Planet History

Author Archive for Eugen Pfister

OF MYTHICAL CITIES, ACTOR-NETWORKS, AND AMERICAN CULTURE: THOUGHTS ON THE CULTURAL WORK OF GRAND THEFT AUTO

by Sören Schoppmeier* The following essay is the english version by the author of this earlier guest contribution. This contribution’s thesis is so inconspicuous that one should consider it more closely: Grand Theft Auto [1] is an active participant in American culture. It should be stressed that to argue this is something entirely different from merely recognizing that Grand Theft Auto represents multiple aspects of American culture and society. A statement like that locates the series somehow outside of what it depicts, namely that … OF MYTHICAL CITIES, ACTOR-NETWORKS, AND AMERICAN CULTURE: THOUGHTS ON THE CULTURAL WORK OF GRAND THEFT AUTO weiterlesen

Game Over – Wenn Spiel und Seminararbeit zu Ende Gehen

von Rudolf Inderst* Sehen wir uns doch zu Beginn folgende Sätze an: “Congratulation!!! You have completed a great game. And proved the justice of our culture. Now go and rest our heroes!” (David Crane: Ghostbusters. Activison, 1984.) „Hey dudes thanks, for rescuing me. Let’s go for a burger…. Ha! Ha! Ha! Ha!“ (Data East: Bad Dudes. Data East, 1990) „The mysterious warrior died leaving no clue to what his last words mean. But, Billy and Jimmy felt their revenge was complete…at least for now…“ … Game Over – Wenn Spiel und Seminararbeit zu Ende Gehen weiterlesen

Das Schweigen nach dem Sturm: Die wortlose Inszenierung des Fortschrittspessimismus in Journey.

Im Wintersemester 2017/2018 habe ich gemeinsam mit meinem Kollegen Andreas Obenaus zum vierten Mal an der Universität Wien einen Kurs zu Mythen im Digitalen Spiel für angehende Geschichte-Lehramtstudent*innen gehalten.  Eine Abschlussarbeit hat mir diesmal so ausgesprochen gut gefallen, dass ich den beiden StudentInnen angeboten habe, eine überarbeitete Version als Gastbeitrag auf meinem Blog zu publizieren. Zum Abschluss hier der sehr schöne Teil zu Journey von Viktoria Luise Döberl (Eugen Pfister) von Viktoria Döberl* Einleitung: Zombieapokalypse, dystopische wissenschaftliche Entwicklungen, die Auslöschung ganzer Zivilisationen durch technischen Fortschritt, der … Das Schweigen nach dem Sturm: Die wortlose Inszenierung des Fortschrittspessimismus in Journey. weiterlesen

„You remained resolute and resourceful in an atmosphere of extreme pessimism.“ Mythos Fortschrittspessimismus in der Portal Serie.

Im Wintersemester 2017/2018 habe ich gemeinsam mit meinem Kollegen Andreas Obenaus zum vierten Mal an der Universität Wien einen Kurs zu Mythen im Digitalen Spiel gehalten.  Zwei der abgegebenen Abschlussarbeiten haben mir dabei so gut gefallen, dass ich den StudentInnen angeboten habe, eine überarbeitete Version als Gastbeitrag auf meinem Blog zu publizieren. (Eugen Pfister) Ob intelligente Roboter uns versklaven, ökologische Katastrophen uns fast auslöschen oder (nicht intendierte?) Effekte von Superwaffen die Menschheit bedrohen, wir stellen uns die Zukunft oft düster vor. Solche dystopischen Szenarien setzen sich … „You remained resolute and resourceful in an atmosphere of extreme pessimism.“ Mythos Fortschrittspessimismus in der Portal Serie. weiterlesen

‚It’s not going to be Shakespeare‘: Was vom Ludologen-Narratologen-Streit übrig blieb.

von Eugen Pfister Beim vorliegenden Text handelt es sich um einen überarbeiteten Auszug aus: Eugen Pfister, „Narrative und politische Mythen in digitalen Spielen“ in: Ingo Börner, Wolfgang Straub, Christian Zolles (Hg.), Germanistik Digital. Digital Humanities in der Sprach- und Literaturwissenschaft, Wien 2018, 62-76 Wer sich etwas ausführlicher mit digitalen Spielen als Forschungsgegenstand beschäftigt kommt nicht umhin sich irgendwann mit dem sogenannnten LudologInnen/NarratologInnen-Streit innerhalb der Game Studies auseinanderzusetzen. Zugleich will man das aber auch nicht wirklich. Es ist alles ein wenig unklar, undeutlich, konturenlos, zugleich … ‚It’s not going to be Shakespeare‘: Was vom Ludologen-Narratologen-Streit übrig blieb. weiterlesen

