Sernhac

Los geht’s zuerst nach St. Bonnet du Gard, welches mit einer spektakulären Wehrkirche aufwartet. 

Diese ist leider so wehrhaft, dass sie verschlossen ist. Weiter geht es wieder hinab nach Sernhac.

Sernhac gehört zu den Orten, die ein gewaltiges touristisches Potential einfach liegen lassen. Bzw. die zwar versuchen, es irgendwie zu nutzen, aber es einfach nicht schaffen. Der Ort liegt ca. 5 Kilometer vom Pont du Gard entfernt und die römische Wasserleitung führte direkt durch ihn. Und zwar nicht als spektakuläre Brücke, sondern als Tunnel. Heute kann ich durch zwei Tunnel klettern – wenn ich denn weiß, dass es sie gibt.

Der Ort hat einen nett angelegten Landschaftspark um die Tunnel gebaut, der aufgrund seiner Nutzung als Steinbruch auch noch sehr spektakulär aussieht. 

Man muss sich wirklich bemühen, im Internet Informationen darüber zu finden.

Der neu angelegte Bahntrassenradweg von Remoulins nach Beaucaire führt direkt an Sernhac vorbei. Man würde denken, dass es an der Abzweigung ein Schild „Coole römische Tunnel zu besichtigen. Eintritt frei“ gibt, aber nein! Nichts!

Dabei ist das wirklich, wirklich nett.
Man könnte auch am Pont du Gard selbst ein paar Informationen verteilen, aber auch da: Nichts. Die Millionen Touristen, die den Pont du Gard besuchen, erfahren nichts. Die Tunnel von Sernhac sind so ein echter Geheimtipp und daher auch komplett leer.


Weiter geht’s. Zuerst geht es weiter am Fuße des Gebirges entlang nach Lédenon, wieder entlang wunderbarer Wegesböschungen voller Mohnblüten.

Und dann geht es steil bergauf ins Gebirge. Leider reicht die Zeit heute nicht für eine volle Fahrt durch das Gebirge mit Abfahrt nach Collias. Aber: Von Lédenon führt eine kleine Nebenstraße zurück nach St. Bonnet du Gard.

Die Straße ist in einem so schlechten Zustand, dass ich wirklich froh bin, vor dem Urlaub noch die neuen, dickeren Schlappen aufgezogen zu haben. Damit hält sich das kleine Klapprad auch offroad wirklich gut – es ist wirklich erstaunlich, wo man damit überall herfahren kann.
Blick auf St. Bonnett mit seiner Wehrkirche:

Und zurück in Remoulins. Der Gardon ist aufgrund der Regenfälle der vorigen Tage so angeschwollen wie man ihn selten sieht.