Planet History

Author Archive for Barbara Zeitelhack

Neuburg und das Militär 1918 – 1920

Sebastian Funk Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs standen die Menschen in Europa vor unzähligen – teils interdependenten – Herausforderungen: Die Beziehungen zwischen den Gesellschaften waren zerrüttet und Millionen von Menschen hatten ihr Leben verloren. In Deutschland löste der Aufstand der Kieler Matrosen im November 1918 einen Umbruch aus, der revolutionäre Kräfte über verschiedene politische Lager hinweg freisetzte und das Deutsche Kaiserreich von 1871 zu Fall brachte. Diesen „Moment des Aufbruchs und des Umbruchs“ beschreibt Michael Geyer treffend als „Traumland der Waffenstillstandsperiode“[1]. Mit der […]

Ende und Anfang Neuburg nach dem Ende des Ersten Weltkrieges

  „Als es aber 1919 das Regiment verlor, wurde es in Neuburg still. Es blieb allein mit seinen vielen Sorgen.“[1] Barbara Zeitelhack Ebenso kurz wie deprimierend fiel die Skizzierung der Nachkriegszeit in der Münchener Presse aus und blendete gleichzeitig die komplexe Entwicklung der Stadt zwischen Herbst 1918 und Anfang des Jahres 1920 aus. Anfang des 20. Jahrhunderts dominierte in der Kleinstadt mit etwas mehr als 9 000 Einwohnern das konservative, monarchie-treue, katholisch geprägte Bürgertum. Sozialdemokratie und organisierte Arbeiterschaft (Freie Gewerkschaften hatten sich erst 1920 […]

“Neuburgs Odysseus”. Eine biographische Annäherung an Karl “Carlos” Schott (1897-1969)

Karl Schott, Uhrmacher, Faltbootpionier, Weltreisender, Reichsbannerführer und ins Exil vertriebener NS-Gegner war während des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts in jeder Hinsicht eine auffällige, sich vom kleinstädtischen Mainstream abhebende Erscheinung. In der Neuburger Lokalgeschichte und der öffentlichen Erinnerung der Stadt ist er unverständlicher- und unverdienterweise bis heute nicht präsent. Eine biographische Studie unternimmt den Versuch dies zu ändern.

Die Festung Neuburg an der Donau im 17. Jahrhundert

  Vortrag von Dr. Daniel Burger Mittwoch, 10.12.2014 um 20 Uhr  im Foyer des Stadttheaters (Residenzstraße A 66) Neuburg ist bekannt für sein Schloss und seine Bürgerhäuser mit hochrangigen Bauten der Renaissance und des Barock – aber die Festungswerke sind selbst Fachleuten weitgehend unbekannt. Dabei sind umfangreiche Überreste erhalten und belegen, dass unter Philipp Ludwig von Pfalz-Neuburg im frühen 17. Jahrhundert hier eine der modernsten Befestigungen Süddeutschlands begonnen wurde. Man wendete damals die „niederländische Befestigungsmanier“ an, was auf weitgespannte internationale Kontakte hinweist. Durch Schriftquellen und Pläne, deren Spuren bis nach Schweden führen, ist sogar nachzuweisen, dass eine regelmäßige Idealstadt das mittelalterliche Stadtbild erweitern sollte. Das Scheitern dieser hochfliegenden Pläne führte dazu, dass die „Festungsstadt Neuburg“ weitgehend in Vergessenheit geriet. Der Vortrag versucht, die geplante Festung und deren Bau zu rekonstruieren und in den Festungsbau an der Wende des 16. zum 17. Jahrhundert einzuordnen. Was in der bekannten Stadtansicht von Merian nur im Hintergrund angedeutet wird, war tatsächlich eine große und aufwendige Anlage. Neuburg an der Donau hat mit den Resten seiner Festung des 17. Jahrhunderts ein wichtiges Erbe, das es zu bewahren gilt und das interessante städtebauliche Aspekte

Publikationen: Die politischen Verhältnisse in Neuburg/Donau 1918 bis 1925

Die politischen Verhältnisse in Neuburg während der Zeit der Räte-Revolution und bis Mitte der 1920er Jahre behandeln zwei Zulassungsarbeiten (an der Universität Regensburg) aus den 1970er Jahren, die hier – weil schwer greifbar – mit Zustimmung der beiden Autoren online zugänglich gemacht werden. Obwohl den Autoren zum Zeitpunkt ihrer Recherchen nur ein Teilbestand des Stadtarchivs Neuburg zugänglich war, bieten beide Arbeiten vor allem auf der Grundlage der Berichterstattung der örtlichen Presse eine (bis heute unverzichtbare) komprimierte Darstellung der Ereignisse. Josef Riedelsheimer: Die Räte in […]

