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Krimskrams: Satyricon — Mittelaltermark oder seriös? — Kleines Nähprojekt — Diebstahl in Pompeji — Unachtsame Archäologin

Satyricon
Im Laufe der Jahre ist mir in Sach- und Fachbüchern über die Antike eine Quelle auffällig oft untergekommen: Petrons Schlemenroman Satyricon bzw. die darin enthaltene Episode „Das Gastmahl des Trimalchio“.
Der antike Text ist vollgepackt mit Detailinformationen zum römischen Alltagsleben – ganz besonders zur Esskultur. Ich werde daher die von mir kürzlich gelesene Reclam-Übersetzung (die gewisse ‚Eigenheiten‘ aufweist) hier in den kommenden Monaten noch detailliert besprechen.

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Mittelaltermarkt oder seriöse Museumsveranstaltung?

Was meinen die Leser; handelt es sich beim jüngsten Event der Klosterbaustelle Campus Galli um eine seriöse Veranstaltung (von einem Lokalmedium als „Historischer Markt“ bezeichnet) oder haben wir es hier unterm Strich eher mit einer mittelaltermarkt-mäßigen Histotainment-Lärmerei zu tun? Klick mich
Mit dabei war übrigens auch wieder die legendäre gürtellose Arbeitsanleiterin, über deren Beweggrüde für den Verzicht auf einen Gürtel auch nach bald 5 Jahren modischer Eigenwilligkeit keinesfalls spekuliert werden darf 😉

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Kleines Nähprojekt

Ich habe schon länger nichts mehr für meine beiden Living-History-Ausstattungen genäht. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ich vom Nähen relativ leicht Kopfschmerzen bekomme (wegen der gebückten Haltung). Wenn ich allerdings nicht wesentlich mehr als 20 Minuten am Stück nähe, dann geht es. 

Geplant sind zwei Beutel aus naturfarbenem Leinen und eine phrygische Mütze aus Wolle mit Leinenfutter; ich habe übrigens zum jetzigen Zeitpunkt noch überhaupt keine Ahnung, wie man das Futter sauber in die Mütze hineinfummelt (die Naht mit der das Futter befestigt wird, sollte mehr oder weniger verdeckt sein),
Außerdem brauche ich für besagte Mütze noch einen passenden roten Schurwollstoff, aus welcher der aufgenähte Saum gemacht werden soll. Mal sehen, ob ich irgendwelche Stoffreste dafür auftreiben kann. Weil extra etwas zu bestellen lohnt sich sich bei der minimalen Menge nicht, die ich benötige.
Im Sommerurlaub, wenn das Blog für einen Monat pausiert, soll es losgehen. Bei meinem üblichen Schneckentempo bin ich vermutlich irgendwann knapp vor Weihnachten damit fertig 😊. Auf jeden Fall möchte ich dann auch einen Beitrag über die Arbeiten an Beuteln und Mütze verfassen, in dem Arbeitsschritte, Schnittmuster, verwendete Nähstiche usw. genau und leicht nachvollziehbar dargelegt werden.
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Diebstahl in Pompeji


Ein wertvolles Bronzeobjekt – genauer gesagt ein Türbeschlag – wurde in der antiken Ruinenstadt Pompeji entwendet, schreibt die Zeitung der Standard: Klick mich
Interessant, dass es eine solche Meldung überhaupt in die Zeitung schafft. Mir hat nämlich eine gute Freundin mit besten Verbindungen nach Pompeji erzählt, dass dort und im Archäologischen Nationalmuseum von Neapel (wo viele Funde aus Pompeji ausgestellt sind) immer wieder Objekte verschwinden. Das hätte sich innerhalb der letzten 100 Jahre dermaßen summiert, dass man mit all dem Diebesgut eine stattliche Ausstellung bestücken könnte …

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Unachtsame Archäologin

Die vorangegangene Meldung erinnerte mich an eine andere Geschichte. Dieselbe Freundin, die mir berichtete, dass das Abhandenkommen von Funden in Pompeji eine gewisse Tradition besitzt, war vor nicht allzu langer Zeit in Wien unterwegs. Wie es der Zufall so wollte, kam sie beim Shoppen an einer archäologischen Ausgrabung vorbei und stellte sich zu ein paar Schaulustigen, die das Treiben beobachteten. Da meinte jemand neben ihr, dass eine der Ausgräberinnen in der Grube ständig über etwas Schmutzig-Weißes latscht, und ob das nur ein Stein oder ein Knochen sei?
Als gelernte Archäologin schaute meine gute Freundin nun genauer hin und erkannte, dass es sich dabei eventuell um das mehr oder weniger kugelförmige Ende (Epiphyse) eines Langknochens handelt. Sie rief daher die Ausgräberin, die keinen Meter daneben kniete an, dass da etwas sei. Doch die junge Frau hörte nichts, da sie Ohrhörer in den Ohren hatte; als nächstes stand sie auf und trat wieder genau auf die Stelle mit dem Knochen, woraufhin dieser teilweise zerbröselte. Jetzt wurde die Freundin unrund; am liebsten wäre sie in die Grube hinuntergesprungen. Stattdessen knüllte sie ein Prospekt aus ihrem Einkaufssack zusammen und warf es dem Mädel in der Grube direkt vor die Nase. Endlich nahm diese die Ohrhörer heraus und blickte auf. 
Wie sich daraufhin bald herausstellte, war das weiße Objekt im Boden tatsächlich ein Kochen. 

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Bier zum Inhalieren 😂

Krimskrams: Kassian, der prügelnde Heilige — Mein Kaiser, mein Herr — Fernsehprogramm à la ZDF — usw.

