Another one bites the dust – Encyclopaedia Britannica wird nicht mehr gedruckt

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Es war irgendwie abzusehen: Nachdem der Brockhaus vor einer Weile angekündigte, dass es keine weiteren Druckausgaben des Lexikons mehr geben werde (und diese Ankündigung dann später wieder zurücknahm), hat jetzt die Encyclopaedia Britannica angekündigt, dass auch sie keine weitere Druckausgabe mehr herausbringen wird. Damit endet nicht nur eine 244jährige Tradition, sondern die klassische Papierenzyklopädie ist endgültig tot.

Die Gründe dafür liegen natürlich klar auf der Hand: Es ist zum einen die Wikipedia, welche nicht nur kostenlos ist, sondern auch im Umfang und Googleplatzierung den ehemaligen Platzhirschen weit voraus ist. Es ist auch das umständliche Handling und die exobitanten Preise, welche die Papierenzyklopädien zum Dodo des 21. Jahrhunderts gemacht haben. Die aktuelle Ausgabe der Britannica kostet schlappe 1395 US-Dollar, umfasst 32 Bände, wiegt 58 kg und nimmt ein bis zwei typische Ivar-Regalbretter ein. Und ist in wenigen Jahren z.T. schon veraltet. Online ist deutlich praktischer.

Es wäre übrigens jetzt eine gute Zeit für eine Art “Befreiungsfond” für ältere Lexika. Es gibt einen Haufen wirklich guter Fachlexika, welche für die Verlage keinen Profit mehr versprechen und wohl niemals mehr eine Aktualisierung oder Neuauflage erleben werden. Hier im Regal steht etwa das von Axel Schildt herausgegebene “Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert. Ein Lexikon” von 2005, welches einen recht guten Job macht, kurz und knapp die wichtigsten Begriffe und Ereignisse des 20. Jahrhunderts darzustellen. Das wäre die perfekte Grundlage für eine kleine, nützliche Webseite. Das Buch habe ich damals für schlappe 2,99€ gekauft, bei Amazon gibt es das schon ab 0,05€. Es wäre an der Zeit, dieses und andere Lexika aus ihrem Papiergefängnis zu befreien.

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