen in Kaiserreich und Weimarer RepublikDr. Miriam Rürup (Hamburg)12.45 Uhr:Mittagessen13.45 Uhr:Politischer Protest und Totenkult. Das studentische Langemarck-Gedenken in der Weimarer RepublikDr. Arndt Weinrich (Paris)14.30 Uhr:Militante Kommilitonen. Radikalisierungsprozesse studentischer Gewalttäter in den Anfangsjahren der Weimarer RepublikMartin Göllnitz, M.Ed. (Kiel)15.15 Uhr:Kaffeepause15.45 Uhr:Nationalsozialistische Gewaltpolitik an den Hochschulen 1929-1933Prof. Dr. Michael Grüttner (Berlin)16.30 Uhr:Der Greifswalder „Blutsonntag“ und die Universität – studentische Gewalt und ihre FolgenJan Mittenzwei (Berlin)17.15 Uhr:Abendessen19.00 Uhr (Öffentlicher Abendvortrag mit Podiumsdiskussion):Studentischer Protest im Wandel der Zeiten. Ideologische Seitenwechsel der Studierenden im 19. und 20. JahrhundertProf. Dr. Konrad Jarausch (Chapel Hill/USA)Freitag, 7. Juli 20179.15 Uhr:Die Tupamaros Westberlin (TW) als Transformationszusammenhang studentischer in terroristische GewaltDr. Wolfgang Kraushaar (Hamburg)10.00 Uhr:Kaffeepause10.30 Uhr:Diskursverweigerung und ‚Jagd auf Korporierte‘ als Mittel studentisch-politischer Auseinandersetzung seit 1990Dr. Frank Grobe (Wiesbaden)11.15 Uhr:Die Bologna-Reform und studentischer Protest. Im Focus: Die „Uni brennt“ Bewegung 2009/10Elisabeth Westphal (Wien)12.00 Uhr:ZusammenfassungHolger Zinn (Wiesbaden)12.30 Uhr:Mittagessen und Ausklang
 
Anmeldung bis spätestens 15. Juni 2017 unter:
Siri Hummel M.A.Alfried Krupp Wissenschaftskolleg GreifswaldMartin-Luther-Straße 1417487 GreifswaldTelefon: +49 (0) 3834 / 86 – 19029Email: siri.hummel@wiko-greifswald.de

„Mystifizierung der Kulturrevolution“

Experten-Interview mit Dr. habil. Nora Sausmikat über Erinnerungspolitik in China

Nora Sausmikat ist Programmleiterin China der Stiftung Asienhaus in Köln. Sie forscht und publiziert zur chinesischen Frauenforschung, zur Geschichte der Intellektuellen, zur politischen Reform und zur Zivilgesellschaft in China. In ihrer Dissertation Kulturrevolution, Diskurs und Erinnerung: Eine Analyse lebensgeschichtlicher Erzählungen von chinesischen Frauen (Frankfurt: Lang, 2002) analysierte sie den Zusammenhang zwischen biografischer und kollektiver sowie staatlich gelenkter Sinnbildung. Hierfür führte sie umfangreiche Feldforschungsstudien durch, in deren Mittelpunkt junge städtische Frauen (zhiqing 知青 bzw. zhishi qingnian 知识青年, gebildete Jugendliche) standen, die im Rahmen der kulturrevolutionären Massenbewegung ab 1968 im ländlichen China sesshaft gemacht werden sollten.
Nana Sippel studiert Sinologie und Religionswissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Sie konzipierte, führte und transkribierte das Interview.

