Planet History

Author Archive for Ingolf Seidel

Verflechtungen – Widersprüche – Diskontinuitäten – Möglichkeitsräume. Von Rassismus- und Antisemitismuskritik in Bildung und Forschung

Die Oktobernummer des LaG-Magazins wurde in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland und dem Projekt Roma Respekt der Heinrich Böll Stiftung Sachsen erstellt.
Thematisch steht dieses Mal die Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Rassismus und insbesondere mit Antiziganismus und Fragestellungen rund um ein Empowerment der betroffenen Minderheiten im Mittelpunkt.
Die Ergebnisse der Bundestagswahl zeigen die Notwendigkeit und Dringlichkeit auf, sich mit diesen Ideologien zu befassen. Der Einzug von Personen in den Bundestag, die für ein völkisch-nationalistisches Denken eintreten, rassistische und antisemitische Weltbilder verbreiten sowie geschichtsrevisionistische Positionen vertreten, stellt eine Zäsur dar. Eine breite gesellschaftliche Antwort auf diese bereits länger absehbare Entwicklung steht noch aus. Bildungsarbeit kann hierzu nur einen Teilbeitrag leisten. Dieser ist weder zu unterschätzen, noch überzubewerten, stammen doch die Ressentimentstrukturen aus der häufig angeführten Mitte der Gesellschaft. Anders gesagt werden Rassismus und Antisemitismus gesamtgesellschaftlich produziert und reproduziert. Durch Empowermentkonzepte können die Ressourcen und Potenziale der von durch Antisemitismus und/oder Rassismus betroffenen Menschen gestärkt werden und so zu erweiterten Handlungsspielräumen der Minderheiten gegenüber der Dominanzgesellschaft führen. Empowerment bedeutet aber auch, nicht allein aus einer gesellschaftlichen Mehrheitsposition heraus über die Situation von Minderheiten zu arbeiten, denn gerade Selbstermächtigung ist ein wichtiger Bestandteil des Konzepts.
Die hier versammelten Aufsätze zeigen auch die Notwendigkeit einer antisemitismusmuskritischen Analyse auf Grundlage einer psychoanalytischen Sozialpsychologie auf, die einen Ansatz repräsentiert, der auch eine Grundlage zur Reflexion der gesellschaftlichen Gebundenheit von (historisch-)politischer Bildung ermöglicht.
Marina Chernivsky weits auf unterschiedliche Mechanismen hin mit denen Antisemitismus gesellschaftlich de-thematisiert wird, weil er fälschlicherweise als überwunden gilt. Dies findet seinen Niederschlag auch in der Pädagogik und in der scheinbar selbstverständlichen Ausblendung jüdischer Präsenz. Aus diesen Befunden leitet die Autorin die Notwendigkeit von Empowermenträumen ab.
Astrid Messerschmidt setzt sich mit dem Antisemitismus als „Gerücht über die Juden“ (Adorno) vor dem Hintergrund der Migrationsgesellschaft auseinander. Sie zeigt die Abwehrmechanismen auf, die eine Thematisierung des pathischen Judenhasses mit sich bringt; auch und gerade dort, wo es um den Nahostkonflikt geht. Die Autorin verweist auf den kontraproduktiven Effekt, dass dominanzgesellschaftliche Perspektiven in Bildungskontexten reproduziert werden, solange sie nicht benannt und problematisiert werden.
In seinem wissenssoziologisch fundierten Beitrag untersucht Max Czollek die Entstehung des frühen christlichen Antijudaismus/Antisemitismus. Czollek geht davon aus, dass die Produktion eines Wissens über ‚die Juden’ bereits im ersten Jahrhundert einsetzte und mit der Festigung des Christentums ein Bestandteil einer umfassenden und universellen Weltanschauung wurde. Dieses ‚Wissen’ blieb über die Jahrhunderte strukturell verfüg- und abrufbar und wurde beständig aktualisiert.
Das Thema von Meron Mendel und Tom David Uhlig ist Antisemitismus in der postkolonialen Theorie und den dazugehörigen Zusammenhängen. Der Aufsatz macht deutlich, dass Selbstermächtigung, wenn sie alleine partikular gedacht wird, deutlich antiemanzipatorische Effekte zeitigen kann. Die Autoren markieren die Grenze der postkolonialen Kritik, die in erster Linie kolonialrassistische Konstruktionen thematisiert und an der Besonderheit des modernen Antisemitismus als umfassender Welterklärung vorbeizielt. Vonnöten wäre nicht nur ein stärkerer Austausch zwischen Kolonialismus- und Antisemitismusforschung, sondern auch eine Pädagogik, die auf beiden Feldern arbeitet, ohne die jeweiligen Besonderheiten von Antisemitismus und Rassismus einzuebnen.
Die Arbeitsdefinition zu Antiziganismus, die von der Allianz gegen Antiziganismusaufgestellt wurde, stellt selbst ein Dokument von Empowerment dar. Die Arbeitsdefinition geht auf den sozialen Konstruktcharakter der Bilder ein, die von denjenigen existieren, die mit dem Stigma „Zigeuner“ belegt werden und verweist auf die strukturellen Diskriminierungen wie auf die gewaltförmigen Praxen, die aus dem antiziganistischen Weltbild der Mehrheit resultieren.

Das LaG-Magazin im September zu „Geschichtsunterricht. Ein Schulfach in der Krise?“ ist erschienen

Die erste LaG-Magazin nach der Sommerpause ist in enger Zusammenarbeit mit dem Fachverband „Konferenz für Geschichtsdidaktik (KGD)“ entstanden. 
Die KDG richtet in diesem Jahr ihre 22. Zweijahrestagung unter dem Leitthema „Geschichtsunterricht im 21. Jahrhundert. Eine geschichtsdidaktische Standortbestimmung“ aus. Die Veranstaltung findet vom 28. bis 30. September in Berlin statt. Auf der eingerichteten Tagungswebseite finden Sie unter http://www.kgd2017.de alle relevanten Informationen zum Programm und den Akteuren.
Das LaG-Magazin bietet drei ausgewählte Texte für die Diskussion um die Zukunft des Schulfachs Geschichte. Dabei sind wir von unserem üblichen Format abgewichen.
Carmen Ludwig und Sven Tetzlaff werten mit ihrem einleitenden Beitrag den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2016/2017 zum Thema „Gott und die Welt. Religion macht Geschichte“aus. Die dabei eingereichten Beiträge von Jugendlichen befassen sich vielfach mit Wertefragen, aber auch mit Verfolgung aufgrund religiöser Zugehörigkeit und dem Verhältnis von Kirche und Staat oder mit religiösen Traditionen und Bräuchen. 
In seiner Presseschau zeichnet Thomas Sandkühler den medialen Diskurs um die Ausrichtung des Geschichtsunterrichts in den Printmedien und Teilen des Internets nach. Der Autor geht dabei Fragen um den Zustand und die Leistungsfähigkeit des Geschichtsunterrichts und seiner Zweckhaftigkeit auch jenseits der deutschen Debatte nach.
Guido Lenkeit setzt sich mit Blick auf Statistiken mit der Frage auseinander, ob und ggf. inwiefern von der vielfach behaupteten Krise des Schulfachs Geschichte gesprochen werden kann.
Wir möchten uns bei den Autor_innen für ihre Beiträge bedanken. Ein besonderer Dank gebührt Professor Thomas Sandkühler, dem Vorsitzenden der KGD, für seine intensive Mitarbeit und Unterstützung dieser Magazinausgabe.
Das nächste LaG-Magazin erscheint am 2. Oktober und trägt die Überschrift „Verflechtungen – Widersprüche – Diskontinuitäten – Möglichkeitsräume. Von Rassismus- und Antisemitismuskritik in Bildung und Forschung“.

Das LaG-Magazin im September zu „Geschichtsunterricht. Ein Schulfach in der Krise?“ ist erschienen

Die erste LaG-Magazin nach der Sommerpause ist in enger Zusammenarbeit mit dem Fachverband „Konferenz für Geschichtsdidaktik (KGD)“ entstanden. 
Die KDG richtet in diesem Jahr ihre 22. Zweijahrestagung unter dem Leitthema „Geschichtsunterricht im 21. Jahrhundert. Eine geschichtsdidaktische Standortbestimmung“ aus. Die Veranstaltung findet vom 28. bis 30. September in Berlin statt. Auf der eingerichteten Tagungswebseite finden Sie unter http://www.kgd2017.de alle relevanten Informationen zum Programm und den Akteuren.
Das LaG-Magazin bietet drei ausgewählte Texte für die Diskussion um die Zukunft des Schulfachs Geschichte. Dabei sind wir von unserem üblichen Format abgewichen.
Carmen Ludwig und Sven Tetzlaff werten mit ihrem einleitenden Beitrag den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2016/2017 zum Thema „Gott und die Welt. Religion macht Geschichte“aus. Die dabei eingereichten Beiträge von Jugendlichen befassen sich vielfach mit Wertefragen, aber auch mit Verfolgung aufgrund religiöser Zugehörigkeit und dem Verhältnis von Kirche und Staat oder mit religiösen Traditionen und Bräuchen. 
In seiner Presseschau zeichnet Thomas Sandkühler den medialen Diskurs um die Ausrichtung des Geschichtsunterrichts in den Printmedien und Teilen des Internets nach. Der Autor geht dabei Fragen um den Zustand und die Leistungsfähigkeit des Geschichtsunterrichts und seiner Zweckhaftigkeit auch jenseits der deutschen Debatte nach.
Guido Lenkeit setzt sich mit Blick auf Statistiken mit der Frage auseinander, ob und ggf. inwiefern von der vielfach behaupteten Krise des Schulfachs Geschichte gesprochen werden kann.
Wir möchten uns bei den Autor_innen für ihre Beiträge bedanken. Ein besonderer Dank gebührt Professor Thomas Sandkühler, dem Vorsitzenden der KGD, für seine intensive Mitarbeit und Unterstützung dieser Magazinausgabe.
Das nächste LaG-Magazin erscheint am 2. Oktober und trägt die Überschrift „Verflechtungen – Widersprüche – Diskontinuitäten – Möglichkeitsräume. Von Rassismus- und Antisemitismuskritik in Bildung und Forschung“.

LaG-Magazin „Widerstand gegen den NS-Staat und deutsche Besatzung“

Die letzte Ausgabe des LaG-Magazins vor der Sommerpause beschäftigt sich mit dem Thema „Widerstand gegen den Nationalsozialismus und deutsche Besatzung“. Dies geschieht ausgesprochen ausschnitthaft angesichts der vielfältigen Formen von Widerstand und Verweigerung in den von Deutschen besetzten Ländern und in Deutschland. So fehlt beispielsweise der Bezug auf Formen des jüdischen Widerstands. Diesem Thema wurde bereits eine gesonderte Ausgabe des LaG-Magazins gewidmet.
Das aktuelle Magazin reiht sich ein in das Jahresthema unseres Kooperationspartners, des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. 
Kritische Untersuchungen und gesellschaftliche Auseinandersetzungen in den vergangenen Jahren haben die vielfach heroischen Narrative über Widerstandshandlungen und -organisationen in den ehemals besetzten Ländern hinterfragt. Gleichzeitig werden, vor allem in Mittel- und Osteuropa, alte und neue Geschichtsbilder konstruiert, die auf einer Mythologisierung von eigenem nationalen Widerstand und Leid unter wechselnder deutscher und sowjetischer Besatzung beruhen. Ideologisch instrumentelle Formen des Gebrauchs von Geschichte – wie jüngst geäußert durch die polnische Ministerpräsidentin Beata Szydlo, die aus Auschwitz meint die Lehre ziehen zu können, dass Sicherheit und Leben der polnischen Bevölkerung gegen geflüchtete Menschen zu schützen seien – werden zwar immer wieder skandalisiert. Gleichzeitig sind deutliche Verschiebungen dessen, was an geschichtsrelativierenden Äußerungen als sagbar gilt, festzustellen. Den Hintergrund liefert ein Geschichtsbild, dass auf einem zugleich selbst viktimisierenden, als auch heroisierendem Nationenmythos beruht. 
Etienne Schinkel zeigt in seiner Untersuchung über die Darstellung der Männer vom 20. Juli 1944 auf, dass deren unterschiedliche Verstrickungen in die NS-Ideologie und ihr Gesellschaftsverständnis in Schulgeschichtsbüchern nicht aufgezeigt werden. 
Wiebke Elias, Gisela Ewe und Ulrike Jensen berichten über ein Radioprojekt zu Widerstand im Nationalsozialismus mit starkem Gegenwartsbezug, das mit Jugendlichen an der KZ-Gedenkstätte Neuengamme durchgeführt wurde. 
Katrin Reichelt widmet sich der Kollaboration im deutsch besetzten Lettland, zeigt deren Dimension auf. Sie thematisiert auch Akte von Unterstützung und Solidarität seitens der lettischen Mehrheitsbevölkerung gegenüber verfolgten Jüdinnen und Juden, die jedoch zahlenmäßig gering blieben. 
Arthur Osinski schreibt aus einer polnischen Perspektive zur Rolle des polnischen Untergrundstaates und über die aus seiner Sicht beschränkten Möglichkeiten zur Rettung von Jüdinnen und Juden. 
Das nächste LaG-Magazin erscheint in Zusammenarbeit mit der Konferenz für Geschichtsdidaktik am 11. September 2017. Abweichend von unserem üblichen Erscheinungstag ist dies ein Montag.
Die Zweijahrestagung der Konferenz für Geschichtsdidaktik steht unter dem Leitthema „Geschichtsunterricht im 21. Jahrhundert. Eine geschichtsdidaktische Standortbestimmung“ und findet vom 28. bis 30. September 2017 in Berlin statt.

Bildungsarbeit zum Thema Nationalsozialismus mit und für Geflüchtete?

