Das Problem mit dem Urheberrecht

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Besser kann man das aktuelle Problem mit dem Urheberrecht nicht visualisieren: Werke sind bis 70 Jahre nach dem Tod des Autoren geschützt, Übersetzungen nochmal bis auch der Übersetzer 70 Jahre tot ist. Dadurch entsteht eine riesige Lücke in den verfügbaren Werken und so manch eines wird erst wieder verfügbar, wenn die Rechte ausgelaufen sind.

Die Grafik oben zeigt die Erscheinungsjahre von 2500 zufällig ausgewählten Büchern, die es bei Amazon.com zu kaufen gibt – als Neuauflage, nicht antiquarisch. Die Grafik basiert auf einem Script, welches ein Student der University of Illinois unter Prof. Paul Heald entwickelte. Seiner Zusammenfassung kann man sich nur anschließen:

This is super exciting, interesting preliminary data, I think. I had one of my students write a computer program that would crawl through Amazon.com and pull 2,500 fiction titles at random. … The findings are absolutely fascinating.

We broke these out by decade. … You would expect that if you can crawl through Amazon looking at only new books and only books sold by Amazon — so these are not used books, these are not sold by Amazon associates, this is what’s in Amazon’s warehouses — of course, the biggest number of books is from the decade 2000-2010. That’s what you’d expect; they’re more recent, more popular. Drops off really quickly for books in the 1990s, 1980s, 1970s, ’60, 1950, 1940, 1930 — here’s the point in time where books start falling in the public domain. Suddenly it goes up and up and up. There’s as many books [that] Amazon is selling brand new right now from the 1900s to 1910 as from the 2000s to 2010. You go all the way back to 1850 — there’s twice as many books from the 1850s being sold on Amazon right now as the 1950s. So this sort of confirms the notion that there’s some sort of positive public-domain effect …

Zu dem Thema gibt es auch einen Vortrag von ihm mit recht bescheidener Audioqualität:

Die großen antiquarischen Internethändler Amazon und ZVAB lindern dieses Problem übrigens etwas, indem sie Bücher aus dieser Zeitspanne ebenso bequem wie neue zugänglich machen. Das ist allerdings auch keine echte Lösung des Problems – mit dem richtigen Urheberrecht könnte diese durch die Schutzfristen entstandene Lücke geschlossen werden.

[via Netzpolitik]

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1 Response to Das Problem mit dem Urheberrecht

  1. Tanina sagt:

    Die Grafik zeigt wirklich eindrucksvoll wieviel da durch ein fehlgeleitetes Uhrheberrecht am Verbaucher an Kultur vorbeigeht. Schade um diesen.

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