Irrationale Akteure

Mir ist in der letzten Zeit etwas aufgefallen: Im Umgang mit irrationalen Akteuren denken viele Menschen immer noch, dass man diese irrationalen Akteure nicht provozieren dürfe oder dass man ihnen keine „Munition“ für ihre Propaganda geben dürfe.

Nehmen wir die Querdenker: Da waren viele Leute der Meinung, dass man nicht zu laut über eine Impfpflicht oder auch nur die Nebenwirkungen der Impfung reden dürfe, weil dies ja „Wasser auf die Mühlen“ der Querdenker sei. Bloß nichts zu laut sagen, damit diese dann hoffentlich nichts mitbekommen und dann kein großes Geschrei veranstalten. Gleichzeitig liefen die Querdenker lautstark durch die Straßen und schrien, dass es eine weltumspannende Verschwörung gebe, die alle Menschen durch die Impfung entweder umbringen oder mit Mikrochips kontrollieren wolle und dass im September 2021 alle Geimpften sterben würden und dass unsere Regierung uns alle in eine Diktatur bringen will.

Ähnliches mit Russland: Da wird gerade gerne getan, dass man ja Russland nicht durch irgendwas provozieren dürfe, weil Putin sonst eine ganz schlimme Gegenreaktion machen würde. Gleichzeitig zieht dieser Putin eine Schneise der Verwüstung durch die Ukraine. Seine Truppen morden, vergewaltigen, beschießen Theater, Schulen, Einkaufszentren, begehen Kriegsverbrechen und seine Propaganda lügt wie gedruckt. Er ist ein Meister darin, sich irgendwelche Provokationen auszudenken – wie schon alleine der offizielle Kriegsgrund zeigt, dass die Ukraine ein faschistischer Staat sei, der jetzt von der russischen Armee zu entnazifizieren sei. Die russischen Medien haben auch ein starkes Propaganda-Game und finden immer etwas. Dabei reißen sie auch gerne irrelevante Kleinigkeiten aus dem Kontext und bauen daraus einen riesigen Skandal. Oder sie verbreiten einfach ganz dreist offensichtliche Lügen.

Die QAnons sind ähnlich – wer ernsthaft glaubt und verbreitet, dass Hillary Clinton im Hinterzimmer einer Pizzeria in Washington Kinder sexuell missbraucht, der hat sich einfach aus der Realität verabschiedet.

Im Kleineren gibt es diesen Mechanismus auch in privaten Beziehungen, am Arbeitsplatz oder in der Schule. Es ist falsch zu denken, dass etwa jemand, der von seinem Partner geschlagen und missbraucht wird, daran eine Mitschuld habe. Dabei sind die Mechanismen andere: Das Opfer ist hier nicht der auslösende Faktor, sondern die Gewalt kommt tief aus dem missbrauchenden Partner und es geht um Macht, Kontrolle und Unterdrückung.

Auch beim Mobbing geht es nicht um den Inhalt der jeweiligen Mobbingaktivität – deswegen sind auch z.B. Kampagnen, die Schülern vermitteln sollen, dass Markenklamotten nicht wichtig sind oder Forderungen nach Schuluniformen, weil die Schüler sich dann nicht mehr über die Klamotten mobben können, wenig zielführend. Schlechte Menschen finden immer einen Anlass – oder denken sich einfach etwas aus. Das Gerücht trifft auch den saubersten Saubermann.

Einen ähnlichen Gedankengang findet man in der Literatur und in den Erinnerungen etwa zum stalinistischen Terror: Diese extreme Verwunderung der Opfer, dass sie jetzt in den Fokus der Repression geraten sind, obwohl sie ja nichts getan haben. Dieses blanke Unbegreifen bei der Konfrontation mit einem wahllosen Terror, der mit festen, zentral festgelegten Verhaftungs- und Erschießungsquoten gearbeitet hat. Und gleichzeitig dieses nagende Gefühl, dass ja irgendetwas dran sein müsse und dass die Nachbarn ja irgendwas angestellt haben müssen, weil sie sonst ja nicht verhaftet worden wären.

