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Buch: Columna Traiani / Trajanssäule (Tyche Sonderband 9)

„Eigenlob stinkt“, sagt man. Freilich, dabei handelt es sich um eine eher moderne Sichtweise. In der Antike hingegen gehörte es durchaus zum guten Ton, die eigenen Leistungen unablässig hinauszuposaunen – zumindest wenn man dem Establishment angehörte oder gar als Monarch an der Spitze des Staates stand. Ein beredtes Zeugnis davon liefert die Trajanssäule in Rom. Sie wurde im Jahr 113 n. Chr. eingeweiht und verherrlicht auf einem spiralförmigen, sich um den Säulenschaft windenden Relief den erfolgreichen zweiten Dakien-Feldzug des römischen Kaisers Marcus Ulpius Traianus.

Als sich 2013 die Einweihung des Monuments zum 1900 mal jährte, kam in Wien eine Gruppe von Fachleuten zusammen, deren Tagungsbeiträge nun im Sonderband 9 der Fachzeitschrift Tyche (Verlag Holzhausen) unter dem Titel Columna Traiani veröffentlicht wurden.
Auf über 400 Seiten widmen sich die Autoren unterschiedlichen Aspekten der Trajanssäule. Beispielsweise beschreibt und analysiert Karl Strobl Szene für Szene des Reliefs; vom Aufbruch des Kaisers in Italien, über die Schanzarbeiten während des Feldzuges bis hin zum Tod des feindlichen dakischen Herrschers Decebalus. Dabei wird auch auf die Bedeutung oft übersehener Details eingegangen: Was verrät uns beispielsweise die Marschrichtung der dargestellten Soldaten? Und warum fehlen bestimmte Episoden des Feldzuges?
Unterm Strich handelt es sich hier um einen sehr interessanter Beitrag. Bedauerlicherweise wurde aber darauf verzichtet, den einzelnen Schilderungen die entsprechenden Reliefszenen der Trajanssäule beizufügen. Zwar ist dies für das Verständnis der Ausführungen nicht zwingend erforderlich, doch hätte es deren Informationswert deutlich gesteigert. 
Ioan Piso geht in seinem Text der Frage nach, ob die Eroberung Dakiens überhaupt erforderlich war. Seine Antwort lautet: Ja. Allerdings spielte bloße Geldgier dabei keine übergeordnete Rolle, wie die marxistisch geprägte Geschichtsschreibung behauptet, sondern vielmehr standen militärstrategische Erwägungen im Vordergrund: Dakien war nämlich für Rom ein unzuverlässiger, theokratisch-fundamentalistisch geprägter Nachbar. Es dürfte, wie Ioan Piso erklärt, kein Zufall gewesen sein, dass nach dem Sieg Roms sämtliche Heiligtümer des Landes bis auf die Grundmauern geschliffen wurden; ein für Rom keineswegs typisches Vorgehen in eroberten Gebieten!
In einigen Beiträgen entfernen sich die Autoren mitunter relativ weit vom eigentlichen Thema. Etwa wenn hinsichtlich der Rezeptionsgeschichte darum geht, welchen künstlerischen Einfluss die Trajanssäule auf die ottonische Bernwardssäule in Hildesheim hatte. Mehr ‚on-topic‘ und für mich ungleich interessanter war da schon der Text von Werner Eck, in dem dieser schildert, wie der ursprünglich nicht übermäßig herausragende Politiker Marcus Ulpius Traianus durch eine Art stillen Staatsstreich als Kaiser installiert wurde. Nach dem absehbaren Tod des ‚guten‘ Übergangskaisers Nerva sollte nämlich nicht wieder jemand vom Schlage eines Domitian oder Nero auf dem Kaiserthron Platz nehmen. Und so nahm hier unverhofft das von der Geschichtsforschung sehr positiv bewertete Zeitalter der Adoptivkaiser seinen Ausgang.
13 der insgesamt 30 Beiträge sind fremdsprachig – und zwar überwiegend Englisch. Für eine hauptsächlich von deutschsprachigen Lesern bezogene Zeitschrift erscheint mir das eher suboptimal. Andererseits werden die meisten Interessierten zumindest der englischen Sprache ausreichend mächtig sein, um mit diesem Umstand keine gröberen Probleme zu haben.
Der relativ umfangreiche Bildteil am Ende des Buchs enthält viel Interessantes, wie z.B. die 3D-Rekonstruktion eines auf der Trajanssäule abgebildeten hölzernen Amphitheaters sowie eine ausgezeichnete grafische Übersicht, in der die einzelnen, auf der Säule abgebildeten Szenen-Felder kurz beschrieben werden. Eine volle fotografische Wiedergabe der Reliefs enthält das Buch allerdings nicht. Das ist, wie schon weiter oben geschrieben, zwar nicht tragisch, nichtsdestotrotz wäre es dem Thema angemessen gewesen, wenn man die entsprechenden Bilder lückenlos beigefügt hätte. So musste ich mir eben mit meinem Tablett-PC und den Abbildungen auf trajans-column.org behelfen …

Fazit: Perfekt will mir die Umsetzung zwar nicht erscheinen, aber das Buch gibt bezüglich der Trajanssäule trotzdem einen aspektreichen Einblick in den aktuellen Forschungsstand. Der Kaufpreis beträgt eher happige 75 Euro…

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Weitere interessante Themen:

Die Roboter sind unter uns

Wohl im Herbst des Jahres 1952 erschienen die ersten deutschen Sachbücher, welche ausführlich Computer behandelten. Robert Jungk legte „Die Zukunft hat schon begonnen“ vor, von Rolf Strehl stammte „Die Roboter sind unter uns“. Beide Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt; Jungks Buch war ein Bestseller. Gemeinsam ist ihnen eine skeptische Grundeinstellung gegenüber der neuen Technik….

Buch: Vor-Romanik in Südtirol

Im Bildband Vor-Romanik in Südtirol (Athesia Verlag) präsentiert der Archäologe und Bauforscher Hans Nothdurfter (😁) auf 248 Seiten unzählige großformatige Fotos, Grundrisse und Texte zu rund 90, größtenteils kirchlichen Gebäuden in Südtirol, die gänzlich oder zumindest teilweise der Vor-Romanik zugeordnet werden; darunter beispielsweise die Kirche St. Benedikt in Mals, die für ihre karolingerzeitlichen Fresken berühmt ist.
Freilich, der gewählte Zeitrahmen wurde vom Autor relativ großzügig interpretiert, denn gemeinhin lässt die Forschung die Vor-Romanik spätestens im 11. Jahrhundert enden, während in diesem Buch auch Bauten besprochen werden, die noch im 12. Jahrhundert entstanden. Der Titel scheint mir daher ein klein wenig irreführend zu sein …
Die Erläuterungen zu den einzelnen Gebäuden umfassen in der Regel eine Beschreibung der Lage, einen Überblick zu Baugeschichte sowie Konstruktionsdetails und mitunter auch nähere Informationen zur Forschungsgeschichte. Generell wurden die einzelnen Texte vom Autor relativ kurz und bündig gehalten. Auch Quellen zu weiterführender Literatur werden angegeben.
Der Kunstgeschichtler und Denkmalschützer Karl Gruber steuerte viele der großformatigen Fotos bei. Darunter befinden sich auch etliche Luftaufnahmen, die er in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder bei Hubschrauberflügen mit den Carabinieri machen konnte (heute hat man es natürlich wesentlich einfacher, da es Quadrokopter und ähnliche Fluggeräte für vergleichsweise wenig Geld zu kaufen gibt).
Fazit: Vor-Romanik in Südtirol ist ein schönes Buch zum Schmökern. Der Kaufpreis beträgt 35 Euro.
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Inhalt:

Vorwort – ein Streifzug

Einleitung

Aldein, Pfarrkirche St. Helena 

Bozen, Dom Mariä Himmelfahrt

Bozen, Maria in der Au
Bozen, St. Quirinus in Gries
Bozen, St. Virgil am Virgl
Brixen, Dom Mariä Himmelfahrt
Brixen, St. Andrä
Brixen, St. Cyrill in Tils
Brixen, St. Johann in Karnol
Brixen, Elvas – St. Peter und Paul
Bruneck, St. Georgen
Bruneck, Pfarrkirche St. Peter und Paul in Reischach
Deutschnofen, St. Agatha und St. Benedikt
Eppan, Kirchenruine St. Vigilius in Perdonig
Eppan, Schloss Hocheppan
Eppan, Schloss Sigmundskron
Feldthurns, St. Andreas in Garn
Gais, Kehlburg und Schlössl Uttenheim
Glurns, St. Jakob in Söles
Glurns, St. Laurentius
lnnichen, Stiftskirche zu den hll. Candidus und Korbinian
Kaltern, St. Leonhard in Unterplanitzing
Kaltern, St. Peter in Altenburg
Kastelruth, Katzenlocher Bühel
Klausen, Säben
Klausen, St. Sebastian
Kuens, Pfarrkirche St. Korbinian und Mauritius
Laas, Pfarrkirche St. Johann, St. Sisinius und St. Marx
Laas, St. Ottilia in Tschengls
Lajen, St. Bartholomäus in Tanirz
Lana, St. Georg in Völlan
Lana, St. Margareth
Latsch, St. Medardus in Tarsch
Latsch, St. Nikolaus
Latsch, St. Vigilius und Blasius in Morter
Mals, Kloster Marienberg in Burgeis
Mals, St. Benedikt
Mals, St. Johann
Mals, St. Martin
Mals, St. Nikolaus in Burgeis
Mals, St. Stephan in Burgeis
Mals, St. Veit in Tartsch
Meran, Zenoburg
Mölten,St.Georgin Versein
Mölten, St. Valentin in Schlaneid
Montan, Castelfelder
Mühlbach, Pfarrkirche Meransen
Nals, St. Apollonia in Sirmian
Naturns, Pfarrkirche St. Zeno
Naturns, St. Laurentius in Staben
Naturns, St. Prokulus
Neumarkt, St. Florian in Laag
Pfalzen, Pfarrkirche St. Cyriak
Prad, St. Johann
Rasen, Ruine Altrasen
Ritten, St. Lucia in Unterinn
Ritten, St. Ottilia in Lengstein
Rodeneck, Burg Rodenegg
Sand in Taufers, Burg Taufers
Sand in Taufers, Kapelle der Burg Tobl in Ahornach
St. Lorenzen, Kloster Sonnenburg
St. Lorenzen, Pfarrkirche St. Laurentius
Schenna, Alte Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt und St. Martin am Friedhof
Schlanders, Pfarrkirche St. Johann, St. Georg und St. Laurentius in Kortsch
Sterzing und Trens
Taufers, Hospiz St. Johann
Terenten, St. Zeno in Pein
Terlan, St.Kosmas und Damian in Siebeneich
Tirol, Schloss Tirol
Tirol, St. Peter in Gratsch
Tisens, St. Hippolyt
Tisens, St. Jakob in Grissian
Toblach, Aufkirchen St. Peter am Kofel
Tramin, St.Jakob in Kastellaz
Vahrn, Neustift, Michaelskapelle „Engelsburg“
Villanders, Pfarrkirche St. Stephan
Vintl, Alte Pfarrkirche St. Urban
Völs, Pfarrkirche und St. Peter am Bühel
Welsberg, St. Georg in Taisten
Wengen-La Val, Alte Pfarrkirche St. Genesius
Winnebach, St. Silvester auf der Alpe

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Stralsunder Bücherschätze

Stralsunder Bücherschätze Kunkel, Burkhard Neuerscheinung: „Die Bestände dieser Bibliothek des Stralsunder Gymnasiums, seltene und eindrucksvollen Handschriften und Frühdrucke, sind jedoch bis heute zu Unrecht weitgehend verborgen geblieben.“ In der Verlagsankündigung kein Wort über den skandalösen Verkauf eben dieser Bibliothek vor … Weiterlesen

Der Beitrag Stralsunder Bücherschätze erschien zuerst auf Blog Pommerscher Greif e.V..

Kriegserfahrungen

Der Frage, wie Kriegserfahrungen erzählt werden, widmet sich ein schmaler Band, der kürzlich erschienen ist: Jörg Rogge (Hrsg.), Kriegserfahrungen erzählen. Geschichts- und literaturwissenschaftliche Perspektiven (Mainzer Historische Kulturwissenschaften, 37), Bielefeld: transcript Verlag 2016, 158 S. Von den fünf Beiträgen sind lediglich … Weiterlesen

Die Bibel und die Mathematik

Der 31. Oktober 2017 ist auch in Paderborn ein Feiertag. Er erinnert an die 95 Thesen, die der Reformator Martin Luther vor 500 Jahren in Umlauf brachte. Später fertigte er die maßgebliche deutsche Übersetzung der Bibel an. Das Jubiläum gibt uns Gelegenheit, im Alten und Neuen Testament nach Hinweisen auf Zahlen oder Rechnen zu suchen….

Buch-Empfehlung: Die Luwier und der Trojanische Krieg (ein intrigenreiches Forschungsgebiet!)

Von den alten Römern, Griechen, Ägyptern und Babyloniern haben die meisten ‚Bildungsbürger‘ schon einmal etwas gehört oder gelesen. Aber wer bitteschön, sind denn die Luwier?
Diese Frage bildet sozusagen das Rahmenwerk für die jüngste Publikation des deutschen Geoarchäologen Eberhard Zangger. In Die Luwier und der Trojanische Krieg (Verlag Orell Füssli) geht er der Frage nach der geschichtlichen Bedeutung dieses Volks auf den Grund, das ca. ab 2300 v. Chr. nach West-Kleinasien einwanderte, eine indoeuropäische Sprache verwendete und wahrscheinlich in der ausgehenden Bronzezeit maßgeblich am Niedergang der heute ungleich bekannteren Hethiter beteiligt war. Mehr noch, hinter den Luwiern dürften sich außerdem die mysteriösen „Seevölker“ verbergen, denen die Forschung eine Mitschuld am plötzlichen Untergang weiterer Hochkulturen bzw. Staatengebilde um 1200 v. Chr. gibt. Und auch die Einwohner der legendären Stadt Troja waren wohl luwischer Herkunft. Überhaupt hinterließen die Angehörigen dieses Volks in großen Teilen des östlichen Mittelmeerraums unverkennbare kulturelle Spuren, sodass es erklärungsbedürftig ist, warum die Forschung von ihnen lange Zeit keine rechte Notiz nahm oder zumindest ihre Bedeutung weit unterschätzte. Der Buchautor hat dafür durchaus plausibel klingende Antworten gefunden.

Die hier nachgezeichnete Geschichte der Luwier – unter besonderer Berücksichtigung der luwischen Hieroglyphenschrift – wurde eng mit den Biographien ihrer bedeutendsten Erforscher verknüpft, welche auffällig oft eine Gemeinsamkeit aufweisen: Sie stießen in den Netzwerken der arrivierten Wissenschaft an allen Ecken und Enden auf Gegenwind. Selbst wenn sich die von ihnen zutage geförderten Erkenntnisse als bedeutend herausstellten, versagte man ihnen nicht selten die akademische Anerkennung. Dass sich daran bis heute kaum etwas geändert hat, musste der Buchautor Eberhard Zangger am eigenen Leib erfahren. Solange er sich als Geoarchäologe in Griechenland und Kreta betätigte, lief seine Karriere wie am Schnürchen. Das änderte sich jedoch schlagartig, als er begann, das bronzezeitliche Kleinasien und Troja unter die Lupe zu nehmen.

Dieses Buch ist viel mehr als nur der x-te Aufguss des ‚Troja-Rätsels‘ – das übrigens, anders als der Buchtitel suggeriert, ohnehin nicht im Zentrum der Betrachtungen steht. Nein, vielmehr zeichnet Eberhard Zangger anhand mehrerer Forscherschicksale – inklusive seines eigenen – auch ein Sittenbild des Wissenschaftsbetriebes. Eitelkeiten und Missgunst scheinen weit verbreitet Charaktereigenschaften in diesen Kreisen zu sein. Querdenker schweigen häufig aus Karriereangst – oder werden anderenfalls gezielt verleumdet, um ihnen die berufliche und wirtschaftliche Existenz für weitere Forschungsarbeiten zu entziehen. Nicht der, mit den besseren Argumenten behält die Oberhand, sondern jener, mit den besseren Beziehungen.
Äußerst anschaulich wird das anhand einer Begebenheit illustriert, die sich Ende der 1990er zutrug; der Buchautor hatte damals vor, mittels Hubschrauber – also nichtinvasiv (!) – die Landschaft rund um die Troja-Ruinen geoarchäologisch zu untersuchen. Die private Finanzierung war bereits sichergestellt, ebenso wie die Zustimmung der türkischen Behörden. Doch kurz vor Start der Unternehmung, die wissenschaftlich wertvolle Daten hätte erbringen können, erfuhr der damalige deutsche Grabungsleiter Trojas davon. Wie vom wilden Affen gebissen setzte er Himmel und Hölle in Bewegung, um die Forschung seines als lästig empfundenen ‚Konkurrenten‘ zu unterbinden. Leider mit Erfolg. Dieser mittlerweile verstorbene Ausgräber, der sich über Jahrzehnte als engstirniger Oberintrigant geriert hat, wird freilich bis heute von einem Häufchen seiner in die Jahre gekommenen Groupies beweihräuchert.
Übrigens, in diesem Zusammenhang absolut zu empfehlen ist auch das vom Althistoriker Frank Kolb verfasste Buch Tatort Troja.

Fazit: Sehr geschickt und kurzweilig verwebt der Autor Forschungsergebnisse mit Forscherbiographien. Angereichert wird das alles mit einer großen Portion farbig geschilderten Intrigantentums aus der Troja- bzw. Luwier-Forschung. Ein rundum gelungenes Buch, das am Ende noch mit einer kleinen Sensation aufwartet: Nämlich der erstmaligen Veröffentlichung eines lange Zeit verschollen geglaubten luwischen Hieroglyphentextes, der die extremen politischen und gesellschaftlichen Verwerfungen am Ende der Bronzezeit – welche schließlich ins „Dunkle Zeitalter“ führten – in einem z.T. völlig neuen Licht erscheinen lässt! 