Nicht nur auf dem Feld der (historisch-)politischen Bildung wird seit dem Sommer 2015 diskutiert, ob und wie historisches Lernen zum Nationalsozialismus ein besonderes Thema von Bildungsarbeit mit geflüchteten Menschen sein soll. So hatten die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, und der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, sich dafür ausgesprochen, mit Geflüchteten KZ-Gedenkstätten zu besuchen, um deren angenommenen Antisemitismus entgegenzuwirken. An solchen und ähnlichen Forderungen ist Verschiedenes problematisch. 
Geflüchtete sind keine homogene Gruppe. Ob sie über antisemitische Einstellungen verfügen, ist eine Annahme, wenn auch eine nicht vollkommen unbegründete angesichts des Umstandes, dass vor allem ein israelbezogener Antisemitismus in Ländern wie Syrien oder Afghanistan weit verbreitet ist. Empirische Einstellungsuntersuchungen liegen nicht vor. Für die Bildungsarbeit bedeutet das, wie immer, auf die Einzelnen zu schauen. Und es ist zu berücksichtigen, dass viele Menschen gerade vor den Zuständen in diesen Ländern fliehen.
Wieviel historisch-politische Bildung zum Nationalsozialismus und zur Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden in Bezug auf aktuelle antisemitische Einstellungen zu bewirken vermag, ist fraglich. Hier gehen die Ansichten im beruflichen Feld auseinander. Wenig strittig ist allerdings, dass ein isolierter Gedenkstättenbesuch dazu ungeeignet ist.
Dazu kommt, dass im breiteren öffentlichen Diskurs die Gefahr auftritt, von antisemitischen Haltungen der eingesessenen Mehrheitsbevölkerung abzulenken, wenn suggeriert wird, Geflüchtete, oder auch Muslime, seien die vorrangigen Träger_innen judenfeindlicher Stereotype.
Diese Einwände sprechen selbstverständlich nicht gegen pädagogische Angebote zur Auseinandersetzung mit dem NS für und mit Geflüchteten. Sie sollten in erster Linie nur nicht als Eintrittskarte in die bundesdeutsche Gesellschaft verstanden werden.
In dieser Ausgabe favorisieren Kolleginnen und Kollegen auf verschiedene Weise die Thematisierung von Flucht im Kontext von Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg in ihren Bildungsangeboten. Diese Herangehensweise bietet unter anderem den Vorteil, dass die historischen Ereignisse nicht auf Europa eingegrenzt werden.
Am Beispiel einer Workshopreihe mit syrischen geflüchteten Frauen zu „Frauen im Nationalsozialismus“ reflektiert Elke Gryglewski Grundlagen und Anforderungen einer Bildungsarbeit mit Geflüchteten.
Barbara Kirschbaum schreibt darüber, welche Angebote für Geflüchtete das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln anbietet. Dabei rückt sie in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen, dass Menschen mit Flucht und Gewalterfahrungen nicht nur traumatisiert sind, sondern auch Expert_innen im Überlebenskampf.
Wie das Berliner Anne Frank Zentrum Flucht und Migration in seiner Arbeit thematisiert und welche didaktischen Überlegungen den Angeboten für Geflüchtete zugrunde liegen, dazu äußern sich Bianca Ely und Johannes Westphal.
Barbara Köster berichtet darüber, welche Wege die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas geht, um mit Geflüchteten aus Willkommensklassen zu arbeiten.
In seiner Betrachtung von Bildungsmaterialien zu Flucht und Migration macht David Zolldan auf die Problematiken von vereinfachenden Analogiebildungen und fehlenden historische Tiefendimensionen aufmerksam.
Jennifer Farber und Jens Hecker stellen das Netzwerk „Räume öffnen“ vor sowie dessen Diskussionen zu einer rassismuskritischen Bildungsarbeit zum Nationalsozialismus. Mit ihrem Beitrag geben die Autor_innen zugleich einen Einblick in aktuelle gedenkstättenpädagogische Diskussionen.
Den community- und kunstorientierten Ansatz von Gemeinschafts-Dialogen des Alexander Hauses in Groß Glienicke stell Julia Haebler vor.
Das nächste LaG-Magazin erscheint am 28. Juni. Es trägt den Titel „Widerstand gegen den NS-Staat und deutsche Besatzung“.

Bildungsarbeit zum Thema Nationalsozialismus mit und für Geflüchtete?

Nicht nur auf dem Feld der (historisch-)politischen Bildung wird seit dem Sommer 2015 diskutiert, ob und wie historisches Lernen zum Nationalsozialismus ein besonderes Thema von Bildungsarbeit mit geflüchteten Menschen sein soll. So hatten die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, und der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, sich dafür ausgesprochen, mit Geflüchteten KZ-Gedenkstätten zu besuchen, um deren angenommenen Antisemitismus entgegenzuwirken. An solchen und ähnlichen Forderungen ist Verschiedenes problematisch. 
Geflüchtete sind keine homogene Gruppe. Ob sie über antisemitische Einstellungen verfügen, ist eine Annahme, wenn auch eine nicht vollkommen unbegründete angesichts des Umstandes, dass vor allem ein israelbezogener Antisemitismus in Ländern wie Syrien oder Afghanistan weit verbreitet ist. Empirische Einstellungsuntersuchungen liegen nicht vor. Für die Bildungsarbeit bedeutet das, wie immer, auf die Einzelnen zu schauen. Und es ist zu berücksichtigen, dass viele Menschen gerade vor den Zuständen in diesen Ländern fliehen.
Wieviel historisch-politische Bildung zum Nationalsozialismus und zur Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden in Bezug auf aktuelle antisemitische Einstellungen zu bewirken vermag, ist fraglich. Hier gehen die Ansichten im beruflichen Feld auseinander. Wenig strittig ist allerdings, dass ein isolierter Gedenkstättenbesuch dazu ungeeignet ist.
Dazu kommt, dass im breiteren öffentlichen Diskurs die Gefahr auftritt, von antisemitischen Haltungen der eingesessenen Mehrheitsbevölkerung abzulenken, wenn suggeriert wird, Geflüchtete, oder auch Muslime, seien die vorrangigen Träger_innen judenfeindlicher Stereotype.
Diese Einwände sprechen selbstverständlich nicht gegen pädagogische Angebote zur Auseinandersetzung mit dem NS für und mit Geflüchteten. Sie sollten in erster Linie nur nicht als Eintrittskarte in die bundesdeutsche Gesellschaft verstanden werden.
In dieser Ausgabe favorisieren Kolleginnen und Kollegen auf verschiedene Weise die Thematisierung von Flucht im Kontext von Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg in ihren Bildungsangeboten. Diese Herangehensweise bietet unter anderem den Vorteil, dass die historischen Ereignisse nicht auf Europa eingegrenzt werden.
Am Beispiel einer Workshopreihe mit syrischen geflüchteten Frauen zu „Frauen im Nationalsozialismus“ reflektiert Elke Gryglewski Grundlagen und Anforderungen einer Bildungsarbeit mit Geflüchteten.
Barbara Kirschbaum schreibt darüber, welche Angebote für Geflüchtete das NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln anbietet. Dabei rückt sie in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen, dass Menschen mit Flucht und Gewalterfahrungen nicht nur traumatisiert sind, sondern auch Expert_innen im Überlebenskampf.
Wie das Berliner Anne Frank Zentrum Flucht und Migration in seiner Arbeit thematisiert und welche didaktischen Überlegungen den Angeboten für Geflüchtete zugrunde liegen, dazu äußern sich Bianca Ely und Johannes Westphal.
Barbara Köster berichtet darüber, welche Wege die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas geht, um mit Geflüchteten aus Willkommensklassen zu arbeiten.
In seiner Betrachtung von Bildungsmaterialien zu Flucht und Migration macht David Zolldan auf die Problematiken von vereinfachenden Analogiebildungen und fehlenden historische Tiefendimensionen aufmerksam.
Jennifer Farber und Jens Hecker stellen das Netzwerk „Räume öffnen“ vor sowie dessen Diskussionen zu einer rassismuskritischen Bildungsarbeit zum Nationalsozialismus. Mit ihrem Beitrag geben die Autor_innen zugleich einen Einblick in aktuelle gedenkstättenpädagogische Diskussionen.
Den community- und kunstorientierten Ansatz von Gemeinschafts-Dialogen des Alexander Hauses in Groß Glienicke stell Julia Haebler vor.
Das nächste LaG-Magazin erscheint am 28. Juni. Es trägt den Titel „Widerstand gegen den NS-Staat und deutsche Besatzung“.

LaG-Magazin „Der »Große Terror« in der Sowjetunion“

Im Zentrum der März-Ausgabe des LaG-Magazins steht titelgebend der „Große Terror“ in der stalinistischen Sowjetunion als eines der Themen, die sowohl im schulischen Lernen als auch in der außerschulischen historisch-politischen Bildungsarbeit wenig behandelt werden. Auch im heutigen Russland findet eine Aufarbeitung der menschenverachtenden Schauprozesse aus den Jahren 1936, 1937 und 1938 kaum statt. Insofern möchten wir Sie mit dem aktuellen Magazin ermuntern sich im Rahmen der Geschichtsvermittlung mit diesem historischen Thema zu befassen.
 
Wie im LaG-Magazin üblich führen drei Diskussionsbeiträge in das Thema ein. Im zweiten Teil stellen wir Materialien und Fachbücher vor, die aus unserer Perspektive zur Vertiefung geeignet sind.
 
Einen ersten Überblick gibt Christoph Jünke. Er macht in seinem Aufsatz unter anderem darauf aufmerksam, dass es sich bei den Prozessen nur um die Spitze des Eisberges einer landesweiten Verfolgung handelte, die Angehörige aus allen Schichten der Gesellschaft traf.
 
Die einzelnen Prozesse, ihre Dynamik und wesentliche Akteure behandelt vertiefend Wladislaw Hedeler. Er geht auch auf die immer noch ausstehende gründliche Aufarbeitung des „Großen Terrors“ ein.
 
Marcel Bois zeigt schließlich, dass auch Mitglieder der KPD Opfer der Säuberungen wurden. Dazu gehören auch Kommunist_innen, die vor der nationalsozialistischen Verfolgung in die für sie scheinbar sichere Sowjetunion geflohen sind.
 
Wir bedanken uns bei den Autoren für die eingebrachten Aufsätze.
 
IN EIGENER SACHE
Bei der Sonderausgabe des LaG-Magazins gab es ein technisches Problem mit der Verschickung des E-Mail-Newsletters an die Abonnent_innen. Die Besprechung des Buches „Die Todesmärsche 1944/45“ von Daniel Blatman durch Nadja Grintzewitsch wurde nicht in der E-Mail aufgeführt. Wir möchten uns dafür entschuldigen.
Für das vorliegende LaG-Magazin wünschen wir Ihnen eine interessante Lektüre.
 
Die nächste Ausgabe erscheint am 26. April. Sie trägt den Titel „Die Aktualität von Antiziganismus. Stereotype, Problemlagen und Gegenmaßnahmen“.
 
Ihre LaG-Redaktion

LaG-Magazin „Der »Große Terror« in der Sowjetunion“

Im Zentrum der März-Ausgabe des LaG-Magazins steht titelgebend der „Große Terror“ in der stalinistischen Sowjetunion als eines der Themen, die sowohl im schulischen Lernen als auch in der außerschulischen historisch-politischen Bildungsarbeit wenig behandelt werden. Auch im heutigen Russland findet eine Aufarbeitung der menschenverachtenden Schauprozesse aus den Jahren 1936, 1937 und 1938 kaum statt. Insofern möchten wir Sie mit dem aktuellen Magazin ermuntern sich im Rahmen der Geschichtsvermittlung mit diesem historischen Thema zu befassen.
 
Wie im LaG-Magazin üblich führen drei Diskussionsbeiträge in das Thema ein. Im zweiten Teil stellen wir Materialien und Fachbücher vor, die aus unserer Perspektive zur Vertiefung geeignet sind.
 
Einen ersten Überblick gibt Christoph Jünke. Er macht in seinem Aufsatz unter anderem darauf aufmerksam, dass es sich bei den Prozessen nur um die Spitze des Eisberges einer landesweiten Verfolgung handelte, die Angehörige aus allen Schichten der Gesellschaft traf.
 
Die einzelnen Prozesse, ihre Dynamik und wesentliche Akteure behandelt vertiefend Wladislaw Hedeler. Er geht auch auf die immer noch ausstehende gründliche Aufarbeitung des „Großen Terrors“ ein.
 
Marcel Bois zeigt schließlich, dass auch Mitglieder der KPD Opfer der Säuberungen wurden. Dazu gehören auch Kommunist_innen, die vor der nationalsozialistischen Verfolgung in die für sie scheinbar sichere Sowjetunion geflohen sind.
 
Wir bedanken uns bei den Autoren für die eingebrachten Aufsätze.
 
IN EIGENER SACHE
Bei der Sonderausgabe des LaG-Magazins gab es ein technisches Problem mit der Verschickung des E-Mail-Newsletters an die Abonnent_innen. Die Besprechung des Buches „Die Todesmärsche 1944/45“ von Daniel Blatman durch Nadja Grintzewitsch wurde nicht in der E-Mail aufgeführt. Wir möchten uns dafür entschuldigen.
Für das vorliegende LaG-Magazin wünschen wir Ihnen eine interessante Lektüre.
 
Die nächste Ausgabe erscheint am 26. April. Sie trägt den Titel „Die Aktualität von Antiziganismus. Stereotype, Problemlagen und Gegenmaßnahmen“.
 