NDig – Neuburg und der große Krieg. Ein Pilotprojekt zur Stadtgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert

Bereits vor einigen Jahren, während der Arbeit an einer „Kleinen Stadtgeschichte“, hatten die Autoren des Bändchens diskutiert, ein Blog zur Geschichte der Stadt und des ehemaligen Fürstentums Neuburg zu starten. In der Publikation konnten viele Themen nur angerissen werden, die Quellen- und Literaturrecherche hatte umfangreiches und interessantes Material zu Tage gefördert, das häufig schwer oder nicht mehr zugänglich war, aber wichtige Impulse für eine neue stadtgeschichtliche Forschung geben konnte. Diese schien uns (den Autoren) zugunsten der Forschung zum Fürstentum Pfalz-Neuburg/Junge Pfalz arg vernachlässigt. Weiteres Movens waren die vielfältigen Möglichkeiten, die ein von verschiedenen lokalen Kulturinstitutionen getragenes Blog bietet: bessere Öffentlichkeitsarbeit, Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen, Publikation von Aufsätzen und Vorträgen (die so oft am fehlenden Geld scheitert), Hinweise auf Quellen und Literatur und nicht zuletzt die Möglichkeit, digitalisierte Archivalien der Forschung und allen an der Lokalgeschichte Interessierten zugänglich zu machen. Unterschätzt hatten die Initiatoren allerdings den schwierigen Prozesse der Abstimmung zwischen den verschiedenen potentiellen Trägern und deren unterschiedliche Vorstellungen über die Inhalte des Blogs. Aus vielen (nicht zuletzt finanziellen) Gründen wurde die Idee nicht realisiert, blieb aber virulent. Den Anlass für einen thematisch „verschlankten“ Neubeginn lieferte das von Maria Rottler initiierte Blog „Histbav“ und ihr Hinweis auf das nichtkommerzielle wissenschaftliche Blogportal Hypothesis.org. […]

“Atelier Sayle”. Die Sammlung der Neuburger Fotografen Julius und Max Sayle im Stadtarchiv Neuburg

    Anfang des Jahres konnte vom Stadtarchiv Neuburg der Fotobestand des Ateliers Sayle erworben werden. Julius Sayle (1895-1979) war 1923 in seine Heimatstadt Neuburg zurückgekehrt und hatte ein Fotoatelier eröffnet, das  wegen der technischen und künstlerischen Qualität der Aufnahmen bald zur ersten Adresse wurde. Seit den 1950er Jahren wurde er unterstützt von seinem Sohn Max, der später nach München übersiedelte und sich der Industriefotografie widmete. Eine erste Sichtung ergab einen Umfang von ca. 100 000 Glas- und Filmnegativen, bis auf wenige Ausnahmen in […]

Mit der Mit 1914 – Der Sturm bricht los. Neuburg an der Donau im Ersten Weltkrieg

  Die Publikation von Tobias Hirschmüller und Barbara Zeitelhack “1914 _ Der Sturm bricht los“, versucht an zwei Themenfeldern (den Aufgabenfeldern und Maßnahmen der kommunalen Selbstverwaltung und der Meinungsbildung durch die Presse bzw. der Stimmung der Bevölkerung)  zu rekonstruieren, wie sich die Ereignisse zu Beginn des Ersten Weltkrieges im Sommer des Jahres 1914 für die Menschen in Neuburg dargestellt hatten. In den nächsten Jahren sollen in der Reihe „Neuburg an der Donau im Ersten Weltkrieg“ weitere Beiträge zur medizinischen Versorgung, zu den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen des „Weltenbrandes“ folgen.              

NDig

Thema des Blogs werden stadtgeschichtliche Forschungen am Beispiel der Garnisons- und ehemaligen Residenzstadt Neuburg an der Donau im 19. und 20. Jahrhundert sein. Untersucht werden sollen sämtliche Bereiche des städtischen Alltags. Zunächst soll der Fokus auf der Zeit des Ersten Weltkriegs liegen. Neben der Publikation von Forschungsergebnissen soll auf Veranstaltungen bzw. aktuelle Entwicklungen aufmerksam gemacht werden. Das Vorhaben wird getragen von unserer Arbeitsgruppe – ist aber offen für alle Interessenten, besonders solche aus lokalen und regionalen Kultur- und Bildungseinrichtungen.      “In the tsunami of […]