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Zeitschrift "Bayerische Archäologie": Sondengänger führt private ‚Notgrabung‘ durch — Die Bajuwaren waren ‚Warriors‘ — Fragwürdiger Denkmalschutz

Viermal jährlich erscheint im Verlag Friedrich Pustet die Zeitschrift Bayerische Archäologie. Die einzelnen Ausgaben haben unterschiedliche Schwerpunkte, enthalten daneben aber auch Beiträge zu diversen weiteren Themen.

Die Bajuwaren waren ‚Warriors‘

Das aktuellen Heft (3/2017) trägt den Titel Zeitenwende II: Das Ende der Antike – und was kam dann? Dementsprechend handeln mehrere Texte von den im heraufziehenden Frühmittelalter zum ersten Mal ins Rampenlicht der Geschichte tretenden Bajuwaren (auch Baiuvaren, Baiovaren, Baioari, usw. geschrieben). Beispielsweise geht der Germanist Peter Wiesinger jener schon lange umstrittenen Frage nach, woher die Bezeichnung dieses Stammes überhaupt herrührt.  Gut möglich ist -wie erläutert wird – dass die ursprünglich von den keltischen Boiern (Bojern) besiedelte Landschaft Böhmen sowie das germanische Wort warjoz (=Wehrmänner; siehe auch das englische Wort warrior!) namensgebend waren. Bei den ersten Bajuwaren handelte es sich also möglicherweise um germanische Krieger, die aus dem von den keltischen Boiern schon lange verlassenen Böhmen kamen und sich als Söldner in den Dienst Ostroms stellten, das Ende des 5. Jahrhunderts – nach der Auflösung des Weströmischen Reichs – daran interessiert war, die an Böhmen grenzende Provinz Noricum militärisch abzusichern.

Sondengänger führt private ‚Notgrabung‘ durch 

Kurios ist der in einem anderen Beitrag beschriebene Fall von einem anonym abgegebenen, aus 89 Einzelobjekten bestehenden Bronzehort (siehe obiges Bild). Ein Sondengänger grub ihn in einem Wald bei Hemau in der Oberpfalz aus und schickte ihn daraufhin ans Landesamt für Denkmalpflege – inklusive eines Briefs, in dem er nicht nur den Fundort genau beschrieb, sondern auch seine Handlungsweise begründete: Die Objekte hätten sich neben einem stark frequentierten Wanderweg, jedoch auf keinem ausgewiesenen Bodendenkmal, befunden. Es bestand hier angeblich die dringende Gefahr, dass Wanderer den Hort zufällig entdecken und mopsen würden. Der Sondengänger initiierte deshalb eine Art private ‚Notgrabung‘ 😉. Außerdem verwehrte er sich in seinem Schreiben quasi vorsorglich dagegen, als „krimineller Raubgräber“ abgestempelt zu werden. Anonym wolle er bleiben, weil er den Behörden nicht vertraut. Deren genereller Umgang mit Sondengängern führe in eine Sackgasse, die für keine Seite einen Gewinn bringen würde. Seinen Finderanteil an dem Hort möge man einem gemeinnützigen Zweck zuführen, bittet er dann noch.
Das Denkmalamt führte an der beschriebene Stelle eine Nachgrabung durch und entdeckte noch drei weitere bronzezeitliche Metallobjekte. Allerdings ist man von der Eigenmächtigkeit des Sondengängers naturgemäß wenig begeistert. Wichtige Fundzusammenhänge seien durch die undokumentierte Bergung verlorengegangen. Dieses Argument halte ich bei einem Hortfund wie diesem jedoch für etwas überzogen, denn die Lage der Objekte zueinander wird hier – im Gegensatz zu einem Grab – kaum etwas von echter Bedeutung verraten. Trotzdem wäre es wahrscheinlich besser gewesen, der Sondengänger hätte sofort die Behörden verständigt. Nur wenn diese tatsächlich nicht zeitnah ihren Hintern hochbekommen hätten, wäre es moralisch vertretbar gewesen, in Eigenregie tätig zu werden. Und selbst in so einem Ausnahmefall ist es sicher sinnvoll, wenn man die Ausgrabung halbwegs vorsichtig durchführt, alles mit Fotos dokumentiert und nicht versucht, die zutage geförderten Objekte zu säubern, da hierbei die Gefahr besteht, dass z.B. eventuell vorhandene Textilanhaftungen am korrodierten Metall beseitigt werden.
Interessant wäre übrigens aus meiner Sicht noch gewesen, wenn man die für diesen Fall relevante bayerische Gesetzeslage in dem Artikel etwas näher erläutert hätte. Nicht jeder Leser wird diese kennen.
Fragwürdiger Denkmalschutz: Der Abbruch der Eselbastei 
Über den umstrittenen Abbruch der sogenannten Eselbastei in Ingolstadt schreibt Roland Gschlössl, der Herausgeber der Zeitschrift.  Konkret geht es hier darum, dass das erst 2012 unter Denkmalschutz gestellte renaissancezeitliche Mauerwerk in einer Nacht-und-Nebel-Aktion abgerissen wurde. Grund: Es war einem Hotel mit Tiefgarage im Weg. Eine Konservierung wurde nach Rücksprache mit dem Bauherren von einer Mehrheit des Stadtrates als zu kostspielig eingestuft.
Die Gegner des Abrisses argumentieren, dass hier ein sehr wichtiges Stück Stadtgeschichte leichtfertig zerstört wurde. So sei beispielsweise laut Überlieferung von der Eselsbastei aus dem schwedischen König Gustav Adolf bei einem Erkundungsritt das Pferd direkt unter dem Hintern weggeschossen worden, woraufhin dieser von einer Belagerung der stark befestigten Stadt absah. Übrigens, das damals getötete Pferd wurde als Trophäe nach Ingolstadt gebracht und ist dort heute im Stadtmuseum zu sehen; es gilt als ältestes Tierpräparat Europas – siehe das nachfolgende Bild.
Ich kann den Ärger der Kritiker verstehen, bin aber zwiegespalten. Die bisher schon nicht sichtbaren Mauern wären nach ihrer Dokumentation ohnehin wieder zugeschüttet worden, wenn es sich um eine normale archäologische Grabung gehandelt hätte und an der betreffenden Stelle keine Tiefgarage errichtet worden wäre. 
Abschließend noch eine kleine Randbemerkung zum Vorwort in diesem Heft. Darin schreibt der Herausgeber eingangs: „Liebe Leserin, lieber Leser, …“. Sehr brav, dafür gäbe es normalerweise die Note Eins im Fach Geschlechtergerechte Sprache. Doch leider, nur ein paar Zeilen weiter ist bereits unverzeihlicherweise vom „Zeitalter der Baiovaren“ die Rede; gerade so, als ob es damals keine Baiovarinnen gegeben hätte. Aber so ist das eben, diesen sprachlichen Schmarrn hält fast niemand konsequent durch. Daher verzichte zumindest ich komplett darauf 😊

Fazit: Alles in allem wieder ein interessantes Heft, mit thematisch gut durchmischten Beiträgen. Der Kaufpreis beträgt knapp 9 Euro.