Ihre LaG-Redaktion

LaG-Magazin „Mittel- und Osteuropäische Erinnerungskulturen – im Spannungsfeld von Aufarbeitung des Stalinismus und Positionierungen zu den nationalsozialistischen Verbrechen“

Die aktuelle Ausgabe des LaG-Magazins befasst sich in diesem Monat mit Geschichtskulturen ausgewählter Länder in Mittel- und Osteuropa. Wesentlich geprägt sind diese Staaten durch zweierlei Erinnerungen: Die an den stalinistisch fundierten „real existierenden Sozialismus“ und die Erinnerung an die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg. In vielen Staaten des östlichen Europas hat sich infolge der demokratischen Umbrüche 1989/90 ein neues Geschichtsnarrativ entwickelt, dass die eigene Nation zum Opfer zweier „totalitärer Regime“ konstruiert. Im Zuge dieser totalitarismustheoretischen Deutungen werden Verstrickungen der eigenen Bevölkerung sowohl in die stalinistische Herrschaft als auch in die nationalsozialistischen Verbrechen teilweise ignoriert oder gerechtfertigt. Das ist im Fall von Litauen besonders augenfällig, wo erst eine neue Generation von Historiker_innen sich mit den „blinden Flecken“ der eigenen Geschichte befasst. In der westlichen Ukraine greift demgegenüber eine Verherrlichung von Stepan Bandera um sich, die ihren Ausdruck in neuen Denkmälern für ihn findet, während vor allem in den östlichen Landesteilen noch immer das Narrativ vom „Großen Vaterländischen Krieg“ dominiert. 
 
Die problematischen Geschichtsdeutungen haben aktuelle Auswirkungen. In Tschechien wird höchst zögerlich an den Völkermord an Sinti und Roma erinnert. Gleichzeitig gab es ab Mai 2013 eine regelrechte Welle von rassistischen Aufmärschen gegen tschechische Roma, die in der Stadt Duchov ihren Ausgangspunkt hatten. Auch tschechische Politiker benutzen immer wieder das Stereotyp vom „asozialen Zigeuner“. In dieser Ausgabe des LaG-Magazins betrachten wir die Länder Tschechien, Ukraine und Litauen genauer. 
 
Juliane Niklas befasst sich mit der Zerrissenheit der postsowjetischen Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in der Ukraine. Sie zeigt die problematischen Aspekte der Lustrationsgesetzgebung auf und geht darauf ein, wie das Gedenken an den Holodomor andere Erinnerungskomplexe überlagert. 
 
Ekaterina Makhotina greift am Beispiel der musealen Inszenierungen im Neunten Fort in Kaunas die Erinnerungskonflikte in der litauischen Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg auf. Sie weist daraufhin, dass die Konstruktion eines sowjetischen Genozids an der litauischen Bevölkerung der Nationalisierung der Erinnerung dient. 
 
Ingolf Seidel schreibt über Entwicklung der Erinnerung an die Judenvernichtung und an den Genozid an Sinti und Roma in der heutigen Geschichtskultur. Dabei zeigt er die unterschiedlichen Gewichtungen auf, die die beiden Massenverbrechen heute in Tschechien einnehmen. 
 
Das nächste LaG-Magazin erscheint am 29. März 2017 und trägt den Titel „Der Große Terror 1937 – 1938 in der Sowjetunion“. 

LaG-Magazin „Mittel- und Osteuropäische Erinnerungskulturen – im Spannungsfeld von Aufarbeitung des Stalinismus und Positionierungen zu den nationalsozialistischen Verbrechen“

Die aktuelle Ausgabe des LaG-Magazins befasst sich in diesem Monat mit Geschichtskulturen ausgewählter Länder in Mittel- und Osteuropa. Wesentlich geprägt sind diese Staaten durch zweierlei Erinnerungen: Die an den stalinistisch fundierten „real existierenden Sozialismus“ und die Erinnerung an die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg. In vielen Staaten des östlichen Europas hat sich infolge der demokratischen Umbrüche 1989/90 ein neues Geschichtsnarrativ entwickelt, dass die eigene Nation zum Opfer zweier „totalitärer Regime“ konstruiert. Im Zuge dieser totalitarismustheoretischen Deutungen werden Verstrickungen der eigenen Bevölkerung sowohl in die stalinistische Herrschaft als auch in die nationalsozialistischen Verbrechen teilweise ignoriert oder gerechtfertigt. Das ist im Fall von Litauen besonders augenfällig, wo erst eine neue Generation von Historiker_innen sich mit den „blinden Flecken“ der eigenen Geschichte befasst. In der westlichen Ukraine greift demgegenüber eine Verherrlichung von Stepan Bandera um sich, die ihren Ausdruck in neuen Denkmälern für ihn findet, während vor allem in den östlichen Landesteilen noch immer das Narrativ vom „Großen Vaterländischen Krieg“ dominiert. 
 
Die problematischen Geschichtsdeutungen haben aktuelle Auswirkungen. In Tschechien wird höchst zögerlich an den Völkermord an Sinti und Roma erinnert. Gleichzeitig gab es ab Mai 2013 eine regelrechte Welle von rassistischen Aufmärschen gegen tschechische Roma, die in der Stadt Duchov ihren Ausgangspunkt hatten. Auch tschechische Politiker benutzen immer wieder das Stereotyp vom „asozialen Zigeuner“. In dieser Ausgabe des LaG-Magazins betrachten wir die Länder Tschechien, Ukraine und Litauen genauer. 
 
Juliane Niklas befasst sich mit der Zerrissenheit der postsowjetischen Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg in der Ukraine. Sie zeigt die problematischen Aspekte der Lustrationsgesetzgebung auf und geht darauf ein, wie das Gedenken an den Holodomor andere Erinnerungskomplexe überlagert. 
 
Ekaterina Makhotina greift am Beispiel der musealen Inszenierungen im Neunten Fort in Kaunas die Erinnerungskonflikte in der litauischen Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg auf. Sie weist daraufhin, dass die Konstruktion eines sowjetischen Genozids an der litauischen Bevölkerung der Nationalisierung der Erinnerung dient. 
 
Ingolf Seidel schreibt über Entwicklung der Erinnerung an die Judenvernichtung und an den Genozid an Sinti und Roma in der heutigen Geschichtskultur. Dabei zeigt er die unterschiedlichen Gewichtungen auf, die die beiden Massenverbrechen heute in Tschechien einnehmen. 
 
Das nächste LaG-Magazin erscheint am 29. März 2017 und trägt den Titel „Der Große Terror 1937 – 1938 in der Sowjetunion“. 

LaG-Magazin „Krieg für Menschenrechte?“

Die Redaktion des LaG-Magazin greift im neuen Jahr das Schwerpunktthema „Krieg für Menschenrechte?“ des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf, der dieses Magazin fördert. Die zurückliegenden Erfahrungen mit Kriegen, die im Namen von Demokratie und Menschenrechten geführt wurden, sind problematisch. Weder im Irak, noch in Afghanistan haben militärische Interventionen zu besseren Lebensbedingungen geführt, noch ist in diesen und anderen Ländern die Situation der Menschenrechte verbessert worden. Das Gegenteil ist häufig der Fall. Für das Lernen zum Thema Menschenrechte ergeben sich hieraus wichtige Fragestellungen. 
 
In die Problematik führt Hans-Dieter Heine ein mit einem Essay, der die bundesdeutsche Außen- und Sicherheitspolitik am Beispiel des Kosovo-Krieges rekapituliert. In einem zweiten Beitrag befasst sich der Autor mit der Schutzverantwortung vor Völkermord, Kriegsverbrechen, ethnischer Säuberung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Schwelle für militärisches Eingreifen gilt es seiner Ansicht nach sehr hoch anzulegen.
 
Myriam Koonings geht auf die Angebote der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte im belgischen Lommel ein. Dort werden im „Huis over Grenzen“ und der danebenliegenden Kriegsgräberstätte unterschiedliche menschenrechtspädagogische Angebote für Jugend- und Schulgruppen gemacht. 
 
Michele Barricelli entfaltet das geschichtsdidaktische Potenzial von historisch-politischer Menschenrechtsbildung an Kriegsgräberstätten. Der Autor weist daraufhin, dass Menschenrechte zwar weltweit postuliert und Kodifiziert werden, ihre rechtliche Gültigkeit und Durchsetzung jedoch von den gesetzten Ansprüchen abweicht. 
 
Das nächste LaG-Magazin erscheint am 22. Februar. Es trägt den Titel „Mittel- und osteuropäische Erinnerungskulturen – Im Spannungsfeld von Aufarbeitung des Stalinismus und Positionierungen zu den nationalsozialistischen Verbrechen“.

LaG-Magazin „Krieg für Menschenrechte?“

Die Redaktion des LaG-Magazin greift im neuen Jahr das Schwerpunktthema „Krieg für Menschenrechte?“ des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge auf, der dieses Magazin fördert. Die zurückliegenden Erfahrungen mit Kriegen, die im Namen von Demokratie und Menschenrechten geführt wurden, sind problematisch. Weder im Irak, noch in Afghanistan haben militärische Interventionen zu besseren Lebensbedingungen geführt, noch ist in diesen und anderen Ländern die Situation der Menschenrechte verbessert worden. Das Gegenteil ist häufig der Fall. Für das Lernen zum Thema Menschenrechte ergeben sich hieraus wichtige Fragestellungen. 
 
In die Problematik führt Hans-Dieter Heine ein mit einem Essay, der die bundesdeutsche Außen- und Sicherheitspolitik am Beispiel des Kosovo-Krieges rekapituliert. In einem zweiten Beitrag befasst sich der Autor mit der Schutzverantwortung vor Völkermord, Kriegsverbrechen, ethnischer Säuberung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Schwelle für militärisches Eingreifen gilt es seiner Ansicht nach sehr hoch anzulegen.
 
Myriam Koonings geht auf die Angebote der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte im belgischen Lommel ein. Dort werden im „Huis over Grenzen“ und der danebenliegenden Kriegsgräberstätte unterschiedliche menschenrechtspädagogische Angebote für Jugend- und Schulgruppen gemacht. 
 
Michele Barricelli entfaltet das geschichtsdidaktische Potenzial von historisch-politischer Menschenrechtsbildung an Kriegsgräberstätten. Der Autor weist daraufhin, dass Menschenrechte zwar weltweit postuliert und Kodifiziert werden, ihre rechtliche Gültigkeit und Durchsetzung jedoch von den gesetzten Ansprüchen abweicht. 
 
Das nächste LaG-Magazin erscheint am 22. Februar. Es trägt den Titel „Mittel- und osteuropäische Erinnerungskulturen – Im Spannungsfeld von Aufarbeitung des Stalinismus und Positionierungen zu den nationalsozialistischen Verbrechen“.

Magazin „Lernen aus der Geschichte“ zum Thema Regionalgeschichte

Statt der gewohnten knappen inhaltlichen Einführung möchte die Redaktion in der letzten Magazinausgabe in diesem Jahr mit dem Titel „Regionalgeschichte“ den Raum nutzen, Sie auf unsere anhaltenden finanziellen Probleme aufmerksam zu machen. Die finanziellen Möglichkeiten unseres Vereins und der Redaktion stehen dabei konträr zu dem wachsenden Interesse und der Wahrnehmung des Online-Magazins sowie des Portals „Lernen aus der Geschichte“. Wir halten es weiterhin für geboten, Ihnen ein kostenfreies und solides Angebot für die Bildungsarbeit zu machen. Gerade in Zeiten einer zunehmenden gesellschaftlichen Polarisierung ist uns dies ein besonderes Anliegen.
 
Bereits das vorliegende Magazin mussten wir aus Eigenmitteln finanzieren. Für das kommende Jahr ist die Planung an vielen Punkten noch offen. Ein Teil der Finanzierungsproblematik ist sicher vielen von Ihnen bekannt. Es gibt kaum Möglichkeiten für institutionelle Förderungen, und so sind wir darauf angewiesen, jede Ausgabe des LaG-Magazins als gesondertes Projekt zu finanzieren. Die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten im Bereich historisch-politischer Bildung sind dafür überschaubar. Für 2017 hat zudem ein Förderer kurzfristig teilweise seine Finanzierung zurückgezogen. Die fehlende Summe lässt sich innerhalb weniger Wochen kaum ausgleichen. Dazu kommt, dass Stiftungen Eigeninteressen formulieren und wir nicht immer zeitlich so planen können, wie es in dieser Situation angemessen wäre. 
 
Die Redaktion steht momentan in Verhandlungen und Gesprächen mit interessierten neuen Projektpartner_innen, und daher sind wir hoffnungsfroh, dass wir die Mehrzahl der LaG-Magazine für 2017 herausgeben können. Es ist jedoch möglich, dass es in der ersten Jahreshälfte zu einem oder zwei Ausfällen kommt.
Sollten Sie die Möglichkeit haben, für das Magazin zu spenden, würden wir dies selbstverständlich begrüßen. Informationen zu Spendenmöglichkeiten finden Sie auf „Lernen aus der Geschichte“.
 
Ein vielfältiges Projekt zur regionalen Zeitgeschichte stellt Constanze Jaiser vor. Unter dem Titel „ZeitLupe. Stadt. Geschichte & Erinnerung“ stellt sie konzeptionelle Überlegungen und Projektideen vor.
 
In brandenburgischen Museen steht die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Geschichte im Schatten der Repräsentation der DDR-Geschichte. Susanne Köstering berichtet, wie sich der brandenburgische Museumsverband mit dieser Kluft auseinandersetzt.
 
Dem lokalgeschichtlichen Umgang mit Tätergeschichte widmet sich Kathrin Krahl. In Ihrem Essay diskutiert sie das Spannungsfeld zwischen den global bekannten Täter_innen des Nationalsozialismus und der unsichtbaren lokalen Täterschaft in der eigenen Stadt.
 