GTA: Von mythischen Städten, Akteur-Netzwerken und amerikanischer Kultur

Gedanken zur kulturellen Arbeit der Grand-Theft-Auto-Reihe von Sören Schoppmeier* Die These dieses Beitrags ist so unscheinbar, dass man sich ihr vertieft widmen sollte: Grand Theft Auto [1] ist ein aktiver Teilnehmer amerikanischer Kultur. Dabei sei angemerkt, dass dies zu argumentieren etwas ganz anderes ist, als einfach festzustellen, dass Grand Theft Auto verschiedene Aspekte der amerikanischen Kultur und Gesellschaft abbildet. Eine solche Feststellung verortet die Spielereihe irgendwie außerhalb dessen, was sie abbildet, nämlich dem was wir etwas ungenau amerikanische Kultur nennen. Selbst wenn man die … GTA: Von mythischen Städten, Akteur-Netzwerken und amerikanischer Kultur weiterlesen

How Democracies Die (in video games)

von Eugen Pfister Sterben Demokratien in unseren Spielen? Jetzt ist es schon ein halbes Jahr her, dass ich „How Democracies Die: What History reveals about our future“ gelesen habe. Trotzdem beschäftigt mich das Buch nach wie vor. Die von den zwei Harvard-Politologen Steven Levitsky und Daniel Ziblatt geschriebene Abhandlung war im Jänner 2018 erschienen und versucht aus einem historischen Vergleich gescheiterter Demokratien heraus einen Blick auf unsere Aktualität zu werfen. In auffallendem Gegensatz zum reißerischen Titels – das Buch will ja auch verkauft werden … How Democracies Die (in video games) weiterlesen

„The Scene“ Eine wenig bekannte digitale Subkultur.

von Tobias Leo*   Die Digitalisierung der Gesellschaft förderte im vergangenen Jahrhundert die Entstehung spezifischer Subkulturen, die sich nicht primär durch politische oder gesellschaftliche Anliegen auszeichneten, sondern durch technische Neuerungen bzw. deren Massenzugänglichkeit. In vorliegendem Fall waren die sogenannten „Heimcomputer“ der 1980er Jahre die zentralen Plattformen dafür. Für diese weitgehend unbekannte, aber bis heute in gewisser Form nachwirkende Subkultur bürgerte sich der Name „The Scene“ ein.[1] Diese hat unzählige kulturelle Artefakte, vor allem in Form von Software, hinterlassen. Abrufbar sind diese in großem Umfang … „The Scene“ Eine wenig bekannte digitale Subkultur. weiterlesen

„Where the line of decency is drawn“. Imaginationen des Holocaust in digitalen Spielen

von Eugen Pfister Der hier folgende Text basiert auf meinen Vortrag im Rahmen des 10. Dialogforums der KZ-Gedenkstätte Mauthausen „Holocaust in Film und Medien“. Da Jörg Friedrich von Paintbucket Games noch im selben Panel auf die jüngsten Serious Games zu dem Thema zu sprechen kam, habe ich diese nur am Rande erwähnt. Da am Vortag ausführlich über den Holocaust im Film gesprochen wurde, habe ich darauf verzichtet hier auf die augenscheinlichsten diskursiven Parallelen hinzuweisen. Eine ausführliche Behandlung dieser Aspekte findet sich in meinem Zeitgeschichte-Artikel … „Where the line of decency is drawn“. Imaginationen des Holocaust in digitalen Spielen weiterlesen

