Am Deich

Macht es Sinn, einfach mal für einen Tag an die Nordsee zu fahren, wenn man gerade in NRW ist? Eigentlich nicht, aber Pandemiezeiten sind ja doch speziell. Ein ganzes Jahr kein Urlaub und auch kein Urlaub in Sicht, da wird man irgendwann etwas verzweifelt. Also rein ins Auto, das Klappi in den Kofferraum und einen Tag nach Norddeich düsen.

Und was soll ich sagen? Es ist zwar bekloppt, hat aber richtig, richtig gut getan. Endlich mal wieder Meer!

Und die Gegend ist für Schwarzwälder natürlich total absurd. Sie ist komplett flach, aber vor dem Deich gibt es den vielleicht bescheuertsten Radweg überhaupt. Der asphaltierte Küstenschutz hat ein entsprechendes Gefälle, ist riesig breit und man sieht auf zig Kilometern immer genau das gleiche.

Links Wolken und einen grünen Streifen Gras und dann rechts das Meer. Mehr gibt es nicht zu sehen.

Nach ein paar Kilometern ist der „Radweg“ dann plötzlich gnadenlos verschmutzt. Alles voller Schafscheiße. Der Deich wird nämlich von einer Horde Schafe gepflegt und als Radfahrer fährt man dann plötzlich zwischen ihnen her.

Rechts immer die Nordsee

Man fährt wirklich mit dem Fahrrad mitten durch eine Schafsherde

Die Schafe gucken einen nur so mittelinteressiert an: Sie kennen Menschen und Gras ist spannender

Ich habe keine Lust, den Rückweg diese dann doch eher langweilige Strecke nochmal zu fahren und drehe daher eine Schleife und fahre auf der Landseite des Deichs zurück. Hier gibt es viel Plattes Land, einige Bauernhöfe und Windkraft.

Und zurück am Strand – es war nur eine kleine Radtour von 15km den Deich lang, denn der Großteil des Tages war einfach dem gemütlichen chillen im Strandkorb gewidmet. Das hat sehr, sehr gut getan und war gewissermaßen der erste Urlaubstag seit… ja seit den Vogesen letzten Sommer.