Der Nationalsozialismus hat die jahrhundertelange Diskriminierung und Verfolgung von Sinti und Roma in einen mörderischen staatlichen Rassismus überführt. Michael Möckel und Claudia Pawlowitsch zeigen auf, wie sich dessen Strukturen mittels einer lokalhistorischen Quelle offenlegen lassen.
 
Juliane Niklas hat für uns den Band „Viele Kämpfe und vielleicht einige Siege“ besprochen, in dem Texte über lokalhistorische Recherchen zu Sinti und Roma in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Tschechien versammelt sind.
 
Das nächste LaG-Magazin erscheint am 25. Januar und trägt im Titel die Fragestellung „Krieg für Menschenrechte?“.

Neues LaG-Magazin: „Extreme Rechte und präventive Bildungsarbeit“

Diese Ausgabe zur extremen Rechten und Möglichkeiten der Bildungsarbeit widmet sich einem aktuellen und beunruhigenden Thema. Wir bedanken uns bei der Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung für die Förderung dieses Magazins.
 
Findet derzeit ein gesellschaftlicher Rechtsruck oder eine verstärkte Polarisierung statt?
 
Die Einschätzungen darüber, was derzeit in Deutschland und in anderen Demokratien geschieht, gehen auseinander. Sicher ist, dass in der Bundesrepublik die Anzahl rechter Aufmärsche und Gewalttaten gestiegen ist. Viele Täter_innen, die Anschläge verüben, waren bisher juristisch unbescholten. Wie aber das Beispiel festgenommener Mitglieder der „Old School Society“ zeigt, sind auch Neonazis organisiert, zu Anschlägen bereit und entsprechend vernetzt. Da ist es unverständlich, dass von rechtem Terrorismus nicht gesprochen wird; man fühlt sich an den Umgang mit dem „Nationalsozialistischen Untergrund“ erinnert. In diesem Zusammenhang wurden nicht nur Akten durch Geheimdienste vernichtet, sondern auch V-Leute an wichtige Stellen der neonazistischen Szene gebracht, die auch in Straftaten verwickelt waren. Die von Bundekanzlerin Merkel angekündigte umfassende Aufklärung des NSU-Terrors findet bis heute nicht statt. Im Gegenteil: Nach wie vor wird der NSU-Komplex auf die drei Personen des sogenannten Kerntrios reduziert.
 
Politische Bildung, aber auch historische Bildung ist in diesen Zeiten sicherlich wichtig und ein wesentlicher Bestandteil von Aufklärung. Sie findet allerdings dort ihre Grenzen, wo staatliches und gesellschaftliches Handeln die Problematik der extremen Rechten sowie von (institutionellem) Rassismus und anderen ideologischen Ausprägungen nur halbherzig benennt oder bekämpft. Gleichzeitig müssen wir davon ausgehen, dass nur ein Bruchteil derer, die für die unterschiedlichen Gida-Bewegungen auf die Straße gegangen sind und heute die AfD wählen, für Angebote der politischen Bildung erreichbar sind, wie für die herkömmlichen Medien, die als „Lügenpresse“ denunziert werden. Es muss wohl festgestellt werden, dass sich eine rechte Zivilgesellschaft etabliert hat, die die Grundlagen dieser Gesellschaft in Frage stellt.
 
Das LaG-Magazin kann die Gesamtproblematik nur streifen. Wir möchten Sie aber mit der Ausgabe ermuntern, sich intensiver mit den Spektren und Ideologien der extremen Rechten zu befassen und sich gegen diese vehemente Bedrohung zu engagieren. Letztlich ist die Bekämpfung der extremen Rechten sowie der flüchtlingsfeindlichen und antidemokratischen Proteste unser aller Angelegenheit.
 
Am Montag, den 21. November ist eine neue Ausgabe der Mitte-Studien erschienen. Wegen der Kurzfristigkeit konnte sie keinen EIngang in dieses Magazin finden. Interessierte können die Studie mit dem Titel „Die gespaltene Mitte – Feindselige Zustände“ nachlesen.
 
Einführend schreibt Robert Andreasch über die Entwicklung der extremen Rechten seit dem ersten Aufmarsch von Pegida und setzt sich mit Strategien und Akteuren der Rechten auseinander. Am Ende seines Essays wagt der Autor einen kurzen Ausblick in eine unsichere Zukunft, was die weitere Entwicklung dieses Milieus anbelangt.
 
Jonas Frykmann und Christoph Schulze richten ihren Blick auf die regionale Entwicklung in Brandenburg. Sie weisen darauf hin, dass in jenen Landkreisen, in denen besonders viele flüchtlingsfeindliche Proteste stattgefunden haben, die Anzahl an Gewalttaten ebenfalls gestiegen ist.
 
Arila Feurich und Mario Förster zeigen Perspektiven von demokratiepädagogischer Bildungsarbeit in Schulen auf. In ihrem Beitrag stellen sie das Programm „Demokratisch Handeln“ und dessen Möglichkeiten am Beispiel einer westfälischen Realschule vor.
 
Antirassismus und eine nicht-rassistische Bildungsarbeit sind ein Kernstück von pädagogischem Handeln gegen rechts. Doch nicht alle theoretischen Ansätze bieten hierfür ein geeignetes Rüstzeug. Rüdiger José Hamm setzt sich mit den Problematiken von „Kritischem Weißsein“ in der Bildungsarbeit auseinander.
 
Juliette Brungs hat für uns die vielbeachtete Studie „Die enthemmte Mitte. Autoritäre und rechtsextreme Einstellung in Deutschland“ besprochen.
 
Wir danken allen Autor_innen für die uns zur Verfügung gestellten Beiträge.
 
Das nächste LaG-Magazin erscheint bereits am 14. Dezember. Es wird sich mit „Regionalgeschichte“ befassen.

LaG-Magazin „Der Umgang mit NS-Täterschaft und Kollaboration in der historisch-politischen Bildung und in Erinnerungskulturen“

Wie der Titel der neuen Ausgabe des LaG-Magazins besagt, bilden Auseinandersetzungsformen mit NS-Täterschaft und Kollaboration dieses Mal den Schwerpunkt. In den letzten Jahren ist die Auseinandersetzung mit der Verstrickung in Nationalsozialismus und deutsche Besatzung verstärkt in der Bildungsarbeit thematisiert worden. Die Täterforschung in den Geschichtswissenschaften setzt sich seit den 1990er-Jahren in größerem Rahmen mit der Thematik auseinander. 
 
Dennoch sind familienbiografische Nachforschungen und Gespräche gesamtgesellschaftlich marginal. Hier stellt sich die Frage, ob und inwieweit der derzeit stattfindende Rechtsruck, nicht nur in Deutschland, mit familiären oder gesellschaftlichen De-Thematisierungen und Problematiken von Erinnerungskulturen an die NS-Mordtaten in Europa zusammenhängt. Zumindest besteht in Mittel- und Osteuropa ein konfliktbehaftetes Verhältnis in den Erinnerungen an den „real existierenden Sozialismus“ und stalinistische Verbrechen auf der einen Seite und an deutsche Besatzung, Shoah, Porajmos und Kollaboration auf der anderen Seite. Die meist geschichtspolitisch aufgeladenen Erinnerungskonflikte führen nicht selten zu nationalen Opfernarrativen, wie dies in den baltischen Staaten oder auch der Ukraine zu beobachten ist. In diesem Zusammenhang ist jede Überheblichkeit von deutscher Seite aus unangebracht, wurden doch viele Diskussionen zum Umgang mit der NS-Vergangenheit erst auf Druck von Überlebenden oder von bürgerschaftlich engagierten Menschen, häufig gegen die staatliche und mehrheitsgesellschaftliche Agenda, geführt. Der erinnerungspolitische Umgang beispielsweise mit Sinti und Roma zeigt, dass hier noch viel Diskussions- und Handlungsbedarf besteht. 
 
Oliver von Wrochem konstatiert eine zunehmende Bereitschaft, sich in Deutschland mit der Frage von Täterschaft, auch im familiären Rahmen, auseinanderzusetzen. Seine Betrachtungen basieren auf der reichhaltigen Erfahrung mit entsprechenden Seminaren, die von der KZ-Gedenkstätte Neuengamme angeboten werden. 
 
Barbara Brix hat sich lange Jahre mit der Geschichte ihres Vaters auseinandergesetzt, der als Mitglied der Waffen-SS und Arzt der Einsatzgruppe C in das Morden in der Sowjetunion verstrickt war. In ihrem Essay zeichnet die Autorin die Entwicklung dieser Auseinandersetzung und die Fragen, die sich für sie daraus ergaben, sehr persönlich nach. 
 
Mit der ambivalenten Position zwischen Täterschaft und Opferdasein der Trawniki-Männer, überwiegend sowjetische Kriegsgefangene, die unter anderem in den Vernichtungslagern der „Aktion Reinhardt“ eingesetzt wurden, setzt sich Angelika Benzauseinander. 
 
Der Beitrag von Ingolf Seidel ist ein Bericht über eine Exkursion zu Orten der Zeitgeschichte in Lettland und Litauen im Frühsommer dieses Jahres. Darin zeigt er die konkurrierenden Narrative zu sowjetischer und deutscher Besatzung innerhalb der beiden baltischen Staaten auf. 
 
Die norditalienische Kriegsgräberstätte für deutsche Soldaten in Costermano dient für Rolf Wernstedt als Beispiel, sich mit den erinnerungskulturellen Herausforderungen und Schwierigkeiten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge auseinanderzusetzen, die an einem Ort bestehen, an dem unter anderem NS-Täter wie Christian Wirth, Franz Reichleitner und Gottfried Schwarz begraben liegen. 
 
Auch Henning Pieper nimmt sich des Themas von Kriegsgräbern an. An drei Beispielen, Weimar, Costermano und Lommel, führt er seine Betrachtungen zum Umgang mit Gräberstätten aus, die für Täter und Opfer die letzte Ruhestätte sind. 
 
Carmen Ludwig bespricht das Buch „Der lange Schatten der Täter. Nachkommen stellen sich ihrer NS-Familiengeschichte“ von Alexandra Senfft, das autobiografische Auseinandersetzungen zu elf Familiengeschichten im Nationalsozialismus beinhaltet.
 
Das nächste LaG-Magazin erscheint am 23. November. Es trägt den Titel „Extreme Rechte und Möglichkeiten präventiver Bildungsarbeit“.

LaG-Magazin „Gott und die Welt. Religion macht Geschichte“

Die Ausgabe begleitet den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

Die erste Ausgabe des LaG-Magazins nach der Sommerpause ist eine besondere. Das Magazin begleitet, nun schon zum dritten Mal, den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten und erscheint in Kooperation mit der Körber-Stiftung in Hamburg.
 
Der 25. Geschichtswettbewerb steht in diesem Jahr unter dem Motto „Gott und die Welt. Religion macht Geschichte“. Vom 1. September 2016 bis zum 28. Februar 2017 sind alle Kinder und Jugendlichen unter 21 Jahren in Deutschland aufgerufen, vor Ort auf historische Spurensuche zu gehen und sich ein eigenes Bild von der Geschichte von Glaube und Religion zu machen. Dafür möchte das Magazin Ihnen Anregungen geben, um sich mit Ihren Schüler_innen an der diesjährigen Ausschreibung zu beteiligen.
 
Wir bedanken uns an dieser Stelle für die gute Zusammenarbeit mit Frau Carmen Ludwig, der Programmleiterin des Geschichtswettbewerbs bei der Körber-Stiftung.
 
Carmen Ludwig führt in die Thematik des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten und damit in diese Ausgabe ein. In ihrem Essay zeigt sie die Verbindung historischen Lernens zum Bereich Religion auf und plädiert dafür, danach zu fragen, wie Glaube und Religion das menschliche Leben beeinflusst haben und dies weiterhin tun, wo sie Konflikte verursachen und wo sie das soziale Zusammenleben fördern.
 
Thomas Großbölting zeichnet den Bedeutungswandel von Religion in der deutschen Geschichte seit der Nationalstaatsgründung 1871 bis zur Gegenwart nach. Er kommt zu dem Schluss, dass die religiösen Ausdrucksformen heute sowohl vielfältiger, als auch hintergründiger und leiser geworden sind dabei jedoch weiterhin eine gesellschaftsprägende Kraft bleiben.
 
Eine weltweite Renaissance des Religiösen konstatiert Frank-Michael Kuhlemann, die sich auch in Deutschland unterschiedlich niederschlägt. Auch wenn es im Geschichtsunterricht nicht um religiöse Unterweisung ginge, sei doch das Thema Religion neben anderen Dimensionen des Historischen wie Politik und Wirtschaft, soziale Ordnung und Kultur zu thematisieren.
 
Clauß Peter Sajak geht davon aus, dass religiöse Bildung nicht ohne interreligiöses Lernen möglich ist. Von dieser Warte aus untersucht er die Begriffsgeschichte von interreligiösem Lernen in der religionspädagogischen Diskussion in den letzten 20 Jahren.
 
Die Verfolgung und das Schicksal von Zeugen Jehovas greift Detlef Garbe auf. Er zeichnet den Weg der Verfolgung der Glaubensgemeinschaft nach, die sich weder Verboten durch den NS-Staat beugten, noch bereit waren „Verpflichtungserklärungen“ zu unterschreiben mit denen sie sich von ihrem Glauben lossagten.
 
Zu den Herausforderungen und Chancen, die ein Umgang mit Religion im Schulgeschehen in sich birgt, schreibt Dervis Hizarci und bringt Beispiele aus seiner Unterrichtspraxis ein. Sein Fazit lautet, dass wer religiöse Identitäten ablehnt, Schüler_innen ablehnt. 
 
Bilder stellen heute ein wesentliches Medium im Geschichtsunterricht dar. Stefan Semelsetzt sich mit dem historischen Verhältnis der christlichen Konfessionen zum Bild auseinander und geht beispielhaft auf die sich herauskristallisierende konfessionelle Bildsprache im 16. Jahrhundert ein. 
 
