Auf dem Bettlerpfad nach Staufen

Ich hab mir den Ellbogen gebrochen. Ein kleiner Fahrfehler und zack lag ich mit diversen Schürfwunden und einem kaputten Arm auf der Straße. Da es der rechte Arm war, konnte ich gleich mehrere Wochen keinen PC mehr bedienen und gleichzeitig natürlich auch kein Fahrrad mehr fahren.

Und was macht man, wenn man als klassischer Mausschubser arbeitet und daher krankgeschrieben ist, das Wetter spätsommerlich toll ist, einem die Decke in der Bude auf den Kopf fällt und man mindestens 6 Wochen nicht auf’s geliebte Rennrad kann? Man sucht sich was anderes, was keine Arme benötigt.

Meine Freundin hatte sich zudem parallel am Fuß verletzt und das bedeutete, dass keiner von uns mit dem Auto Einkaufen konnte. Der lokale Supermarkt hier in Pfaffenweiler wird gerade umgebaut und wir hatten keine Schokolade mehr im Haus, daher hab ich mich zu Fuß auf den Weg nach Staufen gemacht.

Los ging es direkt steil hoch in die Weinberge am Bellen. Klar, man könnte auch drumherumlaufen und einfach in Ehrenstetten einkaufen, aber das ist ja nicht das Ziel der Wanderung.

Die Sicht war toll, das Wetter brilliant und die Umgebung hier ist einfach genial. Es ist toll, direkt neben seiner Wohnung so schöne Landschaft zu haben.

Weiter ging es wieder runter ins Tal.

Dann ging es durch Ehrenstetten rüber zum Schützenhaus, wo neben der Lourdes-Grotte der Bettlerpfad verläuft. Der Bettlerpfad ist ein (zurecht) beliebter Wanderweg, der von Freiburg/Merzhausen aus durch das Hexental nach Staufen und dann weiter nach Badenweiler verläuft.

Kurz nach dem Schützenhaus besteht die Wahl zwischen dem „Bettlerpfad“ und dem „historischen Bettlerpfad“. Hier sollte man sich unbedingt für den historischen Bettlerpfad entscheiden, denn dieser verläuft wunderschön als kleiner Pfad über Wiesen und durch Wälder.

An diesem Noch-Nicht-Herbst-Spätsommertag bietet der Weg genau die richtige Mischung aus offenen Feldern mit tollen Ausblicken, schattigen Wäldern und Höhenmetern.


Der St. Gotthardshof ist erreicht, ab hier geht es in Richtung Staufen.

Der Blick in die Rheinebene ist gigantisch.

Dort hinten bin ich eben noch gewandert.

Auch wenn sie nicht auf dem Bettlerpfad liegt, der von hier aus runter in die Staufener Altstadt führt und dann weiter nach Badenweiler: Wer in Staufen ist, sollte auf die Burg klettern.

Das ist zum einen richtig steil und anstrengend und zum anderen hat man einen wunderbaren Ausblick.

Jetzt war es an der Zeit, Schokolade zu kaufen. Der Staufener Aldi hat einige im Angebot und nun ging es zurück. Der Bettlerpfad war ein ordentlicher Umweg und nach ca. 13 km waren die Radfahrbeine auch schon ganz müde. Also ging es auf 
direktem Weg die Ebene lang über Kirchhofen zurück nach Pfaffenweiler.(Manchmal wundert man sich schon: Bei der aktuellen Baustelle an der Umgehungsstraße in Staufen wurden schlicht und einfach keine Fußwege angelegt. Wer vom Aldi aus zu Fuß weiterlaufen will, steht irgendwann etwas verloren da)

Und fast geschafft. 21km waren es am Ende und die untrainierten Beine haben ganz schön weh getan. Aber es gab Schokolade!