Kassian, der prügelnde  Heilige

Kassian von Imola war nicht nur Schulmeister, sondern dürfte auch ein echter Sympathieträger gewesen sein. Der christliche Heilige wurde, nachdem er im Zuge spätantiker Christenverfolgung seiner Religion nicht abschwören wollte, zum Tode verurteilt. Die Vollstreckung der Strafe überließ man seinen eigenen Schülern, die ihn erbost mit ihren metallenen Schreibgriffeln marterten. Kassian soll sie als Lehrer körperlich oft gezüchtigt haben …
Nun war das Verprügeln von Schülern freilich fester Bestandteil antiker Pädagogik. Allerdings dürfte es der heilige Kassian damit ordentlich übertrieben haben, wenn ihn seine Schüler deshalb gleich mit Freude abstachen. Jedenfalls würde der gute Mann heutzutage wohl nicht mehr so ohne Weiteres die Kriterien zur Heiligsprechung erfüllen. ^^

Übrigens: Der beinahe zeitgleich mit Kassian lebende Augustinus berichtete mit Abscheu und Unbehagen von seiner eigenen Erfahrungen als Schüler. Prügel wurden von den Alten zwar gelobt, meinte er, aber durch diese Erziehungsmethoden „vervielfachte man nur die Mühe und Not der Kinder Adams.“ 


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Mein Kaiser, mein Herr (Zufälle gibt es …)

Ich lausche seit ca. einer Woche dem Hörbuch Mein Kaiser, mein Herr, das vollständig auf dem gleichnamigen Roman von Siegfried Obermeier beruht. Der Leser/Hörer begleitet darin Gerold – den fiktiven illegitimen Sohn des bayerischen Herzogs Tassilo – durch sein langes, abwechslungsreiches Leben, das er vor allem im Dienste Karls des Großen verbringt. Dabei übernimmt Gerold verschiedene Aufgabe, wie die des Soldaten, des Lehrers, des Dolmetschers oder des Gesandten.
Irgendwann im Verlauf der Geschichte büxt Gerold mit seiner Geliebten Hildtrud – einer Tochter Karls des Großen – aus. Um nicht erkannt zu werden, verkleiden sich die beiden. Gerold mimt dabei einen zur Pilgerfahrt verdonnerten Händler, während Hildtrud ihr Haare schert und sich als Diener ausgibt, der  – man glaubt es kaum – den Namen Hiltibold trägt 😊.
Ein wirklich lustiger Zufall, denn ich habe mir genau diesen Namen ja ursprünglich deshalb ausgesucht, weil er vor allem in dieser Schreibweise recht selten ist.

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Fernsehprogramm à la ZDF

Hmmm, handelt es sich bei der folgenden Zusammenstellung, die einen Ausschnitt aus lediglich sechs Tagen ZDF-Programm zeigt, um ein starkes Indiz für einen veritablen Dachschaden der Verantwortlichen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens? Klick mich
Im Angesicht dieser immensen Schlagseite ist es jedenfalls kein Wunder, dass große Teile der Menschheitsgeschichte im deutschen Fernsehen nur unter ferner liefen abgehandelt werden. Freilich, der ORF ist da noch viel schlimmer! Abseits von Natur-Dokus bekommen die Fernsehmacher auf dem Küniglberg so gut wie nichts auf die Reihe. Am besten man meldet den ORF ab und spendet die eingesparten Gebühren guten Alternativmedien der eigenen Wahl.

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Forscher entdecken in österreichischem Kloster ältestes Schriftstück auf Deutsch …

… schreibt die Berliner Zeitung: Klick mich

Übrigens, am 14. Mai hat auch die Kronenzeitung in ihrer Druckausgabe dazu einen Beitrag gebracht. Da heißt es in einem Interview unter anderem:
Frage: Warum ist dieser Fund so einzigartig?
Antwort: Es handelt sich um die erste Verschriftlichung der deutschen Sprache.
Nein, richtigerweise müsste es heißen, dass es sich um die bis dato älterste entdeckte Überlieferung handelt …

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Das fetzt

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Weitere interessante Themen auf diesem Blog:

    Videos: Römischer Streitwagen gegen Ferrari — Scheiterhaufen — Weltkulturerbe Uruk — Steinzeit-Siedlung entdeckt — "Einzischartische" antike Kostbarkeiten

    Römischer Streitwagen gegen Ferrari | Spieldauer 3 Minuten | MDR/ARD | Stream & Info

    Erinnerungen an den Scheiterhaufen | Spieldauer 2 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download


    7500 Jahre alte Steinzeit-Siedlung entdeckt | Spieldauer 2 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info

    Archäologisches Zentrum in Mainz: „Einzischartische“ antike Kostbarkeiten ziehen um | Spieldauer 2 Minuten | ARD/SWR | Stream & Info | Direkter Download


    Weltkulturerbe Uruk – Trainingsprogramme des Iraqi-German Expert Forum | Spieldauer 11 Minuten | DAI / Youtube

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    Krimskrams: Antike Mode — Attila, der Menschenfreund – Wikipedia und die Quellen

    Antike Mode


    Der eine oder andere Leser dürfte den Autor Ritchie Pogorzelski kennen. Von ihm stammen beispielsweise die beiden bei Nünnerich-Asmus erschienen Bücher „Die Prätorianer. Folterknechte oder Elitetruppe?“ sowie „Der Triumph: Siegesfeiern im antiken Rom – Ihre Dokumentation auf Ehrenbögen in Farbe“. Letzteres Buch habe ich kürzlich mit Interesse gelesen und werde es in nicht allzu ferner Zukunft im Blog besprechen.

    Nun hat Ritchie Pogorzelski ein neues Projekt in Angriff genommen, das den Titel „Antike Mode“ trägt. Es soll diesmal – abseits eines Verlages – mittels Crowdfunding finanziert werden (siehe hier den bisherigen Fortschritt). Explizit wird darauf hingewiesen, dass auch Reenactors zur Zielgruppe dieser wohl mehrteiligen Publikation gehören.