50 Jahre Kulturrevolution: Die Rezeption in China und im Ausland

Workshop 2016 an der Ruhr-Universität Bochum | Fakultät für Ostasienwissenschaften

2016 jährte sich zum fünfzigsten Mal der Beginn der „Großen Proletarischen Kulturrevolution“, eines der einschneidendsten Ereignisse in der modernen chinesischen Geschichte. Die Kulturrevolution hat aber nicht nur die Entwicklung der Volkrepublik China nachhaltig beeinflusst. Sie hat internationale Auswirkungen gezeitigt, die erst in letzter Zeit in größerem Maßstab erforscht werden, nicht anders als die zum Teil noch immer tabuisierten Geschehnisse in China selbst. Auch die westdeutsche Protestbewegung der späten 60er Jahre hat unter dem Einfluss der Kulturrevolution gestanden.
Gegenstand der Tagung waren insbesondere die internationalen Wirkungen der Kulturrevolution, sowohl im ostasiatischen als auch im westlichen und namentlich im deutschen Raum. Bei der Veranstaltung wurde der Versuch unternommen, die nachträgliche theoretische Aufarbeitung der Kulturrevolution mit persönlichen Eindrücken und Erinnerungen zu verbinden.
Anschließend an den Workshop wurden von Studierenden drei Experteninterviews mit Nora Sausmikat, Felix Wemheuer und Daniel Leese geführt, die in Kürze hier bei L.I.S.A. in einer kleinen Reihe erscheinen werden. Der Beitrag von Heiner Roetz, „Erinnerung: 50 Jahre Kulturrevolution“ erscheint im Bochumer Jahrbuch zur Ostasienforschung, 39 (2016).

Die Sklaven von Lagos: Episode 2 – „Knochenarbeit“ Bioarchäologie

Zurück in ihrer Heimatuniversität Coimbra untersucht die Anthropologin Dr. Maria Teresa Ferreira mit ihrem Team die vielen Knochen, die zufällig bei Bauarbeiten in Lagos gefunden wurden. Erster Schritt ist dabei die Säuberung der menschlichen Überreste von Schmutz und anderem Fremdmaterial. Anschließend müssen Tausende von Knochen vermessen und katalogisiert werden. Erst dann geht es an die eigentliche Puzzlearbeit: Welche Knochen gehören zusammen? Was sagen Sie aus über Geschlecht, Alter, aber auch über Herkunft und Lebensumstände der Menschen? Deuten Krankheitsspuren und Fehlbildungen auf harte Arbeit hin? Handelt es sich bei dem Fund um die Überreste von Sklaven? Das besondere Material liefert viele Daten und Indizien mehr, als auf dem ersten Blick zu vermuten ist.

„Sie thront wie eine Sphinx über Österreich“

Interview mit Thomas Lau über die Habsburgerkaiserin Maria Theresia damals und heute

Der 300. Geburtstag der einzigen Frau auf dem Habsburger-Thron ist in Österreich ein besonderes nationales Ereignis. An die einstige Kaiserin Maria Theresia erinnern seit einer Woche staatliche und andere Institutionen in zahlreichen Festakten und Veranstaltungen. Die Tochter von Kaiser Karl VI. und seiner Gemahlin Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel, die 1740 nach dem Tod ihres Vaters die Regierungsgeschäfte der Habsburgermonarchie übernahm, wird von der Republik Österreich bis heute als Gründerin, Reformerin und Landesmutter gefeiert. Woran liegt es, dass eine Monarchin aus der Zeit des Absolutismus zur Symbolfigur einer Republik werden konnte? Wer war die einzige Frau an der Spitze der Habsburger? Der Historiker Prof. Dr. Thomas Lau von der Université de Fribourg hat eine neue Biographie über Maria Theresia verfasst. Wir haben ihm dazu unsere Fragen gestellt.

