Planet History

Author Archive for Giesbert Damaschke

1005. Schiller an Goethe

[Weimar, nach dem 20. Januar 1805] Da Sie selbst wissen, wie ich beim ersten Gedanken an diese Übersetzung auf die Becker gerechnet, so daß ich wirklich vorzugsweise um ihretwillen die Phädra und nicht den Britannicus gewählt, so können Sie leicht denken wie curios mir das herumgehende Gerede vorkommen muß. Ich wüßte schlechterdings nicht was dazu […]

1004. Goethe an Schiller

[Weimar, nach dem 20. Januar 1805] Bei unserem Theater gibt’s wie sonst, besonders aber jetzt aus mancherlei Verhältnissen, allerlei Geklätsch und man hat ersonnen, wahrscheinlich um die Becker zu indisponiren, daß mir blos mit Austheilung des Stücks so lange gezaudert hätten, weil wir die Unzelmann erwartet hätten, die nun nicht komme. Wissen Sie etwas das […]

1003. Goethe an Schiller

[Weimar, den 17. Januar 1805] Ob nun nach der alten Lehre die humores peccantes im Körper herumspazieren, oder ob nach der neuen die verhältnismäßig schwächeren Theile in desavantage sind, genug bei mir hinkt es bald hier bald dort und sind die Unbequemlichkeiten aus den Gedärmen ans Diaphragma, von da in die Brust, ferner in den […]

1002. Schiller an Goethe

[Weimar, den 17. Januar 1805] Die Mitschuldigen haben gestern ein allgemeines Vergnügen gemacht und werden es immer mehr, wenn die Schauspieler besser mit diesem Vers umgehen lernen. Becker hat sein Bestes gethan, stellenweis hat sich auch die Stille gut gehalten; Unzelmann wollte nicht ganz in seine Rolle passen; mit Wolf konnte man sehr zufrieden seyn. […]

1000. Goethe an Schiller

[Weimar, den 14. Januar 1805] Ich wünsche Glück zu dem guten Gebrauch dieser gefährlichen Zeit. Die drei Acte habe ich mit viel Antheil gelesen. Das Stück exponirt sich kurz und gut und die gehetzte Leidenschaft gibt ihm Leben. Ich habe die beste Hoffnung davon. Dazu kommt, daß einige Hauptstellen, sobald man die Motive zugibt, von […]

999. Schiller an Goethe

[Weimar,] Den 14. Januar 1805] Es thut mir recht leid zu hören, daß Ihr zu Hausebleiben kein freiwilliges ist. Leider geht’s uns allen schlecht, und der ist noch am besten dran, der durch die Noth gezwungen sich mit dem Krankseyn nach und nach vertragen lernen. Ich bin jetzt recht froh, daß ich den Entschluß gefaßt […]

998. Goethe an Schiller

[Weimar,] Den 9. Januar 1805 Sagen Sie mir, bester Freund, ein Wort von Sich und Ihren Arbeiten. Meine Versuche mich der hohen und schönen Welt zu nähern sind mir nicht zum besten gelungen. Wenigstens auf einige Tage bin ich wieder in’s Haus zurückgedrängt. Da möcht’ ich denn etwas Erfreuliches von Ihrer Warte her, und zugleich […]

996. Goethe an Schiller

[Weimar, den 24. Dezember 1804] Gern hätte ich Sie heute besucht um Ihnen zu sagen, daß die Arbeit frisch fort geht, wenn ich mich nur an die Luft wagen dürfte. Über einige Bedenklichkeiten möchte ich mir Ihren Rat erbitten. Ich denke, es wird sich alles machen lassen, nur dürfte vorläufig keine Anzeige ins Publikum. Wenn […]

995. Goethe an Schiller

[Weimar,] Den 21. December 1804 Mit einer Anfrage, wie Sie sich befinden, will ich über unsere Angelegenheit nur einiges sagen, damit Sie vorläufig erfahren, wie es steht. Die Hälfte der Übersetzung glaube ich in der Mitte Januars, die andere Hälfte zu Ende abliefern zu können. Mit dem was dabei zu sagen wäre, sieht es schon […]