    Mein persönliches Resümee zu diesem Video lautet folgendermaßen 😉  Klick mich

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    Wikipedia und die Quellen


    Im Wiki-Watch-Blog widmet man sich der Frage, wie sorgfältig bei Wikipedia mit Quellen umgegangen wird. Es ist beispielsweise fraglich …

    „…wie viele Wikipedia Autoren tatsächlich vorrangig nach möglichst neutralen, aktuellen und fachlich hochwertigen Buchveröffentlichungen als Belege für ihre Artikel suchen.“ 

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    Attila, der Menschenfreund

    Eines der Hauptprobleme der offiziösen Geschichtsforschung ist seit jeher ihr Hang, dem jeweils herrschenden Zeitgeist nach dem Mund zu reden. Unter anderem äußert sich das durch den Versuch, für ein in der Gegenwart beheimatetes Anliegen Belege in der Vergangenheit zu finden. Quellen, die das erhoffte Bild nicht bestätigen, werden zuerst relativiert und im Laufe der Zeit aussortiert. Beispielsweise wird Nero seit einigen Jahren zum missverstandener Pazifisten umgemodelt und selbst die große Völkerwanderung in der Spätantike soll in Wahrheit nur den Charakter einer etwas außer Kontrolle geratenen Strand-Party gehabt haben (demzufolge dürften die unzähligen Brandhorizonte jener Zeit bloß von übergroßen Barbecues herrühren).
    In dieselbe Kerbe schlägt nun ein Artikel des Online-Standard, in dem es unter der beschönigenden Überschrift Hunnen brachten einen neuen Lebensstil wie folgt heißt:

    „Der Einfall der Hunnen ließ das spätrömische Reich erzittern. Ihre Begegnung mit der Bevölkerung der Grenzregionen war aber nicht nur von Gewalt geprägt.“ […] Dies ging sogar so weit, dass Angehörige der lokalen Bevölkerung hunnische Bräuche aufgriffen. Wie die Forscher […] berichten, besaßen einige pannonische Bauern einen künstlich verlängerten Schädelknochen, eine Praxis, die unter zentralasiatischen Reiterstämmen weit verbreitet war. Während römische Schriften fast ausschließlich Konfrontationen mit den Hunnen schildern, zeigen unsere Funde, dass es in Grenzgebieten offenbar bis zu einem gewissen Grad auch zur Koexistenz und Kooperation gekommen sein muss“ […]. In den dunklen Zeiten am Rande des Untergangs dürften viele Menschen die plötzliche Wahlfreiheit zwischen zwei Lebensstilen als neue Chance angesehen haben.“

    Diese sogenannte „Wahlfreiheit“ stand freilich unter dem Motto: Willst du nicht mein Bruder sein, so schlag ich dir den Schädel ein. Entweder man biederte sich an die neuen Machthaber an oder man war – wenn schon nicht sofort tot – so doch zumindest ein Art Mensch zweiter Klasse mit geringen Aufstiegschancen und zumeist rechtlich minderem Status. Dieser soziale Mechanismus war bereits ein zentraler Aspekt der antiken Romanisierung. Zig andere Kulturen liefern dafür ebenfalls Beispiele.
    Ein Leser kommentiert und entlarvt die naive Relativiererei des Artikelautors mit folgenden Worten:

    😆

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    Weitere interessante Themen auf diesem Blog:

    Videos: Neues Wikinger-Museum — Außergewöhnliche Mehrfachbestattung des Mittelalters

    Ein Neues Wikinger-Museum | Spieldauer 6 Minuten  | ARD | Stream & Info

    Im erklärenden Text zum Videobeitrag heißt es:

    „Blonde Hünen mit gehörnten Helmen, die brandschatzend durch die Welt zogen. So werden die Wikinger gerne dargestellt.“
    Von den Hörnerhelmen abgesehen ist daran auch nichts falsch (und selbst die gab es, wenn wohl auch nur im kultischen Bereich).  Und weiter:

    „Ein neues Museum in Stockholm zeichnet nun ein umfassenderes Bild und betont auch die Bedeutung der Wikinger-Frauen.“

    Bitte die Kirche im Dorf bzw. das Drachenschiff im Hafen lassen 😉. Es sollte nämlich bedacht werden, dass sich die Tätigkeiten der Wikingerfrauen nicht wesentlich von ihren Geschlechtsgenossinen in anderen Kulturen des frühmittelalterlichen Europas unterschieden: Man schaute auf Haushalt und Kinder, wenn die Männer nicht zuhause waren. 
    Alles sehr wichtig, keine Frage. Aber die häuslichen Leistungen der Frauen haben die Wikinger nicht dermaßen bekannt gemacht, sondern die von ihren Männern durchgeführten Raubzüge; der hierbei entstandene Schaden für die europäische Kultur ist immens – vom verursachten menschlichen Leid gar nicht zu reden. Entsprechend haben sich diese außergewöhnlichen Vorgänge in der Geschichtsschreibung niedergeschlagen.
    Was hingegen herausgekommen wäre, wenn diese kriegerische Aufgabe weibliche Wikinger übernommen hätten, lässt sich anhand eines relativ aktuellen Videos erahnen, dass drei schwedische Polizistinnen in Aktion zeigt. Man weiß nicht, ob man darüber lachen oder mitleidig den Kopf schütteln soll …
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    Eine außergewöhnliche Mehrfachbestattung des Mittelalters an der Spitalkirche von Amberg | Spieldauer 11 Minuten  | Schauhütte Archäologie | Stream & Info

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    Alain Resnais: Toute le mémoire du monde/Alles Gedächtnis der Welt (F 1956)

    Ein beeindruckender Dokumentarfilm aus 1956 über die Französische Nationalbibliothek vom später bekannt gewordenen französischen Filmregisseur: „Toute la mémoire du monde“. https://de.wikipedia.org/wiki/Alain_Resnais https://thefunambulist.net/architectural-projects/cinema-the-borgesian-labyrinth-of-alain-resnais-and-henri-labrouste http://www.jump-cut.de/backlist-toutelememoiredumonde.html https://www.filmcomment.com/article/alain-resnais/ Dazu: Stefan Hesper: Der sterbliche Körper des Geistes. Die Bibliothek als Gedächtnismetapher Tout la mémoire du monde … Weiterlesen