Vortrag und Workshop mit Prof. Dr. Anthony Grafton in Halle (Saale) | 20.-21. Juni 2017

20. Juni 2017 | 18 Uhr c.t. | IZEA, Bibliothekssaal
»The Polyhistor in the Atlantic World: How Humanistic reading practices came to the American Colonies« | Abendvortrag von Prof. Dr. Anthony Grafton (Princeton)

Anthony Grafton, Henry Putnam University Professor in Princeton, gehört zu den ganz großen klassischen Philologen und Historikern weltweit. Sein Spezialgebiet reicht vom Humanismus bis zur Aufklärung, jene Zeit, als Bibel und Antike Leitmodelle waren, die Welt zu erschließen und zu verstehen, als der klassische Philologe der Meister dieser Kunst war. „Bring Out Your Dead“ (so der Titel einer Aufsatzsammlung aus dem Jahr 2001) lautet die Devise seiner historischen Rekonstruktionen. Graftons Meisterstück ist die unübertroffen präzise Studie über Leben und Werk Joseph Scaligers (Joseph Scaliger: A Study in the History of Classical Scholarhip, 2 Bde., Oxford 1983, 1993), zu seiner Zeit der unbestrittene Fürst klassischer Philologie, zugleich Begründer der modernen historischen Chronologie. Grafton schaut nicht nur auf die Ideen und Methoden seiner Protagonisten. Sein besonderes Interesse gilt den Strukturen und Praktiken, die Ideen hervorbrachten, ihnen den Weg bereiteten. In seinen unnachahmlich kunstvollen Essays werden zum Beispiel „Humanists with Inky Fingers“ (2011) lebendig, können wir zuschauen, wie sie gelebt und gearbeitet haben.

Fundstücke KW 19

In der Bibliothek der Benediktinerabtei Admont ist ein 1200 Jahre altes Schriftsück aufgetaucht – in deutscher Sprache geschrieben! Hier die Kurzmeldung auf Spiegel Online, hier die kostenpflichtige Langfassung. Der Standard meldet den Fund des Wörterbuchfragments ebenfalls. Ausgrabungen im Herzen von Bielefeld … Weiterlesen

Munich History Lecture | Gudrun Krämer: Reform, Moderne, Islam. Die Verwandlung der arabischen Welt im 19. und 20. Jahrhundert

LMU München (Historisches Seminar) | 22. Mai 2017, 18:30 Uhr

Von der Mitte des 19. Jahrhunderts an war die Reformpolitik im Osmanischen Reich, wie zuvor schon in seiner ägyptischen Provinz, explizit als Modernisierung angelegt. Sie zielte auf eine Stärkung zentralstaatlicher Kontrolle, bewirkte zugleich aber, gewollt und ungewollt, eine grundlegende Umgestaltung der Gesellschaft. Dabei ließ sich die Emanzipation von Sklaven und Nichtmuslimen (nicht aber der Frau) vornehmlich als Reaktion auf äußeren Druck verstehen; nicht so die Herausbildung einer neuen städtischen Mittelschicht, die sich als Bürgertum verstand und engagierte – im Osmanischen Reich ebenso wie in seinen arabischen Nachfolgestaaten. Den gesellschaftlichen Umbrüchen und den Versuchen, unter kolonialen Vorzeichen eine ‚lokale Moderne‘ zu schaffen, sei sie religiös oder säkular fundiert, gilt der Vortrag. Prof. Dr. Gudrun Krämer ist Professorin für Islamwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Sie ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften; im Jahre 2010 wurde Sie mit dem Preis der Gerda Henkel-Stiftung ausgezeichnet. Zuletzt erschienen ihre Bücher „Geschichte Palästinas“ (München, 2015) und „Der Vordere Orient und Nordafrika ab 1500“ (Frankfurt/Main, 2016) Einführung: Prof. Dr. Christoph K. Neumann Montag, 22.05.2017 | 18:30 Uhr | Hörsaal M118 (Hauptgebäude)

Digitale Schriftkunde

Digitale Schriftkunde Ein Lesezeichen wert: Digitale Schriftkunde mit Beispielen vom 8. bis zum 20. Jahrhundert aus Akten, Amtsbüchern, Urkunden und privatem Schriftgut http://www.gda.bayern.de/DigitaleSchriftkunde/index.html Ähnliche BeiträgeDemminer Findbuch – Innungen Fotografieren im Landesarchiv nun dauerhaft erlaubt Das Demminer Findbuch