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Weitere interessante Themen:

Buch: Historisches Lexikon der deutschen Länder

Bereits in der 7. Auflage ist Gerhard Köblers Historisches Lexikon der deutschen Länder (Verlag C.H. Beck) erschienen. In unterschiedlicher Ausführlichkeit werden auf beinahe 1000 Seiten rund 5000 Einheiten des historischen ‚Deutschlands‘ beschrieben – zu dem auch Österreich, Teile der Schweiz usw. zählen. 

Man könnte meinen, dass ein Lexikon wie dieses in Zeiten von Wikipedia völlig obsolet ist. Doch das ist es nicht, sofern man beispielsweise für eine Studienarbeit eine zitierfähige Quelle benötig. Darüberhinaus ist das Buch auch ein Schmöker im besten Sinn des Wortes.
Doch warum vergebe ich trotz dieser rundweg positiven Einschätzung ’nur‘ vier und nicht fünf Sterne? 
Na ja, ich habe mich ein wenig über die Auswahl der gelisteten Territorien und Städte gewundert bzw. geärgert. So hat zwar einerseits die kleine Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt einen eigenen Eintrag – und auch manch historisch noch weniger bedeutendes Städtchen wie das baden-württembergische Meßkirch – aber andererseits wurde Graz, immerhin die zweitgrößte Stadt Österreichs und einstige Residenz der Habsburger, kein eigener Eintrag spendiert. Wie ist das möglich? 
Mir ist selbstverständlich klar, dass bei einem solchen Lexikon Prioritäten gesetzt werden und Abstriche in Kauf genommen werden müssen, da es anderenfalls einen zu großen Umfang annehmen würde, aber speziell die genannte Auslassung ist für mich bei allem Verständnis nicht nachvollziehbar. Sollte es eine achte Auflage des Buchs geben, dann wäre es sicher begrüßenswert, wen man hier eine Ergänzung vornehmen würde.
FAZIT: Trotz Auslassungen handelt es sich bei diesem Lexikon um ein praktisches Nachschlagewerk. Besonders im Angesicht des günstigen Preises von nicht einmal 20 Euro. Landkarten sind übrigens keine enthalten.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort (zur 1. Auflage)
Vorwort zur 6. Auflage
Vorwort zur 7. Auflage
Überblick
Verzeichnis der wichtigsten Abkürzungen
Literaturhinweise
Historisches Lexikon
Register
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Weiterführende Informationen:

Weitere interessante Themen auf diesem Blog:

Von Spartacus bis Herodot: Ein Interview mit dem Althistoriker und Übersetzer Kai Brodersen

Wer ernsthaft mit der Antike auf Tuchfühlung gehen möchte – etwa im Zuge des Living-History-Hobbys – wird relativ früh die Notwendigkeit erkennen, abseits von Sekundärliteratur auch die Original-Schriftzeugnisse von Livius, Plinius und Co. zumindest in Form von Übersetzungen zu lesen. Und doch zögern viele Interessierte aufgrund von Berührungsängsten, die nicht selten auf der Annahme fußen, dass es sich bei antiken Texten um eine schwer verdauliche Kost handelt.
Das ist auch nicht grundsätzlich falsch, denn manch immer noch erhältliche Übersetzung ist schon etwas angestaubt und daher in einem schwülstigen Deutsch gehalten, das dem Leser eine gewisse Leidensfähigkeit abverlangt. So muss man beispielsweise noch in der 1972 von Karl Büchner übersetzten Verschwörung des Catilina kaskadierende Endlossätze wie diesen erdulden: 
Nachdem das die Männer vernommen hatten, die alles Übel im Überfluss besaßen, aber nichts Gutes noch eine gute Aussicht, forderten, wenn es ihnen auch schon ein großer Gewinn schien, den Ruhezustand in Bewegung zu bringen, doch die meisten, er solle darlegen, wie die Bedingungen des Krieges seien, was sie für Lohn mit ihren Waffen errängen, was sie überall an Hilfe oder Hoffnung besäßen.
Glücklicherweise sind die Zeiten solcher Satzungetüme vorbei. Moderne Übersetzungen sind in der Regel weitaus geschmeidiger formuliert, sodass mit ihnen ein deutlich größerer Leserkreis angesprochen werden kann. 
Es bleibt für manch Interessierten deshalb mitunter nur ein einziger triftiger Hinderungsgrund, sich in antike Texte zu vertiefen: Der sogenannte ‚Anschaffungswiderstand‘, wie es in der Elektronik so schön heißt 😉. Denn die Preise reichen von günstig bis schmerzhaft.
Darüber – und über einiges mehr – unterhalte ich mich in folgendem Interview mit dem Althistoriker Kai Brodersen, der seit Jahren zu den fleißigsten Übersetzern und Autoren im deutschen Sprachraum zählt.


Lieber Herr Brodersen, wie geht es Ihnen, wenn Sie beispielsweise Cicero-Übersetzungen aus dem 18. oder 19. Jahrhundert lesen? Bereitet Ihnen das vergleichsweise altertümliche Deutsch Vergnügen oder strengt es Sie, so wie mich, eher an?

Übersetzungen macht man immer für die eigene Zeit – der will man ja den Zugang zur Antike erleichtern. Und so, wie es heute Menschen gibt, die gerne deutsche Literatur aus den letzten Jahrhunderten lesen, gibt es auch heute Menschen, die Vergnügen an jener Sprachform haben. Wenn man z.B. die Übersetzung von Thukydides’ Geschichtswerk nimmt, die Georg Peter Landmann 1960 vorgelegt hat und die nach wie vor lieferbar und heute die am meisten verbreitete deutsche Übesetzung des Werks ist, dann kann man sich an deutschen Passagen freuen, die zeigen, dass der Übersetzer sich zum George-Kreis rechnete und eine sehr „gehobene“ Sprache nutzte. Man kann aber auch verzweifeln, wenn man herausfinden möchte, was denn im Originaltext steht…

Abgesehen von der sich ändernden Sprache: Übersetzt man heute, anders – eventuell freier – als noch vor 100 oder 200 Jahren? 

Nein, nicht freier, sondern umgekehrt eher genauer. Wenn Sie z.B. die neueren Übersetzungen von Niklas Holzberg anschauen, sehen Sie, wie er sich um eine möglichst genaue Übersetzung bemüht, und das sogar in Versform! Bei Fachliteratur, etwa bei Palladius’ Buch über das Bauernjahr oder Apuleius’ Heilkräuterbuch, war mir sehr daran gelegen, möglichst genau zu übersetzen, also z. B. die Pflanzennamen oder Fachbegriffe genau zu verstehen und wiederzugeben, und dabei gerade keine „dichterische Freiheit“ walten zu lassen. Ich möchte dasselbe lateinische Wort nicht einmal als „Harke“ und einmal als „Rechen“ übersetzen – und bei pharmakologischen Texten kann das sogar gefährlich werden.

