Planet History

Tag Archive for Kunstgeschichte

Maschinen und Manuskripte: Themenraum zur Digitalen Kodikologie im Virtuellen Museum Digital Humanities – Hannah Busch im Interview

2015 war im Bischöflichen Priesterseminar in Trier die Ausstellung Maschinen und Manuskripte – Digitale Erschließung der Handschriften von St. Matthias zu sehen, die aus dem Kooperationsprojekt eCodicology hervorgegangen war. Diese Ausstellung kann mittlerweile dauerhaft und kostenlos im Internet besucht werden. Das Kompetenzzentrum für elektronische Erschließungs- und Publikationsverfahren in den Geisteswissenschaften/Trier Center for Digital Humanites (TCDH) […]

Französische Buchkunst der Revolutionszeit in der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg

Zur Europawoche 2017 präsentiert die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg etwas ganz Außergewöhnliches: Zum ersten Mal überhaupt wird eine Kollektion von Meisterwerken der französischen Buchkunst aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts ausgestellt. Obwohl sich die Bücher bereits seit 1798 in der Bibliothek befinden, wurden sie bislang…

Das Dresdner Damaskuszimmer

Ein Stück orientalischer Kunstgeschichte erstrahlt in altem Glanz

Bis vor über 100 Jahren zierte es noch einen Empfangsraum für Gäste in einem noblen Damaszener Wohnhaus, bald soll es im Museum für Völkerkunde für die Öffentlichkeit zugänglich sein: das Dresdner Damaskuszimmer. Vom Gründer des heute in Essen befindlichen Museum Folkwang, Karl Ernst Osthaus, auf einer seiner Orientreisen gekauft, blieb es verpackt und kam als Schenkung 1930 nach Dresden. Der leidenschaftliche Sammler hatte übersehen, dass sein Privatmuseum über keine Räumlichkeiten verfügte, die das 5,40 Meter hohe Zimmer beherbergen konnten, und vermachte es daher der Orientabteilung des Völkerkundemuseums Dresden.

Der Mythos Paul Klee

Interview mit Manfred Clemenz über Paul Klee als Künstler seiner Zeit

Paul Klee wird von seinen Bewunderern als eine Lichtgestalt verehrt, als ein Genie, das seiner Zeit enthoben und der Welt entrückt war. Diese nahezu abgöttische Verehrung eines Künstlers ist an sich nichts besonderes, hätte nicht der Künstler selbst bereits zu Lebzeiten an dieser Verehrung einen wesentlichen Anteil gehabt. Paul Klee selbst hatte zeitlebens an seinem eigenen Mythos intensiv mitgearbeitet, so die These des Soziologen und Kunsthistorikers Prof. Dr. Manfred Clemenz. Diesen Mythos biographisch und kulturgeschichtlich zu dekonstruieren und Paul Klee als einen Menschen mit Höhen und Tiefen darzustellen, ist das Ziel seines Buchs „Der Mythos Paul Klee“. Wir haben ihm dazu unsere Fragen gestellt.

Der Mythos Paul Klee

Interview mit Manfred Clemenz über Paul Klee als Künstler seiner Zeit

Paul Klee wird von seinen Bewunderern als eine Lichtgestalt verehrt, als ein Genie, das seiner Zeit enthoben und der Welt entrückt war. Diese nahezu abgöttische Verehrung eines Künstlers ist an sich nichts besonderes, hätte nicht der Künstler selbst bereits zu Lebzeiten an dieser Verehrung einen wesentlichen Anteil gehabt. Paul Klee selbst hatte zeitlebens an seinem eigenen Mythos intensiv mitgearbeitet, so die These des Soziologen und Kunsthistorikers Prof. Dr. Manfred Clemenz. Diesen Mythos biographisch und kulturgeschichtlich zu dekonstruieren und Paul Klee als einen Menschen mit Höhen und Tiefen darzustellen, ist das Ziel seines Buchs „Der Mythos Paul Klee“. Wir haben ihm dazu unsere Fragen gestellt.

Neuerscheinung: Die Zisterzienser. Konzeptionen klösterlichen Lebens.

Die Zisterzienser. Konzeptionen klösterlichen Lebens. Hrsg. von Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Red. Joachim Werz. Hardcover. Schnell & Steiner (Regensburg 2017). Abbildungen und Karten. ISBN 978-3-7954-3194-5. EUR 24,95. Der Tagungsband umfasst die Vorträge des wissenschaftlichen Kolloquiums „Spiritualität, Kunst und Wirtschaft. Zisterzienser im…

Fundstücke KW 10

Auf Spiegel Online gibt es einen (leider kostenpflichtigen) Artikel von Matthias Schulz über die Assassinen und ihre „Todesliste“ zur Zeit der Kreuzzüge. Aus Geldmangel wird eine frühmittelalterliche Burgruine mit möglicher Höhensiedlung in Lippe trotz vielversprechender Funde nicht weiter ergraben – … Weiterlesen

Fotografie als künstlerisches Ausdrucksmittel

Interview mit Jule Schaffer über ihre Arbeit bei der SK Stiftung Kultur

Jule Schaffer, ehemalige Stipendiatin bei der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne, hat an der Universität zu Köln im Fach Kunstgeschichte über „Konzepte von Sakralität und Heiligkeit in der Fotografie“ promoviert. Nun arbeitet sie auch hauptberuflich mit Fotografien: als Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Registrarin bei der Photographischen Sammlung der SK Stiftung Kultur in Köln.