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Decken Einsturz im Stettiner Schloss

Stettin – Schloss der pommerschen Herzöge Die Decken im Stettiner Schloss sind teilweise eingestürzt. http://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Stettiner-Schloss-teilweise-eingestuerzt,stettinerschloss100.html und http://www.burgerbe.de/2017/05/12/stettiner-schloss-zum-teil-eingestuertzt/ https://twitter.com/PiotrTuzimek/status/862621225079771136/photo/1 weitere Fotos http://www.gs24.pl/tag/zamek-szczecin Ähnliche BeiträgeDer Untergang der Amazone Die Familie von Götz George Familienforschung am Stettiner Haff – Züssow 2016

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Stettin 1831

Stettin 1831 Ein Gruß zum Abend mit dieser Stadtansicht von Stettin 1831 Quelle: Der Berliner Stadt- und Landbote für das Königreich Preussen. Heft 17 aus dem 2. Jahrgang 1831 URL: https://digital.zlb.de/viewer/image/16147913_1831/161/ Ähnliche BeiträgeErinnerungen an die Familie des jüdischen Schuhmachers Paul … Weiterlesen

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Filmvorführung und Podiumsgespräch zu „Wołyń“

Donnerstag, 18. Mai 2017, 17.00 Uhr im Monopol-Kino, München

Der polnische Film »Wołyń« (Trailer) des bekannten Regisseurs Wojciech Smarzowski löste sowohl in Polen als auch in der Ukraine im Herbst 2016 hitzige Diskussionen aus. Der in Polen mehrfach ausgezeichnete Film hatte seine Premiere im Oktober 2016 und handelt von den Ereignissen in Wolhynien im Jahr 1943, als die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) einen Massenmord an der polnischen Bevölkerung verübte.
Im Juli 2016 ist dieses historische Geschehen auf politischer Ebene in Form eines Beschlusses des polnischen Parlaments aufgegriffen worden, wonach die damals ermordeten Polen als »Opfer eines Genozids« zu bezeichnen seien. Dies führte zu einer Emotionalisierung der Debatte. So wurde der Film kaum noch als künstlerisches Werk betrachtet, sondern seine Darstellung des historischen Geschehens unter dem Eindruck der aktuellen politischen Ereignisse und Beziehungen diskutiert und oftmals heftig kritisiert. Der Spielfilm entfaltete damit eine ungewöhnlich starke Wirkung auf beiden Seiten der polnisch-ukrainischen Grenze.
Im Rahmen der Veranstaltung wird der Film (OmeU, 150 Minuten) zum ersten Mal in Deutschland gezeigt und anschließend ein Podiumsgespräch mit dem Regisseur Wojciech Smarzowski, dem polnischen Historiker Grzegorz Motyka und dem ukrainischen Historiker Jurij Shapoval darüber geführt. So besteht außerhalb Polens erstmals die Gelegenheit, sich selbst einen Eindruck von dem Film zu verschaffen. In dem polnisch / ukrainischen Gespräch (mit konsekutiver Übersetzung) werden Fragen zum Film, zu seiner Wirkung und den Kontroversen näher beleuchtet.
Termin: 18. Mai 2017, 17:00 Uhr – ca. 21:00 Uhr
Ort: Monopol-Kino, Saal 1 (München, Schleißheimerstr. 127)
Bitte beachten Sie: Die Karten für die Veranstaltung sind leider ausverkauft. Eine Aufzeichnung der Podiumsdiskussion wird nach der Veranstaltung verfügbar sein. Wenn Sie darüber informiert werden möchten, wann und wo das Video online zu sehen sein wird, bitten wir Sie um eine Nachricht mit dem Betreff „Bitte um Information“ an wolyn@lrz.uni-muenchen.de.
Besuchen Sie auch gerne den Blog „Erinnerungskulturen“ der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien (https://erinnerung.hypotheses.org/), auf dem es einen Veranstaltungsbericht geben wird.
Podiumsteilnehmer