Von wem geht in der Regel die Initiative für das Übersetzen eines bestimmten antiken Textes aus? Tritt ein Verlag an Sie heran und unterbreitet einen Vorschlag – oder ist es eher umgekehrt? 

Es gibt Verlagsinitiativen (so etwa die zweisprachige Ausgabe des Geschichtswerks von Herodot bei Reclam) und Übersetzerinitiativen (so etwa die zweisprachige Ausgabe von „Plinius’ Kleiner Reiseapotheke“ bei Steiner), aber oft entstehen solche Ideen im Austausch zwischen Verlag und Übersetzer – je mehr man miteinander schafft, umso besser.

Zur Zeit lese ich die Strategika des Polyainos, danach kommt die Taktika des Ailianos an die Reihe; beide Bücher erschienen erst kürzlich in deutscher Sprache und wurden von Ihnen übersetzt. Wie viele Stunden Arbeit müssen Sie in solche Werke normalerweise investieren?

Die Stunden zähle ich nicht, und solche Projekte laufen oft über lange Zeit. Zu Polyainos z. B. hatte ich schon 2010 einen Tagungsband herausgegeben, seither hat mich dieses umfangreiche Buch immer wieder beschäftigt. Ich bin ja Professor an der Uni Erfurt und habe in Forschung und Lehre zu arbeiten!


Wie viele antike Werke übersetzen Sie durchschnittlich pro Jahr?

Das hängt völlig an den Lebensumständen: Ich war lange Jahre in der akademischen Selbstverwaltung tätig, darunter 6 Jahre als Prorektor und 6 Jahre als Universitätspräsident. Da war nicht viel Zeit für solche Projekte! Umgekehrt beginnen manche Übersetzungen als Unterlagen für eine Lehrveranstaltung. So war etwa die „Reise ins Heilige Land“ der Egeria das Thema eines Seminars, das ich am Departement für Protestantische Theologie in Hermannstadt/Sibiu halten durfte. Wenn die Studierenden dann zeigen, dass sie der Text interessiert, ist die Motivation gleich dreimal so groß, so eine Übersetzung publikationsreif zu machen!


Da die meisten Schriften antiker Autoren nur über den Umweg mittelalterlicher Kopien überliefert wurden, haben sich im Laufe der Jahrhunderte oft Fehler eingeschlichen. Bereitet Ihnen das einen großen Mehraufwand beim Übersetzen? Müssen Sie eventuell sogar herumreisen, um Einblick in Überlieferungsvarianten nehmen zu können, die Sie dann miteinander vergleichen? Oder ist das dank Internet und digitaler Bibliotheken alles viel einfacher geworden?

Da ich fast ausschließlich zweisprachige Ausgaben mache, bei denen der griechische oder lateinische Text der deutschen Übersetzung gegenübersteht, ist mir die Festlegung des antiken Texts jedes Mal besonders wichtig. Wo sehr gute kritische Editionen vorliegen, nutzte ich diese, überlege aber in allen Zweifelsfällen, ob der rekonstruierte Text gut verständlich ist und biete immer ein Verzeichnis der Stellen, an denen „mein“ Text von der Bezugsedition abweicht. In anderen Fällen – so bei Damigerons „Heilenden Steinen“ und bei Ailianos’ „Antiken Taktiken“ – ist der Text neu zu erstellen, da es bislang keine zuverlässige Ausgabe des antiken Textes gab. Das Internet hilft da wenig – man muss schon die Überlieferungsträger, also die mittelalterlichen Handschriften, lesen, die man sich als Photographien oder Scans aus den Bibliotheken besorgen muss. Aber das macht schon auch Freude!

Ich stelle bei modernen Übersetzungen von ein und demselben antiken Text zum Teil spürbare Preisunterschiede fest; beispielsweise ist De Gruyter (Tusculum) als ziemlich hochpreisig verschrien. 
Inwieweit sind die Endpreise tatsächlich auf den Arbeitsaufwand des Übersetzers zurückzuführen? Ist beispielsweise das Hinzufügen erklärender Endnoten ein signifikanter Preistreiber? Mir ist nämlich aufgefallen, dass Ihre Übersetzungen bei Marix über keine Endnoten verfügen, jene bei Reclam hingegen schon. 

Ob es – wie bei Marix – eine ausführliche Einleitung und Erläuterungen im Text selbst gibt oder – wie bei manchen, aber längst nicht allen Reclamausgaben – Endnoten, hat nichts mit dem Preis zu tun – die Information (und die Arbeit, die zu erstellen) ist dieselbe, nur die Präsentation nicht, und die Gestaltung eines Buchs folgt ja in der Regel dem Inhalt – „form follows function“! Nehmen Sie z.B. bei Reclam Aristeas’ Buch „Der König und die Bibel“ – da habe ich die Erläuterungen in einer sehr ausführlichen Einleitung, nicht in Endnoten geboten. Was ein Buch im Buchhandel dann kostet, ist eine Frage der Kalkulation des Verlags – der muss das Buch ja verkaufen! Das hat mit dem Arbeitsaufwand des Übersetzers überhaupt nichts zu tun.

Wie darf man sich das Entlohnungsmodell für das Übersetzen eines lateinischen oder altgriechischen Buchs vorstellen? Wird z.B. nach Wörtern oder Normseiten abgerechnet? Und ganz wichtig für jene, die das beruflich eventuell auch machen wollen: Kann man von dieser Arbeit anständig leben? 😉

Ganz einfach: Ich erhalte bei den meisten Verlagen überhaupt kein Honorar, aber ich habe ja auch einen Beruf, in dem wissenschaftliche Publikationen zu meinen Aufgaben gehören, und muss nicht vom Übersetzen leben. Nur bei einem Verlag, den Sie schon genannt haben, erhalte ich 3% vom Nettoerlös. Unter Nettoerlös versteht man den Bezugspreis abzüglich der darin gesetzlichen Mehrwertsteuer und der gewährten Rabatte. Wie Sie wissen, ist der Buchhandelrabatt in der Regel etwa 40%, der Mehrwertsteuersatz für Bücher 7%. Das heißt, dass ein Buch, das im Buchhandel 29.95 Euro incl. Mehrwertsteuer, also etwa 28 Euro ohne Mehrwertsteuer. Davon sind etwa 11,20 Euro Buchhandelsrabatt, der Nettoerlös beträgt also etwa 16,80. Davon sind 3% etwa 50 Cent. Wenn so ein Buch über die Jahre vielleicht dreihundertmal verkauft wird, bekomme ich insgesamt 150 Euro, die ich selbstverständlich versteuern muss. Zu Ihrer Frage: Man kann immer anständig sein. aber sicher nicht einmal unanständig vom Übersetzen antiker Texte leben.