Ingolf Seidel schreibt in einem Werkstattbericht über Erfahrungen mit Religion und Glauben in der non-formalen Bildung mit Jugendlichen und Erwachsenen.
Wir bedanken uns bei allen Autor_innen für die eingereichten Beiträge. 
 
Wir wünschen Ihnen eine ertragreiche Lektüre und hoffen, dass die hier versammelten Aufsätze Sie zu eigenen Projekten rund um das Thema „Glaube und Religion“ inspirieren. 
 
Das nächste LaG-Magazin erscheint am 26. Oktober und trägt die Überschrift „Der Umgang mit NS-Täterschaft und Kollaboration in der historisch-politischen Bildung und in der Erinnerungskultur“.

LaG-Magazin im Juni: Aktuelle Debatten und Entwicklungen in der Gedenkstättenpädagogik

Die Juniausgabe des LaG-Magazins beschäftigt sich mit aktuellen Debatten und Entwicklungen rund um die Gedenkstättenpädagogik sowie mit der historisch-politischen Bildung zum Nationalsozialismus und dessen Massenverbrechen. Kolleginnen und Kollegen in diesem Bereich widmen sich in vielfältigen Diskussionen ausgewählten Beispielen. Die Ausgabe hat folglich keinen Anspruch darauf, die Entwicklungen in den NS-Gedenkstätten vollständig nachzuzeichnen. Trotzdem können Themen wie Gedenkstättenführungen mit digitalen Medien, Inklusion und auf kreativen Methoden basierende Modellprojekte einen Einblick in spannende Entwicklungen geben.#
 
Auf zwei Pilotprojekte an der KZ-Gedenkstätte Flossenburg bezieht sich Franziska Schleupner. Dort fand 2015 ein internationaler Austausch von bayerischen und tschechischen Fußballfans statt. In einem anderen Pilotprojekt arbeiteten junge Erwachsene aus Israel, der Tschechischen Republik und Deutschland gemeinsam mit künstlerisch-kreativen Ausdrucksmitteln.
 
Alan Brooks leitete im Rahmen des Pilotprojekts einen Tanzworkshop an. Er geht auf seine methodischen Überlegungen und Reflexionen ein, ob und wie sich zur NS-Geschichte am historischen Ort das Medium Tanz einsetzen lässt und welche Erfahrungen er dabei gemacht hat.
 
Ein im Entstehen begriffenes inklusives Projekt zur historisch-politischen Bildung stellen Judith Sucher und Alexander Wicker vor. Das Projekt, dessen Zielgruppe sehbehinderte Menschen sind, wird derzeit anhand einer Ausstellungswand zu Opferschicksalen des Zweiten Weltkrieges im Bildungshaus Main-Kinzig auf Basis mehrerer Lernmodule entwickelt.
 
Tweetups und MemorialWalks als Formen von Führungen mit begleitender digitaler Kommunikation über den Kurznachrichtendienst twitter greifen Iris Groschek und Steffen Jost auf. Dabei beziehen sie sich auf die Erfahrung aus zwei Tweetups, die zeitgleich in den Gedenkstätten Neuengamme und Dachau stattgefunden haben. 
 
Ebenfalls ein digitales Format wird von Stephanie Billib und Katrin Unger aufgegriffen. An der Gedenkstätte Bergen-Belsen wurde ein vielschichtiger Geländeguide entwickelt, der auf einer Tablet-Application beruht.
 
Arthur Osinski kritisiert eine Einsparungsmaßnahme des Bundes, durch die es für engagierte Lehrkräfte zunehmend schwieriger wird, Förderungen für Gedenkstättenfahrten nach Polen zu bekommen.
 
Mit dem vorliegenden Magazin verabschiedet sich die LaG-Redaktion in die Sommerpause. Die nächste Ausgabe wird am 7. September erscheinen. Sie beruht auf einer Kooperation mit der Körber-Stiftung und enthält Anregungen zum kommenden Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten.

LaG-Magazin im Juni: Aktuelle Debatten und Entwicklungen in der Gedenkstättenpädagogik

Die Juniausgabe des LaG-Magazins beschäftigt sich mit aktuellen Debatten und Entwicklungen rund um die Gedenkstättenpädagogik sowie mit der historisch-politischen Bildung zum Nationalsozialismus und dessen Massenverbrechen. Kolleginnen und Kollegen in diesem Bereich widmen sich in vielfältigen Diskussionen ausgewählten Beispielen. Die Ausgabe hat folglich keinen Anspruch darauf, die Entwicklungen in den NS-Gedenkstätten vollständig nachzuzeichnen. Trotzdem können Themen wie Gedenkstättenführungen mit digitalen Medien, Inklusion und auf kreativen Methoden basierende Modellprojekte einen Einblick in spannende Entwicklungen geben.#
 
Auf zwei Pilotprojekte an der KZ-Gedenkstätte Flossenburg bezieht sich Franziska Schleupner. Dort fand 2015 ein internationaler Austausch von bayerischen und tschechischen Fußballfans statt. In einem anderen Pilotprojekt arbeiteten junge Erwachsene aus Israel, der Tschechischen Republik und Deutschland gemeinsam mit künstlerisch-kreativen Ausdrucksmitteln.
 
Alan Brooks leitete im Rahmen des Pilotprojekts einen Tanzworkshop an. Er geht auf seine methodischen Überlegungen und Reflexionen ein, ob und wie sich zur NS-Geschichte am historischen Ort das Medium Tanz einsetzen lässt und welche Erfahrungen er dabei gemacht hat.
 
Ein im Entstehen begriffenes inklusives Projekt zur historisch-politischen Bildung stellen Judith Sucher und Alexander Wicker vor. Das Projekt, dessen Zielgruppe sehbehinderte Menschen sind, wird derzeit anhand einer Ausstellungswand zu Opferschicksalen des Zweiten Weltkrieges im Bildungshaus Main-Kinzig auf Basis mehrerer Lernmodule entwickelt.
 
Tweetups und MemorialWalks als Formen von Führungen mit begleitender digitaler Kommunikation über den Kurznachrichtendienst twitter greifen Iris Groschek und Steffen Jost auf. Dabei beziehen sie sich auf die Erfahrung aus zwei Tweetups, die zeitgleich in den Gedenkstätten Neuengamme und Dachau stattgefunden haben. 
 
Ebenfalls ein digitales Format wird von Stephanie Billib und Katrin Unger aufgegriffen. An der Gedenkstätte Bergen-Belsen wurde ein vielschichtiger Geländeguide entwickelt, der auf einer Tablet-Application beruht.
 
Arthur Osinski kritisiert eine Einsparungsmaßnahme des Bundes, durch die es für engagierte Lehrkräfte zunehmend schwieriger wird, Förderungen für Gedenkstättenfahrten nach Polen zu bekommen.
 
Mit dem vorliegenden Magazin verabschiedet sich die LaG-Redaktion in die Sommerpause. Die nächste Ausgabe wird am 7. September erscheinen. Sie beruht auf einer Kooperation mit der Körber-Stiftung und enthält Anregungen zum kommenden Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten.

LaG-Magazin zum Thema „Gulag“

Die aktuelle Ausgabe des LaG-Magazins widmet sich dem sowjetischen Lagersystem der Gulags während des Stalinismus. Das Magazin präsentiert Aufsätze, die sich mit der Geschichte der Lager befassen, die Fragen der Erinnerung und ihrer Funktionalisierung in den Mittelpunkt rücken, aber auch die Möglichkeit der Arbeit mit digitalisierten Zeitzeugeninterviews nahelegen.
 
Mit den Aspekten und der Entwicklung des sowjetischen Gulag-Systems von dessen Anbeginn bis zur Auflösung der Lager nach dem Tod Josef Stalins setzt sich Julia Landau auseinander. 
 
Christian Wevelsiep geht der Frage nach, wie sich die Auseinandersetzung mit der Gewalterfahrung der Gulags erinnerungskulturell beantworten lässt. Er betont resümierend den Wert von Negativität für die historische Erkenntnis und das Geschichtsbewusstsein. 
 
Am konkreten Beispiel des Lagerkomplexes Perm-36 betrachtet Felix Münch die Schwierigkeiten der Erinnerung und des Gedenkens an die Geschichte dieses Teils des sowjetischen Gulag-Systems. Der Autor berührt auch die staatliche Indienstnahme der Erinnerung im gegenwärtigen Russland.
 
Fragen des Gedenkens geht auch Andrei Zavadski in seinem englischsprachigen Essay nach. Er beschreibt das neue Gulag Museum in Moskau und hegt die Befürchtung, es könne dazu dienen, andere Orte des stalinistischen Terrors an den Rand zu drängen.
 
Das Gulag-Archiv der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur ist das Thema von Matthias Buchholz. Er zeigt das Potenzial auf, das in den digitalisierten Zeitzeugengesprächen mit ehemaligen Gulag-Häftlingen liegt.
WEBINARE
Zu dieser Ausgabe wird am 1. Juni ab 15.00 Uhr ein englischsprachiges Webseminar mit dem Titel „A Ghetto for Memory? Moscow’s GULAG Museum and Russian Poltics of Memory“ stattfinden.
 
Auch für das Magazin „Das Spannungsfeld zwischen geschichtspolitischen Initiativen und der historischen Bildungsarbeit über die Geschichte der DDR“ können Sie sich noch zum Webinar am 25. Mai ab 15.00 Uhr anmelden. Anmeldungen bitte an marzinka@agentur-bildung.de.
IN EIGENER SACHE
Wir haben das Crowdfunding-Projekt, auf das wir Sie in der vergangenen Woche aufmerksam gemacht haben gestoppt. Über unseren Aufruf hat sich eine öffentliche Institution gefunden, die voraussichtlich ein Magazin über die extreme Rechte unterstützen will. Bereits eingezahlte Spenden werden selbstverständlich zurücküberwiesen. 
 
Das nächste LaG-Magazin erscheint am 22. Juni zu aktuellen Debatten und Entwicklungen in der Gedenkstättenpädagogik. 
Ihre LaG-Redaktion

Das Spannungsfeld zwischen geschichtspolitischen Initiativen und der historischen Bildungsarbeit über die Geschichte der DDR

Im aktuellen LaG-Magazin steht das Verhältnis von Geschichtspolitik und Bildungsarbeit zur DDR im Mittelpunkt. Die, unter anderem aufgrund der zeitlichen Nähe zum Ende der DDR, teils heftig geführten Auseinandersetzungen um Deutungshoheiten und Interpretationen darüber wie der autoritäre und diktatorisch durchgesetzte Sozialismus zu deuten sei, wirken sich anhaltend auf die historisch-politisch Bildungsarbeit und das Geschichtslernen aus. Indirekt verhandelt wird dabei unter anderem der demokratische Charakter von Bildung überhaupt. Fragen darüber, ob und wie die Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte und der DDR-Historie in der Förderlandschaft gegeneinander ausgespielt werden oder inwieweit der berühmte Beutelsbacher Konsens Bestand hat, stehen zur Debatte. In die Diskussion spielt auch hinein, ob sich die DDR überhaupt als monolithischer Staat deuten lässt und wie es um das Mitmachen der Bürger_innen bestellt war. Unterlag letzteres ausschließlich Zwang und gesellschaftlichem Druck, oder welche anderen Motivlagen existierten? Auch die Frage, inwieweit totalitarismustheoretische Geschichtsdeutungen überhaupt einen Beitrag zur Aufarbeitung der DDR-Geschichte beitragen können, oder ob sie nicht dazu führen die historisch-politische Bildung zum Nationalsozialismus in Konkurrenz zu setzen zur pädagogischen Arbeit über die DDR, wäre zu diskutieren. 
 
Cornelia Siebeck setzt sich mit der von ihr konstatierten Renaissance des Totalitarismus auseinander. Dabei bezieht sich sich auf Anforderungen und Herausforderungen für die historisch-politische Bildungsarbeit. 
 
Martin Jander widmet sich der von Salomon Korn im Zusammenhang mit desssen Rückzug aus der „Stiftung Sächsische Gedenkstätten“ festgestellten „Waagschalenmentalität“, die vorherrsche, wenn es um die unterschiedlichen Gedenkpolitiken zu den Folgen von Nationalsozialismus und DDR ginge. 
 
Elena Demke schreibt über das Spannungsfeld zwischen den normativen Erwartungen Lehren aus der mittels Vermittlung von Geschichte, Demokratie- und Menschenrechtserziehung zu ziehen und der Ansicht, dass historisches Lernen nicht zur Werteerziehung tauge. 

LaG-Magazin „EU-Asylpolitik und Menschenrechte – Zwischen Anspruch und Wirklichkeit“

Wie bereits im Februar angekündigt, stellt das Magazin das Thema Asylpolitik und Menschenrechte in den Mittelpunkt und knüpft thematisch an die Ausgabe „Bevölkerungstransfers und Zwangsmigration im Rahmen des Zweiten Weltkrieges“ an. Nach den Wahlerfolgen der in weiten Teilen völkisch-rassistischen AfD ist es mehr als denn je erforderlich aufzuzeigen, dass die Problematiken, die mit Flucht nach Europa verbunden sind nicht durch die Flüchtenden entstehen. Die sogenannte Flüchtlingskrise ist keine durch Geflüchtete ausgelöste, sondern sie ist eine des europäischen und deutschen Selbstverständnisses und der Frage, ob Menschenrechte als universell betrachtet werden, oder ob sie nur für eine ausgewählte weiße Minderheit auf einem sicheren und wohlhabenden Kontinent gelten sollen, womit sie ad absurdum geführt würden. Auch wenn es sicherlich nicht ausreichend ist, das Thema von Flucht und Menschenrechten im Rahmen von Bildungsarbeit aufzugreifen, so ist dies doch eine grundlegende gesellschaftliche Notwendigkeit. 
 