Fotografie als künstlerisches Ausdrucksmittel

Interview mit Jule Schaffer über ihre Arbeit bei der SK Stiftung Kultur

Jule Schaffer, ehemalige Stipendiatin bei der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne, hat an der Universität zu Köln im Fach Kunstgeschichte über „Konzepte von Sakralität und Heiligkeit in der Fotografie“ promoviert. Nun arbeitet sie auch hauptberuflich mit Fotografien: als Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Registrarin bei der Photographischen Sammlung der SK Stiftung Kultur in Köln.

Doctoral Training Partnership mit der University of Cambridge | Die a.r.t.e.s. Graduate School zu Gast bei der Nachwuchskonferenz „Time and Temporality“

Bericht von Lars Juschka, studentischer Mitarbeiter bei a.r.t.e.s.

Vom 14. bis 16. September 2016 nahmen zehn Promovierende der Philosophischen Fakultät in Begleitung von Thiemo Breyer, Juniorprofessor der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne, an der Nachwuchskonferenz „Time and Temporality“ in Cambridge teil. Im Rahmen der Doctoral Training Partnership (DTP) des Arts and Humanities Research Council (AHRC) der Universität Cambridge kamen Doktorandinnen und Doktoranden von fünf Institutionen zusammen: Neben Köln und Cambridge waren Promovierende der Australian National University (ANU), der European University in St. Petersburg (EUSP) und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) mit dabei.

Doctoral Training Partnership mit der University of Cambridge | Die a.r.t.e.s. Graduate School zu Gast bei der Nachwuchskonferenz „Time and Temporality“

Bericht von Lars Juschka, studentischer Mitarbeiter bei a.r.t.e.s.

Vom 14. bis 16. September 2016 nahmen zehn Promovierende der Philosophischen Fakultät in Begleitung von Thiemo Breyer, Juniorprofessor der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne, an der Nachwuchskonferenz „Time and Temporality“ in Cambridge teil. Im Rahmen der Doctoral Training Partnership (DTP) des Arts and Humanities Research Council (AHRC) der Universität Cambridge kamen Doktorandinnen und Doktoranden von fünf Institutionen zusammen: Neben Köln und Cambridge waren Promovierende der Australian National University (ANU), der European University in St. Petersburg (EUSP) und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) mit dabei.

Der internationale französische Veranstaltungskalender “Calenda” im Überblick Februar 2017

Willkommen zum Überblick über die internationale französische Forschungsdatenbank „Calenda“! Seit Juli 2013 erscheint hier im monatlichen Rhythmus ein deutschsprachiger Überblick über die Beiträge auf Calenda zur mittelalterlichen Geschichte zur Verfügung gestellt. Bei Calenda handelt es sich um die wichtigste Forschungsdatenbank…

Why is this thing here, anyway? Journeys of extra-European cultural heritage to the West

Final Panel Discussion | International Symposium „All the Beauty of the World“ (Berlin 2016)

African masks, oriental bronzes, and ships from the South Sea are slated to be the major attractions in the planned Humboldt Forum museum. However, questions remain as to how these objects, which have been amassed in the various local collections over centuries, found their way to Berlin. In preparation for these new exhibitions, the final panel discussion of the symposium “All the Beauty of the World. The Western Market for non-European Artefacts (18th-20th century)”seeks an open and intensive debate over the politics of restitution in the cases of illegal or unethical acquisition and discusses questions of the often violent and imbalanced power relations, the colonial gaze, and the legalities of a developing art market.
 
Moderator: Harald Asel (Inforadio|rbb) | Discussants: Angelika Borchert, Viola König, Bonaventure Soh Bejeng Ndikung and and Bénédicte Savoy

Why is this thing here, anyway? Journeys of extra-European cultural heritage to the West

Final Panel Discussion | International Symposium „All the Beauty of the World“ (Berlin 2016)

African masks, oriental bronzes, and ships from the South Sea are slated to be the major attractions in the planned Humboldt Forum museum. However, questions remain as to how these objects, which have been amassed in the various local collections over centuries, found their way to Berlin. In preparation for these new exhibitions, the final panel discussion of the symposium “All the Beauty of the World. The Western Market for non-European Artefacts (18th-20th century)”seeks an open and intensive debate over the politics of restitution in the cases of illegal or unethical acquisition and discusses questions of the often violent and imbalanced power relations, the colonial gaze, and the legalities of a developing art market.
 
Moderator: Harald Asel (Inforadio|rbb) | Discussants: Angelika Borchert, Viola König, Bonaventure Soh Bejeng Ndikung and and Bénédicte Savoy

Jetzt in Public Domain: Die Olifanten des Met

Am 7.2.2017 hat das Metropolitan Museum in New York alle seine Bilder in Public Domain gestellt.

Beispielsweise sind nun auch Bilder der früh- und hochmittelalterlichen Olifanten frei online, die das Met besitzt (vergl. Träumende Wächter – Lärmende Pilger).

Olifant, wohl aus Süditalien, um 1200, Länge 43 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)
Bruchstück eines Olifanten, Ägypten oder Palästina, 720-970 [14C], Höhe noch 19,7 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)

Bruchstück eines Olifanten, Sizilien, 11./12. Jh., Höhe noch 22,2 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)

Olifanten, Süditalien, 11./12. Jh., Länge 58,6 cm mit Behältnis des 16. Jh.
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)

Olifant, Amalfi in Süditalien, 13. Jh., Länge 43 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)

Olifant, Süditalien, 12./13.  Jh., Länge 43.5 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)

Jetzt in Public Domain: Die Olifanten des Met

Am 7.2.2017 hat das Metropolitan Museum in New York alle seine Bilder in Public Domain gestellt.