Die von Reclam angebotene Ausgabe der Historien des Herodot, bei der Sie als Herausgeber fungieren, wird ’scheibchenweise‘ veröffentlicht; will heißen, die neun Teile, aus denen Herodots Geschichtswerk besteht, kommen einzeln in den Handel. Das ist auch verständlich, weil das kompakte ‚Reclam-Format‘ hier gewisse Grenzen setzt. Andererseits verwundert mich der Umstand, dass, obwohl schon 2002 mit der Veröffentlichung begonnen wurde, man 15 Jahre später erst beim 7. Teil angelangt ist. 
Ist das vom Verlag so gewollt? Ich frage hier vor allem deshalb, weil für viele Interessierte nur eine vollständige Ausgabe wirklich interessant sein dürfte. Aus diesem Grund habe auch ich kürzlich schon etwas verzweifelt bei der Konkurrenz – dem Kröner Verlag – zugegriffen.

Die Verlagspolitik von Reclam hat sich über die Jahre geändert. Meine Kollegin und ich sind nun gebeten worden, den kompletten Herodot in einem Band vorzulegen. Ich bin gespannt, wie Ihnen die doch arg in die Jahre gekommene und von Heinz-Günther Nesselrath kürzlich nur „behutsam modernisierte“ Übersetzung von August Horneffer, die Sie gekauft haben, gefällt: Er hat von 1875 bis 1955 gelebt, war promovierter Musikwissenschafter, hat am Nietzsche-Archiv gearbeitet und war aktiver Freimaurer – ein faszinierender Lebenslauf für einen Übersetzer!

Die Modernisierung von Nesselrath liest sich durchaus angenehm, ist preislich günstig und verfügt über viele erklärende Endnoten. Allerdings ist sie nur einsprachig (meine Rezension).


Gibt es ein wichtiges antikes Werk, von dem Sie sagen, dass eine Übersetzung oder Neuübersetzung längst überfällig ist?

Allerdings – es fehlt uns eine Übersetzung der bedeutenden Reden des Aelius Aristides, es fehlen aber auch Übersetzungen in wenigstens eine moderne Sprache der allermeisten Werke des bis in die Neuzeit einflussreichen Mediziners Galenos. Und es fehlen noch eine ganz Menge spannender antiker Werke.

Eventuell können Sie uns abschließend einen kleinen Ausblick auf geplante Buch-Projekte geben?
Als nächste zweisprachige Ausgabe soll die „Vermischte Forschung“ des Ailianos erscheinen – ein buntes Werk, dem Sie Antworten etwa auf folgend Fragen entnehmen können: Welcher antike König war in einen Baum verliebt? Wer hat die Königsherrschaft als „ehrenvolle Sklaverei“ bezeichnet? Wo durften Frauen keinen Wein trinken? Gab es eine antike Utopia? Wo kam Faulheit vor Gericht? Wo stand Kunst, die ihren Gegenstand schöner erscheinen ließ, als er war, unter Strafe? Wer war der erste „Trainspotter“? Wer hat das Katapult erfunden? Welcher Tyrann wurde nach seinem Sturz Grundschullehrer? Warum erweisen einen gefärbte Haare als Lügner? Wer stellte Grabsteine für Haustiere auf? Wo sind erstmals Brieftauben belegt? Gab es in der Antike so etwas wie den „Fluch der Pharaonen“? Wer war das Aschenputtel des Altertums? Wie vertrieb sich ein Perserkönig, der Analphabet war, auf langen Reisen die Zeit? 
Und derzeit bin ich in den „letzten Zügen“ eines Buches über „Dacia Felix“, also über die antike Geschichte Rumäniens, und einer kritischen Neuedition der Römischen Geschichte des Appianos von Alexandreia.

Vielen Dank, dass Sie meinen Lesern und mir so ausführlich Auskunft gegeben haben. Besonders auf Ihre geplante Neuedition von Appians Römische Geschichte freue ich mich schon, da für die aktuellste (bei Hiersemann erschienene) Ausgabe dieses antiken Werks längst Mondpreise verlangt werden.


Weiterführende Informationen zum Gesprächspartner:

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Orte

[Kall] ist ein literarischer Ort geworden. Aber was spielt der reale Ort schon für eine Rolle? Die Menschen sterben, die Häuser werden abgerissen, die Flüsse umgeleitet, das einzige, was bleibt, ist die Geschichte. Norbert Scheuer

Das Fundament der Kryptologie

„Das Fundament der Ewigkeit“, der neue Roman des Erfolgsautors Ken Follett, erscheint am 12. September. Er führt den Leser in das Zeitalter von Königin Elisabeth I. Ihr Staatssekretär Sir Francis Walsingham begründete den englischen Geheimdienst. Der Buchumschlag zeigt deshalb eine Chiffrierscheibe aus der Krypto-Abteilung des HNF. Sie basiert auf einem Entwurf aus dem 16. Jahrhundert….

Buch: Marcus Junkelmanns Standardwerk "Die Legionen des Augustus"

Der bayerische Militärhistoriker Marcus Junkelmann ist international einer der bedeutendsten Pioniere im Bereich der Experimentellen Archäologie. Darüberhinaus gilt er besonders für den deutschsprachigen Raum als wichtiger Wegbereiter dessen, was heute gemeinhin als Living History bzw. Lebendige Geschichte bezeichnet wird; also das praktische Nachempfinden vergangener Lebenswelten auf möglichst strenger Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse.
Ins Scheinwerferlicht der breiten Öffentlichkeit trat Junkelmann zum ersten Mal im Jahr 1985. Damals nahm er die (irrtümlich abgehaltene) 2000-Jahrfeier Augsburgs zum Anlass, um gemeinsam mit acht Gefährten in voller augusteischer Legionärsausrüstung von Italien über die Alpen nach Deutschland zu marschieren; 24 Tage wurden für dieses Vorhaben benötigt, bei dem man sich – trotz relativ guter Planung – mit immer wieder neuen Schwierigkeiten konfrontiert sah. Darüberhinaus fand der Alpenmarsch großes internationales Medienecho, da es etwas vergleichbares bis dahin noch nicht gegeben hatte. Wobei nicht jeder Beobachter das Vorhaben auf Anhieb richtig einordnen konnte, wie bei einer von Junkelmann und Kollegen durchgeführte Zeremonie auf dem Kapitol in Rom offensichtlich wurde:

Der Anblick von Neorömern inklusive Lictoren mit Rutenbündeln (fasces) erweckte bei älteren Einheimischen unwillkürlich Reminiszenzen an die Tage Mussolinis, wie ich der Bemerkung entnehmen konnte, die während unserer Zeremonie ein Zuschauer hinter mir seinem Begleiter in ruhigem, sachlichem Ton zuraunte: „Ah, sono fascisti“ – „Ah, das sind Faschisten.“
😄