Wir freuen uns, dass der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der diese und die vorhergehende Magazinausgabe gefördert hat, in der Behandlung seines Jahresthemas „Flucht und Vertreibung. Gewaltmigration im 20. und 21. Jahrhundert“ den aktuellen Aspekten von Flucht und Zwangsmigration einen gewichtigen Platz einräumt.
 
Ansgar Drücker spricht die Situation der deutschen und der europäischen Flüchtlingspolitik und momentane Herausforderungen für die politische Bildungsarbeit an. Er geht dabei davon aus, dass sich im Sinne von Inklusion nicht nur die Hinzukommenden verändern und öffnen müssen, sondern die gesamte Gesellschaft.
 
An den inklusiven Gedanken anknüpfend stellt Martin Lücke Lernmodule mit Interviews aus dem migration-audio-archiv vor, die auf dem Internetportal „Zwischentöne“ nutzbar sind. Der Autor zeigt für die Nutzung die didaktischen Herangehensweisen eingehend auf.
 
Iris Rajanayagam und Ahmed Awadalla stellen die Situation von LGBT*T+Q-Geflüchteten in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen. Die Fluchtgründe, aber auch die Situation von schwulen, lesbischen, bisexuellen, transsexuellen, intersexuellen oder queeren Geflüchteten in Deutschland findet noch immer wenig Beachtung und stößt hierzulande sowohl auf verbreitete Ressentiments, als auch auf behördliche Ignoranz. Der Aufsatz erscheint in deutscher und in englischer Sprache.
 
Johannes Spohr hat sich vor Kurzem in Griechenland aufgehalten. Er analysiert den Zusammenhang zwischen der EU-Flüchtlingspolitik und der dramatischen Situation in Idomeini. 
 
Anne Lepper aus unserer Redaktion hat mit Michael Ruf, dem Initiator und Leiter des Theaterprojektes „Bühne für Menschenrechte“ ein Interview geführt über das Konzept des dokumentarischen Theaters und über die Möglichkeiten, die sich aus ihm für die Bildungsarbeit ergeben.
 
Das nächste LaG-Magazin erscheint am 20. April und thematisiert „Das Spannungsfeld zwischen geschichtspolitischen Initiativen und der historischen Bildungsarbeit über die Geschichte der DDR“.

LaG-Magazin „Bevölkerungstransfers und Zwangsmigration im Rahmen des Zweiten Weltkrieges“

Die aktuelle Ausgabe des LaG-Magazins stellt in mehrfacher Hinsicht eine Besonderheit dar. Sie greift das Jahresthema „Flucht und Vertreibung. Gewaltmigration im 20. und 21. Jahrhundert“ unseres Kooperationspartners, des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, auf. Wir widmen uns diesem Zusammenhang dem Jahresthema in zwei aufeinander folgenden Ausgaben des LaG-Magazins. Die aktuelle Nummer „Bevölkerungstransfers und Zwangsmigration im Rahmen des Zweiten Weltkrieges“ nähert sich ihm in erster Linie aus einer historischen Perspektive und thematisiert vor allem die Flucht und Bevölkerungstransfers von Deutschen, womit notwendigerweise auch geschichtspolitische Aspekte aufgegriffen werden müssen. Gerade auf dem Feld des historischen Lernens ist es notwendig, die Vertreibung deutscher Minderheiten in den Zusammenhang zu deren teilweise herausragender Unterstützung des Nationalsozialismus, wie beispielsweise im Fall der Tschechoslowakei, zu stellen, aber auch allgemein die Gräueltaten und Massenmorde im Rahmen der deutschen Besatzung in Mittel- und Osteuropa zu thematisieren. Flucht und Zwangsmigration der deutschen Minderheiten  beruhen weitgehend auf diesen vorangegangenen Ereignissen. Aufgrund der hohen emotionalen und historischen Aufladung, begleitet von Auseinandersetzungen um Deutungshoheiten,  reicht das Thema des Umgangs mit Flucht und Vertreibung bis in die Gegenwart hinein. Daher ist der historische Umgang kaum von immer wieder aufflammenden aktuellen Diskussionen zu trennen.
 
In der Märzausgabe dieses Magazins wird der Schwerpunkt auf aktuelle Erscheinungen von Flucht liegen, wobei die Frage mitschwingt, ob und wie die Situation von Geflüchteten mit dem von Deutschland und Europa postulierten Anspruch den universellen Menschenrechten Genüge zu tun, übereinstimmt.
 
Im Zusammenhang mit dem Jahresthema wird der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge verschiedene Aktivitäten entfalten. Dazu gehört eine Ausstellung mit dem Titel „Flucht und Vertreibung“, die neben dem historischen Kontext auch die Nachkriegssituation aufzeigt sowie auf Definitionen, Rechtsnormen und auf die Erinnerung an die auf der Flucht Gestorbenen und auf den Umgang mit den aufgefundenen Gräbern eingeht. Zudem wird im März die ausführliche  Handreichung „Geflohen – Vertrieben – Angekommen?! Aspekte der Gewaltmigration im 20. Jahrhundert“ mit Unterrichtsvorschlägen und Materialien veröffentlicht. Wir werden Sie in diesem Magazin auf die Publikation hinweisen. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.
Wir bedanken uns bei den externen Beiträger_innen der Essays im ersten Teil des Magazin, die sich allesamt der Thematik von Bevölkerungstransfers und Zwangsmigration mit der ihr innewohnenden Komplexität angenommen haben.
 
Micha Brumlik widmet sich der Geschichte der Vertreibungen deutscher Minderheiten im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg. Er setzt sie dabei in Bezug zu Nachkriegsdebatten bis in die Gegenwart.
Einen Gegenwartsbezug auf heutige Fluchtbewegungen und Fragen von Integrationshemmnissen von Geflüchteten stellt Stephan Scholz her. Dabei nimmt er Bezug auf die historischen Umstände.
 
Das Thema von Lars Breuer ist die Geschichte der Einrichtung einer Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“, deren Konturen und inhaltliche Ausrichtung bis heute nicht klar festgelegt sind.
 
Auch Artur Osinski berührt in seinem Aufsatz die  Nachkriegsdebatte um die Frage der Einrichtung eines Dokumentationszentrums „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ sowie dessen Stiftung. Er bezieht jedoch vor allem polnische Perspektiven auf die Vertreibungsdebatte in seine Betrachtungen ein.
 
Am Beispiel des Batterieherstellers Pertrix in Berlin-Niederschöneweide geht Isabel Panek dem Schicksal von jüdischen und polnischen Zwangsarbeiter_innen nach. Während erstere 1943 in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurden, wurden sie durch polnische Zwangsarbeitende aus der Region Zamość „ersetzt“, die durch Zwangsaussiedlungen im Rahmen des »Generalplans Ost« nach Berlin verschleppt wurden.
 
Wir wünschen Ihnen mit dieser Ausgabe eine ertragreiche Lektüre.
 
Das nächste LaG-Magazin „EU-Asylpolitik und Menschenrechte – Zwischen Anspruch und Wirklichkeit“, das den thematischen Schwerpunkt weiterführt, erscheint am 23. März 2016.

Lag-Magazin: Griechenland: Am Rande des deutschen Erinnerungshorizonts

Die erste Ausgabe des LaG-Magazins im neuen Jahr befasst sich mit Griechenland während des Zweiten Weltkrieges, der deutschen Besatzung und auch mit Fragen, die die verweigerten Entschädigungen von deutscher Seite für die begangenen Kriegsverbrechen und die Ausplünderung des Landes betreffen. Für das historische Lernen ist der letztgenannte Komplex relevant, da sich erinnerungskulturell das Bild etabliert hat, in Deutschland wäre die nationalsozialistische Vergangenheit mitsamt der Verbrechen besonders gut aufgearbeitet worden. Am griechischen Beispiel zeigt sich, dass dieses Bild brüchig ist und somit ein anhaltender Auseinandersetzungsbedarf zum Umgang mit der deutschen Vergangenheit besteht. Die Auseinandersetzung mit den Brüchen in der bundesdeutschen Erinnerung an den Nationalsozialismus kann nebenher dem Eindruck entgegenwirken, es seien Immigrant_innen und Geflüchtete aus Krisenländern, denen als Erstes historisch-politische Bildung über Nationalsozialismus und Holocaust nahegebracht werden sollte, da dies ein demokratischer und zivilisatorischer Standard hierzulande sei. Vielmehr besteht die anhaltende Notwendigkeit einer gesamtgesellschaftlichen Beschäftigung  mit dem Nationalsozialismus und dessen Wiedergängern in Gestalt von Neonazis und rassistisch-völkischen Bewegungen wie Pegida.
 
Einen ereignisgeschichtlichen Überblick geben zwei Aufsätze von Heinz A. Richter. Er führt in einem ersten Text in die Struktur der griechischen Diktatur unter Metaxas ein und schlägt einen Bogen über den italienischen Überfall auf Griechenland hin zur deutschen Besatzung. Der zeitliche Horizont sind hier die Jahre 1936 – 1941. Der zweite Text des Historikers widmet sich den Jahren 1941 – 1944. Hier steht der griechische Widerstand gegen die Besatzung im Mittelpunkt sowie die britische Intervention.
 
Christoph U. Schminck-Gustavus befasst sich mit der Erinnerung an die deutsche Besatzung mit einem Schwerpunkt darauf, wie sie einen Niederschlag in den Geschichtswissenschaften in Griechenland und Deutschland fand, beziehungsweise lange Zeit dies gerade nicht geschah.
 
Mit den griechischen Entschädigungsansprüchen und Aspekten der deutschen Verhinderung des Einlösens dieser Ansprüche sowie der mangelhaften Täterverfolgung setzt sich Martin Schellenberg am Beispiel des Massakers in dem griechischen Dorf Distomo auseinander. In einem zweiten Beitrag hat uns der Autor Anregungen zur Verfügung gestellt, wie der „Fall Distomo“ im Unterricht behandelt werden kann.
 
Für die Rubrik „Neu eingetroffen“ hat schließlich unsere Kollegin Nadja Grintzewitsch eine Rezension des Buches „Leistet nichts. Zu schwach. Nicht einsatzfähig. Hintergründe zu den Gräbern ausländischer Patientinnen und Patienten der Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg“ von Carola S. Rudnick beigesteuert.
 
Wir bedanken uns bei den Autor_innen für die gute Zusammenarbeit.
 
Das nächste LaG-Magazin erscheint am 27. Februar mit dem Titel „Bevölkerungstransfers und Zwangsmigration im Rahmen des Zweiten Weltkrieges“.

LaG-Magazin „Der Spanische Bürgerkrieg“

Das LaG-Magazin im Dezember befasst sich mit dem Spanischen Bürgerkrieg und der Erinnerung an denselben. Die Relevanz des Themas für das historische Lernen und die außerschulische Bildungsarbeit ergibt sich im Wesentlichen aus zwei Punkten. Zum einen war der Krieg in Spanien weit mehr als ein Bürgerkrieg, sondern ein Krieg, in dem das faschistische Italien und in stärkerem Maße das nationalsozialistische Deutschland einen Testlauf für eine kommende militärische Invasion sahen. Zum anderen war der Bürgerkrieg zwischen 1936 und 1939 der Versuch, den europäischen Vormarsch des Faschismus zu stoppen. Ein Versuch, der durch die westlichen Demokratien nicht unterstützt wurde und seitens der stalinistischen Sowjetunion, nach anfänglichem Zögern, durch ihre Form der Unterstützung für eigene Interessen instrumentalisiert wurde.
 
Alexandre Froidevaux gibt in seinem Beitrag einen Überblick über die Ereignisgeschichte in den Jahren 1936 bis 1939. Sein Fokus liegt dabei auf den internationalen Aspekten des Konflikts sowie auf der Bedeutung der sozialen Revolution in Spanien. Darüber hinaus stellt er eine Broschüre zum Thema vor.
 
Auf die Erinnerung an den Spanischen Bürgerkrieg konzentriert sich Jörg van Norden. Er zeigt anhand von Beispielen auf, wie kontrovers die spanische Geschichtskultur bis heute ist und wie schwierig sich die Erinnerung an die Republikaner/innen gestaltet.
 
Mit der Thematisierung des hohen polnischen Anteils an den Internationalen Brigaden beleuchtet Arthur Osinski ein wenig beachtetes Kapitel über Freiwillige im Spanischen Bürgerkrieg. Anhand der „Dąbrowszczacy“ zeigt er die zwiespältigen Haltungen unterschiedlicher polnischer Regierungen gegenüber diesem Kampf auf.
Rafael Jiménez Montoya widmet sich in seinem englischsprachigen Beitrag, ausgehend von der Bombardierung Guernicas und dem weltbekannten Bild Pablo Picassos, einer Rettungsaktion von 4.000 spanischen Kindern durch die Regierung Großbritanniens.
 
Constanze Jaiser stellt für diese Ausgabe eine Reihe von Bildungsmaterialien vor.  Diese zeigen Möglichkeiten auf, den Spanischen Bürgerkrieg mittels Poesie und Literatur, aber auch über Texte und Kinderzeichnungen pädagogisch aufzugreifen. 
 
Das nächste Online-Magazin wird am 27. Januar erscheinen. Es trägt den Titel „Griechenland: Am Rande des deutschen Erinnerungshorizonts“. 