Beispielsweise sind nun auch Bilder der früh- und hochmittelalterlichen Olifanten frei online, die das Met besitzt (vergl. Träumende Wächter – Lärmende Pilger).

Olifant, wohl aus Süditalien, um 1200, Länge 43 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)
Bruchstück eines Olifanten, Ägypten oder Palästina, 720-970 [14C], Höhe noch 19,7 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)

Bruchstück eines Olifanten, Sizilien, 11./12. Jh., Höhe noch 22,2 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)

Olifanten, Süditalien, 11./12. Jh., Länge 58,6 cm mit Behältnis des 16. Jh.
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)

Olifant, Amalfi in Süditalien, 13. Jh., Länge 43 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)

Olifant, Süditalien, 12./13.  Jh., Länge 43.5 cm
(Foto: The Met [PD / CC 0 1.0] via The Met)

Section 5: Dealing with War

International Symposium „All the Beauty of the World“ (Berlin 2016)

Armed conflict and war characterized the first interactions between European and extra-European lands. Consequently, the suddenly booming Western market for non-European artefacts consisted to a large extent of objects that were the spoils of war. Section 5 of the symposium “All the Beauty of the World. The Western Market for non-European Artefacts (18th-20th century)” focuses on these objects and their integration into the Western market. In their respective talks, Felicity Bodenstein (Florence) and Christine Howald (Berlin) ask: Which new objects came on the market? How did these objects affect already existing market value structures, and how was the market used to legitimize this war booty?
 
Christine Howald | The Power of Pricing. The Legitimization of Chinese Looted Art on the European Market (1860-1862)

Section 5: Dealing with War

International Symposium „All the Beauty of the World“ (Berlin 2016)

Armed conflict and war characterized the first interactions between European and extra-European lands. Consequently, the suddenly booming Western market for non-European artefacts consisted to a large extent of objects that were the spoils of war. Section 5 of the symposium “All the Beauty of the World. The Western Market for non-European Artefacts (18th-20th century)” focuses on these objects and their integration into the Western market. In their respective talks, Felicity Bodenstein (Florence) and Christine Howald (Berlin) ask: Which new objects came on the market? How did these objects affect already existing market value structures, and how was the market used to legitimize this war booty?
 
Christine Howald | The Power of Pricing. The Legitimization of Chinese Looted Art on the European Market (1860-1862)

Träumende Wächter – Lärmende Pilger

begleitende Materialien zur Vorlesung „Träumende Burgwächter – lärmende Pilger. Tonhörner als Quelle der Alltagsgeschichte: Objekte – Bilder – Texte „, Bamberg 1.2.2017

Abstract

Funde von keramischen Hörnern sind in Süddeutschland oft recht unscheinbare, aber doch nicht seltene Funde. Basierend v.a. auf Arbeiten Anfang der 1990er Jahre hat die Forschungen mehrere grundlegende Ergebnise erzielt:

  1. Datierung:
    überwiegend 12.-15. Jh.
  2. Typologie:
    verschiedene Hornformen, größte Gruppe sind die gebogenen Hörner
    facettierte und helle Hörner als dominierende Form und Farbe
  3. Fundstatistik:
    Dominanz von Funden von Burgen
  4. Klassifikation:
    Aach(en)horn
    • Zusammenhang mit der Aachenfahrt
    • nach Sebastian Virdung 1511
    • aber auch Hinweise auf verschiedene Produktionszenten und Verbreitungsschwerpunkte
  5. verchiedene Funktionen:
    z.B. Funktion als Wetterhörnerr (volkskundl. Quellen, Bildquellen)
  6. Vorbild:
    elfenbeinerne Olifanten 

Dieser Forschungsstand wirft weitergehende Fragen auf:

  • Lassen sich die Bedeutungszuschreibungen präzisieren?
  • Was bedeutet konkret das Vorbild der Olifanten?
  • Welche Aussagen lassen die Tonhörner über ihre Funktionalität hinaus über die Alltagswelt ihrer Nutzer zu?
Anhand eines Abgleichs mit literarischen Texten und Bildquellen lässt sich die wichtige Rolle des Rolandsliedes erkennen. Die Bedeutungszuschreibungen an den Olifanten Rolands betreffen dessen Wunderkräfte, die Herrschaftsbelehnung und generell ein höfisches/ ritterliches Leben. Es zeigt sich eine Interanktion von Objekt, Bild und sinnstiftendem Text, der uns erahnen lässt, warum die Tonhörner bevorzugt facettiert und hell gebrannt wurden – in Anlehnung an den Olifanten. Die Funde belegen die breite Kenntnis der Texte und ggf. auch der elfenbeinernen Olifanten, von denen viele in Kirchen zu sehen waren und von denen mehrere Roland zugeschrieben wurden. Zunächst unscheinbare archäologische Funde erzählen im interdisziplinären Kontext auch von Glaube, Mentalität und Herrschaft.