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1618

Am Anfang steht der Fenstersturz vom 23. Mai 1618, mit dem die Ereigniskette ausgelöst wurde, die dann in dem endete, was wir als Dreißigjährigen Krieg bezeichnen. Und „1618“ allein ist auch der Titel einer vor wenigen Tagen ausgelieferten Publikation, die … Weiterlesen

Buch: Antike Taktiken / Taktika – von Ailianos

Das antike Werk Taktika – dessen Originaltitel nicht einheitlich überliefert wurde – entstand um 100 n. Chr. und wurde von seinem Autor – Ailianos – dem römischen Kaiser Trajan gewidmet. Zweck des Buchs war es, Trajan und seinen Zeitgenossen die alten Taktiken aus hellenistischer Zeit näherzubringen, um eventuell daraus Nutzen für die römische Kriegsführung der damaligen Gegenwart ziehen zu können.

Zu Beginn der Ausführungen werden die neun unterschiedlichen Waffengattungen wie Hopliten, Pelasten, gepanzerte Reiter, Kriegselefanten usw. genannt. Desweiteren erläutert Ailianos ausführlich deren Aufbau, die Befehlsstruktur sowie die möglichen taktischen Manövern. Hierbei geht der Autor mitunter sehr ins Detail; z.B. nennt er den erforderlichen Abstand der einzelnen Hopliten zueinander; an anderer Stelle beschreibt er wiederum, wie weit die Sarissen (Lanzen) der hinteren Reihen einer Phalanx über die vorderste Reihe hinausragen.
So viel Penibilität kann für den Leser ermüdend sein, wobei freilich bei weitem nicht jedem Aspekt die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt wird. Manches, wie etwa die Beschreibung der Bewaffnung, fiel vergleichsweise oberflächlich aus. Grundsätzlich ist das Buch aber zweifellos eine wertvolle Informationsquelle bezüglich des Militärs zur Zeit Alexanders des Großen und der Diadochen.
Ailianos war wohl kein Mann mit großer persönlicher Militär-Erfahrung, jedoch kannte er Frontinus, den Autor der Strategemata (Kriegslisten), in dessen Haus er sogar einige Tage verbracht hatte und der ihm vielleicht auch ein wenig mit Rat zur Seite stand. Für sein Werk dürfte Ailianos auf jeden Fall eine Vielzahl an heute zum Teil unbekannten hellenistischen Quellen herangezogen haben.
Die vorliegenden zweisprachige Übersetzung von Kai Brodersen fußt auf einer Überlieferung im Codex Laurentianus LV 4 aus dem 10. Jh. n. Chr. 
Der Ausgabe des Marix Verlags wurde ein ausführliches Vorwort spendiert, das als Ersatz für die nicht vorhandenen Endnoten/Anmerkungen gedacht ist. Ein Konzept, das hier meiner Ansicht nach weitestgehend funktioniert.
Fazit: Die Taktika des Ailianos ist ein staubtrockenes, aber informatives Werk. An der Übersetzung gibt es nichts zu meckern – der griechische Originaltext wurde in ein leicht verständliches, modernes Deutsch übertragen.  Der Kaufpreis für das 160-seitige Buch im Hardcover-Einband beträgt 15 Euro.
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Buch: Antike Taktiken / Taktika – von Ailianos

Das antike Werk Taktika – dessen Originaltitel nicht einheitlich überliefert wurde – entstand um 100 n. Chr. und wurde von seinem Autor – Ailianos – dem römischen Kaiser Trajan gewidmet. Zweck des Buchs war es, Trajan und seinen Zeitgenossen die Taktiken aus hellenistischer Zeit näherzubringen bzw. das alte Wissen für die römische Kriegsführung der damaligen Gegenwart nutzbar zu machen.

Zu Beginn der Ausführungen werden die neun unterschiedlichen Waffengattungen wie Hopliten, Peltasten, gepanzerte Reiter, Kriegselefanten usw. genannt. Desweiteren erläutert Ailianos ausführlich deren Aufbau, die Befehlsstruktur sowie die möglichen taktischen Manöver. Hierbei geht der Autor mitunter sehr ins Detail; z.B. nennt er den erforderlichen Abstand der einzelnen Hopliten zueinander; an anderer Stelle beschreibt er wiederum, wie weit die Sarissen (Lanzen) der hinteren Reihen einer Phalanx über die vorderste Reihe hinausragen.
So viel Penibilität kann für den Leser ermüdend sein, wobei freilich bei weitem nicht jedem Aspekt die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt wird. Manches, wie etwa die Beschreibung der Bewaffnung, fiel vergleichsweise oberflächlich aus. Grundsätzlich ist das Buch aber zweifellos eine wertvolle Informationsquelle bezüglich des Militärs zur Zeit Alexanders des Großen und der Diadochen.
Ailianos war wohl kein Mann mit großer persönlicher Militär-Erfahrung, jedoch kannte er Frontinus, den Autor der Strategemata (Kriegslisten), in dessen Haus er sogar einige Tage verbracht hatte und der ihm vielleicht auch ein wenig mit Rat zur Seite stand. Für sein Werk dürfte Ailianos auf jeden Fall eine Vielzahl an heute zum Teil unbekannten hellenistischen Quellen herangezogen haben.
Die vorliegenden zweisprachige Übersetzung von Kai Brodersen fußt auf einer Überlieferung im Codex Laurentianus LV 4 aus dem 10. Jh. n. Chr. 
Der Ausgabe des Marix Verlags wurde ein ausführliches Vorwort spendiert, das als Ersatz für die nicht vorhandenen Endnoten/Anmerkungen gedacht ist. Ein Konzept, das hier meiner Ansicht nach weitestgehend funktioniert.
Fazit: Die Taktika des Ailianos ist ein staubtrockenes, aber informatives Werk. An der Übersetzung gibt es nichts zu meckern – der griechische Originaltext wurde in ein leicht verständliches, modernes Deutsch übertragen.  Der Kaufpreis für das 160-seitige Buch im Hardcover-Einband beträgt 15 Euro.
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Ab urbe condita, 30. Buch: Die Schlacht von Zama und das Ende des 2. Punischen Kriegs

Der antike Autor Titus Livius schildert in den Büchern 21 bis 30 seines Geschichtswerkes Ab urbe condita den berühmten 2. Punischen Krieg (218 – 201 v. Chr.) zwischen Rom und Karthago. Das vorliegende 30. Buch umfasst den Zeitraum von 203 – 201 v. Chr. Zentrales Thema sind hier die von Scipio (Africanus) ins karthagische Kernland getragenen Kamphandlungen: Dazu zählen unter anderem die Auseinandersetzungen mit dem numidischen Herrscher Syphax (ein Verbündeter Karthagos), die Rückberufung Hannibals aus Italien nach Nordafrika (um dort die Heimat zu verteidigen), die berühmte Entscheidungsschlacht bei Zama zwischen Scipio und Hanibal sowie der Friedensschluss zwischen Rom und Karthago.

Karthago zögerte in den letzten Kriegsjahren eigentlich die unvermeidliche Niederlage nur noch hinaus, wie aus dem letzten Teil von Livius‘ Beschreibung des 2. Punischen Krieges hervorgeht. Mit Roms italischem Rekrutierungspotential konnte man einfach nicht mithalten. Deutlich wird dies bei der Schlacht von Zama, wo Hannibal mit seiner hastig zusammengewürfelten und unterschiedlichst bewaffneten Söldnerarmee gegen den ethnisch relativ homogenen Block Scipios mittlerweile klar im Nachteil war. Neben Karthagern gehörten der Truppe Hannibals Makedonen, Gallier, Ligurer, Mauren, Balearen, Bruttier und sogar einige abtrünnige Latiner aus Italien an; das Sprachwirrwarr war enorm, wie Livius berichtet. Unterschiedlich waren auch die Beweggründe der einzelnen Volksgruppen, für Karthago zu kämpfen: Hoffnung auf Beute, Land und politischen Einfluss einerseits, aber auch Zwang (besonders bei den Bruttiern) andererseits. Und doch, mit etwas Glück hätte Hannibal die Schlacht von Zama vielleicht gewinnen können, denn Livius attestiert ihm, eine sehr kluge Schlachtaufstellung gewählt zu haben. Schlussendlich scheiterte er wohl vor allem am fehlenden inneren Zusammenhalt seiner ‚Multikulti‘-Truppe, wie zumindest die Überlieferung nahelegt.
Am Ende des Buchs wird das Zustandekommen des weitestgehend von Rom diktierten Friedensvertrages geschildert. Und Livius gibt auch gleich einen vagen Ausblick auf das 31. Buch, in dem der bereits am Horizont heraufziehende Krieg gegen Makedonien im Zentrum der Betrachtungen stehen wird.

Die Übersetzung stammt von Ursula Blank-Sangmeister. Der lateinischen Text wurde von ihr in ein modernes, allgemein verständliches Deutsch übertragen. Positiv hervorzuheben sind auch die unzähligen erklärenden Endnoten, ein Verzeichnis der enthaltenen Eigennamen und eine nützliche Inhaltsübersicht, in der die wichtigsten Ereignisse des geschilderten letzten Kriegsabschnitts chronologisch bzw. nach Kapiteln geordnet zu finden sind.

Randbemerkung: Endlich ist jetzt Livius‘ Schilderung des 2. Punischen Kriegs bei Reclam vollständig erhältlich! Die Veröffentlichung der zehn dünnen Bücher (Ab urbe condita 21-30) hat sich nämlich von 1999 (!) bis in dieses Jahr wie ein Strudelteig in die Länge gezogen.
Freilich, ich möchte mir lieber nicht ausmalen, wie lange der Verlag benötigt, um den Rest dieses bedeutenden Geschichtswerks zu veröffentlichen …

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Bestimmungsbuch Archäologie: Gürtel – erkennen, bestimmen, beschreiben

Die Verwendung möglichst einheitlicher Begriffe ist in der archäologischen Forschung von großer Wichtigkeit, damit es bei der Ansprache der unterschiedlichen Objekte einer Fundgattung zu keinen Missverständnissen kommt. In diesem Zusammenhang wurde 2008 die AG Archäologiethesaurus gegründet. Ihr Ziel ist die schrittweise Veröffentlichung des entsprechenden Vokabulars in Form gedruckter Bestimmungsbücher wie dem vorliegenden 5. Band.

