Zwei Abschiedstouren

Ich habe jetzt nach meinem Studium 5 Jahre im Münsterland gelebt. Zuerst in Warendorf, dann in Ahlen. Nun wurde es Zeit für einen Tapetenwechsel – und bevor es wieder nach Freiburg geht, mussten noch dringend ein paar Lücken im Cluster gestopft werden. Denn: Auch wenn das Münsterland wunderschön ist, werde ich hier wohl in Zukunft keine größeren Radtouren machen können.
Los ging es zuerst von Ahlen aus in Richtung Sendenhorst. Hier gab es in Richtung Everswinkel / Raestrup noch ein größeres Loch. Und es hat sich gelohnt, dieses zu erkunden: Die Gegend dort ist einfach schön, der Weg führte durch Felder und einen als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Wald.
Ein Tile erwies sich aber als recht „hartnäckig“: Es besteht im Kern aus einem großen Weizenfeld. Der ursprünglich angedachte Zugang wurde dann von einem Hof „blockiert“ und der auf der Karte eingetragene Weg führte dann als nichtöffentlicher Feldweg über den Hof in das hofeigene Feld. Da kann man schlecht herfahren.
Also war umplanen nötig: Am Ende bin ich dann einmal am kompletten Tile vorbei nach Norden gefahren, um dort einen kleinen Zipfel eines extrem abgelegenen, aber doch öffentlich zugänglichen Wirtschaftsweges zu nutzen.
Dann ging es weiter, über die Bahnstrecke und die B64 durch Müssingen und Einen. In Einen rief dann Vater an und teilte mit, dass die Frikadellen fertig sein. Also ging es ab nach Warendorf.
Am Sonntag drauf dann die Rückfahrt nach Ahlen.
Es ging wieder in Richtung Everswinkel. Die Gegend dort ist für den Bau der B64n vorgesehen und entsprechend stehen überall Protestschilder. Ich selbst weiß nicht so wirklich, was ich von diesem Bauprojekt halten soll. So eine „Mini-Autobahn“ auf einem erhöhtem Damm zerstört diese Landschaft wirklich nachhaltig und wird massig Verkehr in die Gegend bringen. Dann nutzen LKWs das noch stärker als Schleichstrecke zwischen den Autobahnen und das Pendeln nach Münster wird attraktiver. Die Wirtschaft freut sich sicherlich, die Vermieter in Warendorf auch, aber eigentlich wären die Millionen wohl besser in der Bahnstrecke Rheda-Warendorf-Münster angelegt. Mit den Baukosten für die B64n könnte man diese Strecke deutlich ausbauen, den Takt verbessern und im Zweifelsfall auch noch die WLE reaktivieren.
Aber das ist noch Zukunft: Jetzt geht es erstmal mit dem Rad weiter. Man merkt der Landschaft an, wie trocken es ist und dass es eine ganze Weile nicht mehr richtig geregnet hat.
Die Suche nach den fehlenden Tiles führt mich in Gegenden, in die ich sonst wohl nie befahren hätte: Diesen wunderschönen Wald hätte ich wohl sonst einfach links liegen gelassen und wäre einen asphaltierten Weg gefahren – wenn ich hier überhaupt lang gedüst wäre.
Was so an Quark herumsteht:
Die Landschaft hier ist verbrannt und die Sonne brennt auch fleißig vom Himmel.
Weiter geht’s in Richtung Ahlen.
Und das war’s mit Radfahren im Münsterland. Der Cluster steht. Die Wohnung ist leer. Weiter geht es dann im Breisgau.