    Buch-Empfehlung: Pompeji – Die größte Tragödie der Antike

    Im Jahr 79 n. Chr. spie der am Golf von Neapel gelegene Vesuv plötzlich riesigen Mengen an Feuer und Rauch. Viele tausende Menschen, die bis zu diesem Zeitpunkt in unmittelbarer Nähe des Vulkans lebten, fanden in den darauffolgenden Stunden einen schrecklichen Tod. Die Ortschaften Pompeji, Herculaneum, Oplontis, Stabiae, Boscoreale sowie Tarzigno wurden völlig zerstört und unter einer meterhohen Decke aus Asche und Bimsstein begraben.
    In Pompeji – Die größte Tragödie der Antike (Goldmann Verlag, 2016) verwebt der italienische Archäologe Alberto Angela den aktuellen Forschungsstand mit kleinen fiktiven Episoden, die sich unmittelbar vor, während und nach dem Vulkanausbruch in ähnlicher Form zugetragen haben könnten.
    So darf der Leser beispielsweise einigen namentlich genannten und einst tatsächlich existierenden Stadt-Oberen Pompejis über die Schulter blicken, wie sie in völliger Unkenntnis der kurz bevorstehenden Katastrophe noch pflichtbewusst Reparaturen des lokalen Wasserleitungssystems anordnen und beaufsichtigen. Dieses war nämlich – laut archäologischem Befund – vermutlich aufgrund von etlichen kleinen Erdbeben, die der Vesuv Tage oder Wochen vor seinem Ausbruch verursacht hatte, stark beschädigt worden.

    Litten die Pompejaner also aufgrund der beschädigten Leitungen in der Stunde Ihres Todes an Durst? Vermutlich nicht, denn die Stadt besaß, wie erläutert wird, auch unzähliger Zisternen, die heute direkt unter den Füßen ahnungsloser Touristen liegen. In diesen z.T. meterhohen Bogengewölben wurde schon Regenwasser gespeichert, lange bevor die Römer Pompeji an ein rund 100 km langes Aquädukt anschlossen.

    Wer hätte weiters gedacht, dass der durchschnittliche Pompejaner aufgrund des hohen Fluor-Gehalts in seinem Trinkwasser gesündere Zähne als die meisten anderen Einwohner des antiken Italiens hatte? Nicht zufällig wird ja Fluor häufig unseren heutigen Zahnpasten beigemengt (obschon das nicht mehr ganz unumstritten ist).
    Die Pompeji-Forschung förderte aber noch mehr Kuriositäten zutage; beispielsweise Backwaren in Penisform und Damenslips aus Leder ^^
    Ebenfalls höchst kurios ist, dass in einem vornehmen pompejanischen Haus ein Tisch entdeckt wurde, der ursprünglich wohl Publius Servilius Casca gehörte. Dieser Mann war es, der den ersten Stich ausführte, als 123 Jahre vor dem Vesuvausbruch Caesar in Rom von einer Gruppe seiner Feinde überwältigt und getötet wurde. Nachdem der geflohene Casca einige Zeit später vom römischen Senat geächtet worden war, versteigerte man seinen Besitz. Ein Teil davon gelangte offensichtlich im Laufe der Zeit in das Haus reicher Pompejaner.
    Und schließlich dürften die Archäologen sogar einem vor beinahe 2000 Jahren begangenen Verbrechen auf die Spur gekommen sein. Im Hinterzimmer eines Ladens in Herculaneum fanden sich nämlich, versteckt in einem großen Gefäß, die Teile einer zerstückelten menschlichen Leiche, deren Kopf vom Mörder bereits beseitigt worden war …

    Alberto Angela räumt in seinem Buch auch mit mancherlei Mythen und Irrtümern auf: Etwa der Vorstellung, dass der Vesuv zum Zeitpunkt seiner Eruption bereits ähnlich aussah, wie er sich uns heute präsentiert. In Wirklichkeit existierte damals der steil aufragende Vulkankegel noch nicht, sondern war flach, stark bewaldet und unterschied sich kaum von den sanften Höhenzügen seiner Umgebung. Kein Wunder, dass die Menschen nichts von der Gefahr ahnten, die hier in der Tiefe lauerte. 
    Als unrichtig wird auch jene von Fremdenführern gelegentlich immer noch aufgestellte Behauptung entlarvt, wonach die im Straßenpflaster Pompejis eingegrabenen parallelen Rinnen (Straßenbahnschienen ähnlich) quasi zufällig im Laufe der Zeit von Fuhrwerken verursacht wurden. Richtig ist stattdessen, dass es sich hierbei um eine Art Leitliniensystem handelt, mit dem Pferdewägen auch in der Nacht sicher durch die Straßen gelenkt werden konnten, ohne beispielsweise Trittsteine oder die oft in die Straßen hineinragenden Brunnen zu touchieren. Für die meisten Gefährte herrschte in römischen Städten ja Tagfahrverbot, sodass viele Lieferanten ihre Geschäfte im Dunklen erledigen mussten.
    Auch dem in heutigen Sachbüchern häufig anzutreffenden „Thermopolium“ geht es ein wenig an den Kragen: Dieser für römische ‚Gasthäuser‘ so gerne verwendete Begriff existierte in der Antike noch gar nicht, sondern ist, trotz altgriechischer Bestandteile, eine moderne Kreation. Im Übrigen dienten die berühmten Löcher in den Theken der pompejanischen Thermopolia keineswegs als Abstellmöglichkeit für (Wein-)Amphoren, wie gerne angenommen wird. Vielmehr handelte es sich dabei vor allem um eine kommode Möglichkeit getrocknete Lebensmittel zu lagern.

    Die Liste der hochinteressanten Detailinformationen, die in diesem knapp 500-seitigen Buch genannt werden, könnte man noch lange fortsetzen. 