Archäologische Funde

Ausgewählte Beispiele

Köln

Köln, ca. 30 cm lang
(Foto: Bullenwächter [CC BY SA 3.0] via WikimediaCommons, freigestellt)

Geislingen, Burg Helfenstein

Geislingen, Helfenstein: Hornfragment aus den Grabungen der 1930er Jahre
(Heimatmuseum Geislingen, Foto: Kreisarchäologie Göppingen, m. freundl. Genehmigung)

Hohenwart

Markt Hohenwart
(Foto: Markt Hohenwart, m. freundl. Genehmigung B. & B. Rödig)

Mansfeld

Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, Halle: https://sketchfab.com/models/3a671319f1c94b4f8f60494a747c0565

Karten

  • Fundpunkte als shp zum Download
    Liste nach Literaturlage zusammengestellt von R. Schreg, Stand 27.1.2017. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Fehlende Angaben beruhen zumeist auf fehlenden Angaben in den Publikationen.
    Von Zeit zu Zeit werden Korrekturen und Ergänzungen eingepflegt werden – Hinweise sind willkommen. – Die Liste steht unter CC BY SA 4.0

Gesamtverbreitung der Tonhörner
(Karte: R. Schreg, Kartengrundlage auf Basis SRTM-Daten)

Chronologie der Tonhörner
(Karte: R. Schreg, Kartengrundlage auf Basis SRTM-Daten)

Farbe der Tonhörner
(Karte: R. Schreg, Kartengrundlage auf Basis SRTM-Daten)

Form (Querschnitt) der Tonhörner
(Karte: R. Schreg, Kartengrundlage auf Basis SRTM-Daten)

Fundkontext der Tonhörner
(Karte: R. Schreg, Kartengrundlage auf Basis SRTM-Daten)

Töpfereien mit Produktinsnachweisen von Tonhörnern und ihre bekannten Exporte
(Karte: R. Schreg, Kartengrundlage auf Basis SRTM-Daten)

Literarische Texte



La Chanson de Roland

(11./12. Jh.)

1761 Mit Mühe und Qual, unter großem Schmerz,
Bläst Graf Roland seinen Olifant.
1765 Der Schall des Horns, das er hält, trägt sehr weit:
Karl, der über die Pässe zieht, hört ihn.
2287 Er hält den Olifant, den er nie aus der Hand geben wollte,
Und schlägt ihm auf den Helm, der mit Gold und Edelsteinen verziert war ….
„Nun ist dadurch mein Olifant an der Öffnung gespalten,
Kristall und Gold sind abgefallen.
3683 Mit großer Heeresmacht ziehen sie durch Narbonne.
Er kam nach Bordeaux, in die mächtige Stadt.
Auf den Altar des edlen heiligen Severin
Legt er Olifant, der mit Gold und Goldmünzen aufgefüllt ist.
Die Pilger, die sich dorthin begeben, können ihn sehen.
(Übersetzung W. Steinsiek)


Pfaffe Konrad: Rolandslied

um 1170

v. 305ff.

Der Held Roland nahm
sein Horn zur Hand.
Er blies es mit voller Kraft,
dass dem Gott Apollo
und seinem Gefährten Mahomet
der Mut schwand.
Die Stimme versagte ihnen,
Furcht breitete sich aus.
Die Steinhäuser zitterten,
die Heiden verzagten.
Die Erde bebte.
Die Fische wurden unruhig.
Die Vögel erhoben ihre Stimmen.
Die Berge hallten alle wider.
Viele lagen vor Schreck wie tot.
Ein großes Wehklagen erhob sich.
(Übertragung D. Kartschoke)

Der Stricker, Karl der Große

1. H. 13. Jh.

364ff.

du solt diz swert und diz horn
dîme neven Ruolande geben.
der sol daz êwige leben
verdienen an der hervart.
daz swert heizet Durndart:
ich sage dir wærlîche,
ez sante dir got der rîche,
der hât ez selbe alsô genant.
daz horn heizet Olivant:

die namen gaber in beiden,
ich sage dir swelh heiden
375 mit dem swerte wirt wunt,
dem wirt niemer mê gesunt.
als Ruolant blæset daz horn,
sô wirt den heiden sô zorn,
daz si verliesent ir sin.

 

Bildquellen

Aachener Heiligtumsfahrt in der frühen Neuzeit

Zeigung der Aachener Heiligtümer auf der Heiligtumsfahrt 1622, unbekannter Künstler.
Am Dom im Hintergrund wird das weiße Kleid Mariens gezeigt,
rechts unterhalb der Bildmitte sind mehrere Pilger
mit gebogenen und gewundenen Hörnern zu erkennen.
via Wikimedia Commons (PD)

Zur Bedeutung des Olifanten

Minaturen aus einer St. Galler Handschrift des Stricker um 1300.

St. Gallen, Kantonsbibliothek, Vadianische Sammlung, VadSlg Ms. 302, f. II_3v – Rudolf von Ems, Weltchronik. Der Stricker, Karl der Grosse.
Karl der Grosse erhält Schwert und Horn von einem Engel überreicht und verleiht beide dann an Roland.
http://www.e-codices.unifr.ch/de/sendPage/vad-0302_214_003v/II_3v
CC BY NC 4.0

St. Gallen, Kantonsbibliothek, Vadianische Sammlung, VadSlg Ms. 302, f. II_50v – Rudolf von Ems, Weltchronik. Der Stricker, Karl der Grosse.
Roland mit dem Olifanten in der Schlacht von Roncesvalles
http://www.e-codices.unifr.ch/de/sendPage/vad-0302_214_050v/II_50v
CC BY NC 4.0