„Where the line of decency is drawn“. Imaginationen des Holocaust in digitalen Spielen

von Eugen Pfister Der hier folgende Text basiert auf meinen Vortrag im Rahmen des 10. Dialogforums der KZ-Gedenkstätte Mauthausen „Holocaust in Film und Medien“. Da Jörg Friedrich von Paintbucket Games noch im selben Panel auf die jüngsten Serious Games zu dem Thema zu sprechen kam, habe ich diese nur am Rande erwähnt. Da am Vortag ausführlich über den Holocaust im Film gesprochen wurde, habe ich darauf verzichtet hier auf die augenscheinlichsten diskursiven Parallelen hinzuweisen. Eine ausführliche Behandlung dieser Aspekte findet sich in meinem Zeitgeschichte-Artikel … „Where the line of decency is drawn“. Imaginationen des Holocaust in digitalen Spielen weiterlesen

Spiele als „Historical Form“. Eine Buchrezension.

von Eugen Pfister Rezension zu: „Adam Chapman: Digital Games as History: How Videogames Represent the Past and Offer Access to Historical Practice“ New York/London: Routledge 2016 (Routledge Advances in Game Studies, Bd.7), 290 S., ISBN 9781138841628, GBP 85,– Die folgende Rezension erschien ursprünglich in Heft 2-3/2018 der „Medienwissenschaft: Rezensionen/Reviews“. Populärmedien wie das digitale Spiel nehmen eine zentrale Rolle in der Konstruktion unserer kollektiven Erinnerung ein. In diesem Sinne positioniert Adam Chapman seine Arbeit Digital Games as History konsequenterweise im Feld der Popular History (vgl. … Spiele als „Historical Form“. Eine Buchrezension. weiterlesen

„Doctor nod mad. Doctor insane.“ – Eine kurze Kultur­geschichte der Figur des mad scientist im digitalen Spiel

von Eugen Pfister   Geübte SpielerInnen wissen nur zu genau, was sie erwartet, wenn sie in einem digitalen Spiel die düsteren Korridore eines verlassenen Kranken­hauses oder die seltsam menschenleeren Laboratorien geheimer For­schungs­anstalten betreten. Flackernde Beleuchtung, zerstörte Instru­mente, lückenhafte Aufzeichnungen und seltsam verformte Gebeine erzählen eine Geschichte von unethischen Experimenten und ihrer fürchterlichen Folgen. An jenen Orten hat Mensch offenbar Gott gespielt und muss nun den Preis für seinen Hochmut zahlen. Ob nun ein voreiliger Versuch vorliegt, das Tor zu einer anderen Dimension zu öffnen, … „Doctor nod mad. Doctor insane.“ – Eine kurze Kultur­geschichte der Figur des mad scientist im digitalen Spiel weiterlesen

Kapitel X: Welches um XX erweitert wird

Arno Görgen*,  Rudolf Inderst** und Eugen Pfister*** im Gespräch mit Nina Kiel****   Wir schreiben Sonntag, den 19. Mai 1878. Frühmorgens vor den Toren des Berliner Zoologischen Gartens. Nach einigen Tagen Regen und bei angenehmen 18° Celsius hat der Frühling Berlin scheinbar fest im Griff. Unter einer Linde probt gerade der 1. Brenzlauer Männergesangsverein: „Du und ich Mädel, wir sind nur Säugetiere. Darum lass es uns tun wie auf dem Entdeckungskanal…“. Nach kurzer Zeit werden Sie von einem properen Pastor mit unaufgeregter Miene vertrieben. … Kapitel X: Welches um XX erweitert wird weiterlesen

Games are never innocent

The following essay is based on the third part of my keynote speech at the FROG conference 2017 on October, 14th 2017 at the Wiener Rathaus. The first part „Keep your Politics out of my games!“ can be found here, as well as impromtu replies by Tobias Winnerling and Robert Heinze. The second part „On political communication in digital games“ can be found here. Political mythologies in digital Games by Eugen Pfister When analysing the different possible  aspects of political communication in video games I am most interested in … Games are never innocent weiterlesen

The casual is political

by Robert Heinze* [The following text was written in response to  „Keep your Politics out of my games!“  as well as the impromtu reply by Tobias Winnerling.] „If we want to solve problems like hunger, poverty, climate change, global conflict, obesity, I believe that we need to aspire to play games online for at least 21 billion hours a week by the end of the next decade.“ – Jane McGonigal: Videogames for a Better World, TED Talk, 2010.   Games, as all popular media, are a … The casual is political weiterlesen