989. Goethe an Schiller

Weimar, am 5. August 1804 Ihre Hand wieder zu sehen war mir höchst erfreulich. Über Ihren Unfall, den ich spät erfuhr, habe ich gemurrt und mich geärgert, so wie isch meine Schmerzen gewöhnlich auslassen. Sehr herzlich freue ich mich, daß es besser geht. Halten Sie sich nur ruhig in dieser heißen Zeit. Von Zelter folgt […]

988. Schiller an Goethe

Jena, den 3. August 1804 Ich habe freilich einen harten Anfall ausgestanden und es hätte leicht schlimm werden können, aber die Gefahr wurde glücklich abgewendet; alles geht nun wieder besser, wenn mich nur die unerträgliche Hitze zu Kräften kommen ließe. Eine plötzliche große Nervenschwächung in solich einer Jahreszeit ist in der That ertödtend, und ich […]

987. Goethe an Schiller

Weimar, den 25. Juli 1804 Schon einige Zeit ließ ich die Allgemeine Zeitung uneröffnet und da ist auch Ihr Exemplar zurückgeblieben. Hier kommen sie auf einmal und dienen wohl zur Unterhaltung. Ich habe mich die ganze Zeit über an den den Götz gehalten und hoffe ein rein Manuscript und die ausgeschriebenen Rollen zu haben, eh […]

986. Schiller an Goethe

[Weimar, zwischen dem 7. und 12. Juli 1804] Dank für die schönen Sachen, die ich Ihnen heute Abend, wenn Sie mich haben wollen, mitbringen werde. Die Reise nach Jena wird etwa in sechs oder sieben Tagen vor sich gehen. Vorher hoffen wir Sie auch noch einen Abend bei uns zu sehen. Endlich eine Charlotte Corday, […]

984. Schiller an Goethe

[Weimar, den 5. Juni 1804] Ich sagte Ihnen gestern abend von dem Schritte, den ich bei unserm Herrn getan, und heute früh erhalte ich beifolgendes Billet von ihm, welches die günstigsten Gesinnungen für mich enthält. Der Ton, in welchem es abgefaßt ist, berechtigt mich zu der Hoffnung, daß es dem Herzog ernst ist, mir solid […]

983. Schiller an Goethe

[Weimar,] Den 30. Mai 1804 Herr Dr. Kohlrausch, ein Hannoveraner, der aus Rom kommt und Frau von Humboldt begleitet, wünscht sich Ihnen vorzustellen. Er wird Sie gewiß interessiren, und Ihnen von Humboldt und italiänischen Sachen erzählen. Ich habe nichts Neues zu berichten, denn ich habe wenig erfahren, noch weniger gethan. Die Maschine ist noch nicht […]

982. Schiller an Goethe

[Weimar,] Den 16. April 1804 I. Act. Mit Macbeth und Banco kommen einige, damit letzterer fragen kann: Wie weit ist’s noch nach Foris? II. Act. Die Glock ruft. Darf nicht geklingelt werden, man hört vielmehr einen Glockenschlag. Der Alte sollte sich setzen, oder fortgehen. Mit einer kleinen Veränderung schlöße Macduff den Act. III. Act. Der […]

981. Schiller an Goethe

[Weimar, den 4. April 1804] Die Recension ist geistreich und lichtvoll; so viel Übereinstimmung in den Hauptprincipien zu finden, muß mich billig erfreuen, wenn auch über einzelne Besonderheiten noch controversiert wird. Auchüber diese dächte ich mit einem so sinnverwandten Kunstrichter allenfalls noch einig werden zu können. Mündlich ein Weiteres. Wenn Sie nichts anderes vorhaben, so […]

979. Schiller an Goethe

[Weimar,] Hälfte März [1804] Haben Sie die Güte, die Stelle quaestionis nun anzusehen, ob sie so gehen kann. Eine bedeutende Änderung läßt sich jetzt freilich nicht mehr versuchen, doch hoffe ich, daß jetzt kein unerlaubter Sprung mehr dabei ist. WennSie nichts zu erinnern haben, so senden Sie mir das Blatt zurück, daß ich in den […]

977. Schiller an Goethe

[Weimar, Anfang März] Es ist mir recht zum Trost, daß Sie sich des Tell annehmen wollen. Wenn ich mich irgend erträglich fühle, komme ich gewiß, ich habe mich, seitdem ich Sie bei der Leseprobe zum letztenmal gesehen, gar nicht wohl befunden, denn das Wetter setzt mir gar sehr zu, auch ist mir nach der Abreise […]

