Peer Steinbrücks Stasi-Akte

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück wurde in den 1970er Jahren von der Stasi während seiner Besuche bei seiner Verwandtschaft im Osten beobachtet und hat jetzt diese Akte online gestellt. Diese enthält natürlich wenig spektakuläres, zeigt aber zwei Sachen: Zum einen, wie die Stasi gearbeitet hat und wie auch einzelne Besucher fleißig von IMs beobachtet wurden. Mir ist keine weitere online verfügbare Stasiakte bekannt, meistens wird nur in Auszügen zitiert. Wer also mal schauen will, wie ein Geheimdienst mit damaliger Technik gearbeitet hat und wie viel Aufwand für null Erkenntnis getrieben wurde, der darf dort stöbern. Zum anderen kann man den wohl schlechteste Kopie/Scan, die ich seit langem gesehen habe. Wer auch immer dafür verantwortlich ist – das sieht so aus, als wäre es auf einem schmutzigen Microfiche-Gerät und einem schlechten Drucker gescannt, dann gefaxt und danach von einem Gorilla eingescannt worden. Alleine das ist schon sehenswert.

steinbrück

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4 Antworten zu Peer Steinbrücks Stasi-Akte

  1. Kurz gebloggt: Peer Steinbrücks Stasi-Akte http://t.co/MmLgXg7eds

  2. RT @MschFr: Kurz gebloggt: Peer Steinbrücks Stasi-Akte http://t.co/MmLgXg7eds

  3. Erbloggtes sagt:

    Null Erkenntnis würde ich so nicht sagen. Die Akte ist – wie auch moderne Geheimdienstarbeit – sehr nützlich als Ansatzpunkt, wenn die Person mal geheimdienstlich interessant wird. Das ist der Moment, in dem die Stasi wissen wollte, mit wem sie Kontakt hat, und über wen man sie manipulieren kann. Du hast das ja in Das Kompromat schon geschildert: Es geht darum, Macht über Menschen zu haben, sobald das nötig erscheinen sollte. Das ist nicht nur das schmutzige kleine Geheimnis, das womöglich großen Entdeckungsaufwand erfordern würde. Es reicht ja in vielen Fällen, wenn man jemanden weiß, den die Zielperson mag, dem sie vertraut, oder mit dem sie in Konflikt steht.

    Ganz platt gesagt, hätte die Stasi ja Steinbrücks Cousin entführen können und von Steinbrück dann irgendwas verlangen. Oder ein moderner Geheimdienst könnte den Partner eines Journalisten kidnappen…

    Das Personennetzwerk zeichnet sich in solchen Akten ganz ausgezeichnet ab. Und die Hauptsache für einen solchen bürokratischen Apparat ist, dass er im Fall der Fälle weiß, wo er nachschauen muss.

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