Playing Empire, building Nation

von Andreas Enderlin*   Als der Historiker Peter M. Judson 2016 sein spannendes Buch „The Habsburg Empire“[i] vorstellte, trat der von ihm durchwegs erhoffte Effekt ein, dass sich Historikerinnen und Historiker die Frage stellten: „To Empire or not to Empire?“ Die ausgeklügelte Wahl des Titels signalisierte eine deutliche Herausforderung an etablierte Narrative der „zum Untergang geweihten Monarchie“ und des von den „Zentrifugalkräften der Nationalitäten zersetzten“ und durch „erfolgreiche Nationalstaaten“ abgelösten, veralteten Reiches. Außerdem öffneten Judsons Betrachtungen einen Handlungsraum, um sich auf differenzierte Weise mit … Playing Empire, building Nation weiterlesen

On Political Communication in Digital Games

The following essay is based on the second part of my keynote speach at the FROG conference 2017 on October, 14th 2017 at the Wiener Rathaus. The first part „Keep your Politics out of my games!“ can be found here, as well as an impromtu reply by Tobias Winnerling. The remaining third part on political myths in games will be published subsequently. by Eugen Pfister Why a better Understanding of Politics in Popular Culture matters It is true, not all video games have a conscious or … On Political Communication in Digital Games weiterlesen

Über das „Regime“, „Herrn Heiler“ und die „Verräter“: Wolfenstein und die Paragraphen §§ 86 und 86a des StGB

von Dejan Lukovic*   „Der fiktive Ansatz erlaubt es uns zu zeigen, dass ein repressives, menschenverachtendes, faschistisches Regime auch außerhalb des historischen Kontexts jederzeit für Angst und Schrecken sorgen kann und somit massiven Widerstand herausfordert.“ (Zenimax, zit. n. Schiffer, 2017) Einleitung Mit dieser Aussage rechtfertigt der Videospiel-Publisher Zenimax die Maßnahmen der Selbstzensur innerhalb der 2017 erschienen deutschen Version des Spiels Wolfenstein 2: The New Colossus  (MachineGames: SE 2017) . In diesem kämpft man im deutschsprachigen Raum gegen das ‚Regime‘ anstatt gegen Nazis, trifft auf ‚Herr … Über das „Regime“, „Herrn Heiler“ und die „Verräter“: Wolfenstein und die Paragraphen §§ 86 und 86a des StGB weiterlesen

Panem et circenses: Bejeweled, Fun & Politics

von Tobias Winnerling*   [The following opinion piece was written by Tobias Winnerling in response to my essay „Keep your politics out of my games!“ -EP]  „All things considered, it looks as though Utopia were far closer to us than anyone, only fifteen years ago, could have imagined. Then, I projected it six hundred years into the future. Today it seems quite possible that the horror may be upon us within a single century. That is, if we refrain from blowing ourselves to smithereens … Panem et circenses: Bejeweled, Fun & Politics weiterlesen

„Keep your Politics out of my Games!“

von Eugen Pfister The following essay is based on the first part the on my keynote speach at the FROG conference 2017 on October, 14th 2017 at the Wiener Rathaus. Two remaining parts on political communication and politcal myths in games will be published subsequently. Games and politics To start a discussion on games and politics was for the past decade a sure bet for at least a handful of flaming ripostes: „Keep your politics out of my games“ was one of the more polite … „Keep your Politics out of my Games!“ weiterlesen

Jäger des verlorenen Spiels – IBM: The Sumerian Game

Für den Arbeitskreis Geschichtswissenschaften und Digitale Spiele hat sich Tobias Winnerling auf die Suche nach dem ältesten Computerspiel mit einem Setting in der alten Geschichte gemacht. Seine Überlegungen zur Machbarkeit  einer Rekonstruktion des verschollenen Spiels werden demnächst auf dem Blog des AKGWDS erscheinen [wird hier verlinkt sobald online]. Für Spiel – Kultur – Wissenschaften hat der wagemutige Historiker seine Recherchen zu dem verlorenen Spiel niedergeschrieben: von Tobias Winnerling*   [29. November 2017, Lille, Maison européenne des sciences de l’homme et de la société, ca. … Jäger des verlorenen Spiels – IBM: The Sumerian Game weiterlesen