976. Schiller an Goethe

[Weimar, den 24. Februar 1804] Anbei übersende die Rollen vom Tell, mit meiner Besetzung, und bitte Sie, nun das weitere darüber zu verfügen. Ich habe drei neue Weiber darin creirt, um die drei noch übrigen Schauspielerinnen mit Antheil in das Stück hineinzuziehen, weil sie nicht gern Statisten machen. Die Müller bleibt ganz weg. Heute Abend […]

974. Goethe an Schiller

Weimar, am 19. Februar 1804 Eben war ich im Begriff nach Ihnen und Ihrer Arbeit zu fragen; denn nichts von Ihnen zu hören und zu sehen wurde mir zuletzt doch allzulästig. Der Anblick des Stücks und der Rollenaushteilung hat mich sehr vergnügt. Ich sollte denken man müßte die Vorstellung vor Ostern zu Stande bringen, obgleich […]

973. Schiller an Goethe

[Weimar, den 19. Februar 1804] Hier übersende mein Werk, für das ich unter gegenwärtigen Umständen nichts weiter zu thun weiß. Wenn Sie es durchgelesen, bitte ich zurückzusenden, weil der Rollenschreiber darauf wartet. Soll es gegen Ostern gegeben werden, so müssen wir suchen es acht Tage vorher zu Stande zu bringen, um noch von den Zimmermanns […]

972. Schiller an Goethe

[Weimar, den 16. Februar 1804] Ich bin nun dem Ziel meiner Arbeit nahe und muß mich vor allem, was mir die nöthige letzte Stimmung rauben oder verkümmern kann, sorgfältig hüten, besonders aber vor allen französischen Freunden. Entschuldigen Sie mich also, mein theurer Freund, mit der evangelisch christlichen Liebe, die ich Ihnen in ähnlichen Fällen gleichermaßen […]

970. Schiller an Goethe

[Weimar, den 8. Februar 1804] Für das Überschickte danke ich allerschönstens. Mit den griechischen Dingen ist es eben eine mißliche Sache auf unserm Theater, und, unbesehen des Werks, würde ich schon dagegen rathen. Hat man Ihnen nicht abseiten Wielands von einer Aufführung der Helena des Euripides gesprochen, wobei aber der Chor mit einer Flöte soll […]

969. Goethe an Schiller

Weimar, am 8. Februar 1804 Mit den besten Grüßen hierbei verschiedenes: 1. Drei Stück Allgemeine Zeitung, wovon besonders eines, wegen einer merkwürdigen Schulchrie, wichtig ist. 2. Einige Rollen die noch im Macbeth zu besetzen sind, weßhalb ich auch die Austheilung überschicke. 3. Ihr schönes Berglied. 4. Ein, ich fürchte, abermals verunglückter Versuch ein griechisches Trauerspiel […]

968. An Goethe

[Weimar, den 28. Januar 1804] In meiner Abgeschiedenheit worin ich jetzt den ganzen Tag zubringe, ist mir so ein freundlicher Gruß zum Abend ein rechtes Labsal, und Sie werden mich ordentlich verwöhnen. Auf die zwei Nova bin ich sehr begierig. Der Gegenstand des Gemäldes scheint mir ganz excellent zu sein und dazu geeignet ein Kunstwerk […]

967. An Schiller

Weimar, am 28. Januar 1804 Indem ich frage wie Sie sich befinden, und zugleich versichre, daß es mir, unter der Bedingung daß ich zu Hause bleibe, ganz leidlich gehen kann, gebe ich Nachricht von zwei Kunstwerken die bei mir angelangt sind. Erstlich ein Gemälde von einem alten Manieristen aus dem siebzehnten Jahrhundert, vorstellend jene Weiber, […]

966. An Schiller

[Weimar,] am 26. Januar 1804 Frau von Stael war heute bei mir mit Müller, wozu der Herzog bald kam, wodurch die Unterhaltung sehr munter wurde und der Zweck, eine Übersetzung des Fischers durchzugehen, vereitelt wurde. Hier schicke ich meinen Adelung; verzeihen Sie daß ich den Ihrigen wohleingepackt an Voß geschickt habe, der dessen zu einer […]