In „Gürtel: erkennen – bestimmen – beschreiben“ (Deutscher Kunstverlag) wurden hauptsächlich für den deutschen Sprach- und Kulturraum typische Gürtel bzw. ihre erhalten gebliebenen (metallenen) Einzelbestandteile wie Schnallen, Gürtelhaken oder Riemenzungen  in sehr übersichtlicher Weise systematisch geordnet und erläutert. 

Der Zeitraum der behandelten Gürtelbestandteile reicht ca. von der Späten Bronzezeit bis zur Karolingerzeit. Bedauerlicherweise geht diese zeitlich doch klare Einschränkung weder aus dem Cover- noch dem Klappentext hervor. Ich habe diese Auslassung schon bei einem anderen Band dieser Reihe bemängelt.

Die im Buch angewandte Systematik sowie die Entwicklung des Gürtels im Laufe der Geschichte wird in einer mehrseitigen Einführung erläutert. Außerdem erhält der Leser anhand zweier ‚Zeitstrahlen‘ einen Überblick über die Chronologie sowie die unterschiedlichen kulturellen Entwicklungsgeschwindigkeiten der norddeutschen bzw. süddeutschen Vor- und Frühgeschichte.

Mit diesem Buch sollen auch diejenigen Interessierten angesprochen werden, die zwar mit archäologischen Objekten zu tun haben, ohne aber Fachwissenschaftler zu sein – heißt es. Genannt werden hier Restauratoren, Magazinverwalter, Museologen, Leiter von Mehrspartenmuseen, Grabungsleiter und Wissenschaftler anderer Fachbereiche.
Freilich, ‚vergessen‘ hat man bei dieser Aufzählung Living-History-Hobbyisten wie mich, Antiken-Händler und natürlich die allseits beliebten Sondengeher 😃

Fazit: Ein nützliches Buch, sofern einen die zeitliche Einschränkung der betrachteten Funde nicht stört. Der Kaufpreis beträgt relativ günstige 19,90 Euro.

Randbemerkung: Wer designed eigentlich solche Cover? Wieso legt man die Schrift ausgerechnet über das Bild, obwohl oben und unten noch genügend Platz gewesen wäre? Gehts noch ungeschickter? So etwas sieht doch nicht schön aus.

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Buch: Von der Kupfersteinzeit zu den Seltenen Erden

Im Buch Von der Kupfersteinzeit zu den Seltenen Erden (Verlag Springer Spektrum) zeichnet der Mineraloge Florian Neukirchen die sich über viele Jahrtausende erstreckende Geschichte der Metallgewinnung nach.
Gleich zu Beginn weist der Autor darauf hin, dass die in Schulen undifferenziert vermittelte Abfolge der verschiedenen Metallzeiten – nämlich Kupfersteinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit – für viele Regionen nicht zutreffend ist. Auch wären die zeitlichen Eingrenzung der einzelnen Metallzeiten problematisch. So wurde beispielsweise gediegenes Kupfer, das an der Erdoberfläche aufgelesen werden konnte, bereits zu Beginn (!) der Jungsteinzeit verwendet. 
Weiters heißt es, die Entdeckung der Metalle sei für die menschliche Kultur keineswegs so revolutionär gewesen, wie lange Zeit angenommen wurde. Die Vorstellung, Kupfer und Bronze hätten unmittelbar zu radikalen gesellschaftlichen Umbrüchen geführt, wird als unzutreffend bezeichnet. Die frühesten Metallobjekte sind nämlich fast niemals Werkzeug oder Waffen, sondern vor allem kleine Schmuckstücke und Kultobjekte. Die bereits vorhandenen nichtmetallischen Materialien herrschten demgegenüber noch lange vor. Es dauerte Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende, bis das Metall im Alltag der Menschen angekommen war.
Mehr noch als dem kulturhistorischen Aspekt, widmet sich der Autor dem naturwissenschaftlichen bzw. technischen: In welcher Form kommen die jeweiligen Metalle in der Natur vor? Wie wurden sie abgebaut und verhüttet? Welche chemischen Reaktionen spielten sich dabei im Metall ab? Warum standen Öfen zur Verhüttung häufig an Bergabhängen? Welche Stoffe wurden schon sehr früh zum Legieren und Verbessern von Werkstoffeigenschaften eingesetzt? Welche wichtigen Informationen können Archäologen aus den Überresten von Schlacke ziehen? Mit welchen Methoden ist es heute möglich, Metall einem bestimmten Abbaugebiet zuzuordnen? Wie alt sind die ältesten von Menschen gemachten Eisenobjekte (Antwort: mindestens 6000 Jahre alt!)? Was steckt hinter der hethitischen Bezeichnung „gutes Eisen“? Was sind die ältesten Objekte aus Stahl? Wie viele tausend Tonnen Blei bliesen die Römer in Form von Abgasen bei der Silber- und Bleiverhüttung jährlich in die Luft? Usw. usf.

So weit so gut, nun zu den (wenigen) Kritikpunkten: Der Autor gibt zwar sehr brav seine Quellen an, allerdings nicht einfach in Form von Fuß- oder Endnoten, sondern er fügt sie direkt in den Text ein. Das ist zwar nicht völlig unüblich, stört aber, wenn es zu oft vorkommt, den Lesefluss . 
Ebenfalls weniger gefallen hat mir der Umstand, dass die Geschichte der mittelalterlichen Metallerzeugung vergleichsweise kurz behandelt wird – es dominieren stattdessen die Vorgeschichte und die Antike. Bis zu einem gewissen Grad ist diese Gewichtung zwar verständlich, aber dass etwa speziell das Frühmittelalter mit fast nur einem einzigen Satz abgehandelt wird, hat mich dann schon ein bisschen gewurmt. Hier hätte es definitiv mehr zu erzählen gegeben.
Fazit: Punktuell wird der eine oder andere Leser vielleicht ein wenig mit den dargebotenen Detailinformationen aus der Metallurgie überfordert sein. Allerdings ist der Text im Großen und Ganzen so formuliert, dass man den Ausführungen wohl auch als absoluter Laie relativ leicht folgen kann. Mit hat das Buch jedenfalls gefallen: Es ist gut strukturiert und – trotz kleinerer Auslassungen – äußerst informativ.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung
– Montanarchäologie und Archäometallurgie
– Grundlegende Eigenschaften von Metallen und Legierungen
– Metallverarbeitung
– Metalle und ihre Erze
– Drei Lagerstättentypen
– Literatur

Das erste Kupfer
– Die Anfänge in der Steinzeit
– Verhüttung von Kupfererzen
– Kupferzeit in Osteuropa und im Nahen Osten
– Arsenbronze und Fahlerzkupfer
– Gold aus dem Kaukasus
– Literatur

Bronzezeit
– Frühe Bronzezeit im Nahen Osten
– Zinnbronze
– Woher kam das Zinn?
– Mittlere und Späte Bronzezeit im Nahen Osten und am Mittelmeer
– Kontamination und Krankheiten
– Kupfer und Bronze in Mitteleuropa
– China
– Literatur

Vom ersten eisen zur Antike
– Die ältesten eisenobjekte
– Rennofen, Eisen und Stahl
– Frühe Eisenzeit
– Afrika
– Kelten in Mitteleuropa
– Krösus und das erste Geld
– Blei und Silber
– Zink und Messing
– Metalle in der Antike
– Literatur

Mittelalter und Renaissance
– Metalle im Mittelalter
– Johannes Gutenberg und die beweglichen Lettern
– Renaissance im Bergbau
– Georgius Agricola
– Alchemisten und Wünschelruten
– Die Fugger – Der erste Bergbaukonzern
– Saigerhütten und Vitriole
– Holzverbrauch und Entwaldung
– Eldorado: Metalle aus der Neuen Welt
– Krieg und Krise
– Literatur

Industrielle Revolution und Hightech
– Frühkapitalismus und Manufakturen
– Dampf und Eisen
– Kupfer und Elektrizität
– Aluminium
– Stahlgewitter und Eiserner Vorhang
– Titan und andere Supermetalle
– Computer, Mobiltelefone und Akkus
– Seltene Erden
– Literatur

Glossar

Sachverzeichnis

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Weiterführende Informationen:


Weitere interessante Themen auf diesem Blog:

Verluste im Kampf

Am 22. Juni 1636 fand in Oberitalien die Schlacht von Tornavento statt. Dieses Treffen zwischen französisch-savoyardischen und habsburgischen Truppen taucht kaum in den Schlachtkalendern des Dreißigjährigen Kriegs auf, und selbst die Zeitgenossen sprachen eher von einer „scaramuccia“ als von einer … Weiterlesen

Hörbares: Improvisation mit Alter Musik — Ken Follets "Das Fundament der Ewigkeit" — Zur Arbeit von Archäologen — Kulturgeschichte der Toilette — Antike Kirchen in Syrien — Unterwäsche im Wandel der Zeit



