Ligurien

Radfahren ist toll, Radfahren im Urlaub ist aber immer noch eine ganze Runde toller. Ich liebe es einfach eine neue, unbekannte Gegend auf dem Fahrrad zu erkunden. Der diesjährige Sommerurlaub führte mich 2 Wochen lang nach Ligurien. Einer der schönsten Radwege der Welt liegt in Ligurien direkt am Mittelmeer. Auf der alten Strecke der Küsteneisenbahn wurde vor ein paar Jahren ein Radweg der Spitzenklasse angelegt – fast kreuzungsfrei führt er direkt am Mittelmeer entlang durch San Remo. Er besitzt mehrere, z.T. kilometerlange Tunnel, spektakuläre Aussichten, eine ausgebaute Infrastruktur an Mietfahrrädern und ist einfach toll.

Ausgangspunkt ist San Lorenzo al Mare. Das Dörfchen ist nicht das spektakulärste Dorf der Gegend, aber man kann hier gut urlauben, die Strände sind toll und größtenteils kostenfrei.

Das erste Highlight wartet nach den ersten Kilometern: Ein langer Eisenbahntunnel, der herrlich kühl ist. Für Autos werden öfters gigantische Tunnel gegraben, aber man sollte eindeutig häufiger größere Fahrradtunnel graben. Es macht nämlich richtig viel Spaß, hier durch zu fahren.

Mitten am Mittelmeer

Ab Bussana kann man abzweigen und nach Bussana Vecchia fahren. Das alte Dorf wurde im 19. Jahrhundert nach einem verheerenden Erdbeben aufgegeben und wurde dann in den 60er Jahren von Künstlern besiedelt.

Hier sollte man nicht den Fehler machen und den Wegangaben von Komoot folgen. Das hat mich zuerst den falschen Berg mit brutalen Steigungen im 25%+ Bereich hochgeschickt, wo dann … eine Schranke und ein bellender Hund statt einem Durchgang auf mich wartete. Bei 36°C macht das so richtig Spaß – also ging es den Berg zuerst weiter hoch (denn wenn man schon bei der Hitze ein Stück erklommen hat, dann fährt man ungerne wieder runter) und dann über einen mittleren Umweg wieder auf die normale Trasse.

Und die war … auch nicht gerade radfahrerfreundlich und wohl selbst mit Mountainbike nur schwer zu befahren.

Die Stadt selbst ist aber durchaus einen Ausflug wert.

Die Abfahrt zum Meer war dann deutlich angenehmer – hier gab es eine nicht ganz so steile, asphaltierte Straße ohne Hunde oder Schranken. Wieder am Meer ging es weiter in Richtung San Remo, wo zuerst die Villa Nobel am Wegesrand wartete. Der Stifter des Friedensnobelpreises hat nämlich mit Sprengstoffen und Waffen durchaus gut verdient. 

San Remo als Stadt kann nicht nur mit einem Penny Markt direkt am Radweg überzeugen (perfekt zum Auffüllen des Flüssigkeitshaushaltes), sondern hat auch noch eine richtig, richtig tolle Altstadt, die irgendwie an arabische Altstädte erinnert.

Nach San Remo ist es gar nicht mehr so weit bis zum Ende des Radweges in Ospedaletti. Es geht nur noch wenige Kilometer den Strand entlang und dann wartet ein weiterer, langer und kühlender Eisenbahntunnel auf uns:

Ospedaletti ist erreicht und der Radweg endet direkt an der Strandpromenade. 23 Kilometer sind eine angenehme Strecke, die man auch gerne direkt wieder zurück fährt. Wo man ungerne fährt, ist abseits des Radweges – hier an der Blumenriviera ist es dann ganz schnell nicht nur steil, sondern sehr steil.