Was bedeutet das jetzt? So merkwürdig es klingt: Freiheit. Wenn die gehässigen Hexen aus der Parallelklasse sich so oder so die irrsinnigsten Gerüchte ausdenken, dann kann man sich auch die Haare blau färben und muss sein Taschengeld nicht für die neusten Markenklamotten sparen. Die lästern eh, egal, was man tut. Wenn die russische Propaganda aus harmlosen Nichtigkeiten einen Skandal macht, dann muss man in seinem Handeln keine Rücksicht auf sie nehmen. Wenn die Querdenker eh glauben, dass die Regierung alle Leute mit einer Impfung umbringen will, dann können wir als Restgesellschaft auch eine ehrliche und offene Diskussion über Impfungen & Gesundheit führen ohne auch nur ansatzweise Rücksicht auf diese verwirrten Gestalten mit dem Aluhut nehmen zu müssen. An irrationale Akteure kann man nicht mit normalen Maßstäben herangehen, denn ihr Verhalten entspringt nicht dem normalen Aktion -> Reaktion-Muster, das uns so vertraut ist. Es ist wichtig, dass wir dies endlich wahrnehmen.

Leider wird zu häufig noch den Opfern die Schuld oder wenigstens eine Mitschuld zugesprochen – die getragenen Klamotten hätten ja den Vergewaltiger so erregt, dass er sich einfach nicht mehr zurückhalten konnte. Man hätte sich nicht öffentlich zu Thema XYZ äußern sollen, da ist ja klar, dass man Morddrohungen von Rechtsextremisten bekommt. Der gemobbte Schüler soll dann das Gespräch mit den Mobbern suchen. Faktenchecks sollen „Fake News“ debunken. Der wahllos bei einer harmlosen Verkehrskontrolle erschossene Schwarze in den USA hatte ja vor 10 Jahren mal eine Verurteilung wegen Kriminalität. Dann steht mal wieder ein Amokläufer in einer Grundschule in den USA und erschießt haufenweise Kinder und spätestens dann zeigt sich die Leere dieses Gedankens: Die Opfer können nichts für die Tat. Der Täter befindet sich in einer Welt des Wahnsinns, die für Außenstehende nicht zu begreifen ist. Aber genau deshalb darf man sich auf diese Spiele im Wahnsinn nicht einlassen – der konkrete Anlass der Tat ist egal, der ist purer Vorwand. Nur den Vorwand zu vermeiden, bringt daher nichts.

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Abenteuer im 3D-Druck

Eigentlich war es ja klar, dass nach dem Stiftplotter und ersten Gehversuchen mit 3D-Programmen hier irgendwann auch ein 3D-Drucker ins Haus kommt. Dafür sind die Techniken doch zu nah verwandt und daher habe ich bei einem passenden Angebot zugeschlagen: Der Anycubic i3 Mega S für 149€ war als Angebot einfach zu günstig.

In den letzten Wochen habe ich daher intensiv mit dem Drucker gespielt und dafür dann auch das Stiftplotten schändlich vernachlässigt.

Zuerst die wichtigste Erkenntnis: Das ist alles gar nicht so schwer wie gerne getan wird. Wenn man versucht sich in den Bereich einzulesen, stolpert man sofort über schlimmstes Fachkauderwelsch, irgendwelche Druckerupdates, obskure Probleme mit komplizierten Lösungswegen oder verschiedene Drucktechniken. Umso überraschter war ich, dass das Gerät einfach so out of the box funktioniert. Man nimmt es aus dem Paket, baut es innerhalb von kürzester Zeit mit einer bebilderten Anleitung zusammen und dann kann man auch schon direkt den ersten Druck von der mitgelieferten SD-Karte starten. Nach einer halben Stunde Bastelzeit fließt auch schon das erste Plastik durch die Düse – und wer irgendwie etwas Ahnung von Technik hat, wer in der Lage ist ein Windows zu installieren oder gar eine Grafikkarte in einem Rechner zu installieren, der kann auch 3D-drucken.

Und das ist richtig cool! Ich war nie wirklich gut im Handwerken – wenn man mir eine Säge, Holz und diverse Schrauben gibt, dann bekomme ich kein Vogelhaus gebaut. Und wenn, dann eins, das schief und krumm ist und nicht nur von Vögeln verlacht würde. Mit dem Drucker könnte ich jetzt ein wunderbares Vogelhaus produzieren. Das macht Spaß und öffnet gleich neue Bahnen der Kreativität.

