Wie man eine Burg nicht erreicht

Es ist Urlaubszeit und dieses Jahr ging es für mich mit der Freundin eine Woche in den Pfälzer Wald. Begleitet hat mich das Klapprad, mit dem ich diverse Touren in der Umgebung unternahm. Los ging es am ersten Urlaubstag im beschaulichen Örtchen Nothweiler – unser Urlaubsort direkt an der Grenze zu Frankreich wird von der Wegelnburg überragt, der höchstgelegenen Burgenanlage der Gegend. Also machte ich mich auf den Weg, um irgendwie per Rad einen Weg auf die Burg zu finden.

Los ging es zuerst in Richtung Frankreich, wo plötzlich diese wahnsinnig gut ausgebaute Fahrradrennstrecke im Wald lag:

Es ist schon absurd: Da prügeln sich die deutschen Metropolen gerade, ob und wie Radschnellwege umzusetzen sind, wo man diese herführen kann, bescheuerte Anwohner protestieren dagegen und gründen Bürgerinitiativen und hier mitten im Wald am Arsch der Welt wurde sowas bereits umgesetzt.

Wir sind schon in Frankreich und es geht steil den Berg hoch – bis der Gimbelhof erreicht ist und wir eine andere Burg sehen: Das Châteu de Fleckenstein.

Der eigentlich laut Karte mögliche Weg zur Wegelnburg führt direkt an Fleckenstein vorbei. Der Wegweiser dorthin warnt uns Radfahrer, dass Schieben angesagt ist.

Mit dem Klapprad ist hier kein Durchkommen bzw. ich will mir nicht direkt am ersten Urlaubstag eine Panne einfahren. Die Strecke wäre dann irgendwann nur noch per Mountain Bike zu befahren:

Fleckenstein ist erreicht. Das Foto ist übrigens glatt geschummelt, denn ich fahre an der Burg vorbei und besichtige sie vorerst nicht, sondern erst einige Tage später mit Anhang.

Und hier endet dann der Versuch, die Wegelnburg per Fahrrad zu erreichen. Hier wäre selbst per Mountain Bike kein Durchkommen mehr – ein unglaublich steiler, ausgespülter Pfad führt weiter den Berg hoch. Keine Chance für mich, da mit dem Klapprad zu fahren,.

Also geht es wieder in einer Schleife zurück nach Nothweiler. Zuerst geht es mit Spaß eine extrem steile Stichstraße herunter und dann auf dieser netten, französischen Landstraße wieder zurück in Richtung Deutschland.

Kurze Rast in Schönau.

Und weiter geht es in Richtung zurück entlang eines sehr schönen Weihers.

Es folgt eine kleine Strecke entlang einer Hauptverkehrsstraße ohne Radweg oder Seitenstreifen. Geht, ist aber nicht so wirklich schick.

Dann stoße ich auf eine ehemalige Bahntrasse, die mittlerweile ein Radweg ist. Die Wasgauwaldbahn war eine kleine Schmalspurbahn, welche von 1921 bis 1930 bestand und vor allem das französische Militär in Ludwigswinkel versorgte. Dieses hatte dort im Rahmen der Alliierten Rheinlandbesetzung einen Stützpunkt errichtet und die Errichtung einer Bahn als Reparationsmaßnahme gefordert. Die Bahn selbst wurde eher abenteuerlich aus alten Heeresfeldbahn-Materialien gebaut und mit dem Ende der Besatzung 1930 eingestellt. Heute kann man hier bequem per Rad rumdüsen – oder wegen der Steigung eher wenig bequem. Die alten Dampfloks müssen richtig geschnauft haben.

Am Ende folgt noch ein brutaler Aufstieg mit durchschnittlich 6 Prozent Steigung nach Nothweiler.

Und zum Schluss der Blick von der Wegelnburg – per Fahrrad ist sie auch über andere Wege nicht zu erreichen, also bin ich ein paar Tage später zu Fuß hochgelaufen.