Improvisation mit Alter Musik – wie vor Jahrhunderten | Spieldauer 7 Minuten | DF | Stream & Info 

„Müll ist für uns lebenswichtig“: Zur Arbeit von Archäologen | Spieldauer 8 Minuten | DF/ARD | Stream & Info | Direkter Download

Ken Follet: „Das Fundament der Ewigkeit“ – die Geschichte des ersten Geheimdienstes im 16. Jahrhundert | Spieldauer 10 Minuten | DF | Stream & Info | Direkter Download

Kulturgeschichte der Toilette – Von der Latrine zum Washlet | Spieldauer 22 Minuten | BR/ARD | Stream & Info | Direkter Download
Türkisch-syrisches Kampfgebiet – Christen wollen ihre antiken Kirchen retten | Spieldauer 22 Minuten | DF/ARD | Stream & Info | Direkter Download

Unterwäsche – Hautnahes im Wandel der Zeit | Spieldauer 21 Minuten | BR/ARD | Stream & Info | Direkter Download
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Buch: Caesarenwahn – Herrscher, die sich für Götter hielten

Hatten einige römische Kaiser – wie etwa Caligula, Claudius, Nero, Domitian, Commodus, Caracalla und Elagabal – einen gröberen Sprung in der Schüssel? Zumindest vertrat die Geschichtswissenschaft diese Meinung lange Zeit relativ undifferenziert. Mittlerweile ist ein Gegentrend zu beobachten, zu dem auch das von Alexander Rudow verfasste Buch Caesarenwahn – Herrscher, die sich für Götter hielten (Regionalia Verlag) zählt.

Im Großen und Ganzen führt der Autor den schlechten Ruf bestimmter römischer Kaiser auf den Umstand zurück, dass diese mit dem ungeschriebenen Gesetz des Augustus brachen, den römischen Senat bzw. seine aus der Oberschicht stammenden Mitglieder zumindest pro forma zu respektieren. Unterblieb diese ‚Reminiszenz‘ an die Gepflogenheiten der untergegangenen Republik, wurden die aus der Reihe tanzenden Kaiser – auch wenn sie beim einfachen Volk noch so beliebt waren – von der senatorisch geprägten Geschichtsschreibung in die Pfanne gehauen und verteufelt.
An sich ist dieser Schluss nicht völlig von der Hand zu weisen. Aber die Argumentation wirkt im Detail gelegentlich dann doch ein wenig ‚bemüht‘. Etwa wenn Neros extreme Verschwendung von staatlichen Steuereinnahmen folgendermaßen relativiert wird:

So viel Zerstreuung und Aufmerksamkeit wie unter ihm (Anm: Nero) sind der plebs urbana schon lange nicht mehr zuteil geworden. Zusätzliche Getreidelieferungen sorgten für einen relativen Wohlstand und die Veteranen der Legionen und die Prätorianer sind exzellent versorgt.
‚Brot und Spiele‘ also. Was aber soll – objektiv betrachtet – positiv daran sein, wenn die Ausgaben für den Müßiggang ständig hochgeschraubt werden? Wer bezahlt das denn? Richtig, früher oder später die Leistungsträger des Staates – also die, die einer steuerpflichtigen Erwerbstätigkeit nachgehen. Neros Nachfolger Vespasian sah sich sogar genötigt, Urin zu besteuern, um die Staatsfinanzen wieder in Ordnung zu bringen („Geld stinkt nicht“).

Die unzähligen überlieferten Grausamkeiten von Typen wie Caligula waren – wie der Autor schreibt – zumeist kühl kalkuliert, um die Gegner – vor allem jene im Senat – einzuschüchtern und auf Linie zu bringen. Die verantwortlichen Kaiser wären demzufolge zwar mindestens Verbrecher im großen Stil, nicht aber zwingend rein emotionsgesteuerte Wahnsinnige.
Das mag durchaus so sein. Allerdings ist es schon auch ein wenig Definitionssache, wo Geistesgestörtheit bzw. Wahn beginnt. Diese Frage ist umso wichtiger, da wir nicht nur in einer Zeit leben, in der das vorschnelle Pathologisieren von Andersmeinenden schwer in Mode ist, sondern selbst hochbezahlte Gerichtsgutachter reihenweise psychiatrische Fehldiagnosen produzieren.
Auch ein paar andere Aussagen in diesem Buch erscheinen mir diskussionsbedürftig: Nachdem 64 n. Chr. durch Feuer große Teile Roms zerstört oder stark beschädigt worden sind, wurden von Nero Baugesetze erlassen, die ähnlichen Brandkatastrophen vorbeugen sollten. Der Autor urteilt darüber folgendermaßen:

Tatsächlich kommen solche Großbrände nach Neros Umgestaltung auch nicht mehr vor.
In Wirklichkeit brannte Rom nur wenige Jahre später – 80 n. Chr. – unter Titus bereits wieder einmal lichterloh. Auch zur Zeit von Commodus – 192 n. Chr. – gingen Teile Roms im Feuer unter. Diese Brände mögen nicht so umfangreich wie jener unter Nero gewesen sein, katastrophale Großbrände, die ganze Stadtteile zerstörten, waren es aber allemal. Dermaßen nachhaltig, wie suggeriert wird, dürfte Neros einschlägige Gesetzgebung demnach auch wieder nicht gewesen sein …
Fakten wie diese sollte man keinesfalls unter den Tisch fallen lassen. Es sei denn, man legt es darauf an, Nero unbedingt zu rehabilitieren (was ich dem Autor nicht unterstellen möchte, aber darauf läuft es schlussendlich hinaus).

Hinterfragenswert ist auch die im Buch geäußerte These, wonach vor allem jene Kaiser ungerechtfertigterweise eine schlechte ‚Presse‘ hatten, die als letzte ihrer Dynastie über keinen Verwandten als direkten Nachfolger verfügten, der ihr Andenken trotz eines beleidigten Senats – etwa mittels offizieller Vergöttlichung – auf schön bürsten konnte. Siehe etwa Nero (Claudier), Domitian (Flavier) und Commodus (Antoninen).
Hier wurde der Fehler begangen, eine Korrelation mit einer Kausalität gleichzusetzen. Genauso gut wäre es nämlich denkbar, dass die betroffenen Kaiser nicht einfach zufällig die letzten ihrer Dynastie waren, sondern weil sie gerade wegen ihres üblen Betragens zu einem verfrühten Zeitpunkt (einen gewaltsamen Tod) starben, als ihre Nachfolge – etwa durch Adoption – noch nicht geregelt worden war.

Am Ende des Buchs wird auch noch einem verhaltensauffälligen Staatschef aus der jüngeren Vergangenheit ein eigenes, recht umfangreiches Kapitel spendiert. Nein, es handelt sich nicht um Stalin, Pol Pot oder Mao, sondern natürlich wieder einmal um ‚ihn‘.
Und obwohl mich der gescheiterte Landschaftsmaler aufgrund seiner medialen Dauerpräsenz nur noch anödet, muss ich einräumen, dass der Autor hier dann doch einige interessante Details über dessen möglichen Geisteszustand zusammengetragen hat. Von daher handelt es sich für mich bei diesem Kapitel unerwartet um einen Gewinn.

Fazit: Caesarenwahn ist im Großen und Ganzen kein übles Buch, wobei aber die Beurteilung römischer Kaiser offenbar enorm viel Interpretationsspielraum zulässt und immer auch dem Zeitgeist unterworfen ist. Dieser Umstand wirkt sich meiner Ansicht nach spürbar auf einige der vom Autor wiedergegebenen Überlegungen aus, die zwar interessant, bei näherer Betrachtung jedoch nur mäßig überzeugend sind.
Der Preis des 162seitigen Hardcover-Buchs ist mit seinen knapp 4 € (!) auf jeden Fall unschlagbar.

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Buch: Die Alpen in der Antike – Von Ötzi bis zur Völkerwanderung