In Die Legionen des Augustus (Herbert Utz Verlag) schildert Marcus Junkelmann u.a. diesen experimentalarchäologischen Alpenmarsch aus dem Jahr 1985. Zu Wort kommen dabei auch seine einstigen Mitstreiter, die ihre Eindrücke Revue passieren lassen. Vor allem jene großen Mühen, in schwerer römischer Rüstung einen Bergpass nach dem anderen zu bezwingen, werden dabei immer wieder angesprochen. Nicht jeder Teilnehmer des Experiments war den physischen Belastungen ohne Weiteres gewachsen. Erkrankungen und vorübergehende Ausfälle waren die Folge. Hinzu kam, dass die begeisterte Bevölkerung den neuzeitlichen Legionären auf ihrem Weg nicht nur immer wieder reichhaltige Mahlzeiten, sondern auch Unmengen an Wein und Schnaps spendierte, sodass Junkelmann und Co. ständig mit einem gewissen Alkoholpegel unterwegs waren 😊. Möglicherweise verlieh dieser unvorhergesehene Umstand dem Experiment zusätzlich eine realistische Note, denn auch die Legionäre des Augustus dürften – so wie die meisten Soldaten – dem Alkohol nicht abgeneigt gewesen sein; milderte er doch vorübergehend die Strapazen. Diese Annäherung ans echte Legionärsleben brachte freilich auch Nachteile mit sich, wie der Autor rückblickend feststellt:

Die letzten Kilometer zum Lagerplatz marschierten wir durch Dörfer und blühende Obstgärten zum See hinab. Man erwartete uns mit Transparenten und Weinfässern, das lokale (italienische) Fernsehteam filmte eifrig. Als wir am Lagerplatz ankamen, war zum einzigen Mal auf unserem Marsch festzustellen, dass der Weingenuss die Dienstfähigkeit beeinträchtigte. Schon beim Ablegen des Gepäcks kippte ein ‚miles‘ aus dem Glied, das Einschlagen der Zeltheringe verlief ganz konfus, bis Karl energisch eingriff und sich im Eifer mit dem Beil ins Bein hackte.
😂

Es ist schön, dass Marcus Junkelmann diese kleinen Unzulänglichkeiten und Probleme nicht aus akademischer Eitelkeit verschämt unter den Teppich kehrt. Die Frühen 1980er-Jahre waren überdies – verglichen mit heute – noch eine völlig andere Zeit; abzulesen auch daran, dass der Alpenmarsch unfassbare 300.000 (!) Mark verschlang. Alleine die militärische Ausrüstung eines einzigen der acht ‚Legionäre‘ schlug mit rund 20.000 Mark zu Buche (Kleidung nicht mitgerechnet), ein Lederzelt mit immerhin 10.000 Mark – und das obwohl vieles selbst angefertigt worden war. Diese hohen Kosten sind nicht zuletzt auf den damaligen Mangel an spezialisierten Handwerkern zurückzuführen (wenig Konkurrenz = hohe Preise).
Marcus Junkelmann kritisiert allerdings, dass es mittlerweile eine Entwicklung ins gegenteilige Extrem gibt, seitdem Billigware aus Indien (Stichwort ‚Deepeeka‘) den europäischen Markt flutet. Das führe zu einem Qualitätsverlust beim Römer-Reenactment und mache selbst vor Unis nicht halt. In diesem Zusammenhang bemängelt er auch Experimente, die seinen Alpen-Marsch im kleineren Maßstab mehr oder weniger ‚imitieren‘ – wie z.B. ein 2010 durchgeführtes Projekt von 20 Studenten der Universität Augsburg, die Junkelmann wohl ein bisschen für schlecht vorbereitete Weicheier hält (wobei freilich – siehe oben – auch bei seinem Alpenmarsch nicht alles glatt lief). 
Des Weiteren bemängelt der Autor, dass sich die Verantwortlichen von Freilichtmuseen allzu oft nicht ausreichend um Authentizität bemühen und dem Publikum pauschal die Qualifikation zur Unterscheidungsfähigkeit absprechen – obwohl dieses nachweislich z.B. auf Brillen und moderne Frisuren negativ reagiert (die Mittelalterbaustelle Campus Galli lässt grüßen).
Dergestalt hingelangt wird vor allem in der umfangreichen Einleitung und dem ersten Kapitel. In den restlichen vier Kapiteln widmet sich Marcus Junkelmann dann ausführlich der Geschichte, Entwicklung, Organisation und Ausrüstung des römischen Heeres zur Zeit des Augustus; wobei immer wieder auch die späte Republik und die restliche frühe Kaiserzeit miteinbezogen werden. An sich ist das sinnvoll, allerdings erschienen mir einige Abschnitte dann doch eine Spur zu weitschweifig.
Der Schreibstil ist allgemein verständlich; Fremdwortvöllerei ist nicht Junkelmanns Fall. Als erfahrenem Didaktiker ist ihm eben klar, was er der Mehrheit seiner Lesern zumuten kann.
Obschon eher textlastig, verfügt das Buch trotzdem über zahlreiche aussagekräftige Abbildungen. Die vom Verlag gewählte Schriftgröße ist hingegen aus meiner persönlichen Sicht grenzwertig, sodass ich zu meiner Brille (1,5 Dioptrien) greifen musste.

Die vorliegende 15. Auflage wurde stark erweitert und in vielen Punkten auf den neuesten Stand der Forschung gebracht. Fuß- bzw. Endnoten finden sich allerdings nur im immerhin rund 30 Seiten starken Vorwort.

Fazit: Bei Die Legionen des Augustus handelt es sich zweifellos um DAS deutschsprachige Standardwerk für jeden Legionärsdarsteller der entsprechenden Zeit. Darüber hinaus ist dieses dicht mit Informationen vollgepackte Buch selbstverständlich auch für jeden anderen Leser hochinteressant, der Gefallen am Militär der frühen Kaiserzeit gefunden hat. 
Die Taschenbuchvariante kostet 38 Euro, die gebundene 58 Euro. 20 Euro Aufpreis sind hier meiner Ansicht nach nicht gerechtfertigt. Ich empfehle daher das Taschenbuch, welches ohnehin nicht bloß geklebt, sondern zusätzlich fadengebunden wurde und einen ausreichend robusten Eindruck macht.

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Weiterführende Informationen:


Darßer Haustüren als Kulturerbe?

Darßer Haustüren als Kulturerbe? Das „„Kleine Buch der Darßer Haustüren“ von Frank Klein und René Roloff wurde neu aufgelegt. http://www.ostsee-zeitung.de/Region-Rostock/Ribnitz-Damgarten/Darsser-Haustueren-als-Kulturerbe Ähnliche BeiträgeDer elektronische Lesesaal der Martin-Opitz-Bibliothek Neuerscheinungen 2016 Vitae pomeranorum

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Mit Elizabeth von Arnim nach Rügen und Pommern

Geliebte Gärten und eine Märcheninsel Mit Elizabeth von Arnim nach Rügen und Pommern Elisabeth von Arnim (http://ift.tt/1bEigsv) hiess eigentlich Mary Annette Beauchamp und wurde 1866 in Australien geboren. Als Schriftstellerin bekannt wurde sie mit ihrem Erstling „Elisabeth und ihr Garten“, … Weiterlesen

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Kinderklinik Greifswald

Kinderklinik Greifswald H. Reddemann Die Kinderklinik an der Pommerschen Universität Greifswald Zur Geschichte der Kinderklinik der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald von der Hunnenstraße über die Soldmannstraße zur Sauerbruchstraße Ausführliche Rezension des im Eigenverlag erschienenen Buches im Brandenburgischen Ärzteblatt 2/2017 ab Seite 24 … Weiterlesen