Wobei Kreativität gar nicht nötig ist: Man kann den Drucker auch einfach als Star Trek-Replikator nutzen. Es gibt diverse Plattformen wie Thingiverse, auf denen es zehntausende Druckvorlagen in allen auch nur denkbaren Varianten gibt. Egal ob praktische Helferlein, Ersatzteile oder lustige Spielereien, es gibt für alles etwas. Die Szene ist auch von einer enormen Offenheit geprägt – da wird gerne geteilt, CC-Lizenzen sind der Standard und es wird auch fleißig an anderen Designs verbessert und remixt.

Dabei sollte man nicht vergessen, dass die Drucks durchaus lange dauern können. Wenn man komplexere und größere Drucke probiert und die feinste Schichtdicke für das beste Druckbild wählt, dann können die gerne mehrere Tage dauern. Wer sich jetzt gedacht hat, dass er in die industrielle Massenfertigung einsteigen kann, der hat sich getäuscht.

Ebenfalls zum Thema „industrielle Massenfertigung“: Man sieht den fertigen Objekten an, dass sie 3Dgedruckt sind. Sie haben nämlich ganz feine Schichten, irgendwo zwischen 0,1mm und 0,3mm, welche man sieht und z.T. auch spürt. Wer wirklich elegante Teile drucken will oder ganz feine Details wie bei Tabletop-Figuren, der benötigt eine andere Technik als den FDM-Druck.

Ein Nachteil ist auf jeden Fall zu erwähnen: Die Dinger stinken. Im Endeffekt schmilzt man ja Plastik und spritzt dann das geschmolzene Plastik in Form. Also hat man Plastikdämpfe in der Wohnung – und die sind im Zweifelsfall nicht gerade gesund und angenehm. Man sollte also die nötigen räumlichen Voraussetzungen haben. Den Bastelkeller, die Abstellkammer mit eigener Lüftung oder den ungenutzten Nebenraum. Ansonsten werden spätestens die Mitbewohner irgendwann rebellieren.

Will man nicht nur von anderen gefertigte Modelle drucken, sondern auch eigene Dinge erstellen, dann wird das Projekt zu einer ganz anderen Herausforderung: Ich bin gerade erst in den Anfängen davon mit CAD-Programmen herumzuspielen und die Lernkurve ist sportlich. Ich sitze jetzt seit bald 35 Jahren vor Computern herum und mache sogar beruflich was mit Computern, aber das ist ein ganz eigenes Genre. Da fühlt man sich dann wirklich wie Karlheinz (58), der in Word daran verzweifelt einen Text fett zu setzen. Selbst simpelste Dinge fallen einem extrem schwer und es ist unglaublich schwer etwas, was man im Kopf hat, dann auch umzusetzen. Das ist eine Lektion in Demut – gerade da sie es einem sehr nahebringt, wie andere Menschen vor Computern sitzen.

Ansonsten ist der 3D-Druck ein recht günstiges Hobby: Den Drucker habe ich für 150€ bekommen und 1kg Filament kostet um die 20€. Plastik ist bekannterweise leicht und daher bekommt man aus dem Kilo einiges heraus. Dazu kommen dann noch die Stromkosten und das war es. Das kann man machen und erschreckenderweise refinanziert sich das sogar recht schnell, wenn man ein paar Ersatzteile druckt, für die Hersteller ja gerne Mondpreise nehmen.

Zum Schluss möchte ich noch festhalten, dass ich natürlich keinerlei Ahnung habe. Es ist ja ein generelles Problem im Internet, dass jeder jeden Blödsinn reinschreiben darf und dass gerade Experten in ihrem Gebiet meist gut damit beschäftigt sind, vielgefragte Experten zu sein und daher keine Blogbeiträge oder YouTube-Videos erstellen. Ich hab den Drucker erst einen Monat und höchstwahrscheinlich würde ich in einem Jahr einen völlig anderen Artikel schreiben. Falls also jetzt jemand Lust hat sich ebenfalls einen 3D-Drucker zu kaufen, dann hört nicht auf mich.

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PenPlots: Digital Lego

Nach einem Abend experimentieren habe ich jetzt die Pipeline stehen, um digitales Lego in PenPlots zu verwandeln. Dafür muss man nur gekonnt vier Softwares hintereinander schalten und schon bekommt man wunderbare Vorlagen für den Stiftplotter. Es gibt eine Reihe von Softwares wie stud.io oder Mecabricks, mit denen man am PC Legos bauen kann. Diese eignen sich dann gerade aufgrund der klaren Linien der Steine perfekt für einen Stiftplot.