Prof. Grzegorz Motyka, polnischer Historiker und Experte für polnisch-ukrainische Beziehungen; in den Entstehungsprozess des Filmes eingebunden; Mitglied des polnisch-ukrainischen Historikerforums; Mitarbeiter der Polnischen Akademie der Wissenschaften
Prof. Jurij Shapoval, ukrainischer Historiker und Experte für ukrainisch-polnische Beziehungen; Mitglied des ukrainisch-polnischen Historikerforums; Mitarbeiter der Akademie der Wissenschaften der Ukraine; Mitglied der Deutsch-Ukrainischen Historikerkommission
Wojciech Smarzowski, Regisseur des Films und weiterer preisgekrönter Filme wie „Róża“, „Drogówka“ und „Dom Zły“

Moderation: Dr. Martin Sander (Deutschlandradio Kultur)

Veranstalter

Deutsch-Ukrainische Historikerkommission (DUHK)
Promotionskolleg Polen und Deutschland im modernen Europa (PDME)
Abteilung für Geschichte Ost- und Südosteuropas der Ludwig-Maximilians-Universität München
in Kooperation mit der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien

Weiterführende Links

Wolyn_Trailer
Wolyn_Ankündigungsplakat(374 KByte)

„History should teach humility“

Interview with James Grossman on historical sciences in the United States of America

In its annual meeting 2017, the American Historical Association discussed a wide spread of subjects, regarding many topics from different angles and times. We asked the Association’s President, Prof. James Grossman, about the impression the annual meeting left on him. He also told us about the situation of the humanities in general and the role of historians in particular under the current political circumstances in the United States of America.

Die Sklaven von Lagos: Episode 1 – Skelette an der Algarve

Die portugiesische Hafenstadt Lagos an der Algarveküste zieht heute vor allem Touristen an. In der gut erhaltenen Altstadt betreten Besucher irgendwann auch den historischen Sklavenmarkt (Mercado de Escravos), war Lagos im ausgehenden Mittelalter vor allem ein Umschlagplatz für Sklaven aus Afrika. Zeugnis davon legt nicht zuletzt ein grausiger Fund ab, der im Zuge des Baus eines neuen Parkhauses zufällig gemacht wurde: zahlreiche Menschen-Skelette, die das Bild einer menschlichen Müllkippe abgeben. Die Anthropologin Dr. Maria Teresa Ferreira von der Universität Coimbra vermutet, dass es sich hierbei um die Überreste von Sklaven handelt. Wer aber waren diese Menschen? Welches Schicksal haben sie erlitten? Was lässt sich aus der Erforschung dieser Skelette Neues über die Geschichte der Sklaverei sagen?

Technoseum Mannheim

Der Slogan des Museums lautet: „Nichts ist spannender als Technik“. Dem ist natürlich vehement zu widersprechen! Korrekt muss es heißen:“ Nichts ist spannender als Geschichte“! Hatte man vielleicht Angst, der Begriff „Geschichte“ könnte mit zu vielen negativen Assoziationen wie langweiligen … Weiterlesen

„Kulturerhalt erfolgt in jeder Gesellschaft“

Interview mit Marie Huber über die Geschichte des Weltkulturerbes in Äthiopien

Infolge der jüngeren Zerstörungen von historischen Stätten im Zusammenhang mit Kriegen ist das Thema Kulturerbeerhalt wieder in den Blick der Öffentlichkeit geraten. Raubgrabungen im Irak und mutwillige Zerstörungen in Afghanistan und Syrien haben dazu geführt, dass in den Überlegungen für eine Nachkriegsordnung der Restaurierung und dem dauerhaften Erhalt von Weltkulturerbe eine inzwischen gewichtige Bedeutung zukommt. Dabei sind der Schutz und die Bewahrung von bedeutenden Überresten aus der Geschichte der Menschheit alles andere als neu. Die Historikerin Marie Huber untersucht derzeit in ihrem von der Gerda Henkel Stiftung geförderten Dissertationsprojekt die Geschichte des Kulturerhalts in Äthiopien. Wir haben ihr dazu unsere Fragen gestellt.