Im Buch Die Alpen in der Antike – Von Ötzi bis zur Völkerwanderung (S. Fischer Velag, 2017) gibt der Historiker Ralf-Peter Märtin in sieben Kapitel Einblick in verschiedene geschichtliche Abschnitte der Alpen.
Thema des 1. Kapitels ist die bekannte kupfer-steinzeitliche Eismumie Ötzi. Wer war dieser Mann, wie sah die Kulturlandschaft der Alpen zu seiner Zeit aus, wie fand er den Tod und welche Besonderheiten weisen seine gut konservierten Überreste auf?
Hochinteressant ist beispielsweise, dass sich auf Ötzis Haut nicht nur Tätowierungen befinden, sondern diese auch noch exakt den Akupunktur-Linien des menschlichen Körpers folgten. Wer hätte weiters gedacht, dass unweit des von hinten mit einem Pfeil getöteten Ötzi eine 500 Jahre jüngerer Steintafel gefunden wurde auf der dargestellt ist, wie ein Mann von hinten mit Pfeil und Bogen erschossen wird? Handelte es sich womöglich um ein in dieser Gegend lange praktiziertes Ritual? War Ötzis vielleicht gar nicht einem schnöden Mord zum Opfer gefallen?
Im 2. Kapitel wirft der Autor einen Blick auf die Alpen in der Bronze- und Eisenzeit. Hierbei geht es vor allem um die immense Bedeutung des Bergbaus; Salz und Eisen machten manch Region in den Alpen reich und weithin bekannt: Stichwort „Norisches Eisen“, dessen hoher Mangan-Gehalt sich positiv auf die daraus geschmiedeten Endprodukte auswirkte.
Das 3. Kapitel handelt von Hannibal und dessen berühmten Marsch über die herbstlichen Alpen. Bereits Polybios kritisierte jedoch, dass die Gefährlichkeit eines solchen Unterfangens von einigen seiner Historiker-Kollegen aufgebauscht wurde. Und tatsächlich marschierten in der Antike auch andere Heere in der kalten Jahreszeit unbeschadet über die Alpen – wie etwa jenes der Kimbern rund 100 Jahre nach Hannibal.
Die Kimbern kamen nicht über den Brenner lautet die Überschrift zum 4. Kapitel. Hier geht es nun um den langen Marsch der Kimbern, Teutonen und Abronen, die sich möglicherweise wegen einer Klimaverschlechterung von Jütland und Norddeutschland in Richtung Süden aufmachten, um dort ein neues Zuhause zu finden. Dabei gelangten sie unter anderem in das keltische Königreich Noricum und somit in den unmittelbaren Wahrnehmungsbereich des gerade erst zur Großmacht aufgestiegenen Roms. Am Ende der von Hans-Peter Märtin übersichtlich geschilderten Ereignisse stand die völlige Vernichtung der wanderlustigen Germanenstämme. Mit Teddybären wurde damals eben noch nicht geworfen. 😊
Im 5. Kapitel geht es um das Ausgreifen des Römischen Reichs in den Alpenraum. Es ist wenig verwunderlich, dass dieser Vorgang auf mancherlei Widerstand stieß. Unter anderem zeigten sich die Räter höchst widerborstig. Diesem kulturell recht fortgeschrittenen Volk wurde bereits in der Antike eine Verwandtschaft mit den Etruskern nachgesagt. Auch interessant: Varus, der unglückselige Feldherr des Jahres 9. n. Chr., befehligte bereits bei den Alpenfeldzügen des Tiberius vorübergehend jene XIX. Legion, mit der zusammen er viele Jahre später in den Wäldern Germaniens untergehen sollte.
Das 6. Kapitel handelt von der spätantiken Völkerwanderung, die für die romanisierte Bevölkerung der Alpen eine immense Zäsur darstellte. Viele Menschen starben in den nun hereinbrechenden Wirren oder flohen in Richtung Italien. Einige Mutige blieben, mussten aber oft die Täler verlassen, um sich in den Schutz von Höhenfestungen zurückzuziehen. 
Im 7. und letzten Kapitel wird die Christianisierung der Alpen in der Spätantike beschrieben. ein Vorgang, der keineswegs glatt verlief. Beispielsweise wird davon berichtet, dass ein eifriger Bischof, der sich daran machte, ein heidnisches Götzenbild umzuwerfen, von den darüber erbosten Bauern mit ihren Holzschuhen beworfen wurde … 😃
Fazit: Ein abwechslungsreiches und kurzweiliges Buch. An einigen wenigen Stellen hätte es aber aus meiner Sicht ein bisschen mehr in die Tiefe gehen können. Der Kaufpreis beträgt 22 Euro.
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Zeitschrift "Bayerische Archäologie": Sondengänger führt private ‚Notgrabung‘ durch — Die Bajuwaren waren ‚Warriors‘ — Fragwürdiger Denkmalschutz

Viermal jährlich erscheint im Verlag Friedrich Pustet die Zeitschrift Bayerische Archäologie. Die einzelnen Ausgaben haben unterschiedliche Schwerpunkte, enthalten daneben aber auch Beiträge zu diversen weiteren Themen.

Die Bajuwaren waren ‚Warriors‘

Das aktuellen Heft (3/2017) trägt den Titel Zeitenwende II: Das Ende der Antike – und was kam dann? Dementsprechend handeln mehrere Texte von den im heraufziehenden Frühmittelalter zum ersten Mal ins Rampenlicht der Geschichte tretenden Bajuwaren (auch Baiuvaren, Baiovaren, Baioari, usw. geschrieben). Beispielsweise geht der Germanist Peter Wiesinger jener schon lange umstrittenen Frage nach, woher die Bezeichnung dieses Stammes überhaupt herrührt.  Gut möglich ist -wie erläutert wird – dass die ursprünglich von den keltischen Boiern (Bojern) besiedelte Landschaft Böhmen sowie das germanische Wort warjoz (=Wehrmänner; siehe auch das englische Wort warrior!) namensgebend waren. Bei den ersten Bajuwaren handelte es sich also möglicherweise um germanische Krieger, die aus dem von den keltischen Boiern schon lange verlassenen Böhmen kamen und sich als Söldner in den Dienst Ostroms stellten, das Ende des 5. Jahrhunderts – nach der Auflösung des Weströmischen Reichs – daran interessiert war, die an Böhmen grenzende Provinz Noricum militärisch abzusichern.

Sondengänger führt private ‚Notgrabung‘ durch 

Kurios ist der in einem anderen Beitrag beschriebene Fall von einem anonym abgegebenen, aus 89 Einzelobjekten bestehenden Bronzehort (siehe obiges Bild). Ein Sondengänger grub ihn in einem Wald bei Hemau in der Oberpfalz aus und schickte ihn daraufhin ans Landesamt für Denkmalpflege – inklusive eines Briefs, in dem er nicht nur den Fundort genau beschrieb, sondern auch seine Handlungsweise begründete: Die Objekte hätten sich neben einem stark frequentierten Wanderweg, jedoch auf keinem ausgewiesenen Bodendenkmal, befunden. Es bestand hier angeblich die dringende Gefahr, dass Wanderer den Hort zufällig entdecken und mopsen würden. Der Sondengänger initiierte deshalb eine Art private ‚Notgrabung‘ 😉. Außerdem verwehrte er sich in seinem Schreiben quasi vorsorglich dagegen, als „krimineller Raubgräber“ abgestempelt zu werden. Anonym wolle er bleiben, weil er den Behörden nicht vertraut. Deren genereller Umgang mit Sondengängern führe in eine Sackgasse, die für keine Seite einen Gewinn bringen würde. Seinen Finderanteil an dem Hort möge man einem gemeinnützigen Zweck zuführen, bittet er dann noch.
Das Denkmalamt führte an der beschriebene Stelle eine Nachgrabung durch und entdeckte noch drei weitere bronzezeitliche Metallobjekte. Allerdings ist man von der Eigenmächtigkeit des Sondengängers naturgemäß wenig begeistert. Wichtige Fundzusammenhänge seien durch die undokumentierte Bergung verlorengegangen. Dieses Argument halte ich bei einem Hortfund wie diesem jedoch für etwas überzogen, denn die Lage der Objekte zueinander wird hier – im Gegensatz zu einem Grab – kaum etwas von echter Bedeutung verraten. Trotzdem wäre es wahrscheinlich besser gewesen, der Sondengänger hätte sofort die Behörden verständigt. Nur wenn diese tatsächlich nicht zeitnah ihren Hintern hochbekommen hätten, wäre es moralisch vertretbar gewesen, in Eigenregie tätig zu werden. Und selbst in so einem Ausnahmefall ist es sicher sinnvoll, wenn man die Ausgrabung halbwegs vorsichtig durchführt, alles mit Fotos dokumentiert und nicht versucht, die zutage geförderten Objekte zu säubern, da hierbei die Gefahr besteht, dass z.B. eventuell vorhandene Textilanhaftungen am korrodierten Metall beseitigt werden.
Interessant wäre übrigens aus meiner Sicht noch gewesen, wenn man die für diesen Fall relevante bayerische Gesetzeslage in dem Artikel etwas näher erläutert hätte. Nicht jeder Leser wird diese kennen.
Fragwürdiger Denkmalschutz: Der Abbruch der Eselbastei 
Über den umstrittenen Abbruch der sogenannten Eselbastei in Ingolstadt schreibt Roland Gschlössl, der Herausgeber der Zeitschrift.  Konkret geht es hier darum, dass das erst 2012 unter Denkmalschutz gestellte renaissancezeitliche Mauerwerk in einer Nacht-und-Nebel-Aktion abgerissen wurde. Grund: Es war einem Hotel mit Tiefgarage im Weg. Eine Konservierung wurde nach Rücksprache mit dem Bauherren von einer Mehrheit des Stadtrates als zu kostspielig eingestuft.
Die Gegner des Abrisses argumentieren, dass hier ein sehr wichtiges Stück Stadtgeschichte leichtfertig zerstört wurde. So sei beispielsweise laut Überlieferung von der Eselsbastei aus dem schwedischen König Gustav Adolf bei einem Erkundungsritt das Pferd direkt unter dem Hintern weggeschossen worden, woraufhin dieser von einer Belagerung der stark befestigten Stadt absah. Übrigens, das damals getötete Pferd wurde als Trophäe nach Ingolstadt gebracht und ist dort heute im Stadtmuseum zu sehen; es gilt als ältestes Tierpräparat Europas – siehe das nachfolgende Bild.
Ich kann den Ärger der Kritiker verstehen, bin aber zwiegespalten. Die bisher schon nicht sichtbaren Mauern wären nach ihrer Dokumentation ohnehin wieder zugeschüttet worden, wenn es sich um eine normale archäologische Grabung gehandelt hätte und an der betreffenden Stelle keine Tiefgarage errichtet worden wäre. 
Abschließend noch eine kleine Randbemerkung zum Vorwort in diesem Heft. Darin schreibt der Herausgeber eingangs: „Liebe Leserin, lieber Leser, …“. Sehr brav, dafür gäbe es normalerweise die Note Eins im Fach Geschlechtergerechte Sprache. Doch leider, nur ein paar Zeilen weiter ist bereits unverzeihlicherweise vom „Zeitalter der Baiovaren“ die Rede; gerade so, als ob es damals keine Baiovarinnen gegeben hätte. Aber so ist das eben, diesen sprachlichen Schmarrn hält fast niemand konsequent durch. Daher verzichte zumindest ich komplett darauf 😊

Fazit: Alles in allem wieder ein interessantes Heft, mit thematisch gut durchmischten Beiträgen. Der Kaufpreis beträgt knapp 9 Euro.