Jäger des verlorenen Spiels – IBM: The Sumerian Game

Für den Arbeitskreis Geschichtswissenschaften und Digitale Spiele hat sich Tobias Winnerling auf die Suche nach dem ältesten Computerspiel mit einem Setting in der alten Geschichte gemacht. Seine Überlegungen zur Machbarkeit  einer Rekonstruktion des verschollenen Spiels werden demnächst auf dem Blog des AKGWDS erscheinen [wird hier verlinkt sobald online]. Für Spiel – Kultur – Wissenschaften hat der wagemutige Historiker seine Recherchen zu dem verlorenen Spiel niedergeschrieben: von Tobias Winnerling*   [29. November 2017, Lille, Maison européenne des sciences de l’homme et de la société, ca. … Jäger des verlorenen Spiels – IBM: The Sumerian Game weiterlesen

„Alles für das Volk, nichts durch das Volk“? Der Mythos des (Aufgeklärten) Absolutismus im Computerspiel Anno 1503

Im Sommersemester 2017 habe ich gemeinsam mit meinem Kollegen Andreas Obenaus zum nun dritten Mal an der Universität Wien einen Kurs zu Mythen im Digitalen Spiel gehalten.  Drei der abgegebenen Abschlussarbeiten haben mir dabei so gut gefallen, dass ich den StudentInnen angeboten habe, eine überarbeitete Version als Gastbeitrag auf meinem Blog zu publizieren. Der folgende Beitrag von Christian Standhartinger (basierend auf der Seminararbeit, die er gemeinsam mit Sandra Cerveny geschrieben hat) zum Mythos Absolutismus  hat mir dabei besonders gut gefallen. (Eugen Pfister) von Christian Standhartinger*   … „Alles für das Volk, nichts durch das Volk“? Der Mythos des (Aufgeklärten) Absolutismus im Computerspiel Anno 1503 weiterlesen

Isoliert und Übergewichtig; Asozial und Gefährlich. Der Umgang mit Nerd-Stereotypen in Watch Dogs 2

Im Sommersemester 2017 habe ich gemeinsam mit meinem Kollegen Andreas Obenaus zum nun dritten Mal an der Universität Wien einen Kurs zu Mythen im Digitalen Spiel gehalten.  Drei der abgegebenen Abschlussarbeiten haben mir dabei so gut gefallen, dass ich den StudentInnen angeboten habe, eine überarbeitete Version als Gastbeitrag auf meinem Blog zu publizieren. Es ist mir eine große Freude als ersten Beitrag einen Essay von Daniel Malzer und Kevin Mallinger zur Instrumentalisierung der Nerd/Geek Figur im Spiel zu präsentieren.  (Eugen Pfister) von Daniel Malzer* und Kevin Mallinger** … Isoliert und Übergewichtig; Asozial und Gefährlich. Der Umgang mit Nerd-Stereotypen in Watch Dogs 2 weiterlesen

„Don’t get mad, get even.“ – Der Opfermythos in digitalen Spielen

von Eugen Pfister von Eugen Pfister Das Titelzitat wird im Spiel Call of Duty: Modern Warfare 2 John F. Kennedy in den Mund gelegt.  Einwandfrei lässt sich das Zitat JFK nicht zuschreiben, es galt in der Presse als Familiencredo der Kennedys und wird vom Yale Book of Quotations dem Vater Joseph P. Kennedy zugeordnet. Vor allem aber stimmt es uns gut auf meinen folgenden Text ein. Rache ist eines der treibenden Motive der meisten konfliktbasierten Spiele. Sie impliziert immer auch ein vorangegangenes Unrecht. Wie … „Don’t get mad, get even.“ – Der Opfermythos in digitalen Spielen weiterlesen

Hype(r), Hype(r) – oder wie wir lernten, mit der Enttäuschung zu leben.

Arno Görgen*,  Rudolf Inderst** und Eugen Pfister*** im Gespräch mit Stefam Heinrich Simond****   On écrit l’année 1900. C’est la fin d’un siècle. In China wütet der Boxeraufstand, im Süden Afrikas kämpfen die Buren gegen die Kolonialmächte. Doch von diesen blutigen Auseinandersetzungen ist im Paris der Jahrhundertwende wenig zu spüren. Die Stadt ist elektrisiert, eine Weltausstellung feiert die französische Republik und den technischen Fortschritt der westlichen Welt. Wir befinden uns auf dem Marsfeld am Eingang zum erhabenen, mächtigen Palais de l’Electricité. Drei Herren, Akademiker … Hype(r), Hype(r) – oder wie wir lernten, mit der Enttäuschung zu leben. weiterlesen

Hype(r), Hype(r) – oder wie wir lernten, mit der Enttäuschung zu leben.

