Wie sehen eigentlich Roboter die Welt?

Roboter bzw. autonome Drohnen sind momentan der große Hype. Anfang des letzten Jahrzehntes holte sich die größte Militärmacht der Erde eine blutige Nase als sie in Afghanistan und dem Irak einmarschierte. Die regulären Streitkräfte der irakischen Armee hatten der technologischen Überlegenheit der Amerikaner nichts entgegenzusetzen, aber schnell sorgten kleine Gruppen irregulärer Aufständischer mit primitiver Technik für einen hohen Blutzoll. Ihnen reichte etwas Sprengstoff aus alten Armeebeständen, ein Draht und vielleicht ein billiges Handy, um der amerikanischen HighTech-Armee hohe Verluste beizubringen.

Als Reaktion wurde eine Technologie massiv gefördert, welche vorher irgendwo zwischen Einschienenbahnen, sprechenden Toastern und fliegenden Autos als Relikt der Utopien der 60er abgeschrieben war: Autonome Roboter. Während stationäre Roboter etwa in Fabriken bereits normal waren, steckte die Forschung im Bereich mobiler Roboter noch in den Kinderschuhen. Der Irakkrieg änderte dies schnell.

Die meisten Drohnen wie die bekannten Predator sind im Kern nur große, ferngesteuerte Flugzeugmodelle – allerdings mit einer unglaublichen Technik. Es ist schlicht und einfach ein Stück Science Fiction, dass jemand in den USA sitzt und auf der anderen Seite der Erde ein Flugzeug steuert.

Trotzdem sind solche Drohnen nicht autonom, sie benötigen immer noch einen menschlichen Piloten. Andere Projekte sind schon weiter, etwa dieser Schwarm von Quadcoptern:

Während man durchaus mehrere Stunden mit Quadcopter-Videos auf YouTube verbringen kann, sollte man andere Entwicklungen nicht vergessen. Etwa den BigDog:

Mittlerweile verbreitet sich auch diese Militärtechnik im zivilen Bereich. Zuerst greifen Polizei und andere Sicherheitsbehörden auf die kostengünstigen Drohnen zur Luftüberwachung zurück (schonmal von der Polizei mit einer Predator-Drohne gejagt worden?), aber etwa auch Demonstranten setzen mittlerweile Drohnen ein. Das wird sich nur noch verbreiten je günstiger diese werden – die günstigsten Exemplare gibt es ab 250€.

Das große Problem für Roboter ist aber immer noch die Sensorik: Wir Menschen finden uns mehr oder weniger gut in der Welt zurecht. Wir laufen nur recht selten und wenn, dann häufig unter Alkoholeinfluss gegen Wände. Roboter haben damit größere Probleme.

Timo Arnall hat ein faszinierendes Video erstellt, welches zeigt, wie autonome Systeme, Computer und Roboter die Welt wahrnehmen.

 

 

 

Robot readable world from Timo on Vimeo.

Passend dazu kann ich den Artikel “Drone Landscapes, Intelligent Geotextiles, Geographic Countermeasures” des generell extrem lesenswerten Bldgblogs empfehlen. Dieser beschäftigt sich mit einem möglichen Umbau der Landschaft zur Förderung bzw. Abwehr genau dieser autonomen Systeme. Wenn nämlich jeder mit Drohnen rumfliegen kann, stellt sich automatisch die Frage nach Gegenmaßnahmen. Es ist nämlich nicht nur ein möglicher Terrorismus – vielleicht hat man auch einfach keine Lust, dass das Finanzamt über das eigene Grundstück fliegt und mehr Steuern verlangt.

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