Auf dem Bettlerpfad nach Badenweiler

Die erste Etappe des Bettlerpfades von Pfaffenweiler nach Staufen war so schön, dass ich direkt den Entschluss getroffen habe, den Weg weiter zu wandern. Der Bettlerpfad führt von Freiburg/Merzhausen durch das Hexental rüber nach 
Staufen und weiter nach Badenweiler. Die Etappe durch das Hexental hat mich jetzt weniger gereizt – das ist Teil meines Fahrradrevieres und im Prinzip habe ich den ganzen Pfad dort schon per Rad befahren. Also ging es von Staufen aus 
über Sulzburg nach Badenweiler.

Staufen ist bekanntermaßen eine tolle Stadt und diesmal fanden die STAdtGESchichten statt, eine Art Mittelaltermarkt in der Altstadt. Da ich ja wandern wollte, habe ich mir den Eintritt gespart und bin direkt auf den Bettlerpfad abgebogen. Wer den Start sucht: Das erste Schild steht vom Marktplatz aus abgehend in Richtung des Flusses Neumagen in Höhe des Intersports. 

Die ersten Ausläufer von Staufen sind jetzt nicht so der Burner – die übliche Wüste an Neubaugebiet, die in 20 Jahren furchtbar schäbig wirken wird. Das wirklich coole ist aber, dass der Breisgau ein so warmes Klima hat, dass hier 
einfach so riesige Bananenpflanzen draußen wachsen. Das ist total toll!

Weiter geht es in Richtung Grunern mit wunderbarem Blick in das Münstertal und auf den Belchen.

Jetzt wurde es steil – und ich bin überhaupt nicht trainiert, um lange Steigungen zu laufen.

Dafür hat der Blick entschädigt – wer besonders rentnerig unterwegs ist, kann sich hier auch direkt in der Strauße verpflegen.

Weiter geht es und der Blick geht immer wieder zurück zur Staufener Burg, die dort einfach wahnsinnig schön in der Landschaft liegt.

Hier am Castellberg kann man einen Abstecher zum Castellbergturm machen und in die Rheinebene schauen. Dieser ist aber leider etwas zugewachsen – seit dem Bau des Turmes sind die umstehenden Bäume gewachsen und daher ist der Blick gar nicht so toll. Andere Aussichtstürme bieten mehr. Außerdem war ich erst wenige Wochen zuvor dort oben, daher habe ich mir den Abstecher gespart.

Jetzt ging es über diverse Waldwege nach Sulzburg.

Sulzburg ist eine sehr nette Stadt – St. Cyriak ist eine der ältesten Kirchen des Breisgaus und sehr schnuckelig. Und in Sulzburg kann man auch sehr vorzüglich an einem kleinen netten Büdchen einen leckeren Weißwein trinken. 

Weiter geht’s – nach Sulzburg geht es erstmal ein ganzes Stück bergauf. 

Genau aus diesem Grund bin ich nicht auf den Castellbergturm geklettert – die Aussicht ist auch von woanders total nett.

Es ist alles… irgendwie nett und schnuffelig und total süß. Hier hat jemand Figuren auf einen Brunnen am Wegesrand gestellt und das ist einfach gut so.


Geht man weiter, landet man auf dieser wunderbaren Wiese!

Und oben stehen Pferde und man kann in die Landschaft gucken. Kinners, das Leben ist schön.

Hier habe ich mich etwas verfranzt – der Weg war nicht 100%ig ausgeschildert und daher bin ich etwas falsch durch die Reben gelaufen. Aber egal, das Bild ist toll.

Weiter geht es, jetzt folgte wieder eine ordentliche Steigung auf dem Weg nach Badenweiler. 

Dann führt der Weg wunderbar durch den Wald.

Und geschafft – Badenweiler ist erreicht.

Hier gab es die böseste Überraschung des ganzen Tages: Ich hatte überhaupt nicht recherchiert, wie ich aus Badenweiler wieder zurück komme. Irgendwie hatte ich doch damit gerechnet, dass dieser bekannte Kurort mit seiner Therme 
irgendwie halbwegs ok mit dem ÖPNV an den wenige Kilometer entfernten Bahnhof Müllheim angebunden ist. Aber Pustekuchen! Der nächste Bus kommt erst in 45 Minuten und der nächste Bus war auch der letzte des Tages. Um kurz nach 19 Uhr. 
Wenn ich etwas länger gebraucht hätte, wäre ich hier festgesessen bzw. hätte ein Taxi nehmen müssen – völlig absurd. 

Die Wartezeit vertreibe ich mir in einem nahegelegenen „Bistro“, das man nur als übelste Spelunke bezeichnen kann. Keiner da außer einem etwas merkwürdigen Wirt, alles mit Spielautomaten vollgestellt, der Geruch kalten Rauches übertönt 
sogar noch den Geruch des ketterauchenden Wirtes, aber es gibt Weizen und das ist jetzt genau perfekt. Notiz für’s nächste Mal: Lieber den Weg in Richtung zuhause laufen, dann kommt man schneller wieder zurück.