    Gibt es also gar nichts zu kritisieren? Sind alle Schilderungen perfekt? Nein, ein paar Kleinigkeiten sind mir schon aufgefallen: Etwa wenn es heißt, Honig sei im antiken Rom das einzige Süßungsmittel gewesen. Das stimmt nicht so ganz, denn beispielsweise ist bekannt, dass Wein gerne mit (höchst ungesundem) Bleizucker (Bleiacetat) ‚gepanscht‘ wurde. Unzutreffend ist auch, dass Salz die einzige Möglichkeit zum Haltbarmachen von Lebensmitteln gewesen wäre. Räuchern und Lufttrocknen waren nämlich ebenfalls gängige Verfahren – siehe hierzu Catos De agri cultura. Doch wie gesagt, bei diesen Punkten handelt es sich um Kleinigkeiten, aus denen man dem Autor sicher keinen Strick drehen kann. Außerdem besteht ja die Möglichkeit, dass beim Übersetzen aus dem Italienischen ins Deutsche manch Formulierung verkürzt wiedergegeben wurde. Wer weiß.
    Erwähnenswert, aber für mich ebenfalls nicht weiter tragisch ist der Umstand, dass auf Fußnoten bzw. detaillierte Quellenangaben verzichtet wurde. Zwar wären diese Dinge ein zusätzlicher Bonus gewesen, aber man kann eben nicht alles haben. Und immerhin enthält das Buch ja ein Register, in dem der Leser sogar Begriffe wie „Lupanar“ nachschlagen kann 😊
    FAZIT:  Äußerst geschickt verbindet Alberto Angela Wissenschaft mit einer ausgewogenen Dosis Fiktion. Pompeji – Die größte Tragödie der Antike lässt eine längst untergegangene Welt wiederauferstehen und ist meiner Meinung nach ein echtes Sachbuch-Highlight, das sogar Mary Beards gelungenes Pompeji-Buch aus dem Jahr 2011 übertrifft. 
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    Weiterführende Informationen:


    Weitere interessante Themen auf diesem Blog:

    Videos: Römische Funde in Konstantin-Basilika — Schauhütte Archäologie — Abenteuer Campus Galli

    Römische Funde in Konstantin-Basilika (Trier) | Spieldauer 2 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info | Direkter Download

    Grabung im Areal des spätmittelalterlichen Friedhofs am Amberger Spital | Spieldauer 8 Minuten | Schauhütte Archäologie / Youtube | Stream & Info

    „…das ist doch (̶k̶)ein Beinbruch…“ – Was uns Knochen noch so erzählen können… | Spieldauer 11 Minuten | Schauhütte Archäologie / Youtube | Stream & Info
    Abenteuer Klosterstadt Meßkirch – Bauen wie im Mittelalter | Spieldauer 45 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info
    Zum Saisonstart des Campus Galli wiederholt der SWR quasi als begleitende PR-Maßnahme einen Werbefilm eine Dokumentation über dieses Projekt. Der Seher mag sich anhand dessen ausmalen, wie ‚kritisch‘ der Staatsfunk den hochdefizitären und ebenfalls staatsnahen Campus Galli journalistisch begleitet ^^
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    Videos: Burgenbau in Guédelon — Römischer Silberschatz in Kalkriese entdeckt — Die Germanen im Südwesten



    Guédelon – Experimentelle Archäologie und wie man eine Mittelalterburg baut | Spieldauer 26 Minuten | BR Stream & Info
    Richtig seriöse Experimentelle Archäologie betreibt man in Guédelon nicht, da dort beispielsweise Bagger und Plastikplanen zum Einsatz gekommen sind; und das sind nur zwei Beispiele von vielen. Selbst Mitarbeiter des Projekts haben in anderen Sendungen bereits erklärt, das Guédelon irgendwo zwischen Histotainment und Experimental-Archäologie angesiedelt ist. Die Beschreibung des Projekts durch den BR ist daher ‚überoptimistisch‘. Man plappert einfach die steilen Marketingsprüche des Bauleiters nach (woran erinnert uns das nur …?)
    Wo kämen wir denn hin, wenn sich Journalisten einmal fundiert mit dem Thema ihrer Sendung auseinandersetzen würden. Gleichzeitig behaupten diese ahnungslosen Labertaschen und hohlen Nüsse ständig, sie wären der Inbegriff von Qualität.


    Römischer Silberschatz in Kalkriese entdeckt | Spieldauer 2 Minuten | NDR | Stream & Info

    „Kalkriese gilt seit Jahren als der Ort der Varusschlacht“ – Brav, wie der Herr vom Staatsfernsehen dem ebenfalls staatlich finanzierten Museum hier zur Seite springt. Dass Kalkriese in Wirklichkeit lediglich als möglicher Ort der Varusschlacht gilt, da hieb- und stichfeste Beweise bis dato fehlen, wird verschwiegen. Wie nennt man diese Art von Journalismus? Fake-News? Lückenpresse? 
    Die Germanen im Südwesten – Krieger und Siedler | Spieldauer 45 Minuten | SWR | Stream & Info
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    Videos: Gefäße aus "Termiten-Lehm" — Die Germanen im Südwesten

    Gebrannte Gefäße aus „Termiten-Lehm“

    Ein weiteres Video des wunderbaren Youtube-Kanals Primitive Technology. Diesmal wird ein Töpferofen gebaut, in dem Gefäße aus Lehm gebrannt werden, der von einem Termitenbau stammt.

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    Die Germanen im Südwesten – Herrscher und Handwerker | Spieldauer 45 Minuten | SWR | Stream & Info
    Nette Doku, mit vielen echten bzw. guten Living-History Elementen. 
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    Krimskrams: Beinschoner und Schutzbrillen für den mittelalterlichen Schmied? — Gefährlicher Mondstaub

    Beinschoner und Schutzbrillen für den mittelalterlichen Schmied?

