Zu den Tunneln

Der Arm ist immer noch gebrochen – er wird besser, aber Fahrradfahren ist leider noch nicht wieder drin. Gleichzeitig stand der diesjährige Herbsturlaub vor der Tür, der schon geplant, eingereicht und gebucht war. Ich hab mir den Arm genau im passend-unpassenden Moment gebrochen. Ein bis zwei Wochen früher und ich hätte jetzt fleißig mit dem Rad durch die spätsommerliche Provence düsen können. Eine Woche später und wir wären nicht mit dem Auto nach Südfrankreich gekommen.

Daher wurden auch jetzt statt dem Rad die Wanderschuhe eingepackt (Geheimtipp: Das nimmt deutlich weniger Platz im Corsa weg) und ich bin fleißig durch die Gegend gewandert.

Der erste Trip führte vom Campingplatz in Remoulins über den Berg nach St. Bonnett und dann weiter nach Sernhac.

Zuerst begann die Wanderung mit einem gemütlichen Anstieg über einen schottrigen Pfad hoch zu einem Überrest der antiken Wasserleitung nahe des Pont du Gards.

Danach ging es steil und wild den Berg hoch – zuerst einen kleinen Pfad entlang des Hügels.

Dann wurde es richtig kriminell, das würde der Schwarzwaldverein niemals so ausschildern.

Oben gab es aber eine wunderbare Aussicht in das soeben erwanderte Tal.

Jetzt wurde der Weg etwas besser – der kleine Trampelpfad wurde zu einem zwar sehr schottrigen, aber breiten Weg entlang eines Plateaus. Hier traf ich auf drei wandernde russiche Frauen, die irgendwie mit völlig falschen Schuhen und außer Kondition etwas fehl am Platze wirkten.

Der Abstieg runter nach St. Bonnett war dann wieder herrlich kriminell. Eine steile Stichstraße voller Geröll ist wirklich nicht gut zu laufen – hier hat sich das richtige Schuhwerk bezahlt gemacht.

Blick auf St. Bonnett mit seiner wunderbaren Wehrkirche, die mehr Burg als Kirche ist,.

Pause in St. Bonnett.

Die Wehrkirche ist leider zu wehrhaft – sie war abgeschlossen und damit nicht zu besichtigen. Leider war das schon das zweite Mal, dass ich hier war und nicht rein kam – irgendwann recherchiere ich mal die Öffnungszeiten, denn das ist ein sehr außergewöhnliches Kirchengebäude.

Weiter ging es nach Sernhac.

Jetzt ist es nicht mehr weit: Der Wanderweg führt von der Straße ab und führt am Fuße eines Berges rüber zu den Tunneln der römischen Wasserleitung.

Und dieser Wanderweg kann etwas, er ist wunderschön.

Hier haben die Römer gehaust. Beziehungsweise hier haben die Römer hausen lassen, denn die Steinbrüche wurden natürlich von Sklaven gehauen.

Und jetzt wurde es bizarr – wo sonst nur etwas abgelegene unterirdische Tunnel sind, war jetzt ein Jazzfestival. Daher ist der Tunnel nun auch blau beleuchtet.