Reclaim.fm – die eigene Social Media-Sicherung

Es ist eines der interessantesten Projekte der letzten Zeit: Reclaim.fm, publikumswirksam von Felix Schwenzel und Sascha Lobo auf der Republica vorgestellt, verspricht, die eigenen Inhalte aus den Sozialen Netzwerken zu befreien. Technisch basiert es auf einem handelsüblichen WordPress, welches mit verschiedenen Plugins ausgestattet wird. Per RSS oder API-Zugriff kann man sich so die verschiedenen Inhalte auf den eigenen Server saugen und so übersichtlich und unter eigener Kontrolle speichern. Eine Demo findet sich hier.

Note the reclaim wall, which shows you any content you left somewhere on the web. You can filter the different sources with one click, and it’s fully searchable. Sources can be:
• RSS (any RSSable content)
• Facebook (likes, comments, status messages, uploaded photos, links)
• Twitter (tweets, favs)
• Links (Facebook, Twitter, Delicious, Pinboard)
• Youtube (uploads, favs, likes)
• Vimeo (uploads, favs)
• Pinterest (uploads, shares)
• Instagram (guess what)
• Google+ (status messages, uploaded photos, links)
• Flickr (photos)

Ich habe das einfach mal auf meinem Server installiert und getestet. Erwähnte ich schon, dass eigene Server super sind, weil man solche Dienste einfach und problemlos ausprobieren kann? Der erste Eindruck ist positiv: Die Einrichtung funktioniert, ist aber noch etwas sehr frickelig. Dafür zieht es zuverlässig die Daten aus den entsprechenden Netzwerken. Nicht nur für Privatanwender, sondern gerade auch für Institutionen kann das interessant sein: So werden die eigenen Social Media-Aktivitäten übersichtlich angezeigt und ein interessierter Nutzer kann sich schnell einen Überblick über Texte, Fotos und Videos machen ohne gleich 5 verschiedene Fremdseiten besuchen zu müssen. So kann etwa ein Museum, welches auf Flickr Bilder veröffentlicht, auf Facebook Veranstaltungen ankündigt, auf YouTube Vortragsmitschnitte zeigt und per Twitter kommuniziert, dieses an einer Stelle bündeln.

Und wo ist jetzt der Link zu meiner Reclaim-Seite? Geheim und passwortgeschützt. Zum einen bekommt man auf diese Weise schnell Probleme mit unserem unzeitgemäßen Urheberrecht:

In the future, Reclaim Social should copy and store the any content on your blog, which will be quite interesting from an legal point of view. At the moment, some contents like videos are just widgetised.

Wenn man etwa die auf Tumblr gemochten Bilder ins eigene Blog zieht, steht irgendwann garantiert Atilla Abmahnanwalt mit einer Rechnung vor der Tür. Dann doch lieber ein Passwortschutz, das schützt auch vor zu viel Offenheit – ein fertig eingerichtetes Reclaim ist schon sehr Post-Privacy und bündelt eben alles für jeden zugänglich auf einen Blick.

Einige Features fehlen aber noch – da der Dienst stark auf RSS-Feeds setzt, versagt er gnadenlos bei Diensten, die keine RSS-Feeds anbieten. An den üblichen Webforen, Mailinglisten oder privaten Diskussionsrunden beißt sich das Tool die Zähne aus. Mit ein paar weiteren Frickeleien kann man da allerdings sicherlich noch etwas nachrüsten – so bietet WordPress etwa Post-per-Mail an, damit ließen sich sicherlich auch Mailinglisten integrieren. Ich werde aber erstmal abwarten, wie sich das Tool insgesamt entwickelt und was dort noch integriert wird.

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4 Kommentare zu Reclaim.fm – die eigene Social Media-Sicherung

  1. Reclaim.fm – die eigene Social Media-Sicherung http://t.co/EFAAIhdRRF

  2. Moin.

    Wie hast du’s zum Laufen bekommen? Bei mir passiert nichts wenn ich die proxy.zip entweder über den Web-Installer installiere oder (entpackt) direkt in das Plugins-Verzeichnis lade… :-/

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