Netflix für die Buchbranche?

Neunetz fragt, ob ein Abomodell wie Spotify oder Netflix auch eine Lösung für die Buchbranche wäre:

„Der Grundgedanke ist richtig. Man sollte sich aber nicht selbst überholen. Zunächst bräuchte es in der deutschen Buchwelt erst einmal einen Abostreaminganbieter wie Netflix oder Spotify. Skoobes Buchpreisbindungsworkaround “bis zu fünf Bücher gleichzeitig ausleihen” qualifiziert es nicht als Anwärter. (Was nicht die Schuld von Skoobe ist.) Angesichts der noch immer zögerlichen deutschen Buchverlage was den regulären Verkauf von E-Books angeht (noch immer gibt es nicht alle Neuerscheinungen auch als E-Books zu kaufen, auch nicht alle jüngeren Erscheinungen), sind wir in der Buchbranche ungefähr 3 Schritte von so etwas wie einem Buchnetflix entfernt. Was mindestens ebenso vielen Jahren entsprechen dürfte.“

Bücher aller Verlage zum Ausleihen für einen geringe monatliche oder jährlichen Beitrag. Ein Abomodell, bei dem man alle Bücher, bei dem man Zugriff auf eine gut sortierte Sammlung von Büchern hat, nicht nur Unterhaltungsliteratur, sondern auch Fachbücher. So ein Service wäre wirklich praktisch. Ich als Vielleser würde sowas gerne nutzen. Wieso tut die Buchbranche denn nichts? Neunetz befürchtet rechtliche Probleme mit der Buchpreisbindung:

„Ein solcher Dienst, der entgegen aller Wahrscheinlichkeiten in Deutschland auf eine signifikante Größe wachsen würde, hätte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen langwierigen Rechtsstreit darüber, ob hier nun die Buchpreisbindung verletzt wird oder nicht, an der Backe. Das macht es zu einem sehr unattraktiven Segment.“

Das wirklich faszinierende ist, dass Neunetz mit keinem Wort erwähnt, dass es so einen Service zu sehr fairen Preisen praktisch überall gibt und dass er sich „Bibliothek“ nennt.

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6 Responses to Netflix für die Buchbranche?

  1. RT @MschFr: Manchmal muss man auch blöde Blogbeiträge kommentieren http://t.co/rwwiir8Q4w

  2. Matthias sagt:

    Sein wir doch ehrlich – die (deutsche?) Buchbranche macht im Moment die gleichen Fehler, wie die Musikindustrie so vor 10, 12 Jahren oder die Filmindustrie so vor 5 bis 8 Jahren (u.a. https://netzpolitik.org/2013/der-tagesspiegel-und-die-zeit-werden-nach-der-nennung-des-namens-einer-illegalen-webseite-verklagt): Sie klammert sich krampfhaft an ein Geschäftsmodell, das auf Verknappung basiert, was aber im Internetzeitalter™ nicht lange funktionieren kann. Spätestens, wenn sich eBook-Reader in der Masse durchgesetzt haben (Amazon verkauft gerade seinen Kindle für 49€…), werden die meisten Menschen Bücher vor allen digital lesen, insbesondere Unterhaltungslektüre, von einer bibliophilen Minderheit einmal abgesehen.

    Und spätestens dann wird das Geschäftsmodell der Verlage und stationären Buchhändler vermutlich implodieren, da Bücher einfach aus dem Netz gezogen (*hust* boox to) ich meine natürlich von Freunden geliehen werden, während gleichzeitig Amazon die Gewinne der meisten Buchkäufe einstecken wird, wenn wir Glück haben, teilen sie diese sogar einigermaßen fair mit den Autoren.

    Dieses Szenario vor Augen, wäre eine „Flatrate“ oder ein Abomodel analog zu Netflix in der Tat begrüßenswert und zum einen mögliche Konkurrenz zu Amazon, und zum andere vielleicht ein Weg, wie die Buchverlage überleben und wie das Model Leihbibliothek ins digitale Zeitalter zu übertragen werden kann.

  3. @NGC6544 sagt:

    RT @biblioblogs: Netflix für die Buchbranche? http://t.co/9qMi2QKiXG

  4. RT @MschFr: Manchmal muss man auch blöde Blogbeiträge kommentieren http://t.co/rwwiir8Q4w

  5. halte digitale leihbibiothek für gute option! RT @kaffeebeimir Netflix für die Buchbranche? http://t.co/vnQGb5RSmU

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