Bomb Sight – Der Blitz als Karte

Zwischen September 1940 und Mai 1941 bombardierte die deutsche Luftwaffe insgesamt 16 englische Städte. Neben der fast völligen Zerstörung Coventrys ist der Blitz vor allem durch die Angriffe auf die Hauptstadt London in Erinnerung geblieben. Die Stadt wurde insgesamt 71 mal angegriffen, 20.000 Zivilisten starben und eine Millionen Häuser wurden zerstört. Für die deutsche Luftwaffe endete das Unternehmen desaströs – die Moral der Briten konnte nicht gebrochen werden und stieg sogar. Und die Verluste an Fluggerät waren enorm und machten sich im weiteren Verlauf des Krieges bemerkbar.

Die Webseite Bomb Sight hat nun (fast) alle Bombeneinschläge erfasst und zeigt sie auf einer Karte an. Jeder rote Punkt zeigt einen Bombeneinschlag – das Ausmaß der Bombardierung wird so deutlich sichtbar. Jeder Bombeneinschlag ist mit weiteren Informationen versehen, ebenfalls gibt es Erinnerungen von Londonern an den Blitz sowie Fotos.

Parallel dazu gibt es eine Android-App, welche die in der Umgebung gefallenen Bomben wahlweise auf einer Karte oder in einem Augmented Reality-Modus anzeigt.

Das ist eine gelungene Art der Geschichtsvermittlung. Gerade die Verknüpfung mit der (für Londoner) eigenen Umgebung lädt zum Nachforschen ein. Wo sind die Bomben gefallen? Was ist dort passiert? Wie stark waren die Zerstörungen in meiner Straße? So ein Projekt hätte ich auch gerne für weitere Städte und vor allem für Freiburg. Die Daten dafür sollten in den jeweiligen Stadtarchiven liegen – wenn nicht wie für London für jede einzelne Bombe, dann wenigstens als Bestandsaufnahme der Zerstörungen nach dem Krieg.

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2 Kommentare zu Bomb Sight – Der Blitz als Karte

  1. @HansHuett sagt:

    So sah er aus, der erste „Blitzkrieg“. Eine Karte der Einschläge deutscher Fliegerbomben http://t.co/qWw6NeSA

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