St. Gallen, Kantonsbibliothek, Vadianische Sammlung, VadSlg Ms. 302, f. II_52v – Rudolf von Ems, Weltchronik. Der Stricker, Karl der Grosse.
Der Tod des Roland
http://www.e-codices.unifr.ch/de/sendPage/vad-0302_214_052v/II_52v
CC BY NC 4.0

grundlegende Literatur

  • L. Dieu, Olifants, cors et trompes dans les fouilles médiévales et la sculpture romane, Pages d’archéologie médiévale en Rhône-Alpes 5/6, 2003, 133–142.
  • P. Fojtík, Keramický cášský roh ze zaniklé středověké vsi na k. ú. Kralice na Hané, okr. Prostějov, střední Morava. (Ceramic Aachenhorn from a deserted medieval village in the cadastre of Kralice na Hane, Prostejov district, central Moravia), Arch. rozhl. 67, 2015, 287–298.
  • A. Haasis-Berner, Hörner aus Keramik – Wallfahrtsdevotionalien oder Signalhörner? Zeitschr. Arch. Mittelalter 22, 1994, 15–38.- Liste, Darstellung der volkskundlichen Belege
  • C. Homo-Lechner, Cors et trompettes en céramique: objets domestiques, instruments de pelerin, ex-votos, ERAUL 61, 1994, 207–217.
  • C. Homo-Lechner, Sons et instruments de musique au Moyen Age. Archéologie musicale dans l’Europe du VIIe au XIVe siècle, Collection des Hespérides (Paris 1996).
  • L. Jansen, Aachenpilger in Oberfranken. Zu einem bemerkenswerten Keramikfund des späten Mittelalters aus Bamberg, Arch. Korrbl. 25, 1995, 421–434.
  • L. Jansen, Pilgerhörner aus Bergheim: Zeugnis der Aachener Heiltumsfahrt, Geschichte in Bergheim 22, 2013, 40–70.
  • E. Kühnel, Die Sarazenischen Olifanthörner, Jahrb. Berliner Mus. 1, 1959, 33–50.
  • H. E. J. Le Patourel, Ceramic Horns, in: D. R. M. Gaimster – M. Redknap (Hrsg.), Everyday and Exotic Pottery from Europe. Studies in honour of John G. Hurst (Oxford 1992) 157–166.
  • G. Mangelsdorf, Das Aachhorn von Greifswald – ein Beitrag zur mittelalterlichen Devotionalienkunde, Jahrb. Bodendenkmalpfl. Mecklenburg-Vorpommern 39, 1991, 219–225.
  • J. I. Padilla Lapuente – M. K. Álvaro Rueda, El sonido de la guerra: las trompas de la fortaleza medieval de Ausa (Zaldibia, Gipuzkoa), Acta historica et archaeologica mediaevalia 30, 2010, 453–485.
  • H. Schiffers, Aachener Heiligtumsfahrt. Reliquien-Geschichte-Brauchtum (1937)
  • A. Shalem, The oliphant. Islamic objects in historical context, Islamic history and civilization. Studies and texts v. 54 (Leiden, Boston 2004)
  • A. Shalem – M. Glaser – A. Goldschmidt, Die Elfenbeinskulpturen (Berlin 2014)
  • D. Zoller, Der Fund von drei ‚Aachenhörnern‘ bei Dringenburg, Gemeinde Wiefelstede, Ldkr. Ammerland, Arch. Mitt. Nordwestdeutschland 4, 1981, 73–74.
  • Weitere Literaturnachweise