    Wie es der Zufall so will, bin ich auf das Foto eines Schmiedes in mittelalterlicher Ausstaffierung gestoßen. Besonders aufgefallen sind mir dabei freilich die ledernen ‚Beinschoner‘, die der Mann trägt: Klick mich

    Ist so etwas historisch belegt? Interessant finde ich es allemal, denn wer selbst schon einmal in mittelalterlicher Kleidung geschmiedet hat, der weiß, dass beim Hämmern auf das glühende Metall der absplitternde, oft noch heiße Abbrand die ungute Angewohnheit besitzt, gelegentlich seinen Weg in die Schuhe zu finden (passiert bei Verwendung moderner Arbeitskleidung deutlich seltener). Natürlich könnte man den oberen Rand der Schuhe zum Schutz mit einem Tuch (oder den Wadenbinden) umwickeln, doch die Schoner auf dem Foto sehen definitiv eleganter und praktischer aus. Außerdem fangen sie nicht Feuer und schützen die Hosen vor Dreck und Brandlöchern. Wobei freilich auch eine zusätzliche Lederschürze nicht verkehrt wäre.
    Der Abbrand kann übrigens auch in die Augen fliegen. Trotzdem habe ich in der heißen Jahreszeit zumeist ohne Schutzbrillen geschmiedet – Grund: Die Dinger sind mir aufgrund der von meinem Körper verstärkt abgegebenen Wärme und der höheren Luftfeuchtigkeit oft an der Innenseite angelaufen. Und nicht richtig sehen zu können, wohin man mit dem Hammer zielt, ist schon ein bisschen problematisch.
    Um die Augen trotz des Verzichts auf eine Schutzbrille halbwegs zu Schützen, kneift man diese eben zu schmalen Schlitzen zusammen. Letztendlich muss aber jeder für sich selbst die Risiken abwägen. 

    Notiz am Rande, weils gerade passt: Beim Arbeiten mit dem Winkelschleifer ist mir einmal unbemerkt ein größeres Stückchen glühendes Metall in die Tasche meines Overalls gehüpft. Es war Winter und kalt, doch plötzlich breitete sich an meinen Hüften eine wohlige Wärme aus. Als ich noch so bei mir dachte, woher die wohl kommt, war bereits ein Faustgroßes Loch in den Overall gebrannt. Zum Glück war der aber aus einem speziellen Material, das nur sehr langsam vor sich hin glost und nicht gleich lichterloh in Flammen aufgeht (man stelle sich vor, was hingegen bei historischer Wollkleidung los wäre…)
    Ganz toll ist auch, wenn so ein glühendes Metallstück auf dem Kopf landet und sich sogar durch die Kopfbedeckung frisst. Mehr als einmal bin ich deshalb ziemlich überrascht in die Höhe gefahren! 😃
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    Gefährlicher Mondstaub

    Kürzlich kam mir auf Youtube der interessante Kanal Curious Droid unter, dessen Betreiber einige ausgezeichnete Videos über die Apollo-Mond-Missionen der NASA produziert haben. Darin wird z.B. der Frage nachgegangen, welcher (unschöne) Plan vorgesehen war, falls das Landemodul aus technischen Gründen nicht wieder von der Mondoberfläche hätte abheben können. Auch die Gefährlichkeit des einst durchflogenen Van-Allen-Gürtels wird näher betrachtet. Spannend fand ich außerdem folgendes Video über den nur scheinbar trivialen Mondstaub, der in Wirklichkeit einige besonders böse Eigenschaften aufweist, die den Astronauten gehörige Schwierigkeiten bereiteten. So dauerte es beispielsweise drei Monate, bis der unter die Fingernägel eines Astronauten geratene, aggressive Mondstaub wieder verschwunden bzw. mit den Nägeln ‚herausgewachsen‘ war.

    Videos: Mit Schwert und Rüstung beim Mittelalter-Verein — Rekonstruktion eines antiken Schiffes

    Mit Schwert und Rüstung beim Mittelalter-Verein Reisecen | Spieldauer 30 Minuten | SWR/ARD | Stream & Info
    Der SWR verbringt ein Wochenende beim Mittelalter-Verein Reisecen auf der Bachritterburg Kanzach.
    Rekonstruktion eines antiken Schiffes | Spieldauer 12 Minuten | ARD | Stream & Info, Direkter Download
    Im Norden Israels rekonstruiert man ein 2500 Jahre altes antikes Schiff. Wenn es fertig ist, möchten die Bootsbauer damit im nächsten Jahr in Marseille an einer Regatta für nachgebaute antike Wasserfahrzeuge teilnehmen.
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    Historische Eisenbahndampffähre zieht um

    Historische Eisenbahndampffähre zieht um Das Fährschiff „Stralsund“ im Wolgaster Museumshafen, das älteste erhaltene Eisenbahndampffährschiff der Welt , ist umgezogen. Die Fähre bildete ab 1890 die Verbindung zwischen Stralsund und Altefähr und verkehrte später in Wolgast. http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/nordmagazin/Historische-Eisenbahndampffaehre-zieht-um,nordmagazin40906.html Ähnliche BeiträgeJoachim Wächter zum … Weiterlesen

    Der Beitrag Historische Eisenbahndampffähre zieht um erschien zuerst auf Blog Pommerscher Greif e.V..

    Krimskrams: Varusschlacht in Kalkriese? — Adblocker-Verbot und Blogger-Bashing — Zensur-Doku

    Varusschlacht in Kalkriese?

    Das Museum von Kalkriese ist in optischer Hinsicht ein absoluter Graus: Hässliche, vor sich hinrostende Stahlinstallationen stehen verstreut im Gelände und beleidigen die Augen all jener Besucher, deren ästhetisches Empfinden noch nicht völlig den Bach hinunter gegangen ist (siehe Bild).
    Überdies kann nicht als gesichert gelten, dass die Varusschlacht wirklich in Kalkriese stattgefunden hat. Genauso gut könnte sich dort wenige Jahre später der römische Feldherr Germanicus auf seinem mäßig erfolgreichen Rachefeldzug mit den Germanen geprügelt haben. 
    Zu dieser Fragestellung soll nun im Rahmen eines großen Projektes geforscht werden, wie Archäologie Online berichtet: Klick mich
    Interessant wäre auch zu erfahren, inwieweit tatsächlich Kritiker der Kalkriese-These in das Forschungsprojekt eingebunden werden. Oder ob es sich hierbei vor allem um eine Veranstaltung handelt, die Kalkriese als Schlachtort bestätigen soll. Man darf nämlich eines nicht vergessen: Das Museum vor Ort wurde rund um den Mythos Varusschlacht errichtet. Bricht der quasi weg, ist das selbstverständlich für das Museum sowie seine Geldgeber – vor allem die Lokalpolitik – eine wenig schöne Entwicklung …

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    Adblocker-Verbot und Blogger-Bashing