Es hat eine Weile gedauert, bis die nötige Software stand: Stud.io funktioniert zwar zum Bauen, aber der Export des fertigen Modells als Collada/DAE-Datei ist funktional kaputt. Hier bekommt man zwar einen Export, aber mit völlig verschobenen Steinen. Der Umweg über Mecabricks hat dann geklappt und danach konnte ich die Szene in Blender mit Freestyle rendern und dann mit vpype optimieren.

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PenPlot: Freiburg, isometrisch

Ein weiterer PenPlot aus dem Freiburger 3D-Modell. Es sieht jetzt nicht viel anders aus als der vorige Plot, aber dafür ist der gesamte Techstack im Hintergrund anders:

  • Als 3D-Programm ist jetzt Rhino 3D im Einsatz. Blender mit Freestyle funktioniert zwar auch, aber Rhino ist doch deutlich einfacher zu bedienen als Blender, bei dem schon alleine die Menüs völlig undurchdringlich sind
  • Zur Optimierung der SVG läuft nun vpype, ein erstaunlich mächtiges Kommandozeilentool, welches direkt für PenPlots gedacht ist und daher einen höchst großartigen Job macht
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Weltminderung

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Pierre-Auguste Renoir – Bal du moulin de la Galette, 1878

In den letzten Wochen las ich Alfred Kerrs „Zwischen Paris und Rom“, eine Sammlung von Reiseberichten. Der vielleicht prominenteste Theaterkritiker des Kaiserreichs reiste um die Jahrhundertwende durch Europa und veröffentlichte seine Reiseberichte und -notizen. Diese sind … nicht so wirklich toll. Sie sind schwärmerisch. Fühlen sich an wie ein euphorischer Fiebertraum. Der ältere Mann lechzt den jungen französischen und italienischen Mädchen nach. Wie ein textgewordenes Gemälde von John William Godward. Er schwärmt, er ist romantisch, er romantisiert die Welt, berichtet praktisch nicht negatives. Das klingt interessant, verliert aber schnell seinen Reiz, da unter dem Schwärmen gerade in seinen Berichten aus Italien zu wenig Substanz steckt. Man merkt ihm die Begeisterung an, die Freude am Reisen, die Freude am Lesen, aber gleichzeitig bringt er doch wenig vom Land mit nach Hause und zum Leser. Er ist wie jemand, der im Urlaub war und dann zuhause allen groß und breit erzählt „Dubrovnik! Wunderschön! Muss man gesehen haben!“, aber der nicht beschreiben kann, warum man denn jetzt Dubrovnik gesehen haben muss, aber dass die Frauen da hübsch waren und dass das Essen lecker war. Es gibt aufmerksamere Beobachter der Welt.

Aber dann gibt es einen Nachtrag, fast nur eine Fußnote in seinem Text über Paris, die dieses Buch so bemerkenswert macht. Kerr veröffentlicht diesen 1901 geschriebenen Text dann im Jahr 1920. Dazwischen war bekanntlicherweise etwas:

„Da kam die große Neuschichtung: Der Weltkrieg; der ihre Lebensfrist mehrt – wenn auch nicht ihre Lebenskraft.
Wir waren siebzig, sie nur vierzig Millionen. An Toten haben beide fast gleichviel. Die Sieger sind besiegter als die Besiegten.
Und ich empfinde den Schmerz darüber so stark wie den Schmerz um eignen Verlust. Wie den tiefen Schmerz um den Aderlaß der Heimat. Eine Weltminderung; hier wie dort.
Rüde Schurken und verantwortungslose Trottel (die stets über zersetzenden Einfluß klagten!!) haben zwei solche Völker zu geistesschwachem Mord gepeitscht.
Ins Gesicht spucken soll man ihnen, öffentlich; jeder, der will; der Reihe nach: Dem ehrlosen Prahlgesindel dieser spät Entafften.
Ins Gesicht spucken; öffentlich; jeder der will.“

Weltminderung. Was für Worte! Was ein Ausdruck des Schmerzes über die Verluste des Weltkrieges!