    • G. Baccabére, Trompe d’appel, in: D. Baudis (Hrsg.), Archéologie et vie quotidienne aux XIIIe et XIVe siècles en Midi-Pyrénées. Musée des Augustins, 7 mars – 31 mai 1990 (Toulouse 1990) 251
      Bayer. Vorgeschbl. Beih. 16, 2004
    • G. Benker, Klanggeräte aus Ton, Bildführer d. Bayer. Nationalmus. 17 (München 1989)
    • Berichte zur Archäologie an Mittelrhein und Mosel 3 (Trierer Zeitschr., Beih. 14), 1993.
    • C. Bizer, Oberflächenfunde von Burgen der Schwäbischen Alb ein Beitrag zur Keramik- und Burgenforschung, Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 26 (Stuttgart 2006)
    • V. Boidard, Loisy. Une motte castrale de l’An mil : fouilles de Georges Berthoud et Georges Hurou, Bourgogne archéologique 19 ([Mâcon] 2002)
    • G. Démians d’Archimbaud, Rougiers : village médiéval de Provence; approches archéologiques d’une société rurale méditerranéenne (Lille 1980)
    • P. Dervieu, La poterie au moyen âge, Bulletin monumental 1909, 40–79
    • C Fabry, Die Ausgrabungen in der ehemaligen Pfarrkirche St. Martin in Jöhlingen, Gem. Walzbachtal, Kr. Karlsruhe (Magisterarbeit Bonn 1990).
    • Fundber. Bad. Württ. 22, 1998
    • U. Gross, Mittelalterliche Keramik zwischen Neckarmündung und Schwäbischer Alb. Bemerkungen zur räumlichen Entwicklung und zeitlichen Gliederung, Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 12 (Stuttgart 1991)
    • U. Gross, Die Keramikfunde aus der Burg Wersau. Kraichgau. Beitrõge zur Landschafts- und Heimatforschung 15, 1997, 142 Taf. 3,32-33.
    • R. Guadagnin, Fosses, Vallee de l’Ysieux. Mille ans de production céramique en Îe-de-France: Volume 2: Catalogue typochronologique des productions, Publications du Centre de Recherches Archéologiques et Historiques (Turnhout 2007)
    • J. O. Guilhot – A. Richard (Hrsg.), Ex pots. Céramiques médiévales et modernes en Franche- Comté (Montbéliard 1995)
    • H. Hagn, Altbayerische Töpfer. Keramikfunde vom 15. bis 19. Jahrhundert. Ausstellung der Prähistorischen Staatssammlung München in ihren Zweigmuseen ; Erstpräsentation im Burgmuseum Grünwald, 28. März bis 30. November 1990, Ausstellungskat. Prähist. Staatssamml. 18 (München 1990)
    • J. G. Hurst – D. S. Neal – H. van Beuningen (Hrsg.), Pottery produced and traded in north-west Europe 1350-1650. Rotterdam Papers 6 (Rotterdam 1986)
    • R. J. Ivens, Medieval Pottery from the 1978 excavations at Temple Farm, Brill, Records of Buckinghamshire 24, 1982, 144–172
    • C. Jigan, Les instruments à vent en terre cuite du XVIII siècle trouvés au Mont Saint-Michel (Manche), Revue archéologique de l’Ouest 7, 1990, 131–136
    • J. J. Jully, Deux trompettes en terre cuite du Mont Ventoux, Ogam 15, 1961, 427–430
    • A. Kottmann – R. Schreg, Archäologie und Geschichte der Burg Spitzenberg (Gemeinde Kuchen, Kreis Göppingen). Resumée einer Altgrabung von 1913, Hohenstaufen/Helfenstein. Historisches Jahrbuch für den Kreis Göppingen 8, 1998, 9–54
    • C. Krauskopf – U. Knefelkamp (Hrsg.), … davon nur noch wenige rutera zu sehen seyn sollen. Archäologische Ausgrabungen in der Burgruine Schnellerts. Zugl.: Bamberg, Univ., Magisterarbeit, 1994, Kultur- und Lebensformen in Mittelalter und Neuzeit 1 (Bamberg 1995)
    • Lassure/Villeval 1990
    • D. Mouton (Hrsg.), La Moutte d’Allemagne-en-Provence. Un castrum précoce du moyen âge provençal, Bibliothèque d’archéologie méditerranéenne et africaine 19 (Arles 2015)
    • Neujahrsgruß 2007
    • J. I. Padilla Lapuente – M. K. Álvaro Rueda, El sonido de la guerra: las trompas de la fortaleza medieval de Ausa (Zaldibia, Gipuzkoa), Acta historica et archaeologica mediaevalia 30, 2010, 453–485
    • G. Paolucci (Hrsg.), Musica e archeologia. Reperti, immagini e suoni dal mondo antico (Roma 2012)
    • Papinot et al. Merpins. Gallia informations 1989/2, 249-250.
    • A. Querrien (Hrsg.), Un village médiéval en Bas-Berry: Moulins-sur-Céphons (Moulins-sur-Céphons 1988)
    • D. Rippmann, Die Untersuchungen auf dem Tannenfels bei Baiersbronn-Obertal. Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Baden- W³rttemberg 7 (1981) 399 Abb.21,38
    • M. Sanke, Die mittelalterliche Keramikproduktion in Brühl-Pingsdorf. Technologie – Typologie – Chronologie, Rhein. Ausgr. 50 (Mainz 2002)
    • A. Schmitt, Burg Tannenberg bei Seeheim-Jugenheim, Lkr. Darmstadt-Dieburg. Eine spätmittelalterliche Ganerbenburg im Licht der archäologischen Funde, Univforsch. Prähist. Arch. 151 (Bonn 2008)
    • W. Schäfke – M. C. Trier – B. Mosler (Hrsg.), Mittelalter in Köln. Eine Auswahl aus den Beständen des Kölnischen Stadtmuseums (Köln 2010)
    • B. Scholkmann, Sindelfingen, obere Vorstadt. Eine Siedlung des hohen und späten Mittelalters, Forsch. u. Ber. Arch. Mittelalter Bad.-Württ. 3 (Stuttgart 1978)
    • H.-G. Stephan, Keramische Funde aus Luthers Elternhaus, in: H. Meller (Hrsg.), Luther in Mansfeld. Forschungen am Elternhaus des Reformators, Archäologie in Sachsen-Anhalt. Sonderband 6 (Halle/Saale 2007) 139–158
    • K. Tarcsay, Frühneuzeitliche Glasproduktion in der Herrschaft Reichenau am Freiwald, Niederösterreich, Fundber. Österreich Materialh. A 19 (Wien 2009)
    • C. Wieczorek, Ausgrabungen im ehemaligen Schloß Dallau, Gemeinde Elztal, Neckar-Odenwald-Kreis, Arch. Ausgr. Bad.-Württ. 1990, 292–295
    • M. Wintergerst, Ein Signalhorn aus Staffelstein, Landkreis Lichtenfels, Oberfranken, Arch. Jahr Bayern 2000, 135–136

    Danksagung

    Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, Esslingen: U. Gross  Bayer. Landesamt für Denkmalpflege, München: R. Obst Université de Tours: Ph. Husi Stadtmuseum Ingolstadt: G. Riedel RGZM, Mainz / Mayen: A. Frey, M. Steinborn, L. Grunwald, St. Wenzel Kreisarchäologie Göppingen: R. Rademacher, M. Weidenbacher Universidad del Pais Vasco: J.A. Quirós Castillo, J. M. Tejado Sebastián Eberhard-Karls-Universität Tübingen: S. Hirbodian Universität Wien: S. Eichert K. Kühtreiber (Wien) B. & B. Rödig (Hohenwart) den Mitgliedern der facebook-Gruppen ‚Mittelalter selbstgemacht“ und ‚Mittelalter‘