LaG-Magazin zu „Kriegskinder“ erschienen

wir begrüßen Sie zum aktuellen LaG-Magazin über das anspruchsvolle Thema der „Kriegskinder“.  Die Ausgabe ist eine ganz besondere, da sie in enger Zusammenarbeit mit der Hamburger Körber-Stiftung entstanden ist. Das vorliegende Magazin dokumentiert Beiträge, die im Rahmen des Europäischen Erinnerungstages „der lange Schatten des Zweiten Weltkriegs: Kriegskinder in Europa“ anlässlich des 70. Jahrestages des Kriegsendes in Zusammenarbeit von Körber-Stiftung und Deutschem Historischen Museum entstanden sind. Weitere Texte stammen aus dem Umfeld des europäischen Projekts „Children of War in Europe“, das von der Körber-Stiftung initiiert wurde und dessen Umsetzung bei der Agentur für Bildung – Geschichte, Politik und Medien e.V. lag.
 
Der Begriff des „Kriegskindes“ kann nicht nur auf diejenigen Kinder eingeschränkt werden, die den Zweiten Weltkrieg im nationalsozialistischen  Deutschland und in seiner Spätphase häufig in Luftschutzkellern oder fernab der Eltern auf dem Land erlebten. Zu den „Kriegskindern“ gehören jene, die in den durch Deutschland überfallenen und besetzten Ländern lebten; jüdische Kinder, die im Versteck oder auch in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern und Ghettos überlebten ebenso wie die, deren Eltern sich widerständisch gegen die NS-Politik äußerten. 
 
Der Diskurs über „Kriegskinder“ ist durch unterschiedliche Erfahrungen während des Zweiten Weltkrieges und durch divergierende nationale Narrative geprägt. Die jeweiligen Erfahrungen und Traumatisierungen wirken über die unmittelbar Betroffenen hinaus und sind noch in der darauffolgenden Generation spürbar. Mittels biografischer Annäherungen kann über die notwendige Einordnung in den historischen Kontext hinaus das individuelle Schicksal von Kindern und Jugendlichen sowie ihre Handlungsstrategien in oft aussichtlos erscheinenden Situationen erschlossen werden, indem sie Aufgaben und Rollen übernahmen, die eigentlich Erwachsenen vorbehalten sind. Die Kinder erscheinen so als Handelnde in der Geschichte. Die kindliche Traumatisierung bedeutete nicht zwangsläufig, dass die Betroffenen später kein erfolgreiches berufliches und privates Leben führen konnten. Dennoch kann biografische Arbeit einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Auswirkungen einer Kindheit im Krieg zu verdeutlichen. 
 
Anspruchsvoll, aber auch notwendig ist es, das Thema „Kriegskinder“ in einer Form zu behandeln, die nicht die Unterschiede zwischen den Zugehörigkeiten zu Täter- oder Zuschauerschaft oder aber zu Verfolgten und Opfern nivelliert. Bei allen Ambivalenzen gerade bei einer europäischen Betrachtungsweise sind dies nach wie vor essentielle Kategorien, auch für die Bildungsarbeit. 
 
In einem einführenden Aufsatz beschreiben Gabriele Woidelko und Sven Tetzlaff den multiperspektivischen Ansatz zum Umgang mit Lebensgeschichten der Kriegskinder seitens der Körber-Stiftung und gehen auf die Notwendigkeit der historischen Kontextualisierung von Familiengeschichten ein. 
 
Über das Projekt „Children of War in Europe“ schreibt Constanze Jaiser. In ihrem Essay geht sie vertiefend auf den Diskurs zu Kriegskindern ein, der in Deutschland nicht selten dazu diente eigene Verantwortung für NS-Verbrechen zu relativieren. Die Ergebnisse, die die Seminarteilnehmenden aus zwölf Ländern zusammentrugen, bereichern einen europäisch geführten Diskurs in mehrfacher Hinsicht.
Die Existenz deutsch-polnischer Besatzungskinder ist der Öffentlichkeit wenig bekannt. Nach der nationalsozialistischen Ideologie von der vorgeblichen Minderwertigkeit der polnischen Bevölkerung waren sie eine Unmöglichkeit. Maren Röger geht auf den Umgang und die Lebensumstände dieser Kriegskinder ein. 
 
Vaterlosigkeit als kriegsbedingte Erfahrung einer ganzen Generation in Deutschland und Polen hat Lu Seegers erforscht. Sie thematisiert die unterschiedlichen länderspezifischen Erfahrungen und die differierenden Selbstdeutungen des Vaterverlustes.
 
Silke Satjukow widmet sich der Situation von Besatzungskindern in Deutschland, deren massiver gesellschaftlicher Diffamierung sowie auch dem Bestreben der Besatzungsmächte, mögliche Unterhaltszahlungen auszuschließen. Auch hier spielt das Aufwachsen in höchst fragmentierten Familien eine wichtige Rolle.
 
Irina Scherbakowa nimmt sich des Themas der häufig jugendlichen Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen an, die als sogenannte Ostarbeiter keinen Platz im kollektiven Gedächtnis der UdSSR fanden, weil ihr Schicksal scheinbar nicht in die sowjetische Meistererzählung vom „Heldentum des sowjetischen Volkes im Kampf gegen die faschistischen deutschen Eroberer“ passte. 
Beim Europäischen Erinnerungstag hat Rainer Moritz mit Herta Müller über ihre Kindheit und Vertreibungserfahrung in ihrer Familie gesprochen. Die Literaturnobelpreisträgerin skizziert ihr Leben unter zwei sehr unterschiedlichen diktatorischen Regimen, dem faschistischen von Antonescu und dem im stalinistisch geprägten Sozialismus. 
 
Mit Arno Surminski, den Hilke Lorenz interviewt hat, kommt ein weiterer Schriftsteller zu Wort. Surminskis stammt aus Ostpreußen, seine Eltern wurden in die Sowjetunion deportiert. Er geht auf seine Kindheit und deren Folgen für die Persönlichkeitsbildung ein.
 
In  einem von Haris Huremagić geführten Interview kommt der ehemalige Fußballnationalspieler Helmut Köglberger zu Wort, der als Kind eines afroamerikanischen Soldaten in Österreich geboren wurde. Neben seiner Kindheit thematisiert er sein Engagement im Bereich des Fußballsports und für die Nichtregierungsorganisation „Hope for Future“.
Wir danken allen Beitragenden für ihr Engagement.
 
Wir wünschen Ihnen eine ertragreiche Lektüre mit dem LaG-Magazin zu „Kriegskindern“.
Ihre Körber-Stiftung und LaG-Redaktion
 
 

Eugenik und „Euthanasie“ im historischen Kontext

LaG-Magazin Oktober

Das vorliegende LaG-Magazin nimmt die Themen Eugenik und NS-„Euthanasie“ in den Fokus. Die Beiträge externer Autor/innen heben dabei in Ihrer Mehrzahl auf Fragen der Vermittlung der Thematik ab. Andere beziehen sich auf historische Orte der Verbrechen, die, im Gegensatz zu Tötungsanstalten wie in Brandenburg an der Havel, Hadamar und anderenorts, innerhalb der deutschen Gedenkkultur weniger Aufmerksamkeit erfahren.
 
Carola S. Rudnick stellt den inklusiven Ansatz des pädagogischen Projekts „Die Würde des Menschen ist (an-)tastbar“ vor, das an der „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg angeboten wird. Dem Projekt liegt das Verständnis zugrunde, dass sogenannte behinderte Menschen ein Recht auf eine Auseinandersetzung mit Geschichte haben.
 
Bettina Lindmeier und Claudia Schomaker stellen das Projekt „Geschichte erleben – Umgang mit Menschen mit Behinderungen während der NS-Zeit“ vor in dem sich Studierende und Menschen mit Behinderungen über NS-„Euthanasie auseinandersetzen.
 
Am Beispiel des Deutschen Hygiene-Museums zeigt Julia Radke die historischen Verbindungslinien zwischen dem Konzept von Eugenik und Hygiene seit der I. Internationalen Ausstellung für Hygiene im Jahr 1911 in Dresden auf.
 
Danach, welcher Umgang mit historischen Täterorten adäquat ist und wie beziehungsweise ob solche „bösen“ Orte heute noch zu uns sprechen, fragt Rainer Stommer. In seinem Essay thematisiert er die ehemalige „Führerschule der Deutschen Ärzteschaft in Alt-Rehse, an der heute ein Lern- und Gedenkort entsteht.
 
Bernhard Bremberger und Lothar Eberhardt thematisieren die Zwangssterilisation von 195 sogenannten Asozialen im Berliner Arbeits- und Bewahrungshaus Rummelsburg während des Nationalsozialismus.
 
Das nächste LaG-Magazin erscheint am 25. November 2015 in Kooperation mit der Körber-Stiftung und wird sich mit dem Thema „Kriegskinder“ befassen.

LaG-Magazin „Erinnern und Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkrieges“

In diesem Jahr jährte sich sowohl das Ende des Zweiten Weltkrieges zum 70. Mal, als auch die Befreiung des Vernichtungs- und Konzentrationslagers Auschwitz. Beide Daten sind uns Anlass genug, einen – durchaus ausgesprochen kritischen Blick – auf den Umgang mit diesen Jahrestagen im Besonderen und auf die bundesdeutschen Erinnerungskulturen im Allgemeinen zu werfen. Vieles was langjährig ertrotzt werden musste, oft genug gegen den Willen der gesellschaftlichen Mehrheit und weiten Teilen ihrer parlamentarischen Vertretung, scheint heute selbstverständlich und common sense, ja ist Teil eines neuen nationalen Selbstverständnisses geworden.
 
Sicherlich, die Gedenkstättenpädagogik und die historisch-politische Bildung über die Vernichtung der europäischen Juden und zu anderen nationalsozialistischen Massenverbrechen hat sich deutlich ausdifferenziert und professionalisiert. Doch inwieweit wirkt diese Bildung heute selber ausgrenzend gegenüber Zugewanderten? Ist es legitim aus dem deutschen Menschheitsverbrechen bzw. aus dem Gedenken daran heute eine nationale Identität zu konstruieren? Oder wird hierüber nicht allzu viel erneut verdrängt? Wie steht es um die Frage der ausstehenden Reparationen gegenüber Griechenland oder für die Italienischen Militärinternierten?
 
Die Beiträge in dieser Ausgabe werden manche dieser Fragen andiskutieren, eindeutige Antworten lassen sich nur selten finden. Dennoch kann die Mehrzahl der Texte als Plädoyer für ein Eingedenken im Sinne Walter Benjamins gelesen werden, welches unter der Prämisse steht, sich nicht mit der Vergangenheit zu versöhnen, sondern im Blick zu behalten, wo sie bis heute weiterwirkt. Die europäische Politik gegenüber Geflüchteten, die tagtäglichen Angriffe auf Asylbewerberunterkünfte, anhaltender Rassismus und Antisemitismus und, nicht zuletzt, die pogromartigen Übergriffe in Heidenau zeigen diese Notwendigkeit aus unserer Perspektive nur allzu deutlich auf.
 
Ingolf Seidel gibt in seinem Beitrag einen Einblick in einige Diskussionen, die während der Tagung #erinnern_kontrovers des Vereins Agentur für Bildung – Geschichte, Politik und Medien im Juli diesen Jahres eine Rolle spielten. Darüber hinaus thematisiert er Untiefen der Erinnerungs- und Gedenkkulturen und die Problematik der Renaissance der Totalitarismusdoktrin. 
 
Der Aufsatz von Cornelia Siebeck fragt nach dem Zusammenhang  des Umgangs mit der NS-Vergangenheit in Deutschland und der nationalen Selbstvergewisserung anhand der Ausstellung „Zeitreise 1914-2014“ und der Reden des Bundespräsidenten Joachim Gauck. 
 
Mittels der Begriffe Erinnern und Gedenken befasst sich Thomas Lutz in einer kritischen Perspektive mit der Entwicklung der Erinnerungskulturen hin zu ihrem heutigen Bestand. 
 
Eine österreichische Perspektive auf die Funktion von KZ-Gedenkstätten bringt Werner Dreier ein. Sein Thema ist das Verhältnis von Gedenkstätten und Geschichtspolitik im Spannungsfeld von gesellschaftlich stabilisierenden sowie die Gesellschaft herausfordernden Perspektiven.
 
Etienne Schinkel geht davon aus, es habe im Anschluss an den Zweiten Weltkrieg ein Beharren auf der These einer deutschen Kollektivunschuld triumphiert mit der die Deutschen sich wechselweise als Opfer Hitlers, ihres vermeintlichen Unwissens über den Holocaust und später als Opfer der Alliierten stilisiert hätten.
 
Ralf Dietrich hinterfragt die, aus seiner Sicht zensierende, Intervention der Gemeindevertretung des brandenburgischen Ortes Halbe in einer wissenschaftlichen Ausstellung über die dortige Kriegsgräberstätte.
 
Einen organisierten Versuch der Umdeutung der NS-Vergangenheit in den 1950er- und 1960er-Jahren durch die „Kameradschaftshilfe ehemaliger Internierter und der Entnazifizierungsgeschädigten Landesverband Hessen e.V.“ greift Arne Jost auf. 
 
Einen ganz besonderen Beitrag hat Helmut Krohne für diese Ausgabe beigesteuert. Er hat ein Zeitzeuginnengespräch mit Dorothy Bergmann, einer jüdischen Überlebende eines Todesmarsches und der Konzentrationslagers Bergen-Belsen, geführt.
 
Das nächste LaG-Magazin erscheint am 28. Oktober. Es thematisiert Eugenik und „Euthanasie“ im historischen Kontext.

„Internationale Jugendbegegnungsstätten“

Das neue LaG-Magazin

Der Schwerpunkt „Internationale Jugendbegegnungsstätten“ bietet uns die Möglichkeit einen Aspekt der Arbeit unseres geschätzten und inzwischen mehrjährigen Kooperationspartners „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ in verschiedenen Beiträgen zu präsentieren. Daneben kommen auch Kolleg/innen von anderen internationalen Begegnungsorten zu Wort. Wie immer können wir die Thematik nur schlaglichtartig beleuchten, in der Hoffnung Sie für die praktische Arbeit zu inspirieren. Im Rezensionsteil ist das Titelthema um Aspekte der internationalen Jugendarbeit- und des Austauschs erweitert.
 
