Alles blöd

Es gibt Tage, an denen alles doof ist und an denen alles irgendwie keine Freude macht. Am Ancien Canal du Rhône au Rhin im Elsass losgefahren. Es tritt sich schlecht, es macht keinen Spaß und irgendwie ist auch alles nicht so toll.

Die Sicht ist schlechter als in der Vorwoche, man kann weder Vogesen noch Schwarzwald sehen. Es ist eine komische Mischung aus warm und kalt, für die man sich nur schlecht anziehen kann.

Blöde Blüten.

Der Kanal ist an dieser Stelle aufgelassen und nicht mehr befahrbar. Daher verlandet er fleißig vor sich hin, wird aber auch nicht wirklich von Müll befreit.


Kurz vor Neuf-Brisach endet die Strecke einfach so im Nichts bzw. auf einer völlig unbefahrbaren Schotterpiste. Was auch immer man sich dabei gedacht hat.

Neuf-Brisach ist zwar Weltkulturerbe, aber halt ein etwas runtergekommenes. Daher keine Fotos.

Züge sind auch doof, v.a. wenn sie im Schneckentempo über den Bahnübergang ruckeln und diesen minutenlang blockieren. Es ist schon herzlich absurd: Es könnte eine direkte Bahnverbindung Freiburg <-> Colmar geben, welche beide Städte in Pendler-Reichweite zusammenbringen könnte und den etwas abgehängten elsässischen Ortschaften zwischendrin einen neuen Push geben könnte. Das könnte dazu beitragen, den wahnsinnigen Druck aus dem Wohnungsmarkt zu nehmen und gleichzeitig auch Deutschland und Frankreich enger zusammenschmieden. Die Schienen liegen bereits seit über einem Jahrhundert, was fehlt, ist eine Eisenbahnbrücke über den Rhein. Die gab es mal, ist aber im Zweiten Weltkrieg zerstört und nie wieder aufgebaut worden. Vielleicht ist es ein Zeichen unserer Autofixiertheit, dass die alte Eisenbahnbrücke jetzt eine Autobrücke ist und dass diese gerade erst renoviert wurde. Ohne dort neue Schienen zu verlegen.

Ein weiteres Zeichen des Krieges: In Obersaasheim hängt ein Propeller eines abgeschossenen Flugzeuges an einer Hauswand als kleine Gedenkstätte.

So wirklich geil sind die völlig platten und aktuell vegetationslosen Maisfelder des Elsass jetzt auch nicht. Das wirklich idyllische Elsass liegt am Vogesenrand, hier ist alles eher etwas blöd. 

Blöd ist auch, dass mir die Zeit davonläuft. Die Sonne neigt sich gen Vogesen und vor Anbruch der Dunkelheit wäre ich eigentlich gerne wieder zuhause. Dumm nur, dass es jetzt noch 10km bis Fessenheim sind und von da aus auch noch eine gewisse Strecke. Daher der Plan: Statt direkt nach Pfaffenweiler zu fahren, kürze ich etwas ab. Ab zum Bahnhof nach Heitersheim und von da aus mit der Bahn weiter. Auch hier drängt die Zeit: Ich hetze mich ab und gerate echt in Eile, weil der Zug nur alle halbe Stunde fährt und ich genau den hier noch bekommen will. Der Routenplaner sagt 40 Minuten, 30 habe ich und am Ende klappt es. Spaß ist aber etwas anderes.
Und da die ganze Radtour blöd war, stellt sich jetzt noch raus: Vom Übergang Fessenheim  bis zum Bahnhof in Heitersheim sind es 10km. Bis Bad Krotzingen Bahnhof sind es 13km. Ich hab mich also furchtbar beeilt und nur läppische 4km gespart. Blöd.