    Einladung zum nächsten Berliner Doktorandenstammtisch am 10.2.2017 um 17 Uhr

    Liebe Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie Alumni der Gerda Henkel Stiftung, wir laden Euch herzlich zum nächsten Berliner Doktorandenstammtisch am Freitag, den 10.2.2017 um 17 Uhr ein. Der Stammtisch findet wieder im Raum 209 des Instituts für Erziehungswissenschaften der Humboldt-Universität, Geschwister-Scholl-Straße 7, 10099 Berlin statt.Diesmal präsentiert Svea Janzen ihr Projekt zu bayerischer Malerei des Spätmittelalters und dem künstlerischen Austausch mit Italien und den Niederlanden in einem Vortrag mit dem Titel: „What can we learn from artistic exchanges? A bavarian case study.“Danach werden wir wieder Gelegenheit haben, uns in einer Kneipe oder einem Restaurant in der Nähe weiter auszutauschen.Es wäre schön, wenn Ihr uns per E-Mail eine Rückmeldung gebt, falls Ihr teilnehmen wollt (stammtischghs@gmail.com).  Gerne könnt Ihr auch weitere Interessenten auf den Stammtisch aufmerksam machen.Wir freuen uns auf Euch!Viele GrüßeEuer Team

    Einladung zum nächsten Berliner Doktorandenstammtisch am 10.2.2017 um 17 Uhr

    Liebe Stipendiatinnen und Stipendiaten sowie Alumni der Gerda Henkel Stiftung, wir laden Euch herzlich zum nächsten Berliner Doktorandenstammtisch am Freitag, den 10.2.2017 um 17 Uhr ein. Der Stammtisch findet wieder im Raum 209 des Instituts für Erziehungswissenschaften der Humboldt-Universität, Geschwister-Scholl-Straße 7, 10099 Berlin statt.Diesmal präsentiert Svea Janzen ihr Projekt zu bayerischer Malerei des Spätmittelalters und dem künstlerischen Austausch mit Italien und den Niederlanden in einem Vortrag mit dem Titel: „What can we learn from artistic exchanges? A bavarian case study.“Danach werden wir wieder Gelegenheit haben, uns in einer Kneipe oder einem Restaurant in der Nähe weiter auszutauschen.Es wäre schön, wenn Ihr uns per E-Mail eine Rückmeldung gebt, falls Ihr teilnehmen wollt (stammtischghs@gmail.com).  Gerne könnt Ihr auch weitere Interessenten auf den Stammtisch aufmerksam machen.Wir freuen uns auf Euch!Viele GrüßeEuer Team

    Für den Erhalt des Kunsthistorischen Institutes der Universität Osnabrück. Für die Fortführung der Osnabrücker Forschungen zum Kulturellen Erbe in Niedersachsen

    Das Kunsthistorische Institut der Universität Osnabrück soll geschlossen werden, die Ausbildung angehender Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker wird bereits 2018 eingestellt. Die vom Präsidium im Dezember 2016 als alternativlos mitgeteilte Entscheidung, die zum Wintersemester 2023/2024 auslaufenden Stellen nicht neu zu besetzen und…

    „Das vieldimensionale Verständnis von Erkenntnis“

    Interview mit Kirsten Voigt über die Nietzsche-Rezeption bei Joseph Beuys

    Der Künstler Joseph Beuys und der Philosoph Friedrich Nietzsche gehören zu den prägendsten Figuren nicht nur ihrer Disziplinen, sondern ihrer Zeit insgesamt. Auf den ersten Blick scheinen sowohl die Tätigkeitsbereiche als auch das jeweilige historische Umfeld beide Biographien stark voneinander zu trennen. Die Kunsthistorikerin Dr. Kirsten Voigt von der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe zeigt indes, dass weder der historische noch der thematische Abstand zwischen Nietzsche und Beuys besonders groß ist. Im Gegenteil: Beuys kam nur knapp zwanzig Jahre nach Nietzsches Tod auf die Welt und wurde zu einem intensiven Nietzsche-Leser. Die Lektüre des Philosophen hat den Künstler mit Blick auf dessen Œuvre entscheidend geprägt. So jedenfalls die These in Kirsten Voigts Forschungsprojekt über die Nietzsche-Rezeption bei Beuys, das von der Gerda Henkel Stiftung gefördert wurde und dessen Ergebnisse inzwischen in Buchform erschienen sind. Wir haben ihr unsere Fragen gestellt.

    Section 4: Global Players

    International Symposium „Western Market for non-European Artefacts“

    The fourth section of the symposium “All the Beauty of the World. The Western Market for non-European Artefacts (18th-20th century)” focuses on the key actors in the Western market for non-European artefacts, their biographies of acquisition, their interwoven networks, and the political circumstances under which they operated. By taking the example of C.A. Lamare-Picquot (Nélia Dias, Lissabon) and Emile Guimet (Ting Chang, Nottingham), the first two talks question to what extent the biographies of individuals influenced both the market and the formation of private and public collections. Masako Yamamoto (Kyoto) provides a counter example, examining Japanese dealers operating on the European market.
     
    Nélia Dias | Christophe-Augustin Lamare-Picquot and the Fate of his Collection: Networks, Commercial Transactions and Museums

    Reflections on the First Day

    Bärbel Küster | International Symposium „Western Market for non-European Artefacts“

    Bärbel Küster (Berlin) opened the second day of the symposium “All the Beauty of the World. The Western Market for non-European Artefacts (18th-20th century)” with her Reflections on the First Day. During her talk, she points out the importance of researching the informal markets and their actors (such as soldiers, tourists, and sailors). She emphasizes the significance of the local history of things, the material history of the market, the mechanisms of valuation and the political purposes of non-European artefacts on the Western market.

