Sockenpuppen, PR, Paid Editing und die Wikipedia

DailyDot deckt in einem faszinierenden Artikel ein größeres Sockenpuppen-Netzwerk innerhalb der englischen Wikipedia auf. Hinter dem Netzwerk von einigen Benutzern versteckte sich eine PR-Agentur namens Wiki-PR. Diese unterhielt mehrere Benutzeraccounts mit denen sie im Lexikon editierte:

By September of this year, the investigation talk page included over 900 edits from more than 50 authors. It had unearthed 323 user accounts as confirmed sockpuppets with an additional 84 suspected. The only other known sockpuppet network of this size and scope was the case of Bambifan101, a still-ongoing investigation that located 236 suspected and 249 confirmed accounts. In other words, this was one of the largest—if not the largest—discovered sockpuppet networks in Wikipedia history.

Nearly all the accounts uncovered by the investigation had a few things in common: Most of the pages created were about companies and living persons; the pages were generally positive and promotional in nature; they often cited articles that were written on websites that anybody could contribute to. The oldest account associated with the sockpuppet network was called „Morning277“ and had been active since November 2008. Morning277 had a busy life on Wikipedia, making more than 6,000 edits.

Das Geschäftsmodell von Wiki-PR scheint recht unseriös zu sein. DailyDot schrieb mehrere Firmen an und diese berichteten das sich per E-Mail geworben wurden und dass die Verantwortlichen einen Wikipedia-Artikel versprachen. Dabei wurde nicht über die Gepflogenheiten innerhalb der Community aufgeklärt und es wurde auch damit geworben einen Admin in den eigenen Reihen zu haben und gelöschte Artikel wiederherstellen zu können. Das ist klar unethisches Verhalten: Sockenpuppen, verschleierte Edits und nicht haltbare Versprechen an Geschäftspartner sprechen nicht gerade für die Seriosität dieser Firma.

Passend dazu wird in der deutschen Wikipedia momentan über Paid Editing abgestimmt. Wer für Meinungsbilder stimmberechtigt ist darf sich dort gerne beteiligen oder sich auf der entsprechenden Projektseite umschauen. Die Aktivitäten von Firmen wie Wiki-PR werfen jeden noch ein schlechtes Licht auf die gesamte Paid Editing- und PR-Branche, auch wenn man zwischen Firmen die transparent Fehler in ihren eigenen Artikeln korrigieren und welchen, die ihre Werbung mithilfe von nicht deklarierten Accounts in das Lexikon einbringen wollen, unterscheiden muss. Eins ist jedoch klar: Die PR Branche hat die Wikipedia bereits für sich entdeckt und die Probleme werden Zukunft sicherlich noch deutlich zunehmen. Entlarvungen wie in diesem Fall werden in Zukunft deutlich schwieriger werden, wenn die entsprechenden Personen hinzu lernen. Es ist nämlich nicht sonderlich schwierig mithilfe von VPN-Verbindungen und Virtual Machines seine Identität deutlich besser zu verschleiern.

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3 Responses to Sockenpuppen, PR, Paid Editing und die Wikipedia

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