Weltminderung – das trifft wohl auch das, was wir jetzt gerade erleben. Die Welt ist in den letzten zwei Jahren rauher, garstiger, gefährlicher geworden. Optionen und Möglichkeiten haben sich verschlossen. Viele Länder sind nicht mehr wirklich zu bereisen. Der Optimismus ist auf einem Tiefpunkt. Die Welt ist weniger. Gemindert. Ein Verlust für uns alle. Vielleicht fand ich diesen Nachtrag im Text so beeindruckend.

(Warum schreibe ich hier eigentlich sonst nichts über den russischen Angriff auf die Ukraine oder auch den Coronavirus? Ich habe dazu erstaunlich wenig wirklich gehaltvolles zu sagen. Ich bin kein Osteuropa-Experte, bin nur vor jetzt sieben Jahren mal 14 Tage durch die Ukraine gereist. Ich bin nicht der Experte für irgendwelche geopolitischen Themen oder gar für Militärstrategien. Ich bin auch kein Virologe und weiß nur das, was man sich während der Pandemie so angelesen hat. Daher kann ich zu den aktuellen Debatten wenig Gehaltvolles beitragen. Und so nett es ist, Historiker zu sein, manchmal bringen einen auch Erklärungen tief aus der Geschichte nicht weiter. Daher halte ich mangels Expertise einfach mal die Klappe)

Wer übrigens vielleicht auch die Klappe halten hätte sollen: Alfred Kerr. Denn zu den rüden Schurken und verantwortungslosen Trotteln, die Deutsche und Franzosen zu geistesschwachem Mord gepeitscht haben, gehört auch er.

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PenPlot: Radfahren

Sta Gold Metallic auf schwarzem Tonkarton

Ein schneller, etwas ungenauer PenPlot einer alten Kapitelgrafik der österreichischen Allgemeinen Sportzeitung aus den 1930ern. Diesmal ohne dass ich groß etwas gelernt hätte, aber ich mag die Grafik einfach sehr.

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Denkmäler, die rumstehen #3 – Waldkirch

Erster Eindruck: Ein normales Denkmal von einem örtlichen Sportverein, das irgendwann vor Ewigkeiten aufgestellt wurde und jetzt trotz enorm faschistischem Sprachduktus weiterhin rumsteht, weil es dann halt noch nicht so total kaputt ist.

Zweiter Eindruck: Moment mal, 1980? Die haben ernsthaft im Jahr 1980 – Neunzehnhundertachtzig! – einen dicken, großen Gedenkstein zu ihrem 100jährigen Jubiläum aufgestellt und dann DIESE Inschrift eingemeißelt? Und dann haben sich versammelt, der ganze Verein, feierlich, höchstwahrscheinlich noch mit allen örtlichen Honoratioren vom Bürgermeister abwärts und vielleicht noch mit dem Landrat und dem örtlichen Bundestagsabgeordneten und dann haben sie feierlich DIESE Inschrift enthüllt? Im Jahre 1980? Und dann haben sie sich nach der Enthüllung am Bierpilz gemütlich ein paar Bier gezwitschert und eine Bratwurst gegessen? Grundgütiger!

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PenPlot: War of the Worlds

Ein Plot einer der tollen Illustrationen von Henrique Alvim Corréa für H.G. Wells „The War of the Worlds“ für die französische Ausgabe von 1906.

Was habe ich gelernt? 

  • Der Eleksmaker A3 Pro kann auch über A4, aber erschreckenderweise trotz des Namens nicht wirklich A3 malen* In größer wirken einige Bilder deutlich besser* Theoretisch dürfte es auch „kein“ Problem sein, den Plotter nochmal zu vergrößern. Die Metallschienen, auf denen er rollt, sollte es auch in größer geben und den Zahnriemen auch. Von daher ist es technisch eigentlich kein Problem, ihn auf A2, A1 oder gar noch schlimmer zu vergrößern, aber das ist ein Bauprojekt für später
  • Da der Lidl farbigen Tonkarton im Angebot hatte, habe ich ihn direkt gekauft – die dünne, schwarze Tinte säuft hier auf dem Grau zwar etwas ab, aber dafür ist der Bildeindruck hoffentlich ein anderer. Hier wäre ein etwas dickerer Stift besser gewesen
  • DrawingbotV3 neigt dazu, dunkle Flächen mit wirklich, wirklich vielen Linien zu übermalen. Das Papier hält das in diesem Fall aus, weil der Algorithmus das mitmacht – hier ist der Cubic gewählt und daher schraffiert er nicht so eng auf nassem Papier wie beim Line-Algo
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Penplot: „Freiburg“


Ein kleiner Versuch ein Foto des Freiburger Münsters zu plotten. Was glaube ich ganz ordentlich gelungen ist.