„Die Kunst auf den Barrikaden!“ Ikonische Dynamik von der Reformation bis zur Revolution

Salon Sophie Charlotte 2017

Mit entblößtem Busen und der Trikolore in der Hand führt die Freiheit in Gestalt einer Frau das sich erhebende Volk an. Eugène Delacroix‘ Gemälde, das kurz nach der Julirevolution von 1830 entstanden ist, zählt zu den berühmtesten Ikonen, die Revolution, Rebellion und Aufstand bildlich thematisieren. Bis heute rekurrieren Protestformen auf dieses Bild der Frau mit nackter Brust, beispielsweise in der sogenannten Femen-Bewegung, bei der Aktivistinnen oben ohne demonstrieren. Die Kunsthistoriker Prof. Dr. Andreas Beyer von der Universität Basel und Prof. Dr. Michael Diers von der Humboldt-Universität Berlin diskutieren in ihrem Gespräch dieses und andere Bilder aus der Kunstgeschichte seit der Reformation, die Revolutionen und andere politische Umbrüche begleitet und vielleicht sogar ausgelöst haben.

Fundstücke KW 17-18

Zwei Termintipps: Am Mittwoch, den 10. Mai widmet sich ein kostenloser Vortrag im Historischen Museum Frankfurt Krieg und Kampf der antiken eurasischen Nomaden. Und am 29.-30. Mai finden die 8. Mannheim-Heidelberger Werkstattgespräche zur Geschichte des Mittelalters statt. Russische Forscher vermuten, … Weiterlesen

Freunde oder Kritiker des Systems? Die Basis der Ost-CDU

Vortrag von Dr. Bertram Triebel | 24. Mai 2017, 14 Uhr im Hannah-Arendt-Institut Dresden, Helmholtzstr. 6, Raum 110

Die Meinungen über die Anhänger der CDU in der SBZ/DDR gehen weit auseinander. Für die einen sind sie „Blockflöten“, die stets der SED folgten. Die Mitglieder betonen dagegen immer wieder, dass sie dem herrschenden System distanziert gegenüber standen.
Wer waren die „Unionsfreunde“? Bertram Triebel geht dieser Frage in seinem Vortrag anhand der CDU-Verbände in den Bezirken Erfurt, Gera und Suhl nach. Dabei beschäftigt er sich sowohl mit dem Verhalten und Selbstverständnis der CDU-Mitglieder als auch mit der Mitgliederpolitik der Parteiführung.

Thomasius-Club: Martin Sabrow – Honecker als junger Mann

17. Mai 2017 um 20 Uhr, Bibliotheca Albertina in Leipzig

Den saarländischen Jungkommunisten Erich Honecker kennen die meisten als Generalsekretär des ZK der SED und letztes Staatsoberhaupt der DDR. Aber wer kennt den jungen Honecker? Martin Sabrow wertet zahlreiche bislang unbekannte Quellen aus, um das Leben Honeckers bis 1945 nachzuzeichnen und dessen nachträgliche Erzählung einer kritischen Revision zu unterziehen: In welchem politischen Milieu wurde Honecker sozialisiert, und unter welchen Umständen kam er zum illegalen Widerstand? Was brachte ihn dort mit Herbert Wehner zusammen, und wie kam es 1935 in Berlin zu seiner Verhaftung? Jenseits aller einzelnen Fragen: Welches Interesse kann Honeckers „Leben davor“ heute noch beanspruchen, und was kann dessen Erhellung zum Verständnis der DDR beitragen?
Der Thomasius-Club ist eine offene Gesprächsrunde, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einlädt und zu aktuellen Themen ihrer Forschung befragt. Das Programm des Thomasius-Club wird von einer kleinen Gruppe Aktiver sorgfältig ausgewählt und beschlossen.