Planet History

Author Archive for Barbara Leisner

Funerale 7

Titelmotiv des Flyers zur Funerale 7 in Rostock [Sargladen A. Opiolka, Wertach]In Rostock findet vom 22.–24. Februar 2018 zum siebten Mal die „Funerale“ statt, eine Tagung der Theologischen Fakultät der Universität und der Verbraucherinitiative Aeterni…

Förderverein in Dortmund restauriert Kindergräber

In Dortmund wurde im September des letzten Jahres ein Förderverein für den Nordfriedhof gegründet.  Joachim vom Brocke hat darüber in einem Post auf seinem Blog „Nordstadtblogger: Aus der Nordstadt – über die Nordstadt – Nachrichten aus Dortmund“ ausführlich berichtet. Leider scheint der Verein keine weitreichende Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, denn bisher habe ich noch keine Website von ihm gefunden.

Grabmal in Grottenform für die einjährig verstorbene
Wilhelmine Bach, gest. 1905, Foto: Ole Steen (Quelle)

Dafür berichteten aber die Nordstadtblogger im Juli dieses Jahres über einen ersten Erfolg des Vereins: Ein Bestattungsunternehmen die Restaurierung von fünf Grabmalen für Kinder vom Anfang des letzten Jahrhunderts restaurieren lassen. Aufgrund der Initiative des Friedhofsverwalters wurden sie zudem neu entlang des Hauptwegs zur Trauerhalle aufgestellt.

Bei den Grabmalen handelt es sich um zeittypische schlichte kleine „Grottengrabmale“, deren Form aus einem Rahmen besteht – meistens aus Sandstein gehauen oder aus Kunststein gegossen -, der oft die Form von Steinquadern hat, sowie einer darin eingelassenen Schriftplatte aus schwarzem Glas oder Granit, bzw. weißem Marmor. Die Schrift ist häufig noch vergoldet. Viele Grotten haben zudem einen Aufsatz z.B. in Form eines Kreuzes. Bei zwei Grabmalen sieht man auf dem Bild, dass solche Aufsätze einstmals vorhanden waren.

Der Förderverein plant außerdem zwei Ruhebänke an diesem Weg aufzustellen, damit ältere Friedhofsbesucher auf dem Weg vom Parkplatz bis zur Trauerhalle eine Pause einlegen können.

Traurig sind die Mitglieder des Fördervereins immer noch über einen Bronzediebstahl, bei dem im letzten Jahre eine historische Bronzestatue und eine Bronzeplatte vom Friedhof entfernt wurden. Man überlegt, wie die Leerstelle gefüllt werden könnte.

Transmortale VIII – Call for paper

Knochenkapelle in Evora, Portugal
(Foto Leisner)

Die transmortale VIII findet 2018 wieder im Museum für Sepulkralkultur in Kassel statt. Wie immer
ist das Ziel des Workshops, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Disziplinen die Möglichkeit zu geben, ihre neuen Forschungsperspektiven in Kurzreferaten vorzustellen und diese in einer größeren Runde zu diskutieren. So können aktuelle Fragen und Ergebnisse interdisziplinär beleuchtet und inhaltliche Gemeinsamkeiten transdisziplinär zusammengeführt werden.

Der Workshop findet am Samstag, den 10. März 2018 statt und wird gemeinsam von der Universität Hamburg (Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie und Historisches Seminar) und dem Museum/Institut für Sepulkralkultur veranstaltet.

Wer sein Forschungsprojekt in einem Vortrag oder einer Präsentation vorstellen möchte (max. 20 Minuten), sendet seinen Themenvorschlag (mit Abstract von max. einer Seite nebst Curriculum Vitae) bis zum 3. November 2017 an: niedermeyer@sepulkralmuseum.de  

Macht und Pracht – der Tag des offenen Denkmals 2017

Das Innere des Mausoleums Riedemann auf
dem Ohlsdorfer Friedhof
(Foto Peter Schulze 2008)

Wer an diesem Wochenende noch nicht weiß, was er oder sie tun soll, dem kann man auch dieses Jahr wieder den Tag des offenen Denkmals empfehlen. Diesmal steht er unter dem Motto „Macht und Pracht“ und passt damit wie angegossen auf die vielen großen Mausoleen und aufwändigen Grabmale, die auf historischen Friedhöfen zu entdecken sind.

Jasmin Dickel hat dazu auf ihrem Friedhofsblog eine ganze Reihe von Veranstaltungen zusammengetragen, die in ihrem Umkreis stattfinden. ich füge hier noch den Hinweis auf die Führungen des Förderkreis Ohlsdorfer Friedhof e.V. hinzu, die ich schon auf der Seite des Vereins bei Facebook veröffentlicht habe, sowie die Möglichkeit die Fritz-Schumacher-Halle des Forums Ohlsdorf näher kennenzulernen.

