Tweets als Kommentare in den Blog einbinden

Auf der #RKB13 wurde laut dem entsprechenden Rautenschlagwort auf Twitter wieder das alte Problem angesprochen: Blogs versprechen, dass sie eine neue Art der Kommunikation schaffen. Direktes Feedback. Der Austausch mit den Lesern. Hinweise, Tipps, Kommentare. Und dann schreibt man einen Beitrag und … nichts passiert. Keiner kommentiert. Stille im Raum. Frust macht sich breit. Auf der anderen Seite stehen die Blogger, die „es“ geschafft haben: Jeder Beitrag bekommt hunderte Kommentare. Und auch sie sind damit nicht glücklich – der Anteil an Trolls, Trotteln und Tölpeln ist wächst mit der Anzahl der Kommentare und diese vertreiben dann nach und nach die vernünftigen Kommentatoren. Und wie etwa ein Blick auf Welt Online zeigt, können viele dumme Kommentare auch gleich den Ruf der ganzen Seite ruinieren.

Unter den geschichtswissenschaftlichen Blogs in Deutschland ist keines dabei, das auch nur ansatzweise dieses Problem hat. Kommentiert wird eher selten. Stefan Sasse schafft häufiger auf seinem Geschichtsblog zweistellige Kommentarzahlen. Erbloggtes schafft dies mit ihrer Berichterstattung über Plagiatsthemen auch.  Archivalia könnte das schaffen, wenn es interessante und kontrovers diskutierte Beiträge nicht sofort wieder in einer Flut von weiteren Beiträgen begraben würde. Ansonsten wird eher spärlich kommentiert. Ich hatte vor einigen Jahren etwas zum Thema geschrieben, der Artikel ist immer noch aktuell. Ich habe es in der Zwischenzeit auch nicht geschafft, die angekündigte Blogroll einzurichten.

Mittlerweile hat sich aber der Diskurs verlagert – Blogs können nicht nur direkt im Blog kommentiert werden, sondern auch auf Twitter, Facebook, G+ und diversen anderen Seiten. Und häufig entsteht dann dort eine interessante Diskussion, von der der Blogautor nichts mitbekommt.

Ich habe daher seit einer Weile das WordPress-Plugin „Twitter Mentions as Comments“ laufen. Das überprüft automatisch, welche Tweets auf den Beitrag verweisen und bindet sie wahlweise als Kommentar, Trackback oder Pingback ein. Das funktioniert erstaunlich gut: Meine Beiträge werden auf Twitter durchaus herumgereicht und besprochen, auch wenn sich das nicht immer in Kommentaren hier niederschlägt. Es ist aber natürlich auch motivierend, wenn jemand noch Monate später auf einen Artikel von mir verweist.

Das Plugin ist kostenlos, verbraucht praktisch keine Serverressourcen und ist kinderleicht zu bedienen – per Klick installieren und es funktioniert problemlos. Das natürlich nur, wenn man sein Blog selbst hostet.

Eine perfekte Lösung für Kommentare von Facebook und G+ kenne ich leider auch nicht.  Wer eine kennt, bitte in die Kommentare damit.

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7 Responses to Tweets als Kommentare in den Blog einbinden

  1. Mareike König sagt:

    Die Grundidee finde ich sehr gut. Die Diskussion zu einem Blogbeitrag findet vielfach in den Sozialen Netzen statt – oder natürlich auch analog – so dass man sie beim Beitrag selbst nicht nachvollziehen kann.
    Wenn ich mir aber die Umsetzung anschaue, finde ich das Plugin nicht so toll. Beim Artikel vorher stehen einfach nur drei Pingbacks mit den Namen der Twitternden. Um an den Text zu kommen, muss man – wie bei anderen Pingbacks auch – drauf klicken und verlässt so den eigentlichen Beitrag.
    Kann man den Text der Tweets denn auch direkt sichtbar machen (ähnlich wie bei Storify)?

    • admin sagt:

      Das ist eine Einstellungssache. Ich hab es mal auf Kommentar umgestellt.

      Unsere Tweets hat der Twitter-Schluckauf heute nachmittag aber anscheinend verschluckt.

  2. Tweets als Kommentare in den Blog einbinden http://t.co/eCzSY5II

  3. @bueinru sagt:

    RT @biblioblogs: Tweets als Kommentare in den Blog einbinden http://t.co/TWlXeUaM

  4. @_tillwe_ sagt:

    Bin probeweise mal dem Tipp hier http://t.co/OwFvb84b gefolgt, Tweets als Kommentare ins Blog einzubinden.

  5. Tweets als Kommentare in den Blog einbinden | http://t.co/2u1x1uMJ http://t.co/DfK5B5Na Super Plugin, habs grad eingebaut und funkt!

    • admin sagt:

      Das Schöne ist: Die mit dem per Plugin eingebundenen Kommentare bestätigen den Artikel. Danke dafür!

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