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Buch: Historisches Lexikon der deutschen Länder

Bereits in der 7. Auflage ist Gerhard Köblers Historisches Lexikon der deutschen Länder (Verlag C.H. Beck) erschienen. In unterschiedlicher Ausführlichkeit werden auf beinahe 1000 Seiten rund 5000 Einheiten des historischen ‚Deutschlands‘ beschrieben – zu dem auch Österreich, Teile der Schweiz usw. zählen. 

Man könnte meinen, dass ein Lexikon wie dieses in Zeiten von Wikipedia völlig obsolet ist. Doch das ist es nicht, sofern man beispielsweise für eine Studienarbeit eine zitierfähige Quelle benötig. Darüberhinaus ist das Buch auch ein Schmöker im besten Sinn des Wortes.
Doch warum vergebe ich trotz dieser rundweg positiven Einschätzung ’nur‘ vier und nicht fünf Sterne? 
Na ja, ich habe mich ein wenig über die Auswahl der gelisteten Territorien und Städte gewundert bzw. geärgert. So hat zwar einerseits die kleine Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt einen eigenen Eintrag – und auch manch historisch noch weniger bedeutendes Städtchen wie das baden-württembergische Meßkirch – aber andererseits wurde Graz, immerhin die zweitgrößte Stadt Österreichs und einstige Residenz der Habsburger, kein eigener Eintrag spendiert. Wie ist das möglich? 
Mir ist selbstverständlich klar, dass bei einem solchen Lexikon Prioritäten gesetzt werden und Abstriche in Kauf genommen werden müssen, da es anderenfalls einen zu großen Umfang annehmen würde, aber speziell die genannte Auslassung ist für mich bei allem Verständnis nicht nachvollziehbar. Sollte es eine achte Auflage des Buchs geben, dann wäre es sicher begrüßenswert, wen man hier eine Ergänzung vornehmen würde.
FAZIT: Trotz Auslassungen handelt es sich bei diesem Lexikon um ein praktisches Nachschlagewerk. Besonders im Angesicht des günstigen Preises von nicht einmal 20 Euro. Landkarten sind übrigens keine enthalten.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort (zur 1. Auflage)
Vorwort zur 6. Auflage
Vorwort zur 7. Auflage
Überblick
Verzeichnis der wichtigsten Abkürzungen
Literaturhinweise
Historisches Lexikon
Register
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Von Spartacus bis Herodot: Ein Interview mit dem Althistoriker und Übersetzer Kai Brodersen

Wer ernsthaft mit der Antike auf Tuchfühlung gehen möchte – etwa im Zuge des Living-History-Hobbys – wird relativ früh die Notwendigkeit erkennen, abseits von Sekundärliteratur auch die Original-Schriftzeugnisse von Livius, Plinius und Co. zumindest in Form von Übersetzungen zu lesen. Und doch zögern viele Interessierte aufgrund von Berührungsängsten, die nicht selten auf der Annahme fußen, dass es sich bei antiken Texten um eine schwer verdauliche Kost handelt.
Das ist auch nicht grundsätzlich falsch, denn manch immer noch erhältliche Übersetzung ist schon etwas angestaubt und daher in einem schwülstigen Deutsch gehalten, das dem Leser eine gewisse Leidensfähigkeit abverlangt. So muss man beispielsweise noch in der 1972 von Karl Büchner übersetzten Verschwörung des Catilina kaskadierende Endlossätze wie diesen erdulden: 
Nachdem das die Männer vernommen hatten, die alles Übel im Überfluss besaßen, aber nichts Gutes noch eine gute Aussicht, forderten, wenn es ihnen auch schon ein großer Gewinn schien, den Ruhezustand in Bewegung zu bringen, doch die meisten, er solle darlegen, wie die Bedingungen des Krieges seien, was sie für Lohn mit ihren Waffen errängen, was sie überall an Hilfe oder Hoffnung besäßen.
Glücklicherweise sind die Zeiten solcher Satzungetüme vorbei. Moderne Übersetzungen sind in der Regel weitaus geschmeidiger formuliert, sodass mit ihnen ein deutlich größerer Leserkreis angesprochen werden kann. 
Es bleibt für manch Interessierten deshalb mitunter nur ein einziger triftiger Hinderungsgrund, sich in antike Texte zu vertiefen: Der sogenannte ‚Anschaffungswiderstand‘, wie es in der Elektronik so schön heißt 😉. Denn die Preise reichen von günstig bis schmerzhaft.
Darüber – und über einiges mehr – unterhalte ich mich in folgendem Interview mit dem Althistoriker Kai Brodersen, der seit Jahren zu den fleißigsten Übersetzern und Autoren im deutschen Sprachraum zählt.


Lieber Herr Brodersen, wie geht es Ihnen, wenn Sie beispielsweise Cicero-Übersetzungen aus dem 18. oder 19. Jahrhundert lesen? Bereitet Ihnen das vergleichsweise altertümliche Deutsch Vergnügen oder strengt es Sie, so wie mich, eher an?

Übersetzungen macht man immer für die eigene Zeit – der will man ja den Zugang zur Antike erleichtern. Und so, wie es heute Menschen gibt, die gerne deutsche Literatur aus den letzten Jahrhunderten lesen, gibt es auch heute Menschen, die Vergnügen an jener Sprachform haben. Wenn man z.B. die Übersetzung von Thukydides’ Geschichtswerk nimmt, die Georg Peter Landmann 1960 vorgelegt hat und die nach wie vor lieferbar und heute die am meisten verbreitete deutsche Übesetzung des Werks ist, dann kann man sich an deutschen Passagen freuen, die zeigen, dass der Übersetzer sich zum George-Kreis rechnete und eine sehr „gehobene“ Sprache nutzte. Man kann aber auch verzweifeln, wenn man herausfinden möchte, was denn im Originaltext steht…

Abgesehen von der sich ändernden Sprache: Übersetzt man heute, anders – eventuell freier – als noch vor 100 oder 200 Jahren? 

Nein, nicht freier, sondern umgekehrt eher genauer. Wenn Sie z.B. die neueren Übersetzungen von Niklas Holzberg anschauen, sehen Sie, wie er sich um eine möglichst genaue Übersetzung bemüht, und das sogar in Versform! Bei Fachliteratur, etwa bei Palladius’ Buch über das Bauernjahr oder Apuleius’ Heilkräuterbuch, war mir sehr daran gelegen, möglichst genau zu übersetzen, also z. B. die Pflanzennamen oder Fachbegriffe genau zu verstehen und wiederzugeben, und dabei gerade keine „dichterische Freiheit“ walten zu lassen. Ich möchte dasselbe lateinische Wort nicht einmal als „Harke“ und einmal als „Rechen“ übersetzen – und bei pharmakologischen Texten kann das sogar gefährlich werden.

Von wem geht in der Regel die Initiative für das Übersetzen eines bestimmten antiken Textes aus? Tritt ein Verlag an Sie heran und unterbreitet einen Vorschlag – oder ist es eher umgekehrt? 

Es gibt Verlagsinitiativen (so etwa die zweisprachige Ausgabe des Geschichtswerks von Herodot bei Reclam) und Übersetzerinitiativen (so etwa die zweisprachige Ausgabe von „Plinius’ Kleiner Reiseapotheke“ bei Steiner), aber oft entstehen solche Ideen im Austausch zwischen Verlag und Übersetzer – je mehr man miteinander schafft, umso besser.

Zur Zeit lese ich die Strategika des Polyainos, danach kommt die Taktika des Ailianos an die Reihe; beide Bücher erschienen erst kürzlich in deutscher Sprache und wurden von Ihnen übersetzt. Wie viele Stunden Arbeit müssen Sie in solche Werke normalerweise investieren?

Die Stunden zähle ich nicht, und solche Projekte laufen oft über lange Zeit. Zu Polyainos z. B. hatte ich schon 2010 einen Tagungsband herausgegeben, seither hat mich dieses umfangreiche Buch immer wieder beschäftigt. Ich bin ja Professor an der Uni Erfurt und habe in Forschung und Lehre zu arbeiten!


Wie viele antike Werke übersetzen Sie durchschnittlich pro Jahr?

Das hängt völlig an den Lebensumständen: Ich war lange Jahre in der akademischen Selbstverwaltung tätig, darunter 6 Jahre als Prorektor und 6 Jahre als Universitätspräsident. Da war nicht viel Zeit für solche Projekte! Umgekehrt beginnen manche Übersetzungen als Unterlagen für eine Lehrveranstaltung. So war etwa die „Reise ins Heilige Land“ der Egeria das Thema eines Seminars, das ich am Departement für Protestantische Theologie in Hermannstadt/Sibiu halten durfte. Wenn die Studierenden dann zeigen, dass sie der Text interessiert, ist die Motivation gleich dreimal so groß, so eine Übersetzung publikationsreif zu machen!