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Rettung von Bücherschätzen: In guter Ordnung, aber schlechter Verfassung

Rettung von Bücherschätzen: In guter Ordnung, aber schlechter Verfassung „Wissenschaft und Gesellschaft brauchen beides, das Original und das Digitalisat.“ Über die deutschen Bibliotheken http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/buecherschaetze-muessen-digitalisiert-und-restauriert-werden-15110277.html Ähnliche BeiträgeBuchscanner Vitae pomeranorum Nationalbibliothek in Leipzig

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Gemeindeblatt für das Kirchspiel Kankelfitz

Gemeindeblatt für das Kirchspiel Kankelfitz Zur Kirchengemeinde Kankelfitz im Kreis Regenwalde gehörten die Gemeinde Kankelfitz, Kratzig, Lessenthin und Roggow B. Das Gemeindeblatt für die Jahre 1921-1923 enthält auch lokale Begebenheiten und Angaben zu Taufen, Heiraten und Sterbefällen. http://www.digitale-bibliothek-mv.de/viewer/toc/PPN870122274/1/ Eine wertvolle … Weiterlesen

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Der Mann im chinesischen Zimmer

Am 31. Juli feiert der amerikanische Philosoph John Searle seinen 85. Geburtstag. Er lehrt seit 1959 an der Universität von Kalifornien in Berkeley; unter anderem widmete er sich der Sprachtheorie und dem Leib-Seele-Problem. Aufsehen erregte Searles Kritik an der Künstlichen Intelligenz. Dafür erfand er ein fiktives Experiment, das als „chinesisches Zimmer“ in die Philosophiegeschichte einging. In…

Krimskrams: Wo bleiben die Merowinger?

Wer sich so wie ich fragt, wo denn der dritte Teil der Merowinger-Reihe des Zeughaus Verlages nach zig Verschiebungen bleibt, hier ein kleines Update: Ich habe kürzlich nachgefragt und die Antwort erhalten, dass der Text des Buches fertig ist bzw. gerade beim Lektor liegt. Allerdings benötigt der Grafiker deutlich länger als erwartet. Man hofft nun, dass sich die Veröffentlichung trotzdem noch bis zum Jahresende ausgehen wird. 
Das hoffe ich auch, denn die Bücher dieser Reihe sind sehr gut – meiner Meinung nach besser als die vergleichbaren von Osprey – und gehören eigentlich in die Bibliothek eines jeden Living-History-Darstellers, der im Frühmittelalter unterwegs ist.
Ebenfalls sehnsüchtig erwarte ich schon lange die Veröffentlichung der Übersetzung von „Zehn Bücher Geschichten“ (Gregor von Tours). Vielleicht sollte man hier auch einmal nachfragen. wann das Buch endlich in den Handel kommt …
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Froschmeuseler 1595

Georg Rollenhagen (1542–1609) : Froschmeuseler : der Frösch und Meuse wunderbare Hoffhaltunge, der fröhlichen auch zur Weyssheit, und Regimenten erzogenen Jugend, zur anmutigen aber sehr nützlichen Leer, […]. Gedruckt in Magdeburg : durch Andreas Gehn, jm Jahr 1595. Zentralbibliothek Zürich, 25.804 → http://dx.doi.org/10.3931/e-rara-60061 Umformung des griechischen Tierepos ‹Batrachomyomachia› (Frosch-Mäuse-Krieg) in satirischen 20’000 Knittelversen. Angesprochen werden die Themen … Froschmeuseler 1595 weiterlesen

Buch: Im Paradies des Alphabets – Die Entwicklung der lateinischen Schrift

Vorweg: Nach Klaus Grewes Aquädukte – Wasser für Roms Städte wird hier nun zum zweiten Mal ein Buch besprochen, dessen Autor/Herausgeber dem wissenschaftlichen Beirat der medial belobhudelten Mittelalterbaustelle Campus Galli (pro forma) angehört. 
Im Paradies des Alphabetes – Die Entwicklung der Lateinischen Schrift wurde von Cornel Dora – Stiftsbibliothekar des Klosters St. Gallen – herausgegeben. Es handelt sich hierbei um eine Begleitschrift zur gleichnamigen Ausstellung im Jahr 2017.
In verschiedenen Kapiteln wird anhand von handschriftlichen Beispielen aus der umfangreichen Stiftsbibliothek des Schweizer Klosters St. Gallen die Entwicklung der lateinischen Schrift von der Spätantike bis zum Spätmittelalter veranschaulicht (4.-15. Jh.). Man beginnt mit der sogenannten Capitalis quadrata und arbeitet sich bis zur Humanistischen Kursive vor. Darüber hinaus werden auch Sonderformen wie die eher verwirrend wirkende Ogham-Schrift und das angelsächsische Runen-Alphabet behandelt. Weiters enthält das Buch großformatige Musteralphabete, die vor allem für jene interessant sein dürften, die sich selbst in der Praxis mit Kalligraphie auseinandersetzen wollen.
Der Titel ist leider etwas überoptimistisch bzw. irreführend. Die Entwicklung der lateinischen Schrift beginnt nämlich nicht erst im 4. Jahrhundert. Über das Davor erfährt man hier aber kaum etwas. 
Der Einband dieses fadengebundenen, schön gestalteten Buchs ist aus einem Karton mit einer rauen, empfindlichen Oberfläche. Wenig überraschend musste ich bereits beim Auspacken an der rechten unteren Ecke eine Beschädigung feststellen (siehe Bild). Hier hat man nach meinem Dafürhalten an der falschen Stelle geknausert. Ein folierter Karton hätte, wenn überhaupt, nur ein paar Cent mehr gekostet. 
Fazit: Inhaltlich handelt es sich um ein weitestgehend gelungenes Buch, das besonders in Bezug auf die verschiedenen Varianten der lateinischen Schriften des Mittelalters einen anschaulichen und allgemein verständlichen Überblick bietet. Der Kaufpreis beträgt 25 Euronen.
Inhaltsverzeichnis:
Vorwort
Zur Einführung: Schreiben im Mittelalter
Antike und Spätantike
Vorkarolingische Vielfalt
Insulare Schriften
Karolingische Minuskel
Gotische Schriften nördlich der Alpen
Italienische Schriften in Spätmittelalter und Renaissance 
Skriptorium und Bibliothek auf dem St. Galler Klosterplan
Initiallkunst
Die Schriften der Urkunden
Musteralphabete 
Ogham
Anhang
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Zeitschrift "Bayerische Archäologie": Der Schatz von Bernstorf und ein interessantes römisches Kettenhemd