Arno Görgen*,  Rudolf Inderst** und Eugen Pfister*** im Gespräch mit Stefam Heinrich Simond****   On écrit l’année 1900. C’est la fin d’un siècle. In China wütet der Boxeraufstand, im Süden Afrikas kämpfen die Buren gegen die Kolonialmächte. Doch von diesen blutigen Auseinandersetzungen ist im Paris der Jahrhundertwende wenig zu spüren. Die Stadt ist elektrisiert, eine Weltausstellung feiert die französische Republik und den technischen Fortschritt der westlichen Welt. Wir befinden uns auf dem Marsfeld am Eingang zum erhabenen, mächtigen Palais de l’Electricité. Drei Herren, Akademiker … Hype(r), Hype(r) – oder wie wir lernten, mit der Enttäuschung zu leben. weiterlesen

COLD WAR GAMES ™ – Der Kalte-Krieg-Diskurs im digitalen Spiel

von Eugen Pfister Die Geschichte des digitalen Spiels ist auf mehreren historischen Ebenen eng mit der des Kalten Kriegs verbunden. Auf einer ersten – technologiehistorischen – Ebene verdanken Computerspiele ihre Verbreitung unter anderem der Entwicklung des Mikroprozessors, welcher wiederum ein Produkt des technologischen Wettrennens zwischen Ost und West war. Auf einer zweiten – zum Teil auch diskursiven – Ebene dominierte der Kalte Krieg als zeitgenössischer und umfassender Konflikt zweier scheinbar unvereinbarer politischer Systeme das politische Feld bis zum Ende der 1980er Jahre, also zur selben … COLD WAR GAMES ™ – Der Kalte-Krieg-Diskurs im digitalen Spiel weiterlesen

„Wie es wirklich war.“ – Wider die Authentizitätsdebatte im digitalen Spiel

von Eugen Pfister Wer sich sowohl für Geschichte als auch für digitale Spiele interessiert, fragt beim Spielen historischer Szenarien notgedrungen irgendwann danach, wie authentisch diese im Spiel eigentlich umgesetzt wurden: War das damals wirklich so – während der Kreuzzüge, im Zweiten Weltkrieg, im alten Rom? Die Antwort fällt nicht weiter schwer: Nein. Nein, es war damals nicht so, sondern anders. Im folgenden möchte ich argumentieren, warum es grundsätzlich falsch ist, die Frage nach der Authentizität historischer Spiele zu stellen, denn sie fußt auf einem fehlgeleiteten Verständnis von Geschichte und … „Wie es wirklich war.“ – Wider die Authentizitätsdebatte im digitalen Spiel weiterlesen

„In the past all history has been made by men“ – Assassin᾽s Creed Syndicate: Ein Wendepunkt in der Darstellung weiblicher Charaktere in digitalen Spielen?

Im Wintersemester 2016/2017 habe ich gemeinsam mit meinem Kollegen Andreas Obenaus zum nun zweiten Mal an der Universität Wien einen Kurs zu Mythen im Digitalen Spiel gehalten.  Drei der abgegebenen Abschlussarbeiten haben mir dabei so gut gefallen, dass ich den StudentInnen angeboten habe, eine überarbeitete Version als Gastbeitrag auf meinem Blog zu publizieren. Es ist mir eine große Freude als zweiten Beitrag einen Essay von Michaela Fröhlich und Joachim Schultes zum wechselnden Frauenbild in der Assassin’s Creed Reihe vorstellen zu dürfen. (Eugen Pfister) von … „In the past all history has been made by men“ – Assassin᾽s Creed Syndicate: Ein Wendepunkt in der Darstellung weiblicher Charaktere in digitalen Spielen? weiterlesen