    One day at „Manuscripts in the Making: Art and Science“

    International Conference organised by the Fitzwilliam Museum in association with the Department of Chemistry and History of Art (8-10 December 2016)

    The Fitzwilliam Museum houses an incredibly fine collection of medieval manuscripts. Richard, 7th Viscount Fitzwilliam (1745-1816) bequeathed his art collection and library (including 130 manuscripts) to the University of Cambridge in 1816, together with a donation tu build a museum where his artworks are now kept. The collection grew substantially by the donations of Frank McClean in 1904 (203 mss.), Charles Faifax Murray in 1904 and 1905 (30 mss.) and Charles Brinsley Marlay (1831-1912), including his collection of 240 cuttings from medieval manuscripts dating from the 12th to the 16th century. In a time when collection manuscripts was an almost exclusive passion of learned collectors and the last great private collections were formed (one only needs to think of the beginnings of J.P. Morgan’s famous library, which was opened to the public by his son in 1924, and Henry Yates Thompson’s legendary 100, that, much to the distress of Rhodes Montague James and others were not given to a public collection but instead sold separately in 1919 and 19201), the early directors of the Fitzwilliam Museum (R.M. James and Sydney Cockerell) moreover enlarged the collection through spectacular acquisitions (They weren’t the only museum directors to seek extraordinary manuscripts for their collections: in 1882 the Prussian State acquired the collection of another great amateur, Alexander Douglas Hamilton, 10th duke of Hamilton, prior to its sale but was then forced to sell parts of it again in order to pay for it2). 
     
    Today, the Fitzwilliam Museum houses an outstanding collection of medieval and Renaissance manuscripts, a fantastic portion of it is currently on view in the exhibition COLOUR. The Art and Science of Illuminated Manuscripts. But the exhibition is much more than a dazzlingly beautiful show of manuscript treasures, it is the fruit of a years-long interdisciplinary research project on the non-invasive scientific study of illuminated manuscripts from all regions of the world that are represented in the museum’s collection: MINIARE. And between 8-10 December, international experts, conservators, scientists and art historians gathered in Cambridge for the conference „Manuscripts in the Making: Art and Science“ (the programme is available here) to present their research projects and discuss their findings, in a true effort to bridge the gap between scientific research results and historical interpretation.
     
    This account (as the writer only attended one of three full days) starts on the night of 8 December, while listening to an ardent opening speech to a splendid soirée on the necessity of studying and exhibiting medieval manuscripts, that are always an attractant to most visitors as they are among the most inaccessible but – at least in the case of the Fitzwilliam holdings – well-preserved and complex objects surviving from these far distant times that we call the Middle Ages. They trigger the interest with their (to the modern eye) unusual secretive beauty. It might just be their key quality to making us wanting to learn exactly why an object as (again, spoken from the modern perspective of plentitute in a post-printing era) common as a book could have survived for over 1.300 years, could have become witness to rulership, bastion of faith, with the capacity to constitute justiciability and veneration. Of course one needs to add that these objects are the peek of craftsmanship in a period that is often referred to as the „dark ages“, impressive in their patient and refined scribal execution and attention to minute perfection in creating decorations and imagery that seem to transcend this notion. The second appeal was for collaboration within the field of study and its benefits: not only, as the papers presented the following day were about to show, does the comprehensive analysis of illuminated manuscripts demand time, combined work experience and expertise to develop a methodology and framework for interpretation, but it also carries the promise to overcome the limitations of individual scholarship to benefit a more inclusive and comprehensive understanding of an object’s or a group of objects‘ history, which might be one of the most important gains for the discipline.
     
    Without attempting to recount every paper, some of the broader themes presented on 9 December included the use of different non-invasive analytical methods to create a more complete understanding of technical properties, especially with regards to identifying pigments and binders and the advantages of image mapping over point-analysis, the general analytical methodology in order to generate comparative data, and the usability of examination results applied to the art historical study and broader understanding of artistic techniques, workshop practices, as well as regional and temporal specifities for materials used in illuminated manuscripts.3
     
    Particular attention was also given to questions relating illuminators‘ practices and materials to other areas of artistic production and creating an artistic topography based on physical properties and technical comparison.4 Another very insightful session focussed on the use of metals as both pigment and in leaf form, as well as the changing practices of their use throughout the centuries.5
     
    While looking forward to the conference proceedings, the exhibition, on view until 2 January, is accompanied by a scholarly catalogue that presents an impressive portion of the research project’s findings: Stella Panayotova (Ed.), Colour: Art and Science of Illuminated Manuscripts. London: Harvey Miller Publishers, 2016.

    Section 3: Selling Authenticity

    International Symposium „All the Beauty of the World“ (Berlin 2016)

    Non-European artefacts entering the Western market during the 18th-20th centuries were subject to new aesthetic, material, and commercial contexts and categories. In the third section of the symposium “All the Beauty of the World. The Western Market for non-European Artefacts (18th-20th century)” Philip Jones (Adelaide, Australia) and Jonathan Fine (Berlin) examine the effect of the increasing demand from the Western market – and the resulting value increase of the objects – on valuation and production structures in the markets from which these objects originated. John Monroe (Iowa, USA) will examine the re-contextualization of the objects in the West by asking: How was the worth of such never or seldom before seen objects assessed? And what tools of value assessment or value appreciation were available at the time?
     
    Philip Jones | Australian Aboriginal Artefacts in the International Market (1880s-1930s)