Viermal jährlich erscheint im Verlag Friedrich Pustet die Zeitschrift Bayerische Archäologie. Die einzelnen Ausgaben haben unterschiedliche Schwerpunkte, enthalten daneben aber auch noch Artikel zu weiteren Themen. 
Im aktuellen Heft mit dem Titel Von den Römern zu den Bajuwaren widmet man sich unter anderem dem „Bernstorf-Drama“; gemeint ist hier der immer wieder durch die Medien geisternde bronzezeitliche Goldschatz, über dessen Echtheit große Uneinigkeit herrscht. Jene Fachleute, welche den Schatz für authentisch befinden, veröffentlichten kürzlich ein Buch (ISBN 978-3-927806-43-6), in dem sie ihre Ansichten verteidigen. Der Artikelautor von Bayerische Archäologie neigt nach der Lektüre eben dieses Buches dazu, den Bernstorf-Verteidigern zuzustimmen und erläutert im Detail und allgemein verständlich seine Gründe dafür. Nun wäre allerdings abzuwarten, wie die Gegenseite auf die oben erwähnte Bernstorf-Publikation reagieren wird.
Abseits der Frage, ob der Schatz echt oder eine Fälschung ist, wird überdies auf Aspekte zum Fundort hingewiesen, die bei der mitunter recht aufgeregten Diskussion zumeist unter den Tisch fallen: Große Teile der bronzezeitlichen Anlage in Bernstorf wurden zwecks Erschließung eines Kiesvorkommens undokumentiert weggebaggert, wobei Bauarbeiter mehrfach nun verschollene Bronzeartefakte beobachteten. Das Bayerische Amt für Denkmalpflege habe die Bedeutung der Fundstätte lange Zeit völlig unterschätzt und soll überdies engagierten Laien vor Ort, die sich für Erhalt sowie Erforschung des Bodendenkmals stark machten, Steine in den Weg gelegt haben. Weiter heißt es:
Dass Laien, wenn sie bedeutende Funde machen, häufig von professionellen Archäologen misstrauisch beäugt werden, und dabei auch Neid gegen die nicht vom Fach Seienden eine Rolle spielt (besonders wenn es eine starke mediale Aufmerksamkeit gibt), ist ein wohl nicht abzustreitendes Phänomen.

Der Autor eines anderen Beitrages beschäftigt sich mit der Geschichte des Legionslagers der 3. Italischen Legion in Regensburg (Castra Regina). Ziemlich interessant fand ich in diesem Zusammenhang die Rekonstruktionszeichnung eines römischen Soldaten aus der 1. Hälfte des 3. Jahrhunderts nach Christus, der u.a. mit Funden aus Regensburg und Eining ausgerüstet ist. Zuerst dachte ich, der Mann trägt eine karierte Tunika; erst auf den zweiten Blick erkannte ich, dass es ein Kettenhemd ist, dessen rechteckige Grundmodule aus Eisen/Stahl mit Bronzeringen zusammengeheftet wurden. Diese außergewöhnliche Bauform habe ich bisher glaube ich noch nirgendwo sonst gesehen. 

Ins Grübeln brachte mich die Ankündigung zu einer Lehrgrabung im kommenden August in Altenerding. Mindestdauer eine Woche, Kosten 100 € (NICHT inkludiert sind hier Übernachtung und Essen). 
Bezahlen für einen mitunter körperlich anstrengenden Hiwi-Job? Sollten die Verantwortlichen nicht stattdessen jedem die Füße küssen, der seinen Sommerurlaub opfert und seine Arbeitskraft kostenlos in den Dienst der Wissenschaft stellt? 
Das Thema hatte übrigens auch schon ein Leser unter meinem Interview mit dem Archäologen Raimund Karl recht kritisch angesprochen.
Fazit: Überwiegend interessanter, abwechslungsreicher Lesestoff. Der Kaufpreis beträgt knapp 9 Euro.
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Weitere interessante Themen auf diesem Blog:

Buch: Der Triumph – Siegesfeiern im antiken Rom

Triumphzüge gehören bis in unsere Gegenwart zu den bekanntesten Aspekten der römischen Antike. Doch wo liegen ihre historischen Ursprünge? Wie darf man sich den Ablauf dieser von Zeitzeugen als bombastisch beschriebenen religiös-militärischen Siegesfeiern vorstellen? Und was erzählen uns die Darstellungen auf Triumph- bzw. Ehrenbögen – wie beispielsweise jenen des Titus und Septimius Severus?
Diesen und weiteren Fragen geht Ritchie Pogorzelski in seinem Buch Der Triumph – Siegesfeiern im Antiken Rom – Ihre Dokumentation auf Ehrenbögen in Farbe mit viel Liebe zum Detail nach. Dabei zitiert der Autor ausgiebig antike Geschichtsschreiber wie Plutarch, Cassius Dio, Sueton usw.
Besonders hervorzuheben ist der Umstand, dass die erörterten Reliefdarstellungen der im Buch behandelten Bauten eingefärbt wurden (siehe Cover). Erst durch diese wichtige Annäherung an die antiken Originale werden  die dargestellten Szenen in vollem Umfang verständlich.
Sinnvollerweise beschreibt Ritchie Pogorzelski in Grundzügen auch gleich jene naturwissenschaftlichen Methoden, die bei der Suche nach mikroskopisch kleinen Farbanhaftungen auf antiken Bau- und Bildwerken zum Einsatz kommen. Weiters wird kurz die entsprechende Forschungsgeschichte betrachtet – ein wichtiger Punkt, da hierdurch ersichtlich wird, warum lange Zeit die irrige Meinung vorherrschte, die antike Architektur sei – von Wandmalereien abgesehen – vergleichsweise farblos gewesen; und das obwohl der Forschung doch bereits früh bekannt war, dass aus überlieferten Schriftzeugnissen klar hervorgeht, wie wenig Anklang etwa blanke Marmorstatuen in der Antike fanden.
Nach dem Betrachten der vielen farbenfrohen Abbildungen in diesem Buch dürften die meisten Leser sehr ähnliche Empfindungen.

Fazit: Eine ausführliche, äußerst detailreiche und auch für Laien leicht verständliche Monographie. Der Kaufpreis beträgt 29 Euro.

Inhaltsverzeichnis (gekürzt)

Einleitung
Der Einsatz von Farbe in der Kunst
Der römische Triumph
– Herkunft
– Beschreibung von Triumphzügen
– Der Triumphator
– Die Entwicklung
– Organisation
– Der Weg des Triumphzuges
– Das Opfer
– Die Kriegsbeute
Außerordenltiche Feiern
triumphus in Monte Albano
– Die ovatio
– Der Seetriumph
– Die ornamenta triumphalia
– Triumphähnliche Prozessionen
Der Ehrenbogen / Triumphbogen
– Der Augustusbogen in Susa
– Der Stadtgründungsbogen in Orange
– Der Titusbogen in Rom
– Der Traiansbogen in Benevent
– Der Bogen des Hadrian?
– Der Bogen des Marcus Aurelius in Rom
– Der Septimius-Severus-Bogen in Rom
– Der Septimius-Severus-Bogen in Leptis Mgana
– Die Valle Medici- und Valle Capranica-Reliefs
– Der Galierusbogen in Thessaloniki
– Der Konstantinsbogen in Rom
Schlussbetrachtung – Pietät und politische Propaganda
Glossar
Literatur
Abbildungsnachweis