Von Terroristen und Schurkenstaaten. Bilder des Islam und des Nahen Ostens im Military Shooter

von Kathrin Trattner*   Die sogenannte ‘arabische Welt’ ist bereits seit den 1980ern beliebter Schauplatz für Computerspiele unterschiedlicher Genres. Der ‚Orient‘, der uns in Action Adventures und Platformern wie The Magic of Scheherazade (1989), Prince of Persia (1989) oder Disney’s Aladdin (1993) begegnet, ist dabei vor allem von Motiven im Stile von Tausendundeiner Nacht geprägt: Scheinbar losgelöst von der Moderne dominieren Bazare, bunte Fliesen und Kamele die virtuellen Welten, die bevölkert sind von Figuren wie Kalifen, Beduinen und Bauchtänzerinnen.[1] Jene historisierenden, mystifizierenden und exotistischen … Von Terroristen und Schurkenstaaten. Bilder des Islam und des Nahen Ostens im Military Shooter weiterlesen

Mythos und Funktion von Rassismus in BioShock Infinite

Im Wintersemester 2016/2017 habe ich gemeinsam mit meinem Kollegen Andreas Obenaus zum nun zweiten Mal an der Universität Wien einen Kurs zu Mythen im Digitalen Spiel gehalten.  Drei der abgegebenen Abschlussarbeiten haben mir dabei so gut gefallen, dass ich den StudentInnen angeboten habe, eine überarbeitete Version als Gastbeitrag auf meinem Blog zu publizieren. Es ist mir eine große Freude diese kurze Reihe an Gastbeiträgen mit folgendem Essay zu Mythos und Funktion des Rassismus in Bioshock Infinite einleiten zu können (Eugen Pfister) von Georg Kainrath** & … Mythos und Funktion von Rassismus in BioShock Infinite weiterlesen

Der Kanon-Song

Arno Görgen*,  Rudolf Inderst** und Eugen Pfister im Gespräch mit Denise Gühnemann*** Szene 1: Außen: Berlin, dasTheater am Schiffbauerdamm im September des Jahres 1928 – Vor dem Theater drängt sich bereits eine Menschenmenge, gezeigt wird das “Stück mit Musik in einem Vorspiel und acht Bildern”, es ist ausverkauft. Eine Frau, nennen wir sie DG, geht – die Gesichter der Wartenden interessiert studierend – an der Menge vorbei, hinab bis zur Spree. Über ihren rechten Arm hängt ein Regenschirm, den sie jedoch scheinbar nur zur … Der Kanon-Song weiterlesen

LV-Ankündigung: Der Politische Mythos im Digitalen Spiel

Dieses Sommersemester biete ich wieder gemeinsam mit dem Andreas Obenaus einen Kurs zu Neue Medien in Geschichtswissenschaft und Geschichtsunterricht am Institut für Geschichte der Universität Wien an: „In dieser LV wird politischen Aussagen in Digitalen Spielen nachgespürt. Im Sinne von Roland Barthes Mythenbegriff geht es darum nachzuweisen, dass jedes (digitale) Spiel auch etwas Politisches und Kulturelles – Essenzen der Gesellschaft, die es hervorgebracht hat – in sich trägt. Zugleich wird ausgehend von Huizingas Kulturgeschichte des Spiels das Verhältnis des Spiels zur Kultur untersucht. Beides … LV-Ankündigung: Der Politische Mythos im Digitalen Spiel weiterlesen

Überwachen und Strafen im digitalen Spiel

von Andreas Enderlin*   Keine Waffen in der Stadt! Schon das antike Pomerium verhinderte eine solche Übertretung und bildete somit eine symbolische Barriere gegen den Regelbruch, die Vorschriftsübertretung. Dass Waffen somit auch im digitalen Spiel häufig in Städten verboten sind, fühlt sich demnach nicht unnatürlich an, eine nachvollziehbare Regel, die auf verschiedene Weisen wachgerufen und durchgesetzt wird. So auch in der Early Access Phase des im Mittelalter des 14. Jahrhunderts angesiedelten „The Black Death“ [i]. Der unfertige Entwicklungszustand eignet sich hervorragend um zu erkennen, … Überwachen und Strafen im digitalen Spiel weiterlesen

Kapitel VII, in welchem die Herren Görgen, Huberts, Inderst und Pfister eine Geschichte von der Armut im Spiel erzählen