    Ein Leser machte mich auf einen Beitrag aufmerksam, in dem es darum geht, dass deutsche Verleger ein Verbot von Adblockern fordern. Anderenfalls könnten sie ihre drittklassigen Schmierblätter vorzüglichen Qualitätsblätter nicht mehr finanzieren. Und das wäre angeblich ganz schlimm, weil dann würde die breite Masse der Bevölkerung beispielsweise durch Blogger, die „journalistische Standards“ nicht erfüllen, informiert. Mon dieu!
    Ich bin jedenfalls stolz darauf, mein Blog nicht im Rahmen dieser sogenannten „journalistischen Standards“ zu betreiben. Denn in dem Fall müsste ich beispielsweise den Campus Galli ganz toll finden – oder zumindest so tun als ob – und diese geschichtsdidaktische  Abraumhalde wie ein Blöder belobhudeln; bei gleichzeitigem Verschweigen oder Kleinreden des im Umfeld dieses Projekts errichteten Förder- und Abpumpdickichts. 
    Auch ein Interview wie zuletzt jenes mit Stefan Wolters vom Geschichtspark Bärnau-Tachov, das übrigens bisher gut 3000 Mal angeklickt wurde, wäre im Rahmen der vielgepriesenen „journalistischen Standards“ kaum denkbar. Einfach weil Zeitungen – selbst die Online-Ausgaben mit überreichlich Platz – ihre Leser für zu dumm halten, ein ausführliches Interview in dieser Länge geistig verarbeiten zu können. Infolgedessen beschränken sich die ‚Profis‘ auf das Verabreichen von journalistischem Fingerfood mit homöopathischem Informationsgehalt.
    Nein wirklich, behaltet doch bitte eure vermeintlichen Standards, liebe Journalisten. Und während ihr eure Berichterstattung immer öfter an den Befindlichkeiten von Anzeigenkunden ausrichtet, nehme ich mir das Recht heraus, hier zu frei schreiben, was mir passend erscheint. Denn eure ständig im Mund geführte „Unabhängigkeit“ bedeutet in der Realität vor allem eines: Finanzielle Unabhängigkeit! Und darüber verfügt nahezu keine von euch hauptberuflichen Meinungströten. 
    Im Übrigen: Würden die Online-Portale – besonders jene der Zeitungen – nicht so unsäglich viel Werbung schalten, oft noch dazu in animierter und lärmender Form, dann hätten sich Adblocker nie dermaßen weit verbreitet.
    Doch es verhält sich hierbei wohl so ähnlich wie bei der tagtäglichen Trump-Berichterstattung: Man hat längst jedes Maß verloren und überdies völlig übersehen, wie sehr man vielen Medienkonsumenten mit derlei Dauerpenetrationen auf den vielzitierten Sack geht. 
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    In den Logfiles entdeckt: Zensur-Doku

    Unlängst warf ich einen Blick in die Logfiles dieses Blog und dabei fiel mir auf, dass alleine in den letzten paar Tagen an die 400 Zugriffe auf einen schon etwas älteren Beitrag zu verzeichnen sind, in dem es unter anderem um die sogenannten „Skeptiker“ sowie den tendenziell unappetitlichen Internetauftritt des satirischen Negativpreises „Das goldene Brett“ geht.
    Woher genau kamen die Zugriffe? Von verschiedenen Webseiten, aber ursprünglicher Ausgangspunkt scheint der Kommentar unter einer aktuellen, bei Youtube veröffentlichten Doku zu sein, in der es, neben sehr schlechtem Journalismus, besonders um Zensur und Manipulation bei Wikipedia geht. Daran beteiligt sollen laut Dokumacher nicht zuletzt Mitglieder besagter Skeptiker sein. Auch ein ehemaliges Skeptiker-Mitglied – quasi ein Aussteiger aus dieser sektenhaft anmutenden Bewegung – kommt dabei zu Wort. 
    Die über zweistündige Doku erscheint mir in mancherlei Hinsicht inhaltlich durchaus interessant, obschon das teilweise im Hintergrund wabernde Thema 911 mich weniger ‚anturnt‘: Zur Doku
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    Weitere interessante Themen auf diesem Blog:

    Videos: Teurer Spaß Ottonen-Grab — Planet Nine

    Ottonisches Grab – Erstes Ausstellungsstück für Magdeburger Dommuseum | Spieldauer 3 Minuten | MDR/ARD | Stream & Info

    Was der im Video-Beitrag gezeigte, eher fragwürdige Spaß in Summe gekostet hat – und voraussichtlich noch kosten wird -, verraten die Verantwortlichen wohlweislich nicht. Und ja, diesen für die meisten Museumsbesucher unattraktiven Steinhaufen für sicher nicht wenig (Steuer-)Geld durch die Gegend zu bugsieren, bezeichne ich in der Tat als fragwürdig. So ein Bodenfund gehört dokumentiert und wieder zugeschüttet. Aber Stattdessen veranstaltet man in Magdeburg ein Theater, als ob der Sarkophag der Nofretete entdeckt worden wäre. Sogar der MDR rückt aus (aber was will man von dem schon erwarten). Und da wundert sich noch jemand, warum Archäologie und Museumsarbeit dieser Tage so absurd teuer sein kann, obwohl Otto-Normal-Archäologe kein Großverdiener ist?

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    (Off-Topic) Planet Nine | Spieldauer 20 Minuten | Youtube

    Der Astronom Mike Brown spricht hier über den mysteriösen Planet Nine, dessen Existenz er und Forscherkollegen wahrscheinlich auf dem mathematischen Weg nachweisen konnten. Sollte Planet Nine – möglicherweise schon dieses Jahr – mithilfe besonders leistungsfähiger Teleskope direkt ausgemacht werden können (ein nicht einfaches Unterfangen), dann wäre das eine Sensation.

    Nebenbei bemerkt würde in diesem Fall unser Sonnensystem, nach der Zurückstufung des Pluto vor einigen Jahren, wieder über neun Planeten verfügen. Einige Astronomen spekulieren außerdem bereits darüber, ob der von uns sehr weit entfernte Planet Nine eventuell von einem Nachbar-Sonnensystem eingefangen wurde – also gar nicht in unserem eigenen Sonnensystem entstanden ist. 