Wer weitere Veranstaltungen sucht, sei auf das allgemeine Programm verwiesen, in dem aber offenbar nicht alle Teilnehmer ihre Veranstaltungen gemeldet haben den Ohlsdorfer Friedhof findet man dort z.B. nicht!). Deswegen bietet es sich an nach der eigenen Stadt im Internet mit dem Stichwort „Tag des offenen Denkmals“ zu suchen. Viele Orte geben nämlich ihre eigenen Programme heraus. So findet sich z.B. im Hamburger Programm auch der Historische Mennonitenfriedhof in Altona; die von Fritz Schumacher 1926 entworfene Kapelle auf dem Alten Friedhof Finkenwerder; die Kirche St. Severini zu Kirchwerder mit einem Friedhof, der über den umfangreichsten Bestand wertvoller Grabplatten des 16.–19. Jh. in den Vier- und Marschlanden verfügt; die Christianskirche in Ottensen, mit ihrem Friedhof, auf dem sich das Grab des Dichters Friedrich Gottlieb Klopstock befindet, und das Schimmelmann-Mausoleum und der historische Friedhof der Christuskirche in Wandsbek.

Highgate Cemetery at a crossroads – eine Ausstellung in London und im Internet

Bildausschnitt aus der Online-Ausstellung
des Highgate-Friedhofs in London

Der Highgate Cemetery in London ist einer der ersten, für den sich ein eigener Freundeskreis gebildet hat. Die „Friends of Highgate Cemetery“ haben aufgrund ihres Engagement für die Erhaltung ihres Friedhof schließlich sogar die Verwaltung und damit ganzen Betrieb übernommen. Nun haben sie vor Ort und im Internet eine Ausstellung zusammengestellt, weil sie den Eindruck haben, dass nach 178 Jahren Friedhofsbetrieb heute ein Punkt erreicht ist, an dem – ähnlich übrigens wie beim Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg – wichtige Entscheidungen über die Zukunft getroffen werden müssen.

Sie schreiben in ihrem Vorwort zur Ausstellung, dass die Flächen für die Bestattung bald zu Ende gehen und dass Bäume Gräber und Denkmäler zerstören. Da Nichtstun keine Option sei, bitten Sie ihre Besucher mitzuhelfen die richtigen Antworten zu finden. In zahlreichen Gegenüberstellungen von historischen Fotos mit dem heutigen Zustand, zeigt die Ausstellung im Internet, wie stark sich der Friedhof sich im Laufe der Zeit verändert hat. Auf anderen Bildern sieht man den teilweise traurigen Zustand der Grabmale in bestimmten Bereichen. Die Ausstellung wirft auch die Frage auf, wie viele Besucher der Friedhof verträgt.

Die Freunde des Friedhofs haben einerseits durch ihre Arbeit schon viel für den Friedhof erreicht, doch andererseits fürchten sie, dass er langsam durch Bäume, Efeu und die Auswirkungen der Zeit zerstört wird. Um an die die nächste Generation einen historischen Ort weiterzugeben, der seine Bedeutung gewahrt hat und zugleich finanziell tragfähig bleibt, wollen sie einen Entwicklungsplan erstellen. Deshalb bitten sie ihre Besucher einen Fragebogen auszufüllen, der bei der Planung helfen soll.

Bestattungskulturen im Wandel

Seit mehreren Jahren findet an der Hamburger Universität im Rahmen des Allgemeinen Vorlesungswesens eine Ringvorlesung statt, die sich mit Themen rund um Sterben, Tod und Bestattung beschäftigt. Die Vorträge des Sommersemester 2016 sind jetzt in dem Band „Bestattungskulturen im Wandel“ der Online-Zeitschrift „Ethnoscripts“ Band 19, 2017, Nr. 1 nachzulesen. Diese Zeitschrift lässt sich kostenlos von der Website der Hamburger Staatsbibliothek herunterladen.

Folgende Beiträge sind dort versammelt: Daniela Hofmann: Endstation Friedhof? Bestattung und materielle Kultur im Wandel; Andreas Ströbl: Sarg und Grabmal – Wechselspiele zwischen Repräsentation und Verhüllung; Jan Budniok/Andrea Noll: Tod und Druckerschwärze. Begräbnisbroschüren als Erinnerungsorte der ghanaischen Mittelklasse; Frank André Weigelt: Kein Platz unter der Sonne. Über Wandel und Beständigkeit bei der Bestattung zoroastrischer Parsen in Hongkong; Norbert Fischer: Körper – Asche – Natur: Über Transformationen des Leichnams durch
Krematoriumsbau und Feuerbestattung vom späten 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart; Gerrit Spallek: Friedhof und Bestattung in den Augen der katholischen Kirche und als Ort der Theologie.