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Buch: Der Triumph – Siegesfeiern im antiken Rom

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Diesen und weiteren Fragen geht Ritchie Pogorzelski in seinem Buch Der Triumph – Siegesfeiern im Antiken Rom – Ihre Dokumentation auf Ehrenbögen in Farbe mit viel Liebe zum Detail nach. Dabei zitiert der Autor ausgiebig antike Geschichtsschreiber wie Plutarch, Cassius Dio, Sueton usw.
Besonders hervorzuheben ist der Umstand, dass die erörterten Reliefdarstellungen der im Buch behandelten Bauten eingefärbt wurden (siehe Cover). Erst durch diese wichtige Annäherung an die antiken Originale werden  die dargestellten Szenen in vollem Umfang verständlich.
Sinnvollerweise beschreibt Ritchie Pogorzelski in Grundzügen auch gleich jene naturwissenschaftlichen Methoden, die bei der Suche nach mikroskopisch kleinen Farbanhaftungen auf antiken Bau- und Bildwerken zum Einsatz kommen. Weiters wird kurz die entsprechende Forschungsgeschichte betrachtet – ein wichtiger Punkt, da hierdurch ersichtlich wird, warum lange Zeit die irrige Meinung vorherrschte, die antike Architektur sei – von Wandmalereien abgesehen – vergleichsweise farblos gewesen; und das obwohl der Forschung doch bereits früh bekannt war, dass aus überlieferten Schriftzeugnissen klar hervorgeht, wie wenig Anklang etwa blanke Marmorstatuen in der Antike fanden.
Nach dem Betrachten der vielen farbenfrohen Abbildungen in diesem Buch dürften die meisten Leser sehr ähnliche Empfindungen.

Fazit: Eine ausführliche, äußerst detailreiche und auch für Laien leicht verständliche Monographie. Der Kaufpreis beträgt 29 Euro.

Inhaltsverzeichnis (gekürzt)

Einleitung
Der Einsatz von Farbe in der Kunst
Der römische Triumph
– Herkunft
– Beschreibung von Triumphzügen
– Der Triumphator
– Die Entwicklung
– Organisation
– Der Weg des Triumphzuges
– Das Opfer
– Die Kriegsbeute
Außerordenltiche Feiern
triumphus in Monte Albano
– Die ovatio
– Der Seetriumph
– Die ornamenta triumphalia
– Triumphähnliche Prozessionen
Der Ehrenbogen / Triumphbogen
– Der Augustusbogen in Susa
– Der Stadtgründungsbogen in Orange
– Der Titusbogen in Rom
– Der Traiansbogen in Benevent
– Der Bogen des Hadrian?
– Der Bogen des Marcus Aurelius in Rom
– Der Septimius-Severus-Bogen in Rom
– Der Septimius-Severus-Bogen in Leptis Mgana
– Die Valle Medici- und Valle Capranica-Reliefs
– Der Galierusbogen in Thessaloniki
– Der Konstantinsbogen in Rom
Schlussbetrachtung – Pietät und politische Propaganda
Glossar
Literatur
Abbildungsnachweis

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Das Erwachen der Sprache. Zur Poetik der Schriftstellerin Marica Bodrožić

Die Schriftstellerin Marica Bodrožić vereint in ihren Werken scheinbar gegensätzliche Elemente und schafft neue, ungewohnte Verbindungen: Ihre Erzählungen sind von einer lyrischen Sprache und der Überschneidung verschiedener nationaler, historischer und sprachlicher Perspektiven geprägt. Im Januar dieses Jahres bestand die Gelegenheit, … Weiterlesen

Aeternitas vs. Vanitas

«Vilia miretur populus, mihi flavus Apollo. Pocula castalia, plena ministret aqua.» (Mag das Volk das Nichtige bewundern – mir reicht der blone Apoll volle Becher castalischen Wassers. Ovid, Amores 1,15). – «Vivitur Ingenio, coetera Mortis erunt.» (Man lebt durch den Geist, alles andere ist sterblich. Appendix Vergiliana, Elegiae in Maecenatem 39). [Schweiz], [zwischen 1700 und … Aeternitas vs. Vanitas weiterlesen

Ab urbe condita, 29. Buch: Der 2. Punische Krieg geht in seine Endphase

Der antike Autor Titus Livius schildert in den Büchern 21 bis 30 den 2. Punischen Krieg (218 – 201 v. Chr.) zwischen Rom und Karthago. Das vorliegende 29. Buch umfasst den Zeitraum von 204 – 205 v. Chr. Zu den zentralen Geschehnissen zählen hier u.a. die Vorbereitungen des Scipio Africanus für seine Invasion des karthagischen Kernlandes in Nordafrika, die skandalösen Vorgänge in der zu Rom übergelaufenen Stadt Locri, die Überfahrt des Scipio Africanus nach Afrika mit einer großen Flotte sowie seine ersten militärischen Aktionen gegen die Stadt Karthago und ihre Verbündeten.
Hannibal hat seinen Zenit längst überschritten und es wird deutlich, dass er sich in der nun eintretenden Endphase des Krieges zunehmend gezwungen sieht, auf die Schachzüge Roms zu reagieren, anstatt selbst die Initiative ergreifen zu können. 
Wie man es von Livius kennt, neigt er dazu, die römische Sichtweise zu vertreten, allerdings scheut er auch nicht davor zurück, seinesgleichen scharf zu kritisieren; etwa im Fall des Legaten Pleminius, der in Locri (Calabrien) mit äußerster Brutalität gegen die eigentlich romfreundlichen Einwohner vorging – was nicht nur zu einem Aufstand unter einigen seiner Offiziere und Soldaten führte, sondern auch in Rom selbst politischen Ärger heraufbeschwor, da der direkte Vorgesetzte des Pleminius, Scipio Africanus, durch seine relative Untätigkeit in Bezug auf diesen Skandal politischen Gegnern eine Möglichkeit gab, gegen ihn selbst vorzugehen (siehe meinen Blogbeitrag dazu). Es hat scheinbar nicht viel gefehlt, und der begabte Militär Scipio wäre seines Kommandos enthoben worden, was den weiteren Verlauf des Krieges sehr zu Ungunsten Roms hätte beeinflussen können. Doch es kam nicht dazu und Hannibal wurde in der Schlacht bei Zama von Scipio besiegt. Diese Ereignisse werden jedoch erst im 30. Buch geschildert, das mittlerweile auch schon erhältlich ist.
Die Übersetzung stammt von Ursula Blank-Sangmeister, welche es sehr gut versteht, den alten lateinischen Text in ein allgemein verständliches und angenehm zu lesendes Deutsch zu übertragen. Neben dem modernen Schreibstil sind auch die unzähligen erklärenden Endnoten positiv hervorzuheben. Besonders nützlich erscheint mir außerdem die Inhaltsübersicht, in der die wichtigsten Ereignisse chronologisch bzw. nach Kapiteln geordnet zu finden sind. 

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