Was habe ich gelernt? 

  • Da der PenPlot einfarbig ist, benötigt auch das Foto klare Kontraste. Ohne klare Kontraste funktioniert die Schwarz-Weiß-Umwandlung nicht richtig und dann wird leider auch nichts aus dem PenPlot. Hier heben sich das Münster und der Baum wunderbar vom Himmel ab. Ein Foto eines Waldes würde hier nicht gut funktionieren.
  • Schwarz auf Weiß ist zwar einfach, aber irgendwie auch etwas langweilig – dieser Plot könnte von etwas Farbe profitieren. Vielleicht muss ich doch mal in farbige Tinte „investieren“.
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PenPlot: Freiburger Stadtansichten

Zwei Freiburger Stadtansichten im minimalistischen Stil

Sta Metallic 6551-0 auf schwarzem Tonkarton
Platinum Preppy 0.2 mit Pelikan Brilliant-Schwarz auf gelbem Tonkarton

Was habe ich gelernt? Sehr viel, auch wenn die Bilder selbst recht minimalistisch aussehen und sicherlich einiges an Verbesserungspotential haben. Es ist aber eine wahre Freude, was für ein gigantischer Quatschaufwand im Hintergrund stand, um diese Bilder zu erstellen:

Schritt 1: Scanne die gesamte Freiburger Innenstadt in 3D
Schritt 2: Lerne eine höchst komplexe 3D-Profisoftware (Blender), um damit ein SVG in der gewünschten Perspektive zu rendern
Schritt 3: Bearbeite dieses SVG in Inkscape nach
Schritt 4: Male es mit Hilfe einer obskuren Maschine
Schritt 5: ???
Schritt 6: Profit!

Advanced Quatschfug! Ich bin mir sicher, dass das jemand mit nur wenigen Tagen künstlerischer Ausbildung besser Freihandzeichnen kann. Einfach so, ohne diesen ganzen technischen Overkill im Hintergrund. Aber … mir macht gerade dieses „mit Kanonen auf Spatzen schießen“ richtig Laune und demnächst baue ich mir einen Teilchenbeschleuniger, um Chicken Nuggets zu braten ;)

  • Es gibt ein von der Stadt Freiburg erstelltes 3D-Modell der Stadt, welches die gesamte Innenstadt als Level of Detail 2 abbildet. Dieses ist noch etwas älter und daher ist z.B. noch das Baugerüst auf dem Münster abgebildet, was diese komische Form des Münsterturms erklärt.
  • Ich hatte bislang keine Berührungen mit 3D-Programmen und Renderingprogrammen. Von daher war das jetzt der beste Anlass, sich einmal mit dem Thema zu beschäftigen. Wenn man dann mit Blender startet, ist es erstmal ein völliger Schlag vor den Kopf. Ich hab es anfangs nicht einmal hinbekommen die Sicht zu verändern. Nach einiger Einarbeitung hat das dann aber funktioniert.
  • SVGs lassen sich in Blender mit dem „Freestyle“-Renderingstyle und dem Addon „Freestyle SVG Export“ erstellen. Aber Achtung: Wenn man unter Win10 arbeitet, dann muss man zuvor in einem gut versteckten Untermenü den Exportordner manuell auswählen. In meiner Version stand dieser im Standard auf dem Linuxordner /tmp/ , welchen es unter Windows nicht gibt. Das Ergebnis: Das Programm stürzt kommentarlos ab. Bemerkt habe ich das auch nur, weil ich dann testweise parallel Ubuntu gebootet habe, der Export dort funktionierte und ich ihn dann gesucht habe.
  • Die exportierten SVG sind nicht perfekt – es gibt dort definitiv eine Art „Medienbruch“, welcher sich darin äußert, dass die exportierten SVG mit kleineren Fehlern geplottet werden. Ich bin noch am Recherchieren, wo das Problem liegt bzw. wie man es beheben kann.
  • Diese Variante der Vorlagenerstellung bietet aber noch Potential für andere, ganz großartige Experimente. Ich experimentiere gerade mit den 3D-Modellen von Scan the World und daraus werden auch ganz großartige Dinge entstehen.
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