Tarcicia Voigt, Leiterin der Jugendbegegnungsstätte Ysselstein in den Niederlanden, stellt die pädagogischen Angebote am historischen Lernort der dortigen Kriegsgräberstätte vor.
 
Einen weiteren Lernort des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge stellt Fabian Schwanzar vor. In der Arbeit der Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte Golm stehen polnisch-deutsche Begegnungen im Mittelpunkt.
 
Die Arbeitsweise und die hinter ihr stehende Motivation für eine friedenspädagogische Arbeit mit Jugendlichen an der Begegnungsstätte des Volksbundes im belgischen Lommel thematisiert Myriam Koonings.
 
Die Auseinandersetzung mit dem Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz steht naturgemäß im Zentrum der Auseinandersetzung in der IJBS Oświęcim/Auschwitz. Judith Höhne und Olga Onyszkiewicz zeigen, wie internationale Begegnungen an diesem Ort auf die Teilnehmenden wirken.
 
Von einer Jugendherberge an der „Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald“ zur Zeit der DDR hin zu multiperspektivischen Auseinandersetzungen in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte der Gedenkstätte Buchenwald, diese Entwicklung skizziert Holger Obbarius.
 
Matthias Heyl beschreibt den internationalen Charakter des früheren Lagerkomplexes Ravensbrück. Ein Umstand, der dazu führt, dass in der internationalen Jugendarbeit höchst unterschiedliche erinnerungskulturelle Traditionen zur Geltung kommen.
 
Besonders gefreut haben wir uns, dass Meike Köhler der kurzfristigen Anfrage nachgekommen ist, über die Themenjahre „70 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs: Jugendaustausch – Verständigung – gemeinsame Zukunft“ zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Russischen Föderation zu berichten. 
 
Wir bedanken uns herzlich bei allen Kolleginnen und Kollegen für Ihre Beiträge zu dieser Ausgabe.
 
Dieses ist das letzte LaG-Magazin vor der Sommerpause, die wir in diesem Jahr auf zwei Monate ausgedehnt haben. Das nächste LaG-Magazin wird am 23. September erscheinen und das „Erinnern und Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkrieges“ aufgreifen.

LaG-Magazin: Flucht und Migration im Vorfeld und während des Zweiten Weltkrieges

Im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe steht die Auseinandersetzung mit einzelnen Aspekten von Flucht, Migration und Exil im Zusammenhang mit Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg. Aufgrund des Themas Flucht drängt sich ein Gegenwartsbezug geradezu auf, trotz wichtiger Unterschiede zur historischen Situation. Im Kern sind es die demokratischen Staaten, vor allem die der EU und mit Unterschieden die USA, die sich gegen eine Aufnahme von Menschen, die aus ihren Heimatländern flüchten müssen, abschotten. Dabei sind, im Gegensatz zu den Jahren 1933-45, die Fluchtgründe (Bürgerkriege, politische Verfolgung, Armut) vielfach von eben jenen Staaten mit zu verantworten, die Geflüchteten heute eine Einreise und ein Leben in Sicherheit und Würde verweigern, ja die Geflüchtete im Meer sterben lassen. Auf dem Prüfstand steht so einmal mehr die Idee universeller Menschenrechte und demzufolge auch die menschenrechtsorientierte Bildungsarbeit, bzw. deren Glaubwürdigkeit. Gemildert wird dieser Befund auch nicht durch die dramatische Situation von Bootsflüchtlingen vor den Küsten Thailands, Malaysias und Indonesiens. Alleine das Bedauern des Massensterbens im Mittelmeer und die falsche Schuldzuschreibung an sogenannte Schlepper ändern nichts an der europäischen Verantwortung dafür die Grenzen für Geflüchtete zu öffnen; eine Maßnahme, die durchaus auch unter wirtschaftlichen Aspekten vertretbar ist.
 
Susanne Heim nimmt die Ähnlichkeit zur historischen Situation zum Ausgangspunkt, um in ihrem Beitrag über die Konferenz von Evian im Jahr 1938 aufzuzeigen, wie beschränkt die Zufluchtsmöglichkeiten und wie immens die Restriktionen für Jüdinnen und Juden waren, die aus dem nationalsozialistischen Deutschland fliehen wollten.
Mit der Erfahrung von Frauen, die vor den Nationalsozialisten in das Exil flüchteten, setzt sich Gabriele Knapp auseinander und gibt Impulse zu geschlechterdifferenzierten Ansätzen in der Vermittlung der Fluchtthematik.
 
Annette Nogarède greift die schwierige Situation von Exilant/innen in Frankreich zwischen 1933 und 1940 auf, deren Mehrzahl unter dem Existenzminimum leben musste Darüberhinaus thematisiert die Autorin die ambivalenten Haltungen im Land gegenüber Geflüchteten.
 
In einem gemeinsamen Beitrag stellen Anne Lepper, Kate Rudolph, Eike Stegen und David Zolldan das Berliner Medienprojekt „Flucht, Exil, Verfolgung – deutsch-türkisch-armenische Verflechtungsgeschichte im digitalen Stadtraum“ vor.
 
Gottfried Kößler verweist in seinem Aufsatz auf die durch Migration geprägte Lebensgeschichte von Erna Goldmann, die ein Heft aus der Reihe Pädagogische Materialien des Pädagogischen Zentrums des Fritz Bauer Instituts und Jüdischem Museum Frankfurt/Main aufgreift.
 
In der Rubrik „Neu eingetroffen“ finden Sie in dieser Ausgabe zwei Beiträge, welche das titelgebende Thema mittelbar berühren: Constanze Jaiser stellt die Graphic Novel „Der Traum von Olympia. Die Geschichte von Samia Yusuf Omar“ vor und Ingolf Seidel gibt einen kompakten Einblick in die Dissertation von Rosa Fava „Die Neuausrichtung der Erziehung nach Auschwitz in der Einwanderungsgesellschaft.“

LaG-Magazin: Kunst und Geschichte. Künstlerische Auseinandersetzungen mit Nationalsozialismus und Holocaust

Das titelgebende Thema „Kunst und Geschichte“ bezieht sich, bis auf Ausnahmen, auf den Nationalsozialismus und die bildende Kunst. Dementsprechend steht die Auseinandersetzung mit Zeichnungen und Bildern, die von Opfern und Verfolgten, häufig in den Lagern unter unmenschlichen Umständen, angefertigt wurden, im Fokus dieser Ausgabe. Neben Zwangsarbeiten im Rahmen von Auftragskunst durch die SS, entstanden in den nationalsozialistischen Lagern, aber auch in Verstecken unter den widrigsten Umständen Bilder, die als Überlebensmittel zur Selbstbehauptung der Häftlinge beitrugen und die zudem das Lagergeschehen dokumentierten. Das Spektrum künstlerischer Auseinandersetzungsformen mit Geschichte ist nicht auf den Nationalsozialismus und auf Arbeiten von ehemaligen Häftlingen beschränkt. So gehören moderne Formen wie die Graphic Novel in das Themenfeld, weshalb zwei Vorstellungen dieser Kunstgattung in der Ausgabe zu finden sind.
 
Eine Klammer zu unserem Magazin „Den Holocaust erzählen“ bildet der Text von Dirk Rupnow, der das Thema Literatur aufgreift und darauf hinweist, dass Fakten und Fiktion in der Erinnerungskultur eng miteinander verknüpft sind, sodass die Grenzziehungen nicht klar vollzogen werden können.
 
Eine Krise der Kunstgeschichte, im Sinne der Interpretation der Bilder über den Holocaust, macht Jürgen Kaumkötter aus. Sie zeige sich darin, dass die Bilder auf Illustrationen der Geschichte reduziert werden und die Interpretationshoheit bei den großen Museen wie beispielsweise Yad Vashem, dem Deutschen Historischen Museum oder den Holocaust Museen in den USA läge.
 
Mit Auftragskunst in den nationalsozialistischen Lagern, die Häftlinge für die SS ausführen mussten, setzt sich Kathrin Schäfer auseinander. Sie geht auf die besondere Stellung der betroffenen Häftlinge im Lager ebenso ein, wie auf die Funktion, die diese Kunstproduktion für SS-Männer haben konnte.
 
Mit Zeichnungen und Bildern, die Häftlinge in Konzentrations- und Vernichtungslagern aus Gründen der Selbstbehauptung oder aus dokumentarischen Motiven angefertigt haben, befasst sich der Essay von Jörn Wendland.
 
Am Beispiel des Denkmals der ermordeten Juden Europas geht Sebastian Weinert auf den Zusammenhang von Kunst und Inklusion, bzw. Barrierefreiheit ein und fordert ein  Bewusstsein hierfür bei Künstler/innen ein, die in die Gestaltung von Erinnerungsorten einbezogen sind.
 
Die beeindruckende Graphic Novel „Irmina“, in der Fragen um Mittäterschaft und Integrität eine zentrale Rolle spielen, stellt unsere Kollegin Constanze Jaiser vor.
 
Die nächste Ausgabe erscheint am 27. Mai unter dem Titel „Flucht und Migration im Vorfeld und während des Zweiten Weltkrieges“.

LaG-Magazin März 2015: Erinnerungsorte in Berlin zu vergessenen Geschichten

Die Märzausgabe des LaG-Magazins ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit dem Praxisforschungsprojekt „Erinnerungsorte. Vergessene und verwobene Geschichten“. Das Projekt will Geschichten, die bisher keinen Eingang in das kulturelle Gedächtnis gefunden haben sichtbar machen. Es handelt sich dabei um deutsche Geschichten, die auf jene Ereignisse fokussieren, die gerne als Migrationsgeschichten oder fremde Geschichten genannt werden. Hier werden sie in ihrer Verwobenheit mit deutscher Geschichte erzählt.
 
Die Mehrzahl der Beiträge ist von Wissenschaftler/innen geschrieben, die vertraut sind mit der Erfahrung, als Andere wahrgenommen zu werden und dies in ihrer Arbeit reflektieren. Sie verfügen über biographische oder familiäre Bezüge, die ihnen Sichtweisen auf Geschichte in ihrer globalen Komplexität und Interrelation ermöglichen. Einige Autor/innen sind darüber hinaus in Communities organisiert und können zusätzlich auf deren Narrative zurückgreifen. Die Beiträge vermitteln damit Einblicke in Erinnerungskulturen und Geschichtsnarrative, die in hegemonialen Kontexten sonst wenig beachtet werden.
 
Iman Attia und Olga Gerstenberger führen in die Ausgabe ein und stellen das Konzept des Projekts „Erinnerungsorte. Vergessene und verwobene Geschichten„ vor.
 
Birgit Marzinka umreißt das medienpädagogische Konzept und stellt Überlegungen zu dessen Realisierung vor.
 
An diese Einführung schließt sich ein Grußwort Yasemin Shoomans, Leiterin der Akademieprogramme des Jüdischen Museums Berlin (JMB) an. Das Jüdische Museum ist einer der Partner des Projekts.
 
Ebenfalls von einem Kooperationspartner, Berlin Postkolonial, stammt ein Beitrag über die „Mohrenstraße“ in Berlin-Mitte. Christian Kopp erinnert an die kolonialrassistische Geschichte des Straßennamens und die stetige Weigerung der Mehrheitsgesellschaft diesen umzubenennen.
 
Mit dem Berliner Kongress von 1878 zur Neuordnung Südosteuropas auf dem Höhepunkt des europäischen Imperialismus und dessen Auswirkungen für Albanien, Bosnien und Herzegowina, befassen sich Savaş Taş und Ozan Keskinkılıç.
 
Mit unterschiedlichen Perspektiven auf die Person von Hassan Taufik befasst sich Aischa Ahmed. Der aus Ägypten eingewanderte Taufik war zwischen 1887 und 1892 am Seminar für orientalische Sprachen tätig. 
 
Das Leben des afroamerikanischen Aktivisten W.E.B. Du Bois, der zwischen 1892 und 1894 in Berlin und Heidelberg studierte, ist Thema des Beitrags von Diane Izabiliza. Darin weist sie auf die Ambivalenzen von Du Bois, der in den USA als antirassistischer Aktivist tätig war, hin.
 
Am Beispiel von zwei Propagandalagern aus dem Ersten Weltkrieg in Zossen-Wünsdorf zeigen Smaran Daya und Noa Ha Beziehungslinien von Islam und Kolonialpolitik auf.
 
Dogan Akhanlı erzählt von vergessenen Geschichten rund um die Berliner Hardenbergstraße, die den Genozid an den Armenier/innen, den Selbstmord des kommunistischen Widerstandskämpfers und kurdischen Asylbewerbers Cemal Kemal Altun und das Schicksal der jüdisch-sephardischen Familie Behar berühren.
 
Die vielfältige Präsenz von Jüdinnen und Juden aus Osteuropa in Berlin hat im kulturellen Gedächtnis der Stadt kaum eine Erinnerung hinterlassen. Nur wenige Informationstafeln im Stadtraum weisen auf Orte, Treffpunkte und Personen hin. Ingolf Seidel hat sich mit diesen Lücken befasst.
 
Für Teile der kurdischen Community ist das Gedenken an das Mykonos-Attentat von 1992 ein wichtiger Referenzpunkt. Schluwa Sama analysiert den selektiven Umgang Deutschlands mit der Anerkennung der kurdischen Verfolgungsgeschichte.
 
In einer stadtsoziologischen Perspektive befasst sich Shahd Wari mit der Präsenz von Palästinenser/innen im öffentlichen Raum des Ortsteils Moabit in Berlin-Mitte.
 
Das nächste LaG-Magazin erscheint am 29. April unter dem Titel „Kunst und Geschichte. Künstlerischer Umgang mit NS und Holocaust“.