Da die meisten Schriften antiker Autoren nur über den Umweg mittelalterlicher Kopien überliefert wurden, haben sich im Laufe der Jahrhunderte oft Fehler eingeschlichen. Bereitet Ihnen das einen großen Mehraufwand beim Übersetzen? Müssen Sie eventuell sogar herumreisen, um Einblick in Überlieferungsvarianten nehmen zu können, die Sie dann miteinander vergleichen? Oder ist das dank Internet und digitaler Bibliotheken alles viel einfacher geworden?

Da ich fast ausschließlich zweisprachige Ausgaben mache, bei denen der griechische oder lateinische Text der deutschen Übersetzung gegenübersteht, ist mir die Festlegung des antiken Texts jedes Mal besonders wichtig. Wo sehr gute kritische Editionen vorliegen, nutzte ich diese, überlege aber in allen Zweifelsfällen, ob der rekonstruierte Text gut verständlich ist und biete immer ein Verzeichnis der Stellen, an denen „mein“ Text von der Bezugsedition abweicht. In anderen Fällen – so bei Damigerons „Heilenden Steinen“ und bei Ailianos’ „Antiken Taktiken“ – ist der Text neu zu erstellen, da es bislang keine zuverlässige Ausgabe des antiken Textes gab. Das Internet hilft da wenig – man muss schon die Überlieferungsträger, also die mittelalterlichen Handschriften, lesen, die man sich als Photographien oder Scans aus den Bibliotheken besorgen muss. Aber das macht schon auch Freude!

Ich stelle bei modernen Übersetzungen von ein und demselben antiken Text zum Teil spürbare Preisunterschiede fest; beispielsweise ist De Gruyter (Tusculum) als ziemlich hochpreisig verschrien. 
Inwieweit sind die Endpreise tatsächlich auf den Arbeitsaufwand des Übersetzers zurückzuführen? Ist beispielsweise das Hinzufügen erklärender Endnoten ein signifikanter Preistreiber? Mir ist nämlich aufgefallen, dass Ihre Übersetzungen bei Marix über keine Endnoten verfügen, jene bei Reclam hingegen schon. 

Ob es – wie bei Marix – eine ausführliche Einleitung und Erläuterungen im Text selbst gibt oder – wie bei manchen, aber längst nicht allen Reclamausgaben – Endnoten, hat nichts mit dem Preis zu tun – die Information (und die Arbeit, die zu erstellen) ist dieselbe, nur die Präsentation nicht, und die Gestaltung eines Buchs folgt ja in der Regel dem Inhalt – „form follows function“! Nehmen Sie z.B. bei Reclam Aristeas’ Buch „Der König und die Bibel“ – da habe ich die Erläuterungen in einer sehr ausführlichen Einleitung, nicht in Endnoten geboten. Was ein Buch im Buchhandel dann kostet, ist eine Frage der Kalkulation des Verlags – der muss das Buch ja verkaufen! Das hat mit dem Arbeitsaufwand des Übersetzers überhaupt nichts zu tun.

Wie darf man sich das Entlohnungsmodell für das Übersetzen eines lateinischen oder altgriechischen Buchs vorstellen? Wird z.B. nach Wörtern oder Normseiten abgerechnet? Und ganz wichtig für jene, die das beruflich eventuell auch machen wollen: Kann man von dieser Arbeit anständig leben? 😉

Ganz einfach: Ich erhalte bei den meisten Verlagen überhaupt kein Honorar, aber ich habe ja auch einen Beruf, in dem wissenschaftliche Publikationen zu meinen Aufgaben gehören, und muss nicht vom Übersetzen leben. Nur bei einem Verlag, den Sie schon genannt haben, erhalte ich 3% vom Nettoerlös. Unter Nettoerlös versteht man den Bezugspreis abzüglich der darin gesetzlichen Mehrwertsteuer und der gewährten Rabatte. Wie Sie wissen, ist der Buchhandelrabatt in der Regel etwa 40%, der Mehrwertsteuersatz für Bücher 7%. Das heißt, dass ein Buch, das im Buchhandel 29.95 Euro incl. Mehrwertsteuer, also etwa 28 Euro ohne Mehrwertsteuer. Davon sind etwa 11,20 Euro Buchhandelsrabatt, der Nettoerlös beträgt also etwa 16,80. Davon sind 3% etwa 50 Cent. Wenn so ein Buch über die Jahre vielleicht dreihundertmal verkauft wird, bekomme ich insgesamt 150 Euro, die ich selbstverständlich versteuern muss. Zu Ihrer Frage: Man kann immer anständig sein. aber sicher nicht einmal unanständig vom Übersetzen antiker Texte leben.

Die von Reclam angebotene Ausgabe der Historien des Herodot, bei der Sie als Herausgeber fungieren, wird ’scheibchenweise‘ veröffentlicht; will heißen, die neun Teile, aus denen Herodots Geschichtswerk besteht, kommen einzeln in den Handel. Das ist auch verständlich, weil das kompakte ‚Reclam-Format‘ hier gewisse Grenzen setzt. Andererseits verwundert mich der Umstand, dass, obwohl schon 2002 mit der Veröffentlichung begonnen wurde, man 15 Jahre später erst beim 7. Teil angelangt ist. 
Ist das vom Verlag so gewollt? Ich frage hier vor allem deshalb, weil für viele Interessierte nur eine vollständige Ausgabe wirklich interessant sein dürfte. Aus diesem Grund habe auch ich kürzlich schon etwas verzweifelt bei der Konkurrenz – dem Kröner Verlag – zugegriffen.

Die Verlagspolitik von Reclam hat sich über die Jahre geändert. Meine Kollegin und ich sind nun gebeten worden, den kompletten Herodot in einem Band vorzulegen. Ich bin gespannt, wie Ihnen die doch arg in die Jahre gekommene und von Heinz-Günther Nesselrath kürzlich nur „behutsam modernisierte“ Übersetzung von August Horneffer, die Sie gekauft haben, gefällt: Er hat von 1875 bis 1955 gelebt, war promovierter Musikwissenschafter, hat am Nietzsche-Archiv gearbeitet und war aktiver Freimaurer – ein faszinierender Lebenslauf für einen Übersetzer!

Die Modernisierung von Nesselrath liest sich durchaus angenehm, ist preislich günstig und verfügt über viele erklärende Endnoten. Allerdings ist sie nur einsprachig (meine Rezension).


Gibt es ein wichtiges antikes Werk, von dem Sie sagen, dass eine Übersetzung oder Neuübersetzung längst überfällig ist?

Allerdings – es fehlt uns eine Übersetzung der bedeutenden Reden des Aelius Aristides, es fehlen aber auch Übersetzungen in wenigstens eine moderne Sprache der allermeisten Werke des bis in die Neuzeit einflussreichen Mediziners Galenos. Und es fehlen noch eine ganz Menge spannender antiker Werke.

Eventuell können Sie uns abschließend einen kleinen Ausblick auf geplante Buch-Projekte geben?
Als nächste zweisprachige Ausgabe soll die „Vermischte Forschung“ des Ailianos erscheinen – ein buntes Werk, dem Sie Antworten etwa auf folgend Fragen entnehmen können: Welcher antike König war in einen Baum verliebt? Wer hat die Königsherrschaft als „ehrenvolle Sklaverei“ bezeichnet? Wo durften Frauen keinen Wein trinken? Gab es eine antike Utopia? Wo kam Faulheit vor Gericht? Wo stand Kunst, die ihren Gegenstand schöner erscheinen ließ, als er war, unter Strafe? Wer war der erste „Trainspotter“? Wer hat das Katapult erfunden? Welcher Tyrann wurde nach seinem Sturz Grundschullehrer? Warum erweisen einen gefärbte Haare als Lügner? Wer stellte Grabsteine für Haustiere auf? Wo sind erstmals Brieftauben belegt? Gab es in der Antike so etwas wie den „Fluch der Pharaonen“? Wer war das Aschenputtel des Altertums? Wie vertrieb sich ein Perserkönig, der Analphabet war, auf langen Reisen die Zeit? 
Und derzeit bin ich in den „letzten Zügen“ eines Buches über „Dacia Felix“, also über die antike Geschichte Rumäniens, und einer kritischen Neuedition der Römischen Geschichte des Appianos von Alexandreia.

Vielen Dank, dass Sie meinen Lesern und mir so ausführlich Auskunft gegeben haben. Besonders auf Ihre geplante Neuedition von Appians Römische Geschichte freue ich mich schon, da für die aktuellste (bei Hiersemann erschienene) Ausgabe dieses antiken Werks längst Mondpreise verlangt werden.


Weiterführende Informationen zum Gesprächspartner:

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Das Fundament der Kryptologie

„Das Fundament der Ewigkeit“, der neue Roman des Erfolgsautors Ken Follett, erscheint am 12. September. Er führt den Leser in das Zeitalter von Königin Elisabeth I. Ihr Staatssekretär Sir Francis Walsingham begründete den englischen Geheimdienst. Der Buchumschlag zeigt deshalb eine Chiffrierscheibe aus der Krypto-Abteilung des HNF. Sie basiert auf einem Entwurf aus dem 16. Jahrhundert….