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    Video: Karthagos vergessene Krieger – Wurde Amerika in der Antike entdeckt?

    Vor einiger Zeit habe ich hier Hans Giffhorns spannendes Buch vorgestellt, das den Titel trägt: Wurde Amerika in der Antike entdeckt?
    Dazu gibt es auch eine Doku aus dem Jahr 2013, die nun zum wiederholten Mal bei Arte lief. Sie ist allerdings nur noch knapp zwei Tage verfügbar!   Zum Video
    Übrigens scheint die Doku nur für Seher aus Deutschland abrufbar zu sein – oder für Leute mit passendem Proxy-Dienst :)
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    Hiddensee und Hauptmann

    Hiddensee und Hauptmann – Eine besondere Beziehung Stimmungsvoller Bericht über Gerhart Hauptmann und sein Sommerhaus auf Hiddensee https://www.youtube.com/watch?v=jnvl2YyWPgQ Ähnliche BeiträgeWeihnachten im Pommerlande Auch das Pfarrarchiv Golchen wurde erfasst Fünf Pommern-Greife auf Schatzsuche im Pfarrhaus

    Der Beitrag Hiddensee und Hauptmann erschien zuerst auf Blog Pommerscher Greif e.V..

    Video: Haut,- Knochen,- Hasen,- Fischleim und Gelatine — Der "Juno"-Haarstil der Kaiserin Sabina

    Antike Frauenfrisuren: Der Juno-Haarstil der Kaiserin Sabina

    Janet Stevens rekonstruiert in diesem Video die Frisur der Ehefrau des Kaisers Hadrian mithilfe von einfachen Mitteln, wie sie wohl auch in der Antike gebräuchlich waren.




    Haut,- Knochen,- Hasen,- Fischleim und Gelatine


    Wer sich mit Rekonstruktionen historischer Objekte aus Holz beschäftigt, sollte nach Möglichkeit auf moderne Klebstoffe wie Weißleim verzichten. In folgendem Video bespricht ein Restaurator die Möglichkeiten, Holz mit natürlichen Mitteln äußerst wirkungsvoll zu verkleben.

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    Videos: Troja und der Schatz des Priamos — Ausgrabung eines frühmittelalterlichen Dorfs

    Troja und der Schatz des Priamos | Spieldauer 44 Minuten | RBB/ARD | Stream & Info

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    Ausgrabung einer frühmittelalterlichen Siedlung in Meitingen

    Dass Sondengänger im Bereich eines Bodendenkmals nichts verloren haben, steht außer Zweifel – dementsprechend gibt es Verbote. Aber andererseits pauschal zu behaupten, im gestörten Mutterboden eines Ackers können zwischen den durcheinandergewirbelten und weitflächig verteilten Objekten noch in nennenswertem Ausmaß Zusammenhänge hergestellt werden, ist faktenfreier Bogus. Nicht zufällig ist das Suchen mittels Metallsonde speziell dort auch in mehreren deutschen Bundesländern erlaubt. Der Archäologin in dem folgenden Video sollte das klar sein, anderenfalls ist eine Nachschulung fällig.
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    Genealogy PLUS: Partnership, Open Access and machine-aided Indexing

    Vorträge der Tagung Genealogie Plus online Im November 2016 veranstaltete das Staatsarchiv Marburg die Tagung „Genealogie PLUS. Partnership, Open Access und maschinengestützte Indexierung“ Die Tagung hatte u. a. das Ziel, einen aktuellen Entwicklungsstand des computerunterstützten Lesens von handschriftlichen Dokumenten aufzuzeigen … Weiterlesen

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    Videos:Die ‚richtige‘ Aussprache von Latein — Unterwasserarchäologie vor Helgoland

    Die ‚richtige‘ Aussprache von Latein | Spieldauer 14 Minuten | Youtube
    In nachfolgendem Video von Metatron geht es um die sich deutlich unterscheidende Aussprache von klassischem und dem heute noch in Verwendung befindlichen Kirchen-Latein.
    Ich selbst versuche seit einiger Zeit – wenn ich z.B. Passagen aus den Schriften von Cicero im Original halblaut lese – die Aussprache des klassischen Latein zu verwenden. Die Macht der Gewohnheit funkt mir dabei freilich immer wieder dazwischen. Es ist eben alles eine Übungs- bzw. Gewöhnungssache. Notiz am Rande: Die Aussprache, die bei uns im Lateinunterricht an Schulen üblich ist, ist eine absolute Katastrophe. 
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    Unterwasserarchäologie vor Helgoland | Spieldauer 28 Minuten | NDR/ARD | Stream & Info
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    Greifenberg in Pommern gestern und heute

    Greifenberg in Pommern gestern und heute Greifenberg – Gryfice in alten und neuen Ansichten aus dem gleichen Blickwinkel https://www.youtube.com/watch?v=_3unzzqq0g0 Ähnliche BeiträgeGreifenberg in Pommern 1890 – 1944 Schmalspurbahnen in Hinterpommern Streifzüge durch Pommern

    Der Beitrag Greifenberg in Pommern gestern und heute erschien zuerst auf Blog Pommerscher Greif e.V..

    Videos:Archäologische Ausgrabungen — Wie man eine Harfe baut

    Aufwändige Ausgrabungen in der Mainzer St. Johanns-Kirche | Spieldauer 3 Minuten | ARD/SWR | Stream & Info
    Eine Grabplatte aus dem Speyrer Dom – Mittelalter trifft 3D-Scanner | Spieldauer 2 Minuten | ARD/SWR | Stream & Info
    Historische Funde in Trier | Spieldauer 3 Minuten | ARD/SWR | Stream & Info
    Anmerkung: Wieder einmal das altbekannte Messi-Syndrom der Archäologen – Lösung/Umdenken nicht in Sicht. 
    Archäologischer Sensationsfund in Andernach – Eine römische Siedlung | Spieldauer 3 Minuten | ARD/SWR | Stream & Info
    (Off-Topic) Handwerkskunst: Wie man eine Harfe baut | Spieldauer 45 Minuten | ARD/SWR | Stream & Info
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