Das Hitlerblog endet

Schade: Daniel Erk stellt nach 6 Jahren sein Hitlerblog ein.

Die Hitlerei langweilt mich wahnsinnig. Es ist ja nicht so, dass die Hitler-Scherze („Ein Bild von einem Penis-Hitler? Was könnte es witzigeres geben!“) über die Jahre ausgefeilter, besser, treffender geworden wären. Wenn überhaupt eine Veränderung zu verzeichnen ist, dann wird es tatsächlich immer banaler, blöder, billiger. Was ja auch irgendwie logisch ist, weil sich eben jeder Hinz und Kunzberufen fühlt, seinen Senf zu Hitler hinzu zu geben. Und nun stellen Sie sich kurz vor: Sie sind der Hitler-Scherz-Beauftragte des Internets und bekommen jeden Tag, jede Woche jeden auffindbaren Hitlergag mehrfach zugeschickt und sollen sich dazu ehrenamtlich äußern. Dagegen erscheint mir selbst der spontan erfundene Beruf des staatlichen Klopapierkontrolleurs (Fachgebiet: benutztes Papier) attraktiv.

Die Begründung kann ich sehr gut verstehen – mein altes Projekt Klio Surft liegt auch seit einiger Zeit brach, weil der gesammelte Unfug, den das Internet so mit der Geschichte anstellt, irgendwann zu viel wird. Und jede Sache nutzt sich irgendwann ab, jedes Thema ist ausgelutscht und – so tragisch das jetzt klingt – auch das Thema Hitler ist mittlerweile wohl extrem ausgelutscht. Vor allem, wenn die Satire sich nur auf den Bart und den Redestil konzentriert und sich ständig im Kreis dreht. Irgendwann gibt es einfach nichts mehr zu sagen.

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