Arno Görgen*,  Rudolf Inderst** und Eugen Pfister im Gespräch mit Christian Huberts***   [Auftritt Arno Görgen und Eugen Pfister. In einem schäbigen Londoner Wirtshaus “Zum Bullen” wirken die zwei fein gekleideten Gentlemen merkwürdig deplaziert. Da hilft es auch nicht, als sie sich bemühen einen möglichst “authentischen” Slang zu simulieren:] „Das is wohl das Gepäck von deinem Freund, Eugen?“ fragte Mr. Görgen den jungen Pfister, als dieser mit einer Reisetasche und einem kleinen Mantelsack den Hof des Gasthauses „Zum Ochsen“ in Whitechapel betrat. „Was denn … Kapitel VII, in welchem die Herren Görgen, Huberts, Inderst und Pfister eine Geschichte von der Armut im Spiel erzählen weiterlesen

„Eingespielte Werte“ – Im Chat mit Stefan Meisterle von der ÖAW

von Eugen Pfister & Stefan Meisterle   Am 21.12.2016 hat Stefan Meisterle von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften mich zu meiner Forschung in einem Google Hangout interviewt. Eine gekürzte Fassung des Chats ist am 28.12. auf der Homepage der ÖAW erschienen. Dabei haben wir nicht nur über meine Forschungsfragen diskutiert sondern es wurden auch einige für mich sehr spannende Fragen ausserhalb meines Feldes angesprochen. Da ich der Meinung bin, dass wir immer neue Formen der wissenschaftlichen Kommunikation ausprobieren müssen, veröffentliche ich hier – mit freundlicher Genehmigung … „Eingespielte Werte“ – Im Chat mit Stefan Meisterle von der ÖAW weiterlesen

Red Faction Guerrilla – Protest, Revolte und Revolution in und mit digitalen Spielen

von Clemens Reisner*   Digitale Spiele zu spielen, heißt oftmals, und insbesondere wenn es sich um Actionspiele handelt, sich im Abwehrkampf zu üben. Schon seit Space Invaders gilt das Prinzip, dass es dann am Spannendsten wird wenn gegen eine drückende aber eben nur scheinbar unbesiegbare Übermacht anzugehen ist. Der Abwehrkampf ist aber noch nicht unbedingt gleichbedeutend mit Protest und schon gar nicht mit Revolte oder Revolution. Im Gegensatz zur Reform, der es um systemimmanenten Umbau geht und dem Protest der auf Missstände bloß hinweist, … Red Faction Guerrilla – Protest, Revolte und Revolution in und mit digitalen Spielen weiterlesen

Spiel-Kultur-Wissenschaften 2016-11-29 09:43:27

Radio: „Wie die Untoten die Demokratie fressen Zombiespiele aus Sicht eines Kulturwissenschaftlers“ Interview mit Sarah Kriesche für Ö1 – Digital.Leben „“Zombies essen Demokratie auf“. Unter diesem Titel hat Eugen Pfister von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften vergangenen Donnerstag über die beliebten Zombiespiele referiert . Der Kulturwissenschaftler beschäftigt sich damit, wie Computergames unterschwellig Gesellschafts- und Herrschaftsbilder, aber auch Ängste und Wünsche, politische Werte und Grenzen transportieren. So manches, was die derzeitige mediale Diskussion bestimmt, findet sich denn auch in den Spielen mit den Untoten, etwa … weiterlesen

24.11.2016 „Zombies Essen Demokratie Auf“

Vortrag: IKT-Jour Fixe am 24.11.2016 „Zombies Essen Demokratie Auf“ Im Rahmen des Jour Fixe des IKT (Instituts für Kulturwissenschaft und Theatergeschichte) trage ich am 24.11.2016 in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zu „Imaginationen des Demokratieversagens in digitalen Horrorspielen“ vor: Datum: 24.11.2016 16h30 Ort: Museumszimmer der ÖAW, Dr. Ignaz Seipel Platz 2, 1010 Wien „Digitale Spiele erlangten im Laufe der letzten 30 Jahre eine signifikante Verbreitung. Sie sind Massenmedium geworden und bilden als solches heute einen Kommunikationsraum, in welchem Politik, Gesellschaft und Kultur konstruiert und … 24.11.2016 „Zombies Essen Demokratie Auf“ weiterlesen